Gottesdienst-Ordnung
Marktstraße 15
Telefon 578
katholischer Gottesdienst.
Sonntag, den 21. Juni 1931.
Sonntag, 21. Juni, abends 81'« Uhr Evangelisations- Versammlung. Redner Prediger Iäck, Soisliden. Freitag abend 8’ « Uhr Bibel- und Gebetstunde.
Schlägerei in Thüringischen Landtag.
Nationalsozialistische prügel-,gelben“.
mib. Weimar, 19. Juni. (Eig. Meldg). Im Landtag kam 'es heute zu Tumulten. Als der Abg. S a u ck e l (Nat.-Soz.) vom nationalsozialistischen Auflösungsantrag sprach, rief ihm der sozialdemokratische Ab. Grundier mehrere Bemerkungen zu, die Sauckel als Beleidigung auffaßte. Er verließ das Rednerpult und forderte GrünÄler auf, mit ihm den Saal zu verlaffen. Während dieser Auseinandersetzungen gruppierten sich Abgeordnete der verschiedensten Parteien um die Streitenden. Der Abg. Poppenbroock (Nat.-Soz.) versetzte Grundier von hinten einen Schlag ins Genick, worauf Abgeordnete Stühle und Pult deckel ergriffen. Nach einer Viertelstunde war der Saal geräumt und der Aeltestenrat trat zu einer Sitzung zusammen.
Verantwortlich für die Schristleitung: t. P. Dr Karl Zluftermann, für den Anzeigenteil: Johannes Parzeller. Direktor der Fuldaer Actiendruckeret.
l Dienstmädchen Graf in Hildburghausen er» mordet.
— Dermbach. (Von einem Baum tödlich a b g e st ü r z t.) Der aus Eisenach gebürtige Kriegsinvalide Otto Kretschmann, der damit beschäftigt war, dürre Aeste von einem Baum abzuschlagen, stürzte aus beträchtlicher Höhe ab. Er brach das Genick und wurde mit schweren inneren Verletzungen ins Krankenhaus gebracht, wo er kur,ze Zeit nach der Einlieferung starb.
— Vacha. (TödlicherUnfall im Schacht.) Auf Schacht Wintershall ereignete sich ein schwerer Unfall, der ein Todesopfer forderte. Der Hauer Hans Thorn a gel geriet zwischen zwei Wagen und wurde so schwer verletzt, daß er an den Folgen der Quetschung im Krankenhaus starb.
Katholische Welk.
Volksvereinskursus in Paderborn.
Vom 6. Juli bis 15. August.
Der diesjährige 25. volkswirtschaftliche und staatsbürgerliche Kursus des Volksvereins wird in den Wochen vom 6. Juli bis 15. August im Volksbildungsheim „Franz-Hitze-Haus" in Paderborn abgehalten. Der ! Volksverein sieht angesichts der Not der Zeit es als seine besondere Ehrenpflicht an, in diesem Jahre suchende und ringende jüngere Menschen zu diesem Kursus einzuladen Für die Teilnahme kommen in Frage insbesondere solche Erwachsene, die nicht die ausgesprochene Absicht haben beamtete Führer zu werden, die vielmehr im Arbeit-oer- haltms als Arbeiter, Kaufleute, Angestellte, Handwerker Staats- oder Gemeindbeamte bleiben, die aber als Menschen des Vertrauens unter ihren Kollegen, in- ihrer Gemeinde, in den heimischen Körperschaften des öffentlichen Lebens als Mitträger der Verantwortung und ehrenamtliche Führer wirken wollen.
Der Volksoerein will durch feinen Kursus jenen in denen der ehrliche, gut; Wille lebendig ist, helfen Unklarheiten zu überwinden und klar zu sehen, wo der Hebel anzusetzen ist. Eine langjährige Erfahrung in der Praxis der Erwachsenenbildung gibt ihm das Recht, diese Aufgabe für sich in Anspruch zu nehmen. Die Bildung und » Nachwuchses an Führern des Volkes ist
katholische Gemeinschaftsaufgabe.
