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Anzeiger für die Stadl Fulda und denLandkreis Fulda. Amtliches Kreisblakt.

Ar. 151

Samstag, 4. Juli 1931

Mrs. 58.

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3« den nächsten Tagen Verständigung!

Die französische Kammer geht in die Serien. Der englische Konferenz - Vorschlag aussichlslos. Keine wesentlichen Fort­schritte. New York verkündet bevorstehende Verständigung.

Während eine Meldung des Mitarbeiters der Doss. Ztg." aus Paris Einigung zwischen Frank­reich und Amerika in den Hauptpunkten ankündigt, deuten andere Nachrichten auf langsamen Weiter­gang der Verhandlungen, wobei sich zeigt, daß England die alte Freundschaft mit Frankreich nicht zu lockern gedenkt. England hat neuerdings wieder seine Sympathie für das mächtige fran­zösische Landheer zum Ausdruck gebracht, und zwar durch den Premierminister Macdonald. Auf die Rüstungsfragen aber nehmen die jetzt statt­findenden Verhandlungen ja im letzten Grund ganz wesentliche Rücksicht. Amerika will Frankreich die Quelle für weitere maßlose Rüstungen durch Dros­selung seiner Reparations-Einnahmen, so weit das möglich ist, ab sch n ei d en. Das, was dieVoss. Ztg." über die endgültige Einigung zwischen Frankreich und Amerika meldete, wird aus Ber­lin in aller Form dementiert. Ueber den letzten Stand der Angelegenheit geben folgende Telegramme Aufschluß:

wtb. Paris, 3. Juli. (Eig. Meld.) Nach Havas ist der Zeitpunkt des Zusammentritts der französisch-amerikanischen Unter« Händler für heute noch nicht bestimmt. Man vermutet jedoch, daß eine Abendsitzung statt- sinden wird.

Bedenken gegen den Vorschlag Englands

Die deutsche Presse äußert mehr oder weniger starke Bedenken gegen den Vorschlag der bri­tischen Regierung, eine Konferenz der am Reparationsproblem interessierten Mächte einzuberufen.

DerVorwärts" nennt diesen Vorschlag, der sicherlich herzlich gut gemeint sei, absurd, denn wie lange wolle man noch verhandeln? Die Si­tuation Deutschlands werde von Tag zu Tag schwieriger. Don dem Deutschland unter Füh­rung der Bank von England kürzlich zur Ver^ fügung gestellten Rediskontkredit in Höhe von rd 400 Millionen Mark ständen jetzt noch kleine Reste zur Verfügung. Angesichts der finanziellen Si­tuation der Reichsbank sei die Besorgnis der Reichsregierung, daß die uns zugedachte Hilfe schließlich zu spät kommen werde, angebracht.

DieVoss. Ztg." unterstreicht die Schwierig­keiten, die der große und schwere Apparat einer internationalen Konferenz brauche, um in Funk­tion zu treten. Eine Konferenz über den Garan­tiefonds würde eine Verzögerung der Jnkraftset- zung des Hooverschen Vorschlages über den 15. Juli hinaus bedingen, und das wäre gleichbedeu­tend mit Unwirksammachung des Hooverschen Vorschlages, dessen nicht geringsten Vorzug die Schnelligkeit der Hilfsaktion sei.

DieDAZ." spricht von einemunglück­seligen englischen Konferenzvor- s ch l a g". Deutschland habe auf einer solchen Konferenz gar nichts zu suchen. Die Regierung habe bisher mit Recht den Standpunkt vertreten, daß es sich um f r a n z ö s i f ch - a m e r i k a n i s chc Meinungsverschiedenheiten handele, an denen Deutschland unschuldig und unbeteiligt sei. Die Deutsche Regierung werde diese Konferenz ablehnen müssen.

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rot. London, 3. Juli. (Eig. Meldg.). Wie der Times-Korrespondent in Washington meldet, wurde gestern nachmittag der Gouverneur der Bundesreservebank Meyer und der Hande lssekretärLamont ins Weiße Haus gebeten. Man glaubt, daß die Frage der Beschaf­fung von Krediten für die Länder Europas, die unter dem von Hoover vorgeschlagenen Aufschub der deutschen Zahlungen leiden würden, Gegen­stand der Besprechungen gewesen ist. Vor allem hat Griechenland heftige Klagen über die Aus­wirkung des Hooverschen Vorschlags für die grie­chischen Finanzen erhoben.

