Sonntag, 19. Juli 1931
Mrg. 58
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einzige Rettung unseres Vaterlandes durch die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei.
mfb. Conbon, 18. Juli. (Eig. Meld.) „Amerikas Nein zu den französischen Forderungen" ist die Hauptüberschrift der Hauptseite der heutigen Ausgabe der „Daily Herald". In Fettdruck heißt es
Als Antwort auf den bekannten Aufruf der sozialdemokratischen Partei veröffentlichen die Jn-
Man halte diese Aeußerungen nacheinander. Vernünftige Leute werden sich dann nicht im Unklaren sein, w o die Hoffnung auf Rettung liegt.
dustrieverbände einen Aufruf, in dem mit aller Entschiedenheit zurückgewiesen wird, daß ei n - zelne von der Industrie selbst aufs schärfste verurteilte Auswüchse privatkapitalistischer Betätigung aus durchsichtigen Gründen verallgemeinert und der Gesamtwirtschaft zur Last gelegt werden. Der Aufruf wendet sich gegen die Behauptung, daß das Privatunternehmertum nach Rettung durch den Staat seht nach der Hilfe des Auslandes rufe und betont, daß nur der entschlossene, von staatssozialistischen Hemmnissen befreite Einsatz der eigenen Kraftreserven die Wirtschaft aus der Not der Gegenwart herausführen könne. Nicht ein Kampf aller gegen alle, sondern ein Kampf aller für alle sei dringendes Gebot der Stunde.
In dem Sinne dieses Aufrufs zum Zusammenstehen werden hoffentlich die Patrone des Radikalismus im deutschen Unternehmertum, wie z. B, die jetzt verhafteten La h u s e n es waren, alsbald von der Bühn« abtreten.
Aus Bremen wird gemeldet: Nachdem mit größter Beschleunigung die durchgeführten Ermittlungen des Untersuchungsrichters in Sachen Cahu- fen nunmehr zu dem Ergebnis geführt haben, daß dringender Tatverdacht besteht, daß nicht nur, wie bisher angenommen. Vergehen gegen die Bestimmungen des Handelsgesetzbuches, sondern darüber hinaus Konkursverbrechen und Betrug durch Führung von Geheim- ko n k e n. falschen Buchungen und insbesondere Einstellung fingierter Forderungen in Frage komme, ist am Freitagnachmitkag auf Antrag der Staatsanwaltschaft der Haftbefehl gegen die Angeschuldigten Karl und Heinz Cahu- sen erlassen und vollstreckt worden, weil nunmehr Fluchtverdacht gesetzlich begründet ist-
Nach einem Besuch beim Reichspräsidenten v. Hindenburg ist Reichskanzler Dr. Brüning am Freitag abend gegen 10 Uhr zusammen mit Reichsaußenminister Dr. Eurtius mit dem fahrplanmäßigen Nordexpreß nach Paris abgefahren. Auf dem Bahnhof Friedrichstraße hatten sich außer einer großen Menschenmenge der französische Botschafter de Margerie, der englische Botschafter Horace Rumbold mit dem Botschaftsrat Hewton, ferner Staatssekretär Dr. Pünder und eine Reihe von Herren des Auswärtigen Amtes zur Verabschiedung eingefunden. Während der Reichskanzler und der Reichsaußenminister für einige Augenblicke den Photographen und Filmoperateuren zur Verfügung standen, wurden ihnen aus der Menge herzliche Wünsche zugerufen.
Verhaftung von Karl und Heinz tahusen.
Die Verantwortlichen für den „Nordwolle"-Ausamrnenbruch, der ein Hauptstück in der Gefährdung der deutschen Wirtschaft war, fallen zur Rechenschaft gezogen werden. — Verdacht des floti* kurs-Verbrechens.
In einem n a t i o nia l s ozi a l ist i s ch e n
Blatt lesen wir heute:
Und sollte durch eine neue sinnlose Borgwirtschaft der Brüningsche Irrwahn doch noch einmal fortgesetzt werden, am Ende steht immer nur die
Der Pariser Besuch und die Londoner Konferenz.
Drei neue Notverordnungen: Kapitalflucht, Vankverkehr und presse. — 100 Mark Grenzgebühr Notgerneinschaft aller deutschen Geldinstitute.
