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Versöhnen Sie sich

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schimpfen, weil der eine noch ein besseres Kopf­kissen hat als der andere. Das alles wird in dem Angenblick aufhören, in 'dem man erkennt, daß da ein weltumspannender General» st ab in Moskau sitzt, der alle kul­turfeindlichen Kräfte derWelt gegen die Zivilisation vereinigt, und daß da eine Kriegskasse ist, die man sel­ber bisher mit seinen Devisen wak- ker füllen half. Wir dürfen auch hier ein Fortschreiten der Erkenntnis feststellen. In der „Times" ist ein Artikel nach dem andern er­schienen, die dargelegt haben, daß weder die Lö­sung der Reparationsfrage noch irgendeine wirt­schaftliche Maßnahme, so wichtig sie an sich sind und so sehr wir danach verlangen, das Problem der Weltkrise der Wirtschaft au lösen imstande sein werden. Auch die französische Presse wittert mehr und mehr, was für Europa auf dem Spiele steht. Amerika hat neuerdings die Anerkennung der Sowjetunion verweigert. Setzen wir besonders in der Presse diesen Auf­klärungsfeldzug fort, schreien wir, die es zunächst angeht, es immer wieder hinaus, daß es nur ei­nen einzigen Feind in dieser Stunde gibt, so sind davon die besten Früchte zu erhoffen. Der Frie­denswille der Völker ist da. Den Bolschewismus, wie er wirklich ist, muß jeder Europäer seiner Na­tur und seiner Geschichte gemäß ablehnen als den Untergang aller Freiheit und Persönlichkeit, aller Religion und aller Ideale.

Viel Zeit ist nicht mehr zu ver­lieren. Die Flammenzeichen der spanischen Klöster waren ein warnendes Signal. Wird aller Wahrscheinlichkeit bei uns die Not noch wachsen, so auch die Putsche und Revolutionen. Mehr und mehr gleiten die Massen aus der Hand der Füh­rer, um in die Hand jenes verborgenen General­stabes überzugehen. Eines Tages könnte es soweit sein, daß wir mehr Revolutiönchen haben als Schupoleute oder Reichswehrsoldaten. Dann sind auf einmal die vielen Revolutionen, ehe man sichs noch versieht, die Weltrevolution , . . .

I rufen seid, den Segen zu erben. Denn wer das Leben lieb hat und gute Tage sehen will, der be- wahre seine Zunge vor dem Bösen, und seine Lip­pen, daff sie nichts Trügerisches reden. Er wende sich ab vom Bösen und tue Gutes. Er suche den Frieden und jage ihm nach. . Die Augen des Herrn sehen ja auf die Gerechten, und seine Ohren mer­ken auf ihr Gebet. Die Uebeltäter aber trifft der Zornblick des Herrn. Wer kann auch schaden, wenn ihr eifrig seid im Guten? Wenn ihraber um der Gerechtigkeit leiden müßt, dann: Heil euch! Laßt euch nicht von ihnen erfchrek- ken und nicht irre machen. Haltet nur Christus, den Herrn, heilig in euren Herzen.

krieg geplant ist. Der Generalstab hat es in der Hand, diese Putsche bald hier, bald dort auftauchen zu lassen und die Nerven des Gegners und sein Sicherheitsgefühl dauernd zu erschüttern. Man findet heute beinahe in dem kleinsten Nest einen bolschewistischen Agitator vor. Er unter­richtet seinen Kreis in den einzuschlagenden Me­thoden. Er vermittelt die Kenntnisse der GPU.- Truppen, bei denen es genaue Anweisungen dar­über gibt, wie man eine Barrikade baut, wie man ein Panzerauto aufhält, wie man die Straßen un­sicher macht und was dergleichen mehr ist. Es kommt hinzu, daß diese Agitatoren gut bezahlt sind. Die spanische Revolution hat dem Bolschewismus etwa 50 Millio­nen Reichsmark gekostet. Man berechne, wie viele Kräfte sich durch solche Summen mo­bilhalten lassen. Eine deutsche Revolution wird sicherlich noch ganz anders subventioniert. ihrem höheren entscheidenden Wert entsprechend. Sie ist verhältnismäßig doch noch billiger, wo es so viel entsetzliche Not im Lande gibt, die einer Versu­chung umsoweniger widersteht, als der Bolsche­wismus unter dem Scheine eines neuen Ideals, eines illuminierten Kollektivismus, einer selbst die Intellektuellen bestrickenden Zukunftsmusik auf­tritt. Es zeichnen sich also die Revolutio­nen von heute dadurch aus, daß sie alle einen gemeinsamen, außerordentlich klu­gen und erfahrungsreichen Gene­ra l st a b haben und außerdem eine ständig durch den Hunger und die Sklavenarbeit des russischen Arbeiters und Bauern gefüllte Kriegskasse.

