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Nr. 157

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Samstag, 11. Zuli 1931.

Monatlich 1.80 einfchließl. Postgebühr (48 Pfg.> ohne Zustellg Anzeigen-Preise: Kleinzeile (Col.) lokal 0.15 RM., auswärts 0.20 RM. Reklamezeile: lokal 0.60 RM., auswärts 0.80 RM Bei Wiehcrholtmqen Rabatt Pafticheckk Frank' n M 4051

Jahrg. 58.

mit

Dir'

fitfterinlii,

abteilung im Außenministerium, Unterdirektor Bi- zot vom Finanzministerium, FinanzinspektorMohn- clay vom Unterstaatssekretariat für Nationalwirt­

schaft.

Der Ministerrat hat sich weiter mit dem Mo- rotoriumsentwurf, den die französische Regierung für die Konferenz betr. Einschränkung der Ab­rüstungen vorbereitet hat, beschäftigt.

schen Taten der Nachkriegszeit betrachte. Zu der bevorstehenden Abrüstungskonferenz geht Italien mit großer Loyalität und Aufrichtigkeit. Das ist von Stimson vollkommen verstanden wor­den."

Auf die Frage eines Journalisten, ob Italien bestimmte Abrüstungssormeln habe, ant­wortete Mussolini:Italien ist bereit, die niedrigste Abrüstungszahl anzunehmen, auch wenn dann Italien nicht mehr als 10 0 0 0 Gewehre behält, vorausgesetzt, daß keine andere Na­tion über mehr verfügt, sonst hieße es, sich mit einem Stock gegen eine Pistole verteidigen wollen."

Zur Abrüstungsfrage erklärte Mussolini dann weiter:In seiner durchaus richtigen Innenpolitik ist Italien vollkommen von der Ueberzeugung ge­leitet, daß zur Lösung der Wirtschaftskrise die poli­tische und moralische Krise überwunden werden muß. Es ist an der Zeit, daß man Maßnahmen für ihre Lösung ergreift, da sie schon allzu lange dauert. Der Erfolg der Abrüstungskonferenz ist unerläßlich notwendig. Die Völker dürfen nicht enttäuscht werden. Das Datum der Abrüstungs­konferenz darf nicht hinausgeschoben werden- Auf jeden Fall wird in diesem Sinne kein Vorschlag von Italien ergehen, damit es bei dem festgesetzten Datum des 2. Februars 1932 bleibe."

Schließlich sprach sich Mussolini optimistisch über die Ueberwindung der Wirts ch a f t s k rise in den nächsten Jahren aus, besonders für den Fall, daß die Abrüstungskonferenz von Erfolg begleitet sei. In einem solchen Falle würde sich der Horizont aufklären, während er sonst düster bleiben müßte. Die Welt müßte jetzt ihre Straße wählen, und bei der Wahl des Friedensweges befinde er sich mit Stimson in Uebereinstimmung.

Aranzöstscher Attmsterrak.

wtb. Paris. 10. Juli. (Eig. Meld.) Im Mini­sterrat, der heute vormittag unter dem Vorsitz des Präsidenten der Revublik stattfand, berichteten die in Frage kommenden Kabinettsmitglieder über den Stand der in Gang befindlichen Verhandlun­gen. Auf Vorschlag des Finanzministers wurden folgende Persönlichkeiten zur Teilnahme an der Sachverständigen-Konferenz, die in London am

träge nickst respektiert würden. Die letzte Krise in Deutschland ist durch die Zurücknahme auslän­discher Kredite, namentlich amerikanischer, verursacht worden. Während des letzten Monats sind 400 Mill. Dollar aus der Reichs­bank zurückgezogen worden. Das ist saft der Betrag der Summe, die für die Bezahlung der Poung-Annuität notwendig gewesen wäre. Auch Amerika, das ja Gläubiger ist, muß begriffen ba­den, warum Frankreich auf der moralischen Ver­pflichtung der Respektierung freiwillig (na nu!) unterzeichneter und feierlich als endgül­tig angenommener Kontrakte bestanden hat.

