Nr. 147
Sonntag, 28. Ium 1931
Zahrg. 58.
oL
! ''tinf schulde' darf nicht
Zugsbewegung bei der Reichsbank begründet
Deshalb kommt es auch vom Standpunkt der
l
1
t
t
r
mit der
Sar
Wir kommen durch!
Meser Monat Juni, vor dessen Ultimo stehen, wird mit schwarten Lettern in der
wir
Gc-
Dr. Franzen, der braunschweigische Innenminister.
Die noch ganz ungeklärten Vorgänge am Tage der Reichstagseröffnung im Oktober vorigen Jahres sollen jetzt im Berliner Prozeß gegen D r. Franzen aufgerollt werden. Dr. Franzen wird Begünstigung eines bei den Unruhen verhafteten Nationalsozialisten vorgeworsen.
voller Deutlichkeit, daß an eine Entlastung Wirtschaft im gegenwärtigen Augenblick noch nicht gedacht werden kann.
Besprechung im Reichskabinett.
wtb. Berlin, 27. Juni. (Gig. Meld.) Wie wir erfahren, begann in der Reichskanzlei heute vormittag, gleich nachdem der Kanzler von der Eröffnung des Bankiertages zurückgekehrt war, eine Ehefbefprechung, in der die außenpolitische Situation durchgesprochen wurde, die durch die französische Antwort an Amerika gegeben ist. In politischen Kreisen war man weiter zurückhaltend, um zunächst abzuwarten, wie die für heute nachmittag vorgesehenen Verhandlungen Mellons mit der französischen Regierung verlaufen werden. Irgendwelche Aeußerungen sind von feiten der deutschen Regierung unter keinen Umständen zu erwarten, bevor das Ergebnis dieser Verhandlungen vorliegt.
allein unter dem Gesichtspunkt betrachtet werden, daß er bestimmt ist, Deutschland zu helfen, sondern es ist ebenso sehr
eine welkwirksch östliche Führerkak zur Erleichterung der Weltwirtschaftskrise.
Wir werden alle Mühe haben — und wir wissen im gegenwärtigen Augenblick noch gar nicht einmal, ob es gelingt, — überhaupt erst wieder die Grundlage herzustellen, um unserer Wirtschaft neue Bctätigungsmöglichkeiten zu geben. Das muß mit aller Deutlichkeit, und wenn es sein muß auch mit aller Brutalität ausgesprochen werden, um von vornherein unberechtigten und g e - radezu gefährlichen Illusionen zu begegnen, und vor allen Dingen Ansprüchen und Anforderungen zu wehren, die bereits unmittelbar nach Bekanntwerden der Hoover-Aktion von allen möglichen Jnteressentenseiten an die Reicks- regierung zwecks Verteilung einer effektiv ja gar nicht zur Verfügung stehenden Geldsumme herangetreten sind. Die Hoover-Akt'on befreit uns nicht von allen Lasten und Sorgen, sondern sie verpflichtet uns, die gegebene Chance nun auch wirklich zu nutzen. Je stärker und intensiver wir alle unsere, trotz allem noch vorhandenen Kraftrefer- ven, je Zielbewußter wir aber insbesondere auch unseren Opfer- und Arbeitswillen, der ja nichts anderes ist, als der Wille zur Freiheit, auf dieses Ziel der Ausnutzung der gegebenen Chance konzentrieren, umsomehr wird dadurch auch die Möglichkeit gegeben sein, die grundlegende, vollkommen neue Ordnung der Reparationsverpflichtungen nach dem 1. Juli 1932 vorzubereiten. Denn nichts anderes ist der Sinn und kann der Sinn dieses Zwischenjahres sein, als Deutschland und die Welt von dem Druck dieser vollkommen verfehlten, nicht nach wirtschaftlichen, sondern nach politischen Gesichtspunkten geschaffenen Schuldenregelung zu befreien. ___________________________
Periode der Reichsbank, die Ende Mai begann, nur dadurch möglich geworden und nur dadurck verständlich, weil auch da§ Ausland, so weit e wirtschaftlich denke, genau wüßte, daß Deutsch land mit Reparationslasten beleg! ist, die es nicht zu tragen vermag. Da-- Gefühl der Unsicherheit über das, was auf dem Reparationsgebiet geschehen würde, habe fortge setzt zugenommen. Es sei in diesem Falle besonders klar, daß die Uebertreibungen der Vertrauenskrise, die sich im Gold- und Dc- visenabzug kundtat, auf der allgemeinen Welt- Nervosität beruhten.
