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San Lorenzo zu Genua.

Triumph -er Technik

Fünf Minuten Denksport

Auflösung des Rätsels „Der letzte Wunsd)V „Rille eine Ansichtskarte!

weise weit über alle übrigen ins Moderne vordringt. Sie wird den Beweis erbringen, daß auch die moberne und modernste musikalische Gestaltung dichterische Gedan. ken begeisternd und weihevoll formen kann.

Zum Schlüsse möchte ich noch darauf aufmerksam ma­chen, daß auch eine Schallplatte mit einem Elisabethlied vorhanden ist. Die Gesellschaft Musica sacra hat durch den Michaelkirchenchor in Berlin unter Leitung des Mu. sikdirektors Kromolicki eine Elisabethhymne von Josef Haas (aus dem Oratorium, das im Herbst erscheint), für gemischten Chor, Streichorchester und Orgel über­tragen lassen. Ohne im Augenblick die Komposition zu kennen, trage ich kein Bedenken, allen Schallplattenfreun- den diese Komposition zu empfehlen. Das Ansehen, da, Josef Haas als Komponist genießt, ebenso die Vorzüg­lichkeit des Michaelkirchenchors in Berlin, lasten von vorn­herein jeden Zweifel an der Vollkommenheit und Schön- heit dieser Schallplatte fallen.

Die musikalische Ernte des Elisabethjubiläumsjahre, ist nicht sehr groß, und auch die Gesamtzahl der Elisa- bethlieder und der kleineren und größeren Chorwerke aus früherer Zest ist übersehbar. Aber unter allen Eli- sabethkompositionen finden sich solche, die jedem Ge­schmack und jedem Bedürfnis gerecht werden. Im Laufe dieses Jubiläumsjahres finden an den verschiedensten Orten Feiern zu Ehren'der Heiligen statt, und es ist wünschenswert, daß sie sich nicht nur auf die größeren Stäöte beschränken. Auch in der kleinsten Dorfgemeinde kann eine schöne, den Verhältnissen entsprechende Elisa» bethfeier abgehalten werden. Die vorliegende Uebersicht und Besprechung der einschlägigen musikalischen Litera­tur will den Veranstaltern solcher Jubiläumsfeiern und den Chorregenten der verschiedensten Gesangchöre das vorhandene Material zur Auswahl vorlege«.

Lied und Choral, Gesang und Musik gehören zum Le­bensbilde Sankt Elisabeths. Darum möge auch der Har­monien Klang, der Lieder frohes Getön, der Orgel mäch­tiges Brausen, der Instrumente symphonisches Geläute bei all den festlichen Feiern in Kirche und Saal mit- klingen in den Hymnus, den die Kunst ihr im Jubel- jahres ihres Todes verkündet.

„Alsdann guat Nacht, Müller — und i wünsch dir Ijalt alls Glück, daß dei Alte dahoam scho recht fest schlaft und net merkt, wia viel ’s an der Zeit is!"

Mit diesen Worten verabschiedete sich der Wildhofer lachend, und der Moosmüiler sperrte mit sehr schlech­tem Gewissen die Haustür auf und schlich auf Strümp­fen die Treppe hinauf. In der-Schlasstube rührte sich nichts. Möglichst geräuschlos trat er ein und entkleidete sich- Doch in der Eile hatte er gänzlich den Kinder­wagen vergessen. Unsanft stieß er daran, und es gab em Gerumpel — und sogleich regte sich die Müllerin in ihrem Bett und fragte verschlafen, was es gebe. Der Müller aber sagte schlau und gefaßt: Das Kind habe geschrien und nun schiebe er den Wagen ein wenig hin und her, um es zu beruhigen.

„Ich sah an euren Gewehren, welche ich erbeutet habe, daß nur durch diese Teufelswaffen der Kampf zu meinen Ungunsten entschieden wurde. Der Scheich, der mein größ­ter Feind ist, denn er hat meinen geliebten Sohn ge­tötet, ist mit Mehrned entkommen. Dies wäre nicht vor­gekommen, wenn dein Herr nicht mitgekämpft hätte. Als Strafe dafür wollte ich euch langsam zu Tode martern."

