Ar. 160 Beilage zur Fuldaer Zeitung 15. IuU
NILS
Lied der Arbeit.
Ungezählte Hände sind bereit, Stützen, heben, tragen unsere Zeit.
Jeder Arm, der seinen Amboß schlägt, ist ein Atlas, der die Erde trägt.
Was da surrt und schnurrt und klirrt und stampft, Aus den Essen glühend loht und dampft, Räderrasseln und Maschinenklang ist der Arbeit mächtiger Gesang.
Tausend Räder müssen sausend gehn, tausend Spindeln sich im Kreise drehn, Hämmer dröhnend fallen, Schlag um Schlag, daß die Welt nur erst bestehen mag.
Tausend Schläfen müssen fiebernd glühn, Abertausend Hirne Funken sprüh'n, Daß die ewige Flamme sich erhält, Licht und Wärme spendend aller Welt.
Karl Bräger.
Einheitsfront der Jugend.
Bon Studien-Assessor Dr. theol. Friedrich Murawski.
Der Iugendsonntag der Diözese Fulda hat sicher in allen katholischen Herzen Wünsche rege gemacht, die sich in dem Wort zusammensassen lassen: Einheitsfront der Jugend.
worum bleiben so manche Zungen unseren Vereinen fern?
Die einen beschweren sich, daß „nichts los" sei. Nun, dann mögen sie gerade erst kommen und uns Minderbegabten das Licht ihres Geistes leuchten lassen. Es ist nämlich nicht so leicht, dauernd für Abwechselung im Verein zu sorgen, zumal wenn solche Sorge dem Präses allein überlassen bleibt. Anregungen aller Art werden da stets freudig begrüßt — bloß sie kommen selten. Deshalb also nicht über Oede und Langweiligkeit schimpfen, sondern kommen und mithelfen am Jugendreich der Freude.
Andere kommen nicht (oder werden manchmal auch durch die Eltern zurückgehalten), weil ihnen die Gesellschaft anderer Mitglieder nicht behagt. Zugegeben, daß unter unseren Jungens sich schon einmal ein recht niedlicher Igel befindet — dann ist es aber gerade die Aufgabe eines echten Jungen, da mitzuhelfen, das Tierchen zu striegeln und sein zu machen. Grundsätzlich soll ja nur derjenige den ersten Stein werfen, der selber sich vor Gott ohne Fehler weiß — und das wird wohl kein einziger sein. Wollten wir nur erstklassige Menschen in unseren Vereinen sammeln, deren Seele vorher geröntgt worden ist — dann hätten wir weder Präsides noch Mitglieder. Also nicht hochmütig und Pharisäer sein! Daß wirklich schlechte Elemente sich im Verein nicht finden, mag man getrost der Sorge des Präses überlassen: Gefährdete aber darf man nicht zurückstoßen, sondern soll ihnen die helfende Hand reichen. So hat es wenigstens der Heiland getan.
Hierher gehört es auch, wenn jemand nicht mitmacht wegen feiner „höheren Bildung" oder seiner besseren Kleidung: es ist ihm unangenehm, neben einem Jungen stehen zu müssen, dessen Hände verarbeitet, dessen Kleider geflickt sind. Wenn ein Junge so denkt, dann mag er freilich fortbleiben, denn dann ist er nicht wert, in einem katholischen Verein zu sein. Den Geist des Standesdünkels oder Bikdungsfimmels wollen wir in unsere Reihen niemals hineinlassen: er hat in der Welt schon zuviel Unheil angerichtet und ist der genaue Gegensatz des Hl. Geistes.
Schließlich ist es manchmal die Person des Präses, die einen Jungen vom Verein zurückhält. Selbstverständlich können da Gegensätze entstehen, und auch der Präses macht schon einmal Dummheiten — er ist halt auch nur ein gewöhnlicher Mensch und nicht unfehlbar. Nächstens werden aber auch die Präsides serienweise am laufenden Band hergestellt, da kann sich jeder einen pas» senden Typ aussuchen, Sechs- oder Achtzylinder. Zunächst ist jedoch das Richtige, daß man nicht über den Präses knurrt, sondern ihm einfach auf die Bude rückt und seine Meinung sagt. Und man kann auch einmal daran denken, daß noch keiner es fertiggebracht hat, allen alles recht zu machen. Nicht einmal Gott kann das mit dem Wetter.
