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In heiliger Gebundenheit.

Des Wirrlals Särte raffelt fern vorbei. . . Fühlst du des Friedens segnende Gewalt?

Wir wurden aneinander stark und frei.

Wir fanden aneinander festen Halt . . » Nun schreite ich voll Frohsinn welthinein Und wehre ab die graue, böse Not.

Warm über meinem Weg sprüht Sonnenschein. Voll Lied und Lächeln kämpfe ich um Brot Für dich und unser liebes, kleines Kind.

Ich blicke auf den Reichsten ohne Neid . . .

Gott liebt uns. Jeder neue Tag gewinnt An ernstem Glück und Heller Heiterkeit.

Ernst Noeldechen.

Panik.

Ein lehrreiches Kapitel für unsere Frauen.

Bon Dr. Ella Mensch- Berlin.

Ist es möglich einer solchen vorzubeugen? Helfen Schutzvorrichtungen in Theatern, Lichtspielhäusern, Are­nen? Nur sehr bedingt. Sobald in einem von Men­schen dicht gefüllten Raume nur das leiseste Anzeichen einer Feuersgefahr sich meldet, tuen sich die gleichen Schreckensszenen auf wie jüngst beim Madrider Theater­brand, in den neunziger Jahren bei dem großen Bazar­brand in Paris, bei welchem die Herzogin von Alencon, die Schwester der Kaiserin Elisabeth von Oesterreich um­kam, bei dem schrecklichen Brand des Ringtheaters in Wien in den achtziger Jahren. Immer die gleichen Ka­tastrophen!

Aus meiner Studienzeit in Zürich erinnere ich mich, daß wir den alten Schauspielkasten, wo einst Charlotte Birch-Pfeiffer das Direktionsszepter geschwungen hatte, stets mit einem leisen Gefühl des Unbehagens betraten, denn wenn es hier einmal zu brennen anfängt, kommt keine Katze lebend heraus!, sagten wir uns.

Und eines schönen Tages oder vielmehr Abends trat

Wovon sprechen Eheleute?

Allgemein wird behauptet, daß die Unterhaltung das Reich der Frau fei. Frauen sprechen mehr als Män­ner, und seit uralten Zeiten ist dem schönen Geschlecht die Freude am Plaudern nachgesagt worden. Woher kommt dann der Mangel an Unterhaltungsstoff in so vielen Ehen? Warum wird oft vermutet, daß zwei Menschen, die stumm und scheinbar teilnahmslos neben­einander sitzen, unbedingt Eheleute fein müssen?

Wir haben drei Frauen gebeten, uns ihre Meinung darüber zu sagen. Die Unterhaltung ist oft von gro­ßer Bedeutung, von ausschlaggebender, als angenommen wird.

Drei Schriftstellerinnen beantworten die Frage. Ver­schiedene Ansichten, Auffasiungen über den Gesprächs­stoff von zwei Menschen, die durch die Ehe verbunden sind.

Alexa v. Sassenberg.

Unendlich wichtig, ob zwei Menschen sich etwas zu sagen haben! Der Verlauf einer Ehe mit Höhepunkten und Niedergängen hängt am Wort. Hier liegt, — nach meiner Ueberzeugung und Erfahrung — die Ursache, weshalb berufstätige Ehepaare oft recht harmonisch mit­einander (eben. Mann und Frau haben ihren eigenen Ideen- und Gedankenkreis, Mann und Frau haben ihre Erlebnisse, und der ausnahmewillige Geist des Einen erfaßt den des Anderen. Don der Welt des äußerlichen Erlebens führt die Brücke zum innerlichen. Noch feiten ist die Umgebung ohne Eindruck auf das Seelische ge­blieben. Also ist die geistige und seelische Bindung bei Menschen, die einander etwas sagen können, weit größer. Eheleute sprechen von ihren Sorgen, vom gemeinsamen Aufbau, von Zielen, Hoffnungen. Die Gefahr, daß die

das lange Befürchtete ein. Auf dem Schnürboden be­gann es zu knistern, aber das Publikum blieb ahnungs­los. Da hob sich der Vorhang, der Regisseur trat her­vor und sprach ungefähr folgendes: „Meine verehrten Herrschaften, der Hauptdarsteller ist plötzlich schwer er­krankt und bedarf völliger Ruhe. Ich muß Sie daher bitten, sehr schnell und möglichst geräuschlos das Theater zu verlassen". Der Aufforderung wurde sofort Folge ge­leistet und als sich der letzte Theaterbesucher auf der Straße befand, konnten sie alle sehen, wie die Flammen bereits aus dem Dache schlugen.

