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Ar. 141

Verlage zur Fuldaer Zeitung

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Die Enzyklika QntinMmo anno

„Padre-sama, Ihr müßt fliehen", stößt er mit unter- Die kleine Hana lacht, wenn er das Netz wieder über.

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drücktet Stimme hervor, „Soldaten sind da!"

den Lehrer und den Seelsorger hin, die deinen Kindern Religionsunterricht geben. Auch sie sind berufen, Menschen zu fangen. Gewiß kannst du deine Erziehungsarbeit recht innig mit der ihren verbinden. Tn das nur, aber deine Verpflichtung bleibt trotzdem bestehen.

Chri st lich erziehen heißt Menschen für Christus gewinnen. Wir müssen uns schon einmal etwas genauer überlegen, was das heißen soll. Wenn du dein Kind recht fleißig be­ten läßt und es viel in die Kirche schickst, ist es dann für Christus gewonnen? — Verstehst du, was ich mit dieser Frage sagen will? Du merkst wohl, daß es mir darauf ankommt, hinter das Gewohnheitstun zu schauen. Du kennst doch das Wort des Heilands von den übertünchten Grä­bern. Ein Gewohnheitsgebet etwa kann viel Aehnlichkeit mit einem übertünchten Grab haben, wenn nicht der ganze Mensch in uns zu Gott in Beziehung steht, wenn das Gebet auf den Lippen hängen bleibt. So soll auch dein Kind nicht nur äußerlich auf die religiösen Gebräuche als Ge­wohnheit eingestellt sein, auf das Kirchengehen und Beten. Nein, sein junges Herz soll für den Heiland gewonnen sein.

Du atmest schwer auf und sagst, daß das eine schwere Aufgabe sei. Das gebe ich dir zu. ich weiß das aus eigener Erziehungserfahrung. Wie leicht ist wegen einer Lüge oder einer Ungezogen­heit eine Ohrfeige gegeben. Ob das Kind dadurch zur Wahrheitsliebe oder besserem Betragen ge­führt worden ist? Ich glaube eg nicht ohne wei­teres. Meist machst du es durch Strafen oder Schläge nur vorsichtiger und versteckter dir ge­genüber. Das ist sicherlich kein Men^chenfang für Christus. Die Aufgabe fängt dann erst richtig an. D" heißt es die Sündhaftigkeit — meist ist es auch nur Unachtsamkeit — seiner Handlung vom Kinde erkennen zu lassen, es auf die Unterschei­dung von gut und bös so hinzuführen, daß es das Gute liebt.

Die Aufgabe ist schwer, aber ich will dich nicht mutlos machen. Du wirst der Aufgabe am besten gerecht, wenn du deine Schwächen mit de­nen des Kindes vergleichst, wenn es dir klar wird, daß i n dir selb st noch in vielem der Mensch für Christus zu gewinnen ist, dann kommst du in der Demut den Jüngern näher und du wirst ihnen auch im Erfolg des Fischfangs etwas näher kom­men.

holt und die Fischlein ins Boot purzeln. Alles scheint im tiefsten Frieden. ’

Schilling, Tübingen.

Pflichten des Eigentums find Recht und Gebrauch zu unterscheiden. Jenes bestimmt sich nach der Norm der Verkehrsgerechtigkeit: die Verteilung der Güter wie das fremde Recht ist unverletzlich. Der Gebrauch daoegen regelt sich nach den sitt­lichen Normen. Eigentumsrecht und sittlicher Ge­brauch sind daher nicht in denselben Grenzen be­schlossen, und noch weniger wird das Eigentums­recht durch Mißbrauch oder Nichtgebrauch einge­büßt. Die. Grenze für das Eigentum und dessen Gebrauch ist in der sozialen Notwendigkeit ge­geben. Damit hänat zusammen, daß iin Lauf der Zeit die Eigentumsformen sich ändern konnten. Natürlich muß alle Will­kür fernbleiben und darf das Eigentumsrecht nicht ausgehöhlt werden. Der Einzelne und die Fa­milie und ihre Rechte find älter als der Staat. Vom Ueberfluß zu spenden, ist ernste Pflicht: große Mittel zur Arbeitsbeschaffung zu verwen­den, Sache der Hochsinnigkeit. Erwerbstitel sind die Okkupation und die den Stoff veredelnde Ar­beit, die jedoch nur im eigenen Namen vollzogen Eigentum Verleihs. Dies gilt also nicht von der Arbeit in fremdem Dienst.