Der deutsche Botschafter in Paris, Hoeich, hat den Mim- sterpräsidenten Laval aufgesucht. Anschließend wird eine starke Entspannung zwischen Deutschland und Frankreich festgestellt. Selbst ein nationalistisches Blatt wie derJn- transigeant" muß dies seststellen und muß zugeben, daß die Unterredung allgemein in Frankreich in günstigster Weise beurteilt wird.

DerTemps" schreibt, die spontane Mitteilung seitens der Berliner Regierung müsse ihrem tatsächlichen Wert | entsprechend gewürdigt werden. Selbstverständlich würden | im Verlaufe der deutsch-französischen Verhandlungen, die durch die gestrige Unterredung des Botschafters v. Hoesch in glücklicher Weise eingeleitet worden seien und ihre volle Auswirkung beim grundsätzlich beschlossenen Besuch des Reichskanzlers und des Reichsaußenministers in Paris, der wahrscheinlich in den letzten Julitagen erfolgen werde, erhalten würden, auch andere Fragen erörtert werden müssen, wenn man in dauerhafter Weise die deutsch-fran­zösischen Beziehungen verbessern und in nützlicher Weise den Boden für eine fruchtbringende Zusammenarbeit oor- bereiten wolle. Die finanziellen Opfer, um Deutschland zu Hilfe zu kommen, würden vergeblich sein, wenn es nicht gleichzeitig gelinge, den europäischen Hori- I zont dadurch zu klären, daß man alle M- oerständnisse und jedes Gefühl der Beunruhigung zerstreue, das die Entwicklung der deutschen Politik nach den Forderungen des uneingeschränkten Rationalismus hin seit einem Jahre habe aufkommen lassen.

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Evening New" bezeichnen es als möglich, daß MacDonald im Anschluß an seinen offiziellen Ber­liner Besuch noch einige Zeit zur Erholung in Deutschland bleiben wird, vorausgesetzt, daß die englische innerpolitische Lage es gestattet.

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Aus Washington wird gemeldet:

Der Präsident der Vereinigten Staaten, Hoo­ver, hat in einem Telegramm an den Reichsprä­sident v. Hindenburg seiner aufrichtigen Hoff­nung und Erwartung Ausdruck gegeben, daß de: Moratoriumsplan das Vertrauen aller Länder un­tereinander wieder beleben und Prosperität för­dern möge.

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wtb. London, 10. Juli. (Eig. Meld ). Auf ei­ner am 17. d. Mts. abzuhaltenden Konferenz der nicht an der Londoner Sachverständigen-Konfe­renz beteiligten kleineren Staaten wird laut Mor- ning-Post Griechenland um eine Vereinba­rung ersuchen, durch die seine Finanzen nicht ge- chädigt werden.

Dr. Luther beim Gouverneur der Bank von Frankreich.

wtb. Paris, 10. Juli. (Eig. Meld.). Reichs- I bankpräsident Dr. Luther und der Gouverneur der Bank von Frankreich haben heute vormittag um 10 Uhr zu konferieren begonnen. Ob weitere Unter­redungen folgen werden, steht bis jetzt noch nicht fest. Eine Reise nach Brüssel, von der eine eng­lische Meldung wissen wollte, scheint nach den bis­herigen Dispositionen nicht in das Programm des Reichsbankpräsidenten ausgenommen zu sein, der vermutlich schon heute abend nach Berlin zu- r ü ck r e i s e n wird, während eine aus englischer Quelle stammende Nachricht besagte, daß er sich von Paris zur Sitzung des Verwaltungsrates der inter­nationalen Zahlungsbank nach Basel begeben würde.

Sichere Mehrheit für Hoover-Moratorium im amerikanischen Kongreß.

wtb. Rewyork, 10. Juli. (Eig. Meld ). Wie Newyork Times aus Washington meldet, ist Hoo­ver bezüglich der Ratifikation des Moratoriums durch den Kongreß durchaus zuversichtlich. 70 Senatoren und 295 Mitglieder des Repräsentan­tenhauses hätten sich verpflichtet, seinen Plan zu unterstützen, sodaß eine sichere Mehrheit durchaus gewährleistet sei. Man glaubt übrigens,, daß auch die übrigen Kongreßmitglieder sich ebenfalls gün­stig zu dem Schritt des Präsidenten stellen werden.