„Wo sind die Sachen, welche du meinem Effendi ab­genommen hast?"

„Eure Gewehre befinden sich hier in der Hütte, die Ledertasche, welche dein Herr um die Lenden trug, habe ich meinen weisen Männern gegeben, doch auch diese kön­nen nicht sagen, was man mit den übelriechenden Sa­chen machen soll."

„So lasse die Tasche holen, denn mein Effendi braucht sie, um dich zu heilen.

Ein Kurde wurde weggeschickt und kam auch nach ganz kurzer Zeit mit der Tasche zurück. Die Tasche enthielt das notwendige Verbandsmaterial nebst einigen Medi­kamenten. Nun erhob sich Achmed, ging einen Schritt auf Mustafa zu und sprach:

„Laß deine Dorfältesten rufen."

Mustafa gab einen Wink. Ein Kurde entfernte sich und kurz darauf tarnen fünf weißbärtige Greise an. Stumm nahmen sie im Kreise am Boden Platz. Achmed gab mit der Hand ein Zeichen, daß er sprechen wollte und fing, zu Mustafa gewandt, an:

„Du verlangst, daß mein Effendi dich heilen soll. Mein Herr ist ein guter Mann und wird versuchen, dir das Leben zu retten. Als Lohn dafür verlangen wir un­sere Freiheit nebst Gewehren und alles, was wir mit uns führten. Da du aber raubend durch die Berge ziehst und ein Menschenleben wenig für d'ch bedeutet, fordern wir nicht allein dein Wort, sondern du sollst vor deinen wei­sen Männern schwören, daß du uns, nach deiner Heilung, die Freibeit geben wirst."

Eine Weile herrschte Todesstille in der Hütte, dann er­widerte Mustafa feierlich:

„Aus deinen Worten habe ich entnommen, daß dein Effendi ein tapferer und auch ein guter Mann 'ff, sanft Hütte er mich ja im Kampfe töten können. Höret nun, was ich sage: meine weisen Männer wissen, daß ich ein gläubiger Moslem bin. Allah hört meine Worte und auch Mohammed Jein Prophet. Sage deinem Herrn, er soll mich gesund machen, dafür sollt ihr die Freiheit und eure Sachen haben. Dieser Schwur ist mir heilig."

Mustafa und seine Dorfältesten erhoben zur Beglau­bigung feierlich die Hände.

Unsere Handfesseln wurden abgenommmen. Ein Kurde erschien mit getrocknetem Fleisch und Maisbrot. Ich wollte jedoch vorher die Wunde Mustafas unter- uchen. In einer Holzschüssel wurde Wasser gebracht. Ich reinigte die Hände und ließ mir abermals Wasser reichen. Dann entfernte ich die Kaninchenfelle, welche um die Wunde gewickelt waren. Die Wunde befand sich etwa zehn Zentimeter oberhalb des Knies. Sie war stark be­schmutzt und vereitert. Dann reinigte ich die Wunde mit frischem Wasser. Danach gab ich Jodoformgaze darauf und legte einen Verband an. Meiner Ansicht nach war der Knochen unverletzt, ich hoffte also, Mustafa bald ge­heilt zu haben.

Mustafa hatte weniger Schmerzen. Er war gut ge»1 launt und tränt viel Fc’gcnwein. So vergingen fünf läge. Ich erneuerte den Verband täglich und konnte fest-

Der Gral von Genua.

3ff er der „heilige Gral"?