Im Wormser Festspielhaufe erlebte ich einmal etwas Aehnliches. Als Nachmittagsvorstellung wurde Hanzens „Heilige Elisabeth" gegeben. Gegen den Schluß des 1. Aktes verbreitete sich im Zuschauerraum ein starker Brandgeruch. Ich sah den Augenblick kommen, wo alles entsetzt den Ausgängen zustürzen würde. Da erschienen, wie auf Kommando sämtliche Darsteller auf der Bühne, winkten beruhigend ins Publikum hinein und der Spiel­leiter erklärte: ein elektrischer Draht sei glühend ge­worden, aber nach einer Pause von zehn Minuten würde die Vorstellung ihren ungestörten Fortgang neh­men. Und so geschah es auch.

Andern Tages freilich konnten wir in einer großen süddeutschen Zeitung lesen: „Panik im Wormser Fest­spielhause." „Verhütete Panik" wäre richtiger gewesen.

Nun gibt es freilich noch außerhalb der Geistesgegen­wart der Hauptbeteiligten ein Mittel, die unheil­volle Massenpsychose zu bannen: wenn nämlich in der Seele jedes Einzelnen der Gedanke Wurzel fas­sen könnte: mein Leben ist nicht so überaus kostbar, daß ich es mit aller Gewalt, selbst unter Preisgabe der Würde und des Anstandes erhalten muß. Ist mir eine längere Lebensdauer von der Vorsehung beschieden, so wird es mir auch in der größten Gefahr geschützt und bewahrt bleiben. Ist es anders beschlossen, muß ich mich in mein Schicksal zu finden wissen. Das wäre so eine Art seelischen Trainings, das in unseren Tagen nebst allen körperlichen geübt werden könnte.

Das Betragen des hl. Paulus bei dem Schiffbruch, der die anderen Mitreisenden so ziemlich der Fassung be­raubte, kann auch heute noch zur Nachahmung empfohlen werden.

Unterhaltung von Eheleuten im Alltäglichen stecken bleibt und versandet, ist nur dann vorhanden, wenn beide Menschen sich nicht aus der Welt des Seins in die des Ideales, des Traumes retten können. Sprechen Eltern beispielsweise über Kindererziehung, so werden beide das, was sie gedacht und überlegt haben, zu einer Form bilden. Ihre Unterhaltung ist angeregt, lebhaft. Aber sprechen sie über die Erziehung ihres Kindes, kön­nen sie sich von der Wirklichkeit nicht in das Gebiet des Idealen finden, werden sie sich leicht streiten, ohne daß ihr Gespräch einen wirklichen Höhepunkt erreicht. Die Unterhaltung der meisten Eheleute ist zu begrenzt, da­her hat sie so schnell ein Ende. Der Mann berichtet, — die Frau hört zu. Auch umgekehrt. Mit dem Schluß der Erzählung ist alles gesagt. Versteht es die Frau hingegen, nun eine Wendung ins Höhere, ins Phi­losophische zu finden, bann beginnt die Debatte und dem Geist werden Forderungen gestellt, die er erfüllen will. Der Gesprächsstoff geht nicht aus!

Lotte Sieberö.

Es ist Abend. Am Tisch unter der Lampe sitzen zwei Menschen. Mann und Frau. Vor vielen Jahren hat sie das Leben zusammengeführt. Dann sind sie zu zweien den Weg gegangen, den Millionen Menschen vor ihnen gegangen sind, und den Millionen nach ihnen schreiten werden. Den Weg voll Mühen und Freuden, voll All­tagssorgen und Alltagsglück — den Weg der Ehe. Steil aufwärts führte zuerst die Kurve im himmelstürmenden Glück einer jungen Liebe. Dann, in ruhigere Bahnen gelenkt, floß das Leben weiter. Stiller sind sie gewor­den, die beiden, älter. Sacht ist aus der Leidenschaft Kameradschaft geworden.

