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Anzeiger für die Stadt Fulda und denLandkreis Fulda

Zahrg. 58

Donnerstag, 23. Juli 1931

Nr. 1S7

er-

be-

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abgehaltenen Hauptkonferenz Bericht statten werden.

Zur Abrüstungsfrage.

Der Generalsekretär des Völkerbundes hat

Kommunistische Reichslagsankriige.

VDZ. Berlin, 22. Juli. (Gig. Meld.) Die kommu­nistische Reichstagsfraktion hat mehrere Anträge einge­bracht, in denen die Reichsregierung unter anderem ersucht wird, Personen, die durch Kapitaloerschiebung ins Ausland oder durch betrügerischen oder fahrlässigen Bankrott das wirtschaftliche Elend verschärft hätten, ver­haften zu lassen und sie straf- und vermögensrecht­lich zur Verantwortung zu ziehen. Es werden dabei die Namen La h u f e n und Jakob Goldschmidt genannt. Weiter wird di« Reichsregierung ersucht, einen

Gesetzentwurf vorzulegen, durch den die Kapitalflucht ins Ausland durch Einziehung des gesamten Vermögens der Schuldigen und mit Zuchthaus nicht unter 3 Jahren bestraft werde. Schließlich wird die Regierung aufgefordert, alle kleinen Spargut­haben sicherzustellen, alle stillgelegten Betriebe ohne Rück- icht auf das Privatinteresse' wieder zu öffnen, um Er­werbslose beschäftigen zu können, die Auszahlung der Löhne usw. sicherzustellen und die hierfür erforderlichen Mittel aufzubringen durch entschädigungslose Einziehung aller Vermögen über 500 000 Mk., Heranziehung der übrigen Vermögen über 30 000 Mk. zu einer gestaffelten Vermögenssteuer, Einziehung aller Einkommen, soweit ie 20 000 Mk. jährlich übersteigen und aller P e ns i o - n e n, soweit sie 5000 Mk. jährlich übersteigen.

Konferenz zu begeben, einen außerordentlich ern­ten Eindruck machten; sie sollen wortlos das Lersammlungszimmer betreten haben, wo sich die ranzösische und die deutsche Delegation schon be- anden, die nach Reuter beide gleichfalls in sor­genvoller Stimmung waren. Nach der Ankunft der italienischen und s a p a n i - ch e n Vertreter sind dann die Besprechungen u m

10 Uhr ausgenommen worden.

Am Mittwoch Vormittag.

Das Communigue über die Dormittagssitzung der Sieben-Machte-Konfersnz.

wtb. London, 22. Sttlt. (Eig. Meld.) Die heutigen Besprechungen der sieben Mächte werden um 13 Uhr vertagt. Es wurde über sie folgendes Communique herausgegeben:

Die internationale Konferenz hielt heute um 10 Uhr morgens eine weitere Besprechung im Foreign Office ab, die sich weiter mit den Metho­den befaßte, das Dertrauen in die Stabili­tät der deutschen finanziellen Lage durch eine einvernehmliche internationale Coope­ration auf der Basis des vom Komitee der Finanz- Minister vorgelegten Berichtes wieder herzustellen. Es wurde ein Fortschritt erzielt und gewisse tech­nische Fragen sind den Finanzministern überwiesen worden, welche darüber heute nach­mittag beraten wollen und der morgen vormittag

kanntlich die zur Teilnahme an der allgemeinen Abrüstungskonferenz eingeladenen Staaten aufge­fordert, Angaben über ihren Rüstungs- stand einzureichen, um auf diese Weise die 2Ür- beiten der Abrüstungskonferenz zu erleichtern. Die französische Regierung hatte daraufhin am 15. Juli dem Generalsekretär ein Memorandum über­sandt, worin sie erklärt, bevor sie die erbetenen Angaben liefere, halte sie es für notwendig, „die Prinzipien und die Methoden der französischen Regierung hinsichtlich der Abrüstung" in Erinne­rung zu rufen. Das Memorandum besagt, daß Frankreich eine unbedingte Gleichheit im Rüstungsstande der Nationen nicht anerkennt, und daß es eine Herabsetzung der Rüstungen von weiteren Fortschritten auf dem Ge­biete der Sicherheit abhängig macht.

Die Aufrechterhaltung der einseitigen Entwaff­nungsbestimmungen des Versailler Vertrags wird also conditio sine gua non für alle Verhandlungen über Rüstungsbeschränkungen bezeichnet. Es wird erklärt, daß eine Aufgabe des status guo auf die­sem Gebiete jedem Staat seine Handlungsfreiheit für eine Erhöhung der Rüstungen wiedergebe.