' Stimson bei Mussolini.

Der amerikanische Staatssekretär Stimson hat auf seiner Europa-Fahrt Mussolini besucht. Nach dem Besuche hat der Chef der italienischen Regie­rung die amerikanischen Journalisten empfangen, lieber feine Erklärungen an die ame­rikanischen Journalisten wurde , eine Mitteilung ausgegeben, demzufolge Mussolini darauf hinwies, daß die Reise Stimsöns, wenn ihr auch kein amt­licher Charakter zukomme, von großer Bedeutung sei; denn es handele sich immerhin um den Außen­minister der größten Republik der Welt. Musso­lini kennzeichnete Stimson als einen sehr umsichti­gen Staatsmann, der ihm gegenüber einen sehr wichtigen, auch von ihm geteilten Gedanken ausge­sprochen habe, nämlich den, daß, wenn Europa ruhig bleibe, man einem sicheren wirt­schaftlichen Aufschwünge entgegen­gehe.Italien wird", so erklärte Mussolini,die Initiative des Präsidenten Hoover voll unterstützen, eine Initiative, die ich als eine der größten politi-

Wie Oesterreich 1922 ....

Deulschlauds Kredit-Bemühungen und die andern

Traurige Zeitdokumente.

Man schreibt uns: ,

Wenn einmal später die Geschichte dieser Tage geschrieben wird, dann wird demjenigen, der die Dinge aus der Distanz sieht, der dann aber auch erst richtig erkennt, w e l ch f u r ch t b a r e S t u n- den unser Volk und unsere Wirtschaft in diesen letzten Tagen durchlebt haben, ein förmliches Grauen überfallen, wenn er sieht, wie s-ch ge­wisse Kreise in dieser Notzeit des ganzen Landes benommen haben.

Es sind traurige Zeitdokumente, die sich bei einem Blick in die Presse der sogenanntennatio­nalen" Parteien ergeben. Welch entsetzliche Ver­blendung spricht beispielsweise aus der deutsch- nationalen Presse, die es auf Grund desDeut­schen Schnelldienstes", des Pressedienstes der Deutschnationalen Volkspartei (Abendausgabe mit dem Datum des 9. Juli 1931), doch fertig bringt, von der Aktion der Wirtschaft zu sprechen: sie sei dazu verurteilt,schließlich doch nur zur Erhaltung des Systems verbraucht und mißbraucht zu wer­den" Auch in anderen Ausführungen wird der Wirtschaft geradezu der Vorwurf gemacht, daß sie durch ihre Aktionden Staat gerettet habe. Und in derDeutschen Zeitung" wird im gleichen Geiste dieser von engstirnigstem Partec- interesse diktierten Einstellung zu den Dingen die Wirtschaft hart ungefähren deshalb, weil sie sich haftbar machtfür die Reichsbank und damit praktisch für die Regierung Brüning". Der Wirt­schaft wird in diesemnationalen" Blatt gesagt (Nr. 175 b), ob sie denn nicht sehe,daß sie mit ihrem Haftungsangebot die Revision so unendlich erschwert?"

Fürwahr: welche Verblendung spricht aus di^ fer Haltung. Ist denn die Not des Landes noch nicht groß g e n ifg , ckiuß sie denn durch den Jammer parteipolitischer Engstirnigkeit noch ver­mehrt werden? Kann man denn nicht wenigstens in diesen Stunden das Trennende zurückstellen, so wie es die Wirtschaft jetzt getan hat? Denn un­ter den tausend leitenden Persönlichkeiten, die für sich und ihre Unternehmungen die Garantie dem Reiche boten, befinden sich doch auch viele, die po­litisch zur Rechten stehen und von denen gerade die Deutfchnationalen sich immer wieder rühmen, ihre Vertreter zu sein! Cs gibt ja allerdings gar keine schärfere, für die Parteizwecke dieser Kreise blamablere Desavouierung, der nicht nur jedes wirtschaftliche Verständnis, sondern auch jegliches Zusammengehörigkeits- und Verantwortungs­gefühl vermissen'lassenden Taktik dieser Opposi­tion, die nur noch aus einer Steigerung der Not parteipolitischen Nutzen zu ziehen weiß und die jeglichen Ansatz zur Besserung niederkämpft und in Grund und Boden schlecht macht, weil sie sich in der agitatorischen Ausnutzung dieser Not behindert sieht.

