Dienstag, den 23. Juni 1931.
Fuldaer Zeitung (Amtliches kreisblaty
Ilr. 142
Heim«
Arbeilslofemekfichermig und Fürsorge nach der neuen Aotverordnung
Kriegsbeschädigte notwendig.
Vor der Reise nach Italien zu beachten'.
Gerüchte
Es wird darauf hingewiesen, daß Itattenreisende sich innerhalb drei Tage nach ihrer Emreise m Italien polizeilich anzumelden und die Aufenthaltserlaubnis zu beschaffen haben. Nichtbeachtung hat empfindliche Strafen zur Folge.
ein Gasthaus eingekehrt wird. Auch der vergnüg teste Frühschoppen ersetzt nicht den Unterricht.
Ein Familienvater.
die Unterstützung nach den vorgesehenen einzelnen Lohnklassen der Arbeitslosenunterstützung sondern nach den jeweiligen Lohnklassen der Krisenfürsorge.
Brand im Kohlenlager.
Gestern abend kurz vor Mitternacht wurde die biesioe Feuerwehr zu einem Brande in dem F e r- ren'bachschen Kohlenlager hinter den Löhern alarmiert. Dort war ein Haufen Grudekoks durch Selbstentzündung in Brand geraten. Das Feuer wurde gelöscht. Großer Schaden ist nicht entstanden.
bezahlen, durchführen würden, dann wäre eine neue Inflation zu erwarten.
Vorerst ist diese Gefahr aber nicht zu befürchten..
Ein ebenso unsinniges Gerede ist die Behauptung, das in den Sparkassen eingelegte Geld sei nicht mehr sicher.
Gewiß gibt es überall verschiedene Verhältnisse, das haben wir kürzlich auch bei Neuhof gesehen, allein unsere bewährten alten Kassen, besonders diejenigen, welche eine zuverlässige Verwaltung haben und eine große Garantie durch ihre Eigentumsträzer bieten, geben /einen Am iß zu irgend welchen Befürchtungen.
Es ist nur zu bedauern, daß durch derartige unbe- gründete Gerüchte, die Sparer beunruhigt werden und dann anstatt zu sparen, ihr Geld für wertlose Dinge aus- geben.
Mögen diese kurzen Ausführungen dazu dienen, die falschen Gerüchte, zu zerstreuen, welche jetzt hauptsächlich dazu verbreitet werden, um die Sparer zu veranlassen, ihr Geld bei den Sparkassen oder Banken abzuheben und in allerhand wertlose Sachen zu stecken, die sie später entweder gar nidü oder nur mit großem Verlust wieder zu Geld machen können.
R. $). V. — In den nächsten Tagen und Wochen bringt die Eisenbahn ungezählte Tausende zur Erholung aufs Land, ins Gebirge oder an die See. Der Zweck der Reife ist bei allen Erhaltung und Kräftigung der Gesundheit, aber alle guten Lehren der Gesundheitspflege, deren Kenntnisse sich auch in Deutschland mehr und mehr auszubreiten beginnen, sind meist mit dem Augenblick vergessen, in dem der Zug sich in Bewegung setzt. .
Kaum ist die Bahnhofshalle verlassen, da wird der Rucksack oder die Handtasche geöffnet, und das Essen beginnt, gleichviel zu welcher Tageszeit, gleichviel ob man Hunger hat oder nicht. Für viele Menschen ist eben jede Eisenbahnfahrt gleichbedeutend mit reichlichem Essen und Trinken. Ganz besonders werden in größere und kleinere Kinder während der Eiscnbahnfahrt oft ungeheure Mengen Brot, Wurst, Obst, Süßigkeiten und sonstige schöne Sachen hineingestopft, bis sich schließlich in dem einen oder anderen Falle der Magen das einfach nicht mehr gefallen läßt. Nur zu leicht ist man dann geneigt, nicht bei sich selbst oder seiner Unvernunft die Ursache zu suchen, sondern behauptet vielfach, „das Kind verträgt das Fahren schlecht". .
Was vom Essen gilt, gilt häufig auch von Trin- k e n. Wahllos wird mitgebrachter kalter Kaffee, warm oder schlecht gewordene Milch u. a. mehr getrunken.
Von dem Opfergesetz der neuen Notverordnung ist auch der ärmste Teil unserer Bevölkerung, smd die Millionen Arbeitslosen mit ihren geringen Einkünften auch unmittelbar oder mittelbar betroffen worden.
