Anzeiger für die Stadt Fulda und denLandkreis Fulda. Amtliches Kreisblatt
Jtr. 162
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Freitag, 17. Juli 1931.
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3ahtg. 58.
vor der Entscheidung über dle kredilaktlon Die Verhandlungen in Paris.
wtb. Paris. 16. Juli. (Eig. Meldg.). Wie vorauszusehen war, hat die Anwesenheit des britischen Staatssekretärs Henderson und des amerikanischen Staatssekretärs S t i m s o n in Paris dazu geführt, daß Verhandlungen zwischen den Vertretern der beiden Regierungen und den französischen Ministern gestern eingeleitet wurden, die die Frage einer finanziellen Hilfeleistung für Deutschland zum Gegenstand hatten. Heute vor der Abreise Hendersons nach Berlin wird, wie die Morgenpresse bestätigt, eine bedeutsame Besprechung zwischen den beiden angelsächsischen Gästen und Ministerpräsident Laval in Anwesenheit der zuständigen Fachminister statt- linden. Es ist anzunehmen — wenigstens lassen die Auslassungen der Morgenpresse darauf schließen — daß alsdann die Stellung der französischen Regierung zur Frage einer Deutschland zu gewährenden Anleihe festgelegt wird, sodaß der britische Staatssekretär in der Lage sein werde, d i e Reichsregierung über die Möglichkeiten der zu ergreifenden Maßnahmen zu unterrichten. Mehrere Blätter scheinen diesen Weg allerdings nicht für den rechten zu halten und fordern eine direkte deutsch-französische Aussprache und Verständigung. Schon die Agentur Havas hat die Bereitwilligkeit der Franzosen, sich an einer Kreditoperation zu betätigen, festgestellt, und die Morgenpresse bestätigt diese Auffassung.
„Petit Parisien" schreibt: Die Besprechung am Quai d'Orsay hat einem allgemeinen Meinungsaustausch über die Notwendigkeit gedient, Deutschland zuhelfen,falls es den ausdrücklichen Wunsch hat und zu diesem Zweck eine günstigepolitische Atmosphäre schasst, ohne die das für den deutschen Kredit so unerläßliche Vertrauen nicht wiederkehren könnte. Der englische und der französische Standpunkt stimmen hierin durchaus überein. Höchstens könnte man auf die Verschiedenheit aufmerksam machen, daß die englische Regierung, wie übrigens auch die Vereinigten Staaten, die Frage der finanziellen Hilfeleistung und der politischen Garantien mit dem Abrüstungs- Problem verbinden und so die Vorbereitung der Abrüstungskonferenz von 1932 erleichtern müßte.
„Oeuvre" glaubt, die gestrige Besprechung der französischen Minister mit Henderson dahin feststellen zu können, daß sie vorbereitender Art gewesen und im Hinblick darauf geführt worden sei, daß die Reichsregierung- wenn sie aus eigenen Mitteln die Finanzkrise nicht überwinden könnte, offiziell eine Hilfeleistung beantragen würde.
Die rechtsstehenden Blätter, die der Mission Hendersons ausgesprochen pessimistisch gegenüberstehen, verlangen eine politische Einigung zwischen Deutschland und Frankreich als Voraussetzung einer finanziellen Aktion und geben zu verstehen, daß Frankreich, für die Regelung seiner Beziehungen zu Deutschland der englischen Vermittlung nicht bedürfe.
Unterredung des deutschen Botschafters mit Briand
wtb. Paris. 16. Juli. (Eig. Meldg.). Der deutsche Botschafter von Hoesch hatte heute eine Unterredung mit dem Außenminister Briand, in deren Verlauf er ihn über die Fortentwicklung der Lage in Deutschland unterrichtete.
Amerikas kalke Schuller.
wtb. Rewyork, 16. Juli. (Eig. Meld.) Unterstaatssekretär C a st l e erklärte, die Vereinigten Staaten wollen nicht in irgendwelche politische Lage im Zusammenhang mit der Gewährung wirtschaftlicher Hilfe an Deutschland verwickelt werden.
