nils
aber
Wie schützt sich die Hausfrau vor Hitze?
SO Jahre
Hitze Doch
Erfahrungim Kaffeerösten! Das heißt geschickter Ein« kauf und Studium der besten Plantagen. Dazu fahre- langesVersuchen im Mischen und liebevolles Eingehen auf die Reaktion der Geruchs- und Geschmacksnerven. Aber nun ist die Qualität aller Mischungen einzig dastehend. Alles kommt Ihnen zugute beim Kauf von
dafür das Ofenloch einen zwar beschränkteren, dafür bequemeren Ersatz bietet?
Natürlich wird die Hausfrau sich bei großer keinen Vorrat verderblicher Lebensmittel anlegen.
ist auch die französische Sitte, den Kindern ein Stück trockenes Brot und etwas Obst mit zur Schule zu qe. den. Der Schulweg selbst soll in aller Ruhe und Gemüt' lichkeit zurückgelegt werden. Das Kind soll gehen, jedoch nicht rennen müssen. Am besten stellt man durch Mit« gehen fest, wieviel Zeit zum Schulweg notwendig ist denn gibt man zuviel Zeit, spielen Kinder unterwegs na«' türlich und kommen dann trotz aller Vorsicht zu spät zur Schule. Vor dem Unterrichtsbeginn soll auch noch soviel Zeit bleiben, daß die Kleider in Ruhe abgelegt wer« den können und daß das Kind einige Augenblicke Zeit hat sich von dem Zuhause auf die Schule gedanklich umzustellen. Beobachtet man diese wenigen Grundregeln dann wird der Lehrer wohl selten über unaufmerksame Kinder zu klagen haben. Notwendig bleibt dabei aller- dings, daß die Kinder am Abend auch rechtzeitig in ihr Bett kommen, zehn Stunden Schlaf sind das mindeste was der Arzt von einem schulpflichtigen Kind verlangen muß.
Gesunde Küche im Juli.
Leicht und schwer zugleich hat es die Hausfrau, die im Juli ihre Familie gesund ernähren und vor Krankheit bewahren will. Die heißen Sommertage spenden uns die verschiedensten Gemüse, vor allem aber Obst in reicher Fülle: Kirschen, Pflaumen, Stachelbeeren, Johannisbeeren, Blaubeeren und wie sie sonst noch alle heißen mögen. Leider wird der Wert des Obstes für un- sereGesundheit vielfach noch nicht genügend geschützt. Obst enthält zwar wenig Eiweiß und Fett, aber dafür reichlich Vitamine, Nährsalze, Fruchtsäuren, Zellulose und Wasser. Sämtliche dieser Bestandteile sind für unseren Körper von größtem Nutzen. Wenig bekannt ist, daß die Fruchtsäuren, die dem Obst seinen Duft verleihen, gewisse desinfizierende Eigenschaften haben und besonders auf Zähne und Zahnfleisch einen günstigen Einfluß ausüben Die darmanregende Wirkung des Obstes beruht auf einem Gehalt an Fruchtzucker, Zellulose und Säuren.
Ein weiterer, nicht zu unterschätzender Vorzug des Obstes ist die vielgestaltige Art seiner Verzehrmöglich- auch, besonders die Beerenfrüchte zu Gelee, zu Mus, zu keit. Obst kann zunächst roh oder gekocht als Kompott genossen werden. Eine tüchtige Hausfrau versteht es aber Marmelade zu verwenden, Fruchtsäfte und Soßen herzustellen oder geeignete Fruchtarten für die in der Sommerhitze besonders geschätzten Fruchtkaltschalen zu verwerten. Selbstverständliche Vorbedingung bei allem Obstgenuß ist natürlich die vorherige gründliche Reinigung, damit nicht Schmutz und Bakterien, die dem Obst
Skachelbeerauflauf.
