Einzelbild herunterladen
 

Fuldaer Land und Nachbargeblek

— Friesenhausen (Krs. Fulda). Man schreibt uns: Nach fünfjähriger Tätigkeit an der hiesigen Schule verließ Herr Lehrer Mohr am 1. Juli unsere Gemeind«, um nach seiner neuen Stelle Langenbieber überzusiedeln. Mit Bedauern sahen wir ihn scheiden, da wir ihn in seiner Tätigkeit hier als pflichttreuen und religiösen Erzieher kennen und schätzen gelernt haben. In selbstloser Weise übte er das Amt des Organisten aus, für das ihm die Gemeinde wegen der finanziellen Schwierigkeiten keine Vergütung zahlen konnte. Den Dank, den wir ihm dafür schuldig sind, möge Gott ihm geben und möge seine Tätigkeit in seinem neuen Wirkungskreise mit (Bottes reichstem Segen begleitet sein.

= Hünfeld. Am vergangenen Dienstag fiel eine Schülerin der hiesigen höheren Mädchenschule in die Glasfüllung der Eingangstür. Dabei wurde ihr durch Glasscherben die Hauptader am rechten Arm zerschnitten. Nach Anlegung eines Notverbandes wurde das Mädchen in das Landeskrankenhaus überführt, wo eine Blutüber­tragung von ihrem Vater vorgenommen werden mußte. Die Operation ist gut verlaufen.

kreisjugendlreffen in Kirchhasel.

— Haselstein (Kr. Hünfeld). Am kommenden Sonntag findet hier das Kreisjugendtrefsen des Kreises Hünfeld statt Der Tag ist als Wandertag gedacht, dessen Ziel das idyllisch am Fuße des ruinengekrönten Bergkegels gelegene Haselstein ist. Gegen 3 Uhr nachmittags ver­sammeln sich die Vereine am Nordabhang des Bergkegels auf dem schattigen Rasenplatz unter den großen Kastanien zu einer Gemeinschaftsseier, deren Darbietungen von den Jugendvereinen bestritten werden. Als Gruß der Ge­meinde Haselstein wird der dortige Männergesangverein zwei Chöre singen.

Sreiskriegerverbandssest in Salmünster.

— Salmünster (Kr. Schlüchtern). Am 4., 5. und 6. Juki 1931 findet, wie hier schon berichtet wovden ist, das Kreiskriegerverbandsfest des Kreises Schlüchtern, ver­bunden mit dem 5 5. Stiftungsfest des Krre­ge r oe r e i n s Salmünster statt. Es steht zu er­warten, daß die von dem weltberühmten K u n st f l i e - ger Übet, der ja sozusagen ein Sohn Salmünsters ist, angesagten Kunstflüge (Fallschirmabsprünge) usw. be­stimmt zur Vorführung kommen. Weiter sei auch er­wähnt, daß die „Frauen von Salmünster" im Festzuge dargestellt werden. Die Frauen von Salmünster hatten bei einem feindlichen Ueberfall Salmünster gerettet, in­dem sie mit Bienenkörben usw. den Feind an der Er­steigung der Stadtmauern hinderten.

Der Bezirksausschuß soll über Hanaus Etat entscheiden.

— Hanau. Nachdem die Stadtverordnetenversamm­lung wiederholt eine Beratung des mit einem ungedeck­ten Fehlbeitrag von etwa 840 000 Mark abschließenden Entwurfes des Haushaltsplanes für 1931 abgelehnt hatte, ist, wie in der Donnerstag-Sitzung der Stadtver­ordneten zur Kenntnis gegeben wurde, vom Magistrat beschlossen worden, gemäß § 61 Ziffer 2 in Verbindung mit § 39 der Städteordnung bei dem Bezirksausschuß in Kassel zu beantragen, über die Feststellung des Haus­haltsplanes 1931 zu entscheiden.

Aus Oberhessen.

— Biedenkopf. Unterhalb des Kreisortes Ober­dieten fand man in einer Sandgrube einen toten Handwerksburschen. Wie aus den Ausweispa­pieren hervorgeht, handelt es sich um einen gewissen Krieger aus Breitenkamm bei Holzminden. Als Todes­ursache wird Unterernährung angenommen.

Der Kamps um den Wiesbadener Etat gehl weiter.