Das energische polikische handeln der Reichsregierung habe dann den Gold- und Devisenabzug fast zum Stillstand gebracht,
bis die Abzugsbewegung feit dem 19. Juni
iung die Stabilität der Währung ist.
Nichts ist körichker als das hier und da auftauchende Gerede von einer neuen Inflation.
Eine andere Schlußfolgerung, die ebenso bestimmt gezogen werden muß, ist die, daß die B e- Währung des deutschen Volkes und der deutschen Wirtschaft vor weiterer schwerer Not nur von der politischen Seite Herkommen kann. Aus dem dargestellten Entwicklungsgang in Deutschland geht hervor, daß die deutsche Not innerhalb der Weltwirtschaftskrise zwar etwas besonderes ist. Die besondere deutsche ■ • o chr r ,i! ■ die olloemeine Weltwirtschaftskrise. Der großartig angelegte Schritt des Präsidenten Hoover, für den das
Grlcheini lechsma! wöchentlich Wochenbeilagen: »Die Welt im Bild' Und ..Buchenblätter' Rotationsdruck und Verlag Cer Fuldaer Äctiendruckeret In ffulba. Fernruse: Schrift- ::: leitung 3153, Fuldaer Actiendruckerei 3151 und 3152. :::
wieder stark ausgebrochen fei, und zwar weil die allgemeinen, nicht kn Deutschland allein liegenden Gründe für die Krise bestehen blieben. Die Reichsbank habe, da sie sich durch die letzten Ereignisse der D e ck u n g s - grenze bedenklich genähert hatte, sofort die Restriktionsmaßnahmen ergriffen, die aufgelockert werden konnten, als das große außenpolitische und weltwirtschaftliche Geschehen anhub, das in der K u n d g e b u n g des amerikanischen Präsidenten Hoo- per seinen Ausbruch fand.
Dr. Luther fuhr fort: Auf der ganzen bisherigen Entwicklung geht, obwohl der Gold- und Devisenverlust der Frühjahrsperiode wieder mehr als eine Milliarde beträgt, mit Bestimmtheit hervor, daß
die Reichsbank auf alle Fälle im Stande ist. die deutsche Währung mit Erfolg zu verteidigen.
Die Reichsbank wird diese ihre eigentliche Aufgabe keinen Augenblick vernachlässigen, da, welche Schwierigkeiten für Regierung und Wirtschaft auch noch zu überwinden sein mögen, die die Voraussetzung jeder Wiedergene-
schreitenden .Zinssenkung abgelöst. Das Regierungsprogramm vom Oktober und die Bestätigung der Regierung Brüning durch den Reichstag in Verbindung mit den unter amerikanischer Führung zustande gekommenen lieber« brückungskredit hätten dann genügt, bis in den Mai hinein eine einigermaßen gleichmäßige Entwicklung zu gewährleisten, die mit einem Devisen-Zuwachs der Reichsbank von etwa 200 Mill, abschloß.
Dann sei infolge der fortschreitenden Weltwirtschaftskrise und einiger Folgeerscheinungen davon in verschiedenen Ländern
eine Nervosität, und gerade Deutschland gegenüber, ausgebrochen.
Eine besondere Rolle haben dabei die Vorgänge bei der österreichischen Kreditanstalt gespielt, die ihre tiefste Begründung in der Zerschlagung des alten Oesterreichs habe. In Deuffchland selbst sei nichts Akutes geschehen, das den Ausbruch der neuen Gold- und Devisenab
schichte der deutschen Wirtschaftspolitik verzeichnet sein. In den letzten Wochen, ja bis in die letzten Tage hinein, haben sich führende Wirtschaftler und Finanzmänner immer wieder gefragt, ob wir bei dieser Vertrauenskrises, die derart elementar zum Ausdruck kam, daß es überhaupt keine Gegenwehr mehr gab, über dieses Monatsende, das ja, weil die Halbjahrswende damit verknüpft ist, ganz besonders scharfe wirtschaftliche und finanzielle Anforderungen stellt, überhaupt noch hinwegkvm- men werden.