Ein Pfund Stachelbeeren wird nach sorgfältigem Waschen, da Stachelbeeren meist sehr schmutzig sind, weich gekocht und durch ein Sieb passiert. Dann rührt man 150 Gramm Zucker in die Masse, gibt drei Eidotter dazu und vermischt das Ganze mit dem zu Schnee geschlagenen Eiweiß der drei Eier. Von Johannisbeeren läßt sich auf die gleiche Art ein ebenso wohlschmeckender Auslauf bereiten.
Das Kind am Morgen.
Von Dr. med. F. Mose r-Berlin.
Frühaufstehen ist eigentlich nur eine Sache des Klein-, bezw. des noch nicht zur Schule gehenden Kindes. Solange die kleinen Purzel noch. nichts vom Schulzwang wissen, wecken sie womöglich schon die Mutter beim Tagesgrauen und wollen aus dem Bettchen. Das ändert sich meist sehr schnell, wenn man zur Schule muß. Da hält das Aufstehen, weil man abends oft nicht ins Bett will, sehr schwer, in allerletzter Minute krabbelt man aus den Federn, hat keine Zeit zum Waschen, zum Zähne- putzen, zum Frühstück und zu einer anderen höchst wichtigen Verrichtung, man geht womöglich noch ein Brötchen oder ein Stück Brot kauend in fliegender Hast auf den Schulweg, kommt abgehetzt in die erste Stunde und soll dann aufpassen, um etwas zu lernen. Darf man sich dann wundern, wenn das Kind den ganzen Vormittag in der Schule nicht zu gebrauchen ist, daß es mißmutig dem Unterricht folgt und oft nicht bei der Sache ist. Das geht nicht, verehrte Eltern! Grundsatz und zwar strenger Grundsatz, von dem einfach nicht abgegangen werden darf, sollte sein, daß das Kind mindestens eine Stunde, noch besser anderthalb Stunden vor Schulbeginn aufsteht. Dann hat es Zeit, sich vor allem einmal gründlich zu waschen, von Kopf bis zu Fuß möglichst kalt, was die Schiaf- geister am energischsten vertreibt. Hierauf hat das Kind sich zurückzuziehen, um dann in aller Ruhe zu frühstücken. Eine Tasse Milch und ein Brötchen, auch eine Tasse Kakao ober ein Teller Haferschleim genügen fürs erste Frühstück völlig, dagegen sollten Kaffee und Tee nicht gegeben werden, sie regen dos Kind unnötig auf und zehren an den Nerven. Diese Belastungsproben sollte man von seinen Kindern fernhalten, die Nerven werden später noch genügend von diesen Genußgiften in Anspruch genommen: Das Kind bekommt dann das zweite Frühstück mit in die Schule, ein Butter- oder Marmeladebrot, für größere Kinder vielleicht auch zwei, wenn der nötige Hunger vorhanden ist. Sehr empfehlens- und nachahmenswert
Die herrliche, „sonnige" Lage, fonst eine der mächtigsten Verlockungen und beliebtesten Anpreisungen einer Wohnung wird zum verwünschten Verhängnis, sobald Frau Sonne ihre erste frühlingshafte Schüchternheit überwand und sich mit der Ausdauer und Beständigkeit einer geschwätzigen Frau Nachbarin ins Fenster legt, — das Thermometer sich zu alpinen Kletterversuchen „versteigt", — und beinahe jedes Gespräch, unabhängig von seinem weiteren Verlauf mit der Feststellung eingeleitet wird:
„Großer Gott, ist das ’ne Hitze!"
Die „liebe" Sonne ist zum Feinde geworden, — die Defensive gegen ihre „hitzige" Attacke beginnt!
Abwehr der einbringenben Glut ist Paragraph 1 des Feldzugsplanes. Jalousien, Rouleaux oder Vorhänge herunter! Jedoch nicht erst, wenn die Hitze im Zimmer bereits unerträglich wurde, sondern gleich in den ersten Morgenstunden. Vor allen Dingen: die Fenster schließen! Nur des Nachts bleiben sie recht weit offen. Dafür die Tür auf den kühleren Korridor öffnen! Auch die herabgelassene Marquise spendet nicht nur dem Balkon, sondern ebenfalls den anschließenden Räumen gütigen Schatten. In Küche und Speisekammer empfiehlt sich das Einsetzen eines „Fliegenfensters" aus dünnem Drahtgeflecht zur Abwehr lästiger Insekten und allzu krasser Sonenstrahlen.
