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Anzeiger für die Stadt Fulda und denLandkreis Fulda. Amtliches Kreisblatk.

Jtt. 156

Erscheint sechsmal wöchentlich. Wochenbeilagen: ^Die Welt im Bild" undBuchenblätter". Rotationsdruck und Verlag der Fuldaer Acttendruckerei in Fulda. Fernrufe: Schrist- leitung 3153, Fuldaer Acttendruckerei 3151 und 3152. :::

Freitag, 10. Juli 1931.

Monatlich 1.80 einichlietzl. Postgebühr <48 Pig l ohne ZusteUg Anzeigen-Preise: Kleinzeile <Col.) lokal 0.15 RM., auswärts 0.20 RM. Reklamezeile: lokal 0.60 RM., auswärts 0.80 RM. Bei Wiederholungen Rabatt Postschecks Frankl a. M 4051

Zahl,. 58.

ist zu hoffen, daß die Vorbereitungen demnächst zum Abschluß gebracht werden, somit auch Mittel für die Getreide-Lombardierung bezw. -Magazie- nierung geschafft werden könnten.

Aus Rom wird gemeldet: Die durch die päpstliche Enzyklika über die Katholische Aktion geschaffene neue Lage wird als gespannt und sehr heikel betrachtet. Man unterstreicht,daß durch die Enzyklika eine Erschwerung der Lage eingetreten sei, wie sie während des Noten­wechsels nicht bestanden habe. Die Gerüchte über eine bevorstehende persönliche Antwort der ita­lienischen Regierung auf die letzte Note des Va­tikans müßten unter diesen Umständen als über­holt betrachtet werden. Irgendein Beschluß der italienischen Regierung über die Enzyklika liegt indessen noch nicht vor und soll auch in den näch­sten Tagen nicht zu erwarten sein.

ich rief, die Geister, werd ich nun nicht los", darf man wohl über dieses Kapitel neupreußischer Stahl- Helmgeschichte schreiben. Selbst wenn manchen Rechtskreisen der vernünftige Vorschlag des In­nenministers und seine Zusage, über formaljuristi­sche Punkte der Verfassung nicht zu stolpern, inner­lich nicht unwillkommen erscheinen mag, zumal man angesichts des sicheren Mißerfolges doch nur mit halbem Herzen bei dieser Sache sein wird, äußerlich wird man von dem falschen Wege des Volksbegehrens nicht so leicht loskommen! Daß dieser Volksentscheid eine Niederlage der Veranstal­ter bringen wird, ist eine ausgemachte Sache. Be­dauerlich bleibt es nur, daß diese Aktion erneut eine Beunruhigung unseres innerpolitischen Le­bens im Gefolge haben dürfte, und daß dadurch die Ueberwindung der wirtschaftlichen Not jedenfalls nicht gefördert werden wird.

Dre Pariser Havas Agentur teilt mit, daß die Verhandlungen über die sofortige Durch­führung des allgemeinen Ferienjahres sehr aktiv betrieben wurden, so daß bereits am Montag, dem 13. Juli, die internationale Zahlungsbank in Basel den französischen Antrag über die Bedin­gungen, zu denen Frankreich im Falle eines Poungplanmoratoriums den im Poung-Plan vor­gesehenen Earantiesonds zu stellen hätte, prüfen würde.

Am 17. 3 uli, so heißt es in der Meldung wei­ter, werde in London die Konferenz der Schatzamtssachverständigen beginnen, die sich mit der technischen Durchführung des Moratoriums und mit der Frage der Sachlieferun­gen beschäftigen folle. Bei diesen Verhandlungen werde Deutschland vertreten sein. Erst nach Beendigung der Arbeiten der Sachverständigen werde entschieden werden, ob eine Konferenz der Minister der verschiedenen interessierten Län­der einschließlich Deutschlands notwendig sei und wann sie in diesem Falle zusammentreten würde.

Im übrigen wird in der Havasmeldung bemerkt, daß der Besuch des ReichskanzlersBrü- n i n g und des Reichsaußenmini st ersCur- tius in Paris entweder in den letzten Julitagen oder zu Beginn des Monates August zu erwar­ten sein dürfte.

