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Gang; es sieht nicht aus, als ob er liefe, er faust darin vorwärts wie die Blechbüchse in der Leitung der Rohr­post, und er paßt auch ebenso schön hinein, es bleibt nicht zu viel und nicht zu wenig Platz. Der Maulwurf ist ein ganzes Ende weit gerannt, als er stutzt und aufgeregt schnuppert; hastig beginnen die ungefügen Grabschauseln seiner Vorderbeine zu arbeiten, sie durchbrechen die feste Wandung und kommen in lockeres Erdreich. Nun gräbt der Mull nicht mehr, es geht so rasch voran, als schwim­me er in der Erde. Da ist ex am Ziel, er Hot einen frem­den Gang angeschnitten, in den er sich voller Wut hin­einstürzt.

Ein anderer Maulwurf im Revier! Das kann der Mull nicht dulden. Hier ist er alleiniger Herr, und weh dem, der ihn stört! Der Gang ist voll frischer Witte­rung, der Eindringling muß also ganz nahe sein. In seiner Wut rennt er ihn fast über den Hausen. Einen Augenblick^ stutzen beide, dann fahren sie los. Hier teilt sich der Gang und bietet Raum zum Kampf, der mit in­grimmiger Zähigkeit geführt wird. Es hagelt Bisse, Kratzer und Püffe; gewaltig hauen sie mit den Grab­schaufeln um sich und beide suchen den empfindlichsten Teil des Gegners zu treffen, die weiche, nervenreiche Rüsselspitze. Aber ebenso geschickt sind sie im Parieren. Lange geht der Streit unentschieden hin und her, bis der Neue plötzlich kehrt macht und flieht. Aber es hilft ihm nichts, er wird den andern nicht los und muß sich wieder zum Kampf stellen. Er greift schon nicht mehr an, ist froh, wenn er die Schnauze vor den Bissen schützen kann, als ihm unerwartet Hilfe wird. Ueberraschend sieht er sich von seinem Feind befreit, denn ein Mächtigerer hat zu seinen Gunsten eingegriffen. Auf seinem Streiszug hat das Wiesel das Poltern und Quieken der Maulwürfe gehört und mit einem Biß den Kampf entschieden.

Mit dem erbeuteten Maulwurf im Rachen erscheint das Wiesel über der Erde. Stolz erhobenen Kopfes schleppt der winzige Kerl die schwere Beute, die kaum ein Viertel kleiner ist als er selbst. Eine Spanne lang ist dieser Zwerg aus dem Mardergeschlecht, doch was ist alles irt diese Spanne Tier zusammengedrängt, sie ist die kleinste und vollendetste Ausprägung der ganzen Sipp­schaft.

Das Wiesel ist in seiner Entwicklung nicht auf Ab­wege geraten wie der Dachs, sein Vetter, der ihm so un­ähnlich ist, daß man kaum an die nahe Verwandtschaft

I glauben mag. Der Dachs — plump und faul, ein Pslan- I zenmümmler und Wurzelgräber, ungeschlacht und mit einem Zoll Fett unter der Schwarte, der sich am wohlsten fühlt, wenn er seine Ruhe hat — und neben ihm das Wiesel, ein Bündel Muskeln und Sehnen, kein Gramm überschüssiges Fett, ewig reg und lebendig, voller Raub­gier und Mordlust, dem Blut und zuckendfrisches Fleisch die einzige Nahrung sind, es ist kaum ein größerer Ge­gensatz in derselben Familie zu finden.

Das Wiesel läßt den Maulwurf fallen und macht ein Männchen; unglaublich lang und dünn ist es, wie eine Schlange, die sich steil aufbäumt, und der dreieckige Kops macht die Ähnlichkeit noch stärker. Die Luft ist rein. Mit hastigen Bissen zerrt es an der Beute, feine kleine Zunge leckt eifrig das Blut, kaum knabbert es ein Stück­chen Fleisch, immer wieder unterbrochen von aufmerk­samem Umschauen. Irgend etwas muß ihm eingefallen sein, denn nun packt es den Maulwurf und zerrt ihn unter die Brombeerhecke, die nahe am Rain wuchert.