Kapital und Arbeit

sind aufeinander angewiesen, kein Teil darf da­rum die Frucht des Zusammenwirkens allein für sich beanspruchen. Die Theorie, wonach dem Ar­beiter der ganze Ertrag mit einigen Abzügen ge­höre, ist also ebenfalls unrichtig — eine Theorie, die noch gefährlicher (weil in ihrem Unrecht nicht so leicht durchschaubar) ist als die sozialistische For- derung der Sozialisierung der Produktionsmittel. Freilich ist die tatsächliche Verteilung eine ungerechte; sie muß fortan nach dem Grundsatz der sozialen Gerechtigkeit erfolgen. Von außerordentlicher Bedeutung ist das Ziel'der Ent- proletarisierung, zu erreichen dadurch, daß die Proletarier zu einem kleinen Vermögen kommen. Die Voraussetzung bildet die Bezahlung des

gerechke» Lohnes.

Dem Familienvater ist der F a m i l i e n l o h n zu bezahlen: die staatliche Autorität hat mit Rück­sicht auf die soziale Gerechtigkeit zu sorgen, daß die Löhne für die erwachsenen Arbeiter nicht un­ter einen Betrag herabsinken, der für den Unter­halt einer Familie ausreicht. Für kinder­reiche Familien ist entsprechend zu sorgen. Zu berücksichtigen ist auch der Stand

Hastig schildert er, was er gesehen. „Acht Boote kamen mit depi Wind von Norden. Sie hatten alle Ruder ein- gezogeb und ließen sich vom Winde treiben. Drei Boote trennten sich und gingen oben an den Strand. Soldaten sind darin oder Ronin. Sie ziehen ihre Rüstungen an, über fünfzig Krieger. Das eine Boot liegt hinter Tako- shima, der Insel drüben. Die andern sind weiter gefah­ren wollen sicher unten an den Strand. Padre-sama, sie wollen dich fangen!"

Einen Augenblick ist alles wie erstarrt. Sie schauen auf Nakaura, der einen Augenblick überlegt. „Gut, ich werde fliehen. Die Christen von Buzen und Chikugo warten auf mich. Noch ist meine Stunde nicht da."

„Schnell, Padre-sama! Noch ist das Dors frei. In den Wald und in die Berge!"

„Nein, das kann ich nicht! Ich muß später mit euren Booten weiter! Ist nirgends ein Versteck in der Nähe oder im Dorf?"

„In die Berge, Padre-sama!" dringen alle in ihn.

Nur der alte Thomas weiß einen Ausweg. „Flieht in den Tempel! Da wird euch niemand suchen. Die Mauer ist hoch. Aber Akira kennt einen Weg hinüber. Padre- sama, schnell!"

„Gut, ich gehe!" Segnend hebt er die Hände, und alle Anwesenden, Christen und Katechumenen, knieen nieder. „Nun geht an eure Arbeit, flickt eure Netze, schafft, wie ihr es alle Tage tut, und macht nichts auffällig! Denkt an Jakob und Luzia, sie werden für euch beten! Seid stark!"

Vorsichtig lugen sie durch die kleine Hintertür. Der Padre und der kleine Akira fliehen, in den Schatten des Hauses gebückt, hinaus und sind bald unter den Kiefern und dem schützenden Buchendickicht verschwunden.

Auch der Unglücksbote geht und sitzt schon wieder am «trand, pfeift eine Melodie und flickt an seinem Netz. Einer nach dem andern verläßt das Haus des alten Tho­mas, der selbst mit einem Netz auf dem Rücken hinaus- zieht zu feinem Boot und mit der kleinen Hana auf die See fährt und über dem seichten Wasser sein Rinqnetz auswirft.

Kleine Mitteilung.

Eine volkstümliche Heilige im deutschen Film.

Zum 700jährigen Jubiläum der hl. Landgräfin Elisabeth von Thüringen, dieser wahren Freun­din der Armen und Bedrängten, wird im Rah­men der in Deutschland erfolgenden Feierlichkei­ten auch der Film eine wichtige Rolle spielen.