Was folgt aus diesen unbestreitbaren Tat­sachen? Etwas für die Innen- und etwas für die Außenpolitik.

Solange man nicht erkennt, daß in den Revol­ten dieser Wochen und Monate nicht nur die deutsche Not zum Ausdruck kommt, sondern auch der bolschewistische Mlle zum Deltumsturz, irrt man fkft schwer und grundsätzlich in ihrer Be­urteilung. Die Folge davon ist. daß die in die­ser Stunde aufeinander losprallenden Interessen­

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mit Ihrem beleidigten Magen. Es ist ja nicht allein ’ seine Schuld, daß es ihm jetzt schlecht geht, wenn er auch etwas überempfindlich ist. Ein wenig aufmerksame Behandlung durch Einnehmen von einem halben Tee- / löffel oder 2—3 Tabletten Bullrich Salz nach jeder Mahl- /A seit, verhindert Verdauungsstörungen. /A

gegensätze, wie man das im Kampf nm die Notverordnung bemerkt, den dritten Interessenten, den größten und gefährlichsten von allen, nicht sthen. Sähe man ihn wirklich, wie er ist, so würde das die Gegensätze im Innern bei uns außerordentlich abschwächen und eine Ein­heit Hervorrufen, die in der gemeinsamen Abwehr unseres.stärksten Gegners, der uns nicht mit grö­ßeren oder geringen Schädigungen, sondern mit der Vernichtung bedroht, ihr Hauptziel erkennen müßte. Wir leugnen nicht, daß die geforderte Er­kenntnis im Wachsen ist. Woche für Woche hören wir nun die Aufklärungsvorträge der Deutschen Welle, die von Männern gehal­ten werden, auf deren Zeugnis und Urteil man sich absolut verlassen kann. Sie bestätigen immer von neuem, wie sehr wir mit unserer Beurtei­lung der russischen Zustände recht gehabt haben. Man darf ruhig annehmen, daß diese Vorträge der Deutschen Welle nur mit Gutheißung der be­treffenden amtlichen Stellen, insbesondere auch des Reichsaußenministeriums gehalten werden, und das bedeutet immerhin einen Fortschritt. Wir freuen uns besonders, daß wir Grund haben, auch das ausdrückliche Einverständnis des Auswärti­gen Amtes bei dieser wichtigen Aktion voraus- setzen zu dürfen, denn die Erkenntnis des bolsche­wistischen Problems wird allein imstande sein, auch der auswärtigen Politik Richtung zu geben.

Was nämlich für die Innenpolitik gilt, das darf in noch höherem Maße von der Außen­politik behauptet werden. Solange die euro­päischen Staaten nicht begreifen, daß ihnen allen von Moskau her der Untergang droht, werden sie das ebenso beschämende wie lächerliche Schau­spiel fortsetzen, das wir nun seit Versailles er­leben. Sie werden ssich durch Zölle voreinander schützen und Festungsgürtel um ihre Grenzen bauen. Sie werden die alten Rivalitäten in im­mer neuer Form aufleben lassen und sich, krank wie sie sind, noch gegenseitig immer elender ma­chen, wie unverträgliche Patienten, die im glei­chen Spital liegen und einander beneiden und be­

klösterlicher Gelübde, die er selbst am 7. November 1858 zu Limburg entgegennahm. Die öfteren Berufungen von Brüdern in die Badestadt Wiesbaden zur ambulanten Krankenpflege brachten es mit sich, daß auch dort den Brüdern ein bescheidenes Unterkommen geboten wurde und eine Filiale eingerichtet werden konnte.