Heute können wir sagen: wir kommen durch! Aber schwer, furchtbar schwer, ist dieses Ereignis erkauft. Rach der letzten Wochenbilanz der Reichsbank, die ein wirtschaftsge^chichtliches Dokument von stärkster Eindruckskraft darstellt, und die man all denen, die mit dem öffentlichen Leben und mit Dingen der Wirtschaft zu tun haben, Nicht eindringlich genug vor Augen führen und erläutern kann, ergibt sich, daß der Reichsbank seit Anfang Juni an Gold und deckungsfähigen Devisen nicht weniger als 1 200 Millionen Mark verloren gegangen sind. Dabei sind die nicht offen ausgewiesenen, unter Wechsel und Schecks rangierenden nicht deckungsfähigen Papiere gar nicht eingerechnet. Es sind in dieser Ziffer auch nicht eingeschlossen die in den letzten Tagen wieder in nicht unbeträchtlichen Mengen abgeflossenen Devisen, die zur Deckung von Zahlungsverpflichtungen, die mit dem Ultimo verknüpft sind, dienen müssen.
Wir können bis zum heutigen Tage den V e r« tu ft der Reichsb ank an Gold und ausländischen Zahlungsmitteln auf mindestens 1% Milliarden Reichsmark beziffern! Das ist genau der gleiche Betrag, der, falls die Hoover-Aktion in ihrer ursprünglichen Gestalt perfekt würde, für das sogenannte Schuldenfeierjahr uns zur Zahlung erlassen würde. Halten wir aber daneben, daß die finanziellen, insbesondere die Haushaltsnotwendigkeiten des Reiches, denen namentlich auch durch die harte letzte Notverordnung Rechnung getragen werden soll, den Betrag von 1 500 Millionen ja noch um etwa 200 Millionen Mark übersteigen, so ergibt sich daraus
wtb. Berlin, 27. Juni. (Eig. Meld.) Das Hauptreferat, der Tagung des Zenträloer- bandes des Bank- und Bankiergewerbes erstattete der Präsident des Verbandes, Dr. Georg S o l l m f s e n. Im Mittelpunkt seiner Ausführungen stand die Notwendigkeit der Forderung nationaler Kapitalbildung. Dr. Sollmssen wandte sich weiter der Betrachtung der deutschen Wirtschaftspolitik im Hinblick auf ihre Wirkung für Kapitalerhaltung und Kapitalneubildung zu. Um diese Wirkung zu erzielen, bedürfen nach seiner Ansicht 4 Grundprobleme einheitlicher reformatorischer Behandlung: 1. muß die Ausgaben- wirtschaft des Staates sich nach der Einnahmeseite richten; 2. muß die Grenze zwischen staatlicher Verwaltung und staatlicher Wirtschaftsbetätiguno gezogen werden; 3. muß als Voraussetzung des Bestandes der Wirtschaft ihre Ertragsfähigkeit gewährleistet fein; 4. muß ergänzend der allmähliche möglichst weitgehende Ausbau der eigenen Nah- vungsmittelproduktion hinzutreten.
Der Redner beendete seine Ausführungen damit, daß die Gesundung auch für die deutsche Wirtschaft gegeben sei, wenn Präsident Hoover mit seinem Plane der Weltbefriedung zum Ziele komme.
wtb. Berlin, 27. Juni. (Erg. Meld.) Die erweiterte Ausschußfitzung des Zentralverbandes des Deutschen Bank- und Bankiergewerbes e. V. Berkin, die heute ün Herrenhaufe abgehalten wurde, wurde durch den Vorsitzenden des Verbandes, Dr. Eolmssen, eröffnet. Er begrüßte vor allem Dr. Brünrng und Dr. Luther sowie den preußischen Handelsminister Dr. Schreiber.
Nach den Begrüßungsworten des Vorsitzenden dankte
Reichskanzler Brüning
auch int Namen der preußischen Regierung für die Einladung und die Begrüßungsworte und hob unter dem Hinweis auf die letzten schweren Tage und Wochen hervor, daß es die Reichsregierung mit Genugtuung erfüllt hätte, daß verantwortliche Körperschaften der Reichsregierung das Vertrauen ausgesprochen hätten, dessen die Reichsregierung stärker als bisher bedürfe. Hinweisend auf das Thema der Tagung betonte Dr. Brüning, die ungeheuren Gefahren der letzten Wochen durch
den Abzug des Auslandskapitals
Und erklärte, daß die Wirtschaft in ihrer Depression von dem Hoover-Plane den Anstoß zu einem neuen Aufstieg erwarte. Erfreulich sei es, daß der Hoover-Plan das Vertrauen ausspreche, daß Deutschland von den Erleichte-
durch Deutschland aussetzen und dennoch zulasse daß der Zinsendienst für die beim Publikum untei gebrachte Young-Anleihe fortgesetzt wird, würd' einem fundamentalen Grundsat- und einer ausdrücklichen Bestimmung direkt zuwiderlaufen.
