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Beilage zur Fuldaer Zeitung

Und Einer Und Einer

Die Berge Sie atmen

fühlt des Andern Seele glühen, halten feierliche Wacht, Ruhe, schenken Gottesfrieden.

Arauenlräume im Sommer

gtn kleines Haus weit draußen, fern der Hast.

Der Zug war propfenvoll. Trotzdem ging es verhält- . nismäßig gemütlich zu. Das Gepäck hatte man einge« schachtelt, so gut es sich machen ließ, die Hüte und Mäntel der acht Reisenden waren verstaut, und nun saß man auf engstem Platz und hatte vor sich zwölf Stunden, in denen wahrscheinlich nichts sich ändern würde, als daß der eine oder andere statt des atemberaubenden Abteils den Gang als Erholungsaufenthall aufsuchte.

Ich war vielfach unter denen, die den Vorteil des Ganges ausnutzten. Es gehörte auch dieses nicht zu den nur angenehmen Dingen, weil andere Reisende es wieder pläsierlich finden, die Gänge auf und ab zu fchlendern, über hundert Beine und Gepäckstücke zu steigen, sich an plaudernden, lachenden, flirtenden, schimpfenden Gruppen vorbeizudrücken und so das an sich unruhige Leben der Wagen zu verschlimmern.

In meinem Abteil nun saß eine Dame, so beobachtete ich zuweilen durch die Tür, und auch in den Sitzpausen, eine Dame mit einem blonden Mädchen von noch nicht fünf Jahren. Sie schien eine etwas altmodische Mutter. Das Kind hatte im Hochsommer (nun allerdings fuhren wir über Nacht) lange, recht dicke Wadenstrümpfe an und wurde sehr viel, wenn auch liebevollst berufen. Einmal versuchte es die Mutter, um das Kind an sich zu fesseln, ihm Märchen vorzulesen. — Märchen im vollen Eisenbahnwagen!!! Das war eine üble Sache! Entweder wird das Märchen zu Asche, statt zu blühender Phantasie, oder der Eindruck der Fahrt geht am Kindergemut ver­schwommen vorüber. .

Hier war sicher das erste der Fall. Die Kleme horte gar nicht hin und warf sofort von sich, was in sie lieber- flüssiges hineingesüttert werden sollte, und die Mutter sah ratlos nach, als das Kind schon nach den ersten Worten wieder am Fenster stand und interessiert hinausstarrte.

Reisemarschall sein.

Als es Zeit zum Abendessen sein mochte, langte die Frau, sie tat mir schon leid, einen richtigen Freßkorb aus dem Retz. Ihm entnahm sie Teller, Löffel, kleine Ser­vietten und einen Pudding mit einer Saftsoße. Ich bitte zu beachten, einen Pudding mit einer Saftsoße.

Das ganze Abteil sah sprachlos zu, während das Kind genau wie zu Haufe gefüttert und betreut wurde. Es ließ sich den weichen Brei gut schmecken, so lange es wollte, es aß sein Tellerchen nicht zu Ende, wie es auch keinen Apfel und keinen Kuchen zu Ende brachte, die geduldige Mama machte das alles. Sie hörte auf, wenn der kleine Unband wollte, sie fing wieder an, wenn er wollte. Sie ermahnte wohl, doch man sah keinen wesent­lichen Erfolg dieser Ermahnungen . . .

So ging das weiter mit Schokolade, Obst, dann wurde ein Spiel hervorgeholt, alles mit Unlust betrieben, und dabei war es ein neues Spiel, ein Baukasten, dessen Zu­sammensetzung ich Noch heute mit Vergnügen besorgen würde. Endlich kam nun doch die Nacht, und es war gut, daß sie kam, denn das lebhafte Kind, und diese Mut­ter, die dachte, sie mühte immer noch mehr mit ihrem Mädel unternehmen, konnte einen aus die Dauer nervös machen.

Also es kam die Nacht, und dazu wurde aus dem Gepäcknetz ein Riesenballen geholt, der sich entwickelt in zwei Decken und ein richtiges weißes Kinderkopskissen und noch manches, was zur allerbesten Nachtruhe gehört.