Ein Markstein in der Entwicklung der Ge­nossenschaft bedeutete das Frühjahr 1861, in wel­chem die Brüder durch den Bischof nach Monta­baur berufen und ihnen die Erziehung ge­fährdeter Jugendlicher übertragen wurde. Eine ehemalige Ziegelei mit einem klei­nen Wohnhaus und einigem Gelände ergab ein . höchst dürftig eingerichtetes Kloster. Im Herbste dieses Ialhres schlossen sich dem neuen Mutterhause Montabaur (als solches war es vom Bischof be­stimmt worden) noch einige fromme Jünglinge an, die bereits in der Pfarrei Arzbach ein ge­meinsames Leben geführt und ein Ordenskleid ge­tragen hatten. — Eine ähnliche Gründung, aller­dings schon 1851, in Vallendar a. Rh. führte in der Folgezeit zu der Genossenschaft der Barm­herzigen Brüder von Trier.

Im neuen Mutterhause hielten das Zunehmen der Zahl der Mitglieder, ihr Fortschreiten im Or­dens- und Berufsleben und das Erweitern ihrer Tätigkeit gleichen Schritt. Bis zum Jahre 1863 leitete der Gründer. Br. Ignatius selbst die Ge­nossenschaft, von 1863 bis 1866 Br. Josef Vogt. Beim ersten Generalkapitel 1866 wurde Br. Vin­cenz Salzig zum Generalobern gewählt. Er war 1861 in die Genossenschaft eingetreten, war vor seiner Erwählung als Novizenmeister tätig, leitete die Genossenschaft von 1866 bis 1904 und starb nach einem Leben voller Arbeit und Fröm­migkeit am 10 . 4. 1920. Das Arbeitsfeld der Brü­der in Montabaur selbst weitete sich. Es entstan­den Filialen in Höchst und Frankfurt. Während des Krieges 1870 waren von den zirka 30 Brüdern 15 mit der Krankenpflege in deut­schen Lazaretten betraut.

Der ausbrechende Kulturkampf schlug auch der jungen Genossenschaft staatliche Fesseln. Da die Unterdrückung befürchtet werden mußte, suchte man in H o l l a » d ein Asyl und gründete nach Vorarbeiten die erste Niederlassung jenieits deutscher Grenze zu Herzogenbusch. Sie entwickelte sich in der Folgezeit günstig und bil­det heute mit weiteren 5 holländischen Häusern die holländische Provinz der Genossen­schaft. In Deutschland breitete sich die Genossen­schaft bald über die Grenzen der eigenen Diözese hinaus aus. Zu Dorsten, Düsseldorf und Köln entstanden Häuser, entweder der Pflege von Kranken, oder der Betreuung von Hilflosen oder dem ambulanten Krankendienste dienend.

Der Bischof von Fulda Josef Weyland, der in 26jähriger Täkigkeik die Brüder in Wies­baden schätzen gelernt hatte, berief sie nach Fulda und hier konnte eine Niederlassung zum 4. 2. 1891 eingerichtet werden.

au? der sich später, Dank der Mithilfe von Klerus und Volk Fuldas und des Fuldaer Landes, das Herz-Jes u-Heim entwickelte. Bis zur Jahr­hundertwende waren weitere Häuser in Essen, Oberhausen und Limburg gegründet. — Mit dem äußeren Wachstum ging das innere.

Im Jahre 1888 gestattete der Bischof die Ab­legung Ewiger Gelübde, und im selben Jahre folgte eine päpstliche Bestätigung. In Baden- Baden, Mannheim und Karlsruhe wurden die Brüder gewünscht und mit stillschwei­gender staatl. Genehmigung je eine Niederlassung eröffnet. Das Generalkapitel 1904 entlastete den

fmnung um sich zu vereinigen und mit ihnen sich der eigenen Heiligung und den Werken der Näch­stenliebe zu widmen.