Wovon reden zwei Menschen, die durch jahrelange Gewöhnung miteinander verbunden sind?. Sie kleinen

tert von Speisezetteln, Hasten und Jagen, sich an den Tisch setzen darf und von lieber Hand bedient wird.

Wo aber die Hausfrau womöglich täglich unter den Nörgeleien ihrer Anghörigen zu leiden hat, ihre Arbett stets kritisiert und bemängelt wird, die Mahlzeiten angeblich immer die unmöglichsten Fehler aufweisen, da kann man der Hausfrau nur den einen dringenden Rat geben: sich unbedingt für eine gewisse Zeit vorn Haushalt gänzlich loszulösen und sei es nur zu einem Aufenthalt bei Verwandten.

0, wie schmecken Mutters Pfannkuchen wieder so gut und nur sie allein kann den Salat richtig anmachen, wenn sie von ihrem Ferienaufenthalt wieder zurück- kommt! Die abgetrennten Knöpfe werden auch wie­der angenäht und in den Betten liegt es sich wieder viel besser, feit Mutter sie gründlich geschüttelt und gerüttelt hat, u. s. f. Alles Dinge, die man vorher garnicht mehr beachtet hat, die man für selbstverständlich nahm. Die Ferien haben hier der Hausfrau also nicht nur Erho­lung gebracht, sondern ihr zugleich auch zur Wertschät­zung verhalfen, was schr oft dringend nottut.

Alles in allem sollte es sich jeder der Familienange­hörigen zur moralischen Pflicht machen, seinen Teil dazu beizutragen, um es zu ermöglichen, der Hausfrau we­nigstens alljährlich einige Tage der Erholung und Ent­spannung zu sichern. Die Hausfrau bedarf unbedingt all­jährlich wenigstens einige Zeit der absoluten Ruhe, um sich ihre Gesundheit zu erhalten und dies wiederum zum Besten der Familie.

Ratschlage für Hausweinbereiter.

In den letzten Jahren hat die Herstellung von O b st - und Beerenweinen im Haushalt einen uner­warteten Aufschwung genommen, als die Folge neuester Erfindungen und Erkenntnisse auf dem Gebiete des Gärungswesens, die dem Publikum in leichtverständlicher Weise zugänglich gemacht wurden. Während früher Obst- und Beerenweine keinen guten Ruf genoffen, er­freut man sich heute edler und bekömmlicher weinähn- licher Getränke, die mit geringen Mitteln und einfachen Geräten hergestellt werden. Aber gerade der Umstand, daß der Hausweinbereiter mit einfachen Mitteln arbeitet, oft auch nur geringe Kenntnisse vom Gärungswesen be­sitzt, bringt es mit sich, daß hin und wieder Mißerfolge Vorkommen. Nachstehend sollen deshalb die wichtigsten Regeln angeführt werden, die der Hausweinbereiter be­achten muß, wenn er mit Erfolg arbeiten will.

Die gröbsten Fehler werden bereits im Anfang durch Unfa^ch gemäße Vorbehandlung der Früchte und Fru.chtfäfte gemacht. Stets sollten die Früchte gründ­lich gewaschen und von Stielen, Blatt- und Blütenresten befreit werden. Unter allen Umständen ist jedoch die Berührung mit Metall zu vermeiden, da die Getränke sonst mißfarben oder durch giftige Metalloerbindungen ungenießbar werden.

Von der vor dem Kriege gehandhabten Art, die Fruchtsäfte wild zu vergären, nehme man Abstand. Nur eine Edelweinhefe kann eine reine meinige Gärung einleiten, so daß der Wein frei von unbekömmlichen Fuselölen bleibt und ein reines Bukett erhält. Die Fruchtsäfte sind mit Wasser, zu verdünnen, um die starken Fruchtsäuren zu lindern. Zucker soll nicht nach Belieben, fonbern dem verwendeten Weinhefestamm ent­sprechend hinzugefügt werden, sodaß das Getränk auch in der Alkoholstärke weinähnlich wird.

