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Beilage zur Fuldaer Zeitung

12. Iuli

Der Garten im Juli.

Die Erdbeeren und Kirschen gehen zur Neige, Johannis- und Stachelbeeren, Pfirsiche und Apri­kosen treten an ihre Stelle. Sie nehmen zur Ernte nicht so viel Zeit in Anspruch M: jene, dafür drängen aber auch andere Arbeiten imO b st- garten. Da ist z. B. das Fallobst regelmäßig zu sammeln und zu verwenden oder zu vernich­ten, damit es nicht zur Brutstätte von Ungeziefer und Pilzen wird; übermäßig behangene Obst­bäume sind zu stützen, zu düngen und zu gießen, was außer den Früchten auch der Ausbildung der nächstjährigen Knospen zugute kommt; Stachel- und Johannisbeeren werden nach der Ernte be­hackt, gedüngt und beschnitten. Bei den Him­beeren werden dagegen nur die minderwertigen jungen Ruten entfernt und die alten abgestorbe­nen erst im August.

Im G e m,ü s e g a r t e n werden geerntet: Sa­lat, Puffbohnen, Zwiebeln, Erbsen, Kraut, Kohl­rabi, Möhren und zum sofortigen Verbrauch Frühkartoffeln. Wirklich reif sind diese aber erst, d. h. zum Einlegen usw. geeignet, wenn das Kraut verwelkt ist. Abgeerntete Beete sind sofort zu bestellen, d. h. umzugraben, zu düngen (Kom­post), zu bepflanzen oder zu besäen; es soll im Sammer kein Beet länger als 24 Stunden unbe­nutzt bleiben. Gesät kann werden: Salat, Grün­kohl, Rosenkohl, Kohlrabi, Herbstrüben, Teltower Rübchen, Erbsen, Karotten, Buschbohnen, Winter­rettich, Winterendivien, Feldsalat; gepflanzt: Kohl­rabi, Blumenkohl, Salat, Lauch. Gießen, Hacken, Düngen, Behäufeln, Ungezieferbekämpfung sind weitere notwendige Arbeiten. An folgende be­sondere Arbeiten sei noch erinnert: Die überschüs­sigen Ranken des Kürbis sind zu kürzen und die überzähligen Früchte auszuschmeiden, die Tomaten zu entspitzen und zu beschneiden, die Perl,zwiebeln sind zu ernten, die Gurken sorgfältig zu gießen, u. a. mehr. '

Blattläuse. Diese Schädlinge treten heuer be­sonders stark auf. Hauptsächlich bedroht sind junge Bäume von Kern- und Steinobst, sowie em- und mehrjährige Veredelungen von Kirschen und Zwetschgen. Auch an Rosen- und anderen Blüten­sträuchern, sowie an Gemüsen treten BlatUäuse mitunter sehr stark auf. Durch ihre rasche Ver­mehrung ist der Schaden besonders groß. Ein gu­tes Bekämpfungsmittel ist Schmierseife unter Zu­satz von Nikotin oder Tabakabfällen. Auf 10 Liter Wasser gibt man 300 Gramm Schmierseife und 10 Gramm Nikotin 95/98 Prozent. Bei Nikotin­präparaten mit weniger Nikotingehalt entspre­chend mehr. Die Bekämpfung geschieht am besten durch Eintauchen der befallenen Triebe und Blät­ter in die Flüssigkeit. Ein Bespritzen hat nur dann den gewünschten Erfolg, wenn die Blätter noch nicht zusammengerollt sind. Nach etwa 14 Tagen sind die befallenen Bäume nochmals nach- zusehen.

Die Gartenlaube.