Die Leo-Film AG., München, arbeitet ne­ben anderen Filmaufgaben zur Zeit an einem neuartigen Elisabethfilm, der anläßlich des im August stattfindenden deutschen Katholikentages in Nürnberg zur Welturaufführung gelangt.

Dieser Film, „Sankt Elisabeth in unseren Ta­gen", wird ein Kulturdokument besonderer Art, weil er das Mittelalter unmittelbar in innere Be­ziehung zur Neuzeit stellt. Das Werk bringt durch symbolische Spielszenen die ideale Aufopfe­rung der Landgräfin für ihre Mitmenschen in engste Verbindung mit der heutigen Karitasfür» sorge, deren neuzeitliche Liebeswerke wir in Aus­schnitten erleben, lieber dem Thema liegt wie ein glänzender Teppich, die gerade heute so wich­tige Mahnung ausgebreitet: Liebet euren Näch­sten wie euch selbst! Hierdurch wirkt der Film nicht als verklungenes Spiel alter Zeiten oder allein als interessante Jubiläumsgabe, sondern er wird durch seine soziale Prägung zu einem wah­ren Dokument unserer eigenen Zeit, durchglüht von hohem ethischen Wert.

In diesem Wechselspiel — Armut und Reich­tum — Neuzeit und Mittelalter — werden uns interessante Einblicke in die Kulturgeschichte des 13. Jahrhunderts gegeben, das bekanntlich so reich an großen Gestalten und heroischen Leistungen war.

Der Fischfang.

Betrachtung zum Sonntagsevangelium.

Die Jünger haben die ganze Nacht gefischt und nichts gefangen. Aber als Jesus sie die Netze noch einmal auswerfen ließ, da fingen sie eine fo große Menge, daß ihr Netz zerriß. Die Jünger staun­ten über das neue Wunder, das sie soeben erlebt hatten und waren ergriffen. Sie waren keine Grübler, die das Unterste zu oben kehren, um noch eine natürliche Erklärung für das zu finden, was sich ihren Augen darbot. Das hätte doch alten Fi­schersleuten, wie sie es waren, nahe gelegen. Eine besondere Strömung könnte die Fische mit sich ge­lockt haben, so daß eb"" der Erfolg auf Zufall be= ruljte. Nein, nichts von alledem überlegen feie jünger. Die Gegenwart des Heilands und fein SBort gibt ihnen die sichere und wahre Erklärung: weil der Herr es wollte, war ihre Arbeit geseg­net.

Und Petrus ist am tiefsten von dem wunder­baren Geschehen erfaßt. Er fällt nieder und fein (Srgrtffenfein findet den demütigen Ausdruck: Geh weg von mir, denn ich bin ein fündiger Mensch. Aber der Herr geht nicht weg von ihm, er zieht chn noch fester an sich heran, weist ihn auf seine Aufgabe hin: Fürchte dich nicht, von nun an mir ft d u Menschen fangen.

Stuf Menschen fang wird Petrus hinge- wlesen. Und dieser Menschensang ist nichts ande­res als die Aufgabe, Menschen für Chri­sts su n d sein Reich zu gewinnen. Ge­schlecht wächst um Geschlecht heran, immer neue Seelen sind für Christus zu werben. Und die Auf­gabe besteht fort für jeden, der sie einmal ver­nommen hat. Solange Menlchen auf der Erde kommen und gehen, solange wird feer Auftrag Jesu bestehen bleiben.

Geht er auch dich und mich an? Ich glaube wohl, wenn ich auch deine fragende Miene von vornherein verstehe. Du willst daraus Hinweisen, daß Petrus zum Vorsteher der Kirche berufen »erben sollte, daß jene Aufgabe vornehmlich für bte Führer der Kirche, für den Papst und die Bi­schöfe, gelte.

Zch will dir kurzerhand eine Gegenfrage vor- legen: Wer soll deine Kinder fürChri­stus erziehen, der Papst oder der Bischof? — Du siehst, daß auch du vom Herrn zum Menschen- sang bestimmt bist. Du kommst nicht von deiner Ausgabe los. Vielleicht weisest du mich noch auf

Vierter Sonntag nach Pfingsten.

Eingangslied. (pf. 26,1 n. 2.)

Der Herr ist mein Licht, mein Heil, wen soll ich fürchten? Der Herr verteidigt mein Leben, vor wem fall ich zittern? Die mich plagen, meine Feinde, sie brechen zusammen und stürzen. (Pf. ebd. 3.) Ob auch ein Kriegslager wider mich auf­steht, mein Herz fürchtet sich nicht.

