— Familien-Rachrichlen. Einer der letzt Kriegsveteranen in unserer Stadt, Herr ®:
iten 5 oder 6
luftao HÜn-
am 25. 7. 4-28,0° C
Zwei neue MAGGI-Suppen
Rheinische Suppe (f
Grüne Erbsen
legierte mtt
mit Karotten
2Teller
auch kein Freudenhaus etwa. Cs ist viel«
kein Hotel von denen in der City, wie Sie bemerkt haben werden —. Er lächelte far-
am seit am
am 26. 7. 4-25,0» C seit 26. 7. 4-13,0° C
25. 7. 4-36,0° C
25. 7. 4-12,0° C
26. 7. 4-22,5» C
„Es ist wohl schon kastisch.
„Es ist
Höchste Temperatur im Schatten
Höchste Temperatur in der Sonne Niedrigste Temperatur
Höchste Temperatur int Schatten Höchste Temperatur in der Sonne
Niedttgste Temperatur
Schriftleiter: Dr. phil. Johannes Kramer Verantwortlich für die Anzeigen: Direktor der Fuldaer Actiendruckerei I. Parzellen
freute sich eines sehr guten Besuches, ebenso der Familienabend am 26. April. Sowohl auf dem @au» Sängersest am 5. Juli in Fulda als auch bei der Jubelfeier des „Harmonischen Kränzchens" in Schlitz erzielte der Chor durch seine guten Leistungen beachtenswerte Resultate. Infolge der ernsten Lage müssen Tanzvergnügen sowie das übliche Kirmeskränzchen ausfallen. Von dem Kassenführer wurde ein kurzer Ueberblick über den Stand der Kassenverhältnisse im 1. Halbjahr 1931 gegeben. Im weiteren Verlauf der Verhandlungen wurde auf die vom Deutschen Sängerbund zu veranstaltenden Geld-Lotterie aufmerksam gemacht. Lose sind beim Vorstand zu haben. Ferner wurde auf die bevorstehenden Konzerte des Schwarzmeierschen Kinderchores hingewiesen und die Mitgliedr gebeten, etwaige Quartiere umgehend bei Herrn A. Zirkenbach, Brauhausstraße 5, anzumelden.
der Grenzscheine in ihrer jetzigen Form und verlangt eine strikte Durchführung der Notverordnung in ihrem ursprünglichen Wortlaut und ihre Aufrechterhaltung bis zum 1. Oktober. Es gilt das wenige zu retten, was noch zu retten ist!
Das deutsche Fremdenverkehrs-Gewerbe stelll aber nicht nur diese Forderung an die maßgebenden Regierungsstellen, es wendet sich auch mit dringenden Bitten an das deutsche Volk. Es ist gewissermaßen e i n Notschrei, der sich an das Nationalbewußtsein des Deutschen wendet, der an seine Einsicht und Vernunst appelliert: Deutsche, bleibt in Deutschland!
Die Züge mit Steinen beworfen.
In der letzten Zeit ist es wiederholt vorgekommen, daß Züge mit Steinen beworfen worden sind. Vielfach sind Kinder die Uebeltäter, die sich der Tragweite ihres gefährlichen Tuns nicht bewußt sind. Da die Kinder jetzt in den Ferien eine Zeitlang der Schulaufsicht entzogen sind, sollten Eltern und Erzieher, die für einen entstandenen Schaden haftbar gemacht werden können, ihre Pflegebefohlenen wiederholt auf das Gefährliche dieses Unfugs Hinweisen, um ihrerseits an der Beseitigung des Nebels nach Kräften mitzuarbeiten.
3m Wald keine erhöhte Blihgefahr.