= Wiesbaden. Nachdem im Magistrat in seiner Sitzung am Mittwoch über den von der Stadtverordne­tenversammlung verabschiedeten Etat keine Einigung er­zielt werden konnte, hat sich die Stadtverwaltung am Donnerstag nochmals bis in die späten Abendstunden mit dem Haushaltsplan besaßt. Das Ergebnis ist, daß der Magistrat dem von der Stadtverordnetenversamm­lung ausgeglichenen und verabschiedeten Etat in wesent­lichen Punkten nicht beigetreten ist.

Heues aus Frankfurt.

— Der letzte der Kolonne Krams gefaßt. Von der achtzehnköpfigen Diebesbande Krams und Genossen fehlte, bisher noch der ständige Wagenführer bei den Raub­zügen, der Arbeiter Johann Rahner. Er hatte sich recht­zeitig seiner Verhaftung durch die Flucht entzogen und vor etwa einer Woche an die Polizei geschrieben, man sollte ihn nicht suchen, da er bereits als Chauffeur in den Dienst eines Franzosen getreten sei. In Wirklichkeit aber hielt sich Rahner in der Umgebung von Mainz auf. Bei den kommunistischen Demonstrationen Mittwoch abend in Mainz wurde er gesehen. Man veranlaßte seine Verhaf­tung. Rahner führte gestohlene Ausweispapiere bei sich, die aber mit seinem eigenen Lichtbild versehen waren. Nach langem Leugnen gestand der Mann schließlich ein.

daß er der gesuchte Haupthelfershelfer des Krams sei. Mit Rahner ist der letzte Mann der "Diebesbande sestge- uommen worden. Nunmehr steht noch die Festnahme einer ganzen Reihe Hehler bevor, falls diese nicht frei­willig zur Vernehmung der Kriminalpolizei sich zur Ver­fügung stellen.

— Der Schutzengel. Eine Ehefrau versuchte mit ihren beiden Kindern aus dem Leben zu scheiden. Sie hatte Den Gashahn geöffnet. Das dreijährige Kind öffnete je­doch die Wohnungstür und machte dadurch die Haus­bewohner aufmerksam. Die Ehefrau und das einjährige Kind waren bereits bewußtlos.

— Beim Baden ertrunken. Am 30. Juni wurden im Strandbad Eschersheim die Kleider und das Auto des Reisenden Ludwig Kirchner gefunden. Donnerstagabend wurde nun die Leiche des ohne Zweifel beim Vaden Er­trunkenen aus der Nidda bei Eschersheim gelänget. — Weiter wurde am Niederwälder Wehr in höchst aus der Nidda die Leiche des 31 Jahre alten Friedrich Hermann Ziegler geländet. Ziegler ist beim Baden ertrunken. — Beim Baden in der Nidda geriet ein Junge in einen Strudel. Als dies fein älterer Bruder sah, eilte er ihm zu Hilfe und brachte ihn an die Wehrmauer, wo der Junge mit einem Seil aus dem Wasser gezogen wurde. Währenddessen versank der Retter im Wasser. Trotz­dem er alsbald ans Land gebracht werden konnte, waren Wiederbelebungsversuche erfolglos. Offenbar hat er einen Herzschlag erlitten.

184 Einbrüche eingestanden.

Drei schwere Jungen vor Gericht. — Sie meinen: „Drei Jahre Zuchthaus in Bayern schlimmer als zehn Jahre in Preußen."