Dieser wichtigen Präparierung der Fenster folgt der Kampf gegen die immerhin noch im Raum verbliebene Hitze. Eine feiner wirksamsten Waffen ist der elektrisch betriebene Zimmeroentilator, dessen Anschlußkontakt in jede beliebige Steckdose schlüpft. Sie werden einen solchen sicher schon in den Auslagen eines Lebensmittelgeschäftes gesehen und gehört haben. Aus dem Schaufensterbereich kann die Hausfrau auch noch eine andere nützliche Anregung beziehen. Mit dem Einsetzen der war- men Temperatur tritt an den Fenstern besonders von Blumenhandlungen die Berieselungsanlage in Tätigkeit. Ein feiner, dünnstrahliger Regen fließt das Glas entlang, die breite Fläche bietet reiche Verdunstungsmöglichkeit — die Luft wird frischer und angenehmer. Nun soll sich die Hausfrauu nicht etwa an ihren Fenstern einen ähnlichen Apparat anbringen! Nein, sie kann sich mit viel
auch bas geringe Quantum, bas sie auf Lager hat, muß sie vor bem Schlechtwerben schützen. Deshalb Fleisch nicht legen, fonbern hängen; soll es einen Tag aufbewahrt werben, salzen ober anbraten; in Essig ober Buttermilch hält sich Rinbfleisch auch bei sehr heißer Temperatur; Pökelfleisch mit der Gabel oft durchstechen. Wurst im Abschnitt dünn mit Fett bestrichen, behält ihre schöne Fleischfarbe und wird nicht grau. Schnittkäse bekommt einen feuchten, salzigen Umschlag. Die Blechbrotdose wird im Sommer durch eine solche aus Porzellan oder Steingut ersetzt. Grünen Salat zum Lagern nicht auf die Blätter, sondern auf den Strunk setzen und vor dem Herrichten in kaltes Wasser legen.
Besonderes Interesse wird die Hausfrau dem steten Vorhandensein kalter Getränke zuwenden müssen. Der Nachmittagskaffee darf ruhig fortsallen die Kanne mit kaltem Tee, Limonaden oder Fruchtsaft, gekauft oder selbst eingekocht, darf keineswegs ausgehen. Da jedoch die Menge des Flüssigkeitsgenusses mit der Heftigkeit des Schwitzens in engem Zusammenhang steht, wird die Hausfrau gut tun, neben den Limonadenbechern auch ein Päckchen Strohhalme bereitzuhalten, die eine ökonomischere Vertilgung des kühlen Nah gewährleisten.
Von Elli T s ch a u n e r.
einfacheren Mitteln behelfen. Sie füllt möglichst breitflächige Schalen mit kaltem Wasser und verteilt sie unauffällig in den Zimmerecken. (Die einzelnen Familienmitglieder müssen jedoch vorher auf diese „Kalt-Wasser- Kur" aufmerksam gemacht werden, da sonst allzu leicht eine „überflüssige" Erweiterung der Verdunstungsfläche erfolgen kann.) Die Blech- ober Tonkästen, die auf Dampfheizungsanlagen oft mitbefeftigt werden, um im Winter der trockenen Zimmerluft vorzubeugen, füllt man ebenfalls mit Wasser. In der Küche ober — wenn vorhanden — im Zimmer wird der Leitungshahn einen dünnen Strahl aufgedreht. So ist auch stets „abgelaufenes" Wasser für Trinkzwecke vorhanden und Getränke lassen sich trefflich kühlen. Bedeutende Wärmeverminderung erzielt ferner ein Feuchtigkeitszerstäuber, dem einige Tropfen Koniferenextrakt beigesetzt wurden. Dagegen sind stark riechende Blumen aus sehr sonnigen Zimmern zu entfernen. Von wohltuender Wirkung ist überdies das häufige Wischen der Fußböden.