Ehe die Weinhefe dem Most zugefügt wird, ist sie anzukeimen und zu vermehren. Nur eine in frischer Entwicklung und starker Sprossung befindliche Weinhefe wird die im Most von Natur aus enthaltenen Millionen wilden Hefen unschädlich machen. Während der Gäh- rung ist das Gärgefäß mit einem einwandfreien ©las* gärverschluß luftdicht zu halten, weil Luftzutritt die ge­fährlichsten Weinkranheiten, wie Essig-, Kahm- und Schimmelbildung fördert.

Nach Beendigung der Gärung, die bei einer gleich­mäßigen Temperatur von 20—30 Grad Celsius verlau­fen soll, muß der Wein wenigstens 3 Monate zur Klä­rung in den Keller gestellt werden. Dann aber gönne man dem Getränk extra noch einige Monate Flaschen­gärung, denn genau wie beim Traubenwein bauen sich erst bei längerer Lagerung die köstlichen Bukett- und Aromastoffe aus.

Hiermit wäre in gedrängter Kürze das Wesentliche gesagt, was jeder Hausweinbereiter beachten sollte. Im Anschluß sei noch eine Vorschrift für einen köstlichen Iohannisbeerwein angegeben, die gerade jetzt zur Zeit der Beerenernte Gelegenheit bietet zur Her­stellung eines billigen edlen Tropfens.

12 Pfund Johannisbeeren werden entstielt, zerstampft

Vorkommnisse des Tages, was im Hause sich begeben, was in der Welt sich ereignet, wichtig-unwichtige Dinge bieten ihnen den Stoff zur Unterhaltung.

Da plötzlich huscht ein Lächeln über die Züge der Frau: „Weißt du noch?" Und sie plaudert von dem, was einmal war — damals. Ein Wiederschein ihres Lächelns erhellt das Antlitz des Mannes. Er spinnt den Faden der Erinnerung weiter, träumt zurück in die Vergangenheit: „Weißt du noch?" Was einmal gewesen, wird wieder lebendig vor ihnen, was der eine ver­gessen, der andere entsinnt sich dessen. Sie schauen zu­sammen den Weg zurück, der hinter ihnen liegt. Was vor Jahren war und das Gestern sind nicht unwieder­bringlich verloren. Sie können Vergangenes wieder hervorzaubern durch das kleine Wort: „Weißt du noch?"

Sie wissen es beide noch, all das, was damals war! Und doch ist es so gut, einmal wieder zu spüren, daß auch der andere nichts vergessen hat. Sie sagen sich nicht mehr viele Liebesworte, der Werktag hat sie ge­zeichnet.

Und wenn auch morgen und alle Tage der Alltag ihrer wartet, das Heute hat ihnen eine glückliche Ge­wißheit gebracht: die Liebe des anderen ist nicht ver­sandet, ist noch frisch, den ner weiß um all die gemein­samen schönen Stunden. Er kann fragen: „Weißt du noch?"

Ruth Goetz.

Man sagt allgemein von einem glücklichen Paar: „Das sind zwei Leute, die sich verstehen." Darin liegt unausgesprochen die Ueberzeugung, daß diese beiden Menschen einander etwas zu sagen haben. Dabei kommt es nicht nur auf das Was an, sondern auch auf das Wie. Von allem kann man sprechen, von Gegen­wärtigem, von Vergangenem, — aber immer nett, stets liebenswürdig und gewählt. Ich habe Frauen tennen«

oder zerkleinert und in einer Emailleschüsfel mit 2—3 Liter kochendem Wasser übergoffeh. Nach dem Adküh» len auf Zimmertemperatur kommt eine tags zuvor an­gekeimte Sherry-Weinhefe hinzu. Das Gefäß bleckt nunmehr 24 Stunden gut verdeckt warm stehen. Nach dieser Zeit wird abgepreßt und der Saft in eine 10 Li- terflasche gefüllt. Man löst nun 7 Pfund Zucker in ko­chendem Wasser auf und gibt davon nach dem Abkühlen ein Drittel in die Gärflasche. An den nächsten zwei Tagen kommt der Rest hinzu. Nunmehr wird mit Was- fer aufgefüllt und unter Gärverschluß vergoren. Bei guter Gärwärme ist das Getränk nach 6—8 Wochen ver­goren. Dr. H.