Nach einem Gutachten, das Geheimrat Prof. Dr. Aßmann durch das Reichsversicherungsamt aufgestellt hat, wird die allgemein angenommene Blitzgefahr des Waldes verneint. Es heißt in dem Gutachten, daß in einem geschlossenen Bestand von annähernd gleich hohen Bäumen Blitzschläge verhältnismäßig selten vorkommen. Nur dann, wenn größere Zwischenräume zwischen Bäumen vorhanden sind, oder wo einzelne Bäume ihre Umgebung erheblich überragen, sei die Wahrscheinlichkeit größer. Die Vielheit der in dem gleichen Niveau befindlichen Baumgipfel wirke vielmehr eher ausgleichend auf die elektrische Spannung. Außerdem würde ein in einem Wald einschlagender Blitz unbedingt einem Baum folgen und durch dessen Wurzeln zur Erde gehen. Hiernach ist die Blitzgefahr für einen sich zwischen den Bäumen aufhaltenden Menschen im Walde keineswegs groß.
und Leben, endlich genesen, brachte sie ter Gruiten nach San Remo, geschäftshalber mußte er sie allein zurücklassen Erik Thorsen aus Paris tauchte auf — sie lebten Tage in Seligkeit und Glück dahin. Ich war zufällig, vielleicht auch nicht einmal zufällig, ebenfalls in San Remo — ich telegraphierte ter Gruiten — ein Schlaganfall — ein zweiter folgte — am Sterbebett des Konsuls traf Erik, telegraphisch hinberufen, ein. Mit der letzten Kraft, Worte zu setztzn, sprach ihm ter Gruiten von einem alten Fluch — nahm ihm das Ehrenwort ab, Viola niemals zu heiraten, wohl aber sobald als möglich nach feinem Tode dafür zu sorgen, daß sie heirate. Die Wahrheit verschwieg er.
Konsul ter Gruiten starb — Erik verheiratete Viola — sie wurde Frau Dr. Jürgen Heinzius. Ihre Liebe zu einander blieb die alte — Erik ging in die weite Welt — er hatte außerordentliche Fähigkeiten — er fand sich nirgends zurecht. Ich wußte, daß er dann bei Viola war — ich wußte, daß sie sich noch liebten. In Honkong wollte es der Zufall, daß wir zusammentrafen — Erik wollte nach Bombay, er benutzte mein Schiff — auf dieser Reise gestand ich ihm die ganze Wahrheit, überreichte ihm Ring und Brief von seiner Mutter. Von dieser Stunde an schien er ein völlig geschlagener Mann. Ich hörte von den Schwierigkeiten, die er bei „ter Gruiten und Heinzius" angerichtet, und schließlich, als er gar nicht mehr ein noch aus wußte — zufällig trafen wir uns wieder in ihrer Vaterstadt. Wir faßen in feiner Wohnung zusammen — da fragte er mich, ob ich ihn nicht mit mir nehmen wollte, auf meine Reisen. Sie, Dr. Heinzius, hatten ihn gerade abgelehnt — ich lehnte ihn auch ab. Ich haßte ihn! Haßte ihn, weil mein Onkel mit ihm betrogen wurde — haßte ihn, weil er Viola liebte und diese Liebe erwidert wurde. Ich sagte ihm, wenn er wenigstens etwas von der alten Schuld abtragen wollte, die an ihm hing, dann sollte er seinem unglücklichen Leben ein Ende machen.
Er lachte mir ins Gesicht. Ich sollte es doch tun! Ach hätte mein Schiff — ich könnte auf und davon dampfen — kein Mensch würde etwas merken. Er drückte mir seinen Revolver in die Hand — ich warf ihn ihm vor Füße. Es entstand plötzlich ein Kampf
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Gleich am ersten Tage aber erkannte ich die Liebe zwischen ihr und Erik. Ich war entsetzt — ich war eifersüchtig — ich haßte auch diesen Erik, der ja nicht einmal mein Vetter war — der den alten, stolzen Namen Torsen wie ein Schandfleck auf sich geladen hatte.
