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FuldaerZertung

Anzeiger für die Stadt Fulda und denLandkreis Fulda. Amtliches Kreisblatt.

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Sonntag, 12. Juli 1931

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Deutschland nicht vor-

Gengraldirektar Dr. Karl Lahusen,

der

Bremen,

Die Erfahrungen des Luft-

der Stadt vernichtet werden

Manövers bei Dünkirchen

Kreditkündigungen in zunehmen.

wtb. London. 11. Juli. ((Eig. IRelb.) In einer Sitzung der Londoner Akzept- und Bankhäu­ser wurde die Vereinbarung beschlossen, weitere

Die Auswirkung der Rede Stalins.

Aus Moskau wird gemeldet: Gemäß der Rede Stalins vom 23. Juni, in der er eine bes­sere Haltung gegenüber den Ingenieuren verspro­chen hatte, hat nunmehr das Zentralvoll,zugs- komitee 39 Bauingenieure einer Flugzeugfabrik, die wegen Sabotage verurteilt wor­den waren, zum Weiterarbeiten begnadigt und fünf sogar mit Prämien von 1 000 bis zu 10 000 Rubeln belohnt wegen ihrer wertvollen Erfindungen beim Bauen neuartiger Flugzeuge, deren Leistungsfähigkeit den ausländischen Fabri­katen gleichwertig ist.

(Srfdjeint sechsmal wöchentlich Wochenbeilagen: »Die Welt Im Bild" und »Buchenblätter" Rotationsdruck und Verlag der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda. Fernrufe: Schrift- ::: leitung 3153. Fuldaer Actiendruckerei 3151 und 3152. :::

Opfer. Zwischen Buxtehude und Altkloster kenterte ein Padelboot. Von den beiden Insassen ist ein 11- jähriger Knabe von der reißenden Este, die durch das Hochwasser stark angeschwollen war, fortgeris­sen worden. Die Leiche konnte noch nicht geborgen werden Auf einer Wiese in Tiste spielten mehrere Kinder, als plötzlich ein vierjähriges Mädchen von der starken Strömung erfaßt wurde und ertrank. Die Leiche wurde ebenfalls noch nicht gefunden. Bei Rendsburg sind an der unteren Eider an me- reren Stellen die Deiche gebrochen und weite Land­flächen überflutet worden. Auf der Strecke Ottern­dorf-Altenbruch ist ein Stück-Bahndammes unter­spült und abgetrieben worden.

Abschied der englischen Kriegsschiffe.

wtb. Kiel, 11. Juli. (Eig. Meld.). Die engli­schen KreuzerDorsertshire" undNorfolk" haben heute morgen nach 8-tägigem Aufenthalt Kiel wie­der verlassen, um durch den Nordostseekanal in ihre Heimat zurückzukehren. Als die Schiffe unter den Klängen der Musik an den deutschen Kriegsschiffen vorbeifuhren, sandte der deutsche Flottenchef, Vize- Admiral Oldekopp, dem englischen Admiral fol­gendes Signal:Waren sehr erfreut über ihren Besuch. Wünschen eine angenehme Reise". Der englische Admiral Astley Rushton antwortete: Lebe wohl, herzlichen Dank. Ich scheide mit Be­dauern". Auch der Stationschef, Vizeadmiral Han­sen übermittelte den Engländern seine besten Reise­grüße.

ringer ist als derjenige von 1914. Ferner soll sie in Fragen der Abrüstung dem Grundsatz der Gleichheit zwischen den besiegten und den siegreichen Mächten bestätigen. Die Ab­rüstung soll sich ferner erstrecken auf die ausge­bildeten Reserven und auf das in Lagern liegende Material. ______________

Die Deutsche Reichsbahngesellschaft selbst mußte fetzt zu ihrem Schrecken entdecken, daß ihre tat­sächlichen Einnahmen hinter den Schätzungen um nicht weniger als 2,4 Milliard en oder rund 26 Prozent zurückblieben. An die von der Wirtschaft so sehnsüchtig erwartete Tarif - ermäßcgung ist unter diesen Umständennicht zu denken.

