Sportnachrichten der „Fuldaer Zeitung**
Radsport.
Meisterschafls-Radrenuen über die Hohe Rhön.
Der Fuldaer Rennfahrer psessermann R. L. Opel wieder erfolgreich.
Bei dem am gestrigen Sonntag veranstalteten Gaumeisterschaftsrennen des R.C. Petersberg über die hohe Rhön konnte der Fahrer Pfeffermann 5R. C. Opel, der seitherige Gaumeister, wieder den Meistertitel erringen. Aus einer 7 Fahrer starken Spitzengruppe löste sich Pfeffermann im Endspurt mit 4 Radlängen Vorsprung und ging damit als Sieger aus dem Rennen hervor. Pfeffermann hat durch diesen Sieg bewiesen, daß er mit zu den besten Rennfahrern des Gaues zählt.
Leichkathletir.
Ergebnisse der süddeutschen Volksturnmeisterschaften.
Jacobs-Fulda siegt für Frankfurter Sladksportverein im Sechskampf.
In Nürnberg fanden am Samstag und Sonntag die süddeutschen Volksturnmeisterschasten statt. Sie hatten folgendes Ergebnis: 800 Meter: 1. Mai, Bad Nauheim 2:01 Min. 2. Hagmeier, Eßlingen 2:02,7. 100 Meter: 1. Appel, Ludwigshafen 11,0 Sek. 2. Leipert, Heidelberg 11,1. Schleuderballwerfen: 1. Stiersorfer, Geiselhöring 59,47 Meter. 2. Wengenbach, Frankfurt a. M. 55,59. Hochsprung: 1. Haag, Göppingen 1,87,5 Meter. 2. Schuster, Bamberg 1,75,5. Steinstoßen: 1. Lorbeer, Bamberg 9,59. 400 Meter: 1. Single, Eßlingen 50,6. 2. Grübling, Bockenheim 52,3. 1500 Meter: 1. Wagener, Bockenheim 4:15,6. 2. Freund, Heidelberg 4:19. 200 Meter: 1. Appel, Ludwigshafen 22,3 Sek. 2. Babucke, Würzburg 22,6. 110 Meter Hürden: 1. Dinkler, Heidelberg 16 Sek. 2. Haag, Göppingen 16,4. Dreisprung: 1. Rummel, Haßloch 13.45 Meter. 2. Adey, Camberg 13,05 Meter. dasGß F sdam 2. Adey, Ludwigsburg 13.51 Meter. Kugelstoßen: 1. Wittmann, Würzburg 13,19 Meter. 2. Lorbeer, Camberg 13,05 Meter. Sechskampf Turner: 1. I a- cobs-Fulda für Stadtsportverein Frankfurt 557 P. 2. Tehrung, Augsburg 541,2 P. 3 mal 1000 Meter Staffel: 1. TGDe. Heidelberg 78 8:22,21. 2. TV. 46 Mannheim 8:24,3. 400 Meter Hürden: 1. Wagener, Ansbach 58 Sek. 2. Schreiweiß, Stuttgart 58,6. Weitsprung: 1. Wittmann, Pol. Würzburg 7,19 M. 2. Rummel, Haßloch 6,86 M. Diskuswerfen: 1. Würfelsdobler, München 39,36 M. 2. Zeller, Eichungen 38 M. 4 mal 100 Meter Staffel: 1. 1873 Würzburg 43,1. 2. TV. Ansbach 43,1 Brustbreite. 5000 Meter: 1. Fornoff, Darmstadt 16:17,2. 2. Heft, Landau 16,25 Meter.
Stabhochsprung: 1. Müller, Rottenburg 3,88 Meter (neue deutsche Turnerbestleistung). 2. Weber, Ansbach 3,60 Meter. |
Westdeutsche Athletik-Meisterschaften.
Westdeutschlands Leichtathletik-Meisterschaften nahmen am Samstag in Kassel ihren Beginn. Es fielen an diesem Tag bei den Männern bereits fünf Entscheidungen. Die Ergebnisse lauteten:
10 000 Meter: 1. Kilp-Düsseldorf 99 32:34.8 Min. 2. Obelde-Wissen 33:07.4 Min., 3. Seeger-Elchweiler 33:22.8 Min.
