Einzelbild herunterladen
 

Dienstag, 14. Juli 1931

M.159

nationalsozialistische

Sommer gemacht

Weg damit vom

Als es zur großen Pleite kam, haben die Lahu- fens nichts davon wissen wollen; jedensalls: vor dem Konkursrichter haben sie sich „nichts davon angenommen".

Im großartigen Gebäude am Richtweg in Bremen, in dem die Zentralverwaltung des „Nordwolle"-Konzerns residiert, rvar heute vor einem Jahre, im Juli und August 1930, das Hauptquartier der Nationalsozia­listen. Wir sind bereit, die Nummer des Kon­tors zu nennen. Und nicht wir allein: eine ganze

Monatlich 1.80 einschlietzl. Postgebühr <48 Pfgi ohne Zustellg. Anzeigen-Preise: Kleinzeile (Sol.) lokal 0.15 RM., auswärts 0.20 RM. Reklamezeile: lokal 0.60 RM., auswärts 0.80 RM. Bei Wiederholungen Rabatt Postschecks krankt a M 4051

Verlängerung des Ueberbrückungskredites in Höhe von 100 Millionen Dollar über den 16. Inst hinaus aus keine unüberwindlichen Schwierigkeiten stoßen dürste, da ziemliche Einmütigkeit über die Notwendigkeit der Verlängerung besteht. Als viel schwieriger wird die Frage angesehen, welche weiteren Kreditmöglichkeiten für Deutschland geschaffen werden können. Der Eindruck ist der, daß die Bank für den Jnrernatio- nalen Zahlungsausgleich seit ihrem Bestehen sich noch nie einer so ernsten Situation gegenüber besunden hat wie der heutigen.

Englische Blätterstimmen.

wtb. London, 13. Juli. (Eig. Meld.) „Daily Herold" schreibt zur deutschen Krise: Der Besuch des Premierministers und Hendersons in Ber» ®tn, wo sie mit den Deutschen über die Schulden» frage sprechen werden, wird vielleicht eine be­ruhigende Wirkung ausüben und Leute zur Besinnung bringen, die den Kopf verloren haben. Weder Macdonald noch der Staatssekre­tär des Aeußern werden den Wunsch haben, ein Dicktat ergehen zu lassen, aber sie sind Minister, die in einer Krise Vertrauen verdienen. Wie gestern abend verlautete, hegt der Premierminister die bestimmte Hoffnung, daß eine Lage geschaffen wird, die Deutschland und die Welt vor einer Katastrophe bewahrt. Der Korrespondent der „Mormng Post" schreibt: Die Wiederherstel­lung des Vertrauens in Deutschlands finanzielle Lage ist f e h l g e s ch l a g e n hauptsächlich infolge der zeitraubenden Verhandlungen, die sich in Frankreich abspielten. Inzwischen hat die Inanspruchnahme der Reserven der Reichsbank fortgedauert. Aber es liegt nicht rm Interesse irgendeiner Nation, daß die chaotische Lage fort- dauert, wie sie vor der Stabilisierung der Mark herrschte. Wenn Deutschland zahlungs- unfähig werden würde, so. würde die Hoffnung auf Besserung der Lage des Welthandels einen äußerst schweren Schlag erleiden. Weitere Meldungen siehe unter Letzte-Nachrichten.

land weiß genau so gut wie Büro bei „Nordwolle" die Wahlprovaganda im vorigen und betrieben worden ist.

Aber das alles nebenbei.

In äußerster Lebensgefahr.

Deutschlands Wirtschaft braucht sofortige Auslandshilfe Berliner Aokstands-Matznahmen.

Sie Börsen für zwei Tage geschloffen.

„Aordwotle" hak die Danat-Vank umgeworfen. — Die Reichsregierung ringt um die Rettung aus den von ihren Haupt-Gegnern heraufbefchworenen Gefahren.