Gemächlich wackeln die Krähen über Feld, plan­mäßig gehen sie den Graben ab, nehmen da einen Re­genwurm, dort eine Käferlaroe auf. Eine pirscht sich am Heckenrand entlang. Sie wirst mit dem Schnabel das Laub zur Seite und stöbert überall herum, soweit sie hineinreichen kann. Plötzlich macht sie einen entsetzten Sprung rückwärts; die Stimme überschlägt ihr säst, als sie loskrächzt, und mit eiligem Flügelschlag bringt sie ein Stück Feld zwischen sich und den Gegenstand ihres Schreckens, den ihre Genossen gleichfalls mit lautem Ge- schimpf begrüßen. Doch das Wiesel macht sich nichts daraus; hier im dicken Busch wird sich jede Krähe hüten, mit ihm anzubinden, und nicht umsonst hat sein Erschei- nen dem Vogel die Angst eingejagt, denn er kennt den wilden und tollkühnen Räuber nur zu gut. Allerdings, wenn die Krähen das Wiesel auf freier Strecke erwischen, wo es nicht sofort in den Boden verschwinden kann, dann stoßen sie erbittert auf den Gegner los, nicht aber, ohne mit aller Vorsicht außer Griffweite zu bleiben, denn die­sem kleinen Teufel ist alles zuzutrauen. kos.

— Die Temperaturen m Meeren und Seen. Er­wärmung und Erkaltung gehen in den Weltmeeren und auch in Binnenseen viel langsamer vor sich als im Bo­den. Daher fallen auch größte Wärme und größte Kälte

in den Meeren und Binnenseen nicht mit den kältesten und wärmsten Jahreszeiten zusammen. Ist aus der nördlichen Evdhälfte der Januar der kälteste Monat, so erreicht das Wasser erst im Februar und im März seine größte Kühle, dagegen ist auch' das Meerwasser nicht im Juli am wärmsten, sondern im August und September. Dabei sind aber die Schwankungen zwi­schen Land und Meer viel geringer. Schwanken die Temperaturen der Bodenfläche im Jahre zwischen 25 und 40 Grad, so macht der Unterschied im Meerwasser nur 6 bis 12 Grad aus. In der Mitte zwischen Boden­fläche und Meerwasser halten sich die Schwankungen in Binnenseen. Im Genfer See macht der Unterschied zwischen kältestem und wärmstem Wasser 14,9 Grad aus, im Bodensee 16.1 Grad.

— Englands einsamster Lord. Ein Korrespondent der „Daily Mail" hat Englands „einsamsten Lord" ent­deckt. In einem Schloß in Hampshire fand er den Lord mit seinem Erben. Es ist der Graf von Egmont mit seinem 16jährigen Sohn, die bis vor zwei Jahren auf einer Farm in Alberta (Kanada) wohnten, bis sie eines Tages durch den Todesfall eines Verwandten zu Tllel und Vermögen gelangten. Jetzt wohnen sie als Einsied­ler in ihrem Schloß, inmitten einer herrlichen Umge­bung und warten darauf, daß bald jemand kommt und ihnen das Schloß abkauft, auf daß sie bann wieder auf ihre Farm in Kanada zurückkehren können. Alle häus­lichen und Gartenarbeiten verrichten der Graf Egmont und fein Sohn selbst.

— (Ein Geldschrank, der nicht zu öffnen ist In her Wohnung des kürzlich in London verstorbenen Millio­närs S. B. Joel befindet sich seit Jahren ein Geld- schrank, der nur geöffnet werden konnte mit einem Schloß, dessen Buchstabenkombination allein dem Ver­storbenen bekannt war. Bis heute hat man vergebens unter den Papieren des Verstorbenen gesucht, um die Lösung des Schlosses zu finden. Gewaltsam läßt sich derselbe auch nicht öffnen, da der Schrank schon über dreißig Jahre in dem Hause steht und äußerst stabil gebaut ist. Außerdem wäre hierzu gerichtliche Erlaubnis nötig, und es dürften die Arbeiten nur im Beisein des Testamentsvollstreckers aus geführt werden. Man hofft jedoch daß die Fabrik die den Geldfchrank seinerzeit geliefert hat, das Rätsel losen kann.

vorkommenden Unfälle durch seitliches Abrutschen oder Durchbrechen der Leitern kann vermieden werden, wenn diese am Baum festgebunden und außerdem mit Stützen versehen werden, eine ge­ringe Mühe, die sich durch die damit verbundene Unfallsicherheit reichlich lohnt.