Voruntersuchung gegen Lahusen.

Nach Zeitungsmeldungen hat di« Amtsanwalt­schaft in Bremen die Eröffnung der Vor­untersuchung gegen den Generaldirektor Lahusen von derNordwolle" angeordnet.

Nach Absagung der zum 14. Juli einberufen ge­wesenen General-Versammlung beruft der stell­vertretende Vorstand der Norddeutschen Woll­kämmerei eine neue GV zum 7. August, die ledig­lich Mitteilung gemäß Paragraph 240 HEB entgegennehmen soll. Die Bilanz für 1930, dre sich inzwischen als falsch herausgestellt hat, wird also nicht mehr der Beschlußfassung unter­breitet. ! i

nen betragen sollte, aber nur mit 184 Millionen Rm. in Anspruch genommen worden ist. Die Fäl­ligkeit dieses Betrages war für den 16. Juli vor­gesehen mit einem Prolongationsrecht zugunsten des Reichs. Auf Grund der durch den Hoover-Plan eintretenden Ersparnisse und entsprechend der von der Reichsregierung abgegebenen Erklärung, diese Ersparnisse zur Verminderung der schwebenden Schulden zu benutzen, hat das Reichsfinanzminl- sterium sich entschlossen, von dem Prolongations­recht keinen Gebrauch zu machen. Demnach wird der Betrag von 184 Millionen Rm. am 16. Juli dem Geldmärkte wieder zugeleitet.

In unterrichteten Kreisen sieht man in dieser Maßnahme der Reichsregierung einen Beweis des vollen Vertrauens in die Hoover-Aktion, da man überzeugt ist, daß die im Feierjahr ausgesparten Beträge vollauf ausreichen werden, um die vor­aussichtlichen Fehlbeträge im Reichshaushalt und in den anderen Haushalten auszugleichen. Die gegenwärtig schwebenden Verhandlungen über ei­nen aroßen Auslandskredit sind also ""t|t etwa zur Ausgleichung der Haushalte aeda"^ sondern sie haben, ähnlich wie die Ausfallbürgschaft der großen inländischen Wirtschaftsunternehmungen den Zweck, das Vertrauen in die deutsche Wirtschaft und Bankwelt zu stärken, eingefrorene Kredite wieder flottzumachen, die Wirtschaft wieder zu beleben und dem Abfluß der Devisen endgültig Einhalt zu tun.

wtb. Paris, 11. Just. (Eig. Meld.) Ueber Dün­kirchen fanden vorgestern Lustmanöver statt, die dem Schutz der Stadt gegen Luftangriffe dienen sollen. Obwohl die Manöver wegen schlechter Witterung nur tagsüber und nicht, wie vorgesehen, auch nachts durchgeführt werden konnten, soll sich aus ihnen schon ergeben haben, daß es möglich sei, eine Stadt wie Dünkirchen m i t 200 000 E i n- wohnern in weniger als einer halben Stunde durch Bombenflugzeuge dem Erdboden gleich zu machen. Dieses Ergebnis ist der Bevölkerung zur Kenntnis gebracht worden.

Der Ruf nach Frieden.

Aus Brüssel wird gemeldet: Der Allge­meine Friedenskongreß hielt seine Schlußsitzung ab. Er nahm eine Reihe von Entschließungen an, darunter eine über die Abrüstung, in der als vor­dringlichste Aufgabe der Abrüstungskonferenz er­klärt wird, die Heeresstärken und das Kriegs­material auf einen Stand herabzusetzen, der ge-

Der preußische Landtag vertagt.

Zum 13. Oktober.

Mit der Erledigung zahlreicher Ausschuß­anträge hat der Preußische Landtag am Freitag seinen kurzen Sitzungsabschnitt vor der Sommer­pause abgeschlossen. Das Haus tritt am 13. Ok­tober wieder zusammen, während die Ausfchuß- arbeiten bereits erheblich früher beginnen sollen.