Aus Washington wird gemeldet: Der stellver­tretende amerikanische Staatssekretär Castle er­klärte, daß Amerika sich an der technischen Konfe­renz zur Regelung der Ausführung des Hoover- planes in London beteiligen werde. Die ameri­kanischen Delegierten würden zwar hauptsächlich als Beobachter auftreten, gleichzssiiig aber dafür sor­gen, daß die Entscheidungen der europäischen Finanzexperten sich innerhalb des Geistes des Hooverplanes halten. Die Regierung der Vereinigten Staaten stelle mit Befriedigung fest, daß die Reichsregierung das Menschenmög­liche tue, um die Finanzlage zu bessern, insbeson­dere sei der Garantieplan der deutschen Banken und Jndustrieunternehmungen ein sehr erfreu­liches Zeichen.

totix London, 9. Juli. (Gig. Meld.) Der eng­lische Premier-Minister Macdonald, der einen leichten Anfall nervöser Magenbeschwerde hat, wird für einige Tage nach Cheguers gehen. Am Sams­tag gedenkt der Premierminister an der großen nationalen Abrüstungskommission in der Albert Hall teilzunehmen.

Luther führt nach London.

C. N. B. Amsterdam, 9. Juli. (Gig. Meld.) Reichs­bankpräsident Dr. Lucher, der gestern abend Ber­lin verlassen hat, ist heute vormittag hier einge- troffen. Er hat seine Reise nach London alsbald fortgesetzt. Von London wird sich der Reichsbank­präsident unter Berührung der wichtigsten Finanz­plätze, die aus dem Wege nach der Schweiz liegen, nach Basel begeben, wo am 13. d. Mts. die 13. Verwaltungsratssitzung derBank für Internatio­nalen Zahlungsausgleich" stattfindet.

ten, die in der Improvisation doppelt wirkten, Lieutnant-Commander Steel. Auch der englische Sprecher gedachte des Wirkens Dr. Sthamers und gab der Hoffnung Ausdruck, daß dieser erste Ma­rinebesuch seit dem Kriege die Liguidation einer Zeit der Mißverständnisse bedeute.

* An der Debatte im preußischen Landtag, deren Kern, wie gemeldet, der Stahlhelm-Antrag auf. Auflösung war, hat sich das Zentrum gar n i d) t beteiligt. Es hat damit trefflich zum Ausdruck gebracht, daß diese ganze Aktion in dieser überaus ernsten Zeit eine'politische Kin­derei ersten Ranges ist. Am Bett eines Schwerkranken macht man keine Tanz-Musik- Im Deutschland dieser schwersten Not-Wochen kön­nen nur blutige Dilettanten aus die Idee kommen, die Volksleidenschaften durch Volksabstimmungen aufzustacheln und damit das wirtschaftliche und fi­nanzielle Elend zu vergrößern. Es gab tatsächlich verwegene Gesichter der Rechtsopposition, als ih­nen Minister Severing von der Landtagstribüne herab erklärte, sie, die innerpolitischen Ruhestörer, seien an dem st arken Abfluß kurzfri st i- ger Kredite und der damit verbundenen Ver­schärfung der Wirtschaftskrise nicht unschuldig, und als er, der Sozialdemokrat, die Deutschnationalen darüber belehrte, gerade sie könnten eine nationale Tat tun, nämlich ihrer­seits zur Ueberwindung der Krise durch Stärkung des Vertrauens in die Stabilität der politisch. Ver­hältnisse beitragen und auf die Durchführung des an sich aussichtslosen Volksbegehrens verzichten. Die Antwort aus den deutschnationalen Bänken waren stammelnde und inkonsequente Zwischenrufe.Die

Die Spar-Aktion in Polen.