Als im vergangenen Jahre die Festspiele in Bayreuth und die Pajsionsspiele in Oberammergau stattfanden, ver­kaufte man in den Geschäften beider Orte „Gralskelche" als Reiseandenken. Diese „Gralskelche" waren bloße Phantasieprodukte, die sich in ihrer Form auf keine hi­storische Tradition berufen können. Denn das einzige Ge­säß, bas überhaupt annähernd für eine Identität mit dem im Mittelalter viel besungenen heiligen Gral in Frage kommt, ist der „Sacro Catino" im Domschatz zu Genua, und der ist seiner Form nach nicht ein Kelch, sondern eine Schale. Natürlich läßt sich nicht im ent­ferntesten nadjLueifen, daß dieses Stück mit der Schule, in der Joseph von Arimathia das Blut Christi auffing, wie die Tradition berichtet, identtsch ist, aber die ganze Art und Ausführung, die Jahrhunderte überdauernde Verehrung lassen doch den Schluß auf ein außerordent­lich hohes Alter zu. Äer „Sacro Catino kam um 1100 nach Genua, zwei von einander verschiedene Sagen be­richten hierüber. Nach der einen, die manche Beziehun­gen zur Parzivalssage aufweist, soll sich der Gral lange in Spanien, und zwar im Besit-e der Mauren befunden haben und in Almeria verwahrt worden sein. Als dann Alfons von Kastilien mit Hilfe der Genuesen die Mauren aus Almerida vertrieb, fand er den Gral und überließ ihn den Genuesen zum Dank für ihre Unterstützung. Auch der zweite Bericht läßt den Gral nach der Zer­störung Jerusalems in die Hände der Mohammedaner sollen. Es heißt, jahrhundertelang habe das Gesäß in Eesarea gestanden, bis im Jahre 1001 die Christen unter dem König Balduin von Jerusalem, dem Bruder Gott­frieds von Bouillon, die Stadt einnahmen, worauf der Gral als Teil der Kriegsbeute nach Genua kam.

Wie dem auch fein mag — gewiß ist nur, daß der „Sacro Catino" nun schon seit fast einem Jahrtausend in Genua hohe Verehrung genießt und daß in früheren Jahrhunderten ganze Scharen von Wallfahrern herbei- ftrömten, um ihn zu sehen. Er wurde in der Sakristei des Domes aufbewahrt, zu seiner Bewachung wurde eine eigene, aus Rittern und Adeligen zusammengesetzte Wäch-

Rätsel.

Herrlich gelegen am Meere, im Hafen die stolzesten Flaggen

Segelnd herein und hinaus, fördernd den regen

Verkehr —

Werde ich, stellst du mich um, gesucht nur von nicdern Naturen,

Aber zu meiden mich stets, glückt auch den edelst ■ nicht.

Auflösungen aus her letzten Sonnlagsnummer.

Lösung des Silbenrätsels.

1 Wunder, 2 Ordinarius, 3 Hieroglyphe, 4 Landauer, 5 Affekt, 6 Uhu, 7 Finger, 8 Nektar, 9 Obelisk, 10 Cholera, 11 Ginster, 12 Erdbeben, 13 Treibhaus, 14 Remitier, 15 Urwald, 16 Niederlage, 17 Krimmer, 18 Einkommen.

Der Anfang des Liedes lautet: Wohlauf noch getrun­ken den funkelnden Wein . . .

Lösung des Kreuzworträtsels.

„Sooo---" kam es gedehnt aus den Kissen,

„an Kinderwag'n schiabst du hin und her! Aber unfa ®ua schlaft ja ganz ruhig bet mir im Bett!!!"

„2Iu, verflucht!" knurrte der Müller und zog schleu­nigst die Decke über die Ohren. Er lauschte — die Frau jedoch sagte seltsamerweise nichts weiter.

Am anderen Morgen kam er in Erinnerung der nächtlichen Ereignisse ziemlich schuldbewußt zum Früh­stück, doch die Müllerin setzte ihm ganz ruhig die mäch­tige geblümte Tasse und das Brot vor und meinte bloß: „DU Peter, der Sixt-Kramer war gestern am Abend no da und hat si beklagt, daß ’s Liacht bei eahm so zuckt. Mußt halt glei ins Werk gehn und nachschaun'" Und der Moosmüller begab sich voll Erleichterung schleunigst in sein kleines elektrisches Werk, mittels des­sen er in Ausnützung der Wasserkraft das ganze Dorf mit Licht- und Kraftstrom versorgte.