Anmeldungen sind bis spätestens zum 25. Juni 3U richten an das Dolksvereinshaus (Kurfusleitung) in
Fuldaer Acfiendruckerel Fulda»
Kleine Nachrichten.
Auf bei Straße nach Pustleben geriet das Milchlieferauto des Rittergutes Oberdorf beim Ueberholen eines Tafelwagens in den Chaussee- l graben und fuhr gegen einen Baum. Der Führer des Autos erlitt schwere Brustverletzungen und eine Gehirnerschütterung.
Bei Nordhausen ereignete sich ein schweres Autounglück. Als ein Nordhäuser Wagen in sehr schneller Fahrt den steilen Abhang hinuntersauste, brach ein Rad. Der Wagen fuhr gegen einen Baum und wurde völlig zertrümmert. Von den drei Insassen war der Führer des Wagens sofort tot. Seine Begleiter mußten mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus eingeliefert werden
In Walters Hausen schoß der 21jährige Walter Stier aus Gotha auf seine ehemalige Braut und tötete sich dann selbst durch einen Kopfschuß. Von den vier Schüssen, die er auf fe:ne frühere Braut abgab, wurde diese durch zwei Schüsse nur leicht verletzt. Der Täter hatte schon am Sonntag in Ibenhain einen Selbstmordversuch unternommen. Die Tat ist darauf zurück^uführen, daß die Braut das Verlöbnis gelöst hatte
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rechtfertigte und unsachliche Kritik eines hier gerat • gerauchten jungen Mannes an den Maßnahmen t «tadtrates einhellig ab. (F. Unterschrift.)
Zuschriften aus unserem Leserkreis.
Für die hier erfolgenden Veröffentlichungen übernimmt die Schriftleitung nur die durch das Preßgesetz vor- geschriebene Verantwortung.
Ans der Thüringischen Rhön.
Aus Geisa und Umgebung.
Evangelischer Gottesdienst
n 21. 3u«i (3. s. n. Trittst.) Fulda. 8 und
9.30 Uhr Predigtgottesdienst. (Pfarrer Hattendorff). 11 Uhr Kindergottesdienst. — Abends 8 Uhr Jungmänner- verein im Bibliothekszimmer. — Abends 8 Uhr Junz- mädchenoerein im Schwesternhaus. — Amtswoche- Pforrer Hattendorff. Schloß Bieberstein: 9.15 li U. vorm. Predigtgottesdienst. Vikar Luckemeyer. Bad « a l z s ch l i r f: 10 Uhr vorm. Predigtgottesdienst. Kreispfarrer Weber-Fulda. Montagabend 8 U. Bibelkursus der Schüler höherer Lehranstalten im Pfarr- hause. — Dienstag 8 U. Kirchenchorprobe. — M i tt» w o ch 8 Uhr Bibelstunde im Schwesternhaus (gehalten von Herrn Oberlein, Missionar der Brüdergemeinde.) __
Bad Salzschlirf: Donnerstag 5.45 Uhr Bibelstunde in der Kirche.
»helft den Notleidenden des Thüringer Waldes!"
Die Hilfsgemeinschaft für die notleidenden Wald- aemeinden im Thüringer Wald erläßt folgenden Aufruf:
Der schwere wirtschaftliche Niedergang, dem bisher auf keine Weise Einhalt geboten werden konnte hat für die Bewohner der Höhen desThüringer Waldes ganz besonders erschreckende Folgen gehabt, deren weitere Auswirkung noch nicht abzusehen ist. Spielwaren-, Glas-, Porzellan- und andere Industriezweige, die ehemals eine dichte und kinderreiche Bevölke- pung in den für landwirtschaftliche Bearbeitung kaum noch geeigneten Gebieten des früheren Meininger- Oberlandes ernährt haben, sind durch die grundlegende Veränderung der Wirtschaftslage aufs Schwerste betroffen. Viele Tausende in den Gemeinden der Landkreise Sonneberg und Hildburghausen sind aus dem Erwerbsprozeß ausgeschaltet, und täglich steigt die Zahl der Unterstützungsempfänger aller Art. Von j einzelnen Gemeinden muß gesagt werden, daß überhaupt k°um noch geregelte Arbeit für eine nennenswerte Zahl der Bewohner vorhanden ist. So hat die Gemeinde Fehrenbach im Landkreis Hildburghausen bei 260 Haushallungen und 1300 Einwohnern 230 Unterstiit- I zungsempfänger, davon 200 Familienväter. 84 von ihnen sind bisher der Wohlfahrtspflege zugefallen und fuhren mit den geringen Unterstützungssätzen von mo- natlich durchschnittlich 40 Mark für eine 4köpfige Fa- mtlte ein kümmerliches und hoffnungsloses Dasein. Bald wird auch der größte Teil der klebrigen aus der Unter- fbutzung der Arbeitslosenversicherung der Wohlfahrts- Unterstützung zugewiesen werden, wenngleich rätselhaft ist, woher die Gemeinden und Kreise die bescheidene Unterstützungssätze nehmen sollen. Die schwersten Fol- gen für das körperliche und seelische Wohl der Bewoh- J*er bei Kindern und Erwachsenen liegen in erschrecken- I der Weise zu Tage.