Bei der
Arbeitslosenversicherung ist der Versicherungscharakter nach wie vor beibehalten worden, nicht zuletzt durch die Stellungnahme der Braunskommission, die empfahl, unbedingt an der versicherungsmäßigen Ausgestaltung der Arbeitslosenhilfe festzuhalten. Nur bei den verheirateten Frauen ist der Ver- stcherungscharakter weggefallen. Sie erhalten nur Arbeitslosenunterstützung, wenn sie bedürftig smd.
Zur finanziellen Sicherung der R e i ch s a n st a l t, ist der Vorstand bevollmächtigt worden, die entsprechenden Maßnahmen zu treffen Er setzt in Zukunft die Beitragshohe fest, die Höhe der Arbeitslosenunterstützung, die nicht unter die Sätze der Krisenunterstützung sinken darf sowie die Höchstdauer der Unterstützung.
Die Anwartschaft für Jugendliche ist heraufgesetzt worden vom 16. Lebensjahr aus das 21. Lebensjahr. Die Folge wird eine Mehrbelastung der gemeindlichen Wohlfahrtsunterstut- zuno durch diele Jugendlichen sein.
Die H a u p t u n t e r st ü tz u n g ist h e r a b g e- setzt worden. Sie beträgt in Klasse I 70 Proz. des Einheitslohnes (bisher 75 Proz.), in Klasse p 60 Proz. des Einheitlohnes (bisher 65 Proz.), m Klasse HI 50 Proz. des Einheitslohnes (bisher 55 Proz.), in Klasse IV 42 Proz. des Einheitslohnes (bisher 47 Proz.), in Klasse V—VI 35 Pro), des Einheitslohnes (bisher 40 Proz.), in Klasse VIII 32,5 Proz. des Einheitslohnes (bisher 37,5 Proz.), in Klasse ym—IX 30 Proz. des Einheitslohnes (bisher 35 Prozent).
Die Wartezeit ist he rauf gesetzt worden. Die Fristen sind folgende:
1. 21 Tage bei Arbeitslosen ohne zufchlags- berechtigte Angehörige (bisher 14 Tage).
2. 14 Tage bei Areibtslosen mit einem bis drei zuschlagsberechtigten Angehörigen (bisher 7 Tage).
3 7 Tage bei Arbeitslosen mit vier oder mehr zusch'lagsberechtigten Angehörigen (statt bisher 3 Tags).
Für die Saisonarbeiter beträgt in Zukunft die Höchstdauer der Arbeitslosenunterstützung nur noch 20 Wochen, statt bisher 26 Wochen. Soweit sie für die Hauptunterstutzung I in Frage kommt, erhalten sie in Zukunft nicht mehr
Hygiene auf Reisen
Von Dr. Curt Kayser, Berlin-Wilmersdorf.
In Ergänzung der bisherigen Bestimmungen wird die Fahrpreisermäßigung für Kriegsbeschädigte jetzt auch für Reisen zu den von den Kriegs- beschädigtenverbänden eingerichteten Ber« - t un g sst eilen gewährt. Die Beratungsstellen müssen jedoch von den Kriegsbeschädigten in Angelegenheiten der Arbeits- und Berufsfursorge aus- aesucht werden. Die Fahrpreisermäßigung für Reisen der Kriegsbeschädigten zu den Beratungsstellen der Gewerkschaften ist fortgefallen. Zur Erlangung der Fahrpreisermäßigung ist eine Be-
noch zu überbieten.