Acht Tage lang blieb der Moosmüller brav zu Hause. Dann aber begab er sich eines Abends doch wieder ins Wirtshaus. Aber als man gerade mitten im besten Schafskopfen war, ging ganz plößlich das elektrische Licht aus.

"Oha, Müller — geh schnell hoam! In dein' Werk !s was passiert!” rief der Wirt, und dem Moosmüller blieb nichts weiter übrig, als dem Rat zu folgen.

Mit einer Taschenlampe bewaffnet, ging er ins Werk- gebäube nachsehen — aber da war alles in schönster Ordnung Lediglich der Schalthebel, durch welchen die Stromzusuhr nach dem Dorse unterbunden werden konnte war heruntergeklappt.

r/'5$as a Rindviech hat denn da.umananderg’wer- felt!” brummte der Müller ärgerlich, schob den Hebel auf feinen richtigen Platz und bewirkte damit, daß im Dorfe bie Lichter von neuem aufflammten. Da er aber nun schon einmal zu Hause war, wollte er nicht wieder ins Wirtshaus zurückkehren, ging darum in die Schlaf­stube, wo feine Frau anscheinend schon fest schlief, und schnarchte bald mit ihr um die Wette.

Einige Abende später saß der Moosmüller wieder einmal beim Kronenwirt. Gerade, als es 9 Uhr schlug, versagte von neuem ganz unverhofft das elektrische Licht lich gefärbt, können sie für den Gottesdienst nicht ganz^ ohne Bedenken verwandt werden, dagegen sind sie bei Elisabethfeiem außerhalb der Kirche zu gebrauchen. Für dreistimmigen Frauenchor mit Begleitung der Orgel ober des Harmoniums ist auch ein Elisabethlied be­stimmt, das sich in den sechs deutschen religiösen Ge­fangen von Max Weicker findet. Cs ist ein einfaches, wohlklingendes Lied zur heiligen Elisabeth, das beschei­denen Ansprüchen genügt und in Kirche und Haus ge- fungen werden kann. Auch Weickers neue Komposition, bie im foigenden genannt wird, und in erster Linie für gemischten Chor bestimmt ist, ist in einer Ausgabe für dreistimmigen Frauenchor vorhanden. Von dem Ber­liner Musikdirektor Kromolicki, dem Organisten an der Sankt Michaelskirche, ist vor wenigen Wochen ein schö­nes dreistimmiges Elisabethlied erschienen, das sich durch ganz besondern Wohlklang und tiefe Frömmigkeit aus- reichnet. Auch dieses Lied eignet sich für den Gebrauch in der Kirche und ebenso für weltliche Elisabethfeiem. Die Orgel wird bann burch die Begleitung des Harmo­niums ersetzt.

Von den für vierstimmigen gemischten Chor gesetzten Clisabethliedern nenne ich zuerst bie sehr feine Kompo- fttion: Clisabetha Fürstin mild von Heinrich Fidelis Mül- ler. Ueberaus wohlklingend komponiert schreitet dieses Lied wie ein Kirchenchoral streng und würdig einher. Die damit verbundene zweite Elifabethkomposition von Heinrich Fidelis Müller, bie Vertonung eines Gebichtes von Massoo, ist für dreistimmige Chor gesetzt unb hat einen wärmeren, etwas weltlichen Klang. Für vierstim­migen gemischten Chor finb auch die beiden ersten Chor­gesänge der Elisabethlieder von Kromolicki. Der Kom­ponist versteht es, den dichterisch wertvollen Texten die rechte musikalische Deutung zu geben. So bat “er auch hier zwei innigempfunbenen Elisabethgebichten in einer edlen, vornehmen, dabei überau- warmen und doch von jeder Süßlichkeit freien lonfden richtigen musika­lischen Ausdruck gegeben. Dc Kölner Heinrich Le- macher, durch zahlreiche Messenkompositionen bekannt, hat einen Hymnus des Papstes Urban VIII. auf die heilige Elisabeth vertont. Es ist eine gute, streng kirch- 1 liche Komposition. Statt des lateinischen Textes kann 1