Bereits im vergangenen Winter ist der besonders schweren Notlage vieler Familien durch freiwillige Spenden ans städtischen und ländlichen Gemeinden in Thüringen vielfach gesteuert worden . Die täglich wachsende Notlage macht es jedoch dringend erforderlich, den Hiise- ruf hinausgehen zu lassen über das ganze Land und in bie verschiedensten deutschen Gaue: „Helft den notlei- ^nden lBewohnern auf den Höhen des Thüringer-
Haltbare Nahrungsmittel und Kleidungsstücke aller Art find zur Abhilfe schwerster Sorgen willkommen und werden erbeten an: das Kreiswohlfahrtsamt in Hild- vurgycmsen. I
[ (Statt Sonntag: Fest des hl. Aloysius): Anbetung In h», Kapelle des Institutes St. Mariae der Englischen Fräul-in Hl. Messen um 6, 7, 8, 10 Uhr, Hochamt 9 Uhr
um 3 und 4 Uhr. 6 Uhr Schlußandacht mit Te Deum — Frauenberg. Heilige Messen von 5 bis 7 Uhr 8 iihr Singmeise mit Predigt und liturg. Gebeten. 9 Uhr mit Predigt. 2 Uhr Vredigr und Andacht füi die Männer, gemeinde des 3. Ordens mit Erteilung des Päpstl. Seoen- Abends ' -8 Uhr Herz-Iem-Andacht mit kurzer Predig»
2,4‘ J?uni' Fest des heil. Johannes des Täufers. (Ablaßtag.) Gegen 0-7 Uhr morgens ßeoitenami (Wahrend des Monats Juni findet jeden Abend, an beit Werktagen um 8 Uhr, an den Sonn- und Feiertagen um
-8 Uhr eine öffentliche Andacht zum göttlichen Herzen Jesu vor dem ausgesetzten Allerheiligsten statt, am ersten unb letzten Juni, sowie an den Sonn- und Feiertagen mit einer kurzen Predigt. — Die Nachmiltagsandachten an den Dienstagen unb Freitagen fallen in diesem Monat aus.) - Heuenbccg. Uhr Amt mit Predigt. Diekershan. MO Uhr Amt mit Predigt. Lehnerz. 8 Uhr Ami mit Predigt.
Zltaria Ehrenberg. Sonntag, 5. Juli.: Fest Mana Heimsuchung: 5 Uhr Beichtgelegenheit und hl. Messen 9 Uhr Predigt und Hochamt. Sonntag, 26. Juli- Fest der hl Anna: 5 Uhr ab Beichtgelegenheit und hl. Messe, 9 Uhr Predigt und feierliches Amt. (Müttertag). Samstag. 15. Aug.: Maria Himmelfahrt. Sonn- tag, 13. September: Maria Geburt.
