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3d)tg. 58.

Präsident Hoover.

muß. 800

SmlWand 6at bereite jugeitimmt

Annahme durch England und Italien bevorstehend.

Eine Volschasl Hindenburgs an Hoover.

Wie wir erfahren, hat Reichspräsident von Hindenburg in der Nacht vom Samstag zum Sonntag an den Präsidenten Hoover ein Tele­gramm gerichtet, in dem er darauf hinweist, daß die Notlage des deutschen Volkes eine sofortige Entlastung notwen­dig mache. Es ist anzunehmen, daß der Reichspräsident diesen Schritt nicht ohne das vor­herige Einverständnis des Präsidenten Hoover un­ternommen hat. Eine Veröffentlichung des Tele­gramms wird nicht in Berlin, sondern vielleicht in New York erfolgen.

Die Reichsregierung hat der amerikanischen Regierung bereits ihre Zustimmung zu dem Vor­schlag mitgeteilt. Die Zustimmung ist umso freu­diger erfolgt, als man in Berlin wohl zu wür­digen weiß, was die Einschaltung der Vereinigten Staaten in die Bemühungen für Beseitigung der Weltwirtschaftskrise bedeutet. Die Erleichterung, die Deutschland nach dem amerikanischen Vorschlag zuteil würde, beläuft sich nach den Berechnungen an zuständigen Stellen auf etwa 1 500 Millionen; von der Gesamtsumme, die während dieses Zeit­raums fällig wäre, muß man nämlich etwa 2UU Millionen für weiterlaufende Zinsoerpflichtungen abziehen. In diesem Zusammenhang ist auch zu unterstreichen, daß die Revisionsmdglich- feiten durch das Ferienjahr n lan beeinträchtigt werden. Es ist nach Auf­fassung Berliner Stellen schließlich richtiger, die Zahlungen auf Wunsch des Gläubigers als gegen die Front, der Gläubiger einzustellen. Eine we­sentliche Frage für die weitere Entwicklung ist natürlich, welchen Standpunkt die übrigen Mächte einnehmen. , . „

Es ist anzunehmen, daß England ebenfalls unmittelbar fein Einverständnis erklären wird, ebenso Italien. Problematischer scheint im Au-

Der amerikanische Präsident Hoover Netz am Samstag abend den Missionschefs der beteiligten Länder, darunter dem deutschen Geschäftsträger Leitner, durch das Autzenamt eine Erklärung über­reichen, in der die amerikanische Regierung einen ein­jährige« Zahlungsaufschub für alle Kriegsschulden und

führenden Mitgliedern beider Häuser des Kon­gresses herzliche Unterstützung zugesichert worden.

Der Kern des Vorschlages ist, den Schuldnern Zeit zur Wiedererlangung ihrer natio­nalen Prosperität zu geben, und ich richte an die Amerikaner den Rat, in ihrem eige­nen Interesse gute Gläubiger und gute Nachbarn zu sein. ,

Ich möchte diese Gelegenheit dazu benutzen, | meine Ansicht über unsere Beziehungen zu den deutschen Reparationen und den uns von den europäischen alliierten Regierungen geschuldeten Summen offen zu äußern:

Unsere Regierung hat sich nicht an der Auf­erlegung der Reparationen beteiligt, noch sich ir­gendwie bezüalich ihrer Festsetzung geäußert. Wir haben mit voller Absicht keinen Anteil gehabt an den allgemeinen Reparationen oder an der Austes­tung von Kolonien oder von Privateigentum. Die Rückzahlung der Anleihen, die wir den Alliierten für den Krieg und für Wiederaufbau gewahrten, wurde auf einer Basis geregelt, die weder mit den deutschen Reparationen irgendwie zusammenhing, noch von deren Zahlung abhängig gemacht wurde. Daher ist die Reparationsfrage notwendigerweise ein rein europäisches Problem mit dem wir nichts zu tun haben. Ich billige nicht im entferntesten die Strei­chung der uns geschuldeten Summen. Das Weltvertrauen würde durch einen derartigen Schritt nicht gefördert werden. Keiner unserer Schuldner hat das je vorgeschlagen, aber da die Basis der Fundierung dieser Schulden die Zah­lungsfähigkeit des Schuldners unter normalen Verhältnissen war, so führen wir nur konsequent unsere eigenen Prinzipien durch, wenn wir die gegenwärtigen, anormalen Verhältnisse in der Welt in Rechnung ziehen. Ich bin davon überzeugt, daß das amerikanische Volk nicht den Wunsch hat, den Versuch zu machen, vom Schuldner mehr heraus­zuholen als er zahlen kann, und meiner Ansicht nach verlangt eine weitschauende Politik, daß un­sere Regierung die gegenwärtige Situation in ihrer Realität anerkennt. Diese Haltung entspringt vollkommen unserer bisher befolgten Politik. Wir werden dadurch nicht in die Diskussion rein euro­päischer Probleme, zu denen die Reparationsfrage gehört, hineingezogen, wir wollen lediglich unsere

Reparationen vorfchlägt.