Die Hausfrau wird bei echtem Sommerwetter im Herdbereich nicht nur unter der von^„draußen" kommenden Glut, sondern besonders unter der Herdhitze zu leiben haben. Weiteres Grunbprinzip also: V e r m e i» düng unnützer Wärmeentwicklung burch Brennstoffe! Dies gilt sowohl für bie Feuerungsmaterialen: Gas, Kohle, Briketts, als auch indirekt für alle zu kalorienreichen Lebensmittel. Beibes läßt sich burch Umgestaltung des Küchenzettels leicht erreichen. Eine dampfende Kartoffelfuppe, ein fettes Eisbein mit Sauerkohl und Erbspüree dürften bei 30 Grad int Schatten selbst ihrer treuesten Liebhaber verlustig gehen. Warum also erst ihre qualvolle Zubereitung? — Kaltschalen, Salate, Fleisch und Fisch in Aspik, Eier in Remoulade, kalte Puddings und Ausläufe ergeben genügende Auswahl und Abwechslung.
Bei der Zubereitung von Reis, Grieß, Grütze, Graupe, Haferflocken, der beliebten Beilage zu Fruchtsaucen und -suppen, kann zur Verminderung des Feuerungsgebrauches die Kochkiste wieder in Aktion treten.
Auch der Frischhaltung b er Lebensmitte l, um bie bie Hausfrau unermüblich bangt, bienen eine Reihe bewährter, technischer Einrichtungen. Ihre idealste
Kllpp’s Kaffee || Seit 50 Jahren Bremer Qualitäts-Kaffee
sehr häufig anhaften, in unseren Magen-Darmkanal gelangen.
Wenn auch auf der einen Seite bas Obst zweifellos eine burftftiöenbe Wirkung hat, so pflegen doch viele Menschen, teils aus Gewohnheit, teils wegen bes bisweilen starken Zuckergehaltes der Früchte, zum Obst Wasser oder andere Flüssigkeiten zu trinken. Vielfach mag dies ohne gesundheitliche Störungen abgehen, allein besonders bie in Wasser leicht quellbaren Früchte wie Kirschen unb Stachelbeeren, können daburch zu ernsten Magen-Darmerkrankungen Anlaß geben. Man lasse daher nach dem Obstgenuß mindestens einige Zeit verstreichen, ehe man — und auch dann vorsichtshalber in nicht zu großen Quantitäten — Wasser zu sich nimmt.
Gewisse Gesundheitsgefahren bringt die Julihitze für die sonstige Ernährung mit sich. Rein gefühlsmäßig weh. ren wir uns ein wenig gegen diejenigen Nahrungsmittel, bie zur äußeren Wärme noch innere probuzieren, d. h. gegen Eiweiß unb Fett. Wir pflegen also aus biefen Grünben ben Fleischgenuß einzuschränken, zumal ja auch außerdem Fleischwaren unter bem Einfluß ber Sönnern wärme bei nicht genügender Kühlmöglichkeit leicht verderben.
Empfehlenswert bagegen ist im Sommer ber Genuß von Seefischen aller Art. Es ist ein Märchen, daß man in den Sommermonaten ohne „r" keinen Seefisch essen soll! Gerade bei den Seefischen, die heutzutage in musterhafter Weise gekühlt von der See bis in bie Küche ber Hausfrau reifen, besteht bie Gefahr der Verderbnis so gut wie gar nicht. Auch vom ernährungswissenschaftlichen Standpunkte aus ist Seefischkost als sommerliche Speise besonders geeignet, da das Fischfleisch leicht verdaulich ist, den Magen wenig belastet und daher auch weniger Wärme erzeugt.