Und in bet ersten Nacht, die im Hause ter Gruiten verbrachte, zwang ich den alten Benedikt ter Gruiten, mich anzuhören. Alles, was ich wußte, aus dem Bries her wußte, von dem Ringe wußte, alles, alles erzählte ich dem Konsul. Diese Stunde war unvergeßlich für mein ganzes Leben. Er brach in der einen Minute zusammen, in der ich ihm sagte, daß Erik nicht Thorsens Kind, fondern fein Kind sei! Er hatte nicht die leiseste Ahnung davon gehabt. Es war ein Schlag für den Mann. Augenblicke lang hatte er mir unendlich leid getan — dann aber — ich erinnerte mich, daß ich ein Thorsen war, der letzte, der allerletzte Thorsen — und der Haß flammte wieder in mir auf.
In den nächsten Tagen wurde Erik studienhalber nach Paris geschickt. Der Abschied zwischen ihm und Viola war verzweifelt. Ich hatte dem Konsul mein Wort gegeben, weder Erik noch Viola etwas zu sagen — das hielt ich. Ich liebte Viola, ich blieb ein paar Tage bei ter Gruiten — er hätte es in seiner Not, in seiner Angst um diese beiden Liebenden wohl zugelassen, wenn Viola und ich ... . Aber sie war nicht zu bewegen. Ich reifte davon, ich tarn wieder — sie hing nach wie vor an Erik Thorsen — ich hörte nur ein hartes, eiskaltes „Nein".
Als Erik feinen Doktor gemacht, als er im Begriff war, sich eine Existenz aufzubauen, bat er einmal nach Jahren, nach Haufe, das heißt, zu ler Gruiten, kommen zu dürfen. Der Konsul lehnte es ab. Erik bat ganz offen um Violas Hand — der Konsul schrieb ab. Die Absage bewirkte in Viola einen schrecklichen Nervenzusammenbruch. Wochenlang schwebte sie zwischen Tod
Feinde des Landwirts.
Mit dem Nahen der Ernte und der Hoffnung auf ihr gutes Gelingen mehren sich in steigendem Maße Pflanzenschädlinge der verschiedensten Art.
In diesen Tagen tritt vielerorts beim Johannisbeerstrauch die Blatt bräune auf. Diese sollte sofort mit einer einprozentigen Kupferkalkbrühe gespritzt werden. Andernfalls kann diese Krankheit in kurzer Zeit die Blätter völlig zerstören und der entblätterte Strauch leidet nicht selten dauernden Schaden. Die Blattbräune der Johannisbeere ist am Braunwerden des Blattes vom Rande her, dem Gelbwerden der übrigen Blattfläche und dem starken Blätterfall des Strauches zu erkennen. Sie wird durch einen Pilzschädling verursacht. Wo die Blattbräune auftritt, sollten im nächsten Jahre die Beerensträuche ab Juntansang vorbeugend mit Kupferbriih« gespritzt werden.
An Straßenrändern und in Obstgärten liegen abgeworfene wurmstichige Aepfel und Birnen. Beim Oeff- nen der unreifen Früchte stößt man auf einen Wurm- gang. Zumeist findet man eine rosarote Made, das Räupchen des A p f e l w i ck l e r s. Da der gefräßigen Made eine Frucht nicht genügt und sie immer den zerstör- len Apfel bald wieder verläßt, um sich in andere einzubohren, sollte das Fallobst regelmäßig aufgelesen und aus der Nähe der Obstbäume entfernt werden. Ratsam ist das Anbringen von Madenfallen, Fanggürteln aus Stroh oder Sackleinen am Stamm. Die wieder herauf- kriechenden Maden werden dadurch von den Früchten der Baumkrone zurückgehalten. Erfolgreich ist die Bekämpfung des Apfelwicklers durch Abkratzen, Entfernen der Rindenschuppen, Moose und Flechten des Stammes.