Feierjahr hinweg und inzwischen findet sich, so hofft man in politischen Kreisen, Gelegenheit, bu Revisionsfrage praktisch aufzurollen.

Der Wortlaut der Erklärung Hoovers.

Die Erklärung, die Präsident Hoover am Samstag abend den Missionschefs der beteiligten Länder durch das Außenamt überreichen ließ, hat folgenden Wortlaut:

Die amerikanische Regierung schlägt einen ein­jährigen Aufschub aller Zahlungen auf Schulden der Regierungen, Re­parationen und W i e de ra uf b a u schu I- den vor, und zwar sowohl bezüglich des Kapi­tals wie der Zinsen, ausgenommen natürlich Schuldverpflichtungen der Regierungen, die sich in Privathänden befinden. Vorbehaltlich der Zu­stimmung des Kongresses ist die amerikanische Re­gierung bereit zu einem Aufschub aller chr sei­tens fremder Regierungen geschuldeten Zahlun­gen während des am 1. Juli 1931 beginnenden Etatsjahres unter der Bedingung, daß die wich­tigeren Gläubigerstaaten ebenfalls alle ihnen ge­schuldeten Zahlungen auf Regierungsschulden für ein Jahr aufschieben. Dieser Schritt ist von fol­genden Senatoren bereits gebilligt worden: Ashurst, Bingharn, Horah, Byrnes, Eapper, Feß, Fletcher, Glaß, Harris, Karrifon, Bull Kmg, Morrow, Moses, Reed, Swanson, Vandenberg, Wagner David Walsh, Thomas Walsh, Watson, ebenso von 18 Mitgliedern des Repräsentanten­hauses. Er wurde ferner gebilligt von den Bot­schaftern Dawes und O w e n d' You n g Zweck dieses Schrittes ist, das kommende Jahr der wirtschaftlichen Erholung der Welt zu widmen und die Kräfte in den Vereinig­ten Staaten, die bereits am Wiederaufbau arbeiten, von den von außen kommenden verzögernden Fak­toren zu befreien. Die über die ganze Welt ver­breitete Depression hat die europäischen Staaten mehr in Mitleidenschaft gezogen als uns. Einige jener Staaten fühlen die Verminderung ihrer wirtschaftlichen Stabilität durch diese Depression im ärgsten Maße. Das Gewicht der Regierungs- schulden, das in normalen Zeiten tragbar wäre, drückt inmitten dieser Depression schwer auf die

Völker.

Aus einer Reihe von Gründen, die aus der Depression resultieren, beispielsweise der Preis­sturz fremder Waren und das mangelnde Ver­trauen in die wirtschaftliche und politische Stabi­lität im Auslande, erfolgte eine abnorme Zuwan­derung von Kapitalien nach den Vereinigten Staaten, wodurch die Kreditfähigkeit vieler frem­der Staaten vermindert wurde. Diese und an­dere Schwierigkeiten int Auslande verringern die Kaufkraft für unsere Erportwaren und sind daher in gewissem Umfange schuld an unserer fortdau­ernden Arbeitslosigkeit und den fortdau­ernden niedrigen Preisen für unsere Farmprodukte. Rechtzeitige Maßnahmen sind daher geboten um den Druck dieser ungünstigen Faktoren im Aus­lande zu lindern zur Wiederherstellung des Der- trauens beizutragen und dadurch den politi­schen Frieden und die wirtschaft­liche Stabilisierung in der Welt zu fördern.

Die Autorität des Präsidenten der Vereinigten Staaten bezüglich der Lösung dieser Probleme ist begrenzt, da er hierin vom Kongreß unter­stützt werden muß. Dem Präsidenten ist von

Oer Eindruck in Amerika.

Der Schritt des Präsidenten wird allgemein begrüßt.