Drei ganz schwere Jungen standen gestern vor dem Erweiterten Schöffengericht in höchst. Der Anführer des Kleeblattes, der in Zuchthauskleidern auf der Anklage­bank saß und eine Strafe von fünf Jahren verbüßt, hatte bei einer früheren Gerichtsverhandlung in Würzburg allein 184 Einbrüche eingestanden. Bei der jetzigen An­klage handelte es sich um Einbrüche in Kelkheim, wobei auch die Filiale der Vereinsbank höchst erbrochen, der Kassenfchrank fortgeschleppt und im Felde geöffnet wurde. Außerdem kommen noch weitere schwere Einbrüche in Kelkheim, Ruppertshain und Groß-Gerau auf -bas Konto der Angeklagten. In Ruppertshain wurden die Kassen- schränke der Lungenheilstätte von den Dieben mit in den nahen Wald genommen, wo man sie in aller Gemüts­ruhe aufbrechen und „ausnehmen" konnte. Bei einem Einbruch in die Krankenkasse in Groß-Gerau wurde der ca. sechs Zentner schwere Kassenfchrank mitgenommen, ungefähr 300 Meter vom Tatort erbrochen und beraubt. Dann verlegten sie ihr Feld nach Bayern,.wo sie eben­falls Kassenschränke stahlen und m der Nahe der Gebäude beraubten. Dort wurden sie erwischt und vom Würzburger Gericht zu hohen Zuchthausstrafen ver­urteilt. Während ihrer Strafzeit stellte sich dann heraus, daß sie auch die Diebstähle im Taunus und in Groß- Gerau ausgeführt haben. Während sie früher bei der polizeilichen Vernehmung teilweise Geständnisse abgelegt hatten, bestritten sie in'der jetzigen Verhandlung hart­näckig die ihnen zur Last gelegten Einbrüche. Als einer der Angeklagten gefragt wurde, warum er früher ein Geständnis abgelegt habe und heute die Tat leugne, rief er aus: „Ich habe ein Geständnis abgelegt, um in ein preußisches Zuchthaus zu kommen, auch wenn ich eine längere Strafe bekommen hätte, denn drei Jahre find in Bayern schlimmer als zehn Jahre in Preußen!!" Das Gericht verurteilte zwei der Angeklagten zu einem Jahr Zuchthaus, während bei dem dritten Freisprechung mangels Beweises erfolgte.

Freistaat Hessen.

— Vilbel. Unmittelbar nach der Heimkehr von einem Schulausflug erkrankte ein zwölfjähriges Kind unter schwerem Erbrechen. Schon nach einigen Minuten war das Kind tot. Die Todesursache konnte noch nicht mit Sicherheit festgestellt werden.

kommunistische Ausschreitungen in Doms.

— Worms. Nach Schluß einer nationalsozia­listischen Versammlung am Mittwoch abend wurden die Teilnehmer auf dem Nachhauseweg am Lu­therplatz von Kommunisten angegriffen und mit Stei­nenbeworfen. Als die Polizei einschritt, und einen Steinwerfer festnahm, wurden mehrere Schüsse abgege­ben und versucht, den Festgenommenen zu befreien. Die Polizei gab einige Schreckschüsse ab und räumte die Straße. Die von politischen Gegnern der Nationalsozia­listen zuerst abgegebenen Schüsse haben ein Opfer gefor­dert. Als die Straße geräumt mar, sanden die Polizei- beamten den mit seinen Gesinnungsgenossen aus der Versammlung gekommenen Arbeiter Väth aus der Ver­kehrsinsel mit einer Schußwunde im Hals liegen. Der Verletzte wurde ins Krankenhaus transportiert. Auch an anderen Stellen der Stadt griffen die Kommunisten Nationalsozialisten an und überschütteten die Polizeiautos mit einem Steinhagel. Die Beamten mußten mehrere Sistierungen vornehmen. Am Hauptzollamt und in einer unweit davon gelegenen Wirtschaft wurden eine große Anzahl Doppelfenster und Transparente durch Stein- würfe zertrümmert. ___________________

Aus der Thüringischen Rhön.

Aus Geisa und Umgebung.

* = Dorndorf. Ein Personenauto, das aus Richtung K i e s e I b a ch fuhr, wurde, als es die Staatsstraße verließ, um nach Dorndorf einzu­biegen, von einem in gleicher Richtung fahrenden Lastauto gerammt und gegen eine Baumgruppe geschleudert, wo es zertrümmert liegen blieb. Die beiden Insassen kamen mit heiler Haut da­von.

— Nordheim (Rhön). Nachdem das hiesige B a- s a l t w e r k sowie die Dampfziegelei Baier ihren Betrieb wieder aufgenomm n haben, ist die Zahl der Arbeitslosen, die in den Wintermonaten gegen 100 zählte, auf 34 zurückge­gangen. Die Kontrollstelle der Arbeitslosen, die seit einigen Monaten in Nordheim war, wurde wieder nach Ostheim verlegt.

Die Stifte des Eisenacher Oberbürgermeisters.