Es sind traurige, tieftraurige Zeitdokumente, \ die sich da jetzt ergeben und die heute und für

Preußischer Landtag.

Neben der Erledigung kleiner Vorlagen, die u. a. eine Ausdehnung der Anmeldefrist für Betriebs­stillegungen fordern, debattierte das Haus über die Arbeit des Kroll-Oper-Untersuchungsausschusses. Angenommen wurde ein Ausschußantrag auf Stärkung des Fonds zugunsten der Grenztheater. Das Hauptinteresse in der Sitzung konzentrierte sich auf die namentliche Abstimmung über den durch das Volksbegehren des Stahlhelms zustande ge­kommenen Antrag auf Auflösung des Landtags. Dieser Auflösungsantrag wurde mit 229 Stimmen der Regierungsparteien und Volksrechts­partei gegen 190 Stimmen der Opposition unter stürmischen Pfuirufen bei den Oppositionsparteien a b g e l e h n t. Der kommunistische Antrag auf Aufhebung des Verbots der Spartakiade fiel gegen die Antragsteller, während die Siedlungsgesetze endgültig angenommen wurden. Ebenso verabschie­dete der Landtag nach längerer Debatte ein um­fangreiches Notstandsprogramm für den Oberharz, wonach u. a. erwogen werden soll, analog den staatlichen Bädern einen staatlichen Wintersport­platz im Oberbarz einzurichten. Angenommen wurde u. a. noch ein Antrag des Hauptausschusses, mit den staatlichen Meliorationsbeihilfen für 1931 nicht hinter den Beträgen der Provinzen zurückzubleiben. Die letzte Sitzung des Landtags vor der Sommerpause, am Freitag, wird sich mit kleinen Vorlagen beschäftigen.

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Für die Landtagsauslösung haben gestimmt: 70 Deutschnationale, 40 Kommuni st en, 33 Dolks- parteiler, 16 Wirtschaftsparteiler, 16 Landvolk, 3 Nationalsozialisten, 4 Christlichsoziale, 1 linker Kommunist, 2 Oppositionskommunisten und 2 Par- teilose. Gegen die Auflösung: 135 Sozialdemo­kraten, 70 Zentrumsabgeordnete, 21 Staatspartel­ler 2 Volksrechtsparteiler, 1 Parteiloser. Die fünf Abgeordneten ' der deutsch-hannoverschen Parte: haben sich an der Abstimmung nicht beteiligt.

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Ohne weitere Aussprache nahm am Freitag das Haus das Ausschuß-Programm an, das Die Staatsregierung ersucht, durch Einwirkung auf die Reichsregierung den Erlaß des Reichsgesetzes z u r Bekämpfung der Erwerbslosigkeit zu fördern. Dieser Reichsgesetzentwurf soll vor allem eine Kürzung der Arbeitszeit und den Zwang zur Beteiligung der Arbeitsämter bei Besetzung freier Stellen enthalten.

Angenommen wird weiter der Antrag des Hauptausschusses, bei der Regierung dahin zu wir­ken, daß diese beim Völkerbund, dem inter­nationalen Arbeitsamt und in direkten diploman- schen Verhandlungen Schrite auf einen gleichmäßi­gen internationalen Abbau der Arbeitslosigkeit im Interesse der Bekämpfung der Erwerbslosigkeit unternimmt.

Verbal einer kommunistischen Zeitung in Stettin.

wtb. Stettin, 10. Juli. (Eig. Meld.) Die^ kom­munistische Stettiner ZeitungVolksmacht ist wegen eines am 7. Juli erschienenen gegen d>e Schutzpolizei gerichteten Artikels vom Oberprast- denten dcr Provinz Pommern bis zum 21. Juli verboten worden.

spätere Zeiten den dafür Verantworlichen wahr­haftig nicht zum Ruhme gereichen.

Hugenberg und Hitler treten an!