U. a. wurde in der letzten Sitzung noch das Ausschußprogramm angenommen, das Hilfsmaß­nahmen für alle Unwettergebiete vorsieht, sowohl im Westen wie in Schlesien und den anderen Ost­gebieten. Diese Hilfsmaßnahmen fordern Not­

beschloß in ihrer letzten

gehender Aussprache folgende Erklärung:

Der Abschluß des Hooverabkommens erfüllt die deutsche Wirtschaft mit dem Empfinden lebhaften Dankes für die weitblickende und nachdrückliche Initiative des Präsidenten. Jetzt muß Deutschland mit voller Kraft alles tun, um endgültig zur Gesun­dung zu gelangen. Seine Weltgeltung wie seine innereZukunft hängen vor allem davon ab; daß der Etat von Reich, Ländern und Gemeinden in Ord­nung ist; daneben muß das Aeußerste geschehen, um die Gefahren, die mit der Kündigung kurzfri­stiger Auslandsschulden verbunden sind, zu über­winden und unfern Kredit zu festigen und zu er­weitern. Das Hooverfeierjahr muß ein Jahr des inneren Friedens und der Sammlung aller Kräfte sein; der jede ruhige Arbeit lähmende Kampf der Gegensätze muß verstummen vor dem Gebot der Stunde nach Schaffung des deutschen Burgfriedens. Solch ein Burgfrieden setzt weitgehendes Verständnis und hinreichende Berück­sichtigung der gegenseitigen Interessen bei allen Angehörigen der Wirtschaft, den Unternehmern, den Angestellten und Arbeitern, voraus. Auch über die eigenen Irrtümer, die uns neben den schweren Schicksalsschlägen geschädigt haben, müs­sen wir uns klar sein, wir müssen verstehen, sie in Zukunft zu vermeiden. Unter solchen Voraussetzun­gen wird uns das Vertrauen erhalten bleiben, ohne das es nicht geht, das Vertrauen des deutschen Vol­kes in die Sicherheit seiner Zukunft wie das des Auslands. Die deutsche Wirtschaft ist trotz der. Krise in ihren Grundlage gesund und stark und zum Wie­deraufstieg fähig. Deutschland kann die Weltwirt­schaft in hohem Maße befruchten, wenn man ihm vom Ausland auf genügend weite Sicht die finan­ziellen Mittel gibt, deren es zur unentbehrlichen Beweglichkeit seiner Wirtschaft bedarf, und für die eine höchst bedeutungsvolle Grundlage durch das Bürgschaftsangebot unsrer Wirtschaft geschaffen ist.

Die Industrie- und Handelskammer zu Berlin Vollversammlung nach ein-

Horen die Kredit-Kündigungen aus?

Eine bemerkenswerte Kundgebung der Berliner Handelskammer. Für Schaffung des deutschen Burgfriedens. Luthers Be- mühungen. Schwere Stunden.

C.N.B. Berlin, 11. Dez. (Eig. Meld.) Reichs­bankpräsident Dr. Luther wird sich, wie wir er­fahren, heute nachmittag unmittelbar nach seiner Ankunft auf dem Flughafen Tempelhof, die kurz nach 17 Uhr erwartet wird, in die Kabi- n e t t s s i tz u n g begeben, die während des Wa­

chendes beinahe permanent tagen wird, um die durch die gestrigen Verhandlungen Luthers in Paris geschaffene Lage zu besprechen. Dem Ver­nehmen nach soll in engsten Kreisen des Kabinetts bereits ein Plan vorliegen, wie weiterhin vorge- ganqen werden soll, doch hängt seine endgültige Feststellung im wesentlichen von dem Bericht Dr. Luthers ab. Es läßt sich deshalb auch noch kei­neswegs überblicken, welche Maßnahmen im ein­zelnen ergriffen werden. Jedenfalls finden die neuesten Nachrichten aus Amerika in den hiesigen politischen Kreisen besondere Beach­

Leiter der zusammengebrochenen Norddeut­schen Wollkämmerei und Kammgarnspinnerei in

Schrecken moderner Luftkriege.