Aus Warschau wird gemeldet:

Im Zuge der großen Sparaktion, die zurzeit in Polen durchgeführt wird, erließ das Außen­ministerium eine einschneidende Verfügung über die Dien ft ausgaben seiner i m Aus­lande beschäftigten Beamten. Der Staat wird von nun an ausschließlich diejenigen Repräsen­tationsräume bezahlen, die jeweils der Missions­chef inne hat. Die übrigen diplomatischen und Konsularbeamten, die in Dienstwohnungen woh­nen, haben in Zukunft 3 Prozent ihrer Bezüge als Mietzins zu entrichten, soweit sie Beamte in gehobener Stellung sind. Die subalternen Beam­ten haben 2 Prozent ihrer Bezüge zu entrichten.

Die Durchführung des Ferien-Jahres.

Reichsbankpräsidenk Dr. Luther auf dem Wege nach London.

Alotteubefuch in kiel.

Norwegische linkerfeeboole in Kiel.

mtb. kiel, 9. Juli. (Gig. Meld.) Die drei er­warteten norwegischen Unterseeboote liefen heute vormittag nach der Fahrt durch den Nordostsee­kanal zu einem mehrtägigen Besuch im hiesigen Hafen ein. Das norwegische PanzerschiffTor- denskjold", das sich infolge der Stürme in der Nordsee verspätet hatte, wird erst im Laufe des Nachmittags eintreffen.

*

Auf Einladung des Hamburger Senats stattete am Mittwoch eine größere Abordnung der im Kie­ler Hafen weilenden englischen Kreuzer Norfolk" undDorsetshire" Hamburg einen Be­such ab. Die englischen Gäste, begleitet von deut­schen Offizieren und Mannschaften, kamen in Autobussen von Kiel herüber. Im Großen Saal des Rathauses hatten sich zur Begrüßung Bürger­meister Dr. Petersen und die Senatoren Schön­felder und Dr. Burchard eingefunden. Dr. Peter­sen hieß die Vertreter der englischen Flotte mit herzlichen Worten willkommen. Wir empfangen Sie, sagte er, als Angehörigen des großen, uns befreundeten englischen Volkes. Zum ersten Male seit dem furchtbaren Kriege hat Deutschland und hat Hamburg die Freude, britische Marine bei sich zu Gast zu sehen. So dürfen wir in dieser Tat­sache wohl ein Unterpfand dafür erblicken, daß hüben wie drüben der feste Wille besteht, d i e Zeit des Krieges zu oerg-essen. Wir freuen uns Ihres Besuches auch deshalb, weil er uns Gelegenheit gibt, einen Teil des Dankes ab­zutragen, den mir für die Aufnahme von Schif­fen unserer Flotte in britischen Häfen schulden. Dr. Petersen oedachte int weiteren Verlauf seiner Rede der besonders engen Beziehungen zu Eng­land und fuhr fort: Wenn wir in dieser Stunde des Mannes gedenken, den vor einigen Tagen ein unerbittlicher Tod ab gerufen hat, fo will es uns mehr als ein Zufall dünken, daß in dem Bot­schafter Dr. Sthamer gerade ein Hambur­ger die schwierige Aufgabe, das Eis zu brechen, fo erfolgreich hat lösen "können. Die Not der Zeit, schloß der Bürgermeister, erlaubt es leider nicht, den Besuchern alles zu bieten, was man gewünscht hätte. Eines aber fei unabhängig von aller ma­teriellen Not die Herzlichkeit der Gefühle. Für die englischen Gäste dankte mit kurzen War­

kündigt Mussolini das Konkordat?

Kritischer Augenblick.

E.N.B. Rom, 9. Juli. (Gig. Meld.) In dem Konflikt zwischen Italien und dem Vatikan ist nach demMefsaggero" die einzig mögliche Lö­sung die Kündigung des Konkordats durch die italienische R e g i e r u n g. Da­mit geht das erwähnte römische Morgenblatt noch einen Schritt weiter als die gestrige Abendpresse,

die bereits die Frage um den weiteren Wert und Bestand des Konkordats aufgeworfen hatte. Diese Meldung, so führtMefsaggero" aus, dränge sich auf, nachdem die Absicht des faschistischen Italiens, auf Grund des Konkordats den Frieden zwischen Kirche und Staat aufzubauen, zerschelle. Die Ar­beit derKatholischen Aktion" sei politisch ein­gestellt und unbestreitbar gegen das Regime ge­richtet. Was auch die Folgen einer Kündigung des Konkordats fein mögen, der Faschismus fühle, daß er sie ruhigen Mutes vor Italien und der Welt auf sich nehmen könne: er habe auch das Recht, schon jetzt die Verantwortung des un­abwendbaren Greignisses abzulehnen.