Kartoffelschälen, beim Ausnehmen eines Huhnes nicht sitzen können? Selbst zum Bügeln wird sich keine modern geschulte Hausfrau mehr stellen, man muß dann eben nur dafür sorgen, daß die Bügeleinrichtung, d. h. Plättbrett und elektrischer Stecker, sich in der entsprechen­den Sitzhöhe befinden.

Uebrigens da wir gerade beim Bügeln sind, warum haben so wenig Hausfrauen sich bisher zum Ankauf eines elektrischen Bügeleisens entschlossen. Ein modernes elektrisches Bügeleisen, das selbsttätig die Hitze reguliert, das den Strom ausschaltet, wenn er zu stark wird, kostet wohl mehr wie die üblichen Plätteisen aus Stahl oder das ungesunde, aber trotzdem noch immer im Gebrauch zu findende Holzkohleneisen, dessen Asche­teilchen das reinste Gift für die Lunge sind. Es ist viel­fach nur eine gewisse Angst vor dem Neuen, Ungewohn­ten, das die Anschaffung der elektrischen Hilssmajchinen im Haushalt verhindert.

Wie schön arbeitet es sich mit Staubsauger und Boh­ner, wie mühelos werden mit diesen praktischen und heute schon recht wohlfeil zu habenden Hilfsmaschinen des Haushaltes die Zimmer gereinigt, wohlgemerkt in einem Bruchteil der Zeit, die sonst für diese Tätigkeit aufge­wendet werden muß.

Da wird weiter in vielen städtischen Haushaltungen mühsam mehrfach am Tage mit großem Zeit- und Gas­aufwand heißes Wasser zum Kochen und Spülen be­reitet, obwohl es kleine Heißwasserspeicher gibt, die an die Gas- und Wasserleitung angeschlossen werden und deren Anschaffungskosten sich sehr rasch durch den ge-

Momme Nissen, der Biograph des Rembrandt- deutschen Julius Langbehn, der ihm ein ganzes Leben lang die Treue hielt, hat mit kundiger Hand das Schönste und Stärkste aus feinem Nachlaß ausgewählt und es zu einem Buche „Der Geistdes Ganzen" (Verlag Herder Freiburg) vereinigt. Aus der Fülle reifer Ge­danken, die dieses Buch offenbart, feien im folgenden einige wiedergegeben, die ihrem Wesen nach besonders der Frau etwas zu sagen haben.

Mancher heutige „Gebildete" ist der verkörperte Mangel an Gradheit und Offenheit, an Einfalt und Ent­schiedenheit. Er bekennt nicht gern Farbe. Er biegt aus. Und oft deckt feine Verhohlenheit einen Abgrund von Abscheulichkeit. Politur auf verfaultem Holz! Dann wird das Dasein des „Gebildeten" zum Verrat an sich selber, zum Verrat an seiner besseren Natur, zum Ver­rat oft auch am Nächsten und an Gott, — wenn es auch schwer ist, die Grenze zu ziehen, wie weit der Einzelne sich einer Teilnahme an der inneren Unwahrheit des ge­meinsamen Gattungsdaseins bewußt ist.

Die falsche, die S ch e i n b i I b u n g ist im wörtlichen wie im geistigen Sinne mit dem Geist der Unzucht erfüllt. Neben Lieblosigkeit und Mangel an Grazie ist Schamlosigkeit das eigentliche Kennzeichen der falschen Kultur, des falschmodernen Zeitgeistes. Keusch­heit ist die Tugend, die heute fast polizei­lich verboten ist, jedenfalls ihren Inha­ber verächtlich zu machen pflegt. Echte Weib­lichkeit scheint sehr im Schwinden begriffen zu fein gegen­über der Vorherrschaft der Dirne. Im modernen Gesell­schaftsleben gibt öfter die Tochter des Herodias den Ton an. Bezeichnend ist, daß ein Mädchen, das heutzutage zur Dirne werden will, nichts Eiligeres zu tun hat, als sich zu einer „Gebildeten", das heißt in der ganzen Erschei­nung, in Kleidung, Benehmen und Auftreten zu einer „Dame" zu machen. Früher erniedrigte das Laster den Menschen auch äußerlich, jetzt erhöht es ihn äußerlich! Das ist der pharisäische Zug der Gegenwart.