Anzahl unserer Kollegen in den Redaktionen der Zentrumsblätter von Berlin und Nordwestdeutfch- rr-ir, von welchem

Tisch. Daß die Lahnsens, alle drei Brüder, f o - zialpvlitisch reaktionär waren bis auf die Knochen, daß sie in Bremen die G e ld ge b e r und Antreiber des Rechtsradikalis­mus waren, kümmert und ■ beschäftigt uns in diesem Falle ganz und gar nicht. Oder höchstens ganz beiläufig.

Es folgen dann scharfe Vergleiche zwischen dem Schicksal, dem ein fahrlässiger Lokomotivführer rechtlich ausaeseßt ist und dem, was der Leiter eines solchen Konzerns, der das Schicksal Hunderter und Tausender zu verantworten hgt, riskiert.

Die auswärtige Hilfe.

Amerika berät, was es für Deutschland tun kann.

wtb Newyork, 13. Juli. (Eig. Meldg.). Newyorker Morgenblätter äußern die Annahme, daß die amerikanischen Großbanken zusammen mit der Reservebank sich an der Kreditaktion für Deutschland betei­ligen werden. Diese Annahme stützt sich vor allem auf die Tatsache, daß am Sonntag eine ausgedehnte Konferenz im Gebäude der Federal- Reservebank stattgefunden hat, an der führende Newyorker Bankiers, unter ihnen Parker Gil­bert und der stellvertretende Staatssekretär Mills teinahmen. Die Beschlüsse dieser Bankiers- Konferenz, die nicht veröffentlicht wurden» sind jedoch der BIZ. mitgeteilt worden.

Die Morgenblätter führen weiter aus, daß die amerikanische Regierung sich von einer direkten Beteiligung an einer weite­ren Lösung des deutschen Kreditproblems schon deshalb fernhalten müsse, weil das Kreditproblem infolge der letzten politischen Forderungen Frank­reichs auf ein Gebiet führe, dem sich Amerika tra­ditionell fern halte, ferner auch, weil es sich, ab­gesehen von diesen politischen Komplikationen, um ein rein wirtschaftlich-finanzielles Problem handele, dessen Lösung schließe je­doch die Tatsache nicht aus, daß die amerikanischen Botschafter in Berlin und in Paris die westere Entwicklung genauestens verfolgen.

Ein von Botschafter Sackett an die ameri­kanische Regierung gesandtes Telegramm über Deutschlands ernste Finanzlage hat in Washington einen starken Eindruck gemacht, besonders in seinem Hinweis auf die etwaigen Folgen, die durch die Entwicklung der deut­schen Finanzen entstehen könnten.

*

wtb. Washington, 13. Juli. (Eig. Meld.) Der stellvertretende Staatssekretär Castle erklärte, daß die amerikanischen Bankiers bereit seien, an einer Hilfsaktion für Deutschland teil­zunehmen. In Regierungskreisen verlautet je­doch, daß die amerikanische Regierung selbst keine Aktion erwäge.

Heue Sitzung des Reichskabiuells.

ERB. Berlin, 13. Juli. (Eig. Meldg.). Das Reichskabinett ist um 11.30 Uhr wieder zusam­mengetreten, um die Beratungen der vergange­nen Nacht, die gegen 3 Uhr ihren Abschluß fan­den. fortHführen. Im Mittelpunkt dieser Sitzung steht die Ng t v e r o r d n un g, die das in den frühen Morgenstunden veröffentlichte Kom­munique angekündigt hat.

* Einweihung des Kriegsgefangenen-Ehrenmals bet Hohenstein. In einem der zahlreichen Bögen des Nationaldenkmals zur Erinnerung an die Schlacht bei'Tannenberg wurde Sonntag­mittag von der Reichsvereinigung ehemaliger Kriegsgefangener zum Andenken an die für das Vaterland in der Kriegsgefangenschaft gestorbenen Kameraden eine überlebensgroße Gestalt mit der Geste des die Fesseln zerbrechenden Mannes ent- hüllt.