= Eisenach. Am Mittwoch wurde in Eisenach ein Beleidigungsprozeß 'durchgeführt, den Ober­bürgermeister Dr. Janson gegen den Journali­sten Karl Nennstiel in Eisenach angestrengt hatte. Der 2lngeklagte hatte sich wegen öffent­licher Beamtenbeleidigung zu verant­worten. Er hatte in verschiedenen Bersqmmiun- gen im November und Dezember vorigen Jahr'.s den Oberbürgermeister u. a. vorgeworfen, daß er nicht die Würde besitze, ein so hohes Amt zu be­treuen. Dabei spielte eine Büste eine große Rolle, die der verstorbene Eisenacher Professor Kugel von Dr. Janson angefertigt hatte. Dr. Janson hatte in einem Zeitungsartikel betont, daß die Büste nickt während Sitzungen, sondern nach Pho­tographien angefertigt worden sei. Sachverstän­dige unterstützten den Angeklagten vor Gericht, indem sie diese Aeußerungen des Oberbürgermei­sters als irreführend bezeichneten. Brcm-

tragt wurden gegen den Angeklagten in beiden Fällen eine Geldstrafe von je 150 Rm. und Publi» kavlonsbefugms des Prioatklägers. Der Ange­klagte wurde freigesprochen. In der Urteilsbe­gründung heißt es wegen der sogenannten K u • gelbüfte wörtlich: Das Gericht ist überzeugt, daß der Oberbürgermeister absichtlich verschwieg, daß er Modell gesessen hat, während er der Oef- fentlichkeit mitgeteilt habe, daß die Büste nach Photographien angefcrtigt sei.

kleine Nachrichten.

Auff dem Erfurter Bahnhof entgleisten am Mittwoch morgen vier Güterwagen eine» aus Richtung Neudietendorf einfohrenden Güter, zuges. Die Entgleisung ist auf Radschaden eines ausländischen Güterwagens zurückzuiühren.

In Eisenach verunglückte «in Mechaniker mit dem Motorrad. Er hatte seinen 16jährigen Bruder auf seinem Kleinkraftrat mitgenommen, obwohl ein Soziussitz nicht vorhanden war. Wäh­rend ter Führer anscheinend unverletzt blieb, wurde der Beifahrer schwer verletzt ins Kranken­haus gebracht.

In Linda bei Neustadt (Orla) brach nachts im Anwesen eines Landwirts Feuer aus, das zwei Scheunen sowie angrenzende Nebengebäude und Schuppen zerstörte. Sieben Feuerwehren bekämpf­ten erfolgreich den Brand.

Auf der Fahrt zu einem nächtlichen Feuer wurde der Brandmeister von Suhl von einem Herzschlag getroffen und sank tot zu Boden.

Ein in Treffurt wohnender, schon seit fan­gen Jahren schwer kranker Mann schnitt sich in der Verzweiflung mit einem Rasierrnesfer den Leib auf. In hoffnungslosem Zustand wurde er ins Krankenhaus gebracht.

Gottesdienst-Ordnung.

katholischer Gottesdienst.

Sonntag, den 5. Juli 1931.