200 000 Einwohner können in einer halben Stunde mit samt

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Die Ansicht Amerikas.

wtb. Neuyork, 11. Juli. (Eig. Meld.) Wäh­rend von der Bundes-Reservebank jede Aeußerung über die gestrige Besprechung zwischen dem Gou­verneur der Bank, Harrison, und Parker Gilbert, dem jetzigen Teilhaber von I. P. Morgan und Compagnie, sowie über eine Beteili­gung der Reservebank an den geplanten Reichs- bankkredit abgelehnt worden ist, erwarten unterrichtete Bankkreise ein Kreditarrange- ment für Anfang nächster Woche. Hier­bei wird hervorgehoben, daß unbedingt eine bal­dige Kreditgewährung erfolgen müsse und das einzig wirkliche Hindernis offenbar nur die Ver­bindung der Kreditgewährung mit den von Frankreich erhobenen politischen Forde- rungen sei. Obwohl vielfach bemerkt wird, daß der kürzliche 100 Millionen-Dollar-Kredit etwas größer hätte sein sollen, wird weniger auf die Größe des erwarteten neuen 200300 Millionen-Dollar- Kredits Wert gelegt, als auf seine beruhi­gende Wirkung innerhalb und außer­halb Deutschlands. Wie verlautet, setzt die Reservebehörde bei ihrer Kreditbeteiligung voraus, daß die hiesige Bankwelt sich verpflichtet, ihre kurzfristigen Kredite in Deutschland zu belassen, da sie es als zwecklos ansieht, der Reichsbank Kredite zu gewähren, während die Privat­banken ihre Kredite zurückziehen. Auch wird nunmehr hier mit Sicherheit erwartet, daß die Reichsbank Kredltbeschränkungen in irgendwelcher Form durch führen werde.

50000 Arbeiter eingestellt.

Die Durchführung des Beschaffungsprogrammes bet bdr Reichsbahn.

Entsprechend den Verlautbarungen über das Be­schaffungsprogramm im Zusammenhang mit bet Notverordnung sind bei der Deutschen Reichsbahn seit dem letzten Montag rund 50 000 Zeltarbei- ter neu eingestellt worden, die auf die Dauer von 5 Monaten, und zwar 40 Stunden in der Woche, mit Erneuerung des Glelsoberbaues beschäftigt und nach Ablauf dieses Zeitraumes wieder entlassen werden. Ursprünglich waren für dieses Arbeitsprogramm 200 Millionen Mark in Aussicht genommen worden, für welche Summe 60 000' Arbeiter eingestellt und umfangreiche Materiallieferungen getätigt werden sollten. Da aber nur die Hälfte dieses Betrages, nämlich 100 Millionen Mark, aufgebracht wurden, hat sich die Zahl der einzustellenden Arbeiter auf 50 000 verringert, während der Hauptanteil des Ausfalles auf Kosten der Materiallieferungen geht. Die neu eingestellten Arbeiter werden insgesamt annähernd 2000 Kilometer Gleisoberbau zu erneuern bezw. auszubessern haben, und zwar sind an diesen Ar­beiten alle Reichsbahndirektionsbezirke ungefähr gleichmäßig beteiligt.

Eine bittere Aufgabe.

Um der deutschen Reichsbank die unbedingt nötigen Kredite zu beschaffen» hat Reichsbankprä- sident Dr. Luther eine Reise unternehmen müssen, die nach London, Paris und Basel führte.

Luther war zuletzt in Paris und wird von dort am Samstag nachmittag nach Berlin zurück­fliegen. Am Sonntag geht er zu der Tagung der BIZ. nach Basel.

Beichsbankpräsidenk Dr. Luther und Botschafter von Neurath beim Verlassen der deutschen Bot­schaft in London.

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Nach einem Bericht der Agentur Havas hm sich der Gouverneur der Bank von Frankreich. M o r e t, ebenso wie Reichsbankpräsident Dr. Luther geweigert, irgendwelche Auskünfte über die Besprechungen zu geben, die sie während des ganzen Freitags in Paris geführt haben. Die Agentur Havas glaubt, daß die Verhandlungen eifrigst fortgesetzt würden und daß die Bespre­chungen in Paris nur der Auftakt zu weiteren ebenso wichtigen Beratungen sein würden, die vor allem in Basel am 12. und 13. Juli gelegent­lich der Sitzung des Verwaltungsrats der Inter­nationalen Zahlungsbank gepflogen werden wür­den.