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Reichskanzler Dr. Brüning übergab dem Chefredakteur des WTB. kurz vor seiner Abreise nach Paris folgnde Erklärung:
Nachdem die Reichsregierung die notwendigen Maßnahmen getroffen hat, um den Gefahren zu begegnen, die aus den schweren Erschütterungen des deutschen Geld- und Kredit s y st e m s drohen, ist mir nun die Möglichkeit gegeben, den von mir schon in meiner letzten Rund- sunkrede zum Ausdruck gebrachten Wunsch nach einem persönlichen Meinungsaus tausch mit den französischen Staat s- männern zur Durchführung zu bringen. Der Reichsaußenminister und ich fahren nach Paris mit dem festen Willen, in einen offenen gegenseitigen Meinungsaustausch einzutreten, dessen Ergebnis, wie ich hoffe, den Weg für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit freimachen wird. Die bevorstehende Aussprache kann umso fruchtbarer sein, als wir gleichzeitig Gelegenheit haben werden, auch mit dem englischen Außenminister und dem amerikanischen Staatssekretär zusammenzukommen. Von Paris werden wir aus eine Einladung der englischen Regierung nach London weiterfahren, um den begonnenen Gedankenaustausch dort fortzusetzen. Ich hoffe, daß diese persönlichen Fühlungnahmen zur Klärung der Lage beitragen und einen sichtbaren Beweis internationaler Solidarität geben werden.
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Reichskanzler Dr. Brüning und Reichsaußenminister Dr. Curtixis werden, wie H a v a s aus Paris mitteilt, am Samstag um 16 Uhr von Ministerpräsident Laval und den Ministern seines Kabinetts empfangen werden. Die für Sonntag vorgesehenen Verhandlungen würden einen mehr allgemeinen Charakter tragen, da außer den Leutschen und französischen Ministern auch der amerikanische, englische und italienische Außenminister aufgefordert wenden, an diesen teilzunehmen. Diese Verhandlungen würden wahrscheinlich nicht über den Montag früh hinaus dauern, da die englische Regierung für Montag abend i n London eine Konferenz der Regierungen zur Prüfung der durch die deutsche Krise entstandenen Lage einberufen hat. Aber es verstehe sich von selbst, daß diese Londoner Konferenz nur Zweck haben könne, wenn eine vorläufige grundsätzliche Einigung zwischen den deutschen und den französischen Ministern über die Bedingungen der französischen Mitwirkungen zur finanziellen Wiederaufrichtung Deutschlands erreicht worden sei.
Wie wir hierzu feststellen können, ist die Aussprache des Reichskanzlers und des Reichsaußenministers mit den französischen Staatsmännern bereits im Zusammenhang mit der Annahme der Einladung nach Cheguers beschlossen und in der Rundfunkrede des Reichskanzlers vom 23. Juni angekündigt worden, in der er das Bestreben nach einer Ueberwindung der Schwierigkeiten zwischen Deutschland und Frankreich und die Notwendigkeit der gemeinsamen seelischen Ueberwindung des Vergangenen betont hat. In diesem Sinn ist der Besuch der deutschen Minister gedacht und es ist beabsichtigt, dabei ebenso, wie das in Cheguers geschehen ist, einen gegenseitigen vertrauensvollen Meinungsaustausch zu führen. Es ist selbstverständlich, daß in diesem Zusammenhang auch Probleme berührt werden, die nachher den Gegenstand der Londoner Konferenz bilden werben. Aber eine Vorwegnahme der Beratungsgegenstände der Londoner Konferenz kann natürlich nicht in Frage kommen.
Schacht für Brüning.
In einer Unterredung mit der Deutschen Allgemeinen Zeitung hat der srühere Reichsbankpräsident Dr. Schacht bestätigt, daß ihm niemals das Amt eines Währungs- oder Devisenkommissars ange- boten worden sei. Er habe auf Wunsch des Reichskanzlers nur zweimal an einer Aussprache wegen der Notverordnung über die Garantie für die Da- natbank teilgenommen. Er beschäftigte sich im übrigen nur mit landwirtschaftlichen Aufgaben. Schacht ftgte noch hinzu, vor dem Perantwortlich- keitsgefühl und der ernsten Sachlichkeit des Reichskanzlers hege er die größte Achtung,
Eine Stellungnahme zu einer Entgegnung in der gleichen Nummer ist unzulässig.
