Anzeiger für die Stadt Fulda und denLandkreis Fulda. Amtliches Kreisblatt.
3tr. 149
Erschein! sechsmal wöchentlich. Wochenbeilagen: »Die Welt im Bild' und »Buchenblätter'. Rotationsdruck und Verlag der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda. Fernrufe: Schrift- ::: leitung 3153, Fuldaer Actiendruckerei 3151 und 3152. :::
Donnerstag, 2. JuN 1931.
Monatlich 1.80 einschliehl. Postgebühr l4« Psg.) ohne .ZusleUg Anzeigen-Preise: Kleinzeile <Col.) lokal 0.15 RM. auswärts 0.20 RM. Reklamezeile: lokal 0.60 RM. auswärts 0.80 RM Bei Wi»derholunqen Rabatt 'Pnfflchcrff Frank, a M 4ii5i
Inhrg. 58.
Die Wett blickt auf Frankreich.
Erprefserpolttik
oder Völkerverständigung.
politisch isolieren?
WM fich Frankreich
Don 17 angerufenen Regierungen haben 16 vorbehaltlos oder mit unbedeutenden „Aber" dem Plan Hoovers zugestimmt. Frankreich allein bildet die unrühmliche Ausnahme. Tagelang währt nun schon der Verhandlungskampf zwischen £»= vat! und Mellon. Wirtschaftspolitisches vernünftiges Denken ringt mit politischer Starrheit und Machthunger.
Sind die Aussichten für eine amerikanisch- französische Verständigung hoffnungsvoll oder skeptisch zu beurteilen? Wir können nicht glauben, daß es nicht doch noch möglich sei, zu einer Einigung zu kommen. Die französische Regierung kann im eigenen Interesse den Bogen nicht Überspannen und die politische Isolierung in einer Schicksalswende Europas nicht wollen. Geradezu unverständlich ist der Kampf gegen die Zweckbestimmung der Hoover-Aktion. Wo es um Großes geht, feilscht Frankreich um — gegenüber dem Ganzen betrachtet — Kleinigkeiten. Aber im Gesichtswinkel der Weltpolitik und des von Hoover eingeleiteten Aufbaus der Weltwirtschaft gesehen, sind es doch politische französische Machtziele, die nur verstanden werden können, wenn man die Politik Frankreichs in ihrer Gesamtheit würdigt. Frankreich will einen Teil der ungeschützten Annuität zur „Hilfe für Zentraleuropa" verwendet wissen. Hier wird der Kampf gegen die deutsch-österreichische Zollunion offensichtlich. Indem einigen mitteleuropäischen Staaten durch Frankreichs Vorschlag Hilfsgelder bezahlt werden sollen, erwartet die französische Regierung von diesen Staaten jede Unterstützung ihres Kampfes gegen die deutsch-österreichische Zollunion, damit auch gegen die deutschen Vorschläge zur wirtschaftlichen Zusammenarbeit der europäischen Staaten überhaupt.
Wenn Frankreich weiter eine Zinszahlung für den aus dem ungeschützten Teil der Annuität gegebenen Kredit und die Rückzahlung desselben sofort nach dem Feierjahr fordert, heißt das nichts anderes, als daß Frankreich die Krise in Deutschland fortbestehen lassen will, um eine nur den sranzösischen machtpolitischen Interessen, dienende Basis für die unausbleiblichen Revisionsverhandlungen über den Poungplan zu sichern. Wir sollen politisch in der Zange gehalten werden, damit Frankreich auf Wirtschaftskonserenzen feine Trümpfe auszuspielen vermag.
Amerika wird den französischen Wünschen gegenüber unnachgiebig bleiben! So meldet der Draht aus Washington. Deutschland soll in den vollen Genuß der im Hoover-Plan vorgesehenen Hilfe gelangen, fonst verlöre die ganze Aktion ihren Zweck und ihre Bedeutung.