Epistel. (Röm. 8, 18—23.)

Brüder! Ich bin überzeugt, daß die Leiden dieser Zeit nicht zu vergleichen sind mit der Herr­lichkeit, die einmal an uns offenbar wird. Mit Sehnsucht harrt auch feie Schöpfung auf die Of­fenbarung dieser Herrlichkeit an den Kindern Got­tes. Denn auch sie ist der Nichtigkeit unterwor­fen, nicht freiwillig, sondern durch den, der sie unterworfen bat. Doch gab er der Schöpfung die Hoffnung, daß auch sie einst von feer Knechtschaft der Verderbnis befreit und zur herrlichen Frei­heit der Kinder Gottes gelangen wird. Wir wissen ja. wie immer noch alle Geschöpfe seuf­zen und in Wehen liegen. Aber nicht nur sie, auch mir, die wir die Erstlinge des Geistes besitzen, wir seufzen in unferm Innern auf, harrend der Kind- schaft Gottes und der Erlösung unseres Leibes: durch Christus Jesus, unfern Herrn.

Evangelium vom guten Fischfang.

Der Aebersall.

Von Georg Alfred Lutterbeck S. I.

(Leseprobe aus dem stofflich reichen, span­nenden Buch: „Die Jagd über die Inseln". Eine Erzählung aus den Kämpfen der japani­schen Kirche. Von Georg Alfred Lutterbeck S. I. Mit Bildern von Lothar Rohrer. Aus fernen Landen Eine Sammlung illustrierter Erzählungen für die Jugend. Reue Reihe 38. Dd. Freiburg i. B., 1931, Herder. In Lein­wand 2,80 Mk.

3n Higo ist noch alles im tiefsten Frieden. Eine Reihe Fischerhäuser steht nicht fern vom Strand, auf dem die Kähne hochgezogen sind, u. Netze hängen vor den Hütten.

Fern über das Meer schauen die blauen Berge von Kiushu, und deutlich sichtbar ist die Nase von Kap He. Ganz in der Nähe liegen einige kleine Inseln in der un­endlichen Fläche des leicht bewegten Wassers.

Aufwärts den Bach hinauf, der zwischen den Häusern hinuntersprudelt, liegt ein altes Buddhaheiligtum, ganz unter Kiefern versteckt, das, so geht die Sage, vor langen Zeiten von einem reichen Mann gebaut worden war, der nach einem Schiffbruch hier lebend an den Strand ge­worfen wurde.

In der Nacht haben die Fischer, ungesehen von den arg­wöhnischen Bonzen, den Padre-sama hereingeholt, der ihnen dann das Opfer dargebracht und den Heiland ge­reicht hatte zur Stärkung in diesen Zeiten der Leiden.

Juliano Nakaura (lies Naka-ura), der Padre-sama, ein echter Japaner mit feurigen, klugen Augen, sitzt unter den armen Leuten und tröstet sie. Seine Gestalt, die von tausend Entbehrungen zeugt, ist immer noch aufgereckt, und der dünne, schneeweiße Bart gibt seinem Antlitz einen Zug, der jeden zur Achtung fordert.

Und wirklich schauen die Fischer mit sichtbarer Ver­ehrung zu ihm auf. Er ist ein Prinz, von hoher Geburt, und das hat in Japan immer gegolten: er war in Rom und hat den Heiligen Vater gesehen, einer von den weni­gen und der letzte aus ihnen, der noch lebt. Er ist ein Priester und gehört zu jenem Orden, von dem auch der hl. Furanzisuko, der erste Bote des Christenglaubens in Japan, war.

„Nicht lange kann ich bei euch bleiben", sagt Nakauro, als sie sich nach der hl. Messe auf die Matten der Hütte hocken, „ich muß weiter. Die Christen von Kiushu ver­langen nach einem Priester."

„Padre-sama, wir danken dir, daß du kamst und uns nicht vergessen hast. Wir haben solange keinen Priester mehr gesehen. Der letzte kam, als der kleine Akira eben geboren war, und Hana ist noch nicht getauft und ist doch schon vier Jahre alt geworden".