§ 2.
Druckschriften, durch deren Inhalt die öffentliche Sicherheit und Ordnung gefährdet wird, können polizeilich beschlagnahmt und eingezogen werden.
Periodische Druckschriften können verboten werden:
1. Wenn der Vorschrift des § 1 zuwidergehandelt wird oder
2. wenn durch ihren Inhalt die öffentliche Sicherheit und Ordnung gefährdet wird.
Die Vorschriften des § 12 Abs. 2, 3, § 13, § 15 Abs. 1 der Verordnung zur Bekämpsung politischer Ausschreitungen vom 28. März 1931 (R. G. Dl. S. 79) gelten entsprechend.
8 3.
Diese Verordnung tritt mit dem Tage ihrer Verkündung in Kraft.
Berlin, den 17. Juli 1931.
Der Reichspräsident: von Hindenburg. Der Reichskanzler: Dr. Brüning.
Wie zu der II. Notverordnung zur Bekämpfung politischer Ausschreitungen gemeldet wird, handelt es sich bei diesen durch die Verschärfung und Uebertreibung des politischen Kampfes bedingten und aus der Schwere der Zeit notwendig gewordenen Bestimmungen um gesetzliche Vorschriften, wie sie a u ch i m A u s l a n d e, z. B in Frankreich, wiederholt erlassen worden sind und hier nichts Außergewöhnliches barst e l l t e n. § 2 der Verordnung richtet sich lediglich gegen radikale Organe, und in Kreisen der Reichsregierung kommt das ehrliche Bedauern zum Ausdruck, baß die ungewöhnlichen Vorgänge der letzten Zeit' zu derartigen gesetzgeberischen Maßnahmen zwangen. Es besteht allgemein die Host- nurtg, daß es sich nur um eine vorübergehende Maßnahme handelt und daß mit der Beruhigung des öffentlichen Lebens auch die Anwendung der Notverordnung überflüssig wird.
Es wird weiter darauf hingewiesen, baf) gerade aus der Notverordnung die überrag- . genbe Bedeutung der Presse gegenüber anderen Publikationsmöglichkeiten, wie etwa der Rundfunk, im besonderem Maße zum Ausdruck kommt. Es besteht bei allen beteiligten Stellen der Wunsch, daß die Verordnung durchaus in persönlichem Sinne unter Vermeidung jeglicher Schärfe durchgeführt wird.
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wtb. Berlin, 18. Juli. «Eig. Meld.) Die gesamten Kreditinstitute öffentlich- rechtlrche Banken und Bankinstitute, Sparkassen, Großbanken haben sich heute zu einer Gemeinschaft zusammengeschlossen mit dem Zweck, dem Schwierigkeiten im Kredit verkehr, wie sie in den letzten Tagen in Erscheinung getreten sind, vorzubeugen.
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wtb. Berlin, 18. Juli. (Eig. Meld.) Das Reichskabluett verabschiedete heute auf Grund der gester nabend bereits grundsätzlich gefaßten Beschlüsse unter dem Borsitz des Vizekanzlers Dietrich die Entwürfe einer Notv erordnung über die Kapital- und Steuerflucht, deren Dollziehung durch den Herrn Reichspräsidenten noch heute zu erwarten steht. Ferner verabschiedete das Reichskabinett den Entwurf einer weiteren Notverordnung über die Wiederaufnahme des Zahlungsverkehrs nach den Bantfeiertagen. Die Texte der Verordnungen werden noch heute bekanntgegeben.
Notverordnung gegen die Kapitalflucht.