Vertreter der rechtsgerichteten Opposition sind in Berlin zu einer Sonderbesprechung zusammen» getreten, an der Dr Hugenberg und Adolf Hitler teilnahmen. Die deutschnationale Presse- st e 11 e verbreitet über diese Zusammenkunft ein kurzes Kommunique, das den Charakter einer neuen Kampfansage an die Regierung trägt, ohne im übrigen näheres über die Beschlüsse der Ta­gung auszusagen. Es lautet:

Heute fand in Berlin unter Anwesenheit von Dr Hugenberg und Adolf Hitler eine Tagung der Vertreter der nationalen Opposition statt. Der Versuch der derzeitigen Machthaber, trotz des sicht­baren Zusammenbruchs von Volk und Wirtschaft die Erfüllungspolitik unter verschleierten neuen Formen auch weiterhin aufrecht zu erhalten, führte zu einheitlichem ernsten Entschluß. Die nationale Opposition wird den Entlcheidungs- kampf zur Niederringung des heutigen Systems einleiten und durchführen." . .

Was werden die breiten Massen des deut­schen Volkes für diese neuennationalen" Aktio­nen wieder zahlen müssen?

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CNB. Berlin, 10. Juli. (Eig. Meld.). Die Bundesführer des Stahlhelm erlassen anläß­lich des bevorstehenden Volksentscheids in Preußen einen Aufruf, wobei sie einleitend erklären, die Hoover-Aktion habe ihren Zweck nicht erreicht. Sie habe versagen müssen, weil Deutschland ohne eine entschlossenenationale" Regierung der fran­zösischen Machtpolitik hilflos ausgeliefert fei. Der Aufruf fordert Abkehr von demWahne" einer

mb. Paris, 10. Juli. (Eig. Meld.) Wie Havas aus Neuyork berichtet, begegnet die Reife Dr. Luthers nach London und Paris in den Kreisen der Wallstreet lebhaftem Interesse. Man glaube, daß die Föderal-Reserve-Bank geneigt sei, an den Krediten, die eventuell der Reichsbank bewil­ligt werden könnten, sich zu beteiligen.Journal geht in seiner Berichterstattung über Die Reise Dr. Luthers noch weiter. Wie es in einer Mel­dung aus London glaubt mitteilen zu können, soll Dr. Luther zugunsten der Reichsbank um eine Anleihe von 50 Millionen Pfund Sterling ersucht haben, die zu dem Betrage einer entsprechenden, von den Neu- yorker Banken bereits bewilligten Anleihe hinzu­kommen solle.

wtb. Paris. 10. Juli. (Eig. Meld.)Echo De Paris" veröffentlicht eine Rundfunk-Ansprache, bte Finanzminii'ter Flandin heute abend an die angelsächsischen Länder halten wird. Flandin wird nachEcho de Paris" u. a. ausführen der Plan des Präsidenten Hoover beiße daß die allgemeine Wirtschaftskrise nicht beschworen werden könne, wenn sämtliche Län­der nicht zusammenarbeiteten. Frankreich habe sich bereit erklärt, sich dem Opfer der Vereinigten Staaten anzuschließen. Aber es sei der Ansicht, daß alle politischen und wirtschaftlichen Erwa- gunqspläne während des Feierjahres beiseite ge­stellt werden müßten. Wir wollen, wird der Mi­nister u. a. erklären, fair plan in den Kampf um das politische und wirtschaftliche Leben. W,r sind die Gläubiger, weil ein Fünftel unteres Gebie­tes, und zwar der reichste Teil, während des Krie­ges verwüstet worden ist. Wir haben gezeigt, daß ro't bereit sind, unserem Schuldner zu helfen, wenn er sich in Schwierigkeiten befindet. Aber es wäre für das internationale Vertrauen und für Den Frieden eine große Gefahr, wenn die Ver­