Die schweren Regenfälle und Gewttterschauer der letzten Wochen haben die Hoffnung auf eine gute Ernte arg geschmälert. Jetzt kommt für die weizenbauenden Landwirte eine zweite Hiobspost hinzu. Ein bisher vollständig unbekannter Weizenschädling, die W e i z e n g a l l m ü ck e, ist in einigen Ge« x genben Deutschlands, ganz besonders in den südlichen Teilen Hannovers in teilweise erschreckend starkem Umfange aufgetreten. Auf einzelnen Winterweizenfeldern war beispielsweise nicht eine unbefallene Aehre zu finden. Der äußere Eindruck der befallenen Fläche ist der eines gesunden Bestandes. Erst beim Aufbiegen der Stelzen findet man an den Rillen der Körner und bei starkem Befall in den leeren Höhlungen mehrere — manchmal bis zu 20 — der bis zu etwa 2 Millimeter großen, gelben bis orangefarbigen Larven der Weizen- gallmücke. Das Auftreten dieses Schädlings ist umso unangenehmer, als der Pflanzenschutzdienst bei der Neuartigkeit dieses Tieres im Augenblick keine sicher wirkende Bekämpfungsmöglichkeit angeben kann. Die Landwirtschaftsschulen nehmen Meldungen über Auftreten, Sortenbevorzugung usw. dieses Schädlings entgegen, um daraus Schlüsse zu seiner Bekämpfung zu ziehen.
zwischen uns beiden — natürlich war ich der Stärkere — „Feigling!" schrie ich ihm zu und ging davon. Das war am Abend. Am nächsten Morgen hatte er es getan.
21m Spätnachmittag — ich hätte nicht einmal sagen können, warum, ging ich noch einmal in die Augustiner- ftvaße. Es war ein gewitterschwerer Nachmittag — ich fand Viola besinnungslos vor Eriks Wohnungstür — ich hob sie auf — sie wollte vor mir flüchten, brach zusammen — ich brachte sie in ihrem eigenen Automobil ins „Brüx", in dem ich zur Zeit wohnte.
Wir hatten eine kurze Auseinandersetzung über Ecik — ich bat sie, zu mir auf mein Schiff zu kommen — dort wollte ich ihr das Geheimnis lösen — sie ließ mich stehen; in dem Augenblick, da sie das Zimmer verlassen wollte, begegnete sie Ihnen auf dem Gang — sie wurde ohnmächtig, — ich trug sie auf das Bett, ich wachte bis kurz vor Mitternacht bei ihr — sie kam nicht mehr zu sich — da war es Zeit, daß ich mich an Bord begab.
Im vergangenen Herbst trafen wir uns auf Helgoland wieder — es war der reinste Zufall — ich bat sie wieder, zu mir an Bord zu kommen. — Sie warf mir ihren ganzen Haß, ihre ganze Verachtung ins Gesicht — wir sahen uns nicht wieder."
Kapitän Teja Thorsen hielt ein. Seine Stimme war bei den letzten Worten fast leise geworden. Dr Jürgen Heinzius saß völlig zusammengesunken auf dem Ruhebett. Minuten vergingen in Schweigen.
„Und Sie — ?" hauchte Heinzius fragend.
„Ich —? Ich danke Ihnen für Ure Teilnahme! Don mir ist wenig zu sagen. Ich ging von der königlichen Marine ab, — ich glaubte nicht anders handeln zu können. Ich hatte ein besonderes Vermögen von mütterlicher Seite geerbt, — ich kaufte mir ein Schiff in Newport — es wurde meine „Viola", und ich durchsegelte jahrelang die Meere. Ich habe keine Frau mehr geliebt, ich habe keine Hoffnung gehabt — ich bin ein einsamer Mann gewesen, geblieben."
„Und hier — das „Japanische Hotel"? — forschte Heinzius leise.
Kapitän Teja Thorsen lächelte.
„Auf Helgoland gestand mir Viola, daß man mich in der Angelegenheit Erik Thorsens Tod juche, — daß Ver°. ,
Xempetatot- und Barometerftanl) in Fulda-
TOitqeteilt von Divlom-Optiker Sauerborn.
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Geschäftliches.