Die Selbsthilfe.
Entsprechend der Ermächtigung, die eine sofort in Kraft tretende Verordnung des Reichspräsidenten der Reichsregierung verleiht, hat diese eine Reihe von Verordnungen erlassen, die am 16. Just in Kraft getreten sind. Es handelt sich um eine. Rahmenverordnung und vier Einzelverordnungen, die die Regelung des Devisenverkehrs, die Veröffentlichung von Kursen, die Wiederaufnahme von Zahlungen nach den Bank- ferertagen sowie eine Ergänzung der Verordnung zur Darmstädter- und Nationalbank enthalten.
Die Diskont-Erhöhung.
Mit dem 15. Juli ist die Gold- und Devisendeckung der Reichsbank unter 40 Prozent gesunken. Die gesetzlich erforderliche Ermächtigung des Generalrats ist hierfür eingeholt worden. Die Reichsbank hält es nicht für richtig, mit der Erhöhung ihres Diskontsatzes zu warten, bis die in § 29 des Bankgesetzes angedeuteten Voraussetzungen vorliegen, sondern hat in Vorausnahme dieser Verpflichtung bereits mit Wirkung vom 16. Juli d. Js. ab den Diskontsatz auf 10 Prozent erhöht. Gleichzeitig ist der Lombardsatz auf 15 P r o z e n r festgesetzt worden.
Die Erhöhung beträgt demnach beim Reichsbankdiskont 3 Prozent, beim Lombardsatz dagegen 7 Prozent. In Anbetracht der Tatsache, daß das diskontfähige Handels- und Schatzwechselmaterial, das sich bei den Banken befindet, nach den vorausgegangenen starken Wechseleinreichungen bei der Reichsbank nicht mehr sehr groß ist, so daß sich die Geldbeschaffung in Zukunft in höherem Maße durch Beleihung von reichsbankfähigen Wertpapieren vollziehen wird, dürfte die Bedeutung des
Lombards also vermutlich wachsen. Das ist wohl der Grund, weswegen man den Unterschied zwischen Diskont- und Lombardsatz so beträchtlich erhöht hat.
Mit dem Diskontsatz werden nun auch die Bankzins en steigen und damit ein erster verschärfter Druck auf die Bankschuldner ausgeübt, etwa vorhandene Warenlager und Devisenvorräte abzustoßen und sich auf diese Weise Geld zur Abdeckung ihrer verteuerten Bankschulden zu beschaffen. Die Diskonterhöhung bedeutet zunächst schon in ihrem jetzigen Ausmaß eine neue B e - lastung der Produktion, und es ist gewiß sehr bedauerlich, daß inmitten einer Krise das Geld statt verbilligt nicht nur nicht verbillig, sondern weiter verteuert wird; wenn diese Belastung anhält oder noch vermehrt wird, dann wird ent Ausgleich auf dem Gebiete sonstiger Produktionskosten kaum zu umgehen sein. Aber die Diskonterhöhung ist unvermeidlich und in jedem Falle im Vergleich zur Aufrechterhaltung der bisherigen Restriktionen das weitaus kleinere Uebel.
Sie ist vor allem das geeignetste Mittel zur Sicherung der Währung. Es ist beruhigend, daß die Reichsbank nicht in den früheren Fehler verfällt, dem Schrei nach billigem Geld in einer Zeit nachzugeben, in der der Kredit in Wirklichkeit überaus knapp ist.