Aoch vier Millionen Arbeitslose.

Die Entlastung des ArbeitsMarktes hat nach dem Bericht der Reichsanstalt für die Zeit vom 1. bis 15. Juni 1931 in der ersten Hälfte des laufenden Monats weitere Fort fch ritte g em a ch t. Die Bewegung hat sich zwar gegenüber den früheren Stichtagen verlangsamt, sie war aber höher als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Die Zahl der bei den Arbeitsämtern gemeldeten Arbeitslosen, die am 31. Mai noch rund 4 053 000 betrug, ist zum 15. Juni auf rund 4 Millionen zu­

rückgegangen. In der Arbeitslosenversicherung hat die Zahl der Hauptunterstützungsempfänger um mehr als 100 000 abgenommen und lag am 15. Juni auf rund 1 456 000. Die Zahl der Krisen­unterstützten hat noch, wenn auch unerheblich, zuge­nommen und zwar um rund 4 000 auf 933 000.

Warnung vor gesundheitsgefährlichem Feuerwerk.

Es ist wiederholt beobachtet worden, daß s p s- nisches Feuerwerk (Radauplptzchen, Teu­felskracher und bergt.) in der Zündmasse gelben Phosphor enthielt. Bei einem zehnjährigen Knaben, der 2 Radauplätzchen zum Lutschen sn den Mund genommen und dann verzehrt hatte, traten j Uedelkeit, Erbrechen und schließlich der Tod ein. Gelber Phosphor ist ein starkes Gift. Es wird da­her dringend davor gewarnt, derartiges Feuerwerk Kindern zugänglich zu machen.

Zuschriften aus unserem Leserkreis.

Für die hier erfolgenden Veröffentlichungen übernimmt die Echristleitung nur die durch das Preßgesetz vor- geschriebene Verantwortung.

Dem alten Stieger zur Erwiderung (oergl. Fuldaer Zeitung Nr. 140 vorn 20. Juni.) Aus reinem Herzen kommt es nicht, was er zu sagen weiß über „K riegs- beschädigte und Notperordnup g". Jedoch ein Heller Kopf! Wie schreibt er noch? Brüning hat sich festgelegt, sich selbst ein Ultimatum gestellt: Noch die paar Monate und es wird den Kriegsbeschädigten und auch den anderen Volksgenossen wieder recht gut gehen. Armer Kanzler! Was dieser Mann dem Volke wieder glauben machen möchte. Als wenn es sterblichen Men­schen gelingen könnte, in dieser kurzen Zeit die größte Not von den breiten Volksschichten zu nehmen, Es will fast scheinen, als ob hinter dem Eingesandt ein Gegner Brünings stände, denn seine Gegner sind alle, die dem deutschen Volke immer noch falsche Hoffnungen über die wirkliche Lage machen.

Ein schwerkriegsbeschädigter Zentrumsmann.

Die Bedeutung der klein- und Mittelstädte.

Von Oberbürgermeister Dr. B e l i a », M. d.

Die durch Eingemeindungen einige Jahre künstlich genährte Bevölkerungszunahme der Großstädte macht einer steten Abnahme der Einwohnerzahl Platz. Die beoölkerungspolitifch« Bedeutung der Klein- und Mittelstädte als Sammelbecken dieser neuen Richtung der deutschen Binnenwanderung tritt damit klarer liehe Verantwortung für die zur Bodenständigkeit zurückfindenden abgewanderten Großstädter, Die Oeffentlichkeit ist nur allzu leicht geneigt, wenn von der Rot der Städte gesprochen wird, nur an die Großstädte zu denken. Von der opferoollen Arbeit, die zur Abwehr harter Not in den 1 500 Klein- und Mittelstädten des Reichsstädtebundes täglich geleistet wird, erfährt die Oeffentlichkeit in­folge des Fehlens der großen Presse in diesen Städten nur wenig. Ihre Mittel sind beschränkt, die Enge des Etats zwingt automatisch zu einer Sparsamkeit, die nur das Notwendige leistet, al­les nur Wünschenswerte zurückstellt. Zu dem nur Wünschenswerten gehören leider auch kulturelle Aufgaben, die gerade in den kleinen und mitt­leren Städten besonders wichtig sind, sind sie doch die kulturpolitischen Zentralpunkte nicht nur für ihr engeres Gebiet, sondern für das gesamte um­gebende flache Land.