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Seelenstärke besteht zuweilen und zeigt sich nicht selten im Nachgeben. Die Seelenschöne der Frauenberuhtgeradezu aufnachgiebiger Sanftmut. Darin am augenscheinlichsten sind sich Frauen und Christen verwandt. Die Sanftmut ist ein Schlüssel zum Himmel. Ich bin bemüht, unserem lieben Heiland — wenn auch nur ganz, ganz von ferne — an Sanftmut nachzueifern. Obwohl ich durchzugreifen weiß, wo es nottut — Frechheit der Frechen wird durch Milde nicht gemildert; verfehlt ist eine Humanitätsduselei, die den Zucht- häuslerbesserbehandeltalsdenehrlichen Menschen; so bin ich innerlich doch der sanfte Sinn,

Eifer und die Einsicht, die sie aufs Geldverdienen Der- wenden, auf ihr Seelenheil verwendeten — wenn sie nur einen Teil der Mühe, die sie aufwenden, um der Welt und oft dem Teufel zu dienen, anwenden würden, um Gott zu dienen.

Wie nach den Sternen, so sehen die Engel auf bte Heiligen unter den Menschen. Jedes Menschen Grab sollte ein heiliges Grab sein — abe wieviel sind es? . . ,

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Einer, der Gott leugnet, ift rote einer, der die Sonne leugnet; es wird ihm nicht viel helfen, sie scheint doch! Braucht es einen Beweis für Gottes Dafein? Solange die Welt stand, ist noch nie ein Beefsteak mit Zwiebeln und Kartoffeln durch „Zu- fall" entstanden; und es wird auch nie, solange die Welt steht, durch „Zufall" entstehen. Ein guter Hinweis auf die Wirklichkeit der Welt des Glaubens liegt auch in fol» genbem Ausspruch von Vogrinec: „Wir begreifen auch das Wesen der Naturkräfte wie Elektrizität u. Magnetis­mus nicht; mir kennen aber die Tatsache ihrer Wirkun­gen —und kein Vernünftiger wird ihr Dasein leugnen."

Der Mensch braucht Vernunft so notwendig wie At­mung, aber höher als beide steht der Glaube. Gott selbst ist die Vernunft; diesen Satz hat man umgekehrt, indem man sagte, dachte und voraussetzte: die Vernunft — die menschliche — ist Gott.

Borboten der kommenden Herbstmode.

Die werden die neuen Röcke aussehen?

Jetzt schon Herbstmode, wo das Korn auf den Felbern noch nicht geerntet ist! Jawohl, meine Damen, die Herbst- mode wird schon im Sommer, ja vielfach sogar schon im Frühjahr in den Modeateliers „gemach t". Heute sollen Sie nun etwas über die neuen Röcke erfahren, die die Konfektion auf den Markt zu bringen gedenkt, damit die verehrten Damen rechtzeitig im Bilde sind, wenn die Herbst- und Wintereinkäufe getätigt werden, dezw. wenn die nicht minder wichtige Beratungsstunde mit der Haus­schneiderin abgehalten wird.

Vor allem bevorzugen die neuen Herbst- und Winter­röcke, die man zur Bluse unter dem Mantel tragt, die gerade Linie. Mit einer Rocklänge von 80—90 Zenti- meter halten sie etwa das Mittelmaß zwischen der Mode von 1929 und 1930. Sie sind nicht mehr so ganz kurz, wie einst, aber auch nicht mehr so lang, wie die ersten Herbströcke des vergangenen Jahres. Man verwendet zum Ausputz der ganz glatten Röcke vielfach Biesen, Tressen und Litzen, auch Knöpfe in aparten Formen wer- den viel verarbeitet. Sehr beliebt wird auch int kom­menden Herbst und Winter wieder der Faltenrock sein (jedenfalls deshalb, weil man mehr Stoff braucht. D. Schrift!.) und zwar mit Quetsch- und mit Legefalten. Die Falten werden 60—65 Zentimeter lang gesteppt, um etwa 25—30 Zentimeter auszuspringen. Als Neuheit wird auch der W i ck e l r o ck wieder erscheinen, den viele Frauen besonders schätzen, da er sich stets als ein prak­tisches Kleidungsstück erwiesen hat.