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Amtlich wird mitgeteilt:Das Reichsfinanzmi­nisterium hatte kürzlich durch die Reichsbank mit einer inländischen Bankengruppe einen Schatzan- weisungskredit abgeschlossen, der bis zu 250 Millio- j

tung.

Beschlüsse des Neichsrals.

Der Reichsrat genehmigte in seiner öffentlichen Sitzung am Donnerstag unter dem Vorsatz des Staatssekretärs Dr. Zweigert eine dritte Durchführungsverordnung zur Ost- Hilfe. Die Verordnung ist die zwangsläufige Folge der im Osthilfegesetz vorgesehenen Haf­tungsoerbände. Sie regelt kurz das Aufgaben­gebiet dieser Verbände im Entschuldungswesen.

Weiter genehmigte der Reichsrat die inter­nationalen Abkommen über die Behandlung der Kriegsgefangenen und zur Verbesserung des Lo­ses der Verwundeten und Kranken der Heere im Felde sowie eine Aenderung der Ausführungsver­ordnung über die Statistik des Warenverkehrs mit dem Ausland Schließlich wurden noch Sat­zungsänderungen der Pfälzischen Hypothekenbank in Ludwigshafen, der Berliner Hypothekenbank A. G., des Genossenschaftsverbandes von Nord- mestdeutfchland in Kiel und des Revrstonsverban- des gemeinnütziger Wohnungsbauvereinigungen E. V. in Köln genehmigt.

standsunterstützungen und Steuererleichterungen.

Angenommen wurden weiter Ausschußanträge, die eine einheitliche Durchführung der Sonntags­ruhe im Handelsgewerbe fordern, ferner beson­dere Hilfe für die Stadt Rosenberg in Oberschle- fien und Einbeziehung der ganzen Provinz Nie­derschlesien in die Osthilfe sowie Frachtenerleich­terungen für die schlesische Wirtschaft.

Ab gelehnt wurde die Heraufsetzung der Altersgrenze für Richter vom 65. auf das 68. Le­bensjahr. Annahme fand der Antrag des Rechts­ausschusses, eine Reform des Verfahrens zur Wie­deraufnahme von Strafverfahren beim Reiche durchzusetzen. Bei Nachprüfung des an­gegriffenen Urteiles sollen nicht mehr die Richter Mitwirken, die das Urteil gespro­chen haben. Auch sollen Erleichterungen in den Voraussetzungen für die Wiederaufnahme geschaf­fen werden.1>

* Die Schäden, die durch das Hochwasser, die Regensälle und die Stürme im Unterelbegebiet an­gerichtet wurden, sind zum Teil noch größer als man anfänglich angenommen hat. Auch mehrere Menschenleben fielen dem Hochwasser zum

Der Franhen-Prozetz.

ERB. Berlin, 11. Juli. (Eig. Meldg.). Dor dem erweiterten Schöffengericht Berlin-Mitte be­gann heute vormittag der Prozeß gegen den braunschweigischen Minister des Innern und für Volksbildung, Dr. Anton F r a n tz e n. Der Mi­nister wird beschuldigt, den Landwirt Guth am 13. Oktober vorigen Jahres nach einem Vergehen begünstigt zu haben, um ihn der Bestrafung zu entziehen. Die Anklage ist erhoben auf Grund des § 257 des Reichsstrafgesetzbuches. Für die Ver­handlung sind vorläufig zwei Tage vorgesehen. Heute erfolgt zunächst die eingehende Vernehmung Dr. Frantzens. Es ist übrigens das erste Mal, daß ein aktiver deutscher Staatsmini- ft er sich vor einem Strafgericht zu ver­antworten hat.

Minister Frantzen schloß seine Darlegung des Tatbestandes in der gegen ihn eröfneten Verhand­lung mit der Versicherung, daß er nicht daran ge­dacht habe, den Guth zu schützen. Ihm sei es nur daraus angekommen, zu verhindern, daß die Sache in der Oessentlichkeit breit getreten werde..