Wenn nicht in der kurzen Pause, die den Banken jetzt gewährt wird- doch noch H i l s e v o n außen kommt, dann wird zweifellos die Diskonterhöhung, so hart sie ist, noch u n z u r e i ch e n d sein. Daß wir es mit einer grundsätzlichen Wendung zu tun haben, ersieht man ans dem gleichzeitigen Beschluß, an der überflüssig hohen Mindestdeckung nicht mehr wie bisher starr sest- zuhalten und von der im Bankgesetz bereits vorgesehenen Möglichkeit einer reichlicheren Ausnützung der vorhandenen Deckungsbestände Gebrauch zu machen. Auch hierbei handelt es sich wie bei der jetzigen und etwaigen künftigen Diskonterhöhungen um vorübergehende, Maßnahmen, die zur raschen Behebung der jetzigen Krise und zur vollen Sicherung der Währung notwendig sind.
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Don einer besonderen Seite wird uns mitgeteilt:
Nunmehr ist die Situation vollkommen klar: alle Bemühungen, einen längeren Kredit oder gar eine langfristige Anleihe zu bekommen, um die deutsche Kapitalwirtschaft wieder in Ordnung zu bringen, sind restlos gescheitert. Das einzige Resultat, das der Reichsbankpräsident Luther von Basel mitgebracht hat, ist die Zusicherung der Verlängerung des 100 Millionen Dollar-Kredits bis Mitte Oktober. Darüber hinaus liegen nur platonische Bereitschaftserklärungen vor, durch welche aber Deutschland nicht einen einzigen Pfennig bares Geld erhält, die aber offenbar ganz bemußt darauf angelegt sind, die ganze Debatte nunmehr wieder auf das Gebiet der internationalen Politik hinüberzuspielen.
Nun sind die Dinge wieder dort angelangt, wo sie vor einer Woche standen. Der Schlüssel zur Entwirrung der Lage liegt in Paris, und was das bedeutet, braucht unter den gegebenen Verhältnissen gar nicht weiter ausgeführt zu werden.
Nun muß aber auch nach anderer Richtung hin deutlich gesprochen werden. Der Sinn dessen, was jetzt vor "sich geht, ist kurz charakterisiert durch die Entschlossenheit des Auslandes, volle Klarheit über die Außenpolitik des Reiches für die nächste Zukunft zu bekommen. Es ist unseren Unterhändlern klipp und klar gesagt worden, daß das Ausland nun endlich einmal wissen wolle, woran es mit Deutschland ist und wie es sich mit den ständigen Umsturzdrohungen der radikalen Parteien verhält.
Man will wissen, ob und welche Garantien die Deutsche Reichsregierung zu geben vermag, um einen Umsturz in Deutschland zu verhüten, und man hat ebenso klipp und klar ausgesprochen, daß man den ausländischen Regierungen doch nicht zumuten könne, die Machterhebung von Parteien, die Tag für Tag in ihren Zeitungen und Versammlungen laut erklären, daß sie, wenn sie in den Besitz der Macht gekommen seien, von den Auslandskrediten auch nicht einen einzigen Pfennig zurückzahlen würden, auch noch selber mit dem Gelds ihrer Völker zu finanzieren.
In diesem Punkte liegt der Kern des jetzigen ganzen Geschehens umschrieben. Alles andere sind Aeußerlichkeiten, und was gesprochen wird über Zollunion, Panzerkreuzer usw. ist nur Beiwerk, das Ziel richtet sich auf das Ganze.
Wenn nun aber der „Angriff" (Nr. 141 vom Dienstag, den 14. Juli 1931) in marktschreierischer Aufmachung mitteilt, daß nach seinen Informationen aus „allerbester diplomatischer Quelle" unter den Forderungen Frankreichs sich auch folgende befinden: 1. Auflösung des Stahlhelms, 2. Verbot der Nationalsozialistischen Partei, 3. Ausweisung Adolf Hitlers aus dem deutschen Reichsgebiet, io handelt es sich wiederum nur um einen frivolen Versuch, die nationalsozialistischen Anhänger, die doch über das ständige fruchtlose Räsonieren, hinter dem nichts steht, rebellisch werden, noch weiter aufzuhetzen und aufzuputschen, als es schon der Fall ift. — Im übrigen ist diese „Information" des „Angriff" sehr charakteristisch, denn aus ihr ergibt sich ja mit aller Deutlichkeit die Unwahrheit der bisher von den Nationalsozialisten immer wieder erhobenen Behauptung, als wenn das Ausland nur darauf warte, daß die „nationale
Opposition" unter Führung der Nationalsozialisten die Macht in Deutschland übernehme!