Die herbstlichen Modefarben für Röcke werden bas immer beliebte Dunkelblau, Marineblau, Grau unb vor allem auch Braun bevorzugen. Schwarz wirb seltener getragen, bafür hat man in Grün unb in der neuen Modefarbe Korinth Töne, die die für Röcke natürlich etwas beschränkte Farbenskala wesentlich bereichern.

Zur Verarbeitung kommen in erster Linie rein wol­lene Stoffe, die stets tragbaren und vor allem auch stra­pazierfähigen Freskos, weiter gedeckte Schotten in allen Farben unb Mustern, die sportlichen, außerordentlich dankbaren Melangestoffe, weiter Crepe de Caib und alle Kammgarne, die sich für den Alltag besonders gut ver­wenden lassen.

Auch die Strickmode hat sich des Rockes angenommen. Es dürfte allerdings zweifelhaft fein, ob sich bunte Strickröcke einführen werden, die man da und dort in allerdings sehr netten Musterungen unb Farben sieht. Sie sind nicht immer tragbar und für einen täglichen Gebrauch zu empfindlich. Dagegen prophezeit man dem weißen Strickrock auch im Herbst und Winter eine große Zukunft, zumal er in Verbindung mit einem chiken Pul- lower immer abrett aussieht, wenn man ihm die Pflege angedeihen läßt, die er erfordert .

Franziska Strobert.

wie reinigt man ©ummimänfel?

Gummimäntel werden mit verdünntem Salmiakgeist- wasser abgerieben und mit einem Leinentuch getrocknet. Frische Schmutzflecken auf Gummimänteln kann man durch Abwaschen mit warmem Seifenwasser entfer­nen. ____

Auch ermahnte ich sachte und gab auf ganz gescheidte kindliche Fragen ziemlich dummerwachsene Antworten, Trotzdem schienen diese Antworten, die in wenigen Wor­ten bestanden, denn man muh bedenken, daß beim Mor­gengrauen keiner geneigt ist, sich langen Unterhaltungen hinzugeben, das Gemüt der Kleinen befriedigt haben, denn sie sagte mal zu ihrer Mutter hin: „Du, Mutter, die weiß alles". Dabei zeigte sie mit spitzem Finger auf meinen Magen etwa. Das ganze Abteil lachte amüsiert, ich etwas verlegen, die Mutter aber gemäßigt glücklich, weil ich ihr Kind so lange und wie es schien gut de- schästigie.

Im üblichen Wirrwarr des Bahnsteiges der Groß­stadt sah ich bann einen Kopf einer weißhaarigen Dame und einer noch älteren Dienerin, die Mutter unb Kind abholten. Sie waren durch Winken herbeigerufen unb empfingen erst mal die Gepäckstücke, die meine unmoderne Reisegefährtin wie Kostbarkeiten durchs Fenster reichte. Währenddessen unterhielt man sich schon mit der kleinen Enkeltochter.

Als das persönliche Aussteigen und Begrüßen vorüber war, unb ich hinter der beladenen Gesellschaft zögerte, fragte die alte Mutter nach dem Verlauf der Reise. Die Antwort: „die Reise, sehr gut, danke Mutter. Lorchen," — ich vergaß bisher, zu erwähnen, daß die Kleine diesen poetischen Namen hatte, und viele Stunden über war er in allen Variationen durch den engen Raum gekugelt, — also „Lorchen hat sich so brav gehalten. Ich habe mich gar nicht um sie zu kümmern brauchen. Sie ist über­haupt ein artiges Kind."

Das liebe, artige Kind lächelte geschmeichelt unb ver- schmitzt, so viel sah ich noch, als ich an dem Grüppchen vorbei nach dem Knipskontrolleur lief, aber ich weiß ganz genau, baß bei der nächsten Reise das Kind Mutter unb . Abteil vielleicht schon bewußt tyrannisieren wird. ---1

Ja, es gibt bescheidene Mütter -r bescheidene Mütter!!

ringeren Gasverbrauch amortisieren. Nebenbei bemerkt geben auch die meisten Gaswerke diese Apparate in Miete ab, so daß man die Anschaffungskosten, die auf die Miete verrechnet werden, nicht sehr stark spürt.