Sie ist der liebste Aufenthaltsort für den Gar- renbesitzer, seine Familie und für Freunde und Ver­wandte, die zu Besuch in den Garten kommen. Oft schon am frühesten Morgen wird darin Kaffee ge­trunken; sie gibt Schutz vor sengenden Sonnen­strahlen und vor Regen. Am schönsten ist es in der Laube aber doch an Sommerabenden, wenn die Tagesarbeit getan ist und wenn ringsum nichts die Stille unterbricht. So verschieden das Aussehen der Gärten ist, so verschieden ist auch das der Lau­ben. Mancher sieht man es an, daß der Erbauer kein Fachmann war, keine große Geschicklichkeit be­saß und wohl die Laube auch nur mit ganz geringen Mitteln erbauen konnte, andere zeigen ein zier­liches Vretterwerk. Auch der Platz ist verschieden ausgewählt. Manche Lauben stehen mitten im Garten, andere in einer lauschigen Ecke, manche frei und erhöht stehend oder unter einem weithin schat­tenden Baum. Fast alle Lauben haben aber eine grüne Umrandung. Wie ein Dornröschenschlößchen sind manche Lauben mit Rosenzweigen umgeben, von anderen leuchten die Blüten der Feuerbohnen, wilder Wein und wilder Hopfen lassen das Gerüst der Laube fast ganz verschwinden; auch mit Jasmin findet man die Gartenlauben oft umgeben. Jeder Gartenbesitzer sucht diesen Ruheplatz möglichst schön herauszuputzen; doch darf bei der Ueberwucherung

der Laube mit Pflanzen des Guten nicht zuviel ge­tan werden. Wird das Gerank zu dicht, so sammelt sich darin allerlei Ungeziefer, das einem den Aufenthalt verleiden kann. A. M.

Der Zimmergarken.

Von Zimmergärtnerei kann nicht gut gespro­chen werden und von Arbeiten in dieser Bezie­hung ist nicht viel zu spüren, denn die Zimmer­pflanzen befinden sich überwiegens teils im Schmuck, teils zur Erholung irgendwo im Freien; nur die ganz zarten sind im Zimmer zurückge­blieben. So beschränkt sich die Arbeit des Blu­menfreundes fast nur auf die Ungezieferbekämp­fung, das Entfernen von abgeblühten Blumen und vertrockneten Zweigen, Anheften usw. Das Gie­ßen ist natürlich auch nickst zu vergessen. Die durch Stecklinge older Aaussaaten gewonnenen Jungpflanzen sind möglichst schattig zu halten und nach Bedarf umzupflanzen. Im Juli ist auch d'e günstigste Zeit, Stecklinge von Rosen und Pelar­gonien zu machen. Die Pelargonienstecklinge be­wurzeln sich sehr leicht und sind auch sonst dank­bar, daher für Anfänger besonders empfehlens­wert.

Zwifchenfruchtbau.

Der Zwischenfruchtbau bietet eine willkommene Gelegenheit, große Mengen Grünfutter guter Qua­lität gewinnen und die Viehbestände oft wochen­lang billig ernähren zu können, ohne daß die 'Hauptfrüchte in ihren Erträgen Einbuße erleiden müssen. Bisher diente der Zwischenfruchtbau hauptsächlich dazu, in futterarmen Zeiten, so na­mentlich im Herbst und im Frühjahr, wenn an­dere Futterquellen nachlassen, Futter zu liefern, neuerdings hat er nebenbei in vielen Wirtschaften die wichtige Aufgabe, den Silo mit Futter zu versorgen. Wenn in futterreichen Zeiten auf das Futter verzichtet werden kann, findet die Zwi­schenfrucht als Gründünger gute Verwertung. So­mit bietet der Zwischenfruchtbau große Vorteile. Zudem kann in manchen Fällen durch ihn der Boden verbessert und die ganze Ackerkultur we­sentlich gehoben werden.

Als Zwischenfrüchte kommen die verschieden­sten Futterpflanzen wie Seradella, Spargel, Stop­pelrüben, Buchweizen, Senf, Hülsenfrüchte, Inkar­natklee usw. in Frage, die als Reinsaaten oder oft besser im Gemenge (Erbsen, Bohnen, Wicken mit Getreide, Buchweizen usw.) entweder in früh­reifendes Getreide eingesäet oder nach solchem als Stoppelfrucht angebaut werden.