Fulda. Dom. Kollekte für die Jofephskirche. Ewiges Gebet. Vollkommener Ablaß. Deichtgelegenheit: Samstag morgens von ‘/s6 Uhr an, nachm. von 2—3 Uhr für die Kinder, ‘/-5—7 und von ‘/»8 Uhr an für die Erwachsenen, Sonntag morgens von *A6 Uhr ab. Gottesdienste: ‘/-6, 6, Vi7 und 7 Uhr hl. Messen mit Gelegenheit zum Empfang der hl. Kommunion. In der ‘/-7 Uhr Messe Kommunion des Männerapostolates. ‘/-6 Uhr Aussetzung des Aller- heiligsten. 8 Uhr Pfarramt mit Predigt und Kommunion des 7. und 8. Schuljahres. ‘MO Uhr Kathedralamt mit Predigt. Danach Gebetstunde für die Männer. (Andacht um Wiedervereinigung im Glauben.) ’/,12 Uhr letzte hl. Messe mit Predigt. 12—1 Uhr Betstunde für alle Jüng­linge, Kaufleute, höhere Schulen, Gesellen. (1. Fronl.-And.) 1—2 Betstunde für die Schulkinder. (2. Fronl.-And.) 2—3 Betstunde für die hoch«. Domgeistlichkeit. 3—4 Betstunde für die Jungfrauen. Herz-Jesu-Andacht. 4—5 Betstunde für die Frauen und Mütter. (3. Fronl.-And.) 5—6 Stille Anbetung für die Sakr.-Bruderschaft und Männerapostolat. 6 Uhr Schlußandacht mit Umgang, Te Deurn und Segen. Werktagsgottesdienste: Jeden Morgen von ‘/-6—7 Uhr halbstündlich hl- Messen mit Komm.-Austeilung. ‘/«8 Uhr Pfarrgottesdienst mit Komm. 9 Uhr letzte Messe mit Komm. Montag V>8 Uhr Andacht zu Ehren des kostb. Blut. Christi. — Skadlpfarrkirche. Beichtgelegenheit: Samstag nachmitt, von 3—7 Uhr, 7'/,—8'/- Uhr, Sonntag früh 6—7 Uhr. Sonntagsgottesdienste: 6 Uhr heil. Messe. 6s/4 Uhr heil. Messe und Kommunion des Männerapostolates. 8 Uhr erster Kindergottesdienst, Predigt und Kommunion des 7. und 8. Schuljahres. 9‘A Uhr Pfarramt und Predigt. 11 Uhr zweiter Kindergottesdienst und Predigt. Die Kollekte ist für die St. Kanisius-Kirche bestimmt. 9 Uhr Christen­lehre der Jünglinge in der Severikirche, IV« Uhr für die Jungstauen. 2Va Uhr Rosenkranz-Bruderschaft. Die heilige Kommunion wird von 6—7‘A Uhr jede halbe Stunde ge­spendet, außerdem um 8‘/i Uhr und 9'/< Uhr. Werktags­gottesdienste : 6 Uhr, 7V. Uhr und 8 Uhr heilige Messen Mittwoch, Freitag und Samstag stütz 6 Uhr Beicht­gelegenheit. Freitag abends um 8 Uhr Segensandacht. — Pfarrkirche zum Hl. Geist. 7 Uhr Frützmeffe mit An- spräche, Männerapostolat. 8 Uhr Hochamt und Predigt, Kommunion des 7. und 8. Schuljahres. 3/«ll Uhr Kindergotlesdienst und Ansprache, ‘/dl Uhr Christen­lehre für die Jünglinge Um 8 Uhr abends Andacht. — St. Siurmius-pfarrkirche. Beichtgelegenheit Samstag nachmittag von 3 Uhr an, Sonntag von ‘/«7 Uhr früh. Gemeinschaftliche hl. Kommunion für die Männer und die Kinder des 7. und 8. Schuljahres. V.8 Uhr Frühmesse mit Ansprache. ‘MO Uhr Hochamt mit Predigt. An­schließend Christenlehre. Nachmittags */i2 Uhr Segens- andacht. Werktagsgottesdienst ist morgens um 7 Uhr. — St. Jofephskirche. Beichtgelegenheit: Samstag von 2 bis 3 Uhr für Kinder und von 5 bis 7 Uhr. Sonntag

von */a7 bis 7V« Uhr. ‘/«8 Uhr Kommunion-Austeilung. ‘/«8 Uhr Messe mit Ansprache und Kommunion-Austeilung. ‘MO Uhr Amt mit Predigt. Nach dem Amt Christen­lehre. Abends um 8 Uhr ist Andacht mit Segen. — Friedhofskapelle am FranzofenmSldchen. Um 6V« Uhr hl. Messe mit Ansprache und Kommunion-Austeilung. Die übrigen Wochentage um 7.05 hl.Messe m. Komm.-Austg. Frauenberg. Feier des Titularfestes der Marianifchen Bruderschafi. Heilige Messen von 5 bis 7 Uhr. 8 Uhr Bruderschaftsmesse mit Predigt. In der 7 und 8 Uhr- messe Generalkommunion der Mitglieder. 9 Uhr Senilen- amt mit Predigt. Nachmittags 2 Uhr Predigt, Andacht und Umgang für die Marianische Bruderschaft, daraus Neuwahl des Vorstandes. (Die Beichtstühle rechts, sowie im Beichtgang sind von 6 Uhr ab für die Bruderschafts- Mitglieder reserviert.) — Montag, den 6. Juli, Tag des ewigen Gebetes in der Klosterkirche. Um 5 Uhr Aussetzung des Allerheiligsten. Hl. Messen von 5 bis *A9 Uhr. 9 Uhr Levitenamt. 10 Uhr letzte heilige Messe. Von 11 Uhr an öffentliche Betstunden. Nachmittags 2 Uhr feiert. Vesper. Um 5 Uhr nachmittags ist Schlußandacht mit Umgang. — Neuenberg. ‘/-9 Uhr Amr mit Predigt. Diekersha«. 8 Uhr Amt mit Predigt. Lehnerz. ‘MO Uhr Amt mit Predigt.