Auch beim Kochen gibt es manche Erleichterungen, die sich die Hausfrauen zunutze machen sollten. Die modernen Etagenkochtöpfe, die einfach aufein­andergestellt werden, ermöglichen es, mit einer Heiz- guelle ein ganzes Mittagessen zu kochen, während die D a m p f t ö p f e, die es in verschiedenen schon recht brauchbaren Systemen gibt, gestatten, ein Eintopfgericht ober ein ganzes Mittagessen in knapp einer Viertelstunde fix unb fertig zu stellen. Was das für eine Ersparnis an Feuerung, Zeit und Material bedeutet, merkt die Hausfrau erst, wenn sie sich auf die moderne Küche um­gestellt hat. Dabei ist die Qualität unb der Nährwert, der in den mobumen Töpfen gekochten Speisen ein weit höherer, da beim Kochen keines der wichtigsten Bestandteile entweichen kann. Der alte Grundsatz, daß dort, wo es gut riecht, auch gut gekocht wird, hat sich als eine Irrlehre erwiesen. Gerade das Gegenteil ist richtig.

Deshalb, verehrte Hausfrauen, bemühen Sie sich ein wenig um die modernen Errungenschaften der Haus­haltsführung. Sie werden bestimmt in kurzer Zeit mer­ken, welche Erleichterungen sie bedeuten. Man gewinnt dabei viel Zeit für andere Arbeiten und das scheint bei der Hetze und Eile, mit der heute in jedem Haushalt gearbeitet werden muß, durchaus nicht unwesentlich zu sein.

Im Garten wilde, rote Rosen blühen--.

trägt getreu des Andern Last,

In einer goldgetränkten Sternennacht Ist uns der Hochzeitsfackeln Glanz beschieden. Dein Arm ist stark. Dein Herz schlägt treu und fest. In unfern Augen reden Glück unb Sehnen, Weil Eines nimmermehr vom Andern läßt.

Der Traum verrauscht. Das Ende — löschen Tränen.

Emmy Ficus.

Ein Lichtblick.

Bestand und Erschütterung der Aamilie in der Gegenwart.

Die deutsche Akademie für soziale und pädagogische Frauenarbeit hat Untersuchungen angestellt über Bestand und Erschütterung der Familie in der Gegenwart, deren Ergebnisse zunächst in zwei Bänden oorliegen. lieber diese berichtet Oberregierungsrat Else Lüders eingehend im Reichsarbeitsblatt (Nr. 7, Jahrg. 1931, T. II, S. 105—108). Band 1 der Veröffentlichung — „Das Fa-. milienleben der Gegenwart" — gibt die Untersuchungs­ergebnisse von 182 Familien der verschiedensten Schich­ten aus Berlin, Nord- und Mitteldeutschland und Süd­deutschland wieder und stellt als Hauptergebnis das Vorhandensein eines starken Familien­zusammenhalts in fast allen Fällen fest. Es ist erstaunlich, daß selbst in sehr gefährdeten Arbeiterfami­lien Berlins, die durch Wohnungsnot, Erwerbsarbeit der Frau ufw. für den Außenstehenden als dem Zerfall anheimgegeben erscheinen müssen, das wahre Bild we­sentlich günstiger ist, als man gemeinhin annimmt. In vielen Fällen ist es gerade die Not, die die Fa­milie zu einer festen Gemeinschaft zusammen- fchweißt. Den größten Anteil an der Aufgabe und dem Verdienst der Festigung der Familiengemeinschaft haben die Ehefrauen und Mütter, die oft mit beispiel­loser Tapferkeit und bewunderungswertem Verantwor­tungsgefühl auf ihrem Posten stehen.