So stehen noch die Kampfparteien in Paris gegeneinander, während diefe Zeilen geschrieben werden. Deutschland kann nur abwarten. Jedes aktive Eingreisen in die schwebenden Verhandlun
gen mußte unsere Regierung ablehnen, obwohl Frankreich aus durchsichtigen Gründen nur zu gerne eine solche Einmischung gesehen hätte. D i e Entscheidung kann allein zwischen Washington und Paris fallen, und sie wild in amerikanischem Sinne fallen müssen, weil Frankreich es einfach nicht wagen darf, diese letzte große Chance, die es 90prozentig schon verpaßt hat, endgWig zu versäumen. Die Welt lehnt sich mit steigender Entrüstung gegen die französische Erpresserpolitik auf, will endliche Völkerverständigung und Frieden zur Rettung vor der drohenden Katastrophe.
Die „Germania" erörtert im Zusammenhang mit einem Kommentar zur französischen Senatsdebatte die ganze Entwicklung der Verhandlungen über den Hooverplan. Das Blatt bezeichnet die plötzliche Einberusung des Senats als ein weiteres Mittel, die Haltung Frankreichs zu versteifen und begrüßt deshalb um so herzlicher den Schritt der italienischen Regierung, die soeben das Jnkrasttreten des Hooverschen Dorschlages für Italiens Verpflichtungen und Forderungen notifiziert habe.
Die Basis, auf der Amerika Frankreichs Sonderwünschen entgegenkommen will, so schreibt des Blatt weiter, nämlich das automatische Zurückfließen der ungeschützten deutschen Annuität als zinslose langfristige Anleihen nach Deutschland, würde, finanzpolitisch gesehen, den Zielen der Hooveraktion im Wesentlichen entsprechen, wenn diese Transaktion auch unnötige und unvorhergesehene Komplikationen heraufbeschwört. Was Frankreich darüber hinaus fordern zu können glaubt, wird von den Amerikanern mit Recht als eine Unterhöhlung des Hooverschen Planes betrachtet und bekämpft. Es ist bemerkenswert, daß in Paris selbst Leute wie Sauerwein Deutschland sein Fernbleiben aus diesem Zweikampf direkt zum Vorwurf machen. Man weiß in Paris sehr wohl, daß man mit einem deutschen Verhandlungspartner eher als mit einem amerikanischen Unterhändler fertig wird und hätte gar zu gerne Deutschlands Kapitulation als Argument gegen Hoovers Vorschlag ins Feld geführt. Die Pariser Entscheidung wird darüber entscheiden müssen, ob das Mißbehagen und der Mißmut über Frankreichs Unverständnis und Unnachgiebigkeit im Gedächtnis der anderen Nationen ewig hasten bleiben soll. Nicht als Bittflehender hat Brüning seine Hand Frankreich entgegengestreckt, sondern als ausrichtiger Nachbar und Freund, der um 'loyale Zusammenarbeit und weitherziges Verständnis der deutschen Lage wirbt. Deutschland will keine Verträge zerreißen, sondern revidieren im Interesse der wirtschaftlichen Zukunft Europas und des amerikanischen Volkes, dessen Präsident diese hochherzige Initiative unternommen hat.
Mrlschaslsvernunsk gegen Machthunger.
Die amerikanisch-französischen Gegensätze. — Am die unerfüllt baren sranzösischen Sonderwünsche. — Amerika gibt nicht nach. Nötigenfalls will man Deutschland ohne Frankreich Helsen.
Im Weißen Hause wurde, wie aus Washington gemeldet wird, die übl'che Pressekonferenz für Dienstag abgesagt. In Regierungskreisen beschränkt man sich auf die Feststellung, daß d i e Lagezurzeiternst und unbestimmt sei, da Frankreich als einziger Gläubigerstaat sich bisher weigere, an einer großzügigen internationalen Zusammenarbeit teilzunehmen. Bei allem ernstlichen und ehrlichen Bemühen, zu einer Verständigung mit Paris zu gelangen, sehe man hier kaum eine Möglichkeit weiterenNach- gebens, ohne den klaren Sinn des Hoover-Planes über Bord zu werfen. Man lehnt selbstverständlich eine amerikanische Garantie für die Heiligkeit des Poungplanes ab, und man erklärt es für widersinnig, von Deutschland, dessen verzweifelte finanzielle Lage 'berall zugegeben werde, zu erwarten, daß es den in Höhe des unaufschiebbaren Teils ihm zu gewährenden Kredit in kurzer Frist zurückzahle.