Etzk deutsches Obst!

In der Obstzeit will jeder, der es sich irgend leisten kann, Obst auf seinem Tisch sehen. Kaum werden ,chle ersten Pflaumen", „die ersten Weintrauben" und was es sonst noch fein mag, angeboten, so werden sie gekauft, ohne daß der Käufer fragt, von wo sie kommen. Und doch wäre diese Frage sehr wichtig. Sie müßte sogar ausschlaggebend für den Kauf sein. Denn das Obst, das aus dem Auslande bezogen wird, bedeutet Abfluß deut­schen Geldes ins Ausland, und dieses Geld ist für die innerdeutsche Wirtschaft schlechthin verloren. Bei aus­gesprochenen, in Deutschland nicht zu züchtenden und für Deutschland unentbehrlichen Südfrüchten wie Zitronen und Apfelsinen muß man freilich diesem Volkswirtschaft­lich recht unangenehmen Umstand eben wegen der Un­entbehrlichkeit der Früchte mit in den Kauf nehmen. Um so sorgfältiger aber sollte jede Hausfrau darauf achten, solche Obstsorten, die in Deutschland in einwandfreier Güte geerntet werden können und geerntet werden, nur zu kaufen, wenn sie nachweislich deutscher Herkunft sind. Außer der Erhaltung deutscher Geldmittel für die innerdeutsche Wirtschaft hat das überdies den beson­deren Vorteil, daß das deutsche Ob st ausgereif­ter und darum für den Körperhaushalt wertvoller ist als ausländisches. Denn ausländisches Obst muß, um auf die erforderlichen weiten Strecken verfandfähig zu fein, unausgereift geerntet werden und erhält nur durch Lagern eine spätere Not­reife, die es eben verzehrbar macht. Es ist dadurch trotz des höheren Preises an Güte und Wohlgeschmack und aiuf) an Bekömmlichkeit dem deutschen, auf der Pflanze gereiften Obst unzweifelhaft unterlegen. Darum kaust deutsches Obst!

Die $tau im Hausgarten.

Vie bekämpft man Kohlhernie?

Diese Plage des Gemüsebaues breitet sich leider von Jahr zu Jahr mehr aus. Neben allen Kohlgewächsen werden auch Radieschen und Rettige usw. befallen. Plötzlich wird ein Teil der Pflanzen welk. Reißt man sie aus der Erde, bann findet man an der Wurzel eine Verdickung, die oft so groß wie eine Faust ist. Diese Wurzelkrankheit entsteht durch einen Schleimpilz, Plas- modiophora brassieae genannt.

Wenn die Krankheit fortschreitet, bann zerfällt die Wurzel und der Boden wird mit dem Pilz vollkommen verseucht. Natürlich folgt bann bald eine Ansteckung der andern Pflanzen, so daß in kurzer Zeit der ganze Bestand vernichtet wirb.

Die erkrankten Pflanzen müssen darum bei den ersten Anzeichen sofort ousgeriffen und verbrannt werden. Sie dürfen auf keinen Fall auf den Komposthaufen kommen und sollen auch nicht verfüttert werden. Auf dem be­fallenen Land dürfen 4—5 Jahre keine Kohlgewächse angebaut werden. Nach Aberntung der Beete muß gründlich gekalkt werden.

Zieht man seine Pflanzen im Mistbeet selber, bann sollte man für einwandfreie Erde sorgen. Saat und Erde sind durch Upsulum keimfrei zu machen. In gut gekalktem Boden fühlt sich der Pilz nicht wohl, darum muß bei Gefahr der Ansteckung das Land besonders viel Kalk bekommen.