Welche bedeutsame Ausgabe, von den Kindern aus gesehen, die Mutter in der Familie auch heute noch unb auch in großstädtischen und proletarischen Ver- hältnissen erfüllt, lassen die 1700 Aufsätze erkennen, die das Material des Band 4 der Untersuchungen bilden. In saft allen Auslassungen der Jugendlichen über die Frage „Was bedeutet mir meine Familie?" geht hervor, daß'die Mütter in den meisten Fällen immer noch ihre Aufgabe im positiven Sinn bewältigen und für Mann und Kinder ein Heim schaffen, das ihnen Rückhalt und Kraftquelle bedeutet.

Gegenüber den verallgemeinernden Elends- und Zer­fallsschilderungen über die Familie, wie wir sie seit langem gewohnt sind, bedeuten die Untersuchungen der Frauenakademie einen Lichtblick und es ist zu wünschen, daß immer mehr mit wissenschaftlichen Methoden an einwandfreiem Untersuchungsmaterial klare Erkenntnisse über menschliche Verhältnisse, Gemeinschaftsfomen usw. gewonnen werden, die in Wandlung begriffen sind und über deren Verfassung sich sonst allzuleicht ein summa­risches und unzutreffendes Urteil festsetzt. =S-

Arbeilserleichlenmg für die Hausfrau.

Sie darf es sich nicht zu schwer machen.

Von Renate Bremser-Trier.

Hausfrauen sind meist konservativ unb Neuerungen nicht immer ohne weiteres zugänglich, namentlich bann nicht, wenn sie der älteren Generation angehören. Wie oft muß man bei aufmerksamer Beobachtung in bert ver­schiedensten Haushaltungen feststellen, wie schwer es sich die Hausfrauen mitunter machen, obwohl die gleiche Ar- heit viel bequemer und mit weit weniger Kraftauf­wand erledigt werden könnte.

Vor allem sollte sich die Hausfrau einmal daran ge­wöhnen, mehrzufitzen. Das lange Stehen bet der Hausarbeit verursacht nicht nur Krampfadern, es führt auch zu schweren Schädigungen der Unterleibsorgane. Deshalb immer sitzen bei der Arbeit, wenn es irgend geht. Vielleicht ist es im Anfang etwas ungewohnt, mit der Zeit merkt man aber, wie der Körper durch die vermehr­ten Ruhepausen elastischer und leistungsfähiger wird. Warum soll auch die Hausfrau beim Gemüseputzen, beim

Goldene Nocke des Rembmndldenlschen

Was hak Julius Langbehn der kalholifchen Frau zu sagen?

Ferienzug / veobachkungen von Margaret Hohmann.

Sie wolfte gar nicht mehr haben als die Reife, diese Kleine, weshalb sie überfüttern? — Und nicht nur mit geistigem Ballast wurde das versucht, auch mit Schoko­lade, Obst, mit fiebrigen unb in Pergament gewickelten Bonbons. Diese Mutter hatte das krampfhafte Gefühl, sie müßte ihre kleine Tochter irgendwie unterhalten, ihr

ein Freund des Friedens wie der stillen Sympathie und ich glaube, daß solche Gesinnung Gott wohlgefällig ist. Sagt doch Gott selbst, die wichtigsten welterschütternden Dinge mit so zarter, sanfter Stimme, daß man es kaum vernimmt. Oder vielmehr, genauer gesagt: Durch den Sündenfall ist unser inneres Gehör ein plumpes, ferne­res, stumpfes und blödes geworden, daß wir die durchaus normale Stimme Gottes oft kaum wie einen verwehen­den Hauch noch spüren. Die Engel hören sicherlich das Gras mit großem Geräusch wachsen; es ist eine ganz laute Musik für sie. Wir können kaum dahinkommen, es überhaupt zu hören. Eine Stelle in der Bibel (3 Kön. 19, 11, 12), die ich ganz besonders bewundert habe und die wohl nicht ihresgleichen hat, ist: „Siehe, der Herr geht vorüber und ein großer starker Wind, der Berge umwälzt und Felsen zermalmt, geht vor dem Herrn her __ber Herr aber ist nicht in dem Winbe. Und nach bem Winde ein Erdbeben — der Herr aber ist nicht in dem Erdbeben. Und nach dem Erdbeben Feuer — der Herr aber ist nicht in dem Feuer. Und nach dem Erdbeben sanftes Säuseln ber Luft — und darin war Gott! Kann es etwas Schöneres geben? Was wirklich wie ein Griff ins Herz der Welt ist?