— Geschmackvolle Schaufenster-Dekoration. Wer in diesen Tagen den Buttermarkt passiert, wird ausmerksam durch eine Menschenansammlung vor einem Schaufenster der Firma Richard Schmitt. Namentlich die Kleinen stehen da und können sich im Schauen nicht genug tun. Das Schaufenster zeigt nämlich eine Dekoration von Bettwaren aller Art und in einem beweglichen Märchenbild, wie Frau Holle mit kleinen Englein und Feen einen Umzug im Märchenland veranstaltet. Für erstklassige gediegene Bettwaren ist die Firma Schmitt, die im Jahre 1812 gegründet wurde, in Stadt und Land bestens bekannt.
Viola.
Bon Charlotte Ursina.
Legierte Suppe mit Gemüse
kostenjuchjujrlOPfg. der Würfel, wie alle MAGGI-Suppen und schmecken ebenso gut_
Für oder gegen die Grenzgebühr?
Ein Notschrei des Deutschen Fremdenverkehrs-Gewerbes. — „Deutsche, bleibt in Deutschland".
I Diese Frage beschäftigte am vergangenen Samstag I eine größere Anzahl von Herren der verschiedenen Verkehrsoerbände, Bäder, Kurorte und der Presse in einer Sitzung, in der auch der Fuldaer Fremdenoer- I kehrs-Verein durch seinen Geschäftsführer vertre- I ten war u.nü in deren Verlauf sich die interessierten I Stellen zu einer „Notgemeinschaft zur För- I derung der Inlandsreisen" zusammenschlossen.
In längeren Ausführungen gab Herr Kurdirektor I Link (Berchtesgaden) genaue Mitteilung über die Aus- I Wirkungen der Notverordnung betr. der Auslandsreisen I auf den süddeutschen Fremdenverkehr. Es ist begreif» I lich, daß die allgemeine Notlage sich in dem deutschen Fremdenverkehrs-Gewerbe äußerst ungünstig auswirkte. Wie schlecht es um den Besuch mancher Orte stand, beweist z. B. die Tatsache, daß Garmisch-Partenkirchen am 15. Juli nicht mehr Gäste hatte, als am, 10. Mai. Da kam dis Notverordnung. Der Oberbürgermeister der Stadt München zeichnete sie treffend als das Produkt ei- I ner nervösen Stunde, dem, — obwohl sie an sich nur zu berechtigt ist, — die vernünftige Grundlage fehlt. Sie I hätte begleitet fein müssen von einem beruhigenden, aufklärenden Ausruf und einem Appell an Vernunft und nationale Gesinnung. So aber war es ein rücksichtsloses Hinausschießen, das eine Verärgerung unseres österreichischen Brudervolkes und vor allem der Schweiz zur Folge hatte, das uns, da die Schweiz zu unseren Kreditgebern gehört, nur bedenklich stimmen
Wenn die deutsche Vevkehrsstatistik ausweift, daß jährlich 380 Mi llionen Reichsmark deutschen V o l k s v e r m ög e n s durch die Touristen ins Ausland wandern und man bedenkt, daß diese Ziffer nur die statistisch erfaßbaren, also nur einen Teil der Ausgaben der deutschen Touristen im Auslande darstellt, dann wird man sich sagen müssen: eine Notverordnung war notwendig, es mußte zu einer Zwangsmaßnahme kommen, die dieser Kapitalabwanderung ein Ende machte. Und wie b e I e= be n d die Notverordnung auf die deutsche Fremdenverkehrs-Industrie gewirkt hat, beweisen Übereinstimmend die amtlichen Berichte, wonach sich in sämtlichen bayrischen Orten die Anzahl der Fremden verdoppelt, verdreifacht, sogar verfünffacht hat. Diese sprunghafte Belebung ließ die Hoffnung aufkommen, daß man für diese Saison doch noch einiges retten, manchen als unvermeidlich bevorstehenden Zusammenbruch aufhalten könne.