Der Zwang zur Einschränkung ist schon allein durch eine Belastung mit den Kosten der Wohl­fahrtserwerbslosigkeit gegeben, die zum großen Teil nicht geringer ist als in den großen Städten, wo sie nur durch die krasseren sozialen Gegensätze

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mehr ui Erscheinung tt. Diese Kosten werd .> leider auf längere Z naus ständige Posten im kommunalen Haushalt ein. Die ganze Größe des Problems zeigt die neueste Prognose des In­stituts für Konjunkturforschung, die auch für den kommenden Winter eine Arbeitslosigkeit von 5—6 Millionen annimmt. Der Hauptausschuß des Reichsstädtebundes wird sich deshalb auf feiner Mainzer Tagung am 27. Juni eingehend mit die­sem Problem befassen, zu dem der Präsident der Reichsanftalt für Arbeitsvermittlung und Arbeits­losenversicherung Dr. S Y r u p als Redner gewon­nen ist, dessen Referat eine Ergänzung finden wird durch Aussührungen des Geschäftsführenden Prä- stdenten Dr. Haeckel über die Verflechtung der Kommunalfinanzen mit der Arbeitslosigkeit. Man wird in der Oeffentlichkeit dieser Tagung beson­dere Beachtung schenken müssen. Die Äehebung der Arbeitslosigkeit ist nicht nur das Zentralpro­blem des Reiches, sondern auch der Gemeinden. Die Arbeitslosigkeit hat ihre Ursache in Tatsachen, die nicht von den Gemeinden verschuldet sind. Es erscheint nur billig, wenn den Gemeinden die La­sten dieser Arbeitslosigkeit in angemessenem Um­fange abgenommen werden. Das tut die letzte Notverordnung vom 5. Juni leider nicht. Die neuen Mittel werden aufgezehrt durch den Rück­gang der Reichssteuerüberweisungen und der Hauszinssteuer. Durch Maßnahmen, wie Verkür­zung der Unterstützunsdauer in der Arbeitslosen­versicherung für Saisonarbeiter von 26 auf 20 Wo­chen, Verlängerung der Wartezeiten für die In­anspruchnahme der Versicherung yon 3 auf 7—21 Tage, Ausschluß der 16—21jährigen Personen aus der Arbeitslosenversicherung u. a. m. stehen den Gemeinden überdies neue Belastungen durch vor­zeitigen Uebertritt von Erwerbslosen in die ge­meindliche Wohlfahrtspflege bevor. Man übsr-

R., Bundespräsident des Reichsstädtebundes.

I sieht hier, daß die Finanzen des Reiches nicht im I luftleeren Raum saniert werde» können. Die Fi­nanzwirtschaft der öffentlichen Hand von Reich, Ländern und Gemeinden ist ei» einheitlicher Me­chanismus. Stockt dieser an eines Stelle, stört er auch die Finanzen der anderen Stellen.

Daran ändert auch nichts die Tatsache, daß um der Verteilung von 60 Millionen Mark auf 63 500 Gemeinden willen das Reich neben der Staats­aufsicht sich auch noch eine Reichsaussicht über die Gemeinden in der neuen Notverordnung vorbehal­ten hat. Paradox, daß sich die Vertreter der deut­schen Städte dieser Situation in einem Zeitpunkt gegenüberstehen, der beherrscht wird von den Feiern am hundertsten Todestage des Schöpfers der Selbstverwaltung, Freiherrn vom Stein, am 29. Juni,

Der Vorstand des Reichsstädtebundes wird am Grabe des Freiherr» vom Stein in F r ü ch t ei­nen Kranz niederlegen. Auf der Tagung des Hauptausschusses selbst hält dann der Präsident des Preußischen Oberverwaltungsgerichts Staats­minister a. D, Dr. Brems die Gedenkrede auf Stein. Kaum einer ist so berufen dazu wie Staats­minister Dr. Brems. Bas Gedenken an Stein wird den Vertretern der Städte den rechten Mut geben für die Arbeitstagung des Hauptausschusies, die auch diesmal, wie int Vorjahre, die große Mitgliederversammlung aus Sparsamkeitsgründen ersetzt. Das liebevolle Versenken in die große Zeit kommunaler Selbstverwaltung wird jedem einzel­nen die dringend notwendige Kraft geben zur Be­wältigung der schweren Aufgaben der Gegenwart.