CNB. Berlin, 18. Juli. (Eig. Meldg.). Das Kabinett ist heute zusammengetreten, um sich er- neut mit den noch aus stehenden Notverordnungen, insbesondere den Maßnahmen gegen die Kapitalflucht zu befassen. Namentlich die letzte Verordnung erfordert we g e n i h r e r ungeheuren Bedeutung an Tragweite sowie wegen ihrer Kompliziertheit eine besonders eingehende Prüfung. Wie wir von berufener Seite hören, erwartet man die Veröffentlichung her Nm» Verordnung im Laufe des heutigen Nachmittags. Eine von Minister Treviranus angekündigte Erhebung von 100 Mk. Paßge - bühr beim Ueberschreiten der deutschen Grenze tritt, wie mir hören, erst am Dienstag in Kraft und findet gegenüber anderslautenden Meldungen auch auf Oesterreich Anwendung. Die Gebühr gilt jedoch nur für Inländer. *
ENB Berlin, 18. Juli. (Eig. Meldg.). Im Reichsinnenministerium sind heute die Leiter der einzelnen Ressorts und Vertreter Preußens zu einer Sitzung zusammengetreten, um die Ausführungsbestimmungen zu der Notverordnung gegen Auswüchse der Presse festzulegen. Im Reichsinnenministerium wird ferner ein Rundschreiben an die Länder vorbereitet, in dem es heißt, daß die verantwortungsbewußte, fachliche Kritik in anständiger Form weder erschwert noch verhindert werden solle. Zuständig für die Entscheidungen auf Grund der Notverordnung gegen Auswüchse der Presse sind die obersten Reichs- und Landesbehörden, in Preußen also die Oberpräsidenten, der Polizeipräsident von Berlin und der Regierungpräsident von Sigmaringen.
wtb. Conbon, 18. Juli. (Eig. Meld.) „Daily Herald" glaubt ankündigen zu können, daß im nächsten Monat aus Einladung der dri-
Wenn die Herren Hugenberg und Hitler sich in Briefen und Interviews an unsere Kriegsgegner und Reparationsgläubiger wenden, ohne vor weitgehenden „Erfüllungs"-Offerten zurückzuschrecken, so ist das bekanntlich ganz in der.Ordnung. Wenn aber der Reichskanzler Dr. Brüning und der Außenminister sich auf englische Einladung über Paris nach London begeben, jo schreit ihre Presse Alarm. Uns läßt dieses Geschrei natürlich sehr kühl, da mir missen, daß die nationalen Lebensinteressen Deutschlands, die mit schallenden Phrasen nicht identisch sind, bei Brüning besser aufgehoben sind als bei der Kompanie Hugenberg-Hitler. Wenn man freilich in den Blättern liest, mit welcher Inbrunst die deutsche Krise als die endliche Erfüllung von Prophezeiungen und Hoffnungen der patent- nationalen Katastrophenpolitiker förmlich b e - grüßt wird (so durch Hugenberg höchstpersönlich in seinem Tag), dann mag man es verstehen, warum sie so aufgeregt gackern, weil sie nämlich von Brünings Anstrengungen um die Uebermin« düng der Krise ein Wegschwimmen ihrer Felle befürchten. Herr Hugenberg tut natürlich so, als ob es sich bei dieser Krisel ediglich um eine Reparationskrise und damit zugleich um eine Krise des Regierens nach anderen als Hugenbergschen Rezepten handele- Er steht der Privatwirtschaft doch wohl ganz nahe genug, um zu wissen, daß bei der gefahrvollen Zuspitzung der Krise die privat- wirtschaftliche Kreditaufblähung an anderen ungesunde Erscheinungen, gelinde gesagt, e in e außer- ordentlichernste Rolle gespielt haben! Oder weiß er z. B. nichts von „Nordwolle", von den Kreisen um Lahusen, die politisch übrigens seit langem nach rechts, zum Experiment der Koalition mit Hugenberg-Hitler, gedrängt haben?
Amerikas Teilnahme.