Evangelischer Gottesdienst.

Sonntag, 5. Juli. (5. Sonntag nach Trinit.) Fulda: 8 Uhr Predigtgottesdienst,.Pfarrer Hattendorf. 9.30 Uhr Prediqtqottesdienst und Liturgie, Beichte und hl. Abend­mahl, Pfarrer Hattendorff. 11 Uhr Kindergottesdienst. 8 Uhr abends Jungmännerrverein im Bibliothekszimmer. 8 Uhr abends Iungmädchenverein im Schwesternhause. Amtswoche: Pfarrer Hattendorff. Schloß Bieber­stein: 9.30 Uhr vormittags Predigt mit Liturgie, Vikar Luckemeyer. B a d S a 1 z f ch 1 i r f: 10 Uhr vormittags Predigt und Liturgie, Pfarrer Bäumler-Tann (Rhon). Fulda- Mittwoch 5 Uhr Andacht im Altersheim Em­maus, Sup. i. R. Ruhl. Abends keine Bibelstunde im Schwesternhaus. Bad Salzschlirf: Donnerstag 5.45 Uhr nachmittags Bibelstunde in der Kirche.

LvangeNsche landeskirchliche Gemeinschaft Fulda.

Sonntag, 5. Juli, abends 8.15 Uhr: Evangelisa­tionsversammlung. Redner: Herr Pfarrer Hattendorf. Freitagabend 8.15 Uhr: Bibel- und ®ebetftunbe.

Zur Gesichts-Bräunung

aber auch zur Bräunung des ganzen Körpers bei SonnenbSd«:, verwende man die reizmildernde und Whlende Creme Leodor fettfrei in roter Packung; fetthaltig in blauer Ladung, Zube LVPf.und 1 Ml. Wirlsam unterstützt durch Leodor-Edelseife Stück 50 Pf. Zu haben in allen Ttzlorodont-Verkaufsstellen.

Mola.

Don Charlotte Ursina.

24] ---------

Also man hatte Teja Thorsen in Verdacht —? Und keine Menschenseele konnte jetzt ahnen, wo Teja Thorsen mit seinemSchiff war!

Plötzlich stieg eine namenlose Angst in ihr auf. Wenn Teja Thorsen erfahren würde, daß man ihn hier —?" Und gewissermaßen trug sie die Schuld daran, ihre allzu große, naive Vertrauensseligkeit Sanitätsrat Lauten­schläger gegenüber.

Deoelmans, der doch auch diese Geschichte von Teja Thorsen plötzlichem Auftauchen in der Zeit von Erik Thorsens Tod kannte, er war gar nicht auf diesen Ge­danken gekommen, daß vielleicht Teja —?

„Mein Gott!" Viola schluchzte auf.

Und nun saß sie hier draußen in der Lindenallee, in diesem großen, einsamen Hause! Keiner der Verwand­ten meldete sich bei ihr! Kein Bekannter rief an! Und wenn sie sich an jemand wenden wollte — immer hieß es, die Herrschaft ist nicht zu Hause — ist ausgefahren __ ist ausgegangen und was ihr am allerdeutlichsten war — ist nicht zu sprechen!

Also man wußte es überall in der ganzen Stadt, in ihren Kreisen, in denen sie bisher verkehrt hatten — Und Heinzius selber —?

Er lag in seinem Sanatorium und ließ nicht ein Wort von sich hören! Er hatte sie nicht zu sprechen gewünscht! Er hatte nicht nach ihr verlangt.

Und wäre sie denn überhaupt zu ihm gegangen — selbst wenn er nach ihr verlangt hätte —?