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Die Katholiken kennen die Einwendungen, die der Heilige Vater gegen die Darlegungen der Faschisten gemacht hat. An der Treue der Katho- liken zum Heiligen Stuhl wird auch m den be­vorstehenden Stürmen nicht zu zweifeln sein.

Die neue Notverordnung des Reichspräsidenten bezweckt, wie wir schon mitteilten, die gesetzliche Untermauerung der angebotenen Hilfsaktion der 1000 deutschen Großunternehmungen, die sich in dem bekannten Brief an den Reichsbankpräsiden­ten bereit erklärt haben, gegenüber der deutschen Golddiskontbank im Interesse der Aufrechterhal­tung des deutschen Auslandskredites eine Ausfall­bürgschaft von 500 Millionen Reichsmark zu über­nehmen.

Die Aktion muß, um zum Ziele zu führen, sofort durchgeführt werden können. Kostbare Zeit würde verstreichen, wenn die einzelnen Un­ternehmungen um ihre Zustimmung in juristisch wirksamer, d. h. notariell beglaubigter Form, ge­beten würden. Der eine oder der andere könnte vielleicht auch diese oder jene Einwendungen gel­tend machen, die natürlich auf die Durchführung hemmend einwirken müßten. Um diese Zeitver­geudung, die auch die Stoßkraft des ganzen Pro- lettes beeinträchtigen würde, zu vermeiden, hat man sich entschlossen, auf gesetzlichem Wege die Haftung oer Großunternehmungen bis zum Betrage von o00 Millionen Reichsmark für etwaige Ausfälle aus Kreditgeschäften der Golddiskontbank zu konsti- turerertz die diese wie es in der Notverordnung wörtlich heißt,int Interesse der Aufrechterhaltung des deutschen Auslandskredits tätigt".

Die kurze Notverordnung gibt der Reichsregie­rung die Ermächtigung, durch Rechtsverordnung in Anlehnung an die Vorschriften des Aufbrin­gungsgesetzes von 1924 die aufbringungspflichtigen Unternehmungen mit einem Betriebsver­mögen von über 5 Millionen Reichs­mark anteilig für die 500-Millionen-Haftsumme zu verpflichten. Wie man sieht, wird also die Bank für Industrie-Obligationen, deren frühere Haupt- sunktion gelegentlich der Abschaffung der zu Repa­rationssicherung dienenden Industrie-Obligationen erloschen ist, die aber bekanntlich als Bank für bie Finanzierung und Kontrolle der Osthilfe-Umschul- bung weiterbesteht, in die Golbdiskontbank-Aktion eingeschaltet. Die Bank für Industrie-Obligationen soll auch die Treuhänderschaft für bie auf biefe Weise beschafften Krebste der Eoldbiskontbank übernehmen.

Ausführungs-Anweisungen finb inzwischen von der Reichsregierung gleichfalls erlassen worben.

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Gerüchte, die davon wissen wollen, daß Stirn- fon zurückzutreten beabsichtige, wurden in Wa»

Die Weizen - Politik.