Reuter meldet aus Paris: Wie verlautet, hat Frankreich den Vorschlag der britischen Regie­rung, eine Konferenz der Signatare des Poung- planes nach London einzuberufen, abgelehnt und eine Konferenz in Paris statt in London vor- qeschlagen.

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wtb. Paris, 3. Juli. (Eig. Meld.) Der Vor­sitzende des Kammer-Ausschusses für auswärtige Angelegenheiten, Paul Boncour, und der Vor­sitzende des Finanzausschusses, Malvy, haben gestern den Ministerpräsidenten Laval gebeten, das Parlament nicht vor Abschluß der Verhand­lungen über den Hoover-Plan in die Ferien zu schicken. Laval wiederholte, daß er bereits gestern nachmittag in der Kammer gesagt hatte, daß er keineswegs beabsichtige, auf eine ihm von der Verfassung bewilligte Prärogative zu verzichten, daß er aber auch nicht das Kontrollrecht des Parlaments verkenne. Falls also die Umstände es erforderten, würde er das Parlament zu einer außerordentlichen Session einberufen, um es über die von der Regierung getroffenen Maß­nahmen zu unterrichten.

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wtb. London, 3. Juli. (Eig. Meld.) Im Gegen­satz zu den optimistischen Aeußerungen der fran­zösischen Blätter meldet der französische Korre­spondent desDaily Telegraph" aus Paris: Ent-, gegen mehreren Presseberichten scheinen gestern kerne wirklichen Fortschritte in den Ver­

handlungen gemacht worden zu sein. Die Frage des Earantiefonds und die Priorität des franzö­sischen Anteils an den ungeschützten Annuitäten bietet anscheinend noch immer unüberwind- lrche Schwierigkeiten. Die französischen Mi­nister beharren fest auf dem Standpunkt, daß sie in dieser Frage keinerlei Zugeständnisse machen könnten. In den anderen Punkten sind sie bereit, die Möglichkeit vom Kompromissen zu prüfen. Der Pariser Korrespondent desDaily Expreß" dagegen will wissen, daß es in einigen der Haupt­punkte zwischen den französischen und amerikani­schen Unterhändlern zueinerprovisorlschen Vereinbarung gekommen sei.Daily Mail" ist der Meinung, daß das britische Angebot einen Abbruch der Verhandlungen bis - her verhindert habe.

Aewyork Times" über eine amerikanisch­französische Verständigung. f

wtb. Aewyork, 3. Juli. (Eig. Meld.) Die New- yorker Morgenblätter betonen auf der ersten Seite und in Leitartikeln, daß in den nächsten .^Ä- g e n eine Verständigung mit Frankreich zu erv^rr- ten sei. DieTimes" schreibt in ihrem LeitaMkel' unter der UeberschriftIsolierte Aktion unmöglich":

Die Ankündigung der englischen Regierung, sie fei zur Teilnahme an einer internationalen Konferenz üper den Hoover-Plan bereit, dürfte eher als eine freundschaft­liche Ermahnung an Frankreich oufzufassen sein, daß die ganze Angelegenheit der Bestimmungsmöglichkeit durch die einzelnen Nationen bereits entrückt fei. Das offen­bare Bestreben der französischen Regierung, mit Wds- hington zu einer Verständigung zu kommen, sollte durch den versöhnlichen Geist der amerikanischen Note erleich­tert werden. Man müsse sich vor allem vor Augen hal­ten, daß die die ganze Welt berührende Bewegung sich fortenwickele; dieser Bewegung gegenüber könne keine Nation ihren Willen diktieren, da sie längst jeder lokalen Kontrolle entwachsen sei. In Paris werde Mellon jetzt mit Benjamin Franklin verglichen, und es empfehle sich, auch an Franklins Ausspruch zu denken: »Wenn nicht alle zusammen gingen, werden wir einzeln sinken". Dieser Spruch treffe in hohem Maße aus die Nationen zu, die Gefahr laufen, getrennt zusammenzubrechen. so­bald sie nicht Zusammenarbeiten wollen. Niemand hätte dieses besser begriffen als Mussolini, der dem Hoo- ver-Plan sofort zugestimmt und für Italien in Kraft ge­setzt habe. Auch die französische Regierung bestehe nicht auf einer Ablehnung der zuletzt ergangenen Vorschläge Hoovers.