Schließlich sei noch der Notwendigkeit sorgfältiger Behandlung dSr Milch gedacht, die im Juli unter dem Einfluß der Hitze leicht sauer wird und damit unseren Säuglingen verderblich werden kann. Den wirksamsten Schutz dagegen bildet neben ber unerläßlichen Verwenbung tadellos sauberer Gefäße das Pasteurisieren, b. h. das Erhitzen der Milch auf zirka 70 Grad, unb nachfolgendes Kühlen, wenn möglich im Eisfchrank ober minbestens in einer mit kaltem Wasser gefüllten Schale. Dr. C. K.
Mahnung.
Don Rosa Hamacher- Bopparb.
Du spielst so gern unb in bem heitern Spiel Formt sich zu schöner Kunst das Leben.
Versäume nicht bie Pflicht! Erlerne früh In harter Fron — die Kunst zu leben.
Man gönnt dir Sport unb Spiel zu rechter Zeit, Doch hat das Mahnwort seine Gültigkeit: Wer mit dem Leben spielt, kommt nie zurecht, Wer sich nichi selbst befiehlt, bleibt immer Knecht
Die ersten Garkenbeeren werden reis.
Deshalb ein paar erprobte Rezepte.
Von Betty Groß, Kulmbach.
(Erbbeer-, Himbeer-, Iohannisbeer-Mlchkaltschale.
Diese erfrischende Fruchtspeise ist denkbar einfach her- zustellen. Man nimmt ein Pfund Erdbeeren, Himbeeren ober Johannisbeeren, ober auch von allen brei Beeren- (orten ein Pfunb gemischt, verliest dieselben, entfernt bie Stiele usw. unb gibt sie in eine Glasschüssel. Die Früchte werben dann leicht angezuckert unb mit einem halben Liter Milch übergoßen. Man stellt sie dann mehrere Stunden vor dem Anrichten auf Eis ober in ben kühlen Keller. An heißen Tagen gibt es nichts besseres, wie biese erfrischende Kaltschale.
(Erbbeercreme.
Ein Pfunb Erdbeeren wird entstielt, gewaschen und durch ein Sieb getrieben, woraus man bie Fruchtmasse zuckert. Dann wird ein halber Liter Rotwein ober auch Aepselwein mit etwas Zucker gekocht, mit einem halben Eßlöffel voll Kartoffelmehl etwas eingebitft, kaltgestellt unb nach bem Erkalten mit ben Früchten sorgfältig vermengt. Zum Schluß wird ein Viertelliter süßer, geschlagener Rahm in die Creme gegeben, die man ebenfalls möglichst kalt serviert. Auch zu dieser feinen Frucht- fpeife lassen sich Himbeeren und Johannisbeeren verwenden.
kirschenknöbel.
Ein Pfund Süß- oder Sauerkirschen wird ausge- steint und ohne Wasser gekocht. Man gibt gleich ben nötigen Zucker, etwas Zimt, eine Gewürznelke und etwas geriebene Zitronenschale dazu. Vor dem völligen Kaltwerben ber Masse fügt man brei Eidotter, 50 Gramm Butter und soviel Semmelbrösel bei, daß ein steifer Teig entsteht, dem man zuletzt noch den Schnee der brei (Et- botter zugibt. Dann formt man kleine Kloße aus ber Masse unb kocht sie in ganz leicht gesalzenem Wasser, bis sie an bie Oberfläche steigen. Zweckmäßigerweise versucht man erst mit einem Probeknöbel, ob ber Teig ge- nügenbe Festigkeit hat. Zerfallen die Klöße, müssen noch Semmelbrösel hinzugefügt werden. Selbstverständlich lassen sich auf diese Weise auch Johannis- und Stachelbeerknödel bereiten, jedoch wird man bei der Verwendung von Stachelbeeren am besten nur ausgereifte Früchte nehmen.