Wie sich nun aber die neuen Ausführungsbestimmungen und Durchlöcherungen der Notverordnung auswirken, ist einfach katastrophal! Ein plötzliches Abwandern aus den bayrischen Orten, ein Hinüberfluten über die Grenze! In Mittenwald kommen allein 40 deutsche Autos auf die Stunde. Die Umgehung der Notverordnung ist ja so leicht, jedermann erhält den Grenzschein, -der ihm den Stägigen Aufenthalt im Nachbarland gestattet. Warum diese Lockerung, diese Durchlöcherung? Warum vergeht ein Teil der Presse vor Bruderliebe zu -den Nachbarstaaten und schildert in den grellsten Farben deren Notlage, die der Ausfall der deutschen Touristen mit sich brachte? Warum hört man nur von den 12 000 Oesterreichern und den 60 000 Schweizern, die dadurch brotlos würden, und warum überhört man den Notschrei der deutschen Kurorte, des deutschen Hotelgewerbes! Wir leben doch in einer Zeit, die neben dem Verständnis für die Notlage -des Nächsten einen gewissen nationalen Egoismus rechtfertigt!
Das deutsche Fremdenverkehrs-Gewerbe ist gegen jede Zwangswirtschaft; es weiß auch, daß eine dauernde Sperre der Grenze unmöglich ist, aber zur Zeit ist sie be- rechttgt und notwendig. Es begrüßt daher die Notverordnung als eine Notmaßnahme und bittet -dringend, allen Bestrebungen zu widerstreben, die auf eine weitere Lockerung hinzielen. Es fordert die Abschaffung 1
niger, Sozialrentner, Wallweg 7, wird am 28. Juli 83 Jahre alt. Er dürfte der letzte lebende Fuldaer sein, der vor 63 Jahren in der ehemaligen Jnfanterie- kaserne bei dem 88. Jnfanterie-Regt. in Fulda seiner Militärpflicht genügte und von hier aus im Juli 1870 in den Krieg gegen Frankreich ausrückte. Noch sehr rüstig, lieft er regelmäßig feit 40 Jahren die Fuldaer Zeitung. Der S o d a l i t ä t gehört er schon seit langer Zeit an und dürfte wohl der älteste aktive Sodale fein. Herr Hünniger und seine Ehefrau blicken auf eine 59jährige Ehegemeinschaft zurück. Wir gratulieren!
— Vom llnterstädlischen Bürgerverein. Fuldisch-tra- ditionelle Bräuche haben etwas eigenartig Familiäres an sich, das auch den Ortsfremden anheimelnd berührt. Das bewies der gestrige alljährliche Sommerausflug der „Türken", die in den Nachmittagsstunden ihr Lager am Haimberg aufgefchlagen hatten. Die Feuerwehr- tapelle konzertierte und Pascha Liebig erklärte feinen in Stärke von einigen Hundertschaften erschienenen Untertanen das prächtige Panorama dieses Landes der Bu- chonen. Bei billigem „Schwoaddegöönder", Riefen- knoblinen, Kinderspiel und billigem Bräu verflog die Zeit zu schnell. Nach Eintritt der Dunkelheit bewegte sich ein endloser Lampion-Zug, durch flotte Marschmusik zusammengehalten, heimwärts zum Marktplatz der „Türken", wo die schöne Feier mit einem dreifachen Hoch auf die „Türkei" durch den Vorsitzenden des Untcrftäbti- schen Bürgervereins beendet wurde.
— hofmannscher Männerchor. Die am Samstag abend im Evangelischen Gemeindehaus abgehaltene Halbjahr es-Hauptversammlung war nicht sehr gut besucht. Der 1. Vorsitzende, Herr L. Schäfer, erstattete nach kurzen Begrüßungsworten einen Bericht über die Tätigkeit des Vereins int verflossenen ersten Halbjahr. Sehr bedauert wurde, daß die im Februar abgehaltene Wohltätigkeitsaufführung der Operette „Meine Herzenskönigin" zugunsten des Cvangel. Altersheims „Emaus" statt des erwarteten Ueberschusfes ein Defizit brachte. Das Osterkonzert dagegen er
dacht gegen mich bestünde. — Ich erkundigte mich anderwärts — es war, wie sie gesagt. — Ich wußte von vornherein, käme es wirklich einmal zur Verhaftung, zur Verhandlung, daß alles gegen mich sprechen würde. — Da verkaufte ich die „Viola" — wechselte den Namen und meine Papiere. Ein Amerikaner in Tokio verkaufte mir die feinen, für ein Heidengeld. — Ich übernahm dieses „Japanische Hotel" hier in London. — Es hat seine Reize. — Ich komme fast nie mehr in die Stadt. Ich lebe mit den Japanern zusammen, sie sind demütig und sehen in mir nur -den Engländer, den Herren!
