Bilder vom Tage
Temperatur im Schatten
Der neue spanische Verfassungsenkwurf. Di« von der spanischen Regierung eingesetzte Kornmis- I-on zur Ausarbeitung der neuen Verfassung hat ihre Arbeiten abgeschlossen. Der von ihr revidierte Verfassungsentwurf trägt unitalischen Cha-
sprüche und Widerstände stößt, ist doch das eine zu sagen, daß, vom wirtschaftlichen Standpunkte aus betrachtet, für die ganze Welt die Notwendigkeit klar herausgestellt ist, daß es in Europa wie in Amerika so nicht mehr weitergehen kann, daß neue Wege begangen werden müssen, um Katastrophen zu vermeiden, um Schluß zu machen mit einer gänzlich verfehlten Reparationspolitik. Was immer kommen mag, welche Wege wir auch immer einschlagen, um unsere Ziele zu erreichen, so wird das eine stets zu sagen sein, daß unser Weg nur unter schweren Kämpfen und Opfern zu m Ziele führt, daß wir alle Kräfte anspornen müssen, um durch innere Einigkeit und Geschlossenheit in der Außenpolitik vor der ganzen Welt unseren Standpunkt des Rechtes und der Gerechtigkeit so wirksam vertreten zu können, daß der Erfolg schließlich auf unserer Seite liegt.
und eine Erweiterung der öffentlichen Verwaltung erfolgt. Diese
Rationalisierung des Verwaltung s a p p a r a t e s
soll nicht nur Klarheit und Einfachheit an die Stelle des bisherigen Neben- und Durcheinanders von behördlichen Zuständigkeiten setzen, vor allem auch eine
Entlastung des technischen Verkehrs zwischen den Behörden selbst und somit eine Verbilligung bringen.
Die Regelung soll an sich auch für die süddeutschen Länder gelten. Nur will man diesen gewisse Konzessionen dadurch machen, daß man ihnen eine größere Selbständigkeit in kulturellen Fragen gibt. Dieser große Entwurf zur Reichsreform ist natürlich verfassungsändernd und bedarf zu seiner Annahme einer Zweidrittel-Mehrheit im Reichstage. Man weiß in politischen Kreisen, daß es nicht leicht fein wird, diese Mehrheit zu erlangen, glaubt aber, daß die gewaltige Wirtschaftsnot die Parteien doch bewegen wird, die seit vielen Jahren bestehenden Schwierigkeiten aus dem Wege zu räumen.
Vizeadmiral Maximilian Graf von Spee, geb. 22. Juni 1861, gest. 8. Dezbr. 1914.'
Am 22 Juni a ber be. faen gQ(fIanbs{nfeIn
gefallene Vizeadmiral Maximilian Graf von Svee
™ 2ah " alt geworden Zu Beginn des Krie-
ges Chef des deutschen Ostasiengeschmaders be» ^reitete er den Engländern bei Coronel eine schwere
Niederlage, fand dann aber am 8. Dezember 1914 in der Schlacht bei den Falklandinseln, gegen drei
fach« Uebermacht den Tod auf seinem Flaggschiff ».Scharnhorst".
Sechs Tote durch Blitzstrahl.
Ber Sierpc im nördlichen Kongreßpolen hat Donnerstag abend in eine Scheune, in der eine Schar Knaben vor einem Gewitter Schutz gesucht hatte, der Blitz eingeschlagen. Die Knaben befanden sich unter Führung eines Offiziers und eines Unteroffiziers auf einer Felddienstübung. Ser tötete fünf Knaben und einen
Leutnant. Acht Knaben erlitten schwere, 30 leichte Verletzungen.
Die grotze Verwaltungsreform
Der neue Entwurf des Reichsinnenminifteriums.
Vom Nautilus.
Eine neue Havarie des Rordpol-Uboots.
wtb. Washington, 20. Juni. (Eig. Meld.) Eine fun- kentelegraphlsche Nachricht, die der Kreuzer Wyoming der das Arktis-Unterseeboot Nautilius nach Queenstown in Irland zu schleppen versucht, gestern abend im Ma> rine-Departement übermittelte, besagte, daß das Boa, seit gestern mittag auf 49 Grad 35 nördlicher Breite und 14 Grad westlicher Länge liegt, daneueStörunaen aufgetreten sind. Der S t e u e r b o r d m o t o r und das Periskop könne nicht mehr repariert werben Die Besatzung versucht, die Reise mit dem Backbordmotor fortzusetzen. ________________
* 400jähriges Bestehen des College de Franc« Das College de France feierte am Donnersta lein 400jähriges Jubiläum. Im Verlauf der ako demifchen Sitzung hat für die Preußische Akad mie der Wissenschaften Professor Lüders o sprachen. ______________
3ns Meer gestürzt.