So wurden in den letzten Wochen, während der Not- oerordnungskrisis, wieder einmal die törichtsten Gerüchte
Die Zeit der Schulausflüge naht, eine Freuds für unsere Jugend, eine Ursache mancher Auf- u.tiUi1BUiia u-vr-“.....\ für
regung für die Lehrer, denen zugleich persönliche Peinigung der amtlichen Fursorgestelle für und Geldopfer zugemutet werden. " ' • ---‘---i';"
Es sollte selbstverständlich sein, daß in einer Zeit der Not die alte Einfachheit auch bet den Schulausflügen wieder zu Ehren kommt. Die Freude braucht darunter nicht zu leiden. Es geht wirklich nicht an, daß in den höheren schulen ferne Reiseziele ins Auge gefaßt werden, soviel dafür auch vom Standpunkt des Unterrichts sprechen mag. Die Lehrer mögen dem Drangen der Jugend widerstehen und Ausfluge ablehnen, die mehr als 1-2 Mk. Fahrt-Kosten verursachen Unser natürliches Wandergebiet bietet soviel des Schönen und Anregenden, das unseren Jungen und Mädchen noch nicht bekannt ist. „Wozu denn in die Ferne schweifen... ?“
Auch die Volksschule muß zu den Vorkriegssitten zurückkehren. Wenn noch ganz grüne Un- terklässer heutzutage schon in die hohe Rhön geführt werden, braucht man sich nicht zu wundern, wenn sie als 16 jähriger Sekundaner usw. blasiert sind und in die Großstadt ihren Ausflug machen wollen. Als ich in Fulda die Volksschule besuchte, gingen nur die Oberklassen tn die Rhon.. Die höheren Schulen veranstalteten außer ihrem großen Ausflug noch Wandertage.
Die meisten Lehrer sind einsichtig genug, hierfür den Eltern keine Kosten aufzubürden, sondern unter Vermeidung von Eisenbahnfahrt die unmittelbare Umgebung Fuldas zu durchwandern. Aber es gibt leider eine ganze Reihe Ausnahmen, ^ch bitte die verehrten Herren: Wohin loll benn ein Vater kommen, wenn an ihn Monat für Monat von seinen Kindern Ansprüche für Wanderungen gestellt werden? Es ist auch nicht nötig, daß bei einer Vormittagswanderung in die Umgebung tn
verbreitet. ...
Besonders wurde das alberne Märchen umhergetragen, es stände eine „neue Inflation" bevor, wahrend jedermann weiß, daß wir in einer Zett großer knapphett leben, diese ist aber doch das gerade G e g e n- t e i l einer Inflation, wie wir solche vor 8 Jahren durch
Fulda, den 22 Juni 1931.
Sommers Anfang.
Nach den Angaben des Kalenders beginnt heute der Sommer. Der Sommerbeginn ist durch die langen Tage und die Hellen Nächte gekennzeichnet. Die Sonne bleibt 16% Stunden sichtbar. Langsam kommt dann aber der Abstieg. Anfangs merken wir das Kürzerwerden der Tage gar nicht. Am 23. Juli beträgt die Tagesdauer noch 16 Stunden, um am 10. August bereits auf 15 Stunden zu finken. t .
Der Tag der Sonnenwende erinnert daran, daß das Jahr 1931 zur Hälfte vorüber ist. Es ist eines der schwersten Jahre nach dem verlorenen Weltkriege. Zwar blieben wir von blutigen Aufständen die in den ersten Jahren nach der Revolution in Deutschland an der Tagesordnung wa- ren, bis jetzt verschont. Aber es ist noch nicht ganz sicher, ob das deutsche Volk gegen die systematische Wühlarbeit der Radikalen weiter die nötige Widerstandskraft besitzt, da die wirtschaftliche Not und die Steuerlast die Menschen zermürbt Hai. Daran denkt man auch anläßlich der diesjährigen Sommer - Sonnenwende. Niemand, der sich die Lage unseres Volkes vergegenwärtigt, sollte sich durch diese Einsicht aber niederdrücken lassen und mutlos werden. Wir müssen auch durch den Winter, dem wir jetzt entgegen gehen. Ob der Weg zu Deutschlands Aufstieg frei gemacht werden kann, hängt von der Kraft und Entschlossenheit einzelner ab, die den Glauben an die deutsche Zukunft nicht verloren haben und den Kampf mit den zerstörenden Elementen und den vor keinem Mittel zurückschreckenden Radikalen nicht scheuen. Sommer und Herbst sind die Zeiten der Ernte. Sammeln mir genügend Vorräte, um dem Ringen im kommenden Winter gewachsen zu sein. Unser Trutzlied soll sein:
„Wenn uns auch Speier und Spötter verlacht, Uns geht die Sonne nicht unter."
Wir haben in diesem Frühjahr bereits ein gut Stück Sommer erleben dürfen. Hochsommerliche Tage einer heißer als der andere, waren uns in den letzten Wochen deschieden. Bei diesem Wetter sind die Früchte des Feldes schnell herangereist. Während noch zu Anfang des Monats Mai frisches Grün nur spärlich zu sehen war, hat in der vergangenen Woche die H e u e r n t e mit Dolltempo eingesetzt. Sie wirft in diesem Jahre einen sehr guten Ertrag ab. Möge der Herrgott un Himmel auch zu allem anderen seinen «egen geben. Dann können wir mit Vertrauen in die Zukunft schauen.