Vor dem Pflanzen gibt man in jedes Pflanzloch eine Portion Kalkmilch und mische eine kleine Gabe Kalkstaub in die Pflanzenerde. Vorsicht, denn zu viel schadet der Wurzel.

Merkt man den Befall einzelner Pflanzen sofort, bann kann man ben Versuch machen, bie Hernie zum Stillstanb zu bringen. Man legt die Wurzel der Pflanze so weit wie möglich frei und stäubt eine kleine Portion Kalkstaub darüber. Danach gibt man die Erde wieder an bie Pflanze.

Man lasse niemals abgeerntete Kohl» strünkeimBoden und namentlich über Winter bür« fen sie niemals in den Beeten bleiben, weil man dadurch nur zu leicht sein Land verseucht.

gelernt, die sich äußerlich ebenso vernachlässigten, wie sie es in der Art ihrer Ausdrucksweise taten. Ihnen zu lauschen bedeutete für den Mann kein Vergnügen. Die Unterhaltung starb an der eigenen Unzulänglichkeit. Dann sah ich Frauen, die sich für die Heimkehr ihres Mannes schön anzogen, schmückten. Auch überlegten, was sie ihm erzählen wollten, und die nicht sinnlos dar­auf los plapperten. Das Interessengebiet des Mannes ist ihnen wohl bekannt. Sie machen es schnell ihrem Geist und Verstand vertraut, liebt er den Sport, Fuß­ball, Boxen, Segeln, — nun so wissen sie genau Be­scheid. Sie kennen Meister, Spieler, Spiele, die aus­getragen werden. Schwärmt er für Musik, so beschäfti­gen sie sich mit seinen Lieblingsmusikern. Spricht er gern über seine Geschäfte, bann stellen sie keine törich­ten Fragen, sondern sie leben sich in seine Alltagswelt ein. Das sind Frauen, die durch das Wott, die durch bie Unterhaltung eine Ehe glücklich gestalten, vorausgesetzt, baß sie ihre eigene Meinung haben. In der Unterhal­tung barf kein Unterschied sein zwischen Nehmen und Geben. Nur, wer selbst etwas zu sagen hat, kann eine Antwort erwarten. Wovon man spricht? Von allem. Sogar vom Wetter! Aber wie man es sagt — sehen Sie, da liegt, der Kernpunkt! Die Frau hat es in fast allen bürgerlichen Ehen in der Hand, dem Heim einen Stempel ihres Wesens zu geben. An ihr liegt es, ob der von der Arbeit ermüdete Mann in seinem Heim An­regung und Ablenkung findet. Daher muß die Frau nicht nur bas Lieblingsgericht bes Mannes kennen, baß sie ihm vorsetzen will, sondern auch wissen, wovon er gern spricht und worüber er sich ebenso gern von seiner Frau unterrichten läßt. Nur nichts erzählen, was nie­mand gern hört. Dann ist der Stoff sofort erschöpft. —

Das sind bie Antworten der Damen. Vielleicht äußern sich auch einmal bie Herren der Schöpfung!

Ferien der Hausfrau.

Von Elisabeth Huber.

Nur ein verhältnismäßig kleiner Teil der Bevölke­rung kann es sich leisten, eine Erholungsreise zu unter­nehmen. Indessen ist gerade heute mehr denn je da­für Sorge getragen, daß jeder einzelne in den verschie­denen Berufen alljährlich feinen Erholungsurlaub be­kommt. Und reichen die verfügbaren Finanzen zu einer Serienreife nicht aus, so freut sich doch jeder in der Fa­milie auf den alljährlichen Erholungsurlaub, die Kinder auf die Schulferien, mit Ausnahme — der Hausfrau! Und mtt Recht. Die Hausfrau, sieht den kommenden Ge­nüssen meist mit gemischten Gefühlen entgegen. F e - rien der Familie bedeuten für die Hausfrau nicht nur einen völligen Umsturz ihres täglichen Arbeitspro­gramms, sondern vor allem auch eine beträchtli^e Arbeitsvermehrung.