Haben Sie keinen schlechten Eindruck von dem „Japanischen Hotel" Mr. Heinzius —" begann Thorsen plötzlich wieder in englischer Sprache.
Kommunalpolttisches.
— Fast eine halbe Million neuer Fehlbetrag in Mannheim. In einer Pressekonferenz befaßte sich Oberbürgermeister Dr. Heimerich mit der Finanzlage Mannheims, wie sie sich auf Grund des badischen Notgesetzes gestalten wird. Er stellte zunächst fest, daß Mannheim mit 940 000 RM. Mehrbelastung rechnen müsse, wovon nur 516 000 RM. durch die vorgeschriebene badische Beamtengehaltskürzung gedeckt werden könnten, so daß sich ein Fehlbetrag von 424 000 RM. im Mannheimer Etat ergebe. Während 1930 noch rund 4 Mill. RM. für den Wohnungsbau zur Verfügung standen, ist durch die Maßnahme des Landes dieser Betrag so gekürzt worden, daß noch nicht einmal 1% Mill, dafür vorhanden sind. Im Hinblick auf die schlechte Wirtschaftslage fei mit einem Steuerausfall von rund 1.5 Mill. RM. zu rechnen. Auf der andern Seite würden aber die Fürsorgelasten den Etat um rund 2.5 Mill. RM. übersteigen. Das badische Notgesetz habe die Finanzen des Landes Baden saniert, dafür aber die Gemeinden in eine äußerst schwere Finanzlage gebracht, so daß diese gezwungen seien, schon im Herbst an ihre Bürgrausschüsse mit neuen Lasten heranzutreten.
Wissenschaft und Forschung.
— Radiosieber als Heilmittel. Die ersten Berichte von Kurzwellenamateuren über Fiebererscheinungen, denen sie bei längerem Umgang mit Kurzwellen ausgesetzt seien, haben inzwischen insoweit wissenschaftliche Deutung gesunden, daß man wohl mit Ultrakurzwellen, Fiebererscheinungen künstlich Hervorrufen kann. Den Radiokurzwellen dürfte wahrscheinlich schon recht bald eine wichtige medizinische Ausgabe zufallen. Man hat bereits einen Ultrakurzwellensender durchkonstruiert, mit dem man noch besser als mit Diathermieapparaten die Behandlung von im Körperinneren gelegenen Organen vornehmen kann. So gelingt es, damit Schwingungen zu erzeugen, die auch die Knochen durchdringen. Man kann daher Gehirnpartien damit behandeln, west sie auch die Schädeldecke durchdringen, die andere Strahlen fast vollkommen abschirmt. (Die Wirkung der Röntgenstrahlen kommt hier nicht in Betracht, weil diese ja kaum zu Heil-, sondern mehr zu Diagnose-Zwecken Verwendung finden.) Die Behandlung mit solchen Kurzwellen scheint, wie Versuche an krebskranken weißen Mäusen zeigten, bei krebsartigen Geschwülsten gute Aussichten zu eröffnen, außerdem sind bereits in Fällen progressiver Paralyse gute Ergebnisse erhalten worden. Vor allem scheint aber die Ültra-Kurzwellen-Strahlung in der Fiebertherapie neue Wege zu bahnen, so z. B. als Ersatz der Malariakur, bei der ja doch einigermaßen der Teufel mit Beelzebub aus- getrieben wind.
mehr das Haus der schönsten Träume, — der Welt des Vergessens, des Versinkens. — Haben Sie vielleicht etwas von den Opiumhöhlen im fernen Offen gehört —? Ich habe die allererstklaffigsten Herrschaften unter meinen Gästen, — ganz international, — natürlich, es sind auch ganz, ganz einfache Menschen dabei. — Man darf keinem sein Glück versagen, — wenigstens sein träum« Haftes Glück nicht." Thorsen lächelte wieder.