So soll über dieser Tagung, in deren Mittel­punkt die harte Wirklichkeit kommunaler Finanz­politik steht, der Geist des Reichsfreiherrn vom Stein schweben, getreu dem Abschiedsworte sei­nes Mitkämpfers Ernst Moritz Arndt: Mögen alle Deutschen nicht seiner Leiche, sondern seinem Geiste nachfolgenl

Aus Stieben. Muß es er ft Tote gehen? In­nerhalb weniger Tage haben sich bei uns eine Reihe von Autounfällen ereignet, die die außergewöhn- I i 4 schlechten Verkehrsoephältnisse t n unferm Dors wieder einmal kraß beleuchtet haben. Wenn auch durch glückliche Umstände keine schweren Verletzungen vorkamen, so ist doch immerhin der Scha, den beträchtlich. Van den fünf berüchtigten Kurven innerhalb des Dorfes liegen drei im Gefälle und verengen sich fchlauchartig so sehr, daß mit knapper Not zwei Personenkraftwagen aneinander vor- bekommen. Wenn lange Zeit bei Neubauten dem mo­dernen Straßenverkehr zu wenig Rechnung getragen wurde, so bekommt hoffentlich jetzt die Kurve an der Einmündung der Bahnhofstraße etwas mehr Uebersichr. Immerhin bleiben noch eine Reihe äußerst gefährlicher Stellen, zu denen vor allem auch die Einmündung der stark abschüssigen Rommerzer Straße auf die Hauptstraße gehört. Es sind zwar schon eine Reihe von Projekte» erörtert worden, um den Durchgangsverkehr aus dem Dorf herauszuziehen auf eine sog. Auto- oder Umge­hungsstraße. Doch scheint die Jnteressenpolitik genau wie bei dem Kapitel „Badeanstalt" alle guten Absichten 3U vereiteln. — Hoffentlich nicht auf die Dauer' — Wir bitten die in Frage kommenden Behörden drin­gend, die unhaltbaren Verkehrsverhältnisse in Flieden zu prüfen und baldige Schritte zur Aenderung und Bes­serung zu tun. — Muß es erst Tote geben? Sollen erst Schul- oder Kleinkinder, die auf dem Weg zur Schul» und zu den Schwestern in Scharen diese Menschenfallen passieren müssen, schm-i-en förperlM'e»’ G-'-d-n neh­men? — Wenn alle Instanzen guten Willens sind, las­sen sich die schweren Gefahren für Leib und Leben und Hab und Gut beseitigen, ehe es vielleicht zu schweren Unglücksfällen kommt. Hier müßte zum mindesten eine Gefahrentafel die Wagenführer, zumal die Ortsfremde», warne».

— Achtung! pioniere! Der Verein ehern. Pioniere und Verkehrstruppen von Fulda und Umgebung hat, um feinen Mitgliedern eine gegenüber der Eisenbahn verbilligte Reise zum Pioniertag am 4-—6. Juli in Mainz zu bieten, einen Schnellastwagen gemietet. Zur Zeit sind noch eine beschränkte Anzahl Plätze frei. So­mit ist Pionieren, die nicht einer Pionieroereinigung angehören, Gelegenheit gegeben, zu dem außerordentl'ch billigen Preis von Mk. 5.— für die Hin- und Rück­fahrt, sich an der Fahrt ju beteiligen. Di« Fahrtteilneh,

So schützt eine Großbank ihre Tresors

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Die Signalanlage in der vv-Dank-Aeberwachungszentrale.

Links das „elektrische Ohr" in einem Tresorraum.

Die 70 Berliner Filialen der VO-Pank wurden mit elektrischen Abhörvorrichtungen versehen, die das leiseste Gerätisch aufnehmen und durch Lautsprecher in der Zentrale verstärken. Die lieber» wachungsbeamten sind so imstande, genau zu hören, was in den Tresorräumen vorgeht.