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Abel, wie ich ihn verstehe, ist weife Abstu­fung ber Menschheit, ist Geist der Gefolg- schäft. Diese heißt: Recht um Recht — Teue um Treue — Siebe um Liebe. Gefolgschaft ist verstauben, führt zum Licht. Gefolgschaft steht grundsätzlich auf der gött- lichen Seite. Nichts ist so adelig wie ber Himmel. Gott selbst ist gewiß von Sibel, aber Gott, gottgeformte Men­schen unb gottgetreue Helden sind ja jetzt aus der Mode.

Das Seelenheil schließt den Seelenabel nicht aus, son- bern ein. Auch der wahre Seelenadel ist schlechthin: das Christentum. Denn wahre adelige Herrschaft bedeutet Herrschaft ber Besten. Der beste aller derer, die über die Erbe wanderten, aber ist unbestritten: Christus. Er ist das umfassendste Vorbild. Er begreift in sich den Adel des Blutes und den Adel des Geistes: Er ist Gott, — und König, Adel, Volk in einer Person.

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Wer nicht zu den Heiligen gehört, der muß den Heiligen folgen. Denn die Heiligen, nicht die gewöhnlichen Menschen sind — in den Augen Gottes — die Normalmenschen.

Wo ein Wille ist, da ist ein Weg — zur Seligkeit. — Ja, man kann sagen: Zur Heiligkeit. Wollte und könnte jeder Mensch die Dinge auf sich nehmen, welche die Hei­ligen auf sich nahmen, so könnte aus jedem Menschen ein Heiliger werden. Jedenfalls nehme jeder soviel davon auf sich, wie er kann.

Biele Leute könnten Heilige werden, wenn sie den

auflöste. Dann wurde das Kindchen eingepackt (gute Leute räumten währenddes ihre Sitze), die Lampe wurde gelöscht, und ich betrachtete das bald eingeschlafene süße Kindergesicht, das fo freundlich feine Träume abwickelte, während seine Mutter inzwischen stand oder, da ich ihr versprochen hatte, für die Kleine zu sorgen, sie zu rufen, wenn sie sich bewegte, im Nebenabteil, wohin man sie einlud, Platz nahm. Es machte mir nicht viel aus, daß die Füße ber kleinen Schläferin im Eifer des Schlafes öfters bums gegen die meinen stießen, ich wußte, die arme Mutter hatte Ruhe von selbstgeschaffener Strapaze, die sie nie zugeben würde.

Aber der Morgen kam ftüher als man wollte. Die Leute wachten auf und man hörte verschlafene Reden und das Plärren von Kindern. Unsere Kleine gähnte auch, roeimerte unb wollte was zu essen unb, als die Mutter, von mir geholt, gehorsam (was gibt es für gehorsame Mütter) mit irgend etwas Eßbarem ankam, schlief das kleine Brinkei schon wieder. Ein zufriedenes Lächeln auf bem Antlitz dieser Geduld in Person quittierte dieses weitere Schlafen. Und ich sann während der nächsten Viertelstunde nach, ob es Menschen gäbe, die ohne Galle das Licht dieser vergällten Welt erblicken? Nicht nur ich kochte, auch die übrigen Inwohner des Abteils, soweit ihnen der Morgen schon ins Bewußtsein drang, kochten trotz der Kühle, die unsere durchschlafenen oder durch­wachten Adern überriesette.

Vielleicht hätte man diese sanftmütige Mutter bewun­dern sollen? Ein objektiverer Mensch als ich es bin, hätte am Ende Anerkennung gefunden, aber ich konnte nur immer wieder innerlich die Achseln zucken über diese strapaziöse Art, eine Reise durchzuführen.

Als wir uns dem Ziel endlich näherten, faß mein klei­nes Mädchen gewaschen, frifiert (oh, was hatte das Abteil da alles zu sehen gekriegt), mit Mantel unb Hütchen an­getan, auf dem Tisch am Fenster. Die Mutter packte ihre vielen Sachen, und ich hielt inzwischen den Wirbel fejt