Zusammenstoß zweier ikalienischer Bombenslu zeuge. — 5 Todesopfer.
wtb. Rom, 20. Juni. (Eig. Meld.) Bei B r i r disi stießen zwei Bombenwasserflugzeuge i einer Höhe von 20 Meter zusammen. Eines vo ihnen stürzte mit 6 Personen ins Meer, wobei •" ertrunken sind.
Ein Großflugzeug verbrannt.
Auf dem Pariser Flugplatz Le Bourget "r1 am Freitag ein dreimotoriges Flugzeug >ui (feuer vernichtet. Es handelt sich um einen eine) schweizerischen Gesellschaft gehörigen Apparat, de den Flugdienst zwischen Basel und Paris Versal Da Flugzeug gehörte früher dem belgischen F nanzmann Löwenstein, der, wie erinnernd auf tragische Weise auf dem Flug über den Ka nal ums Leben gekommen ist.
Lin Todesurteil. Der Maurer Hans Rup - pert aus Diepersdorf hatte, um sich Alimentenverpflichtungen zu entziehen, die 19jährige Arbei- I lertn«^^e $Le.r t l getötet, nachdem er vorher I m®6ger Fritz Loos gegen Versprechen eines Fahrrades und von 30 Mark zu dieser Tat zu überreden versucht hatte. Loos hatte es unterlassen, von dem ihm bekannten Mordplan Mitteilung zu machen. Das Schwurgericht Nürnberg verurteilte Ruppert wegen Mordes 3 u m T o d e und wegen eines Vergehens der Verabredung zum Mord 6U 'd r ei Jahren Gefängnis. Der Mitangeklagte Loos erhielt wegen des Vergehens der Verabredung zum Mord ebenfalls drei Jahre Gefängnis. Die bürgerlichen Ehrenrechte werden Ruppert auf Lebenszeit, Loos auf fünf Jahre aberkannt. * 1 * * * * 1 1
* Deutschlands schwerster Mann gestorben. Kürz- sich ist m Duisburg an den Folgen eines Ser^ ages im Alter von 47 Jahren Deutschlands schwerster Mann, Robert Roggendorf, gestorben. Vor ungefähr fünf Jahren trat die Duis- e^^-"E°*dgröße", die ein Gewicht von hatte, zum erstenmal an die Öffentlichkeit. • Natürlich hatte Roggendorf bei seinem gewaltigen Körperumfang mit allerhand Be-
Nach den Feststellungen des Magistrats von Nantes hat die Zahl der Opfer der Schiffskatastrophe bereits die Zahl von 400 überschritten, ohne Einrechnung der m- gekommenen Kinder und Mannschaft. Man muß b-' damit rechnen, daß die Gesamtzahl der Opfe 550 bis 5 8 0 Personen beträgt.
am 19. 6. -f-23,50 C
Höchste Temperatur in der Sonne am 19. 6. 4-25,5° C Niedrigste Temperatur feit 19. 6. 4-11,0 C
Niederschlag a 19.6.8 U. morg. - 20. 6.8ILjnorg. 0,5mm Relative Feuchtigkeit der Luft am 20.6. mitt 12 Uhr 64,0 ’/•
Besprechungen mit den Botschaftern.
Wie wir erfahren, hat der reparationspolitische Ausschuß des Reichskabinetts, der bekanntlich seinerzeit aus den Ressorts gebildet worden ist, die an den Fragen der Reparationen besonders beteiligt sind, am Freitag eine Sitzung abgehalten, an der auch die Botschafter Dr. H o e s ch und Dr. v. S chu- bert teilgenommen haben. Die Beratungen galten natürlich der Vorbereitung der Maßnahmen, mit denen das Reichskabinett die Revision einleiten will. Sie werden in den nächsten Tagen fortgesetzt. Inzwischen werden auch die Botschafter von Prittwitz und Neurath in Berlin erwartet I die sich bereits auf der Reise befinden. Diese Besprechungen, die bereits vor einigen Tagen angekündigt worden waren, weiden noch einige Zeit in Anspruch nehmen, da der Revisionsschritt bei der großen Bedeutung und den Schwierigkeiten des ganzen Problems natürlich einer eingehenden und sorgfältigen Vorbereitung bedarf.