wtb. Conbon, 18. Juli. (Eig. Meld.) Der $ßa- ihincstoner Korrespondent der „Times" meldet: Die Aufregung über den Entschluß Amerikas, an der Londoner Konferenz teilzunehmen,, ist ebenso so groß wie die, die durch die Hoover-Vorschläge entstanden. Die amerikanische Regierung ist sich vollkommen darüber im Klaren, daß in dem Versuch, einen dauerhaften Ausweg aus der Notlage zu finden, weitergehende Fragen, u. a solche polirischer und wirtschaftlicher Natur mit Bestimmtheit angeschnitten werden müssen. Die Regierung ist der Ansicht, daß, wenn die Fragen der deutschen Rüstungen im Zusammenhang mit irgendeinem Plane internationaler Hilfe gebracht werben sollten, es möglich wäre, der Gefahr einer deutschen Verstimmung dadurch zu begegnen, daß man gleichzeitig zu einer Art vorläufigen Abkommens dahin gelangt, daß auch d i e anderen Mächte sich bereit erklären, ihre Rüstungen herabzumindern. Der Korrespondent bemerkt weiter, daß man die französischen Vorschläge lediglich als Versuchsballon betrachte und sie nicht sehr ernst nehme. Im übrigen sei die Regierung gegen den Versuch, von Deutschland erniedrigende Konzessionen herauszudrücken, selbst schon wegen der politischen Rückwirkungen, die darauf in Deutschland eintreten könnten.
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weiter:. Die Vereinigten Staaten und Groß-Britannien werden zu den drohenden Forderungen Frankreichs Nein sagen. Dies ist der springende Punkt in den heute beginnenden Pariser Verhandlungen. Macdonald hat eine Sondersitzung des Kabinetts auf Montag vormittag anberaumt, und man erwartet, daß Henderson rechtzeitig in London eintreffen wird, um noch mit Macdonald und seinen unmittelbaren Kollegen zu sprechen. Gestern nachmittag haben Besprechungen zwischen Vertretern der Regierung und denen der Opposition statt- gesunden, aus deren Ergebnis eine britische Einheitsfront für die Hauptprobleme geschaffen worden ist. In einem Leitartikel gibt „Daily Herald" der Hoffnung Ausdruck, daß man Deutschland in Paris nicht Forderungen stellen werde, die keine Nation mit Selbstachtung zugestehen könnte. „Englische Bürger aller Schattierungen", so heißt es im Fettdruck, „werden sich gegen jeden Versuch wenden. Deutschland in wirtschaftliche Knechtschaft zu st o - ß e n." Derartige Versuche würden alle Hoffnung, internationalen Wohlstand wieder herzustellen, zunichte machen.
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wtb. Boris, 18. Juli. (Eig. Meld.). Der amerikanische Schatzamtssekretär Mellon hat Kap Feg- gat gestern nachmittag verlassen, um sich zur Teilnahme an der Viermächte-Konferenz nach Paris zu begeben.
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wtb. Paris, 18. Juli. (Eig Meldg.). Zur Reife des Reichskanzlers schreibt der Außenmitarbeiter des „Mat in": Reichskanzler Brüning wird in Paris mit der Ehrerbietung empfangen werden, wie es seine Persönlichkeit, sein Charakter und seine Ehrenhaftigkeit verdienen. „Petit Journal" schreibt: Es handelt sich darum, eine Atmosphäre zu schaffen, in der nicht nur Deutschland und Frankreich, son- Üern ganzEuropa atmen können, zum wenigsten aber muß man wünschen, daß der französische Plan biegsam genug ist, damit er eine Ber- ständigungsgrundlage abgeben kann. In der „Re- publique" schreibt der radikale Abgeordnete Cot: Dr. Brüning hat neue Beweise für seine Fähigkeit und seine Festigkeit gegeben. Er ist ein großer Staatsmann. Auf das Interesse seines Landes bedacht, verbindet er mit patriotischem Gefühl auch ein klares Erkenntnis für die internationalen Realitäten. Ministerpräsident Laval spielt eine entscheidende Partie. Cot hält finanzielle Garantien nicht für unbillig, warnt aber davor, von Deutschland etwas zu verlangen, was als Beeinträchtigung feiner Souveränität erscheinen könnte.
Notverordnung über die Presse.
Auf Grund des Art. 48 Abs. 2 der Reichsversas- sung wird für das Reichsgebiet verordnet:
§ 1.
Der verantwortliche Schriftleiter einer periodischen Druckschrift ist verpflichtet, auf Verlangen der obersten Reichs- und Landesbehörden oder der von ihnen bestimmten Stellen Kundgebungen sowie Entgegnungen auf die in der periodischen Druckschrift mitgeteilten Tatsachen ohne Einschaltung oder Weglassung unentgeltlich aufzunehmen.
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