Berlin und die Londoner Entwicklung

Man erwartet die Bildung eines Stillhalte-Konsortiums

Zu dem Telegramm der „Nationalen".

In maßgebenden Berliner Kreisen wird der Schritt einiger Führer der Rechtsopposition, die sich in einem Telegramm an den Reichskanzler nach London gewandt haben, als wenig glücklich betrachtet. Selbst wenn dieses Telegramm als eine Unterstützung der deutschen Delegation gedacht sein sollte, ist es unangebracht, in dieser Form den Anschein zu erwecken, als habe der Reichskanzler jemals Neigung gezeigt, ausländischen Forderungen hinsichtlich „der weiteren Schmälerung der deut­schen Staatshoheit" nachzugeben. Das Gegenteil ist der Fall und die Bedrohung mit den „gefähr­lichsten Gedankengängen" bei der deutschen Jugend scheint ebenso wenig geeignet, die sachliche und ihrer Aufgaben bewußte Haltung der deutschen Dele­gation gegenüber dem Ausland zu erleichtern.

In einem großen Teil der Presse wird mit Recht das Vorgehen der Nationalsozialisten als Tor­heit gekennzeichnet. Aber es hat ja keinen Zweck, diese Betrachtungen anzustellen. Den Leuten um Hitler-Hugenberg ist nicht zu helfen. Sonst hätten sie aus den schweren Leidensjahren von 1914—1918 und aus dem Jahr 1923 das Nötige gelernt. Sie werden auch durch die Erfahrungen des Jahres 1931 nicht klug wer­den. _______

In Berlin tagen die dort zurückgebliebenen Mitglieder des Kabinetts und suchen durch weitere Notverordnungen die täglichen Gefahren zu bannen. Eine besonders dringliche Frage bildet die wei­tere Gestaltung des Zahlungsverkehrs 6 e i 'ben Bankett und Sparkassen. Die gegenwärtig geltenden Bestimmungen sind bekannt­lich bis Donnerstag befristet, sodaß also vor Freitag entschieden werden muß, ob sie weiter in Kraft bleiben sollen oder ob eine weitere Auflockerung des Zahlungsverkehrs schon jetzt möglich ist. Es werden zurzeit bei den Banken und Sparkassen Erkundigungen darüber eingezogen, wie sich der Abhebungsverkehr in den letzten Tagen entwickelt hat. Auf Grund dieser Berichte wird das Kabinett dann seine Entscheidung fällen .

Natürlich beschäftigt sich das Reichskabinett auch dauernd mit der Lage auf der Londoner Konferenz. Die Nachrichten sind allerdings weiter recht spärlich, und die amtlichen Stellen .üben deshalb ver st än bliche Zurückhal­tung. Nach Berliner Auffassung stehen im Mit­telpunkt jetzt die Bemühungen, ein Sillhalte- Konsortlum zu bilden, das einen weiteren Devisenabzug bei der Reichsbank verhindern soll. Wie das Konsortium aber int einzelnen gedacht ist, nach welchem Modus es arbeiten soll, darüber 'Regen noch keine näheren Mitteilungen vor.

Im ganzen beurteilt man die Aussichten von London skeptischer als bisher. Man Hat den Eindruck, daß die Verhandlungen sich meh r in dre Länge ziehen, als angesichts der gespannten Finanzlage wünschens- w ert ist.

Zu der französischen Denkschrift über die Ab­rüstungsfrage sagt die Londoner „Daily He­rold", sie deute an. daß Frankreich sich a u f seine eigene Sicherheit und die seiner „schwä- ch e r e n" Alliierten berufen werde, um Rüstungen im Namen „gemeinsamer Aktion" für den Fall eines Argriffes zu rechtfertigen. Die Denkschrift zeige, daß Frankreich entschlossen sei, die deutschen Rüstungen möglichst niedrig zu halten und seine eigenen Rü­stungen auf «inen hohen Stand zu brin­gen. ______________

Die Deutsch-Ritter im Vurzenland.

Von Emil Neugeboren - Hermannstadt.