Kugelstoßen: 1. Werring-Groneu 13.42 Meter, 2. Kilo-Wetzlar 12.85 Mtr., 3. Lemperle-Köln-Marien- burg 12.83 Mtr.
Hammerwerfen: 1. Grimm-Paderborn 42.05 Mtr., 2. Jary-Marburg 37.74 Mir., 3. Geitsch-Duisburg 36.85 Mtr.
Hochsprung: 1. Busch-Viktoria Köln 1.80 Meter, 2. Kraatz-Hessen-Preußen Kassel 1.75 Mtr., 3. Elsing-Köl- ner BC. 1.75 Mtr. (durch Stechen entschieden).
Am zweiten Tage sanden sich auf der Hessenkampfbahn in Kassel 4 0 0 0 Z u s ch a u e r ein, denen bei gutem Wetter und einwandfreien Bahnen wieder famose Leistungen geboten wurden. Besondere Erwähnung verdient die glänzende Zeit von 3:58.8 Min., die der wesentlich verbesserte Schaumburg -Oberhausen über 1500 Meter erzielte. Roller- Köln durchlief die 400 Meter ohne stärkere Konkurrenz in 49.8 Sek. Jonath- Bochum und Kilp-Düsseldorf wurden Doppelsieger. Der erfolgreichste Verein war Düsseldorf 99. .
Die Ergebnisse: 200 Meter: 1. Jonath- Bochum 21.4 Sek., 2. Hendrix-Aachen 22 Sek., 3. Schau- rich-Hessen-Kassel 22.4 Sek. — 100Meter:l. Jonath- Bochum 10.5 Sek., 2. Hendrix-Aachen 10.8 Sek., 3. Kre- mer-Köln 11 Sek. — 400 Meter: 1. Nöller-Köln 48.8 Sek., 2. Bergmann-Duisburg 49 Sek., 3. Höcke-Köln 49.2 Sek. — 800 Mieter: 1. Lefebre-Düsseldorf 1:56.4 Min., 2. Cornelius-Bochum 1.57 Min., 3. Lagowski-Hörde 1:57.7 Min. — 1500 Meter: 1. Schaumburg-Oberhausen 3:58.8 Min., 2. Dreesen-Düsseldorf 99 4:07.4 Min., 3. Gerull-Duisburg 4:10.3 Min. —5 0 00 Meter: 1. Kilp-Düsseldorf 15:31.5 Min., 2. Obelode-Wissen 15:58.4 Min., 3. Gerhard-Gießen 16:08.4 Min. — 110 Meter Hürden: 1. Pollmann-Duisburg 15.7 Sek., 2. Stöckmann-Duisburg 99 15.8 Sek., 3. Sobottka-Hesten- Pr.-Kassel 16.6. Weitsprung: 1. Mölle-Köln 7.29 Meter, 2. Kring-Duisburg 7.04 Meter, 3. Lehmann-Büderich 6.81 Mtr. — Speerwerfen: 1. Metzdorf- Dortmund 59.00 Mtr., 2. Vögelin-Münster 56.73 Mtr., 3. Klanna-Bochum 52.80 Meter. — Stabhoch: sprung: 1. Born-Bochum 3.60 Mtr., 2. Dünkel-Dortmund 3.50 Mtr., 3. Zwytza-Bochu.m 3.40 Mtr. — Diskuswerfen: 1. Hoffmeister-Münster 41.02 Mtr., 2.
Kilo-Wetzlar 40.53 Mtr., 3. Gotisch-Duisburg 39.64 Mtr. — 400 Meter Hürden: 1. Kürten-DLsseldorf 56.2 Sek., 2. Reutter-Krefeld handbr. zurück, 3. Esser-Büderich 56.3. — Zehnkampf: 1. Lempetle-Köln 6915.52 Punkte, 2. Geis-Bielefeld 5823.10 Punkte, 3. Darthmann- Bielefeld 5493.59 Punkte. — 4 mal 100 Meter: 1 Tus-Bochum 41.8 Sek., 2. Kölner BC. 42.2 Sek., 3. Duisburg 99 42.4 Sek
Fuhball.