Deshalb soll jeder Junge mitmachen, in einem Verein, der ihm am besten liegt und für ihn von der Kirche eingerichtet ist. Mitmachen soll jeder aus eigenem Interesse, denn es ist schon für den Jungen sehr gut, wenn
Aufmarsch der Kolpingssöhne in Flieden!
Von einem Teilnehmer an dem Gesellentag in Flieden wird uns ergänzend zu dem offiziellen Bericht im letzten „Blatt der Jugend" geschrieben:
Ja, es war wirklich ein Aufmarsch der Kolpingssöhne vom Fuldaer Land in Flieden. Zwar machte der Himmel nicht gerade das freundlichste Gesicht, aber dar konnte auf die Stimmung der von allen Gegenden eintreffenden Gesellen keinen Einfluß ausüben. In stattlicher Zahl hatten sie sich um ihren Führer geschart. Sie waren nicht gekommen, um irgend ein Klimbimfest abzuhalten, sondern um sich in ernster Arbeit zu schulen und zu formen zu Männern, wie sie heute draußen im Leben erforderlich sind. Keine Phrasen wurden in dieser Führertagung gedroschen, keine Brandreden gehalten, sondern jedes Wort, das hier von dem würdigen Nachfolger Adolf Kolpings gesprochen wurde, war diktiert von tiefer Liebe zu den jungen Menschen und ihren zukünftigen Familien und von tiefer Liebe zu unserem deutschen Volke. Wie leuchteten die Augen der jungen Kolpingssöhne, als der hochw. Generalpräses von ihren zukünftigen Fimülien sprach. Wie horchten sie auf, als er ihnen sagte, daß die Ehe kein Erlebnis, sondern eine hl. und große Aufgabe sei. Um aber dieser Aufgabe gewachsen zu fein, muß der junge Mensch warten, um reif zu fein, muß er sich beherrschen, um frei zu fein, und sammeln, um reich zu sein. Nur so wird er einmal in der Lage {ein, ein feines Mädchen und seine zukünftigen Kinder glücklich zu machen. Ja, junger Mensch, du bist berufen, einmal eine Familie glücklich zu wachem Aber mehr noch, du bist berufen, dem Volke tüchtige Bürger,'der Kirche eifrige Priester und dem Himmel Heilige zu schenken. Wie so ganz anders klangen doch diese Worte als die Hetz- und Brandreden, die der Radikalismus in unser Volk hineinschleudert. Aber nicht nur den tüchtigen Familienvater wollen wir im kathol. Gesellenverein heranziehen, sondern auch tüchtige Christen, tüchtige Meister und tüchtige Staatsbürger. Ganz entschieden wandte sich
er aus seinen vier Wänden herauskommt und sich unter anderen Menschen bewegen lernt. Weiter aber soll antreiben der Geist des Apostolates. Wir sind in unseren Vereinen bewußt Massenbewegung, Zusammenschluß in größtem Stil, wo jeder dabei sein muß. Da kann er auf andere wirken und mit den andern zusammen auf die Welt. Wenn wirklich jeder Junge in einem Verein ist, dann ist die Einheitsfront ihrer Verwirklichung schon ein Stück näher gerückt.
Dazu gehört aber auch, daß kein Junge in einem neutralen Verein ist — was besonders von den Sportvereinen gilt. Diese mögen an unserem Ort sich wirklich neutral verhalten: anderswo tun sie es aber nicht, da wirken sie gegen die Kirche, zum Teil ganz offen, wie sich nachweisen läßt. Wer also dort Mitglied ist, hilft mit seinem Namen und seinem Geld zur S ch w ä ch u n g der Kirche mit. Da muß man Geduld für feine Verantwortung haben, ungeblenbet von anderen Gründen aller Art. Hier liegt noch eine große Aufgabe katholischer Jugend!