* Zwei junge reichsdeutsche Reisende, Reinhoch Ense und Paul Kuhle, die am Mittwoch aus Finnland nach Riga gekommen waren, warfen vrerFen st erscheinender deutschen Ge­sandtschaft ein. Sie wollen die Tat angeblich aus Rache dafür begangen haben, daß ihnen von der Gesandtschaft eine Geldunterstützung zur Heim­reise verweigert worden sein soll. Die beiden Täter wurden verhaftet. — Solche Elemente heben das deutsche Anfehen im Ausland nicht!

anschließend erfolgte die Forderung, daß die Be- zabluna der Arbeitslosigkeit befristet abzuschasten und zuql-ich die Zwangswirtschaft öffentlicher und privater Natur, vor allem der Zwangslohn, mit sofortiger Wirkung aufzuheben sei. Wenn man mit dem Generalstreik drohe, so werde man ant­worten, der Generalstreik der Unternehmer sei weit wahrscheinlicher. Diese Stellungnahme hat in ernsthaften politischen Kreisen nicht geringes Aufsehen erregt. Man hält sie, ungeachtet der Notlage der Industrie, schon aus taktischen und rein seelischen Wirkungen auf die Arbeiterschaft für außerordentlich gefährlich und verfehlt. Die Christlichen Gewerkschaften Sachsens haben schärf­sten Protest erhoben.

Ein Sonntag liegt hinter uns, an dem alle, die in Herz und Geist das deutsche Schick­sal miterleben, in innerster Erschütterung dar­an dachten: was kommt jetzt? Wie werden diese tapferen Männer, die in Berlin die Last der Re­gierung zu tragen haben, jetzt den neuen Lebens­gefahren auszuweichen suchen, die von auswär­tigen Widersachern und von Narren und — was noch schlimmer ist — von Hasardeuren im Innern aufgetürmt werden? In erster Linie handelt es sich bei den Gefahren um Geld, um Wirtschaft. Aber man erschrickt viel mehr, wenn man die geistige Verfassung des deut­schen Volkes sieht. „Die im größten Saal Leip­zigs versammelten Studenten" haben in einer Kundgebung den Kanzler Brüning öffentlich als „Vollstrecker französischer Willkür" brandmarken wollen. D. h. grüne Jungen, die etwas lernen sollen, maßen sich in einem Augenblick kritischer Gefahr für das Reichsschiff an, den Steuermann der gegen die Wellen kämpft, zu bespucken. Und so etwas ist möglich und wird schließlich noch von gewissen Leuten, die älter sind und reifer sein sollten als die Studenten, gelobt! Muß man da nicht verzweifeln?

Die deutsche Reichsregierung hat den Mut, weiterzuarbeiten, obgleich die Schwierigkeiten sich gesteigert haben und die Lösung noch in weiter Ferne liegt. Samstag und Sonntag, bis tief m die Nächte, tagte die Reparationskommission der Regierung, zeitweilig erweitert durch die Bank­männer unter Führung Dr. Luthers, der zunächst seinen Stellvertreter nach Basel geschickt hat und selbst in Berlin geblieben war. Inzwischen ist er am Montag vormittag nach Basel geflogen. Die Ergebnisse der Verhandlungen entsprechen den neu aufgetauchten Problemen. Unter letzteren ist das Aufsehen erregendste

die Schwierigkeit der Danak-Lank

Die 'hnnatbanf, wie die Darmstädter und Natio­nalbank (bis 1925 auch in Fulda vertreten) kurz ge­nannt wird, hat in starker Geschäftsverbindung mit „Nordwolle" gestanden. 80 bis 100 Millionen Reichsmark soll ihr Verlust bei Nordwolle betragen. Schon seit Tagen wurden die Folgen dieser Betei­ligung an der Katastrophe der Nordwolle erörtert. Jetzt sind sie da. Eine Meldung aus Berlin besagt:

Die Darmstädter- und Nationalbank hat mitge­teilt, daß sie genötigt sei, ihre Schalter am Montag geschlossen zu halten. Die Reichs­regierung hat die Darmstädter und Nationalbank zu folgender Erklärung ermächtigt:

Die Reichsregierung wird aufgrund einer im Laufe des Montags ergehenden Notverordnung des Herrn Reichspräsidenten durch volle Garan­tieleistung für alle Einlagen für eine ruhige Abwicklung der Geschäfte der Danatbank Sorge tragen.