Höchste Temperatur im Schatten

am 23. 6. 4-27,0° C

Höchste Temperatur in der Sonne am 23. 6. 4-35,0° C

Niedrigste Temperatur

feit 23. 6. 4-15,0° C

Verantwortlich für die Schnftleitung: L V. Dr. Karl Austermann; für den Anzeigenteil: Johannes Parzeller, Direktor der Fuldaer Actiendruckeret.

* päpstliche Stiftung für die Hinterbliebenen der Opfer der Katastrophe von St. Jlajaire. Der päpstliche Nuntius hat Außenminister Briand einen Besuch abgestattet und ihm das Beileid des Papstes zu der Schiffkatastrophe von St. Nazaire zum Ausdruck gebracht. Gleichzeitig überreichte er dem französischen Außenminister einen Betrag von 30 000 Francs für die Hinterbliebenen der Opfer des fürchterlichen Unglücks. — Bor der Loire-Mün. düng wurden Samstagnachmittag mehr als 50 Leichen der Schiffkatastropbe des „St. Philbert", meilenweit vom Wrack des Schiffes entfernt, ge­borgen.

Niederschlag v. 23.6.8 1L morg. — 24.6.8U. morg. 0,5 mm Relative Feuchtigkeit der Lust am 24.6. mitt 12 Uhr 78,0 %

Wie wird das Wetter?

Ueber dem Kontinent hat sich eine westostwärt» streichende Tiefdruckrinne ausgebildet, in die von Nor­den her kühlere und von Süden her feuchtwarme Luft- maffen Vordringen. Hierdurch wirb die Ausbildung gewittriger Störungen begünstigt, die zuneh­mende Verbreitung annehmen und sich auch in unferm Bezirk geltend machen werden.

Witterungsausfichten für Donnerstag: Fort­dauer der ziemlich warmen Witterung mit gewittrige» Störungen.

Temperatur- und Varometerstaud in Fulda.

TOtgeteilt von Diplom-Optiker Sauerborn.

Reise und Wanderung.

— Die „Memminger Hütte" (2242 Meter) bet den Seebifeen in der Parseiergruppe der L e ch t a l e r 211« p e n ift vom 25. Juni an wieder bewirtschaftet und wird bis 15. September geöffnet bleiben. Sie besitzt nun eine Eßlinger Wafserkrastanlage zur elektrischen Beleuchtung, Heizung usw. Talstation ist Bach (1060 Meter) im Lech­tale an der Krafiwagenlinie Rütte-Zürs Flerenpaß-Ft. ton am Arlberg. Alle gewünschten Auskünfte erteilt Nikolaus Meile in Bach (Lechtal, Tirol) oder die Ge­schäftsstelle der Alpenvereinsfektion in Memmingen.

Marburger Festspiele 193t

Marburg, die schöne, alte Universitätsstadt Qn Lahn, steht im Zeichen der Festspiele 1931. — I» &en schmückten Straßen wehen die Fahnen, grüßen die Mim pel der Burschenschaften. Am Sommerönfangstaq [tu* teten in der Dämmerung von den Höhen die Fever Fackellichter der Studenten durchtanzten die Gassen her friedlichen, sorgenlosen Stadt. Krise und Schwere der A,» scheinen hier äußerlich keinen Glauben zu sinden. . 1

Auf dem Schloßberg gab es „Sommernacht.-- traum"; in der Sommernacht Mond und Sterne er­setzten den Bühnenhimmel, die Bäume des Parks und int Hintergrund das Schloß die Kulissen. Gothische Spik- bogen, phantastisch zum Himmel emporragend, gestalten die Bühne.