Das Wochenend.
Irgendwelche Besonderheiten lassen sich vom gestrigen Sonntag nicht erwähnen. Das Wetter konnte den sommerlichen Ansprüchen nicht ganz genügen, so daß die meisten auf das Bad verzichteten. Wenn trotzdem die Straßen der Stabt um die Nachmittagszeit wie ausgestorben erschienen,, |o darf man annehmen, daß Ausflüge und Spaziergänge bei der dazu sehr geeigneten Witterung als augenblicklich beste Wochenenderholung empfunden wurden- — Heute haben wir wieder steigende Temperaturen, die den gemeinsamen Wünschen der Bauern und Stadtbewohner entgegenkommen.
Der diesjährige Schützenkönig.
Die diesjährige Schützenkönigswürde errang gestern der Meisterschütze Richard Knappe Inhaber des Geschäfts Ueberholz, Ecke Rhonstraße— Heinrichstvaße.
Schulausflüge.
Ein Familienvater äußert hier seine Ansicht über die Schulausflüge. Wir geben sie unseren Lesern bekannt, da wir glauben, daß fast alle Familienväter ähnlich denken:
eigneten Mann als Reichsbankpräsidenten, Herrn Haven- stein, dem man aber zu gut halten mußte, daß er schwer krank war, körperlich und geistig, aber weil er lebenslänglich angestellt war, von seinem Posten trotz aller Aufforderungen nicht weichen wollte, bis ihrs der Tvo von seinen Leiden am 23. November 1923 erlöste.
Dieser Personenkreis, der damals die finanziellen Geschicke das Reiches bestimmte, hatte sich in die fixe Idee verrannt, man müsse den Finanznöten des Reichs damit helfen, daß man ungezähltes Papiergeld ausgab, obwohl die Geschichte aller Völker und aller Zeiten lehrt, daß auf solchem Wege und mit solchen Mitteln tue Staaten nur dem Abgrund zugetrieben werden, aber keine Hilfe geschafft wird. Dazu kam, daß damals em großer Teil Deutschlands von den Franzosen besetzt war, die Regierung aber die Herstellung ihres Papiergeldes auch Druckereien im besetzten Gebiete übertragen hatte, wo solches dem Feinde ohne Weiteres in die Hande siel und von ihm ausgegeben wurde, sodaß sich der Papier- geldumlauf mit rasender Schnelligkeit vermehrte, bis es gänzlich wertlos geworden war. Am 12. Aug. 1923 gelang es endlich, die Reichskanzlerschaft Cunos zu. befettv aen, aber schon vorher war dem Reichsbankpras,tonten Havenstein eine Art Vormundschaft in Person des Herrn Dr. Schacht gesetzt worden, dessen Aufgabe es war, die Inflation zu beseitigen und den Wert der Reichsmark wiedevherzustellen, es war eine schwere und grausame Operation, aber sie ist gelungen, wir haben seitdem wieder geordnete Währungsverhältnifse und es ist auch nicht zu befürchten, daß dieses sich ändert, so lange wir eine verständige tatkräftige Regierung behalten. Wenn allerdings die Nationalsozialisten mit ihren Verbündetem Deutschnationalen und Kommunisten, an die Herrschaft kommen sollten und ihr Programm, alle Reichs- und Staatsausgaben in ungedecktem wertlosen Papiergeld zu
gemacht haben.
Damals war es nicht der Geldmangel, sondern der Ueberfluß an schlechtem, wertlosem Papiergeld, der uns in das Unglück führte.
Wie lagen die Verhältnisse damals? Wir hatten eine unfähige Rechts-Regierung, (Herr Cuno war Reichskanzler) und hatte seine Ministerien größtenteils in gleichem Geiste besetzt, dazu hatten wir einen ebenso unge-
Vorsicht beim Unterschreiben von Bestellscheinen.