Mit Rücksicht auf die Bedeutung der eingetrete­nen Zahlungsstockung ist den Banken die Anre­gung gegeben worden, den Verkehr mit Effekten und Devisen am Montag und Dienstag ein zu st eilen.

Die geschlossenen Börsen.

Der Anregung der Regierung ist Folge geleistet worden. Mit Rücksicht auf diesen in Deutsch - land unerhörten Vorgang, daß eine Groß­bank ihre Schaltern schließt, und im Hinblick auf die schwebende Frage ausländischer Kre­dithilfe für das Reich, sind die Börsen in den wichtigsten deutschen Ländern ge­schlossen worden. Die Schließung gilt für Mon­tag und Dienstag. Die erheblich höheren Anforde­rungen am Devisenmarkt, die am Samstag den Be­trag von etwa 90 Millionen RM. erreicht hatten, haben die Reichsbank, wie es von vornherein be­absichtigt war, veranlaßt, die Kreditrestrik- tionen in verschärfter Form b u r d) 3 u = führen. Sowohl in der Provinz als auch in Berlin erfolgte eine starke Sichtung des bei der Reichsbank eingereichten W e ch s e l Mate­rials; die hereingenommenen Wechsel sind auf ein gegenüber den Vortagen geringes Maß herabgesetzt worden.

*

Das „Westfälische Volksblatt" in Paderborn nimmt in bemerkenswerter Schärfe gegen die Lahuffens Stellung. Es wird auch die politische Rolle dieser Großkapitalisten beleuchtet. Es heißt da unter anderem:

„Bei den Lahusens in Bremen, auf Schloß „Hohehorst", handelt es sich um Rechtsleute. Die Lahusens Haden in Bremen nicht nur den „Nordwolle-Konzern geleitet, — sie haben auch in der Nachkriegszeit aus irgendwelchen Mitteln (hoffentlich aus ihrem Privatvermögen, nicht aus den Mitteln ihrer Gläubiger) eine deutsch- nationale Zeitung in Bremen unterhal­ten und finanziert. Mit der Zeitung stand es fi­nanziell immer miserabel; von jeher. Als es den Lahusens zu unbequem und zu schwül wurde, wollten sie ihr Blatt an Hugenberg ver­kaufen. Hugenbe-rg war Gsschäftsmann ge­nug, um höflichst zu danken. Er wollte das Blatt nicht hoben. Nebenbei waren die Lahusens auch eine zeitlang die Finanziers eines rechtsradikalen Diittagsblattes, das in die Trompete Hitlers stieß, verkracht ist es ebenfalls; schon nach kurzer Zeit.

Süchsische Streiflichter.

Dresden, Juli 1931.