„Morgen, mein lieber Thomas, werde ich die kleine Hana taufen. Und sie soll Agnes heißen. Vielleicht muß auch sie einmal ihr junges Leben dem Heiland opfern. Aber dann, meine Kinder, dann muß ich weiter."

„Padre-sama", fragt Thomas weiter, „du kommst doch von Yamaguchi. Hast du nichts von meinem Sohn ge­sehen und' seiner Frau, die beide in die Stadt hinaufge­gangen sind? Sie wollten wieder einmal einen Priester sehen und den Herrn empfangen."

„Dein Sohn hat mich hierhergeschickt . . ."

Als der Padre eine Pause macht, flüstert Thomas glücklich: „Ja, es sind gute Kinder!"

„. . . Aber", fährt der Padre fort, „Jakob und Luzia konnten nicht mehr mitkommen. Thomas, du mußt für die beiden Waisen sorgen. Ihre Eltern sind bei Gott".

„Hat man sie gefangen? Sind sie tot?"

„3a!"

Thomas will weiter fragen, aber Nakaura winkt ihm ab und sagt: „Erlaß es mir, ihren Tod zu schildern. Sie sind für ihren Glauben gestorben."

Einen Augenblick ist es still. Die kleine Hana weint, und in Akiras Augen steht ein Leuchten. Er ist ganz stolz und versteht mit seinen sieben Jahren schon etwas von der Größe des Todes für den Glauben.

Der greife Thomas murmelt leise: „Wäre ich doch bei ihnen gewesen!" «.

Akira, der sonst so mutwillige, kommt auf den Pater gu, küßt seine Hand und sagt: „Padre-sama, ich will auch Märtyrer werden! . . ."

.. In dieses heimliche Glück stürzt durch die Matte der Tür ein junger Bursche. Offenbar hat er gerade die Netze geflickt, denn Faden und Ahle hat er noch in der Hand.

des Unternehmens. Ueberfeies ist das Gemeinwohl maßgebend. Allzu hohe Löhne mie allzu niefenae widersprechen der sozialen Gerechtigkeit, denn es muß Prinzip und Ziel sein, möglichst vielen Ar­beitswilligen Beschäftigung zu geben.

Eng verbunden mit der Frage der Löhne ist die der Preise: auch hier muß die organische Idee entscheidend bleiben. Ferner ist die gesamte soziale Ordnung im christlichen Sinne su erneu­ern, es muß eine Reform der Institutio. nen wie der Gesinnungen erfolgen. Infolge des Individualismus stehen Einzelner und Staat einander unvermittelt gegenüber. Deshalb muß der Grundsatz der „subsidiären Funktion" wieder zur Geltung gelangen:

Aufgaben, die untergeordnete Gemeinschaften zu erfüllen vermögen, dürfen nicht höheren oder etwa dem Staat zugewiesen werden — es ist die hierarchische Ordnung im sozialen

Leben zu wahren.

Ein Hauptziel feer Sozialpolitik muß insbeson­dere die Umbildung der Klassen zu Ständen fein. Auf den Berufsständen muß sich die Gesellschaft aufbauen: nicht die Stellung auf dem „Arbeits­markt", sondern die soziale Aufgabe unfe die or­ganische Idee ist entscheidend. Arbeiter und Ar­beitgeber müssen sich so zusammenfinden, geleitet con demselben Interesse und von der Hingabe an das Gemeinwohl. Wirtschaftliches Prinzip darf nicht feie schrankenlose Konkurrenz sein, sondern nur die soziale Gerechtigkeit und Karitas. Dazu internationale Bemühungen, Vereinbarungen und Einrichtungen auf wirtschaftlichem Gebiet. Was die

Syndikate

und die berufsständischen Vertretungen betrifft, ausgestattet vom Staat mit weitreichenden Kom­petenzen, so ist der Nutzen dieser Organisation nicht zu verkennen, aber es ist zu befürchten, daß weniger eine Förderung der sozialen Ordnung als eine Bürokratisierung und Politisie­rung die Folge sein wird. Große Aufgaben er­öffnen sich hier der katholischen Aktion.

(Schluß folgt.)

Unter dem Ufergeftrüp Takoshimas hat sich das Seit« boot der Rvmn verborgen. Der Mast ist gekappt. Die Rüstungen sind vvm Boden verschwunden. Alles steht gewappnet, Helme auf den Köpfen, das Visier vorge- schnallt. Nur der Ges sselte liegt krumm geschlossen und gckneb <t zwischen den Bänken.