Die Regierung ist also der Ansicht, daß ein allererstes Interesse moralischer Art dafür besteht, daß selbst während der vom Präsidenten Hoover vorgesehenen Frist die Zahlung der ungeschützten Annuitäten in keiner Weist aufgeschoben wird. Die französische Regierung, die den Wunsch hegt, weitgehend an jedem Versuch zur Milderung der Folgen der gegenwärtigen Krise mitzuarbeiten, glaubt gergde im Interesse des Erfolges dieser Bemühung präzisieren zu sollen, daß die allgemeine 21 usfe!« Zung der Zahlun gen allein ein ungenügendes Heilmittel zu fein scheint.
Die gegenwärtig die deutsche Wirtschaft und allgemeiner die europäische Wirtschaft bedrohenden Gefahren haben einen anderen Ursprung und gehen namentlich auf starke Krediteinschränkungen oder auf die Zurücknahme ausländischer Kapitalien zurück. Die Lösung der deutschen Krise scheint nicht nur in einer Herabsetzung der Lasten des Reichsbudgets, sondern auch in einer Erweiterung der Kredite zu liegen. Deshalb erklärt die französische Regierung sich vorbehaltlich der Zustimmung des Parlaments bereit, der Internationalen Zahlungsbank die ihrem Anteil an der nicht auffchiebbaren Annuität entsprechende Summe für ein Jahr 5ur Verfügung zu stellen mit einziger Ausnahme der Beträge, die für die Ausführung der restlichen gegenwärtig noch laufenden Sachlieferungsverträge notwendig find, was übrigens für die deutsche Wirtschaft von Nutzen ist.
Wenn die französische Regierung diesen Vorschlag mackt, rechnet sie damit, daß die ü b r i g en Nutznießer des Voung-Planes eine gleiche Entscheidung treffen roeröen, und sie hofft sogar, daß noch andere Maßnahmen getroffen werden könnten, um die nützliche Wieder-
Kammer billigt die französische Antwort
Mik 386 gegen 189 Stimmen.
Eine Rede des französischen Mnisterpräsidenken.
»uldaerZertung
Anzeiger für die Stadt Fulda und denLandkreis Fulda. Amtliches Kreisblatk.
Der Weg aus der Mrlschaflskrise.
Tagung des Zenkralverbandes des deutschen Lankgewerbes.
Kanzler und Relchsbankprösidenl über wlrlschastspoNNscheFrage»
geleitete große Entwicklung ohne Einschallung von Hemmungen, die die WirkZ $ lähmen, um mit der gebotenen Schnelligkeit ihren Vollzug und hre Vollendung findet. Auch diejenigen, die sich üer Erkenntnis dieser zwingenden Notwendigkeit bisher verschlossen hatten, müßten durch die Ereignisse der letzten Wochen belehrt worden fein.
Die aus klarer Einsicht in die weltwirtschaftlichen Zusammenhänge entsprungene Hoover- sche Tat, die auch in anderen Ländern so viel überzeugten Widerhall und bereitwillige Mitwirkung gefunden hat, verhalf endlich der Wahrheit über Deutschlands Lage zum Durchbruch. Die Welt muß und dars neues Vertrauen gewinnen. Durch große eigene Kraftanstrengung hat Deutschland bewiesen, daß es seine Pflicht tut.
Monatlich 1.80 einschiießl. Postgebühr <48 Pig i ohne ,ZuNelIg Anzeigen-Preise: Kleinzeile (<£ol.) lokal 0.15 RM., auswärts 0.20 RM. Reklamezeile: lokal 0.60 RM., auswärts 0.80 RM Bei ’lBieberbolunqen Rabatt Poltichrckt Frank« a M 4051
rungen, die ihm gemacht werden sollen, den richtigen Gebrauch machen würde. Diese Erleichterungen müßten, so führte Dr. Brüning aus, zu einer inneren Erstarkung der Wirtschaft führen, die eine gesunde Finanzpolitik der öffentlichen Körperschaften vorausfetze. Unter diesen Gesichtspunkte müssen vornehmlich die in der Notverordnung getroffenen Maßnahmen verstanden werden. Eine gesunde Sozialpolitik sei nur möglich auf dem sicheren Boden stabiler, wirtschaftlicher und finanzieller Bedingungen. Solange das Ausland durch Abzug der Gelder störend eingreifen könne, müßten alle sozial politischen Maßnahmen der notwendigen Sicherheit entbehren.