Im ganzen Zwischenfruchtbau kommt es we­sentlich auf zwei Punkte an; einmal auf eine möglichst rasche Bestellung. Je schneller der Bo­den nach Aberntung der Vorfrucht wieder bestellt wird, um io weniger trocknet er aus, um so eher wächst die Zwischenfrucht und um so besseren Er­trag bringt sie. Alles Futter, was zu spät im Herbst wächst, hat nur geringen Futterwert. Ein Tag im Juli ist nach Schultz-Lupitz mehr wert als acht Tage im September. Sodann verdient die Düngung im Zwischenfruchtbau, die noch zu leicht und zu häufig vernachlässigt, wird, größte Beachtung. Ohne Düngung wird der Boden zu sehr ausgesogen, sodaß der Ertrag zu niedrig bleibt und auch die Nachfrucht darunter leidet, wodurch die Vorteile des Zwischenfruchtbaues wieder v?r loren gehen. Um die Zwischenfrucht zu raschem Wachstum zu bringen, verwende man vor allen Dingen schnellwirkende Düngemittel wie Super­phosphat, 40er Kalisalz, Chilesalpeter usw. Su- perphosphat und 40er Kalisalz, etwa je 1 Zt. pro Morgen, werden zweckmäßig mit der Stoppel der Vorfrucht untergeschält oder auch flach unterge­pflügt, während Chilesalpeter, der auch noch in trockenen Zeiten gut zur Wirkung kommt, gleich beim Aufgang der Saat gegeben wird. Auch für Leguminosen (Hülsenfrüchte) gebe man eine schwache Salpetergabe. Eine solche Düngung schützt den Boden vor Raubbau und treibt die junge Saat zu raschem Wachstum an, was sehr wich­tig ist.

Es liegt auf der Hand, daß beim Zwischen­fruchtbau der Boden stark in Anspruch genommen wird und die höchsten (doppelte) Erträge hergehen kann. Das ist aber auch der eigentliche Zweck der ganzen Bodenkultur. Der Acker soll arbeiten und Früchte tragen; dafür muß er aber auch gut ge-

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Wie stellen wir Süßmost her?

Den folgenden Auszug entnehmen wir nut freundlicher Erlaubnis des Hoheneck-Verlages, Ber­lin SW. 48. dem soeben erschienenen, überaus be­grüßenswerten SchriftchenAlkoholfreie Ge­tränke", Anleitung zur Selbstbereitung, mit etwa 200 Rezepten, von Julius Rieger, neu bearbeitet von Pfarrer Häusler und Maria Rofin-Lachnitt. 40 Seiten, 30 Pfg. Es werden neben einer ausführ­lichen und klaren Darstellung der Herstellung von Milchgerichten, Süßmosten und Fruchtsyrup weiter an die 200 Rezepte gegeben für Limonaden, Bow­len, Met, Soot, Trank, Kaffee, Kakao, Tee, Punsch und Kaltschalen. Dabei natürlich alkoholfreie Bow­len und Punsche.

Handelt es sich um kleine Menge Früchte, besonders Beeren (etwa bis 10 Pfund), dann empfiehlt sich das sogenannte D a m p s e n t s a f t e n, für größere Men­gen die Gewinnung des Saftes durch M a h l en und Preisen.

Das Dampfentsaften beruht darauf, daß durch Dampf die Beeren zum Platzen gebracht werden, so daß ste ihren Saft abgeben. Dazu kann man entweder ei­nen eigenen Apparat (Süßmostborn) verwenden oder nach folgender Anweisung verfahren (Höchstmenge auf einmal 5 Pfund).