* Vesichtigungsreise des Reichsverkehrsministers nach 2Rikkelbeukfchland.^Zur Besichtigung von Bau- I ten im Gebiete des Mittellandkanals begab sich Reichsoerkehrsminister von GuSrard am 17. Juni nach Hannover. Don hier aus wurden unter Teil- I nähme des Oberpräfidenten Noske von Hannover die Hindenburgschleufe bei Anderten sowie die Häfen der Stadt Hildesheim und der Jlseder Hütte besichtigt. Dann folgte der Besuch von noch im Bau befindlichen' Strecken des Kanals bei s Braunschweig und des Geländes, auf dem die Stadt Braunschweig soeben mit dem Bau ihres Kanalhafens angefangen hat. Am Abend fand zu Ehren des Reichsverkehrsministers eine Zusammenkunft statt. — Reichsverkehrsminister v. Gußr- I arö erklärte Donnerstag abend den Vertretern I der Magdeburger Tageszeitungen, er habe sich davon überzeugt, daß unter keinen Umständen davon die Rede fein könne, das große I Projekt des Mittellandkanals aufzugeben oder I vorläufig ein zu st eilen. Er hoffe vielmehr, wenn es ihm gelinge, das Projekt durch eine I ?-Ä?ndsanleihe zu finanzieren, den Kanal in höchstens 5 Jahren dem Verkehr übergeben zu I können.
* Schächlverbot in Braunschweig. Im braunschweigischen Landtag wurde am Donnerstag das Verbot des Schächtens von Tieren angenommen. I Das Gesetz tritt am 1. Juli 1931 in Kraft. Danach darf das Schlachten sämtlichen Viehs nur nach vorheriger Betäubung erfolgen.
fonderheiten zu kämpfen. Ein Stuhl , nicht für ihn. Sein Bett mußte ertra ftarf 9 ® baut werden. Besondere Schwierigkeiten „„tn®6 * *' den, als sich R. auf einer Schaurelle 5^ Deutschland befand. Mit der Eistnbahn er nicht fahren, da die Abteiltüren für ihn ,nrnte waren. Mit den üblichen Äraftmagen mOr ’r ^cht besser. Man sah s-ch schließlich^.zwunge7 einen Lieferwagen entsprechend umzubauen den Menschenkoloß in Deutschland von einem zum andern fahren zu können. u
Dem Nachrichtenbüro des BDZ. wird von gut- unterrichteter Stelle befanntgegeben, daß im Reichsinnenministerium unter Mitwirkung des preußischen Ministerialdirektors Dr. Brecht und des sächsischen Ministerialdirektors Dr. Poetzsch- Hoffer, der beiden Berichterstatter der zuständigen Ausschüsse der Länderkonferenz, ein Referentenentwurf über bie große Verwaltungsreform ausgearbeitet worden ist. Unter Beachtung der Beschlüsse des Verfassungsaus- schusses der Länderkonferenz sieht der Entwurf unter anderem eine
Vereinigung der Regierungen des Reichsund Preußens
vor, das Aufgehen mittlerer und kleinerer Länder in dieser Gemeinsamkeit und die
Durchführung einer verwaltungsmäßigen Neugliederung,
so eine stärkere Zusammenfassung des Verwaltungsapparates, und zwar derart, daß unter möglichster Ausscheidung von Zwischeninstanzen eine
Stärkung der Zentralgewalt
Ausschuß besteht aus sieben Vertretern der großen Notenbanken der Welt und vier hinzugewählten Vertretern, welche Sachverständige auf Spezialgebieten sind.
Wir haben auf eine solche Entwicklung und Möglichkeit ausführlicher Hinweisen zu sollen geglaubt, um aufzuzeigen, warum solche Wege nicht außer Acht gelassen werden können, da durch sie tatsächlich eine Revision des Poungplans eingeleitet wird. Bei allen Schritten, die wir unternehmen, bei allen Vorschlägen, die von dem Sonderausschuß gemacht werden können, liegt dann immer d l e letzte Entscheidung bei den Regierungen. Daher die andere Notwendigkeit, neben diesen Schritten auch die diplomatische Arbeit zwischen den Kabinetten weiter zu tätigen und auch für die politische Aufklärung Sorge zu tragen.