Die Einheitsfront wird ober erst geschlossen, wenn alle Jungen ohne Rücksicht auf die Verein s- Zugehörigkeit sich als Freunde sühlen und verhalten. Es darf um keinen Preis Eifersucht unter den Vereinen geben. Viele Wege führen nach Rom, und sie sind alle gut, wenn sie nur wirklich nach Rom führen. Wir müssen uns auch an den Erfolgen anderer Verbände und Bünde freuen, großzügig, in katholischer Freiheit der Kinder Gottes.
Zu wünschen wäre es, wenn jeder Junge möglichst ständig auch das Abzeichen seines Verbandes stolz und offen trüge, und wenn weiter — wie in Trier angeregt wurde — die Zusammengehörigkeit auch darin hervorträte, daß man auch den fremden Jungen als guten Freund anfieht und grüßt. Warum laufen diejenigen fo fremd an einander vorbei, die durch die Zeichen des Gesellenvereins oder Jungmännervereins oder Neudeutschlands oder, eines anderen Bundes sich als Brüder in der katholischen Jugend bezeugen? Warum so oft noch diese Formelhaftigkeit im Aeußeren, wo doch die Herzen zusammengehören? Solche Steifheit paßt gar nicht zu frischen Jungen.
Manches ist noch zu tun, bis die Einheitsfront der Jugend nicht bloß auf dem Papier und im Wunsch, sondern auch in Wirklichkeit lebt. Aber es muß soweit kommen, dß wir mit vollstem Recht mit dem Widerhall aller jungen Herzen fingen können:
„Wann wir schreiten Seit’ an Seif!"
Der Zug der Zwölskausend.
In einer rheinischen Zeitung schildert ein Erwachsener seine Eindrücke von dem Zug der kath. Jungmänner am letzten Tag ihrer Verbandstagung in Trier.
Der Festzug der katholischen Jungmannen wird uns noch lange in der Erinnerung haften. Es war ein großartiges Schauspiel. Mehr, es war ein Erlebnis.
Es war vielleicht nicht mal so sehr die gewaltige Zahl der Teilnehmer als diese wundervolle, wunderbare Disziplin. Ein alter Offizier meinte, einen so tadellosen, lückenlosen Vorbeimarsch hätte kaum unsker Militär fertig gebracht. Aber es war nicht nur die äußere Haltung — man fühlte dem Aufmarsch dieser zwölf Tausend gerabeju die unvergleichliche innere Disziplin an. Ab und zu, am rechten Ort, ein dreimaliges Heil! Sonst zog die Schar schweigend ihres Weges. Wie ist doch Schweigen so beredt. Hier wurde nicht geschwatzt, wie man das selbst bei der Prozession oder einem Leichenbegängnis (leider) beobachten muß. Nein, hier war man im Banne eines großen Gedankens. Ein Wille beherrschte, e i n Geist beseelte die zwölf Tausend. Und wenn man sie gefragt hätte: Was ist euer Bekenntnis? Wie aus einem Munde hätten die Zwölftaufend geantwortet: „Für Christi Reich und ein neu es Deutschland!" Das wissen wir, das wollen wir und so marschieren wir!
Und die ebenso einzigartige wie neuartige Gruppe der barhäuptig flott mitmarschierenden und kräftig mitsin- genden Geistlichen in Soutane und Kutte war ein mächtiges Ausrufungszeichen. Die Kirche und das Volk — das Volk und die Kirche!
Kurzum: so was hat selbst eine so alte Stadt wie Trier noch nicht erlebt.