Ein angeblicher Otto Koch, der sich auch Hermann ober Heinrich Körner nannte, mar Tur einen Zeitschriftenvertrieb aus Wiesbaden uno die Frankfurter Niederlassung eines sulchen Vertriebes aus Berlin tätig. Beide Firmen schädigte er durch falsck>e Bestellscheine. U. a. gab er m Wohnungen Probennmmern der „Grünen po,i ab, mobei er sich bann eine Bescheinigung unterschreiben ließ, um seiner Firma — so fasteer wenigstens bei den Leuten — ben Bernets erbringen zu können, baß er Zwecks Aufnahme von Abonnements vorgesprochen habe. In Wahrheu hatten bie Leute aber einen Bestellschein auf em Abonnement unterschrieben. Sie hatten, wie dies leiber immer, mteber vor- kommt, ben Schein überhaupt ntS)t richtig gelesen. Auf Grund der Zahlreich vorliegenden Abonnementsbestellungen der Betrüger bann bei seinen Firmen bie Provisionen ein. Lange Zeit gelang es nidjt, bes Taters habhaft zu werben. Da erfuhr ein Beamter des Betriigskommissariats in Frankfurt a. JJi. von ber Festnahme eines 27jährigen Kaufmanns Heinrich Koch aus Klein-Karben ber basrelbe Ge- burtsbatum hatte wie ber angebliche Korner Dieser Koch war kürzlich wegen eines Fahrraddiev- stahls in Frankfurt festgenommen warben. Er hatte für Fahrrabbiebstähle offenbar em besonderes Geschick, benn in kurzer Zeit hatte erzehn Fahrräder gestohlen. Wegen dieser Sache sitzt er zurzeit im Gefängnis. Als er dort wegen der Be- trugsnffären vernommen wurde, gab er sie restlos zu.' Auch mußte er gestehen, sich unter dem falschen Namen Hermann Körner polizeilich falsch angemeldet zu haben.
Lehrlinge können außerhalb der Tarife flehen.
In Bestätigung eines entsprechenden Urteils | des zuständigen Landesarbeitsgerichts hat das Reichsarbeitsgericht die Auffassung bestätigt, daß eine tarifliche Regelung der Lohn- und Arbeitsbedingungen für Lehrlinge von ben Tarifvertragsparteien ausgeschlossen werben könne. Em Wi- berspruch aus Artikel 165 ber Reichsverfassung sei nicht begründet. Die dort ausgesprochene Anerkennung' der Arbeitgeber- unb Arbeitnehmerorganisationen als zur Mitwirkung bei ber Regelung ber Lohn- und Arbeitsbedingungen berufener gleichberechtigter Faktoren komme sichtbar zum Ausdruck, wenn bie beiben Tarifvertragsparteien einzelne Punkte von einer positiven Regelung ausschalten und sie ber Regelung in anderer Weise überlassen.
Trinkfchokolade unb Mineralwasscirstqner.
Der Steuerausschuß des Reichstages hat einen Antrag, bie Tr i n k s ch o k o lade unb ben Trinkkakao von ber Mineralwassersteuer zu befreien, mit Rücksicht auf bie schlechte Finanzlage des Reiches auf unbestimmte Zeit vertagt. Durch Urteil bes Reichsfinanzhofs vom 19. Dezember 1930 — IV A 295/30 — (Deutsches Steuerblatt 1931, S. 365) ist klargestellt, daß sogenannte Schokoladenmilch zu den „anderen künstlich bereiteten Getränken" im Sinne des 8 1 Abs. 1 des Mineralwassersteuergesetzes gehört. Der Deutsche Städtetag hat bei dem Reichsgesundheltsamt unb dem Reichsministerium des Innern Antrag aus Aufhebung der Trinkkakao- und Trmkjchokoladen- befteuerung gestellt.
Fahrpreisermäßigung für Kriegsbeschädigte.
Beim Wasser fragt man auch nicht lange nach seiner Herkunft, kurz, die Sünden wider die Gesundheit sind auf Reisen ganz besonders groß. Da darf man sich nicht wundern, wenn gleich nach der Ankunft am Reiseziel Erkrankungen des Magens oder des Darms sich melden und einem mindestens die ersten Ferientage schon verderben. .