Wenn auch schon verschiedene (Stimmen des Auslandes zu hören sind, wenn man auf Wiber-
Mellons Besprechungen.
Ueber den Inhalt der Unterredungen des amerikanischen Staatssekretärs Mellons mit Mac bonalb weiß „Daily Telegraph" zu berichten, daß der Premierminister die augenblickliche Sage Europas und die Wirkung dieser schwierigen Situation auf das Reparationsproblem eingehend 1 auseinandergesetzt habe. Das Blatt fügt hinzu, Mellons Eindrücke würden zweifellos vervollständigt werden, wenn er bald in direkte Berührung mit Reichskanzler Dr. Brüning und anderen deutschen Staatsmännern käme. „Daily Telegraph" ist jedoch der Ansicht, daß es Mellon vielleicht Staatssekretär Stimson überlassen werde, Berlin zu besuchen. Die beiden amerikanischen Minister würden bann wohl in ber Sage fein, Prüsibent Hoover bestimmte Anregungen zur Erwägung ber bret Fragen: Reparationen, Kriegsschulben unb Kaufkraft des Goldes zu unterbreiten.
3ur Europa-Reife Sfimfons.
Die Vorbereitungen für die Europareise des Staatssekretärs Stimson sind nunmehr, wie I aus Washington gemeldet wird, so weit gediehen, daß bereits die Auswahl feiner Begleitung vorgenommen wurde. Außer Frau Stimson werden ftin persönlicher Assistent Klots, sein Adjutant Regnier und sein Privatsekretär Morlock an ber Reste teilnehmen. Die Rückkehr aus Europa dürfte MUte September erfolgen, bas Abfahrtsdatum ist bisher noch nicht festgesetzt.
Aus aller Welk.
Vor Blitz un- Augewitter. . «
Unwetter über Ostpreußen. — Fünf Todesopfer.
Am Donnerstagnachmittag und in den Abenb- ftunben gingen über Königsberg unb bie Provinz Ostpreußen mehrere schwere Gewitter meber. In Heitigenbeil erschlug ber Blitz in bem Wohnhaus eines Besitzers besten 19jäh- rigen Sohn und 32jährige Tochter. In Ortels- burg wurde die Familie eines Besitzers bei einer Begräbnisfeier von einem Gewitter überrascht. Der Blitz schlug in das Haus und tötete bie Frau des Besitzers und den Sohn eines anderen Landwirtes. Auch die übrigen Trauergäste erlitten Brandwunden. Auch im Kreise Insterburg traf ber Blitz das Haus eines Landwirtes. Der Besitzer wurde vom Blitz erschlagen, während die übrigen Bewohner mit dem Schrecken davonkamen, -öm Kreise Preußisch-Holland wurde eine 57jäh- nge Waldarbeiterin auf dem Heimweg von ihrer Arbeitsstätte vom Blitz getötet.
ziehen, würde erst nach drei Monaten, also am 15. November, wenn wir jetzt bas Transfer-Moratorium erklärten, wirksam werden. Don diesem Zeitpunkt ab würbe Deutschland nicht mehr in Jrember Währung, sondern in Reichsmark auf as Konto der B. I. Z. bei ber Reichsbank zu zahlen haben. Und erst ein Jahr später kann bann auch bie Ausbringung der ungeschützten Annuität zur Hälfte eingestellt werden.
Dieses Moratorium und der Ausbringungs- Aufschub, welche in erster Linie alsWahrungs- s ch u tz im Youngplan vorgesehen sind, würden in ihrem Wert sehr zweifelhaft bleiben unb die notwendige Gesamtlösung des Reparationsproblems nicht bringen. Denn wir müssen ja den Ausfall später nachzahlen.