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Wenn ber Schreiber dieser Zeilen noch was über das Aeußere bemerken darf. Neben dem wahren Urwald von Fahnen und Wimpeln (die erfreulicherweise den Pa- ramentenftil zumeist preisgegeben, dafür aber um so wirkungsvollere malerische Motive auswiesen) mußte —
der Herr Generalpräses gegen die irrige Ansicht, die hie und da noch in der Oeffentlichkeit herrscht über den Gesellenverein. Wir sind kein Spiel- und Vergnügungsverein, sondern eine kathol. soziale Bewegung, d. h. wir wollen mit den Mitteln und nach den Grundsätzen unseres katholischen Glaubens Aufbauarbeit leisten an der Gesellschaft. Wir verlangen eine Neuordnung der Gesellschaft auf berufsständischer Grundlage und wollen keinen Klassen- und Rassenstaat. Wir kathol. Gesellen wollen nicht zerstören und zerschlagen, sondern getreu dem Programm Adolf Kolpings unserem armen deutschen Volke helfen.
Unvergeßlich ist der Fackelzug, der am Abend im Anschluß an den Heimabend durch die Straßen Fliedens zog. Es brauchten da keine Ueberfallkornmandos anzufahren und Sanitätskolonnen in Tätigkeit zu treten, man hörte keine Kampfrufe, sondern ruhig und ernst zogen die Kolpingssöhne dahin. Der ganze Zug atmete Ernst und kraftvolles Wollen. Landessekretär Vagus gab dann auf dem Kirchplatz die Parole aus, die da lautete: Mit Christus dem König wollen wir in den Kampf des Lebens ziehen, mit Christus wollen wir der Schwierigkeiten in der heutigen Zeit Herr werden, mit Christus wollen wir unserem deutschen Volke helfen. Auch der Herr Generalpräses richtete dann noch ernste Worte an die still lauschende Kolpingsschar.
Gefüllt bis auf den letzten Platz war dann am Sonntagmorgen das Gotteshaus. Die vielen L-Banner nahmen Aufstellung im Chor zu beiden Seiten des Hochaltars. Und wer war nicht ergriffen, als dann die Gesellen nach der hl. Messe sangen: Ein Gotteshaus steht zu Köln am Rhein, die wandernden Burschen sie treten dort ein ufro. Heilige Liebe und Begeisterung zu ihrem Gesellenvater Kolping klang in den Stimmen der jungen Kolpingssöhne. In der anschließenden Kundgebung am Kriegerdenkmal brachte der Redner Flemming, Homburg, zum Ausdruck: „Diejenigen, denen hier das Denkmal gesetzt ist, sind gestorben für das Vaterland und wir, die wir hier stehen, wollen leben für das Vaterland."
Am Nachmittag bot sich dann den Bewohnern von Flieden ein schönes Bild. Stolz und stramm zogen die
wir bemerken das in allem Ernst — die stattliche Zahl der dicken Trommeln auffallen. Wo nur drei Jünglinge mit Pfeifen und zwei mit kleinen Trommeln aufmar» schierken, da war auch sicher eine dicke Trommel dabei. Und bas wurde mit einer Virtuosität und vor allem mit einem Schwung und einer Kraft gehandhabt, daß man nur annehmen konnte, von Bundes wegen seien besonders starke Felle besorgt worden.
Und das war gut fo.
In Goethes Faust schon heißt es: ,chu mußt es dreimal sagen!" Aber das genügt heute im Zeitalter der Masse und der Motoren nicht. Da hilft kein Flüstern und kein Säuseln. Da muh man sich durchzusetzen wissen. Da hilft kein Mundspitzen, da muß gepfiffen werden. Und wenn das Pfeifen nicht hilft, dann muß auch getrommelt werden. Mit kleinen Trommeln und auch mit der großen.
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Doch dieses nebenbei. Wichtiger ein Anderes: Was zog am Sonntag da an uns vorbei?
Fahnen? Musik? Junge Menschen? Katholiken? Deutsche?
Immer wieder klang ins Ohr das eine, hundert
und aber hundertmal wiederholte Wort von der „neuen Zeit".
Verstehen wir Steileren, zumal mir Kinder der „guten" alten Zeit, dieses Wort? Verstehen wir es?
Alle Welt klagt heute, und alle Welt stöhnt. Die Zeit ist ja schwer, sehr schwer, schwerer als manche andere. Aber wird es mit dem ewigen Kritisieren besser? Und hat nicht jede Zeit ihr besonderes Lebensrecht?