In einem Handbreit mit Wasser gefüllten Eindünst- topf (Weck!) oder gut gereinigten anderen Topf wird eine etwas kleinere leere Schüssel oder ein Topf auf einen Drahtuntersatz gestellt, lieber den Topf breitet man ein viereckiges Tuch (Nesselgewebe), das man vor dem

Gebrauch durch heißes Wasser zieht und auswindet, drückt dieses Tuch mit dem Finger nach unten, so daß ein Trichter entsteht. Die Spitze des Trichters darf aber nicht in die kleinere Schüssel hinreinragen. Alsdann ein zweites, gröberes Tuch (Kongreßstoff) kreuzweise zum ersten über den Topf gelegt und beide Tücher mit ei­ner Schnur rings um den Topf festbinden. In das obere Tuch kommt das gewaschene Obst Aepfel und Birnen werden ungeschält zerkleinert und entsprechend der betreffenden Frucht 50 bis 100 Gramm (pro Pfund Frucht) Zucker lageweise dazwischen, lieber das Obst ein Pergamentpapier legen zum Aufsaugen des Kon­denswassers, den Deckel aufsetzen und die Enden der Tücher über dem Deckel zusammenbinden, so daß alles am Deckel hängt und mit dem Deckel abgenommen wer­den tonn. Alsdann gut heizen, nach etwa 1 bis 1% Stunden wird ziemlich aller Saft in die Schüssel ge­tropft sein. Unterdessen hat man Flaschen gut oorgc- wärmt im Wasser oder Backofen, in diese wird nun der Saft heiß eingefüllt (Türen und Fenster zu), mit den vorgedämpften Korken werden die Flaschen durch die Handkorkmaschine sofort geschlossen und umgekehrt in einen Korb gestellt, mit einem Tuch zugedeckt. Nach Erkalten wird der Flaschenkops in das heiße Paraffin getaucht, alsdann werden die Flaschen liegend im Kel­ler aufbewahrt.

Wird bei größeren Mengen der Saft durch Mahlen und Pressen gewonnen, dann läßt man den von der Kel­ter fließenden Säst zuerst durch ein Tuch oder Haarsieb

nährt lverden. Doppelte Ernten verlangen dop­pelte Düngung. Wer das alles außer Ächt läßt, wird am Zwischenfruchtbau nie seine rechte Freude haben. ______________

Bekämpfung des Kornkäfers.

Aus verschiedenen Teilen des Landes sind in letzter Zeit Schäden durch den Kornkäufer gemeldet worden. Dieser kleine schwarze Rüsselkäfer lebt in den Korn- und Mehlvorräten auf dem Speicher uich kann sehr lästig werden. Seine Bekämpfung ist äußerst schwer, wenn er sich bereits stark vermehrt hat, dagegen recht leicht, wenn man rechtzeitig ge­gen ihn vorgeht. Dieser Zeitpunkt ist jetzt gekom­men. Bevor die neue Frucht eingelagert ist, sollte der Speicher geleert und gründlich gereinigt wer­den, denn der Befall geht fast immer aus von den vom Käfer stark durchsetzten Resten- Nachdem die Dielen und Wände sauber geputzt sind, streicht oder pinselt man die Ritzen mit Anilinkalkmilch aus. (Auf einen Eimer Kalkmilch 1 Liter Anilinöl. Gründlich verrühren). Man atme die Anilindämpje nicht unnötig ein und öffne bei der Arbeit Fenster und Türen. Man kann zum Spritzen eine Reb- spritze verwenden, muß aber die Verteilerschnecke entfernen, damit die Flüssigkeit nicht fehl vernebelt wird. Wenn noch ein vom Kornkäfer durchsetzter vorjähriger Rest vorhanden ist, sollte man ihn durch die Putzmühle schicken oder wenn möglich, im Backofen dörren, auf jeden Fall aber entfernt von der neu eingebrachten Frucht lagern.

Die Kamille.