Süddeulschlands Fußballausschuß demissioniert.
In der Leitung des süddeutschen Fußball- und Leichtathletik-Verbandes hat sich ein für die Zukunft des Verbandes nicht unwichtiger Fall ereignet. Der Vorsitzende des Verbands-Fußballausschusses, W o hl- sch l e g e l-Offenburg, ist von seinem Posten zurückgetreten und auch sein ständiger Mitarbeiter Vogel hat sich ihm angeschlossen. Die Geschäfte des V. F. A. sollen, wie wir erfahren, vorerst von P l e s ch-Karls- ruhe durchgeführt werden. Ursache für den Wohl- schlegelschen Rücktritt soll ein Eingriff des Verbandsvorsitzenden Kartini in die Funktionen des Fußballobmannes gelegentlich des Entscheidungsspieles zwischen FC. Freiburg und FB. Offenburg sein.
Rudersport.
(Siebener Ruder-Regatta.
Bei günstigem Detter gute Erfolge.
Die 26. Gießener Ruder-Regatta, die zugleich als Iubiläums-Regatte des Lahn-Rsgattaverbandes aufgezogen wurde, nahm am Samstag ihren Anfang. Von den 23 gemeldeten Vereinen erscheinen 21 am Start. Außerdem fielen auch einige Rennen wegen ungenügender Meldung oder Zurückziehung ganz aus und im Uebrigen gab es ziemlich viel Zweikämpfe. Die Rennen wurden durch Windstille und glattes Wasser begünstigt. Den besten Eindruck hinterließen die Mannschaften der Gießener Rudergesellschaft, die 4 Rennen gewinnen konnten. (Bahnlänge 2000 Meter.)
Die Ergebnisse:
Vierer: 1. Gießener R. G. 1877 7:05. Weilburger R. V. aufgegeben. Erster Jungmann-Vierer: 1. Saarbrückener Undine 6:50. 2. Offenbacher I. V. 1874 6:59. 3. R. C. Kassel Kurhessen 7:09. Jungmann-Einer: 1. Joedt Gießener R. G. 1877 nicht gezeltet. Fleischhauer Offenbacher Undine aufgegeben. Erster Vierer: 1. Offenbacher R. V. 1874 erhält den Preis zugesprochen. Mühlheim zurückgezogen. Zweiter Vierer: 1. R. E. Nassovia Frankfurt-Höchst 6:58. Gießener R. G. 1877 und Offenbacher R. V. 1874 aufgegeben. — Anfänger Vierer: 1. Hassia Gießen 6:55,8. 2. Gießener Rudersportverein nicht gezettet. Zweiter Einer: 1. Leitz jr., Wetzlarer R. C. 7:04,8. 2. Joedt, Gießener R. C. 7:06. Erster Junior Vierer: 1. Saarbrücker R. G. Undine 6:51,4. 2. R. C. Hansa Dortmund aufgegeben. Doppelzweier: 1. Joedt-Timpe, Gießener R. G. 6:31,8. Homberger R. K. aufgegchen. Trost-Vierer: 1. Frankfurter R. G. Sachsenhausen 6:56. 2. Frankfurter R. C. 6:57,4. Zweiter-Achter: 1. Gießener R. G. 5:48,8. 2. Offenbacher R. V. 5:49.
Am zweiten Tage gab es besseren Sport als am Vortage. Diesmal sah man Kämpfe nicht nur am Schluß des Rennens, sondern über die ganze Strecke.
Sehr gut war der Besuch, zufriedenstellend auch die Wasser- und Windverhältnisse. Der relativ erfolgreichste Verein war Undine Saarbrücken, aber auch die Gießener Ruder-Gesellschaft hatte am zweiten Tage sehr schöne Erfolge.