Preußen kann in diesem Jahre das 700jährige Jubiläum seiner Begründung durch den Deutschen Ritterorden feiern. 1231 begann die Festsetzung des Ordens im Culmer Lande zwischen Weichsel, Drewenz und Ossa. In jahrzehntelangem Kampf mit den heidnischen Preußen gründete er dort sein Ordensland, das die Keimzelle des heutigen Preu­ßens und damit des Deutschen Reiches geworden ist. Dieser großen geschichtlichen Tat widmet jetzt die deutsche Presse Gedenkartikel, und in den Ju­belchor mischt sich die bescheidene Stimme der Deut­schen in Siebenbürgen. Eigentlich ist es eher ein Wort des Bedauerns, daß der Deutsche Ritterorden an die Weichsel gegangen ist, anstatt dort zu bleiben, wo er unmittelbar vor diesem Ge­denkjahr gewesen ist: im Vurzenland. Was soll das heißen? und was ist das „Burzenland"? Das Vurzenland — es wird sehr häufig mit dem Bur­genland verwechselt, diesem ehemals westungari­schen Gebiet, das nach dem Kriege Oesterreich an­geschlossen wurde — ist der südöstlichste Winkel Siebenbürgerns und heute der Verwaltung s- bezirkumKronstadt; es wird zum Teil von Deutschen bewohnt, zwischen denen sich im Laitte der Jahrhunderte Rumänien und Ungarn angesie­delt haben. Dort, in diesem Burzenland«, in der „terra borza" der alten Urkunden, benannt nach einem Namen aus einer verschollenen, slawischen Sprache, haben die Deutsch-Ritter gewaltet, bevor sie nach dem Norden gingen» um einer weltge­schichtlichen Berufung zu folgen. Die Tatkraft und das diplomatische Geschick desselben Ordensgroß­meisters He r m a n n von Salza, der die Nie­derlassung des Ordens in Preußen durchführte, ha­ben auch die kurze Geschichte des Ritterordens im Burzenlande bestimmt.

Im Jahre 1211 berief König Andreas H. von Ungarn, der die Rechte der 50 Jahr« früher nach Siebenbürgen eingewanderten deutschen Ansiedler von neuem bestätigte, die Deutsch-Ritter in jenes noch nicht kolonisierte Gebiet am Flusse Alt und seinem Nebenfluß, dem Burzenbach. Dieser Land­strich wurde dem Orden unter ganz ähnlichen Be­dingungen wie nachher das Culmer Land zum Lehen gegeben. Der Orden stand unmittelbar un­ter der Gerichtsbarkeit des Königs von Ungarn, genoß völlige Steuerfreiheit, unterlag nicht der sehr drückenden Bewirtungspflicht zu Gunsten des Woiwoden von Siebenbürgen, hatte Anspruch auf die Hälft« des auf seinem Gebiete gefundenen Edelmetalls und erhielt das Recht, zum Schutze des Landes gegen das benachbarte wilde heidnische Volk der Kumanen hölzerne Bollwerke zu errich­ten. Die Ritter zogen sofort deutscheAnsied- l e r, Bauern und wahrscheinlich auch Handwerker, auf ihr Gebiet; es wird auf Grund der Mund­artforschung angenommen, daß sie ebenso wie die übrigen deutschen Ansiedler Siebenbürgens aus dem Rheinland kamen. Der Orden erlangte schon in den nächsten Jahren weitere Zugeständ­nisse des Königs, insbesondere steuerlicher Natur, und die Unabhängigkeit vom Bischof in Sieben­bürgen in kirchlicher Beziehung, überschritt aber auch sehr bald seine Befugnisse, indem er neue Gebiete nach dem heutigen Altrumänien hin er­oberte, gemauerte Burgen baute und eigenes Geld prägte. Von fünf dieser Burgen kennt man heute Ruinen oder wenigstens den Standort; unter ihnen befand sich als Vorort ebenso eine Marienburg, wie sie später in Ostpreußen den Mittelpunkt des Ordenslandes bildete. Diese Uebergriffe führten dazu, daß König Andreas schon im Jahre 1221 seine Schenkung an den Orden widerrief und ihn aufforberte, bas Land zu verlassen. Hermann von Salza wußte den Papst Honorius HI. zur Ver­mittlung zu bewegen, und es kam nicht nur zu einer Aussöhnung mit dem König, sondern sogar zu einer Erweiterung der Rechte des Ordens. Doch war dieser Friede nicht von Dauer, da die beider­seitigen Interessen zu weit auseinander gingen. Das Unabhängigkeitsstreben des Ordens ließ sich auf die Dauer mit der Souveränität Ungarns nicht vereinigen, und da Gefahr bestand, daß der Kö­nig, vom ungarischen Adel beeinflußt, die Schen­kung doch endgültig zurücknehmen werde, trachtete Hermann von Salza dem zuvorzukommen, indem er das Burzenland unter die päpstliche Oberhoheit stellte. Damit aber war auch das Ende des jun­gen Ordensstaates gekommen. Mit ungewohnter Entschiedenheit wahrte Andreas H. fein Recht und vertrieb im Jahre 1225 mit überlegener Heeres- macht den Orden. Dabei wurden jedoch die deut­schen Ansiedler in ihren Wohnsitzen belassen, wo ihre Nachfahren dis auf den heutigen Tag in der Stadt Kronstadt und mehreren wohlhabenden und hochkultivierten Dörfern leben.