dürfte ber burch Gas ober Elektrizität betriebene Kühlschrank sein. Auch ber gute, alte Eisschrank ist noch immer ein zuverlässiger Helfer, — wenn ber Eisverkäufer nicht gerabe die letzte Stange vor unseren Augen fortverkauft hat. Wer über einen kühlen Keller verfügt, wirb sich beshalb zweckmäßig einen kleinen Eisvorrat, bick mit Sägemehl bestreut, anlegen. Ein äußerst hanblicher unb billiger, burch Ammoniak gespeister Apparat zur Speiseeisbereitung unb Eiskühlung von Getränken in geringen Mengen (%—1 Liter), Jfolierflaschen, Tonbutterbosen mit Wasserfüllung unb Glaseinsatz finb weitere Beispiele biefer Hilfmittel. Ebenso ber Schnellkonservierungsapparat, an bie Wasserleitung angeschlossen ober mit Luftpumpe versehen, der in Sekunden Konservengläser mühel schließt unb ben Lebensrnitteln, luftbicht verwahrt, et ,te Haltbarkeit verleiht. So kann auch ein angefangenes Einmachglas, besten Inhalt nicht auf einmal verspeist würbe, bebenkenlos noch „auf bie hohe Kante" gestellt werben. Den bevorzugtesten Aufbewahrungsraum für empfinbliche Lebensmittel wird im Hochsommer zweifellos ein kühler Keller bieten. Nicht jebe Hausfrau besitzt einen solchen. Wissen Sie, baß Ihnen
Ar. 144
Seifung
zur
An Knops bewirkt eine Groteske / Ä»«
Januar:
„Näh' mir doch bitte gelegentlich mal am Ueberzieher ben Knopf an, Agathe!" sagte Herr Adolar Kieselich zu seiner Frau.
„Gewiß! Natürlich! Wo ist er denn?"
„Der Ueberzieher?"
„Nein, der Knopf!"
„Im linken äußeren kleinen — ich meine im kleinen Jnnentäschchen der linken äußeren Tasche!"
„Ach, ihr Männer mit euren unzähligen Taschen! Seitentäschchen, hintere Hosentasche, Westentasche, innere und äußere Rocktasche! Schrecklich! Aber ich nähe ihn nachher an. Jetzt muß ich erst bie Blumen versorgen."
Februar:
„Schrecklich, dieser fehlende Knopf. Wie das nur aussieht? Hast du denn nicht mal Zeit, Agathe? Ein Knops ist doch schnell angenäht!"
„Doch, gewiß. Ach Göttchen, hab' das doch wieder vergessen. Ich bin sofort mit diesem Brief fertig. An Cousine Traudchen, weißt du! Der Postinspektor Knipp hat sich um sie beworben, unb nun fragt sie bei mir an, was ich dazu meine. Du liebe Zeit, was soll man da sagen? Traudchen ist ja nicht mehr die Jüngste. Ich glaube, dreiundfünfzig. Das will überlegt fein . . ."
März:
„So, nun kommt bald der Frühling. Gott sei Dank! Dann wird ber Ueberzieher eingemottet. Bis zum näch
sten Herbst wird dann auch wohl der Knopf dran fein. Agathe, Agathe!"
„dch bu lieber Himmel, guter Abolar! Ja, ich bin wirklich vergeßlich. Ich muß doch mal zu Doktor Pirnpf- chen gehen. Vielleicht wird das einmal eine Verkalkung, bas ist doch so schlimm, nicht? Frau Rechnungsrat ist daran gestorben! Was war---
April:
„Wie warm es ist, Agathe! Ich nehme ben Ueberzieher auf den Arm Eigentlich könnte ich ihn hier lassen, damit du mir endlich mal ben Knops annähst. Aber es könnte Regen geben . . ."
„Nimm ihn lieber mit, Abolar. Ich nähe den Knopf bestimmt noch heute an. War er im rechten ober !m linken inneren Hintertäschchen?"
„Im linken kleinen Jnnentäschchen ber äußeren Tasche, liebe Agathe! Na, ich freu’ mich ja. Leg bir gleich Nabel unb Faben zurecht, damit bu, heute abend sofort nähen kannst!"
Oktober:
„Es wirb abenbs schon kühl. Ach, du hast bereits meinen Ueberzieher ausgepatft? Schon. Ich werde ihn anziehen. Sind Motten hineingekommen? Nein? Ach, unb ber Knopf fehlt auch noch! Wolltest bu ihn nicht schon vor vielen Monaten annähen, Agathe?"