unburdifübrbaren Verst""din-^- "it

cnb. London, 10. Juli. (Eig. Meld.) Der Finanz rsivondent desManchester Guardians" erklärt, von den höchsten Bankkreisen werde gegen­wärtig eine internationale politische Aktion zur Sicherung der finanziellen Stabilität Deutschlands verlangt. Die Zeit sei vorüber, wo Anleihen in Neuyork ober London von Wir­kung sein könnten. Selbst eine Aktion der Zentral­banken innerhalb ihres Rahmens sei heute von geringem Wert. Ein großer internationaler Kre­dit der Zentralbanken mit Garantie der Regie­rungen sei das, was gegenwärtig erwogen werde. Deutschland benötigt eine Hilfe, ungefähr nach Art der internationalen Aktion für Oesterreich im Jahre 1922, wo eine Anleihe auf allen Kapitalmärkten mit ©arantie der Regie­rungen in den Anleihezentren aufgenommen wurde", sei die den Korrespondenten mitgeteilte Ansicht einer hohen Autorität. Zwischen Dr. Luther und der Bank von England habe diese Woche ein freier und sorgfältiger Gedankenaustausch statt­gefunden. Auch die Bank von Frankreich habe freimütig mit den Zentralbanken Englands und Deutschlands zusammengearbeitet. Es sei aner­kannt worden, daß die Aktion Darauf gerichtet sei, die störenden Bewegungen fran­zösischer Privatbanken zu zügeln, die Kre­dite von Deutschland zurückzögen.

Die Aussichten für volle Zusammenarbeit Der Drei führenden Banken in Bafel fei daher hoff­nungsvoll. Im Augenblick könnten Die Zen­tralbanken hier noch nichts weiter tun, als Der Reichsbank Die benötigten ausländischen, Mittel zur Verfügung stellen, um Die Stabilität der Mark zu erhalten und eine interna­tionale Anleihe nach Dem Beispiel Oesterreichs vor- zubereiten.

Luthers Reise.

Der City Korrespondent desEvening Stan­dard" schreibt anknüpfend an den Besuch, Den Der deutsche RK6 -.. Präsident Dr. Luther in Lon­don abceftaliet hat: . .

Der- -and beabsichtige, über einen Kredit und nie . über eine Anleihe zu verhandeln. Die Ges mässe des Kredits würde eine wertvolle psyck .ogische Wirkung haben. Er könnte dem Ge- sühi oer Panik, das bezüglich Der Deutschen Ange­legenheiten herrsche, Einhalt tun unD Der Kapi­talflucht aus Deutschland ein Ende machen, ^n diesem Falle würde Deutschland nicht genötigt sem, viel von dem Kredit zu gebrauchen.

In Londoner Börsenkreisen ist man geneigt, die Bemühungen Dr. Luthers, einen Kredit für die Reichsbank abzuschließen, als ein Hausse- Moment anzusehen. Geht doch daraus ebenio wie aus Der Ausfallbürgschaft Der deutschen In­dustrie erneut das ernste Bestreben des Reichs hervor, die Finanzen unter allen Umständen aus eine gesunde Basis zu stellen. Die Börse, bte in Den Vormittagsstunden eine schwächere Tendenz gezeigt hatte, reagierte aus die Nachricht von Dr. Luthers Besuch durch ein leichtes Anziehen der Kurse. Allerdings verhinderte die noch immer herrschende Unsicherheit das Auskommen eines größeren Kaufinteresses.

Von London ist Dr. Luther n a ch P a r i s ge­fahren. Hier hat er Besprechungen mit dem jetzi­gen und früheren Gouverneur der Bank von Frankreich, dem französischen Finanzminister und anderen sührenden Finanzleuten.

17. Juli beginnt, bestimmt:

Direktor Escglier vom französischen Finanzim- nisteriutw teoulonbre, Direktor Der Wirtschafts­

Frankreich und sieht als erste Voraussetzung für die Erfüllung dieses Verlangens Die Erobe­rung DesBollwerkes Preußen" um Das Reich zu retten. Deutschlands Rettung fei nur möglich, wenn endlich Dienationalen Kraftreser­ven Des deutschen Reiches" völlig eingesetzt würden. Sie seien bisher unterdrückt worden, weil der Mar­xismus ein erbitterter Feind jeden nationalen Freiheitswittens fein müsse. Hier solle der Volks­entscheid Bresche schlagen.

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Ay Jämmerlichkeit sind diese Redensarten mirtlia; nicht zu übertreffen.