„Also Opium —? murmelte Heinzius.
„Opium, Herr Dr. Heinzius! Opium, — nichts weiter. —"
„Und warum drangen Sie gerade daraus, daß ich heute, am 11. Juni zu Ihnen kommen sollte. — Ist dar auch ein Geheimnis?" forschte Heinzius mit letzter Kraft.
„Morgen hätten Sie nicht mehr zu mir kommen können. —"
„Das heißt —?"
„Daß ich morgen der nicht mehr fein werde, der ich heute noch bin!" Teja Thorsen blickte auf feine Uhr, —# er stand auf.
„Wie meinen Sie —? stammelte Heinzius und war bemüht sich gleichfalls aufzurichten.
(Fortsetzung folgt)
Musik und Gesang.
„Walküre"-Aufführung in Bayreuth.
VDZ. Bayreuth, 27. Juli. (Gig. Meld.) Die aus der „Rheingold"-Aufführung abgeleiteten großen Erwartungen find im Verlaufe der „Walküre"-Vorstellung in keiner Weise enttäuscht worden. Auch hier herrschte die Geschlossenheit, zu der das glänzend spielende Orchester und das Größe aufweisende szenische Bild den Grundton gaben. Die Besetzung war erstrangig, vor allem Fritz Scharr (Wotan) und Larsen-Todsen (Brun- Hilde), die ganz große und ausgereifte Leistungen boten. Einen stimmlich höchst vollendeten, wenn auch in der Darstellung nicht immer ganz überzeugenden Sigmund stellte Lauritz Melchior auf die Bühne. Neben ihm war Maria Müllers Siglinde fast zu zart, was jedoch nicht als Abschwächung ihrer rührenden, echt fraulich gegebenen Zwillingsschwester zu deuten ist. Ivar Andresen (Hunding) und Karin Branzell (Frigga) und das ton- schöne „Walküre"-Ensemble waren an dem vorzüglichen Gesamteindruck noch besonders beteiligt. Szenische Neuerungen weist der „Ring" in diesem Jahre nur eine auf und zwar ist Mimis Höhle neu ausgeftaltet worden, die nach Aussagen Unterrichteter eine große lieber- raschung werden soll.
des silbern bronzierten Körpers in der blitzenden Sonne als Lichter, die schnell aufleuchten und wieder verglimmen, so wie die Lage wechselt.
Am Sonntag war der Fremdenverkehr ans der Wasserkuppe sehr stark. Aus Kassel war sogar ein Sonderzug in Gersfeld eingetro fen. Die Gäste kamen wegen der zahlreichen gelungenen Flüge auf ihre Kosten.
Am kommenden Sonntag geht ein Sonderzug von Erfurt nach Wüstensachsen.
Am Montagmorgen setzte infolge des günstigen Windes schon in der Frühe ein sehr lebhafter Flugverkehr ein. Zeitweise waren 14 Segelflugzeuge in der Luft. Gegen 10 Uhr mußten sie aber wegen eines plötzlich auftauchenden Nebels landen. Mittags um 1.30 Uhr konnte man wieder 11 Stück der großen Vögel über der Kuppe ihre Kreise ziehen sehen.
Barometerstand (auf Meereeböh» reduziert)
Thenno- meterftanb
25. 7. 6 Uhr abends
752,5 mm
4-20,0» C
26. 7. 8 Uhr morgens
755,0 mm
4-16,0» C
26. 7.12 Uhr mittags
756,0 mm
4-22,0» C
26. 7. 6 Uhr abends
756,0 mm
4-18,0° C
27. 7. 8 Uhr morgens
755,0 mm
4-19,5» C
27 7.12 Uhr mittags
754,5 mm
4-24,0» C