Die Ergebnisse: Adolf Fischer Gedächtnis-Vierer: 1. Gießener R. G. 7:06.8. 2. Marburger R. V. 7:16.2. Erster-Vierer: 1. Frankfurter R. G. Germania 6:58.6. 2. Offenbacher R. V. 7:01.2. Jungmann-Achter: 1. Undine Saarbrücken 6:20.4. 2. Gießener R. G. 6:29,4. B-Jungmann-Vierer: 1. Marburger R. D. 7:09. 2. Hassia Gießen 7:11.2. Vierer o. Steuermann: 1. Offenbacher R. V. 6:41. 2. Frankfurter R. G. Germania 6:55. Junior-Einer: Ioedt-Gießen erhält den Preis zugesprochen. Dritter-Vierer: 1. Frankfurter R. G. Sachsenhausen 6:49. 2. R. C. Hansa Dortmund. 3. Offenbacher R. V. 7:34.2. Lahn-Achter: 1. Gießener R. G. 6:21.4. 2. Gießener R. C. 6:34.2. Zweiter Junior-Vierer: 1. Weiburger R. B. 6:51. 2. R. V. Bad Ems 7:00.4. 3. Frankfurter R. G. Sachsenhausen 7:47.
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Das Solifnderennen in Stuttgart.
Internationale Besetzung. — Auch Kahrmann gestartet.
Das Ziel der Massen war am Sonntag in Stuttgart und Umgebung die Solituderennstrecke. Wohl 80 000 Zuschauer hatten sich eingefunden und sahen in allen Klassen spannende Kämpfe. Obwohl die Veranstaltung von strahlendem Sommerwetter begünstigt war, gab es doch einige schwere Stürze. So mußte der Stuttgarter Ausweisfahrer mit einer schweren Kopfverletzung und einem Oberschenkelbruch ins Krankenhaus eingeliefert werden, auch der Nürnberger Adam zog sich eine schwere Gehirnerschütterung und wahrsechinlich Schädelbruch zu. Der Endsieg schien lange für NSU. eine sichere Sache, er führte bis zur letzten Runde, als ihn ein Maschinenschaden aus dem Rennen warf. Damit war für den Engländer James Guthree der Weg zum Siege frei. Mit einem Stundenmittel von 111.5 Klm. schuf er einen neuen Streckenrekord (Zeit 1:47: 00,4) und erwarb sich damit den Staatspreis von W ü r tt e m b e r g als absolut schnellster Fahrer des Tages. Bei den Ausweisfahrern suhr der Stuttgarter Taxis (Norton) mit einem Stundenmittel von 107 Klm. die schnellste Zeit.
Auch der Fuldaer Rennfahrer Ka h r m a n n beteiligte sich an dem Rennen, ausnahmsweise ohne Erfolg. In der A-Klasse bis 250 ccm belegte er auf Hercules- Jap den fünften Platz mit 1:42:52.3. Seine stärkste Konkurrenz im Kampf um die deutsche Meisterschaft, der Rennfahrer G e i s-Pforzheim siegte in derselben Klasse auf DKW. mit 1:36:01,2.
Spotf-Jteuigteiten in kürze.
Der deutsch-südafrikanische Tenniskampf in Berlin endete mit einem schönen 8:2 Sieg der deutschen Mannschaft.
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Ernie Schaaf, ^>er junge deutsch-amerikanische Schwergewichtler, schlug in Boston Jim Maloney, der u. a. Camera bezwungen hatte, in der dritten Runde k. o.
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Die elfte Etappe der Tour de France nrndk im Endspurt von di P a c c o-Jtalien vor dem Fran
zosen Pellissier gewonnen. Eine halbe Minute später traf eine 17köpsige Gruppe ein, in der sich auch die deutschen S t ö p e l und Thierbach befanden.
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Bei den holländischen Tennismeisterschaften in Noordwik konnte der Rheinländer Kuhlmann den japanischen Davispokalspieler H. Satoh in vier Sätzen schlagen und sich damit für das Endspiel qualifizieren.
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Im Großen Preis von Nürnberg, einem 100 Klm.-Dauerrennen in drei Läufen, siegte Hille vor Wolke, Schäfer, Gay (Frankreich) und Damerow.
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Der frühere Europa-Boxmeister im Mittelgewicht, der Franzose Marcel T h i l, schlug am Freitag in Paris den amerikanischen Weltmeister Vince Dundee über 12 Runden verdient nach Punkten.
Mr atmen auch durch die Hauk!