Es wäre das erste Mal, daß Viola darüber nach- dachte.

Nein, sie wäre nicht zu ihm gegangen! Niemals!

Es war so entsetzlich in diesem weiten Haus. Und immer und immer konnte sie doch nicht bei Inge sein! Und wiederum hatte Inge auch nicht Zeit, zu, ihr zu kommen. —

Viola seufzte verzweifelt.

Sie hatte sich so viel Mühe gegeben, an das Kind zu denken. Ja, sie war in die Stadt gefahren und hatte die ersten Besorgungen für dieses kleine, ahnungslose Wesen getan und die Nachmittage hatte sie still im Garten oder bei dem trüben Regenwetter, das in den letzten Tagen herrschte, in ihrem Zimmer gesessen und

genäht — die ersten kleinen, ach, lächerlich kleinen Hemdchen genäht.

Wie gut von Inge, daß sie darauf bestanden hatte, dergleichen nicht fertig zu kaufen, sondern selbst zu ar­beiten — bas sollte sie auf andere Gedanken bringen, ihr eine Beschäftigung geben — das sollte sie an das Kind erinnern, das sie zu erwarten hatte — diese ersten, stillheimlichen Freuden.

Viola hob den Kopf aus den Kissen und strich mit dem Baiisttüchlein über ihr Gesichtchen.

Und wirklich, wenn sie Inges Buben sah, die vier munteren, herzigen Buben, wenn sie Inge selber be­trachtete, in geheimnisvoller Erwartung auf das Kind­chen, bas wieder unter ihrem Herzen lag, das sie aber in ganz kurzer Zeit in ihren Armen halten sollte. —

Viola spürte da plötzlich den lauten Schlag ihres Herzens.

Ja, ja, wenn ihr alles auch im Leben fehl geschlagen war — eines wollte, — eines durfte sie ja doch ge­nießen, diese Freuden, diese süße Hoffnung, Mutter Ztt werden — Mutter zu sein. Ein Kind zu haben, in dem sie wieder leben konnte, an dem sie sich noch einmal auf- richten wollte, für das sie da sein mußte —

Und Heinzius? —

Es war wohl kaum zu glauben, daß Heinzius irgend welche Ansprüche an dieses Kind stellen würde. —

Doch wollte sie Knut und Inges Vorschlag folgen, warten und in der Lindenallee wohnen bleiben, bis das Kind geboren, bann sollte es sich entscheiden! Kümmerte sich Heinzius bann auch noch nicht um sie ober um das Kind, — bann würde sie das große Haus in der Linden­allee verlassen und hinausziehen nach Gremsbütt.

Im zweiten Stockwerk des Hauses Weiherstieg 1 hat­ten ihr Oevelmans eine kleine Wohnung versprochen, dort wollte -te wohnen mit ihrem Kinde. Und jnie sie beide Oevelmans, die so tatkräftig mitten im Leben stan­den, kannte, sie würde darauf bringen, daß sie irgend etwas ergreifen, irgend einen Beruf aufnehmen mußte. — Viola lächelte — aber bas lag ja noch so weit von ihr. Zuerst wollte sie das Kind einmal haben.

Sie lächelte.

Ach. warum hatte ihr auch Lautenschläger den Kri- minalkommijsar auf den Hals geschickt!

Ganz bestimmt hatte sie sich oorgenommen, an biefem Vormittag zu ihm in den „Professorenwjnkel" zu fah­ren, — gewissermaßen ein wenig abzubitten —.

Diese Sache mit Teja Thorsen machte sie ungemein unruhig.

Sie ging an das Telephon und läutete Lautenschläger an. Er war nicht zu Hanse. Aber durch Fräulein Berte ließ sie ihn für den Nachmittag herausbitten.

Dann stand sie einen Augenblick vor dem hohen Spiegel.

War sie wirklich noch Viola Heinzius —?

Etwas hatte sich in ihren Zügen verändert.

Sie sann nach. Wenn sie an ihre Jungmädchenbilder dachte — —

Ach, ja! Sie wußte, was es war — die stille Hoffnung auf ein Glück, die früher aus ihren Augen in die große, weite Welt geleuchtet hatte. — Allerdings damals war es ein Hoffen auf ein anderes Glück ge­wesen — Erik Thorsen!