Weitschauend hatte Hermann von Salza schon nach dem ersten Zerwürfnis mit dem ungarischen König mit Konrad von Mosooien wegen der Nie­derlassung des Ordens an der Weichsel Verhand­lungen geführt. Diese kamen in den nächsten Jah­ren zum Abschluß, und im Jahre nach der Ver­treibung aus Siebenbürgen erhielt der Orden die kaiserliche Bulle, die ihn mit dem Culmer Lande belehnte. Der Aufstieg des Ordens nach dem kur­zen Vorspiel am Karpathenwall begann.

Der von Amerika in London vorgelegte Plan zur Unterstützung Deutschlands gipfelte in dem Vorschlag, von der BIZ. sollte ein Komitee ernannt werden, oder es sollte ein Komitee auf irgendeine andere angemessene Methode geschaf­fen werden, um ein Zusammenwirken in betreff der folgenden Frage zu gewährleisten:

1. im Einvernehmen mit den Bankinteressen in den verschiedenen Ländern Vorsorge zu treffen für die Wiedererneueruna des gegenwärtigen Be­standes der laufenden kurzfristigen Kredite; _

2. über die unmittelbaren wetteren Kredttbe- dürfniste Deutschlands eine Untersuchung anzu- stellen: .

3. über die Entwicklung von Plänen wahrend des Verlaufes der nächsten sechs oder acht Monate für eins teilweise Umwandlung der kurz­fristigen Kredite in langfristige Kredite zu beraten

Zu diesem neuen Hoover-Plan gab das Wa­shingtoner Staatsdepartement folgende Erläute­rungen: Durch die Befreiung von den Repara­tionszahlungen für die Dauer eines Jahres ist Deutschland eine erhebliche Hilfe gewährt worden. Diese Reparationszahlungen belaufen sich auf 400 Millionen Dollar. Die Handelsbilanz Deutschlands ist günstig. Die Flucht aus der Mark ist aufgehalten und die innere Bankenlage ist durch die mutige Aktion der Deutschen Regie­rung in Ordnung gebracht. Zunächst muß nun die Aufrechterhaltung des Umfanges der kurzfristigen Kredite gesichert werden, die sich noch jetzt in den Händen von ausländischen Banken und Organisationen befinden, und deren Betrag auf 1200 000 000 Dollar geschätzt wird. Cs handelt sich hauptsächlich um gewöhnte Handelswechsel, die durch viele deutsche Depositen und Kredite gedeckt sind. Selbstver- ftändlich ist dies und kann dies nur eine rohe Schätzung sein. Der Vorschlag des Präsidenten besteht ganz einfach darin, daß die Bankiers und die Bankhäuser in allen Ländern darin ein lieber« einkommen treffen, wonach der gegenwärtige Kre­

Die Ankunfi auf dem Victoria-Bahnhof in London.

Don links nach rechts: Der englische Außenminister Henderson, der italienische Außenminister Grandi, Außenminister Dr. Curtius, Reichskanzler Dr- Brüning, der englische Premierminister Macdonald, der französisch« Außenminister Briand, der französische Ministerpräsident Laval.

ditumsang in jedem Lande aufrechterhalten wwd, und daß die Deutsche Regierung durch die Reichs­bank und auf andere Weise eine strikte und voll­ständige Kontrolle über den Devisenmarkt aus- übt, so daß fein Abfluß stattfindet, und daß die Aufrechterhaltung des Geiamtkreditbetrages er­reicht wird. Ein solches System des Zustimmen­wirkens, das durch die Aktion der Deutschen Re­gierung ergänzt wird, wird den auf Deutschland -von außerhalb ausgeübten Druck beseitigen und durch die Wiederherstellung des Vertrauens Deutschland in den Stand setzen, in dem normalen Geschäftsverkehr diejenigen Zusatzkredite stcherzu- stellen, die nötig sind. Dieser Vorschlag hat Nicht den Charakter eines Moratoriums, sondern bedeu­tet nur die Aufrechterhaltung des gro­ßen Kreditumfangs, der m bezug au, Deutschland gegenwärtig besteht. Der Vorschlag gestattet der Welt, durch die Sicherstellung einer Stabilität in der deutschen Kreditstruktur ZU einem normalen Geschäftsgang zurückzukehren.