Unter Atmung in engerem Sinne versteht man die Ausscheidung der verbrauchten Luft mittels der Lunge und ihrer Anschlußorgane und die Einführung neuen Luftmaterials. Im weiteren Sinne bezeichnet man jedoch als Atmung jeden fortgesetzten Stoffwechsel. Der wichtigste fortgesetzte, sich unaufhörlich vollziehende Stoffwechsel ist derjenige, der durch die Haut vermittelt wird. Schon die älteste Medizin ahnte etwas davon, welche Bedeutung der „Hautatmung", um uns so auszudrücken, zukommt. Schon Paracelsus und Leonardo da Vinci gaben der Ansicht Ausdruck, daß ein Drittel sämtlicher Krankheiten dadurch geheilt werden könne, daß man die Krankheitsstoffe durch die Haut ausscheide, und schrieben daher dem Schwitzen hohe Bedeutung zu. Wirklich nachgewiesen wurde der sich durch die Haut vollziehende Ausscheidungsvorgang jedoch erst im 18. Jahrhundert. Man fand, daß der Haut beim Menschen dieselbe Rolle zufalle wie den Blättern am Baume. Genau so wie ein Baum nicht existieren kann, wenn die Blätter nicht ihre Funktion erfüllen, kann auch der Mensch ohne die Funktion der Haut nicht existieren. Störungen derselben führen zu allerhand Stoffwechselkrankheiten wie Rheumatismus, Zuckerkrankheit und Gicht. Wird ein größerer Teil der Haut außer Funktion gesetzt, wie z. B. bei Verbrennungen, so führt dies unweigerlich zum Tode. Die Mengen nun, die von der Haut täglich ausgeschieden werden, lassen die Wichtigkeit der Hautatmung erkennen. Sie betragen täglich etwa 800 Gramm, hauptsächlich Luft (Kohlensäure) und Wasser. Aber auch 1 Prozent fester Stoff werden ausgeschieden. Ein erwachsener Mensch verliert durch die Haut täglich ein Siebzigstel seines Körpergewichts. Ein Vergleich mit der Harnausscheidung ergibt, daß die beiden Ausscheidungen sich ungefähr die Waage halten. Genau wie die Lunge vermittelt sie die Abgabe von Kohlensäure und die Einatmung von Sauerstoff. In den lateinischen Wörtern für die Hautsunktion: Perspiration und Transpiration (Schwitzen), die von dem Worte spirare, atmen, abgeleitet sind, kommt die Gleichförmigkeit der Lungen- und der Hautfunktion zum deutlichen Ausdruck.
Manöver der amerikanischen Luftflotte auf hoher See.
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Luftschiff „£«5 Angeles" (Z. R. III) überfliegt das riesige Flugzeugmutterschiff „Lexmgton".
Dieses eindrucksvolle Bild veranschaulicht die militärischen Machtmittel, die Amerika im Falle eines Krieges einzusetzen hätte. Hunderte von Flugzeugen können mit einem Flugzeugmutterschiff über den Ozean gebracht werden und von Luftschiffen unterstützt ihre vernichtende Bombenlast über feindliche Schiffsgeschwader oder gar das Feindesland selbst abwersen.
Deutsche Miniaturstädte.
Die am geringsten bevölkerten Städte gibt es im Hannooerlande. Diese Tatsache des Bestehens von Zwergstädten dürste selbst in Niedersachsen nur wenig bekannt sein. Es sind Gemeinwesen, die schon in alter Zeit, unter den Herzögen von Lüneburg ober den Gra- fen von Hoya Stadtgerechtsame erhielten. Fast ein Dutzend .Ortschaften sind es, von denen noch nicht eine 1000 Einwohner zählt.
Im Regierungsbezirk Hannover, zum Teil nicht weit von Vororten der ausgedehnten, aufstrebenden Halbmil- milionenstadt entfernt, zum Teil der Grafschaft Hoya zugehörig, sind es: Sauen ft ein mit 966, Lemförde mit 816, Drakenburg mit 863, Barenburg mit 613, Neubruchhaufen mit 736, und Siedenburg (Grafschaft Hoya), das mit feinen 585 Einwohnern als die kleinste deutsche Stadt anzusprechen ist.