Freilich ist es richtig, daß man, um auf Deutschland einen vollen Druck mit weitgesteckten politischen Zielen ausüben zu können, vorn Ausland und insbesondere von fran,zösischer Seite in geradezu raffinierter Weise eine Situation ausgenutzt hat, in welcher Deutschland am Ende seiner wirtschaftlichen Kraft ist und, wenn es überhaupt noch weiter leben will, vor den schwersten und einschnei- densten Maßnahmen nicht zurückschrecken kann.
* 3u den Auseinandersetzungen in der Wirtschaftspartei wird dem Nachrichtenbüro des VDZ offiziell von der Wirtschaftspartei mitgeteilt: „Die in der Oeffentlichkeft verbreiteten Meldungen, nach welchen der Wahlkreis Hessen- Nassau aus der Wirtschaftspartei ausgetreten ist, entspricht nicht den Tatsachen. Das Gremium,
ENB. Berlin, IS. 3uli. (Eig. Meld.). Der Besuch der englischen Minister in Berlin ist mit Rücksicht auf die am Montag in London beginnende Konferenz der Minister der am Hoover- Plan beteiligten Staaten verschoben worden.
Heber den bereits in der Presse erörterten Besuch von Reichskanzler Dr. Brüning und Reichsaußenminister Dr. Curtius in Paris steht noch nichts fest, doch scheint er im Bereich der Möglichkeit zu liegen.
Englischer Optimismus.
wtb. London, 16. Juki. (Eig. Meld.) Die Mor-genpresse billigt einmütig die vpn der deutschen Regierung getroffenen Notmaßnahmen. Der Finanzkorrespondent der „Morning Post" sagt: Die deutschen Finanzbehörden haben durchaus nicht ihre Bemühungen aufgegeben, das Vertrauen wieder herzustellen. Die Nachrichten aus Deutschland zeigen erfreulich erweise, daß die Lage, wenn auch mit durchgreifenden, so doch mit gesunden Mitteln behandelt wird und wenn das deutsche Publikum nur veranlaßt werden kann, den Kopf nicht zu verlieren, und die Währung sorgfältig kontrolliert bleibt, dann ist kein unüberwindliches Hindernis für eine allmähliche Besserung der Lage zu sehen. Der Berliner Korrespondent der „Times" meldet: Es^ist bemerkenswert, daß trotz der Sengen, zu lenen die nächste Zukunft Anlaß gibt, die allgemeine Stimmung des deutschen Volkes keine wirklichen Zweifel an der Zukunft des Landes erkennen läßt. * l
Die Reichsbahn überweist die ungeschützte Annuität an die Reichsregierung.
Wie die Havasagentur mitteitt, hat Deutschland bei derBank für Internationalen Zahlungsausgleich in Basel die Zahlung für die ungeschützte Annuität des Poung- planes geleistet. Der Betrag wurde gemäß dem französisch-amerikanischen Abkommen über die Durchführung des Hoover-Moratoriums vom 6.
Verstärker Verichligungs- Zwang.