Der Urlauber will zunächst selstoerständlich erst ein­mal grünblid) ausschlafen, ehe er sich morgens zum Früh­stück einfindet. Diese Gründlichkeit raubt aber erfah­rungsgemäß der Hausfrau allein schon sehr viel Zeit. Denn gerade die Unmenge von Arbeit, die der Vormit­tag mit sich bringt, erfordert eine prompte Abwicklung nach der Uhr, wenn alles seine ordnungsmäßige Erle­digung finden soll. Nur in ben seltensten Fällen läßt es sich so einrichten, daß sämtliche Glieder der Familie zur selben Zeit in ben Genuß der Ferien treten, in wel­chem Falle allgemein eine spätere Frühstücksstunde an- gesetzt werden konnte, und so zeigt sich schon hier für die an und für sich geplagte Hausfrau ein unerwünschtes Mehr an Arbeit in Form eines zweimal aufzutragenden Frühstücks.

Bekanntlich trägt so ziemlich jeder gesunde Mensch das Verlangen in sich, etwas zu „treiben", so auch her Ferienkandidat. Ergo — morgen früh um vier geht es in die Berge! Wer schleppt Proviant herbei und füllt den Rucksack? Wie man nur so dumm fragen kann, das ist doch ganz selbstverständlich Sache der Haus­frau! Und die Weckeruhr ist auch kein Verlaß. Nach gemachsten Erfahrungen funktioniert sie entweder über­haupt nicht, ober man war wieder selig eingeschlafen bis der letzte Refrain: rrrrrrrrr verklungen war. Je­

denfalls ist es zuverlässiger, man läßt sich um drei Uhr heraustrommeln von der — Hausfrau!

Und so geht es fort und fort das ganze Jahr hin­durch. Hunderte und taufende solcher „Kleinigkeiten", die man der Hausfrau das Jahr hindurch so „nebenbei" noch zu, ihrer täglichen Arbeit aufbürdet, reihen sich zu einem endlosen Ganzen. Und diese Hausftau sollte kein Anrecht auf Ferien haben? Doch, aber es läßt sich nicht machen? Wo ein ehrlicher, guter Wille ist, wirb sich gewiß auch ein Weg finden!

Gewiß, es wird nicht immer leicht sein, die Frage der Ferien für die Hausfrau zu lösen. Vor allen Din­gen dürfte es kein einheitliches Rezept geben, wonach man in dieser Hinsicht verfahren könnte. Es ist dies vielmehr eine Angelegenheit, die einer absolut individu­ellen Regelung bedarf, da so ziemlich jede Hausfrau eine Maschinerie — gewöhnlich Haushalt genannt — bedient, die von den übrigen in ben verschiedensten Punkten ab­weicht. Trotzdem gibt es aber auch in punkto Ferien für die Hausfrau Fingerzeige, die beachtenswert sind.

Die Hausfrau, deren Arbeit jahraus jahrein von ih­ren Angehörigen dankbar geschätzt und anerkannt wird, dürfte es am leichtesten haben, Verständnis dafür zu finden, daß auch sie einmal der Erholung bedarf. Kann man sich keine Erholungsreise erlauben, so werden sich etwa vorhandene größere Töchter sicher eine Freude daraus machen, die Mutter einmal für einige Zeit zu vertreten. Kleinere Gerichte, kalte Platten, Salate usw., können größere Mädchen — wenn nötig, nach der Mut­ter Diktat — bestimmt Herstellen, und sie werden stolz daraus fein, Hausmütterchen spielen und ihre Kunst zeigen zu dürfen. Das Lob der Angehörigen wird sie immer mehr und mehr anfpornen. Jeder, der dazu ge­zwungen ist, jahraus jahrein schon stundenlang vor jeder Mahlzeit bie verschiedenen Küchendämpfe einzuatmen, ganz abgesehen von ben unzähligen Wanderungen kreuz und quer durch die Küche, wird es am besten selbst er­messen können, welch große Erleichterung und Befreiung es für die Hausfrau allein schon bedeutet, wenn sie ein­mal für Tage wenigstens ohne vorheriges Zufammenstel-