Und dann waren die trüben nüchternen, gleichmütigen Jahre ihrer Ehe gekommen, die diefes Gesicht teilnahms­los, müde, matt, ohne jeden inneren Ausdruck gemacht hatten. Nun aber —? Viola lächelte und strich mit den schmalen, blassen Fingerspitzen über die Stirn, — nun war es wieder eine Hoffnung, die aus ihren Au­gen leuchtete auf das Kind —

Und Viola Heinzius trat auf die Terrasse hinaus.

Der Regen hatte nachgelassen. Die Lust war weich und lind. Sie konnte es alfo wagen, sich unter dem schützenden Glasdach niederzulassen.

Sie klingelte nach dem Mädchen und ließ sich bas Arbeitskörbchen bringen.

Und wenige Minuten später stichelte sie eifrig an den winzig kleinen Babyhemdchen.

Vom Flur her vernahm Viola Heinzius Schritte.

Der Diener melbete ihr Michel Dippelmann, im Auf­trag des Herrn Dr. Heinzius.

Viola wechselte die Farbe.

„Bitte!" sagte sie nur halblaut, und das Wort blieb ihr schief am Gaumen kiel m.

Als Dippelmann schlicht, mit ein wenig gesenktem Kopf, wie es so seine Art mar, aus die lerraffe trat, mühte sich Viola ruhig zu erscheinen. Es war das aller­erste Mal, daß Heinzius jemand schickte.

' „Wollen gnädige Frau gütigst entschuldigen —?"

„Ausgerechnet Sie, Herr Dippelmann —?" fragte Viola plötzlich etwas gereizt.

„Entschuldigen die Frau Doktor — ich bi«, seit drei Tagen bei „ter Grüften u, Heinzius" im Dienst —"

„Ach, so!" machte Viola und zuckte gleichgültig die Schultern.

„Also nicht mehr bet „Mörser u. Tilgen"? fragte sie, mit um überhaupt etwas zu fragen.

„Nein, gnädige Frau! Ich hatte gekündigt. Aber der Herr Doktor hat bas doch so gemacht, daß ich gleich Weggehen konnte u,nb zwar in aller Ruhe mit den Herren. —"

Viola nickte nur.

„Und Sie wünschen —?"

Viola stichelte emsig weiter, so daß sie Dippelmanns vom Wundern und Staunen große Augen nicht sehen konnte, die er auf ihre Arbeit gerichtet hielt. e

„Wenn Post noch da sein sollte für den Herrn —?

„Fragen Sie den Diener —" sagte Diola kurz, ohne von ihrer Arbeit aufzublicken.

Dippelmann grüßte und wollte sich langsam entfer­nen.

„Ach —!" sagte Viola verlegen.

„Uebrigens noch schönen Dank für neulich —!

„Was meinen Frau Doktor —?" fragte er ein we­nig verwundert.

„Nun, daß sie mich neulich aus den Arbeitermassen wegführten —" sprach sie sichtlich verlegen. -

„Ach, Gott, Frau Doktor —" hilflos lächelte bet Alte.

„War ein furchtbarer Tag!" seufzte er.

„Ja, ja!" sagte Viola mit gerunzelter Stirn.

„Also Sie müssen den Diener fragen, ob Post da ist —"

„Bitt? nochmals um Entschuldigung —" stammelte Dippelmann und ging die Terrassenstufen hinab, durch den Garten.

Daß sie gar nichts gefragt hat! dachte er kopfschüt­telnd.

Nicht mal, wie es dem Doktor geht!

Und daß es sie nicht mal zu wundern schien, daß er bei ’ier Grüften u. Heinzius war, — wo doch mein Fritz -?

Und Babywäsche näht die Frau Doktor —?

Richtige Babywäsche —?

Michel Dippelmann mußte stehen bleiben, um nach- juibenten. Hatte er denn wirklich auch recht gesehen —

Wenn er bas dem Herrn Doktor sagen würde —

Und als Dippelmann tatsächlich drei Briefe, die ge­kommen, vom Diener in Empfang genommen hatte und längst wieder die einsame, vornehme Lindenallee hinuntertrottete, flüsterte er immer und immer wieder vor sich hin —

„Und Babywäsche naht die Frau Doktor —! Rich­tige Babywäsche —!"

(Fortsetzung folgt)