Im Norden sind die Leute schon im Wald verschwun­den, während sie im Süden grade ausbooten, als Tho­mas sein Schiffchen ins Wasser stößt.

„Korewa shimatta! Daß der Kerl grade jetzt heraus- fahren muß! Der wird Lärm schlagen, und wir greifen in die Luft."

„Noch", will Kenkazuki den Führer beruhigen, „noch sind die Leute durch das Kap mit seiner Waldspitze ge- deckt. Wenn er nur nicht zu weit vorkommt!"

„Dann müssen wir hier los! — Die Ruder bereit!" zischt der Befehl ins Boot hinunter.

„Ist das Dorf umstellt?"

„Nein!"

„Also wird es eben im Sturme genommen!"

Der alte Thomas ist schlau genug und fährt nicht weit hinaus. Ruhig kreuzt er hin und her.

Haraguro wird immer ungeduldiger. Sind die Kerle heute langsam! Wenn doch das Zeichen käme! Endlich! Haraguro springt den Hang hinunter, daß die Panzer- ringe klirren.

„Los!"

Wie ein Pfeil schießt das Boot aus dem Dickicht auf feen alten Thomas zu, der ehrlich erschreckt das Netz, das er gerade über dem Kopfe schwang, ins Schifflein zurück- fallen läßt.

„Tono, bo aifatfu! — Ich grüße dich, Herr!" stam- melt er.

"Ans Land mit dir, du alter Hund, und schnell!" kommt barsch die Antwort.

Beide Schiffe eilen auf den Strand zu, da kommt aus dem Walfee ein wildes Geheul, und Haraguro, der zwar kein Wort versteht, deutet es nach feinen Wünschen und jubelt auf: „Gelungen!"

Von Univ. Prof. O.

Nun ist feie soziale Kundgebung erfolgt, feie viele ersehnten, damit der fortschreitenden Zerklüftung im katholischen Lager Einhalt geboten würde: nach feer manche extreme Sozialreformer stürmisch verlangten, damit'sie ihr Programm approbiere; auf die sich einige sogar schon zum voraus beriefen, um ihre weitgehenden Reformgefeanken zu rechtfertigen. Zunächst soll noch einmal der Inhalt der neuen Enzyklika dar- getegt werden, worauf eine kurze Würdigung folgt.

1.

Die neue Enzyklika will an die

Segnungen der Enzyklika Serum nooarum erinnern, will einzelne Soziallehren noch ge­nauer fixieren, den modernen Kapitalis­mus und Sozialismus beurteilen feie Wurzel der sozialen Verwir­rung a u f 3 e i g e n und den Weg zur Rettung weisen. Die Soziallehren Leos XIII. feierten ei­nen förmlichen Siegeszug durch die Welt. Die Staaten mürben für den Gedanken der Sozial­politik und der Arbeiterschutzgesetzgebung gewon­nen. Das Vereinswefen wurde gepflegt;'auch auf die ländliche Bevölkerung und den ' Mittelstand griff der Organifationsgefeanfe über. Gegen neu­trale Gewerkschaften hat die Kirche unter bestimm­ten Voraussetzungen nichts einzuwenden. Als Magna charta hat der fozialchristlichen Bewegung die Enzyklika Rerum novarum zu dienen.

Die Kirche besitzt, soweit die sittlichen Grund­sätze und das letzte Ziel in Betracht kommen, auch auf sozialem und wirtschaftlichem Gebiete Autori­tät. Was feie

Eigentumslehre

betrifft, fo betont die Kirche, unter Ablehnung des Individualismus und des Kollektivismus, so­wohl den individuellen als auch den sozialen Charakter des Privateigen­tums. Dieses ist notwendig, damit die Erden­güter ihre Bestimmung für alle erreichen und da­mit der Einzelne für sich und feine Familie zu sorgen vermag. Andererseits ist gebührende Rücksicht auf bas Gemeinwohl zu nehmen. Wer von dieser Norm abweicht, verfehlt sich durch sozialen Modernismus. Keineswegs kann man der Kirche vorwerfen, sie habe ein heid­nisches Element in feen Eigentumsbegriff ihrer Theologen einbringen lassen. Hinsichtlich der