Owen Young, der Namensgeber des Young- plans und möglicherweise demokratischer Kandidat für die Präsidentschaft der Vereinigten Staaten, nannte in einer Erklärung die Aktion des Pra- sidenten Hoover nicht nur den Vorschlag et. nes weisen Gläubigers, sondern auch das hilfsreiche Wort einer großen Demokratie. Es ist zu hoffen, betonte er, daß andere Regierungen ebenfalls handeln und daß auch private Interessen mit ,neuer Zuversicht zu Hilfe kommen. Es gehört lediglich Intelligenz, Mut und guter Wille dazu, um eine gedeihende Welt zu schaffen. Ich stimme der Aktion des Pra- sidenten von Herzen zu.

Der New Yorker Korrespondent des „News Chronicle" bemerkt zu der Erklärung Hoovers» New Yorker Finanzkreise würden mit Rücksicht auf das in Deutschland investierte amerikanische Kapital eine weitere Verschlechterung der deut­schen Wirtschaftslage sehr bedauern, und man sei der Ansicht, daß ein Transferaufschub eine solche Gefahr abwenden würde. Die Akt i o n H o o - d e r 5 werde als die bedeutend st e seit der Regelung der Schuld en frage an. gesehen. Sie zeige, daß die amerikanische Regie, runq bereit sei, einen Teil der Fuhrerolle m den Angelegenheiten der Welt wieder 3" übernehmen. In Washington nehme man an, daß President Hoo. oer von Mellon einen eingehenden Bericht über dessen Unterredungen empfangen habe, denn öer Präsident habe eine lebhafte Tätigkeit entfaltet, um die Parteiführer im Weißen Hause zusam- menzudringen.

Amerikanische Dlällersiimmen.

Die New Yorker Sonntagsblätter widmen dem Vorschlag Hoovers einen großen Teil ihrer Aus- aabe und heben insbesondere die Zustimmung der Kongreßführer zu dem Schritt des Präsidenten und die günstige Wirkung auf die Börse hervor.

, New'York Times" bringt Zustimmungserkla. rungen zahlreicher hervorragender Persönlichkeiten. Besonders bemerkenswert sind die Aeußerungen der Senatoren Glaß, der für eine weitergehende Schuldenrevision eintritt, und Borah, der die Hoss- nuna ausspricht, daß während des emfahngen Zahlungsaufschubs eine 'Drastische" Rüstungs­beschränkung und eine Revision des Reparations­problems erreicht wird.

In ähnlicher Weise interpretierte der Washing­toner Berichterstatter der „New York Times den Vorschlag Hoovers als Mahnung, durch Herabftt- zunq der Rüstungen eine sympathischere Slim- mung für eine Revision der Kriegsschulden zu schaffen.

Die Aufnahme in England.

Das wichtigste Ereignis feit dem Waffenstillstand.

Das Hoover-Manifest bildete in England am 1 Sonntag den säst ausschließlichen Gesprächsstoff des Tages nicht nur in politischen, Finanz- und Wirtschaftskreisen, sondern bis hinein in Weits Volksschichten. Der Mann der Straße — tm I allgemeinen nicht gewohnt, auf der sonntäglichen Fahrt zum Sportplatz durch seine Sonntagszei- I tung über Fragen der großen Politik aufgeklärt zu werden — wurde am Sonntag schon durch einen flüchtigen Blick auf die Titelblattseite über die frohe Botschaft und deren weittragende Beden- tung für die wirtschaftliche Wiedergenesung aller Lander unterrichtet. Gespräche mit führenden ijKr- sönlichkeiten des Wirtschaftslebens ließen das Ge- fühl der Erleichterung über die Tatsache, daß n u n endlich der-erste Schritt zur Behebung der Krise getan werden soll, erkennen. Der be­kannte Finanz-Magnet und ehemalige Präsident des Handelsamtes Runciman bezeichnet das Manifest als die h o f f n u n g s v o l l st e E r k I a- tung bie in den letzten zehn Zähren I von einem Staatsmann abgegeoen worden sei. Sir Herbert Austin, der füh­rende Kopf der britischen Automobilinbustrie, halt die Suspendierung der Schuldenzahlungen auf ein Jahr für nicht ausreichend. Seiner Ansicht nach stellten drei Jahre das Mnimum dar, das zur Rückkehr zur normalen Verhältnissen nötig sei. Ein einjähriges Moratorium bedeute eine Atempause, die vollständige Streichung der Schulden sei in­dessen unerläßlich. Der Präsident der National Union of Manufacturies George Zerret gab der Ueberzellgung Ausdruck, daß, wenn erst die Ver­einigten Staaten die guten Wirkungen ihres Vor- • gehens zu spüren bekämen, sie es fchwierig fin- ; I den dürsten, die Rückzahlung der Schulden nach ; Ablauf der Suspendierungsperiode wieder zuver- ; langen.