Aber bie deutsche Regierung will durch den Transfer-Aufschub, der keine Erleichterung der Reparationslasten in der Praxis bringt, etwas Lanz anderes erreichen. Sie erstrebt dadurch vor allem die Einberufung des „Beratenden Sonderausschusses" der B. I. Z., welcher nach dem Poungplan „unverzüglich die Umstände und Verhältnisse untersuchen" muß. „die zu ber Notwendigkeit des Aufschubs geführt haben. Er soll ferner in eine gründliche Prüfung der Lage Deutschlands hinsichtlich der unter diesem i Plan ihm obliegenden Verpflichtungen eintreten". Dann hat der Sonderausschuß in seinem Bericht an die Regierungen vorzuschlagen, welche Maßnahmen ergriffen werden sollen. Der Ausschuß hat also nur Vorschläge zu machen, aber er rann doch nach seinem Ermessen Zeugen verneh- rnen, und ein Vertreter der deutschen Regierung . rwer der Reichsbankpräsident kann vor ihm erscheinen und die Gründe barlegen, aus denen Deutschland den Aufschub erklärte unb gleichzeitig bestimmte Maßnahmen mit Vorschlägen. Der
ratter, sieht aber eine Wirtschaftsautonomie für einzelne Gebiete vor. Ein Zweikammersystem ist vorgesehen; bie eine Kammer — ber Senat — soll jeboch nur beschränkte legislative Befugnisse erhalten. Die Stellung bes Präsiben- ten ist ber bes französischen Staatsoberhauptes nachgebildet. Der Entwurf sieht bie Trennung von Kirche unb Staat, ferner allgemeines unb gleiches Wahlrecht, das jedoch auf Personen männlichen Geschlechts beschränkt ist, vor.
* Reorganisation ber Verwaltung von Spanisch- Rlarokko. Der spanische Ministerrat hat ein Dekret über bie militärische Reorganisation von Spanisch-Marokko gebilligt. Danach wirb bie Schutzaktion Spaniens über Marokko von einem G e- neralrefiibenten unb Dbertommanbie« renben, bem bie militärischen Streitkräfte (bie spanischen wie bie ber Eingeborenen) sowie auch die Flottenstreitkräfte ber Protektoratszone unterstellt sind. Das Oberfommanbo hat bie Aufgabe, die Ordnung aufrecht zu erhalten. Zu diesem Zweck wirb ihm ein General unterstellt. Das Dekret bestimmt außerbem, baß bie Stäbte Ceuta unb Melilla sich allen politischen unb militärischen Maßnahmen bes Generalrestbenten zu fügen haben.
♦ „3m Westen nichts Neues" als künstlerisch anerkannt. Die Universal-Film-A.-G. teilt mit, daß I ber Film „Im Westen nichts Neues" am Freitag vom Lampe-Ausschuß als künstlerisch anerkannt worben sei.
fördern, daß wir zu gegebener Zeit mit der größtmöglichen Aussicht auf einen Erfolg uns an den Verhandlungstisch setzen können.
Auch bei unserem eigenen Volke muß der Glaube unb die Hoffnung auf bas Gelingen der schicksalhaften außenpolitischen Aktionen weiter gestärtt werben. Das ist keine leichte Aufgabe, wie unfaßlich es vielleicht auch klingen mag. Es sind zu viele Kreise und Gruppen am Werke, denen alles nicht schnell genug gehen kann, die in dem törichten Wahne leben, wir brauchten eigentlich nur unsere Zahlungsunfähigkeit zu erklären und die Zahlungen einzu stellen, dann würden die Reparationsmächte von selbst den Poungplan aufheben ober ihn nach unseren Wünschen umgestalten. Wir warnen nachdrücklichst vor solchen Auffassungen unb Methoden. Sie würden uns nur in eine unmögliche internationale Situation hineinmanövrieren, würden uns völlig isolieren unb auf ber anderen Seite die Front der fünf alliierten Hauptmächte wieder zusammenschweißen.
Die zwelle Möglichkeit, eine Revision einzu- leiten, besteht für uns darin, daß Deutschland das sogenannte „Transfer-Moratorium" verlangen kann. Deutschland könnte fordern, daß unter §'wissen Voraussetzungen der größte Teil seiner abhingen nicht mehr in ausländische Valuta verwandelt und an die Gläubigermächte weiter- gegeben wird, sondern daß er in deutscher Währung bet der Bank für Internationale Zahlungen in Basel zur Einzahlung kommt. Wir haben für bas Reparationsgeschäftsjahr vom 1. April 1931 bis 31. März 1932 1618,9 Millionen Reichsmark in gleichen Raten am 15. jedes Monats an reinen Reparationen zu zahlen. Hiervon beträgt der ungeschützte Teil 660 Millionen, die wir unter allen Umständen zu bezahlen haben, ganz gleich, wie sich unsere Verhältnisse darstellen oder noch gestalten mögen. Auf diesen ungeschützten Teil entfallen Sachlieferungen im Werte von 650 Millionen. Der Transfer-Aufschub würde sich daher zunächst nur auf bie verbleibenden rund 308 Millionen be=
Skribrny,
ber ehemalige tschechische Eisenbahnminister, btt« bet den Mittelpunkt eines umfangreichen Korrup- lions-Skonbals, ber gegenwärtig vor bem Untersuchungsausschuß bes tschechisches Parlaments auf- gerollt wirb. Stribrny wirb beschuldigt, sich unb
1 Freunde rücksichtslos aus Staatsmitteln be
reichert zu haben.