Es sind das vielleicht Banalitäten, was hier angedeutet wird. Sie sind es vielleicht nicht, wenn man diese Dinge anzuschauen versucht von einer höheren Warte — von der katholischen.
Doch, wir wollen nicht philosophieren. Wir wollen den färben- und tönereichen Eindruck dieses grandiosen Festzuges nicht von „des Gedankens Blöße ankränkeln" lassen.
Wir sagen nur (im Sinne der großen, gütigen Gedanken, die der Hochwürdigste Herr bei der Schluß- ansprache im Dom tief in die Seelen der Zuhörer senkte): Wenn ganz Deutschland im Geiste dieser zwölf Tausend marschierte — wir wären alle miteinander glückliche Menschen.
Lekemkniskag der kalhol. Zungsrauen der Diözese Fulda am 15. August in Fulda.
Wichtiger Ausruf an alle Iungfrauenvereine!
Der Tag Mariä Himmelfahrt soll für die katholische Mädchenwelt unserer Diözese zu einem Bekenntnis- tag werden.
Der Diözesanverband der katholischen Jungfrauenvereine steht im Dienste einer Bewegung. Bewegungen müssen von großen und starken Ideen getragen werden: von Ideen, die überzeitlich und doch stets zeitgemäß sind, von Ideen, die Wurzelboden finden in jeder Men scheu - feele, weil sie das Göttliche in ihr treffen, weil sie das Menschliche in ihr verstehen. Solche Ideen und Gedanken können in und mit den Menschen wachsen und können zur Großmacht werden, stärker und gewaltiger als Armeen und Technik, machtvoller als politische Körperschaften.
Die katholischen Jungfrauenvereine bekennen sich zur marianischen Idee. Sie ist Ausgangspunkt für die Formung der jungen katholischen Frauenwelt. Es gilt, Frauenart und Frauenwesen in Wirklichkeit und Leben von dieser Idee ganz zu durchdringen. Das Frau en- ideal ist für alle Zeiten der Menschheit ein Problem gewesen. Die heutige Zeit zerredet es. Untere Sern e g u n g aber ringt darum, es im katholischen Geiste über alle Zeitströmungen rein, immer neu und lebensvoll zu ge st algetreu dem Vorbild der Jungfrau und ten, getreu dem Vorbild der Jungfrau Mutter Maria.
Der Diözesantag am 15. August soll Ausdruck unserer Bewegung werden. Die erste große Heerschau, die zeigen wird, was wir sind, wie stark wir sind, was erreicht ist, und auch was noch nicht erreicht ist.
Wir beginnen mit einer Huldigung»- und Weihefeier vor und an die Gottesmutter im Dom, (dessen Hochaltar die Himmelfahrt Mariens darstellt).
Danach große Kundgebung im Stadtsaal.
Programm der Feier im Dom. Beginn 12.45 Uhr.
1. Lied: Komm' heiliger Geist. 2. Festpredigt des Generalpräses oder feines Stellvertreters. 3. Erneuerung der Weihe an die Gottesmutter. 4. Aussetzung. 5. Lied: Christen, laßt uns niederbeugen. 6. Lauretanische Litanei. 7. Segen. 8. Lied: O Maria Gnadenvolle.
Programm ber Kundgebung Im Sfabtfaal
1. Lied: Wir wollen zu Land ausfahren. 2. Sprechchor. 3. Begrüßung. 4. Festrede der Frl. ©erste, Düsseldorf. 5. Lied: Meerstern, ich dich grüße.
Die Lieder stehen im „Singeschiff". Die Vereine bringen ihre Wimpel mit, die Vereine Fuldas ihre Fahnen. Wimpel und Fahnen nehmen im Dom Aufstellung vor dem Hochaltar. Nach der Andacht ziehen die Fahnen und Wimpelträgerinnen durch die Mitte des Domes, dann die Vereine.