terschar unterhalten. Einmal im Jahre zeigte man ihn unter Entfaltung großer Feierlichkeiten der andächtigen Menge, wobei ihn hohe kirchliche Würdenträger an sei­denen Schnüren hielten, da es jedermann bei Todes­strafe verboten war, ihn mit der Hand zu berühren. Gegen Ende des 15. Jahrhunderts ließ man in die Dommauer eine tiefe Nische brechen, dieselbe mit Eisen auskleiden unb mit schweren eisernen Türen versehen. In kostbar verziertem Schrein wurde hier der Gral ge­borgen — und solche Sicherungsmaßnahmen waren auch vonnöten, denn häufig genug wurde versucht, bas Hei­ligtum zu entwenden. Die vielen Diebstahlsoersuche, die dem Rate der Stadt nicht wenig Sorgen bereiteten, er­folgten wohl aus dem Grunde, weil man dem Gral einst­mals nicht nur wunderbare Kräfte zuschrieb, sondern auch glaubte, daß er aus kostbarem Material gefertigt sei. Wolfram von Eschenbach erzählt in feinem „Par- zival”, der Gral bestünde aus Jaspis, später neigte man mehr zu der Annahme, er wäre aus einem einzigen gro­ßen Smaragd geschnitten. In Wirklichkeit aber ist der Gral von Genua aus dunkelgrünem, ganz g e - wöhnkichem Glas. Dies wurde im Jahre 1806 einwandfrei festgestellt, als Kaiser Napoleon das Gefäß nach Paris bringen, es als Kuriosität im Antikensaal des kaiserlichen Museums aufstellen und von einem Kon­sortium von Sachverständigen genau untersuchen ließ. Da das Gefäß demnach keinen wesentlichen materiellen Wert besaß, gab man es 1815 an Genua zurück.

Seitdem befindet sich der „Sacro Catino" wieder an seinem alten Platze. Die achteckige, mit kunstvollen Gravierungen geschmückte Schale, die auf einem niederen Fußringe ruht, ist nicht geblasen, sondern aus einem einzigen Stück Glas geschnitten, was ihr außerordentlich hohes Alter einwandfrei beweist. Denn derartige Gefäße wurden nur in der früheren Kaiserzeit des alten Rom in Alexandrien sowie in syrischen Glas­macherwerkstätten hergestellt und waren, da Glas damals noch zu den seltenen Singen gehörte und auf feine Be­arbeitung höchste Sorgfalt gelegt werden mußte, einst von sehr hohem Wert. Rätselhaft und geheimnisvoll chimmert das dunkel-leuchtende Grüy des „Sacro Ca­tino" durch den dämmrigen Raum neben brr Kathebrnle

erhebt sich der Chor bei den Worten: „Dein Warne ist bte Zier der Welt, du bist erlöst, zieh ein in Frieden", 3u hinreißender Stärke und Höhe an. Lechthalers Kom­positionen gehören zu den besten Gaden des Jubiläums­jahres. Aber nur gutgeschulte Chöre dürfen sich an die Aufführung wagen, wenn diese vollendet sein soll.