Letzte Stand-Meldung.

cnb. Berlin, 3. Juli. (Eig. Meld.) Nach einer Erklärung des amerikanischen stellvertreten­den Staatssekretärs des Auswärtigen dauerten die Verhandlungen in Paris in ausgezeichneter Atmosphäre anund wir sind sehr optimistisch in bezug auf ihren Ausgang". Allem Anschein nach hat sich die Zahl der zu.1 ö s e n d e n Fragen stark vermindert. Es steht wohl nur noch das Problem der Behandlung des von Frankreich zu stellenden Garantiefonds bei der Bank für inter­nationale Zahlungen zur Debatte. Wie man erwar­tet, dürfte die Lösung vielleicht in der Richtung einer wechselseitigen Garantie der Beteiligten, die französische Einzahlung nicht in Anspruch zu neh­men, liegen, wodurch die französischen Befürch­tungen beschwichtigt werden könnten. Ob die end­gültige Einigung schon heute oder morgen erfolgt, läßt sich im Augenblick noch nicht absehen.

Reparations-Felerjahr.

Der Vorschlag des Präsidenten Hoover bedeu­tet für Deutschland einen moralischen und wirt­schaftlichen Erfolg- Wer sich darüber klar ist, in welch verhängnisvoller Weise die Vertrauenskrise die Grundlagen des staatlichen und sozialen Le­bens zu erschüttern drohte, wird die unmittelbar nach Verkündung der Hooverschen Botschaft einge­tretene Beruhigung, die Rückkehr des Vertrauens im In- und Ausland, fast noch höher werten müs­sen als die rein finanzielle Seite. Der Ansturm auf den Devisenmarkt, die neu einsetzende Kapital­flucht, die Abziehung kurzfristiger Auslandskredite, all das, aus der Atmosphäre panikartiger Angst geboren, hat mit einem Schlage sein Ende gefun­den. Die Vernunft ist wiedergekehrk. Neue Hoff­nung keimt auf.

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Finanziell gesehen, erhält Deutschland einen allgemeinen Aufschub der Reparationszahlungen. Es gewinnt eine Atempause, um die schwersten Schäden in seinem erschöpften Wirtschaftsorganis­mus beseitigen und seine erschütterten Existenz- grunölagen festigen zu können. Zwar ist es nicht die gesamte Doungrate, die wir in der Zest vom 1. Juli 1931 bis zum 30. Juni 1932 sparen. Von der Gesamtrate werden vielmehr die Beträge ab­zusetzen sein, die für Verzinsung und Tilgung der Dawes- und der Pounganleihe aufgewendet wer­den müssen. Insgesamt bleiben aber immerhin noch rund 1>6 Milliarden, die unter den Aufschub des Hoover-Vorschlages fallen. Da der größere Teil dieser Zahlungen, nahezu eine Milliarde Mk., in Devisen hätte gezahlt werden müssen, wird durch den Aufschub eine tatsächliche Entlastung des De­visenmarktes erzielt, ganz abgesehen von den heil­samen psychologischen Rückwirkungen der Hoover- Botschaft, die gerade auf dem Devisenmarkt, diesem überaus empfindlichen Nero des gesamten deut­

schen Geld- und Kreditsystems, besonders spürbar sein werden.

Die öffentliche Finanzwirtschaft ferner steht nunmehr, völlig überraschend, vor einer ins Ge­wicht fallenden Verminderung ihrer Ausgaben. Das ist jedoch nicht so zu verstehen, als begänne nun eine goldene Zeit schleuniger Steuersenkungen und Gehaltsaufbesserungen. Dazu ist die Gesamt­lage ckeider nicht reif. Dazu sind auch die Rückwir­kungen der allgemeinen, tiefgreifenden Wirt­schaftskrise auf die Einnahme- und Ausgabewirt­schaft der öffentlichen Hand zu schwer und nach­haltig, als das hinfort auf Vorkehrungen verzichtet werden könnte, die erst vor kurzem zur Sicherung der öffentlichen Finanzen zwangsläufig eingelei­tet werden mußten. Eine merkbare Entspannung wird jedoch durch den Reparationsaufschub erzielt: das Reich spart allein im laufenden Rechnungs­jahr, also in den neun Monaten bis zum 31. März 1932, rund 1,2 Milliarden. Davon entfallen 495 Millionen auf den Anteil der Reichsbahn, rund 700 Millionen auf den Reparationsbetrag, der vom Reich aus dem Ertrag der Steuern bestritten werden müßte. Es wird also Raum geschaffen für eine durchgreifende Sanierung der öffentlichen. Finanzen.