Der Zug zum Sfcb'faaL
lieber Domplatz, Ecke Schloß, Stadtsaal. In Viererreihen. Die Wimpel und Fahnen ziehen, gleichmäßig ■■■EaanHaMHnMHonHnDnMMBMQM
verteilt, mit dem Zug. Vor dem Stadtfaal warten sie, um bann gemeinsam einzuziehen.
Nach der Feier im SlabtfaaL
Teilnahme am Elisabeth-Spiel auf dem Kalvarienberg (nach freiem Entschluß der Vereine). 16 Uhr. Vereine, die teilnehmen wollen, melden sofort die Zahl der Teilnehmerinnen an Herrn Pfarrer Rübsorn, Fulda, Hirtsrain. Sonberpreife. Je größer die Zahl ber Teilnehmerinnen, desto günstiger die Preise. Pfarrer Rübsam wird Auskunft geben über die Höhe des Eintrittspreises und wird Eintrittskarten vermitteln. Im Interesse geordneter Kartenverteilung wird um sofortige Erledigung der Spielfrage gebeten. Dke Vereine vom Lande werden gern diese Gelegenheit benutzen, um im Jubiläumsjahr das Elisabethspiel: „Die Herrin der Wartburg" zu sehen. Nach dem Spiel erreicht man noch leicht die Abendzüge.
Herzliche Einladung ergeht an alle Jungfrauenvereine der Diözese, soweit es möglich ist, den 15. August durch gute Teilnahme zu einem großen Bekenntnistag zu machen. Unsere Losung sei: Für Christi Reich nach dem Vorbild Mariens.
kommt alle!
Das Diözesanpräsidium.
gez. Pfarrer Wehner, Diözesanpräses, gez. Frl. Lurch, Diözesanpräfektm.
Meine Mitteilungen.
Der 11. Neudeutsche Bundestag im Zeltlager.
Neudeutschland rüstet zum Bundestag und Bundes- und Zeltlager bei Schloß Oranienftein an der Lahn, vom 3 0. I u l i b i s 11. A u g u st.
Stellungnahme und Antwort zur heutigen Wirklichkeit und neuen Geistesströmungen will die Tagung. Zu den Hauptfragen werden grundlegende Referate gehalten; in den Arbeitskreisen werden sie im einzelnen besprochen. Der „Leuchtturm" teilt diese Uedersicht der Themen mit: Der starke Junge (Leib — Seele); der deutsche Junge (Deutschsein); der Frohbote Christi. „Gesamtinhalt: Der starke, deutsche Junge im Reich Christi".
Die ganze Bundestagung wird im Rahmen des Bundes-Zeltlagers stehen. „Was wir vom starken Jungen sagen, wird zugleich in straffer Zucht und gesunder Art gelebt. In deutscher Gemeinschaft wollen wir uns in ber Verschiedenheit der Stämme und Gaue der Einheit freuen und uns gerade in der mannigfachen Entbehrung, die ein Zeltlager mit sich bringt, geloben, unserem armen Volk zu dienen, wollen uns bewußt sein, wie reich wir sind an inneren Schätzen trotz aller Armut. Es soll ein frohes Leben werden. Dieses Frohsein soll kommen au» allen Lagerfreuden, aus einem Leben in der Reinheit, in der Kindschast Gottes, in der täglichen Eucharistischen Vereinigung mit ihm, dessen Brüder wir sind".
Kolpingssöhne mit ihren Bannern durch die Straßen. Die mitgeführten Schilder gaben ihr Wollen kund. Begeistert klang ihr Lied: Wir sind Kolpingssöhne, stolz in Kolpingsgeist. Einen solchen Aufmarsch, eine solche Disziplin hatte die Bevölkerung nicht erwartet und auch diejenigen, die hie und da aus den Fenstern „Heil Moskau" riefen, haben gesehen, daß der Gesellenverein ernst zu nehmen ist.