ERB. Berlin, 9. Juli. (Gig. Meld.). Im Reichsministerium für Gmährung und Landwirt­schaft fanden heute unter Vorsitz des Reichsmim- sters Dr- h. c. Schiele Besprechungen über die Hand­habung des Weizen-Vermahlungsgesetzes im kom­menden Wirtschaftsjahr statt. Minister Schiele gab einqn knappen Ueberblitf über die zu erwar­tende Situation des deutschen Weizen­jahres im Erntejahr 1931-32. Gr bezifferte den durchschnittlichen Weizenbedarf einfchließlich des Saatgutes auf etwa 4,8 Mill. Tonnen, fodaß auch bei einer Weizenernte von 4,5 bis 4,6 Mill. Ton­nen, mit der infolge der verstärkten U m st e >- lung zum Weizenbau ?u rechnen fei, am Schluffe des Grntejahres noch ein Einfuhrbe- barf von einigen 100000 Tonnen ver­bleiben dürfte. Hierbei ist zu derücksickitigen, baß ber Bedarf mit einer Mindest-, die Ernt- dagegen mit einer Höch st menge in bie irtedv nung gesetzt ist. Um einer Vreisbevression, bte sich aus der durch den Geldmangel d--- 9as-+ a ' bedingten Beschleunigung der ..Erntemobilisierung und der begrenzten Aufnahmefähigkeit ber a neh- menben Hanb begibt, entgegenzuwirken, fei es no­tig, ben höchstmöglichen Satz für das gesamte Wirt­schaftsjahr als V e r m a h l u n g s q u o t e für ün- landsweizen festzusetzen, und zwar auf 97 Prozent. Sollten sich aus der Höhe der Quote Schwierigkei­ten ergeben, namentlich am Schlüsse des Wirt- chaftsjahres, so wird durch rechtzeitige Maßnahme dem veränderten Bild der Verforgungslage Rech­nung getragen werden. Zur Ueberwindung eines Saisonsdrucks, insbesondere im Herbst, soll em Weizen-Export ermöglicht werden und da­mit im Zusammenhang ein sich über das ganze Wirtschaftsjahr verteilender Import. Durch diese Maßnahme wird gleichzeitig ein Qualitatsaustau ch zwischen deutschen Weich- und ausländischem Me- berweizen stattfinden können., Allen an der Ge­treidewirtschaft und am Getreideaußenhandel inte­ressierten Kreisen wird die Gelegenheit gegeben werden, die sich aus dem Export ergebenden Chan­cen voll auszunutzen.

Im weiteren Verlaufe seiner Rede machte der Minister dann noch die Mitteilung, daß nach dem Zustandekommen des Hoover-Moratoriums und der Bürgschaftsübernahme der deutschen Wirt­schaftler aller Voraussicht nach auch Möglichkei­ten für die notwendige Erntefina n- zierung gegeben fein werden. Diesbezügliche I Verhandlungen haben bereits stattgefunden und es

* Französische lugenboerbänbe für deutsch- französische Berftänbigiing.La Victoire" Das Blatt Herves, gibt den Aufruf mehrerer franzö­sischer Jugen-dverbände wieder, die sich zusam- mengeschlosfen haben, um sich für -me loyale deutsch-französische Verständigung, die zur Abwehr einer Katastrophe und zur Schäftung et« ne 5 beferen (Europa unerläßlich iet, em- zusetzen. Es handelt ssth um die Association E1- tholique des jeunes FranealS, die ^eunesfe Lw que et Republicaine. die Föderation des Asiociatt« ons Ehrötiennes des Etudiants, tue Französisch- Deutsche Universitätsgruppe u. a.

Die Opposition in der SPD.

Der Reichstagsabgeorbnete Sollmann besaßt sich im Vorwärts mit demMahnruf" ber drei oppo- sitionellen sozialdemokratischen Abgeordneten Ro en selb, Seybewitz unb Ströbel unb macht dabei seh interessante Ausführungen, bte ein Helles W über bas Ausmaß ber Opposition inner halb ber Sozialdemokratischen Partei werfen.

Sollmann betont, baß der Mahnruf ber bret Abgeordneten bas Signal zur ^ammlung emer einheitlichen Opposition innerhalb ber Partei ge geben habe. Dieser öffentliche Aufruf let nur bte erste öffentliche Bekundung ber Tatsache daß es längst eine woh 1 organtsierte oppofttmtelte Organisation innerhalb bet Partei gebe, dtesich über bas ganze Reich erstrecke. Dre Spuren ihrer Tätigkeit seien fast überall im Reich zu beobachten. Auch anbere Organisationen an der Peripherie der Sozialdemokratischen Partei seien in ben Dienst ber Organisation gestellt worden. _