Die „K. V." macht folgenden beachtenswerten Vorschlag-
Wahrend die Kommunisten zum Bürgerkriege hetzen, belieben die nationalsozialistischen Blätter weiterhin ein Gemisch von Prahlerei und Drohungen, das nicht minder aufreizend wirkt. Der „Völkische Beobachter", der am Sonntag noch geschrieben hatte: „Will man auf der anderen Seite — und man muß es — Deutschland als Faktor der Weltpolitik einrechnen, dann muß man mit uns, die wir heute schon Deutschland sind, sich auseinandersetzen", mußte am Montag mitteilen, daß er verbaten sei. Es ist in der Tat der Augenblick gekommen, in dem die Staatsautorität alle Bedenken zur Seite zu stellen hat und rücksichtslos gegen alle diejenigen vorgehen muß. die durch eine unverantwortlich aufreizende Sprache unbegründete Panikstimmungen schüren. Das betrifft alle Radikalen auf beiden Flügeln. Ueberfchriften wie solche „Alles bricht zusammen", wie wir sie nm Montag abend in gewissen radikalen Blättern fanden, müßten genügen, um ein sofortiges Verbot zu rechtfertigen, weil sie der Wahrheit straks zuwiderlaufen. Die betreffenden Blätter sollten nur einmal wagen, in Rußland oder in Italien im gleichen Sinne zu schreiben! Nur in Deutschland können sie es wagen, vermes- sentlich auf die Barmherzigkeit der Staatsbehörden zu sündigen.
Nun ist es allerdings ein heikles Ding um eme Pressezensur, auf die letzten Endes eine Verschärfung von Zeitungsverboten hinausliefe. Aber ein anderer Gedanke wäre erwähnenswert. Man könnte nämlich, um die radikale Presse zu größerer Objektivität und Wahrheitsliebe zu erziehen, daran denken, den Berichtigungszwang zu verstärken und zwar in dem Sinne, daß amtliche Berichtigungen und Darstellung e n von der betreffenden Presse an sichtbarer und auffallender Stelle gebracht werden müssen. Denn wer die radikalen Blätter verfolgt, muß immer wieder darüber erschrecken, in welcher Verzerrung die Dinge dem Volke dargestellt werden und mit welcher Hartnäckigkeit Darstellungen von Regierungsseite unterschlagen werden. Eine Verordnung. die hier Wandel schüfe, würde zum min-
das diesen Beschluß faßte, war nicht satzungs- gemäß besetzt, die angeblichen Beschlüsse sigd daher ungültig. In einer sofort einberufenen satzungs» mäßigen Wahlkreiskonferenz ist dieser Sachverhalt festgestellt worden. Der Wahlkreis hat einen neuen Vorsitzenden gewählt. Unrichtig sind ferner die Mitteilungen, nach welchen die sächsischen Wahlkreise der sogenannten Opposition aus der Partei ausgeschieden seien!!" — Wie wir noch hören, hat anstelle des preußischen Landtagsabgeordneten Dr. Rhode jetzt der Reichstagsabgeordnete Ruhl die Leitung des Wahlkreises Hessen- Nassau der Wirtschaftspartei übernommen.
♦ 3um Präsidenten der verfassungsgebenden Cortes ist, wie Havas aus Madrid meldet, der Sozialist Prof. Besteiro mit 363 gegen zwei Stimmen bei sechs ungültigen Stimmzetteln gewählt worden. j
Juli fpfort zur Verfügung der Reichsbahn g e f e 11 s ch a f t gestellt.
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ENB. Berlin. 16. Juli. (Eig. Meldg.). Die vom Reich am 15. Juli in bar an die BIZ. gezahlte ungeschützte Annuität, die die BIZ. ihrerseits der Reichsbahngesellschaft zur Verfügung oe- ftellt hat, ist von dieser wiederum an die Reichs» regierung überwiesen worden.
Eine vernünftige Ansicht.
Basil Blackett für Zusammenarbeit aller Zentralbanken und Regierungen.
wtb. London, 16. Juli. (Eig. Meldg.). Sir Basil Blackett, einer der Direktoren der Bank von England, sagte gestern in einem Rundfunkvortrag über die „Lage in Deutschland" u. a.: Es ist noch nicht zu spät, die Lage zu retten. Aber auch wenn die jetzige Krise überwunden ist, wird nur energisches Vorgehen und gemeinsame Zusammenarbeit aller Zentralbanken und Regierungen der Welt im Stande sein, das Vertrauen wieder her- zusteilen, von dem allein der friedliche Fortschritt im 20. Jahrhundert abhängt.