An zweiter Stelle sei auf die Elisabethkantate unseres jungen Domorganisten Fritz Krieger hingewiesen. Krie­ger hat für die große Elisabethfestfeier, bie im August bieses Jahres in Fulda im Beisein der deutschen Bischöse stattsinden soll, eine symphonische Kantate für Solo- fopran, Männerchor, großes Orchester und Klavier (oder Harfe) geschrieben. Die Dichtung stammt von dem uns aüen bekannten und angesehenen Dichter Psarrer Lud­wig Rübling in Kleinsassen. Sie verherrlicht in der borm eines Zwiegesprächs zwischen den Notleidenden und der Heiligen die leiblichen Werke der Barmherzig­keit, die Elisabeth geübt hat. Die Hungernden, die Dur­stigen, die Frierenden, die Herberglosen, die in Sünde Gefangenen (hier ein geistliches Werk der Barmherzig­keit), die Kranken, die Sterbenden, alle, die voll Mühsal sind, wenden sich wehklagend zur heiligen Elisabeth, die ihnen hilft und ihre Not wendet. Die dichterische Un­terlage gibt dem Komponisten Gelegenheit, sich in Solo­stimme und Chorgebilden charakteristisch und mannig­faltig zu offenbaren. Chöre voll schwerer, bitterer Klage unö völl jubelnden Dankes wechseln mit milden, sanften Erhörungen unb Bitterfüllungen Elisabeths. Mit einem Kirchenliebe schließt bie Kantate. Krieger, ber komposi- torifd) der modernen Richtung in der Kirchenmusik ver­haftet ist, hat mit dieser nunmehr auch gedruckten sin­fonischen Kantate ein hervorragendes Werk voll diatoni­scher und atonaler Spannungen und voll ungewöhnlich neuer Klangschönheiten geschaffen. In feiner themati­scher Entwicklung gelangen Chor und Orchester zu höch­sten kraftvollen Steigerungen wie auch zu Klanggebilden von mystischer Verklärtheit. Das Kirchenlied zum Schluß gibt dem Ganzen eine weihevolle, mächtig ergreifende Vollendung. Kriegers Gabe zum Elifabethjubiläum reiht sich den anderen bisher erschienenen Kompositionen eben­bürtig zur Seite, auch wenn sie in der Kompositions-

Die Wörter bedeuten von links nach rechts: 1 Stadt in Japan, 3 Südliches Meer, 4 Reisegepäck einer Truppe, 6 Frauengestalt aus der griech. Mythologie, 7 Tierleiche' 9 Muse, 11 Göttin des Ackerbaus, 13 Tempel ber Hinbu' 15 Indische Kaste, 17 Wüste in Afrika, 18 Größte Insel ber Philippinen, 19 Widerruf.

„ Don oben nach unten: IWasserstelle in der Wüste, 2_ Listiger Anschlag, 3 Merkbuch, 5 Naturerscheinung, 7 «tromzuführer, 8 Vertrauensposten, 9 Erdteil 10 Sei» name des Achilleus, 12 Weibl. Ungetüm aus der griech. Sage, 14 Affe, 15 Truppenschau, 16 Geigenbauer.

Das magische Silbenguadrat: Frucht, Fisch, Fern- sprecher.

auch ber beutfdje gesungen werben. Für gemischten Chor, aber auch für breistimmigen Frauenchor mit Be­gleitung ist ferner ein festliches Lieb von Weicker de- ftl^mt.stbas eine wertvolle Bereicherung ber Elifabeth-

3. Neuere Elisabekhmusik.

3u ber neueren Elisabethmusik gehören einige Elisa- bethlieber des österreichischen Komponisten Josef Lech- thaler unb eine neue Komposition des Fulbaer Domorga- niften Fritz Krieger. Lechthaler hat zunächst drei Elisa- bethlieder nach Worten von Fr. Osmund Gräff heraus- gegeben. Der Komponist, der auch theoretisch sich für ^bte neuzeitliche geistliche Musik einfetzt, gibt hier zu­gleich einen praktischen Beweis für die Berechtigung des Einbruchs der neuzeitlichen Kompositionsart in die kirch­liche und geistliche Ehormusik. Die drei Lieder, das erste ein einstimmiges Tertiarenlied mit zweistimmigem poly­phonen Nachgesang, das zweite ein einstimmiges Elisa­bethlied, das drite ein vierstimmiger Männerchor, alle mit Klavierbegleitung, mithin für weltliche Feiern be­stimmt, sind vollkommen neuzeitlich geformt, aber trotz­dem von höchst feierlichem und edlem religiösem Stim- mungsgehalt. Der vierstimmige Männerchor ist von überaus männlicher Haltung, in kühn aufschreitender, chromatischer Modulaltton, einem flammenden Kriegsliede gleichend. Die zweite Clisabethkomposition ist ein Festakt mit Deklamation und Chören für drei Oberstimmen mit Klavierbeglcckung. Man möchte es eigentlich bedauern, daß diese Komposition nicht für gemischten Chor erschie­nen ist. Für einen großen Chor, mit Orchesterbegleitung verfaßt, würde die Komposition von überwältigender Wirkung fein. Die textliche Grundlage sind drei Gedichte von Sebastian Wieser, ein Hymnus auf bie Heilige, ein Prolog unb der Lobgesang der Engel beim Einzug der Seele Elisabeths in den Himmel. Lechthaler hat nur das erste und letzte Gedicht vertont. Das zweite bleibt zum Vortrage. Unbekümmert um entstehende Schwierigkeiten fetzt der Komponist die Gesetze der modernen Kompo­sitionsweise in die Tat um. Mik bewundernswerter pla­stischer Darstellungskunst wird der „Triumph der Hei­ligen in Glanz und Ehren” geschildert. Iw zweiten