Die Wirtschaftskrise in Mitteldeutsch­land nimmt nunmehr gefährliche Formen an. Wie soeben bekannt wird, ist die Zahl der endgül­tig eingegangenen Betriebe in Sachsen bereits auf weit über 1000 angestiegen. Die Arbeiterzahl hat sich allein in einem Zeitraum von zwei Jahren um mehr als Vt Millionen d. h. aller Arbei­ter vermindert. Den Hauptanteil-an diesem Rückgang tragen die Großbetriebe; mehr als 1000' Betriebe mit fast 200 000 Beschäftigten ha­ben ihren Charakter als Großbetrieb — über 50 Arbeitnehmer — eingebüßt und sind entweder auf eine Beschäftigungsziffer unter 50 herabgesun­ken oder gänzlich stillgelegt. Trotz dieses Haupt­anteils der Großbetriebe ist natürlich die Krise unter den mittleren und kleinen nicht etwa gerin­ger. Die meiste Not herrscht in diesem Sinne m den Grenzgebieten, vor allem im Erzgebirge, nach der Tschechoslowakei zu. Noch bis vor wenigen Jahren gab es hier eine weltberühmte Haus- und Kleinindustrie: zahllose Kleinwebereien Wirke­reien und Klöppeleien, eine hochstehende Uhren« fabrikation, Muiikinstrumentenschnitzerei u. »ergl. Wer heute die Ortschaften des Erzgebirges durch­wandert, ist erstaunt über die Armut, die dort Einzug gehalten hat. Mit Mühe konnte diesen abgelegensten und ärmsten Teilen Deutschlands eine kleine Summe aus dem Grenzlandfonds des Reiches zugewiesen werden. Im Ganzen genom­men ist die Lage der sächsischen Wirtschaft doppe so trostlos wie die im übrigen Reich, daher doppel, so viele Arbeitslose, daher doppelt so vie e Lasten der Gemeinden für eben diese Arbeitslosen. Die Krise der Gemeinden hat auch auf die Landes­hauptstadt, auf Dresden, nun so stark uoer- aegriffen, daß bereits Gerüchte von einem bevor­stehenden Bankerott in Umlauf sind. Diese Ge­rüchte sind übertrieben, aber sie kennzeichnen trotz­dem die Lage Nicht nur Dresdens, sondern des ganzen Landes. In dieser allgemeinen Not hat der Verband der sächsischen Industriellen, der in seiner Mehrzahl einem extremen politischen Rechtskurs huldigt, einen neuen Zündstoff unter die Arbeiterschaft geworfen. Auf dem soeben ab­gehaltenen Verbandstage wurde gegenüber der Regierung Brüning die Parole ausgegeben: „Mißtrauen ist die erste Bürgerpflicht." Karan

An die Polizeikräfte des Landes wer­den gegenwärtig harte Anforderungen gestellt. Nach'der Verordnung des Reichspräsidenten zur Einschränkung politischer Umzüge und Demonstra­tionen trat auch in Sachsen zunächst eine ergeb- licke Abnahme der Unruhen und Zusammenstotze ein Doch es dauerte nicht lange. Heute ist Die Situation ernst; sie wird wohl am besten dadurch gekennzeichnet, daß die Zahl der T o t e n bet den Zusammenstößen doppelt bis drei Mal !o hoch ist wie früher. Unter den Verletzten nehmen die Nationalsozialisten und Kommunisten die größte Zahl ein, aber die der ersteren ist noch um das zehnfache größer als die der letzteren Die nationalsozialistische Panei hat versucht (und ver» stickt es täglich), die Polizei für ihre Ziele zu ge- winnen. Sie betreibt eine außerordentliche Pro- paganda unter Offizieren und Mannschaften so daß nunmehr die Staatsorgane eine scharfe Nach­prüfung vornehmen. Doch fast noch größeren Un­willen erregt die Tatsache, daß die Ausgaben für den Polizeietat sich ganz erheblich dadurch stei- gern, daß die Polizeikommandos zum Schutze der nationalsozialistischen Umzüge fortwährend , ge­braucht werden. So kostete allein der Polizeiein- satz zum sächsischen Gautag der Nationalsozialisten am 7. Juli in Chemnitz den sächsischen Steuer- zahlern nicht weniger als 14 000 Mark. Man würde es in Sachsen (und sicher auch in amdcren Ländern) dankbar begrüßen, wenn endlich Bestim- mungen geschaffen würden, wonach meiemgen Gruppen — in der Hauptsache immer National­sozialisten und Kommunisten — die sich den Luxus ständiger Aufmärsche leisten, auch die Kosten für

Erscheint sechsmal wöchentlich. Wochenbellagen: „Die Welt im Bild" und „Buchenblätter". Rotationsdruck und Berlag der Fuldaer Acttendruckerei in Fulda. Fernrufe: Schrift- m leitung 3153, Fuldaer Actiendruckerei 3151 und 3152. :::

Dänemark klagt.