Deshalb mache man es sich zur Regel, auch auf Reisen nicht anders zu leben als zu Hause. Man halte die Stunden der Mahlzeit möglichst so inne, wie daheim. Man esse nicht mehr, als man zu den häuslichen Mahlzeiten zu essen gewohnt ist. Man unterhalte Kinder nicht durch Essen und Trinken, sondern gebe ihnen lieber ein Bilderbuch oder Papier und Bleistift zum Malen und dergleichen mehr. Man genieße Trinkwasser nur dort, wo es wirklich als solches gekennzeichnet und von einwandfreier Herkunft ist. Man achte, besonders bet Kindern, darauf, daß sie nicht alles anfassen und ihre Hände mit Schmutz und Krankheitskeimen beladen. Man vergesse vor allem nicht, soweit die Möglichkeit dazu be- steht, sich auf Reisen recht oft die Hände zu waschen. Wer die einfachsten Grundregeln der Ge- sundheitspflege bei Antritt der Sommerreise nicht zu Hause vergißt, sondern sich ihrer auf Schritt und Tritt auf Reisen erinnert, der wird vor Üblen Zufallen be- wahrt bleiben und eine durch Krankheit ungetrübte Erholung erwarten dürfen.
Die Förderung bes freiwilligen Arbeits bien st es
liegt in Zukunft ber Arbeitslosenversicherung ob. Gefördert werden dürfen nur gemeinnützige zusätzliche Arbeiten, die ohne diese Förderung nicht im Wege der Notstandsarbeiten bereitgestellt werden können, insbesondere Bodenverbesserungsarbeiten. Herrichtung von Siedlungs- und Kleingartenland, örtliche Verkehrsverdefserungen unb Arbeiten, bie der Hebung der Volksgesundheit bienen Gemein- ben, in denen durch den freiwilligen Arbeitsdienst Arbeiten ausgeführt werden, sind verpflichtet, den Arbeitsdienstwilliaen Unterkunft unb Verpflegung zu gewähren. Für ben freiwilligen Arbeitsdienst kann eine Vergütung gegeben werden. Es darf diese Vergütung aber nur dazu verwandt werden, innerhalb einer bestimmten Frist eine Sied- (erstelle zu erwerben oder ein Eigenheim em zu- , richten. Näheres bestimmen noch die Ausfuh- rungsanweisungen.
Bei der Krifenfürforge trägt die Gemeinde wie bisher das F ü n f» t e I, obwohl die Braunskommission vorgeschla- gen hatte, daß das Reich auf dieses Fünftel 'verzichten soll. Wesentlich ist die Erstattungs- pflicht der Hauptunterstützten der Knsenfursorge, sobald und soweit sie hinreichendes Vermögen oder Einkommen erlangt haben, nachdem sie mindestens drei Monate fortlaufend Arbeit gehabt haben, et- cherstellung des Erstattungsanspruchs kann nicht verlangt werden, ebenso haften dafür nicht die Erben Die Durchführung des Erstattungsanfpruchs kann den Gemeinden übertragen werden, wofür ihnen dann die einkommenden Beträge ganz oder teilweise überlassen werdxn können, wobei die Ge. meinden sicherlich kein besonderes Geschäft machen werden.
Vorschüsse müssen in Zukunft die Gemeinden auf das Gemeindefünftel machen weil damit d,e Gemeinden bisher sehr stark im Rückstand geblie- ben waren. Für säumige Gemeinden wird em entsprechender Abzug aus den Reichssteueruberwei- jungen in Höhe der schuldigen Betrage nebst den Zinsen gemacht werden.
Um ein Zusammenballen von Arbeitslosen zu verhindern,
ist eine bedeutungsvolle Vorschrift getroffen wor- den: Wenn ein Arbeitsloser innerhalb des letzten I Jahres in einer Gemeinde der Ortsklaffe^A^oder
ben Ausführungen, welche wir in Nummer 138 dieses Blattes unter der Ueberschrift „Gerüchte brachten wird uns von einem langjährigen Leser unserer Zeitung
geschrieben:
Es gibt Nichts, was so dumm wäre, daß es nicht doch Gläubige fände und zumal in aufgeregten Seiten JW oft Einer den Anderen durch sensationelle Nachrichten
NICHT DER ANSCHAFFUNGSPREIS ist ausschlaggebend für die Wirtschaftlichkeit eines Nutzfahrzeuges, sondern die* Unterhaltungskosten pro Jahr
p* * g a. |k | Jk Nutzwagen sind besonders wirtschaftlich durch ihre geringer
DUS5INC7~NA\j Betriebskosten und durch ihre große Lebensdauer
VEREINIGTE NUTZKRAFTWAGEN AKTIENGESELLSCHAFT BRAUNSCHWEIG