: Mehrere führende Persönlichkeiten des britischen

öffentlichen Lebens haben bereits zu dem Vor-

Chequers.

Staatssekretär Mellon hat sich in London ebenfalls orientiert, und er konnte das Bild, das man in Washington von den europäischen und na­mentlich den deutschen Verhältnissen hatte, sehr genau aufgrund dessen ergänzen, was in Chequers besprochen worden ist. Die innerpolitische Krisis der letzten Woche und ihr Ausgang können nicht ohne Eindruck in Amerika geblieben sein. Die Autorität des Reichskanzlers ist da­durch zweisellos auch dem Ausland gegenüber gestärkt worden. Es mußte den Eindruck haben, daß der Kanzler den Weg einer festen Regierungs­führung weitergehen wird. So wertet man in Berliner politischen Kreisen den Vorschlag Hoovers auch als einen persönlichen E r - f o l q D r. B r ü n i n g s. Jrn letzten Stadium der Entwicklung ist übrigens offenbar noch eine Be- schleuniaung eingetreten, die man sich so erklärt, daß auch der starke De visenv e r illst m den letzten Tagen — am Samstag waren es bekanntlich wieder 70 Millionen — in Washington den letz­ten Anstoß gegeben hat.

Die weitere Entwicklung hängt nun davon ab, wie die europäischen Mächte die amerikanische An­regung aufnehmen. Allgemein erwartet man, daß sich niemand den Vorschlägen Hoovers entziehen I kann. Das gilt auch für Frankreich, m dessen Presse wohl am ehesten noch eine gewisse Skepsis gegen die in den letzten Tagen angefunbigten amerikanischen Schritte herauszulesen war. Man barf daran erinnern, daß gerade der französische Außenminister in zahllosen Reden immer am starr­sten die Solidarität der Völker und die Not­wendigkeit ihrer Zusammenarbeit proklamiert hat. Man darf deshalb von Frankreich erwarten, oatz es sich einer Aktion anschließt, die diesem Geiste entspringt, zumal hinter ihr die Autorität. des amerikanischen Präsidenten steht. Der Vorschlag Hoovers ist zudem so aufgebaut, daß er w auch den europäischen Gläubigerstaaten materiell ent­gegenkommt. Das geschieht vor allem mit der aus­drücklichen Einbeziehung auch der Zinszahlungen. Sie betragen nach den Schuldenabkommen in der fraglichen Zeit bei Frankreich ellva das 3V-fache und bet England fast das 5 fache der Schulden­tilgung. Betrachtet man den Vorschlag Hoovers schließlich noch unter dem Gesichtspunkt einer «Reötfion, so muß man zu dem Ergebnis kommen, daß auch in dieser Beziehung eine Er­leichterung durch das Ferieniahr vorbereitet wird. Alle eingeweihten Kreise sind sich darüber klar ge­wesen, daß die Revisionsmöglichkeiten durch drei Ereignisse arg gehemmt und erschwert werden, die m den Zeittaum bis zum nächsten Sommer fallen; das sind die Wahlen in Amerika und Frank- reich ist weiter die Abrüstungskonf e - ?enz. lieber diese Schwierigkeiten hilft das

Das amerikanische Manifest I

Der Vorschlag des Präsidenten Hoover findet in Berlin die Aufnahme, die einem Ereignis von ganz außergewöhnlicher Bedeutung zukommt. Diese Bedeutung zeigt sich vor allem in der Tatsache, I daß der Gedanke Hoovers weit über das hinaus- geht, was der Young-Plan an Möglichkeiten Vor­sicht. Das gilt von drei Gesichtspunkten aus: 1) Hoover schlägt nicht nur einen Transfer-, sondern einen Zahlungsaufschub vor;

2) der Aufschub soll nicht erst nach den im Young-Plan vorgesehenen Fristen, sondern bereits am 1. Juli eintreten; 3) er umfaßt die geschützten und ungeschützten Zahlungen, also auch die 6b0 Millionen, die wir bei einem regulären Young- Moratorium auf alte Fälle zu zahlen hätten.