Nach vier Jahren kam es, mit Zustimmung des Bischols und des Ortspfarrers von Hillicheidt (Westerwald) zu einem ersten schüchternen Ver­buch dortselbst. Mit drei Gesinnungsfreunden be­gann L. ein gemeinsames Leben und die Kranken­pflege, nach bestem Können und Verstehen Ihre Feuerprobe bestand die kleine Gesellschaft in der Not und Teuerung des Jahres 1855, mobet L. selbst sich überzeugte, daß eine sachver­ständige Ausbildung in der Krankenpflege von uöten sei wenn sie mit rechtem Nutzen für das leibliche Wohl des Kranken geübt werden solle. Daher begab er sich zu einer schulmäßigen Ausbil­dung in der Krankenpflege uj das Alerianerkloster au Aachen und gewann neben den Kenntnissen in Der Krankenpflege erst recht weitere und reichere Erfahrung im Ordensleben. Ein weiterer Fort­schritt offenbarte sich nach feiner Rückkehr, als der Bischof die kleine Gemeinde dem Superior der eben gegründeten Genossenschaft der Dienstmägde Christi zu Dernbach unterstellte. Von ihm emp­fingen Lötschert und seine Genossen, die sich „Brüder" nannten, Ausbildung und Fortbil­dung im geistlichen Leben. Die „Brüder" arbeite­ten teils in der Krankenpflege männlicher Kranker, teils in der Landwirtschaft des Dernbacher Klo­sters. Die Oeffentlichkeit war schon aus diese kleine Männergesellschaft aufmerksam geworden so daß bereits im März 1856 ein Bruder zur Kran­kenpflege in das Städtchen Hadamar gerufen wurde, im Juni 1856 ein weiterer nach Frank- f»rt. Superior Wittayer hatte die Genossen­schaft im geistlichen Leben soweit gefördert, daß er ohne Bedenken die Einkleidung der Brü­der mit einem geistlichen Gewände dem Bischof vorschlagen konnte, die dieser gerne er­teilte. Am Feste der AposteIf ü rft en 1 8 5 6 fand in der damaligen Kapelle des Dern­bacher Schwesternklosters die Einkleidung statt, und somit ist der 29. Juni der Geburtstag der Genossenschaft geworden.

Lötschert, der den Namen Ignatius erhalten hatte, galt als der Obere der kleinen Genossen- chaft. Dem nach Hadamar entsandten Bru­der war dort eine kleine Wohnung angeboten worden, die nun der Wohnsitz der Gemein­schaft wurde. Die Zahl der Mitglieder stieg langsam um den einen und anderen. Die Brüder wurden bald über die Grenzen der näheren Um­gebung hinaus zur Krankenpflege verlangt Sie führten ein Leben des Gebetes und der Arbeit in Armut und Dürftigkeit. Nach einer Frist von 2 wahren gestattete der Bischof die Ablegung

seitherigen verdienten Generalobern Br. Vincenz und wählte den Br. Bonifatius Weimer, der bis 1923, auch in den Stürmen der Kriegs- und Nachkriegszeit, mit Umsicht und Tatkraft die Ge­nossenschaft leitete. Auch in M ü n st e r und Gel­senkirchen wurden Niederlassungen gewünscht.

Am Vorabend des Krieges zählte die Genos­senschaft 321 Brüder in 25 Niederlassungen. 101 Brüder wurden zum Heeresdienst eingezogen, von denen 12 den Heldentod star­ben, 18 schwer verwundet und 12 schwer krank zurückkehrten. Die übrigen widmeten sich der Pflege der Verwundeten in den Lazaretten der eigenen Häuser und den übrigen Aufgaben.

Seit 1923 wird die Genossenschaft von einem Fuldaer Landsmann, Br. Hyacinth V e y (aus Poppenhausen) geleitet.

Am 1. 1. 1931 zählte die Genossenschaft 420 Brüder in 31 Filialen, die sich der Pflege von Kranken in deren Wohnungen (ambulante Kran­kenpflege), der Pflege und Betreuung von Kran­ken, Erholungsbedürftigen, körperlich und geistig Gebrechlichen, dem Küsterdienste usw. widmen.

Nach Inkrafttreten des neuen kirchlichen Gesetz- buches bedurften die Satzungen einer Umbearbei­tung, die unter Mitwirkung von P. Maximilian Brandys O. F.M. vom Kloster Frauenberg vor­genommen wurde. Die neuen Satzungen wurden am 10. 4. 1921 durch Papst Benedikt XV. be­stätigt.

Im Jahre 1924 fanden die Brüder auch den Weg in die Neue Welt, wo das damals eingerich. tete Haus in Buffalo in der Zwischenzeit ver­größert wurde.