Hoover besprach die Lage am Dienstag in einer längeren Kabinettssitzung, an der Castle und Mills teilnahmen, nachdem er vorher erneut mit Mellon telephoniert halte. In parlamentarischen Kreisen umgehende Gerüchte, für die eine Bestätigung jedoch noch nicht zu erlangen ist, besagen, daß Hoover nicht nachgeben, «berauch Deutschland nicht im Stiche lassen werde, sondern schon jetzt mit seinen amtlichen und parlamentarischen Mitarbeitern berate, wie man Deutschland nötigenfalls ohne Frankreichs Mitwirkung helfen könne. Als haltlos werden die Meldungen bezeichnet, wonach man hier eine direkte Verständigung zwischen Paris und Berlin wünsche. Man steht hier auf dem Standpunkt, daß Hoover die Rettungsaktion mit dem ganzen Gewicht seiner Stellung eingeleitet habe und sie auch durchführen werde.
Die strittigen Punkte.
Im amerikanischen Staatsdepartement wurde am Dienstag erklärt, der Streit mit Frankreich drehe sich nur um folgende Punkte:
1. Amerika wolle, daß di« deutsche Regierung
den ungeschützten Teil alsbald in voller Höhe zu Budgetzwecken zurückerhalte,
2. daß die Rückzahlung dieses Kredits in 2 5 Jahren erfolge. Man deutete zu diesem Punkte an, daß man eventuell auf kürzere Zeit, etwa auf 10 oder 15 Jahre heruntergehen werde, nicht aber auf 5 Jahre.
3. Die Frage des Garantiefonds ginge nicht Amerika an. Diese Angelegenheit müsse Frankreich mit den übrigen Doung-Plan-Gläubigern regeln.
Zusammenfassend wird erklärt, man fei nicht entmutigt, sondern erhoffe eine baldige Einigung, da ein Fehlschlag katastro - phal wäre.
Amerikanische Erklärung.
Nach langen Beratungen mit dem Präsidenten Hoover gab Unterstaatssekretär Castle Dienstagabend über die Verhandlungen zwischen Schatzsekretär Mellon und dem französischen Ministerpräsidenten Laval ein formelles Kommuniquee aus, in dem die französische Regierung als die einzige bezeichnet wird, die sich nicht einmal prinzipiell mit d em Plan Hoovers einverstanden erklärt habe. Castle sagte wörtlich: Soweit wir unterrichtet sind, haben jetzt sämtliche Regierungen im Prinzip dem Plane des Präsidenten Hoover zugestimmt mit Ausnahme der französischen Regierung. Es haben sich einige Schwierigkeiten ergeben, den französischen Standpunkt mit dem Geist des Vorschlags des Präsidenten in Uebereinftimmung zu bringen. Zwischen dem Botschafter Edge und dem Schatzsekretär Mellon sowie den französischen Ministern finden noch Erörterungen statt. — Diesem Kommuniquee fügte Castle noch hinzu: Wir verhandeln immer noch, das ist alles, was wir gegenwärtig sagen können. *
Die italienische Regierung ließ durch ihren Washingtoner Botschafter dem amerikanifchen Staatsdepartement mitteilen, daß Italien vom 1. Juli ab auf die ihm von den Schuldnerlän- dern zustehenden Zahlungen vorläufig verzichten werde. _ ,... ..r l » 1 -
Debatte im französischen Senat.
Er billigt die Erklärungsn der 'Regierung.
Im französischen Senat begann Dienstag abend gegen 7 Uhr Senator Lemery mit der Begründung seiner Interpellation. Er erklärte, es hätte nicht viel gefehlt, daß der Senat nicht einmal Gelegenheit gehabt hätte, seine Meinung zu äußern.
Dte Vereinigten Staaten nähmen Frankreich ander Gurgel und ver- langtenheute.daßes nicht bezahlt werde.