Man kann nichts über die Kamille schreiben, ohne dieser herrlichen Pflanze ein Loblied zu sin­gen. Es gibt wohl so leicht keinen Menschen, der sie nicht kennt. Unsere Großmütter brauchten sie als Universalhausmittel und sie sollte auch heute noch in jedem Haushalt einen Ehrenplatz einneh­men.

Schwächliche Kinder badet man täglich in hell­gelbem Kamillentee. Das kräftigt und regt die Blutzirkulation an. Personen, denen ein heißes Vollbad nicht recht bekommen will, vertragen ein Kamillenbad oft vorzüglich; und für den Kopf- und Muskelarbeiter gibt es gar nichts Erfrischen­deres, als nach ermüdender Arbeit ein duftendes heißes Kamillenbad. Ja, schon ein Kamillenfußbad bietet die ersehnte Erfrischung. Haben Sie schwache, leicht schmerzende Füße, dann nehmen Sie jeden Abend ein warmes Kamillenbad, und Sie werden nach kurzer Zeit Linderung fühlen. Einen Schnup­fen bekämpft man mit Kamillenbädern und trinkt heißen Kamillentee, am besten vor dem Einschlafen. Augenblickliche Erleichterung schafft ein Kamillen­dampfbad, das man sehr einfach nehmen kann, in­dem man das Gesicht über eine Schüssel mit hei­ßem Kamillentee hält und ein Tuch über den Kopf und die Schüssel deckt. Bei Halsschmerzen tut Gur­geln mit Kamille gut, außerdem ein Umschlag mit heißem Kamillentee um den Hals, lieber den nas­sen Umschlag kommt ein wollenes Tuch. Der dicke Hals, der sich bei vielen Menschen schon bei leichten Erkältungen einstellt, wird mit Kamillensäckchen behandelt. Man füllt den Kamillentee in kleine Leinensäckchen. Diese legt man 2 bis 3 Minuten in kochendes Wasser, preßt tüchtig aus und legt sie auf die geschwollenen Stellen. Ein darüber gebun­denes Tuch schützt vor zu schnellem Kaltwerden. Eiternde Wunden heilen, mit Kamille gebadet, schnell. Bei Leibschmerzen, Blähungen und Ma­gendrücken hilft 3 mal täglich eine Tasse warmer Kamillentee, er soll aber nur wenig mit Kandis gesüßt werden. Warmer oder kalter Kamillentee, mit Honig gesüßt, ist ein harmloses Schlafmittel, das vielen Menschen hilft.

Müde, leicht entzündete Augen werden mit Ka- millenbädern schnell gekräftigt. Auch die oben er­wähnten Säckchen tun sehr gtue Dienste. Man legt sie nur so marin auf, daß sie vom Auge angenehm empfunden werden.

Bei Kopfschmerzen macht man ein Kamillen­fußbad und trinkt in kleinen Schlücken Kamillentee, denn er hat eine nervenberuhigende Wirkung.

Wenn Sie bei Erkrankungen, solange bis der Arzt kommt, Kamillentee zur Linderung anwen­den, dann werden Sie dem Kranken oft Erleich­terung verschaffen. Darum benutzen Sie in ge­sunden und kranken Tagen die herrliche Kamille.

H. K.

laufen, um ihn vom Trub möglichst zu befreien. Als bann wird der Saft in bi.e Flaschen eingefüllt bis hand­breit unter ben Ranb. So in bas kalte ober leicht an­gewärmte Wasser des Topfes oder Kessels einstellen, in die mittlere Flasche auch bei geschloffenem Entkei­men das Flafchenthermometer hängen, Pergamentpa­pier über alle Flaschen. Deckel darauf (wenn Flaschen zu hoch, dann Schüssel darüber stülpen) und erhitzen auf 72 Grad, bei Beerensäften sicherer 75 Grad. Dann Feuer abstellen (Türchen öffnen), eine Flasche nach der anderen herausnehmen und sofort verkorken. Türen und Fenster zu! Wenn Flasche zu voll, abschütten (Das weitere wie oben beim Dampfentsasten). Alle Süßmostslaschen müssen die ersten vier Wochen über­wacht werden. Zeigt sich verdächtiger Schaum in einer Flasche (Gärung), dann diese sofort verbrauchen ober evtl, öffnen und nochmals entkeimen (beim Deffnen den Flafchenkopf nach unten in eine Schüssel halten).