Im Regierungsbezirk Hildesheim zählt das Städtchen Hedemünden 893 Einwohner, und im lüne- burgischen Regierungsbezirk der alte Herzogfitz Hitz- ackergar nur 823 Bewohner. Im Lüneburgifchen liegt auch die noch weit geringer bevölkerte Stadt Schnak- k e n b u r g mit 603 Einwohnern.
Im Regierungsbezirk Osnabrück ist noch die Stadt Freren mit 868 Einwohnern zu erwähnen.
Sämtliche Einwohnerzahlen entsprechen der Volkszählung vom Jahre 1925. Alle Miniaturstädte führen auch noch Ortswappen. Siedenburg, der Zwerg unter den Zwergstädten, hat ein in Gold gestieltes, grünes Kleeblatt; allerdings nur ein — dreiblättriges! H. R.
Tagessprüche.
— Und das Gesinde mag fein, wie es will, wenn die Frau nicht hinten und vorne ist, so kommt doch nichts zustande. (Goethe.)
— Die Natur ist das einzige Buch, das auf allen Blättern großen Inhalt bietet. (Rückert.)
— Gemäßigte Trauer ist der Toten Recht, aber übertriebener Gram der Lebenden Feind. (Shakefpear.)
Moderne fiunff im Schaufenster.
III.
Die Bilder Binzenl van Gogh's.
Will man die Kunst in ihrem tiefsten Wesen erfassen, fo muß man sie dort belauschen, wo sie sich am ursprünglichsten entfaltet, wo sie in ihrem innersten Sein am deutlichsten zu Tage tritt. Eine solche Kunstform muß Abstraktion und Typisierung in ihrem Wesen vereinen, muß also ganz imaginativ sein. Sie muß von der äußeren Form zur Seinsform führen, muß die Seinsform darstellen. Alles Zufällige, Einmalige muß abgestreift sein, nur große Flächen, Linien, die Kratt des Rythmus muß zum methaphystschen Erleben führen.
Das Großflächige ist bei van Gogh noch dadurch gesteigert worden, daß sie aus ungezählten Strichen zusammengesetzt ist und so das Züngelnde, Flammende, das Unruhige in die Bilder bringt. Die Fläche ist insofern gewahrt, als die Plastik — als nicht wesensnotwendig — bei den meisten Werken etwas zurückgedrängt ist. Das Flächige ist aber auch insofern gewahrt, als die dargestellten Objekte nicht unwesenhafte Merkmale enthalten, sondern nur solche, die dem Bildgedanken dienen.
Bildgedanke ist künstlerisches Erleben. Künstlerisches Erleben ist aber das tiefste, was den Meister beseelt. Eng ist es mit seinem Leben verbunden. Beide verwachsen zu einem Wesen. Dieses Moment tritt bei dem einen auf Umwegen, ganz still und fast versteckt in Erscheinung z. B. bei Feuerbach. Bei dem andern hingegen ist der Impuls des Meisters so heftig, so stark, daß die Bilder nicht die Natur durch das Temperament des Meisters gesehen darstellen, sondern das Temperament die Leidenschaft und das Drängen des Künstlers. Die Natur wird dann zum Symbol des Geistigen. Ein solcher Künstler will nicht mittelbar den Gedanken gestalten,
sondern unmittelbar. Ein solches Wollen kommt in Konflikt mit der Wirklichkeit d. h. mit der natürlichen Form. Natur und Uebernatur sind eben durch verschiedene Symbole darzustellen. Und so verstehen wir, daß sich die Form dehnen und recken muß, um den gewollten Ausdruck herbeizuführen.
Vincent von Gogh war ein solcher Künstler. Er liebte keinen Vergleich, kein Gleichnis, er erstrebte eine Verkörperung der Idee. Er selbst hat diesen Gedanken freilich nicht ausgesprochen, aber er war es, der sein Leben zermürbte. Ich möchte die Bilder am liebsten seine materialisierte Seele nennen.
Das letzte Werk des Meisters zeigt dieses wohl am deutlichsten. Zwei Stünden vor seinem Tode hat er es geschaffen und die Schatten der nahenden Schicksalsstunde hat Vincent in unerhörter Weise im Bilde fest- gehalten.
Kornfelder mit schwarzen Vögeln.
Felder schreien auf zum Himmel
Wie die Schlange schleicht der Weg
In die Ferne!