Aeues in kürze.
3m Palast ber Brüsseler Akademie fand Dc nerstag nachmittag eine feierliche Sitzung y (sljren Professor Piccarbs unb seines Assi ftenten Dr. Kipfer im Beisein bes Kö nigs unb ber Königin statt. Unter ben zahlreichen Anwesenden befanden sich u. a. bas Diplomatische Korps, alle belgischen Minister und viele Professoren.
I Wie Haoas aus Marseille berichtet, ist die Sage des am 25. Mai bei Kap Pera (Insel Mallorca) gestrandeten französischen Dampfers „Elgolea" so kritisch, baß man bas Schiff als verloren ansehen muß.
Wie wird das Wetter?
Das Tiefdruckgebiet, an dessen Vorderseite bei südlichen Äwden wieder Erwarmung eingetreten war, verliert rato Z"tensität. Daher werden die Niederschläge vor- aussichtlich bald beendet sein. Hinter diesersEtörung dringt mit sehr kräftigem Barometeranstieg kalte Luft gegen den Kontinent vor. In ihrem Bereich wird die Witterung vielfach wolkig, aber nur noch zu geringen Schauern ae- neigt sein. Die Ueberschwemmunq mit kalter Luft laßt aber voraussichlich vorerst keine Beständigkeit des Wetter» aufkommen.
Witterungsaussichten für Sonntag: Wolkig bis auf= warm"b' EEwzelt etwas Schcruerneigung, nur mäßig
lempetafot- und Varoniekerskaud in Fulda.
_____Mitgeteilt von Diplom-Optiker Sauerdorn.
Tödlicher Flugzeugabsturz des australischen Civillustfahrl inspekkors.
wtb. Melbourne, 19. Juni. (Eig. Meld.) Die Seid des Inspektors der Civilluftsahrt Ekins, der feit seiner Abfluge nach Albury vor 10 Tagen vermißt wurde, in dem Tallarook-Gebirge unter den Trümmern fc Maschine gefunden worden.
Das Toten-Schiff.
Die Gesamtzahl der Opfer beträgt 550—580 Person
Wie Haoas aus St. Nazaire berichtet, hat it Taucher, der gestern nach dem Wrack des untergegan genen Schiffes „St. Philbert" suchte, festgestellt, da! dieses neben der Fahrrinne liege und somit bet Schiffsverkehr nicht behindere. Die He b u n g des Schiffe: sei noch immer ein außerordentlich schwierigerBer !u $' da der Rumpf des Schiffes von Flut zu Flut tiefer in den Meeresboden einsinke.
Segelflug über dem Aermel-Sanal.
wtb. London, 20. Juni. (Eig. Meld t „ länder Lisiant Beardmore hat als erste? geller nachmitag in einem motorlosen Segelflugzeua h,„ gr melkanal überquert.' M ' 9äeU9 öen 2ler
* Die Veisehungsfeierlichkeiten in Rankes Don nerstag vormittag mürben in Nantes 70 'vnier der Schiffskatastrophe von St. Nazaire in feftr- l'cher Weise beigesetzt. Die Regierung war durch Außenminister Brianb unb burch ben Unter staatssekretär für bie Handelsmarine b e Chan pebelcine vertreten. Die Gedächtnisrede hielt be Chappebelaine. — Wie bie Abendblätter melden, glaubt man, bas Wrack bes „Saint Bhu bert" nunmehr festgestellt zu haben Es soll 250 Meter nordwestlich ber Bucht von Cba teures liegen. Man hoffe, bei Ebbe Tauchversuche unternehmen zu können.
'M
Barometerstand
(aus Meereshöhe rebufliert)
Thenno- meterstant
19. 6. 6 Uhr abends
20. 6. 8 Uhr morgens
20 6.12 Uhr mittags
758,0 mm
761,0 mm
761,5 mm
4-21,5» C
4-18,0° C
4-24,0« C