„Doch, ja, Abolar. Du hast recht. Ich nahm ihn sogar damals heraus unb legte ihn ins Knopfböschen. Aber jetzt hole ich gleich ben Knopf. Ach, ba schellt
meine Freunbin. Ich mache eben auf, Abolar, bleib nur sitzen."
November:
„Wie ist es mit dem Knopf, Agathe? Ich glaube, jetzt nähe ich ihn selbst an."
„Das kannst bu, nicht, Abolar. Denk an beine Augen! Ich kann übrigens auch nicht mehr sehen. Cs hämmert. Wir wollen warten, bis ich Licht mache. Es ist noch ein wenig zu früh bazu. Wir müssen sparen Inzwischen erzähl mir hoch, wie es kam, baß beinern Freunb gefünbigt würbe. Er ist boch auch nicht mehr ber Jüngste."
Dezember:
„Sieh mal, Agathe, nun muß ich zur Weihnachtsfeier in ben Theaterverein, unb der Knopf ist noch nicht angenäht. Wie sieht bas nun aus! Meine Freunbe z:e- hen mich schon aus."
„Warte, Abolar, sofort! Sofort! Ich nähe ihn enb- lich, aber sofort an!"
. „Sofort? Jetzt hab ich keine Zeit. Man hat schon nach mir telephoniert. Der Vorhang geht auf, unb ich bin nicht ba."
„Ich sorge ja schon, daß bu rechtzeitig kommst. Ich warte ja schon seit zehn Minuten auf bich, Adolarchen."
Januar:
„Agathe! Wo steckst bu? Agathe?!"
„Was ist benn, was rufst bu denn? Ich war nur mal auf bem Oertchen. Laß mir boch bazu meine Ruhe! Was soll ich benn?"
„Ich wollte bir nur sagen, baß ber Knopf jetzt ein 2ahr lang ab ist. Guck, ich habe es ins Notizbuch geschrieben. Ein Jahr, Agathe!"
„Göttchen, Adolar, wie bie Zeit vergeht. Schon wieder ein Jahr älter! Ein Jahr älter, unb ein Jahr gescheiter! Der Knopf? Der wirb heute abenb angenäht. Erst muß ich dazu meine Brille suchen. Aber bas ist ja eine Kleinigkeit. Ich komme gleich wieder."
Februar:
„Ja, was ist benn bas? Der Knopf ist ange« näht? Agathe! Agathe! Ich bin sprachlos!!!"
„Ja? Ach, Abolar, das freut mich! Ich hab ihn gestern abenb angenäht, als du schon schliefst. Du sahst so nett aus in deinen grauen Haaren, unb ba mußte ich dir etwas Liebes tun! Ich mußte!! Und da habe ich dir ben Knopf angenäht, Adolar! Du hast es dir boch schon so lange gewünscht!"
„Ein Jahr lang war er ab. Der Knopf vom lieber« zieher. Ein Jahr .... Nun muß ich mich erst wieder daran gewöhnen, daß ich statt zwei Knöpfe deren brei zumachen muß. Ja, ja . . ."
Herr Adolar Kieselich hüt sich nicht mehr an drei Knöpfe gewöhnen können. Er ließ den dritten unbeachtet.
Frau Agathe sah es. Frau Agathe erinnerte ihn a« ben Dritten. Dann machte er ihn zu. Am nächsten Tage vergaß er ihn roieber. Frau Agathe ärgerte sich darüber. Ihre Mahnung nutzte nichts. Herr Abolar hatte bett Dritten — man denke, ein Jahr lang war er ab! — Herr Adolar hatte ben Dritten aus feinem ®e« dächtnis verloren.
Da nahm Frau Agathe bie Schere, nahm ben lieber« Zieher und nahm ihre ganze verbliche Energie — und — schnitt ben Dritten wieder ab.
Und seither hatten sie alle Ruhe: Herr Adolar Rraii Agathe unb ber Knopf.