Im Takte der stimmungsvollen Musik tanze» gM, Würmchen, naturechte und künstliche, durcheinander. Dan» spielt — nein, lebt ein ausgezeichnetes, ausgelassenes En­semble den „Sommernachtstraum". Es ist eine Lust für sie, auf der wuchtig-breite» Naturbühne dahinzuwirbeln ungebunden, frei — es ist eine Luft, ihnen zuzuschauen' Renee Stobrawa, von Frankfurt her bekannt, als Drall der Mittelpunkt des Spieles: fauchender, knurrender Ko­bold, burschikos und frech, sprühend vor Einsall und Wih- einfach köstlich. Norbert Schiller, ebenfalls in guter Erin­nerung, ein feuriger Pyramus, ein zahmer Esel; packend im Spiel. Ganz ausgezeichnet die Thisbe Wolf Benecken- dorff. Und bann noch der sympathische Theodor Becker ass Oberon. Fritta Brod als Elfenkönigin. Schließlich noch verliebte und verlobte Leutchen, Könige, Königinnen und tanzende, hüpfende und wirbelnde Elfen: ein ausge­lassenes Völkchen. Prachtvolle Szenerie, stimmungsvolle Beleuchtung. Zum Schluß: herzlicher, langanhaltender Beifall — der Traum war zu Ende.

Es wäre der gastlichen Festspielftadt zu wünsche», daß noch manch' einer da droben auf dem Schloß!)erg den Traum der Sommernacht träume.

mer sind gleichzeitig voll versichert. Der M. T am 4. Juli nachm. 1 Uhr in Fulda ah, Rückkeh^ für 6. Juli abends geplant. Meldungen wolle unter gleichzeitiger Entrichtung des Fa'-rgeldes °n Kamerad Fredy Holzheimer, Marktstraße 25 .'R I- Heller u. .Co.) richten. Meldeschluß 27. Juni

Barometerstand

(auf Meereshöhe reduziert)

Thermo­meterstand

23. 6. 6 Uhr abends

24. 6. 8 Uhr morgens

24 6.12 Uhr mittags

758,5 mm

757,5 mm

756,5 mm

4-24,5« C

4-20,5« C

4-25,0° C

Der Maulwurf und das Wiefel.

Ein Bild aus der Natur.

Von Dr. Heinrich Schütz.

Aus dem eben erschienenen Kosmosbändchen „Heimliches -Volk. Tierbilder von Waldrand und Feldrain" geben wir mit Erlaubnis des Verlags einen kurzen Auszug wieder.

Im Schattenreich der Erde haust der Maulwurf, das macht uns schon fein ganzes Leben fremd und eigen­tümlich, das prägt auch feinem Aeußern und Innern die­sen fremdartigen Stempel auf. Unsägliche Arbeit muß doch dieses Dasein fein, ewig wühl?» und wühlen; die Erde ist hart und zäh, ist es nicht das Leben eines Ver­dammten, das der Schwarzrock führt? Doch alle ver­meintliche Ungerechtigkeit der Natur rührt nur von un­serer falschen. Einstellung her: Wir sehen und fühlen mit Menschenaugen, uns ist Licht und Lust ein so unentbehr­liches, wertvolles Gut, daß wir einen Verzicht darauf wie eine schwere Strafe empfinden.

Lichtgrün ist die Saat, tiefrot der Acker daneben, der noch in groben Schollen liegt. Ein Grenzgraben trennt sie, an der Stelle, wo er einen scharfen Knick macht, steht ein uralter Markstein. Alles, was an räuberischem Federvieh die Gegend abstreift, blockt mit Vorliebe dort auf, und besonders dem Bussard hat es der Platz ange­tan; auch jetzt sitzt er hier und paßt auf die Mäuse. Plötzlich streckt er den Hals und schaut unter sich; die fest­geschwemmte Erde bebt, lockert sich und birst auseinan­der, aber so schnell er sich auch von seinem Stand fallen läßt, der dort unten muß die winzige Erschütterung des Steins gemerkt haben, denn das einzige, was der Bussard mitbringt, sind schmutzige Fänge — der Maulwurf ist in der sicheren Tiefe verschwunden.

Ein langer, gerader Gang läuft dem Graben entlang, überall gehen seitab Ouerstollen in bas Feld, sie führen hinein in sein Jagdgebiet, das er alle Tage durchstreift. Kein Hausen bezeichnet den Weg der Laufröhre. Sie geht in sicherem Abstand von der Oberfläche, unö die losge­scharrte Erde ist fest an die Wand gepreßt; wie die Maue­rung eines Tunnels hält sie sie stets frei und glatt. — Der Angriff des Bussards hat den Mull vergrämt, und er strebt eilig einem anderen Teil seines Reviers zu. Mit unheimlicher Geschwindigkeit bewegt er sich in seinem