Mehr als ly2 Milliarden bleiben also der kapi-- talarmen deutschen Volkswirtschaft erhalten. Die Säugpumpe der Reparationen, die den Lebenssaft unserer Wirtschaft in großen Mengen ohne Gegen­wert ins Ausland abzog, ruht zunächst für ein Jahr. Das darf in seiner Wirkung nicht unter­schätzt werden. Im Zusammenhang mit der Ue« berroinöung der schweren Vertrauenskrise wird da­durch, aller Voraussicht nach, der Anstoß zu einer besseren Kapitalversorgung Deutschlands gegeben werden. Im Kreislauf des Wirtschaftssystems muß das wiederum, nach und nach, günstige Auswir­kungen auf den Arbeitsmarkt zeitigen. Aber zu glauben so hat es der Reichskanzler kürzlich in feiner Rundfunkrede ausgedrücktdaß nach An­nahme des Vorschlages des Präsidenten Hoover alle Nöte in Deutschland beseitigt wären, wäre die gefährlichste Illusion, in die sich das deutsche Volk hineinwiegen könnte".

Aeberall Aehlbekrag.

Reichseinnahmen und Ausgaben im Hlai 1931.

wtb. Berlin, 3. Juli. (Eig. Meldg.). Nach Mitteilung des Reichsfinanzministeriums betrugen im Mai 1931 (Angaben in Millionen Rm.) im ordentlichen Haushalt die Einnahmen 608,2 und die Ausgaben 729,7; mithin ist für Mai eine Mehrausgabe von 121,5 zu verzeichnen. Un­ter Berücksichtigung des Fehlbetrages aus dem Vorjahre in Höhe von 1030,5 und der Mehrein- nahme im April 73,5 ergibt sich für das Ende des Berichtsmonats ein Defizit von 1078,5. Im außerordentlichen Haushalt wurden insgesamt 10,7 vereinnahmt. Bei Ausgaben von insgesamt 19,0 ergibt sich eine Mehrausgabe von 8,3. Unter Be­rücksichtigung des Fehlbetrages aus dem Vorjahr» in Höhe von 261,4 und der Mehreinnahme im April von 2,0 ergibt sich für das Ende des Be­richtsmonats ein Defizit von 267,7. Der Kaffe- follbestand betrug am 30, Mai insgesamt 1860, wovon 1793 verwendet wurden, sodaß ein Restbe­stand bei der Reichshauptkasse und den Außsnkas- sen von 67,0 vorhanden war. Die schwebende Schuld hat sich per 30. Mai auf 1864,6 gegen 1726,5 per 30. April erhöht.

346 Zwangsgestellungen in Berlin.

wtb. Berlin, 3. Juli. (Eig. Meld.) Im Laufe des gestrigen Tages und der Nacht wurden w e gen Tragens des verbotenen Sparta­kiade-Abzeichens in Berlin 346 Zwangs- gestellungen vorgenommen. 284 Personen mürben noch im Laufe der frühen Nacht nach Feststellung ihrer Personalien entlassen. Die restlichen Festge­nommenen werden im Laufe des Vormittags dem Schnellrichter vorgeführt, da sie sich gegen § 8 der letzten Notverordnung des Reichspräsidenten ver­gangen haben.

Neuer klofterslurm in Spanien.

wtb. Madrid, 3. Juli. (Eig. Meld.) Nach Schluß einer von Mitgliedern desAllgemeinen Gewerk- schaftsbundes" einberufenen Versammlung begab sich ein Demonstrationszug zum Kapu - zinerkloster und steckte es in Brand. Die Polizei ging gegen die Demonstranten vor. 6 Per­sonen wurden verletzt, darunter eine sehr schwer.

Der Vrnderkrieg.

Ein Todesopfer bei einem politischen Zusammenstoß in Leipzig.

Am Donnerstag abend kam es in Leipzig zwischen Kommunisten und Nationalsozialisten zu einem schweren Zusammenstoß. Dabei wurden von Seiten der Kommunisten mehrere Re­volverschüsse abgegeben. Ein Nationalsozia­list wurde durch einen Bauchschuß schwer verletzt, er ist im Krankenhaus seinen Verletzungen er­legen. Das Uederfallkommando konnte weitere Ausschreitungen verhindern. Ein der Tat Ver­dächtiger wurde nach dem Polizeipräsidluw ge­bracht.

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Sühne für einen heimtückischen lieberfall.