Auf diese Weise lassen sich alle Arten von Säften bereiten: Erdbeeren, Rhabarber, Johannisbeeren (weiß, schwarz, rot), Sauerkirschen (werden, samt ben Steinen bei weitgestellten Walzen ber Mühle gemahlen und ge­preßt), Heidelbeeren, Himbeeren, Brombeeren, Holunder. Bei diesen genannten Früchten wird eine zweite Presse gemacht unter Wafferzusatz, bann erste und zweite Presse mischen und Zucker zusetzen, auf ein Pfund Frucht zirka 40 bis 60 Gramm. Die Haltbarkeit ist nicht vom Zuckerzusatz abhängig. Zucker kann daher je nach Geschmack auch ganz wegbleiben. Nach derselben Art lassen sich auch Trauben, Aepfel- und Bir­nensäfte bereiten, Zuckerzufatz hier nicht notwendig.

Zum Süßen der Säfte verwende man am besten Kristallzucker, und zwar in einer auf Vorrat be-

Der Meirttierhos im Juli.

Trocken und heiß soll der Juli sein, doch je heißer und trockener er wird, desto mehr Unge­ziefer tritt auf, das nun ständig weitestgehend bekämpft werden muß. Es sind nicht nur die Tiere freizuhalten, sondern auch die Ställe, sonst bleibt das liebel bestehen. Der Eierertrag läßt andauernd nach, je zeitiger die Hühner mit Le­gen unbefangen haben, desto früher hörest sie natürlich damit auf, einzelne beginnen schon mit der Mauser. Erünfulter und frisches Wasser sind zum Wohlergehen der in beschränktem Äusluuf gehaltenen Hühner unbedingt notwendig; Spät» kücken taugen nicht zur Zucht, sie wllen deshalb geschlachtet werden. Die überflüssigen Junghähns wundern, nachdem sie etwas gemästet morden sind, mit den alten ausgedienten Hähnen ebenfalls zur Küche. Enten und Gänse sollten vor der Mauser vorsichtig gerupft werden, d. h. man nehme nur die locker sitzenden Federn, ein Mehr ist den T>e- ren schädlich, sie verlieren an Gewicht und erho­len sich nur langsam. Die Weide ist möglichst aus- zudehnen und wer seine Gänse Ende des Mo­nats und später auf die Stoppeln treiben kann, nütze diese Gelegenheit. Die Tauben schreiten wei­terhin zur Brut, die Jungen aus dieser Zeit sind aber auch nicht zur Zucht tauglich und daher nur für die Küche benützbar. Die Pflege von Ziege und Kaninchen unterscheidet sich nicht von der im Juni, hat also in guter Ernährung (vor al­lem Grünsutter) und etwas freiem Auslauf, bzw. Weidegang zu bestehen, damit die Tiere gui ge­deihen.

Praktische Winke.

Pferdemist.

Frischer Pferdemist darf nie in leichtem, war­mem Boden verwendet werden. Er ist ein hitziger Dünger und erwärmt nicht nur den Boden, son­dern trocknet ihn ans und trägt zur Vermehrung des Ungeziefers bei. Für leichten Boden muß der Pferdemist ganz verrottet fein, mit Latrine ober Jauche versetzt werden und feucht in den Boden kommen. Am besten'ist es aber, ihn überhaupt nur in schwerem Boden zu verwenden.

hacken.