Im Jahre 1930 wurden in der ambulanten Krankenpflege (nicht in den Häusern der Genos­senschaft) rund 3 400 Kranke gepflegt mit 26 000 Nachtwachen und rd. 115 000 Hilfeleistungen. In den eigenen Häusern wurden rund 7 500 Kranke u. Pfleglinge betreut An Arme wurden rund 70 000 Mahlzeiten und wohl das Dreifache an einzelnen Portionen verabfolgt. Bei letzteren ist besonders heroorzuheben, daß die Brüder selbst arm sind.

Auf Anordnung des Generalobern soll das Ju­biläum cm 29. 6. nur kirchlich gefeiert werden und der Ausdruck des Dankes gegen Gott und des Vertrauens auf feine weitere Führung sein. Im Mutterhause zu Montabaur haben sich die Vorsteher der Filialhäuser zu Exerzitien unter Leitung von Lazaristenpater Edmund W i ll e m s zusammengefunden. Die kirchliche Feier im Mut- terhause wird unter Teilnahme des Bischofs von Limburg sein.

In der F u l d a e r K a p e l l e der Barmher­zigen Brüder ist das Hochamt am Feste Peter und Paul um 8 Uhr morgens.

Hat sich auch vielfach das Betätigungsfeld ge­wandelt, und find auch die Betätigungsmethoden heute nicht mehr dieselben wie vor 75 Jährens so muß doch der Geist, der zur Betätigung drängt, der gleiche fein heute wie bei der Gründung. „Ca­ritas Christi urget nos!" Das Bild der hl. Eli­sabeth in ihrem Iudiläumsjahre und die große Zeit der Jetztzeit zeigen einem jeden von uns Art und Wege solcher Betätigung: erst recht zeigt uns ihr Bild ein Beispiel vollendeter Harmonie: wie die Nächstenliebe, die Betätigung in den geistlichen Werken der Barmherzigkeit, ein Ausfluß der Got­tesliebe ist. — Solchen Geist in ihren Mitgliedern zu erneuern und zu festigen, das ist der Sinn des Jubiläums, das die Genossenschaft der Barmher­zigen Brüder feiert. Möge sie in ihrer weiteren Entwicklung auch wie bisher sich der Führung der göttlichen Vorsehung erfreuen dürfen!

Aloys Miltenberger.

Ein Generalstab des Umsturzes.

Von Friedrich Muckermann S. J.

Wie ich von Personen erfahren habe, die es selbst mitangehört haben, wurde während der spanischen Klo st er stürme dauernd un­mittelbar mit Moskau verhandelt. Da in Katalonien die Sache nicht klappte, erfolgte ein dringender Befehl nach dem andern vom Kreml her, doch nun endlich Ernst zu machen und los­zugehen. Es war das genau io wie im Kriege, wo vom Generalstab aus die Befehle bis an die Truppen in der Front durchgegeben wurden. Wir wissen, daß zum Beispiel in Indien alle die ein­zelnen revolutionären Gruppen bei den verschie­densten Kasten unmittelbar mit Moskau in Ver­bindung stehen, während sie voneinander wenig wissen. Es gibt weit von ihnen entfernt ein Hirn, das sie alle zu dem gleichen Ziele lenkt. Vor eini­ger Zeit wurde aus dem Besbofchnik u stanka, der Moskauer Gottlosenzeitschrift, selbst eine u n- mittelbare Verbindung der Kommu- n ist en des Ruhrgebietes mit dem bolschewistischen Rußland nachgewie'-- sen. Wir gehen sicher nicht fehl in der Annahme, daß auch die einzelnen Putschversuche, die wir heute in allen Teilen des Landes beobachten, ihre gemeinsame Zentrale in Moskau ha­ben, mögen auch außerdem noch untergeordnete Zentralen, etwa bei den sowjetistischen Handeis- ' Vertretungen, bestehen.

Damit haben wir den charakteristischen Unter­schied gekennzeichnet, der zwischen den Putschen von heute und ähnlichen Erscheinungen von früher obwaltet. Zugleich ist damit auf die eigentliche Gefahr dieser Putsche hingewiesen. Wir ha­ben sie zu betrachten als Vorgeplänkel vor der eigentlichen Schlacht. Die Hauptkräfte, die hinter dcm Ganzen stehen, werden bei solchem Geplänkel eher verhüllt als ausgedeckt. Man merkt auch deutlich an der Gemeinsamkeit der Taktik, daß zunächst nur eine Art Ermüdungs­

Die Seiwsseuschasl (et Barmherzigen Brüher von Mnladaur

3um 75. Jahrestag ihrer Gründung.