In die Ferne!
Düster schweben Schatten nieder Brausend wogt das Aehrenfeld Und gespenstisch Geistern Böget Spinnend Schicksal — Violett und blau und dunkel Gärt und zischt das Wolkenmeer . . . Schicksal peitscht die zage Seele Die sich aufbäumt in dem Schmerz Schicksal peitscht! — Ein Schrei hallt schaurig gellend antwortet Natur — Ewigkeit drängt sich zur Erde Dunkles Ahnen wird gewiß .
Fiebernd blickt die kranke Seele Ewigkeitumrauscht empor' —
Felder schreien auf zum Himmel
Wie die Schlange schleicht der Weg. . ,
Auch das Selbstbildnis schwingt in diesem unruhigen Rythmus. Hier muß der Intuition eines jeden Einzelnen freier Spielraum gelassen werden. Worte wirken nur profan.
Zum Selbstbild.
Ewiges Kreisen und Fliehen und Stampfen
Ewiges Flammen und brausendes Leben
Menschlein — mitgeriffen — erschauert
Vor dem unendlichen Wirken den Seins--
Mitgerissen
Mitentflammt
Schauderdurchrast:
Da das Weltall zum Ganzen sich ordnet
Und die Seele ganz einsam sucht---
Flackernde Augen
Zitterndes Zagen
Mensch hat kein Auge
Für ewiges Sein
Er kann nicht denken
Denken zersrißt nur
Die dunklen Rätsel
Löst erst der Tod--
Denke den Kosmos!
Denke den Schöpfer!
Denke die Seele!
Denke dich selbst!
Menschlein erzittert
Und Ewigkeit
Braust um ihn her . . .
Aus dieser Stimmung heraus sind auch die übrigen Bilder zu verstehen. Die Brücke bei Arles kündet vom „Drama der Erde". Breit ausladend zieht sich ein einsamer.Weg in die Ferne. Symbol!
Vincents Seele spiegelt sich in jedem Bilde. Auf den ersten Blick will das Werk: Vincent eilt zur Arbeit, wie ein Momentbild erscheinen. In unerhörter Far
benpracht schillert der Sand. Und über diesem Sande huscht wie ein Gespenst der dunkle Schatten des Eilenden. Dieser Schatten war für den Meister so wesentlich, daß er den der Bäume wegließ, um feinen eigenen um so stärker hervortreten zu lassen. Ein Schatten verfolgte Vincent auf Schritt und Tritt.
Menschlein renne Renne — renne! Du entrinnst nicht Deinem Geschick!
Diese Zeilen waren für van Gogh gleichsam da» Motto seines Lebens. Felder bei aufsteigendem Unwetter! Denken wir daran!
Wie ein Spiegel sind die Gemälde, aus denen un» das leidgequälte Auge ihres Schöpfers entgegenblickt. „Verzückter Wahnsinn" hat einmal ein Kritiker da» Künstlertum van Goghs bezeichnet. Wahnsinn ist hier nicht als Blödsinn zu verstehen, sondern als des Dramas letzter Akt.
Heute stehen große Preise unter den Bildern van Goghs und als er sie schuf, mußte er darben. Künstlerschicksal!
Es ist freudig zu begrüßen, daß wir gute Drucke von den Bildern des großen Holländers haben. Sie sind als ein Ersatz für die Originale vollauf anzusprechen, Freilich bleibt jeder Druck, und fei er auch noch so orgi- nalgetreu, ein Ersatz. Wenn man aber die Hanssten- gel-Drucke vor sich hat, dann will man gar nicht glauben, daß man nur ein Bild des Originals vor sich hat. Es liegt mir vollständig fern, irgend welche Reklame zu treiben. Wahre Kunst dem Volke näher zu bringen, da» ist der alleinige Zweck dieser Zeilen. Gerade heute ist der Rus nach Wahrheit groß. Warum aber gehen wir nicht energisch vor gegen den scheinheiligen Kitsch? Warum berauschen wir uns an der Schminke? Wirkliche Kunst verabscheut Schönheitsmittelchen, denn auch sie strebt zur Wahrheit, zum Licht.
Willibald Stöber.