Aenßerste Sparsamkett werde die Richtschnur für die öffentliche und private Wirtschaft bleiben müssen.
In diesem Zusammenhänge verwies Dr. Brüning auf das Beispiel der Vereinigten Staaten, wo die private Wirtschaftsführung begangene Fehler emgestanden und in Verbindung mit der Regierung nach Mitteln gesucht habe, um diese Fehler auszumerzen. Die Reichsregierung habe sich nicht gescheut, Fehler der Vergangenheitauf sich zu nehmen und eigene einzugestehen. Das müsse auch von der privaten Wirt schäft und vor allem von Seiten der Organisationen geschehen. Die Kritik, die daraus gerichtet sei, die Produktion nur durch Lohnsenkung zu fördern, könne jedoch keine Erstarkung bringen. Ausgabe sei es vornehmlich, die kurzfristigen Verschuldungen nicht wesentlich über den Betrag anschwellen zu lassen, der aus der eigenen Wirtschaft heraus alimentiert werden könne. Man müsse deshalb der kurzfrrstigen Verschul- düng entgegenwirken. Wir stehen, so fuhr Dr. Brünmg fort, in einer Zeit, in der es im Interesse des bisherigen Systems der Wirtschaft notwendig fei,
eine großzügigere Auffassung von der Idee des Kapitals
herbeizuführen. Die Wirtschaftskrise "fei jedoch, so schloß Dr. Brüning seine Ausführungen, nicht allein durch wirtschaftliche Mittel zu beheben. Ihre Beseitigung erfordere vielmehr die stärkste ethische Einstellung eines jeden Einzelnen.
Relchsbankpräsidenk Dr. Luther, der im weiteren Verlauf der Sitzung das Wort ergriff, schilderte die Wechselwirkung zwischen dem wirtschaftlichen Geschehen und den Vorgängen bei der Reichsbank feit Ende 1 929. Dom September 1930 an, besonders nach den Reichstagswahlen, habe sich die Entwicklung der deutschen Verhältnisse von der in der ü b r i g e n We l t fort- t
Die französische Kammersitzung wurde am Freitag um 3 Uhr bei außerordentlich starkem Andrang mit der Verlesung der verschiedenen Interpellationen über den Vorschlag Hoovers eröffnet. Ministerpräsident Laval ergriff sofort das Wort, um zunächst die Botschaft des Präsidenten der Vereinigten Staaten und alsdann die Antwortnote der französischen Regierung zu verlesen, die folgenden Wortlaut hat:
Der Wortlaut der Rote.
Die französische Regierung hat mit lebhaftem Interesse vomVorschlag des Präsidenten der Verei- | nigten Staaten Kenntnis genommen und erklärt sich mit den hochherzigen Gefühlen, die diesen Vorschlag inspiriert haben, einverstanden.
Um die Frage des Präsidenten Hoover zu beantworten, ist die französische Regierung bereit das französische Parlament, dessen Heranziehung unerläßlich, und dessen Entscheidung souverän ist, zu ersuchen, daß Frankreich provisorisch und wahrend der Frist eines Jahres davon absieht, irgendeine von Deutschland geleistete Zahlung zu behalten. Aber angesichts der Art der freiwillig eingegange« nen und erst kürzlich unterschriebenen'Verpflichtung des Young-Plans, angesichts auch der Feierlichkeit, mit der der definitive u. nicht aufschiebbare Charakter der ungeschützten Annuitäten anerkannt worden ist, in denen die notwendige Permanenz des Reparationsgrundsatzes zum Ausdruck kommt, würde eine große Gefahr bestehen, das Vertrauen in den Wert der Unterschriften und der Kontrakte zu erschüttern und so gegen das beabsichtigte Ziel zu verstoßen, wenn bei der vorgeschlagenen Aussetzung der Zahlungen die nicht aufschieb- bare Annuität in gleicher Weise wie die geschützte behandelt werden würde.
Die französische Regierung betonte insbeson- ders, daß eine formelle Assimilieruna zwischen den privaten Schulden Deutschlands (Young-Anleihe und Kreuger-Anleihe) und den noch nickt mobilisierten ungeschützten Annuitäten hergestellt worden ist. Die Zahlung der ungeschützten Annuitäten
hätte, Wohl aber fei diese ganze neue Verlust- ; Wirtschaft aus, der die Währung zu dienen bestimmt ist, entscheidend daraus an, daß die ein-