Die Antwort der französischen Regierung befriedige ihn nicht. Sie befriedige niemand, weder Präsident Hoover noch die, die sie abgefaßt hätten, noch die Kammer, noch das unersättliche Deutschland. Wenn die Vereinigten Staaten die Reparationen hätten retten wollen, dann hätten sie zum mindesten den ungeschützten Teil ausnehmen müssen. Man könne französischerseits mit absoluter Deutlichkeit erklären, daß man Deutschland eine Schuld von 12 Milliarden nur stunden wolle, wenn Deutschland sie nicht zum Rüsten gegen die Alliierten verwende. Aber es scheine, daß die Regierung nicht einmal auf diese Rüstungen hingewiesen habe.
Flau dm erklärte, Frankreich habe es für notwendig erachtet, den Poungplan a u f - rechtzu erhalten und sich gegen die Nachteile zu schützen, die sich für das Land aus einem später von Deutschland vorgebrachten Moratoriumsantrag ergeben könnten. Aus diesem Grunde habe Frankreich den Grundsatz der Entrichtung der ungeschützten Annuitäten durch Deutschland a u f r e ch t e r h a l t e n. Man verhandele mit Amerika und rechne damit, zu einer Lösung zu gelangen, die „die heiligsten Interessen Frankreichs" schütze.
Ministerpräsident Laval erklärte, die Lage sei heikler, als sie jemals feit Kriegsende gewesen fet. Der Poungplan unö die Haager Abkommen müßten aufrechterhalten werden. Die gegenwärtige Wirtschaftskrise sei ernst, vor allem für Deutschland. Er müsse betonen, daß alle Länder den Moratoriumsvorschlag Hoovers angenommen hätten. Frankreich konnte den Vorschlag nicht ablehnen. Aber es mußte Vorbehalte machen. Die französische Regierung werde an die Leiden und Lasten erinnern, die fich für Frankreich aus den Nachwirkungen des Krieges ergäben. Um Ueberrafchun- gen, wie sie jetzt geschehen, der Zollunions- pläne und des Hooverschen Vorschlages, in Zukunft zu vermeiden, sei es gut, wenn zwischen der Reichsregierung und zwischen der französischen Regierung freimütige Aussprachen erfolgen. Diese Besprechungen würden ja auch demnächst stattfinden, und er habe das Vertrauen dazu, daß sie zum Ziele führen.
Nach den Erklärungen des Finanzministers F l a n d r n und des Ministerpräsidenten Laval wurde eine Entschließung des Senators Berard mit 197 gegen 5 Stimmen Angenommen, die lautet:
Der Senat ist der Ansicht, daß die Achtung derVerträgeund Abmachungen, die einzig feste Grundlage der internationalen Beziehungen bildet; der Senat erinnert an die Opfer und Zugeständnisse aller Art, die Frankreich feit 13 Jahren zugunsten der Aufrechterhaltung des Weltfriedens und zugunsten der Wiederherstellung der Eintracht und der europäifchen Wirtschaft gebracht hat. Der Senat billigt die Erklärungen der Regierung und geht zur Tagesordnung über.
kurzer Erholungsurlaub des Kanzlers.
In einem Berliner Abendblatt wird angekündigt, daß Reichskanzler Dr. Brüning am Sonntag für acht Tage in Urlaub gehen würde. Daran ist richtig, daß der Kanzler in der Tat die Absicht hat, sich wenigstens kurz zu erholen, ehe die internationale Aussprache in den verschiedenen Besuchen und Gegenbesuchen fvrtgeführt wird.
Auch die innerpokitischen Auseinandersetzungen über 'die Notverordnung dürften ja in absehbarer
Zeit beginnen und ebenfalls starke Anforderungen an Dr. Brüning stellen. Wie lange der Kanzler von Berlin abwesend fein wird, das steht allerdings noch nicht fest, sondern hängt davon ab, wie sich der Kampf um den Hoover-Plan weiter entwickelt. In Berliner politischen Kreisen übt man weiter Zurückhaltung. Man hofft, auch trotz der Zuspitzung zwischen Paris und Washington,, daß schließlich doch ein Ergebnis im Sinne der amerikanischen Anregung dabei herauskommen wird.