Die Abrüstungs-Konferenz.
wtb. London. 16. Juli. (Eig. Meldg.). Der Pariser Korrespondent der „Times" meldet, er höre, daß man die Veröffentlichung der Bent» kchrist der französischen Regierung über die Abrüstungsfrage, die schon früher hatte erfolgen sollen, aufgeschoben habe, um sie vorher Henderson als dem Präsidenten der kommenden Abrüstungskonferenz vorzulegen. Dies sei gestern geschehen. Der Korrespondent sagt, es sei klar, daß Frankreich entschlossen sei, jedes neue deutsche Panzerschiff mit einem Gegenkriegsschiff zu beantworten. Dies würde vernichtend für den Londoner Flottenvertrag fein und die Flottenverhandlungen zwischen Frankreich und Italien gefährden. In Paris frage man sich jetzt, ob es nicht gut wäre, das Datum der Abrüstungskonferenz vorzuverlegen oder ni£l» leicht sogar eine besondere Vorkonferenz ab* zuhalten.
besten erreichen, daß die Massen nicht mehr einseitig verhetzt werden können, sondern ihnen auch das zu Gesicht kommt, was die Regierung zu sagen hat Wer nach Führung schreit, wird sich einer solchen Maßnahme nicht widersetzen können. Die Zeiten, unter deren Zeichen Deutschland gegenwärtig steht, sind außergewöhnliche. Und außergewöhnliche Zeiten erfordern außergewöhnliche Maßnahmen Eg wäre Pflicht der Regierung, in diesem oder in ähnlichem Sinne vorzugehen. Denn keine Regierung kann dulden, daß ihre Maßnahmen durch eine Presse konterkariert werden, die ihre einzige Aufgabe in der Ausputschung des Volkes sieht und es sich nicht einmal im Traume einfallen läßt, den alten Rechtsgrundsatz zu be- achten: Audiatur et altera pars. Freiheit ist nicht Zügelllosigkeit, sondern S e 1 b st b i n d u n g. Wo diese fehlt, wird man auch die Freiheit binden müssen.
* Wie zu erwarten war, ist der nationalsozia- Ustische braunschweigische Minister Dr. Franzen trotz der Anklagerede des Oberstaatsanwasts f ret» gesprochen worden. Aus der Urteilsbegründung ge>ht aber immerhin folgendes hervor: Der angeklagte Minister ist schuldig der Begünstigung feines Parteigenossen Guth, ist schuldig des Ver- schleierungsversuches gegenüber den Organen der preußischen Polizei. Aber erweislich ist er nur schuldig der Begünstigung einer Uebertre« tung. Und strafrechtlich ist die Begünstigung einer Uebertretung nicht faßbar. Darum der Frer- spruch. — Der Polizei- und Kultusminister eines deuffchen Landes, der früher einmal selbst ein Strafrichter war, bekam überhaupt im Verlaufe der Urteilsbegründung einige bittere Wahrheiten zu hören. Begrifflich war, so heißt es in der Urteilsbegründung, die Begünstigung des jungen Landwirts Euch durch den Minister Franzen bereits vollendet, als die Beamten tiom Polizeirevier am Potsdamer Bahnhof sich anschick- ten, auf die Garantie des Ministers und Reichstagsabgeordneten Franzen hin den vermeint- lief)en Abgeordneten Lohse, den Landwirt Guth, zu entlassen. Keinerlei Zweifel hatte das Gericht, daß Minister Franzen seinen Partei- genossen Guth schützen wollte. Nicht erwiesen aber ist, daß der Minister wußte oder von den Polizoibeamten in gehöriger Weife davon
Verschiebung des englischen Vesuchs.
Reise des Reichskanzlers und Reichsautzenminifters nach Paris?