In der nachfolgenden Kundgebung brachte bann der Herr Generalpräses unser Wollen und unsere Forderungen vor aller Oeffentlichkeit klar und eindeutig zum Ausdruck. Ganz entschieden wenden wir uns im kath. Gesellenverein gegen das moderne Heidentum unserer Tage, das noch schlimmer ist, als das Heidentum unserer alten Vorfahren. Wir treten ein für die Erhaltung der christlichen Ehe und wenden uns entschieden gegen alles, was dazu dienen könnte unsere christlichen Familien zu zerstören. Wir wollen auch für die Familien unserer Kolpingssöhne die materielle Grundlage bauen helfen, ohne die ja ein glückliches Familienleben nicht möglich ist. Deshalb betreiben wir bei uns im Gesellenverein so intensiv die Weiterbildung im Beruf, deshalb haben wir unfere Sparkasse, deshalb unsere Sterbe- und Bausparkasse, deshalb unsere Wanderfürsorge, die dem jungen Menschen zur Ertüchtigung und Weiterbildung dienen soll, deshalb verwenden wir in unserem Gesellenverein so viele Mühe auf die Arbeitsvermittlung. Auf die Arbeitsnachweise unseres Gesellenvereins muß ganz besonders aufmerksam gemacht werden, haben dieselben im Jahre 1930 doch 11000 junge Kolpingsbrüder in Arbeit gebracht.
Der Herr Generalpräses ergänzte und vertiefte dann die Gedanken, die er am vergangenen Tage in der Führertagung vorgetragen hatte. Als er auf die furchtbare wirtschaftliche Not unserer Tage zu sprechen kam, bezeichnete er diese große Arbeitslosigkeit als eine Strafe Gottes, für die maßlose Hetze des Sozialismus und die Unvernunft des Kapitalismus, der feit feinem Bestehen die Arbeit nur als einen Fluch hingeste111 hatte. Gott will, so sagte er, dem
Menschen einmal wieder den Wert der Arbeit zum Bewußtsein bringen. An alle richtete er dann noch die Aufforderung, die Zeit der Arbeitslosigkeit auszunutzen, um sich weiter zu bilden und zu formen zu einem vollwertigen Manne. Wir dürfen in dieser Zeit nicht ein» rosten und verfaulen, sondern müssen die Augen aufhalten uns einen Platz in der Welt erkämpfen.
Die Worte, die der Nachfolger Kolpings am Abend in der Familienfeier sprach, richteten sich zum größten Teil an die Mädchenwelt. Jawohl, auch die Mädchen müssen den Kolpingssöhnen helfen und nicht hindernd im Wege stehen. Landessekretär Bagus ging dann noch in kurzen Worten auf das Entstehen und die Ge, schichte des K. G. V. Flieden ein, der ja an diesem Tage sein 5. Stiftungsfest feierte.
Und nun ist der Gesellentag vorüber. Die schwarz- goldenen Banner sind wieder eingerollt. Es war kein Fest, wie es wohl verschiedene erwartet hatten, kein Fest mit Klimbim und Tam-Tam, sondern der ganze Gesellentag war dem Ernst der Lage und den Erfordernissen der Zeit angepaßt. Die Gesellen sind nun wieder heim- gekehrt in den Alltag hinein. Und da heißt es nun arbeiten und schaffen. Zunächst einmal an sich selber. Jeder muß zu Hause den Menschen aus sich machen, den Kolping verlangt und den der Herr Generalpräses so klar gezeichnet hat. Denn diese Menschen, dies: Männer, die brauchen wir heute im öffentlichen Leben. Männer, die noch Knochen im Leib haben, die opferbereit sind und geradeaus ihren Weg gehen, unbekümmert um den Grimm und den Haß armer verhetzter Menschen. Wir brauchen Männer die keine Menschenfurcht kennen, fon» dem Christenstolz in sich tragen wie der Herr Diözesanpräses sagte. Und diese Männer, ihr Kolpingsbrüder, die sollen die Frucht des Gesellentages im „Königreich Flieden" sein.
An dieser Stelle sei auch allen Fliedener Bürgern, die gegenüber unseren Gesellen ihre Gastfreundschaft in so schöner Weise bewiesen haben, im Namen aller Kolpingsbrüder noch einmal recht herzlich gedankt.
Joseph Hennemann, j