Mustafa zechte wieder bis Mitternacht. Dann toi; r er ein. Wir schliefen vielleicht eine Stunde, da merft. uns wüstes Geschrei: Schüsse krachten, Pferde wieherten Frauen und Kinder schrien erbärmlich. Ich fprana ’ Achmed vor die Hütte. Im Scheine einer Pechsackei er. blickie ich eine Anzahl berittener Kurden. Unweit von uns war ein fürchterliches Handgemenge im Ganae Schüsse fielen, Männer brüllten wie wilde Tiere. Wjx gingen in bie Hütte Mustafas zurück, um unsere Gewehre 3u holen. Mustafa wollte trotz ber Wunde am Kampfe teilnehmen. Ich war dabei, Mustafa von seinem Vor» haben abzuhaiten, da wurde die Türe aufgestoßen, eine Anzahl Kurden mit blutigen Gesichtern stürzten in den Raum. Unter ihnen war ber Scheich, dessen Sohn wir befreiten. Draußen schallten noch immer Schüsse durch das Tal, die Klagelaute der Frauen und Kinder wurden immer stärker. Da erhob Achmed die Hand und sprach mit lauter Stimme zu dem Scheich:

„Gebieter, vor wenigen Tagen hat mein Effendi fein "eben für deinen Sohn eingesetzt. Dafür wurde er und ich von Mustafa gefangengenommen. Es ist jetzt nicht viel Zeit, dir alles zu erzählen. Draußen kämpfen bie Kurden und wissen nicht warum: höre daher, was Dir mein Effendi sagen läßt: Der Kampf mit den Dorfbe­wohnern ist sofort einzustellen.

Deine Krieger begeben sich an das Dürfende und warten auf weitere Befehle. Den Frauen und Kindern darf kein Leid geschehen, die Verwundeten, ob Freund oder Feind, müssen von den Frauen gepflegt werden!

Geisterhafte Ruhe. Dann erhob der Scheich die Hand mit den Worten: „Es sei so!" Der Scheich stürmte mit einen Leuten aus der Hütte. Befehle ertönten und einige Minuten spater war der Kampf zu Ende. Mit Pechfackeln wurde der Kampfplatz abgesucht. Bald waren die Ver- mundeten geborgen.

Wir suchten nun den Scheich am Dorfende auf. Der Alte hatte uns erwartet und schilderte nun mit wenigen Worten den Ueberfall. Da ich unb Achmeb nicht in bas Dorf zurückkehrten, nahm ber Alte an, daß wir in bie Hände Mustafas gefallen waren unb machte sich bann sofort auf, um nach uns zu suchen.

Wir geleiteten nun ben Scheich unb seine Nettesten in bie Hütte Mustafas. Die Beratung begann. Es war feine leichte Arbeit für mich. Der Scheich forberte den Kopf Mustafas, während ich und Achmed als Gegenlei. ftung für die Errettung des Scheichfohnes Mustafas Frei, heit verlangten. Endlich war eine Einigung erzielt. Der Scheich erhielt als Tribut eine Anzahl Pferde, Schafe unö Ziegen. lieber diese glückliche Beilegung des Streites herrschte großer Jubel in dem Bergdorf? Der Feigen- wein floß in Strömen. Mustafa und der Scheich aber reichten sich beim Abschied die Hände und schworen, sich niemals mehr zu bekriegen. Die Blutrache war be­graben.