Ehe die Entscheidung hierüber gefallen ist, kann der Kanzler natürlich Berlin nicht verlassen. Ueb- rigens hat er auch über den Aufenthaltsort noch nichts bestimmt.
Die Spartakiade verboten.
Der Berliner Polizeipräsident teilt mit: Sofort nach Bekanntwerden der kommunistischen lieber - fälle hat beim Minister des Innern unter Hinzu- ziehung des Polizeivizepräsidenten Dr. Weiß, bet ben zurzeit beurlaubten Polizeipräsidenten vertritt, eine Besprechung stattgefunden. Als Ergebnis dieser Besprechung hat der stellvertretende Polizeipräsident aufgrund der durch die kommunistischen Ueberfälle neu entstandenen Lage die Spartakiade verboten. Das Verbot wird mit allem Nachdruck durch geführt werden.
Die neue badische Regierung.
In der Nachmittagssitzung des Badischen Land- tags am Dienstag wurde dre Wahl der neuen badischen Regierung vorgenommen, nachdem die bisherigen Minister ihre Aemter zur Verfügung gestellt hatten. Die Opposition nahm an der Wahl nicht teil. Es wurden folgende neuen Minister gewählt: als Innenminister der sozial- demokratische Abgeordnete und Staatsrat M a y er mit 54 Stimmen, der seitherige Innenminister Wittemann (Zentrum) als Justizmlnister mit 56 Stimmen, der bisherige Justizminister Dr. Schmitt (Z.) als Minister für Kultus unb Unterricht mit 54 Stimmen, der volksparteiliche Fraktionschef Dr. Mattes als FinanzmlNlster mit 43 Stimmen. Ferner wurden gewählt als Staatsrat der Abgeordnete RüLert (sozial- demokrat) und Abgeordneter Henrich (Zentr.). Die Wahl des Staatspräsidenten stet wiederum auf Minister Wittemann.
Verlvolle deulschnationale Geständnisse.
Aus einem Geheimzirknlar über Stahlhelm und
Nationalsozialisten.
Es ist eine schon längst erwiesene Tatsache, daß es im Lager der sogenannten nationalen Dppost- tion bedenklich kriselt. Arn meisten zeigt sich das bei den Vorbereitungen zum V o l k s e n t f ch e t o in Preußen. Es ist ein geheimes Rundschreiben der Deutschnationalen Partei des Kreisver- cins Grimmen, dessen Vorsitzender der Rittes autsbesitzer von B o n i n - Gü'.zowshof, der auch im Landbund eine führende Rolle spielt und '.M pommerschen Landesverband der Deutschnationalen Volkspartei Hauptkassierer ist, an die Vertrauensleute bekannt geworden, in dem es über Das Stahlhelm-Volksbegehren heißt, daß diese Aktion von vornherein „äußerst unsicher und desyalb übereilt" war, daß die Deutschnationalen das der Stahlhelmleitung „unmißverständlich zur Kennt- nis gebracht" Hütten. Dann heißt es weiter:
„Tatsache ist, daß die Sammlungen für das Stahlhelm-Volksbegehren weite Kreise erschöpft haben, so daß für die kommenden Ereignisse das Geld fehlen wird, daß die Nazi das Begehren lediglich egoistisch ausgewertet und sonst nichts getan haben, daß der Größenwahn der Nazi noch gestiegen unb die politische Lags durch die Geschäftsordnung und die politischen Notverordnungen, welche wir lediglich der NSDAP, verdanken, sowie durch die dadurch bedingte Stärkung der Linken weitaus ungünstiger geworden ist. Der Gipfelpunk» wäre es, wenn der Volksentscheid am 2. oder 9. August verloren wird und Herr Braun m Ausnutzung dieses Sieges den preußychen Landtag von sich aus auslöst, um das Element
5um englischen llliniflerbefuch In Berlin.
Oben: Hokel fiaifertjof, wo die englischen Minister ihren Wohnsitz nehmen werden.
Unten: Jagdschloß Hubertusstock am Werbellinsee.
wo am 18. Juli die englischen Minister Macdonald und Henderson ihr Wochenende als Gaste der Deutschen Regierung verbringen werden. Das Schloß ist Besitz des Preußischen Staates. _____,