In dem Berliner Prozeß gegen sechs Kommu­nisten wegen des Feuerüberfalls auf Nationalso­zialisten am 13. April in der Wilhelmsaue verur­teilte das Schwurgericht die Angeklagten Achten­berg und Hoffmann wegen gemeinschaftlich versuchten Totschlages in drei Fällen und Waffen­mißbrauches zu je vier Jahren Zuchthaus und fünf Jahren Ehrverlust, den Angeklagten Steinheuer wegen versuchten Totschlags, Wider­standes und Waffenmißbrauches zu einem Jahre neun Monaten Zuchthaus und fünf Jahren Ehr­verlust, den Angeklagten Wetzel wegen Vergehens gegen da». Sckmßwaftenoese^ und Wafsenmiß^rauch zu neun Monaten Gefängnis. Zwei Angeklagte wurden freigesprochen.

Emerbslosen-Kruwalle in Polen.

Zwei Todesopfer.

In der polnischen Stadt P l o ck zögen am Donnerstagmittag 700 Arbeitslose nach dem Ma­gistratsgebäude und schlugen unter den Rufen Arbeit und Brot" sämtliche Fenster des Gebäu­des ein. Danach zogen sie zum Landratsamt. Un­terwegs beschädigten sie die Geschäfts- und Bank­lokale. Vor dem Landratsamt erwartete sie be­reits eine Abteilung Polizei, die mit der Masse der Demonstration ein Ende machte. Zwei Demon­stranten wurden von der Polizei erschossen, ein dritter lebensgefährlich verletzt. Auch vier Poli­zisten sind verletzt worden. Zwanzig Personen wur­den verhaftet. _____________

Xumulle vor dem Braunen Haus.

Das Münchener lleberfallfommanbo muß mehrmals ausrücken.

Im Laufe des Donnerstagnachmittag rückte das Uederfallkommando der Münchener Polizeidirektion wie­derholt aus, um die Posten vor dem Braunen Haufe zu entfernen, da das Postenausstellen verboten ist. Durch das Kommando wurden vier Posten festgenommen. Nach Ermittelung ihrer Personalien wurden sie wieder ent­lassen. Gegen Abend entstand in der Stadt das Ge­rücht, daß Kommunisten das Braune Haus stürmen wollten. Dies lockte gegen 21 Uhr zahlreiche National­sozialisten nach der Brienner Straße. Als die Menschen­menge immer größer wurde, griff abermals das lieber» fallkommando ein und räumte die Straße zwischen dem Karolinenplatz und Arcißstraße und sperrrte sie für jeden Fußgängerverkehr ab. Erst gegen 23 Uhr wurde die Straße wieder freigegeben.

Schwere Alugzeugunsälle.

Drei französische Flugzeuge brennend abgeskürzk.

.Bei B o u r g gerieten am Mittwoch zwei Militär­flugzeuge, die nebeneinander einen Uebungsflug aus­führten, in Brand. Der Pilot des einen Flugzeuges verbrannte mit feinem Apparat, der Pilot des an­deren konnte sich durch Fallschirmabsprung ret­ten. Der Apparat stürzte brennend ab und wurde ver­nichtet.

Ein dritter schwerer Flugzeugunfall ereignete sich Donnerstag in der Gegend von Villacoublay. Bei einem Probeflug stürzte ein Flugzeug brennend ab. Un­ter den Trümmern wurde eine noch nicht identifizierte verkohlte Leiche geborgen. Ein zweiter Fahrgast, der sich durch Fallschirmabsprung zu retten versucht hatte, stürzte in die liefe, weil sich der Fallschim nicht entfal­tete. Seine Leiche konnte noch nicht geborgen werden.

Von der Vordlandsahrt zurück.

Graf Zeppelin" Freitag morgen im Hennathafeir gelandet.

wtb. Friedrichshafen, 3. Juli. (Eig. Meld.) Der Graf Zeppelin" traf heute früh von seiner Nord­landfahrt hier ein und landete 6,15 Uhr glatt auf dem Werftgelände.

Englands modernste Kreuzer besuchen den Meter Hafen

Der englische geschützte KreuzerDorsetshire"

WW

und fein SchwesternschiffNorfolk" (10 600 Tons, in Dienst gestellt 1930), Englands modernste Kriegsschiffe werden am 4. Juli den Hafen von Kiel anlaufen und dort bis zum 11. Juli zu einem offiziellen Besuch bleiben.