stellen, daß die Heilung recht rasch vor sich ging. TOurtof war fast immer betrunken. Wir konnten uns frei ■ ° Dorfe bewegen. Die Banditen beschäftigten sich, 0 ihren Raubzügen, mit Schaf- unb Ziegenzucht. Sie ren aber nicht, wie die Kurden in den anderen Dorf Besitzer ihrer f)abe, sondern nur Sklaven Mustafas

Rach sechs Tagen war die Heilung Mustafas fnm vorgeschritten, daß eine Hilfe nicht mehr nötig war wollten daher am nächsten Tage abmarschieren ** Schicksal wollte es aber anders.

kreuzwork-SUbeuräksel mit magischem Silbenquadrat

~ u"b, 0(5 ber Müller schleunigst heimlief, zeigte es ftd), bafj wiederum nur der herunkergeklappte Schast- hebel die Ursache der Störung war. Aergerlich erzählte der Moosmuller am anderen Morgen hiervon seiner

»nb-lPrar?le 23ermufun9 °us, daß übermütige $en fKf| emen dummen Scherz leisteten. Aber die Müllerin entgegnete ganz gelassen: „Ah na - den Hebel hab i umg’stellt!”

benn??"- 2’?QrianW? $ift irisch roorb’n? Ja, warum

„Weil du allerweil im Wirtshaus hocken bleibst mit eine Freunberln, dis ’s beinahe scho wieber Morg'n is' Und weil i dos einfach nimma leib! Drum brah i euch do nun an allerweil um neun bös Liacht aus! Nacha woll n ma schon sehg'n, ob b’ hoarnkimrnst ober net'"

Unb die Müllerin führte ihren Vorsatz durch. So oft ber Moosmüller sich im Wirtshaus befand, verlöschte so gegen 9 Uhr jedesmal prompt und pünktlich das Licht Aufbegehren und Schimpfworte halfen ihm ebenso wenig wie die kunstvollen Vorrichtungen, die er erfand um vnm?.e^an9ni5DoIIen Schalthebel sicherzustellen. Und d'e„Muller,n tat noch mehr. Jedem, der es hören wollte erzählte sie ausführlich von den tieferen Gründen des nun so häufigen Lichtoersagens, so daß die Sache bald im gesamten Dorf bekannt war. Damit schuf sie sich Verbündete, gegen die der Moosmüller unbedingt unter- ttegen mußte. So oft er nun im Wirtshaus weilte, beobachteten Wirt, Kellnerin und Gäste aufmerksam bie Uljr, und sobald sich der Zeiger der neunten Stunde näherte, hieß es von allen Seiten: „Müller, schau daß b hoamkimmst, bei Alte löscht uns sonst ’s Liacht aus!” Dann schielte ber Müller ängstlich auf die groben Bau­ernfauste, trank sein Bier aus, verwünschte innerlich die ganze moderne Technik, bot grimmig eine Gute Nacht unb verschwand. Trost

Blutrache.

Reiseerlebnisse aus Kurdistan. Von Heinz Schäfer.

(Schluß.)

Achmed warf sich in die Brust und entgegnete scharf: "Du sprichst die Worte leicht aus, denkst aber nicht baran, daß du meinen Effendi, welcher als Gast deines Todfeindes dem Kurdenscheich im Kampfe helfen mußte wie einen Banditen behandelt hast; auch mich hast du in bte tiefe Zisterne werfen lassen, wo ich bei verwesten Lei- chen bie Nacht verbringen mußte. Bevor bich mein Lffenbi heilt, wirst du uns einige Fragen beantworten "

„Sprich", murmelte Mustafa.

"W-e viele Gefangene hast bu bei bem Kampfe ge­macht?” b

„Nur wenige, weil ich verwundet war. Dich und deinen Herrn haben wir bewußtlos aufgefunden, zwei Kurden sind erschlagen worben, ihre Leichen liegen in ber Grube, in ber bu gefangen warst.

--Was wolltest du mit meinem Effendi unb mit mir machen?”