Jn diesem Zusammenhang teilt der »°ztaldemo statische Pressedienst mit, daß die drei oppositio nellen Abgeordneten unter dem 8. ^It als Er roiberung auf bie Stellungnahme des Presseblenstes zu ihremMahnruf an bie Partei eine längere Erklärung gegeben haben, m ber sie Nach druck" feststellen, daß sieweder nut: bet ©nlgrt der Partei spielen, noch gar an Spaltung den Een". Ter übrige Inhalt ber Erklärung et int Sinne bes Mahnrufs gehalten. Der Sozial^mo statische Pressebienst lehnt eine Veröffentlichung ber Erklärung ab unb weist darauf Hw, baß die Urheber des Mahnrufs fchristlich aufgesordertwor den sind, sich vor dem am kommenden Dtensrag

shington aufs schärfste dementiert. Es wurde be­tont, daß der Staatssekretär wichtige Fragen in Europa zu besprechen hätte, und sowohl das Ab- rüstungs- wie das Schuldenproblem studieren werde.

Panzerschiffs au und Zollunion.

Das englische ArbeiterblattDaily Herald" ver­öffentlicht einen Leitartikel unter der Ueberschrift Deutschland kann helfen", dessen Schlußsätze sich wie eine Wiederaufnahme und Unterstützung der von Frankreich in die Debatte geworfenen Forde­rung sogenannter politischer Garantien lesen.

Es heißt darin:Wenn am Ende des Hover- jahres Klarheit über die Zukunft der Reparatio­nen und Kriegsschulden geschaffen sei, wenn Pläne für bessere wirtschaftliche Zusammenarbeit ausge­arbeitet seien und wenn vor allem ein wirklicher Fortschritt in Richtung auf bie Abrüstung getan fei, bann werde das Hooverjahr fruchtbrin­gend gewesen sein. Andernfalls werde eine ver­zweifelte Lage entstehen. Bei dieser notwendigen Arbeit habe jede Nation ihren eigenen Beitrag zu leisten, und zwar in einem großzügigen Geiste. Das Blatt fährt fort: Die Gläubigermächte haben ihre ^Beiträge genau so zu leisten wie Deutschland. Kein Engländer hat auch nur für einen Augenblick daran gedacht, von Deutschland einen p olitischen Preis für den ihm gewährten Beistand zu verlan­gen. Die Möglichkeit eines solchen Verlangens wird denn auch mit ausgesprochenem Mißvergnü­gen betrachtet. Immerhin ist es klär, daß die Welt Deutschland zu Hilfe gekommen ist, und ebenso wahr ist, daß es Deutschland, wenn es will, in seiner Macht hat, der Welt während ber nächsten zwölf Monate wesentlich zu helfen. Z. B. könnte es keinen rascheren Beitrag zur Abrüstung geben als eine spontane Mitteilung ber deutschen Regierung, daß angesichts berFinanzlage alle Arbeit an ben neuen Schlacht­schiffen bis nach ber Konferenz auf- geschoben werben soll. Es könnte keinen schnelleren Beittag zu ben wirtschaftlichen Erörte­rungen geben als eine Zusicherung, daß ber Plan der Zollunion nicht isoliert burdjgeführt, fonbern tn Verbindung mit ber ganzen Frage bes europäischen Wieberausbaues erwogen wirb. Es ist Weber unsere Aufgabe noch unsere Absicht, Deutschlanb zu sagen, was es tun sollte. Aber wir haben bas freunbschastllche Recht, ihm barzulegen, was es tun könnte unb bie Hoffnung, auszudrücken, daß es alles tun wird, was es tun kann, um ebenfalls seinen Beittag zum allgemeinen Wohl zu leisten."

Einladung des Völkerbundes an Amerika zur Abrüstungskonferenz.

Reuter meldet aus Washington: Die Regie­rung der Vereinigten Staaten erhielt eine Ein­ladung des Völkerbundes, an der Abrüstungs­konferenz in Genf im Februar 1932 teilzunehmen. In Kreisen des Staatsdepartements wurde dazu erflärt. daß eine herzliche Annahme die­ser Einladung in den nächsten Tagen telegraphisch übermittelt würde.