Die heilige Kirche, die selbst aus einem Sens- körnlein zum mächtigen Baume heranwuchs, hat seit ihrer Gründung ununterbrochen neue Zweige, Blüten und Früchte hervorgebracht, so wie die jeweiligen Verhältnisse sie ermöglichten und er­forderten. Sind Dreiviertelhundert Jahre auch eine kurze Zeit, unbedeutend, wenn man sie an der Geschichte der Kirche mißt, so sind die ver­flossenen 75 Jahre doch höchst bedeutsam für'die Genossenschaft der Barmherzigen Brüder, die sich anschickt, im Danke gegen Gott am 29. Juni d. I. (Peter und Paul) des 75. Jahrestages ihrer Gründung zu gedenken.

Das sturmbewegte Jahr 18 48 hatte "icht nur im politischen, sondern auch im wirt­schaftlichen. vor allem aber im religiösen Leben eine Aufrüttelung gebracht. Neben der Pflege des eigenen religiösen Lebens erkannte man bald die Verteidigung der Rechte der Kirche und die Betätigung in Den Werken der Nächstenliebe als dos Gebot der Stunde. Der Name Lieber- Camberg. der in der Geschichte des Ka­tholizismus und der deutschen Zen­trum s d a r t e i einen guten Klang hat, steht auch an der Wiege der Genossenschaft der Barm­herzigen Brüder. Ein Bruder des damaligen Legitatiousrat Dr. Moritz Lieber, Kaufmann Franz Giesbert Lieber, betrieb in Samberg ein ausgedehntes Kaufmannsgeschäft. Im Jahre 1847 war in dieses Geschäft der damals 27jährige Peter L ö t f d) e r t, ein fittenreiner, frommer Jüngling, als Kaufmannsgehilfe eingetreten. Den damaligen Wirtfchaftsverhältnifsen entsprechend sand er im Hause Lieber nicht nur einen Arbeitsplatz, son­dern auch Famalienanschluß und Förderung nach jeder Richtung hin. Lötschert hatte sich schon mit dem Gedanken vertraut gemacht, sich auf das Prie­stertum vorzubereiten: auf Anraten des damaligen Bischofs von Limburg, Peter Joseph Blum, gab er jedoch wegen feines Alters und der fehlenden Gymnasialbildung dieses Vorhaben auf. Durch die Familie Lieber wurde er bekannt mit den Großen jener Zeit, deren Sammelpunkt das Lie- berfche Haus bildete: Dr. Heinrich und Dr. Mou- fang-Mainz und andere. Das echtkatholische Glaubensleben zu Samberg übte den nachhaltigsten Einfluß auf den jungen Lötschert aus und Drängte ihn auch zu äußerer Betätigung. Neben Lieber arbeitete er bald in Samberg in dem soeben ge­gründeten P i u s d e r e in und wandte nach kür­zer Zeit sein Interesse auch den Vincenzver- efnen zu. Gerade Das Beispiel Der GrünDer des Vincenzvereins. der bekanntlich nur etwas mehr als 10 Jahre vorher durch Ozanam und seine Freunde begründet worden war, ließ in Lötsckert den Plan reifen, auch einige Freunde gleicher Ge-

Fünfter Sonntag nach Pfingsten.

Eingangslied. (Ps. 26, 7 u. 9.)

Erhöre, Herr, mein Flehen, ich rufe so laut zu dir. Hilf mir, verlaß mich nicht, o Gott, mein Heil. (Ps. ebb. 1) Der Herr ist mein Licht, mein Heil, wen soll ich fürchten,

Epistel. (1 Defri 3, 8—15).

Geliebteste! Seid alle einmütig im Gebete, mitleidig, brüderlich, barmherzig, bescheiden, de­mütig. Vergeltet nicht Böses mit Bö­sem, nicht Schmähung mit Schmähung: vielmehr segnet einander, wie ihr ja auch dazu be-

Ar. 147

28. Juni

Bullrich -Sah -ZM