Aus Kopenhagen wird gemeldet: Das Ministerium des Aeußern teilte Samstag abend mit:

Die dänische Regierung hat sich heute an Den permanenten Gerichtshof im Haag gewandt nut einer Klage über den vollzogenen Rechtsbruch durch die von der norwegischen Regierung prokla­mierte Okkupation in Ostgrönland und mit dem Verlangen, daß diese Okkupation als dem bestehen­den Rechtszustand zuwiderlaufend erklärt wird.

Weiter hat die dänische Regierung den dänischen Gesandten in Oslo angewiesen, der norwegischen Regierung gegenüber Protest einzulegen und Mit­teilung von der dänischerseits eingebrachten Klage im Haag zu machen. _ ,

Dem Leiter der dänischen Ostgrönland-Expe­dition, Dr. Lauge Koch, wurde Polizeigewalt erteilt.

FuldaerZertung

Anzeiger für die Stabt Fulda unb benCanbtreis Fulda. Amtliches Kreisblatt.

CNB. Berlin, 13. Juli. (Eig. Meldg.). Das Reichskabinett, das wie gemeldet, heute vormit­tags um 10. 30 Uhr zu einer Sitzung zusammen- getreten ist, berät gegenwärtig noch immer über die Maßnahmen zur Behebung der gegenwärtigen überaus kritischen Sage. Wie wir von politischen Kreisen erfahren, erwartet man für d i e näch­sten Stunden erstens die Herausgabe einer Notverordnung, die sich mit den Schwierigkeiten der Darmstädter- und National­bank belaßt, zweitens Ausführungsbestimmun- gen, und drittens eine Erklärung der Reichs­regierung. Eine Notverordnung über Den Deoisenverkehr scheint im Augenblick nicht in Frage zu kommen.

Die politischen Forderungen.

CNB. Berlin, 13. Juli. ( Eig. Meldg.). Ver­schiedene Blätter des Auslandes brachten heute eine Agenturmeldung, nach der die deutsche Re­gierung bereits beschlossen habe, den politischen Forderungen nach Verzicht auf die Zollunion und Einstellung des Baues des Panzerschiffs B nach­zukommen. Von berufener Seite wird darauf hingeroiefen, daß bisher der deutschen Regierung offiziell derartige Forderungen nicht unter­breitet worden sind. Weder in den Besprechun­gen des Reichsbankpräsidenten Dr. Luther noch bei dem gestrigen Besuch des deutschen Botschaf­ters von Hoesch bei Ministerpräsident Laval sind von Frankreich derartige Forderungen erhoben worden.

Voifchasler von Hoesch bei Vriand.

wtb. Paris, 13. Juli. (Eig. Meldg.). Der deutsche Botschafter von Hoesch hatte heute eine Unterredung mit Dem französischen Außenmini­ster BrianD, in der er, wie gestern Ministerpräsi­dent Laval, ihn von dem Ern st der finan- zieilen Lage Deutschlands in Kenntnis setzte.

W V. 2. Z. berät.

wtb. Basel, 13. Juli. (Eig. Meld.) Der Ver- waltungsrat der Bank für Internationalen Zah­lungsausgleich ist heute vormittag am Sitze der Bank zu der für heute angesetzten Beratung zu- fammertigetreten. Die Gouverneure und Präsiden­ten der Notenbanken sind vollzählig erschienen. Von deutscher Seite sind anwesend: Geheimer Finanz­rat Dr .Bocke sowie die Verwaltungsratsmttglieder Dr. Melchior und Reusch. Reichsbankpräsident Dr. Luther wird gegen 2.30 Uhr in Basel erwartet. Wie man aus Kreisen der B. I. Z. erfährt, wird die Lage Deutschlands als äußerst ernst betrachtet. Die Nachricht über den Schal - terschluß der Darmstädter und Natio­nalbank hat hier größtes Aufsehen verursacht und wird als weiteres Faktum für den Ernst der deutschen Lage angesehen. Die be­herrschende Frage ist die, wie Deutschland gehol­fen werden kann, und hinter dieser Frage treten alte anderen Probleme zurück. Man hört, daß die