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Die Besprechungen am Dienstag nachmittag -wischen Macdonald. Henderson, Reichskanzler Brünina und den F-namministern haben den -gan­zen Nachmittag gedauert. Um 21 Uhr fand die Konferenz ihr Ende. Wie verlautet, wurde be- fchlofssn, der am M i 11 w o ch stattfindenden Voll­sitzung mehrere VorMäae Z» unterbreiten über die verhandelt worden ist. Macdonald, der der Konferenz bis zu Ende beigewohnt batte bega.i sich sofort Zu dem von ihm Ehren der franzö­sischen Minister veranstalteten Essen.

cnb. London, 22. 7. (Eig- Meld.) Im Finanz­teil der Londoner Mormng-Post heißt es. -5n der City herrschte gestern wenig Vertrauen da- rauf daß auf der 7-Mächte-Konferenz ein Wan ausgestellt werden wird, der für die deutsche Krise eine angemessene Erleichterung bnn- gen werde. Auf jeden Falk aber war man der Ansicht, daß zum mindesten ein größeres Maß internationaler Zusammenar­beit zustande kommen werde.

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wtb. Paris, 22. Juli. (Eig. Meld.). Der Außen­politiker des Matin schreibt in emem Artikel über die Aussicht der Londoner Konferenz, die Konferenz werde heute sicher Entschließungen sas- fen, die geeignet seien, eine fühlbare Besse- rang der Wirtschaftslage Deutschlands vorzubereiten. Dagegen erklärt Petit Pari- sien, daß sich immer noch ernste Hindernisse einer allgemeinen Verständigung entgegenstel en. Echo de Paris spricht von einer Erdrosselung der s r a n z ö s i s ch d e u t s ch e n Konferenz durch H e n- derson und Stimson. Jetzt werde die fran­zösische Regierung aber kaum noch Einwendungen erheben, da die inDeutschland an.« eTegt en französischen kurzfristigen Kap11allen nicht sehr bedeutend waren; wahrschein­lich seien die Londoner Verhandlungen nur das Vorspiel zu weiteren. Nach Havas rechnet man bereits für Donnerstag mit der Abreise der Delegationen. Macdonald und Henderson werden die deutsche Delegation nach Berlin b e g t e ft e n und dort das Wochenend« verbrittgen.

Ernste Gesichter.

wtb. London, 22. Juli. (Eig. Meld.) Wie Reu­ter aus gut unterrichteten Kreisen erfahrt, rechne, man damit, daß Macdonald heute einen letzten Versuch machen wird, um die Kon­ferenz zu einem glücklichen End« zu bringen. Es ist allgemein äufgefallen, daß Macdonald und der Amerikaner Stimson, als sie heute morgen Downing Street verlassen haben, um sich zu der

— Sin neues chilenisches Kabinett gebildet. Aus Santiago de Chile wird gemeldet: Der Präsident der Zentralbank von Chile, Francisco Garces, hat die neue Regierung gebildet und den Vorsitz im Kabinett übernommen. Die vorhergehende Regierung mar nur eine Woche im Amt.

Erscheint sechsmal wöchentlich. Wochenbeilagen: „Die Welt im Bild" und „Buchenblätter". Rotationsdruck und Verlag der Fuldaer Äctiendruckerei in Fulda Fernrufe: Schrift- ::: leitung 3153, Fuldaer Äctiendruckerei 3151 und 3152. :::

FuldaerZeitung

Anrainer für die Stabt Fulda und denLandkreis Fulda. Amtliches Kreisblatt.

wie Sfimfon die deutsche tage umschreibt:

„Gs genüge nicht ein durchlöchertes Gefäh mit Hilfe der Kredit-Konsolidierung abzudichten, sondern es müsse auch mit neuern Gelds gefüllt werden.- — 3» dieser Richtung noch keine praktische Anregung in London.

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