Durch Gießen und Regen wird im Sommer der Boden der Gemüsebeete krustig und hart. Diese Kruste bildet einen festen Verschluß, der Luft, Licht und Wärme, selbst das Eindringen des Gieß- roaffers abhält. Deshalb muß die Kruste durch Hacken zerstört werden, wodurch der Boden gleich­zeitig gelockert wird. Außerdem wird noch die Verdunstung der Bodenfeuchtigkeit unterbrochen, wodurch die Erde feuchter bleibt und weniger ge­gossen zu werden braucht.

Der Rasen.

Der Rasen soll nur dann bet trockenem Wetter geschnitten werden, wenn er nach dem Schnitt reichlich bewässert werden kann. Das abgeschnit­tene Gras ist außerdem 24 Stunden liegen zu las­sen als Schutz gegen Sonnenbrand.

Holzwaren gegen Wurmfraß zu schützen. Man be­reitet eine Beize aus 10 Gramm Salz, 10 Gramm Pfef­fer, 10 Gramm Senfkörnern, 10 Gramm Wermuthblät- tern und kocht bas ganze in 2 Liter Effigfprit. Nach dem Erkalten werden die Holzwaren, die gegen Wurm­fraß geschützt werden sollen, zweimal mit der Beize ge­strichen.

Gegen rote Rase werben Einreibungen mit folgender Mischung erfolgreich angewandt: 5 Gramm Alaun, 5 Gramm Borax, 5 Gramm Benzoetinktur und 180 Gramm Rosenwasser ohne weiteren Zusatz von Wasser.

einbeispiel wie preis- wert sie bei faulstich eine radioanlage kaufen. xSz Siemens Sröhren-netz;- empfänger modernste ausfüh- rung, keinerlei batterien notwendig mit lautsprecher u. antennenanlage betriebsfertig angelegt nur 190.-, und das bei monatl. raten von 15.-

reiteten Losung: auf 2 Liter heißes Wasser unter tüch­tigem Umrühren 5 Kg. Zucker. Abschäumen, filtrieren und in Flasche füllen. Keine Gefahr der Gährung.

Warnen möchten wir vor Bereitung von Süßmost unter Zusatz von Chemikalien. Die so zuberei- teten Süßmoste und Fruchtsäfte sollen im allgemeinen wenigstens ein Vierteljahr lagern. So Hä­ren und bauen sie sich besser. Süßmostflaschen eine Stunde vor dem Gebrauch aufrechtstellen, damit der Trub sich setzt und dann in einem Zug den klaren Saft in eine andere Flasche abgießen. Ist eine Flasche angebro. chen, dann möglichst kühl stellen (Eisschrank). Im Som­mer hält sie sich dann etwa drei Tage, im Winter, wenn kaltgestellt, wochenlang ohne Gärung. Für grä- ßere Korbflaschen gibt es auch eigene Vorrichtungen für Obenanstich. Am besten große Flaschen im Winter lee­ren bei möglichster Kühlung. Unangebrochene Flaschen können jahrelang aufbewahrt werden.

Es lassen sich von den oben genannten Säften auch verschiedene Mischungen Herstellen. Als praktisch erprobt nennen wir folgende: Johannisbeer mit etwas Him­beer, rote Johannisbeeren mit etwas schwarzen, Aepfel mit etwas Himbeer ober Erdbeer ober Johannisbeer, Aepfel und Rhabarber halb und halb, Rhabarber und Süßkirschen, Johannis- und Stachetbeer, breioiert«! Aepfel und einviertel Holunder, an Stelle von Himbeer lassen sich auch Brombeeren verwenden. Weintrauben und Brombeeren, Weintrauben und etwas Holunder. Rhabarber läßt sich mit fast allen Früchten mischen, gibt aber auch allem feinen möglichst klein geschnittenen Stielen einen vorzüglichen Saft. Beim Dampfentsaften wechselt man schichtweise die beiden Fruchtsorten.