Die Ersparnis des schuldenfreien Jahres würde für uns etwa 1500 Milli on en M k. ausmachen. Der amerikanische Präsident nimmt von dem Feierjahr die Schuldenverpflichtungen an Private aus. Das würde bedeuten, daß die Zinsen aus der Dawes- und der Young-Anleihe weiter zu zahlen wären. Dabei handelt es sich, aber nur um einen verhältnismäßig geringfügi­gen Betrag, der ja auch im Etat außerhalb der Reparationsannuität gesondert angesetzt ist. Da­gegen würden die Zahlungen, die wir aufgrund des deutsch-amerikanischen Friedensvertrages an die Vereinigten Staaten zu leisten haben, mit Aus­nahme der Mixed Claims, ebenfalls eingestellt werden können.

Der Reichshaushalt erfährt durch die völlige Außerkraftsetzung des Youngvlans für em^zahr etne Entlastung von über 1500 Millionen Mark. Das kommt gleichzeitig unserer Devisen- und Kreditlage zu Hilfe, und wirkt damit

nicht nur finanz-, sondern auch wirtschaftspolitisch aus. In Berliner polittschen Kreisen unterstreicht man besonders, wie stark in der Erklärung des Präsidenten Hoover betont wird, daß jetzt die Wirtschaft und die Notwendigkeit ihrer Gesun­dung den Vorrang vor der Politik haben. Das ist ein Jdeengang, wie er in Deutschland seit langem vertreten wird. Erfreulicherweise hat sich diese Einsicht auch in Amerika so weit durchgefetzt, daß sie zu einer Initiative des Präsidenten Hoover führte, die in Deutschland nur auf das herzlichste begrüßt wird.

Die V o r g e sch i ch t e der H o ov er sch en Ini­tiative laßt sich etwa folgendermaßen skiz­zieren: Das erste nach außen hm erkennbare^ An­zeichen der neuen Entwicklung waren die Erklärun­gen des Unterstaatssekretärs Castle am Samstag vor acht Tagen, aus denen hervorgmg, daß Amerika keineswegs dauernd an dem Standpunkt der Trennung von Reparationen und alliierten Schulden sefthalten werde. Daß die Einsicht sich durchsetzte, daran hat nicht zuletzt auch Botschafter Sackett seinen Anteil. Er hat die deutsche Situation bei seinem Aufenthalt in Washington im vorigen Monat mit dem ganzen Ernst gefchil- bert, den sie nicht nur für uns, sondern auch für die Welt hat. In deutschen politischen Kreisen wird sein Verdienst an der letzten Entwicklung deshalb besonders dankbar hervorgehoben. Ebenso zeigt sich in dem Vorschlag Hoovers auch eine direkte Auswirkung der Zusammenkunft von

FuldaerZeitung Anzeiger für die Stadl Fulda und denLandkreis Fulda. Amtliches kreisblatl

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genblick noch die Stellung Frankreichs, in deutschen Kreisen wird nicht verkannt, Frankreich gewisse Opfer bringen Frankreich erhält von uns über Millionen und h a t selb st etwas mehr als 400 Millionen Mark an

Kriegsschuldenverpflichtungen Z u zahlen, erleitb et also einen Aus­fall von rund 400 Millionen Mark. Es ist aber schließlich wohl kaum anzunehmen, daß Frankreich sich einer Gesamtaktion Amerikas und Europas entziehen wird.

EinZahrAusschubfürkriegsschuldenuReiiallllionen Der Vorschlag des Präsidenten Hoover offiziell überreicht.

" Bereitschaft ausdrücken, zur baldigen Erholung der Weltprosperität, an der unser Volk so arg inte­ressiert ist, unseren Teil beizutragen.

Ich möchte noch hinzusügen, daß wir, obgleich dieser Schritt mit der für nächsten Februar ange- setzten Konferenz zur Beschränkung der Land- rüftungen nichts zu tun hat, doch die Hoffnung ha­ben, angesichts des starken Einflusses des Wett- rüstens auf die gegenwärtige Depression werde un- fer Schritt zu freundschaftlicheren, Beziehungen beitragen, die für die Lösung dieser wichtigen Rüstungsfrage so notwendig find.

Erscheint sechsmal wöchentlich. Wochenbeilagen: „Die Welt

*A*> tm Bild' und „Buchenblätter-. Rotationsdruck und Verlag JtT» der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda. Fernrufe: Schrift-

... leitung 3153, Fuldaer Actiendruckerei 3151 und 3152. :::