— von der Geschichte der Schulferien. Der Brauch den Schulern alljährlich regelmäßig schulfreie Zeiten zu gewahren, war in Deutschland noch im späten Mittelalter flanj unbekannt. Nur an den großen Kirchenseiertagen waren die Schulen geschlossen, wogegen die Sonntage gewöhnlich nicht schulfrei waren, wie zum Beispiel in Nürnberg, wo auch der Sonntag als Schultag gatt. In anderen Städten waren wieder die Kirchenfeiertage nur bann schulfrei, wenn sie gerade auf einen Sonntag fielen. (Erft im 16. Jahrhundert begann man, wie Calm feststellte, regelmäßige Schulferien einzusetzen, so zuerst im Jahre 1558 in Freiburg, wo die Lateinschüler im Herbst vierzehn Tage Ferien erhielten
Durch Geldspenden soll vor allem auch versucht wer- tatkräftigen Familienvätern die Möglichkeit der Begründung einer neuen Existenz zu ßp'■e,1?nr,rf®ir bb^r°9e Eden erbeten auf das Konto: Stretsfparfaffe ftilbburghaufen, Postscheck Erfurt 6108 r»? Arbeitsgemeinschaft, Geschäftsführer Pfar- rer Rodenberg, Eisenach, Postscheck Erfurt 15723.
Begnadigung eines zum Tode verurleillen.
Staatsministerium hat die gegen den Fleischer Herbert Langbein ver- hangte Todesstrafe auf dem Gnadenwege in lebenslängliche Zuchthausstrafe um- gewandelt. Langbein hatte im Dezember 1930 das
Kommunalpolitisches aus Geisa. Objektive Bericht- I erftattung und rein sachliche Kritik waren von jeher för- “fj1auf den Gang von Verhandlungen und auf die Abwicklung von Geschäften wirtschaftlicher und politischer Art. Das Gegenteil aber wird erreicht durch Berichte ^«i D0,n leidenschaftlichem Eifer oder Sensationshascherei d'kkwrt werden. Sind diese obendrein noch objektiv [f‘V0.Wa9e" f,e eigentlich dem Faß den Boden aus. Der Berichterstatter der Thür. V. W. bringt in Nr. 136 ö. Vl. einen Bericht über die letzte Geisaer Stadtrats- Ntzung, greift dabei Behauptungen aus der Luft für tne man ihm schwerlich den guten Glauben zugestehen Eann Wenn er noch glaubt, Forderungen stellen und aus der Ueberfulle seiner Lebenserfahrung Ratschläge er- teilen zu müssen, so mutet einem das, gelinde gesagt recht sonderbar an. Seine Ausführungen über die land- rotrtfd)aftlt$e S^ule beruhen auf einer derartigen Hechts- und Tatsachenunkenntnis, daß es sich fast er- ubrigt, ihm eine Lektion, die uns aussichtlos zu sein jchemt, ZU erteilen. Kurz sei festgestellt, daß ein 23er- bxe 9a?t für eine Wohnung des Landwirtschaftslehrers zu sorgen und sich dazu verpflichtet & 9%r nicht besteht. Von einer „Selbstoerständlich- r-A ' 'M 6,er chm die Wohnung in der landwirtschaft- Men Schule zusteht, kann überhaupt keine Rede fein, „»erlegt Herr Z.,' so heißt es in dem Artikel, „feine Wohnung nach einer anderen Stadt, so wird wohl über lang chm die landwirtschaftliche Schule sol- 9 ' kühne Schlußfolgerung! In sei-
nem Artikel m Nr. 137 der Thür. 23. 253. beliebt derselbe fnirirtMArr«— Ct.L-. ___ ihblung ein wenig in kon-
ilmftfin^n heM'3Ur MM will also unter allen Umstanden die Sensation! Ja, würde er sich doch bloß an Tatsachen halten und nicht fabulieren! Beruhige er NH io lange, bis eine vertrauliche Aussprache im Stadt- fnrr/h fM l“r linc. öffentliche Verhandlung. Jeden- hpnSffnH*r t?,e ®el.’fr Bürger vorerst keinen Grund, den Entschließungen ihrer Stadtväter irgendwelches Mißtrauen entgegenzubringen. Sie lehnen aber die unge-
wenigstens nicht auf die bei Säugetieren übliche Art. Er hat auch nie getrabt, nie gewiehert, er besitzt keine Mähne und keine Hufe — er ist überhaupt kein Pferd.
Wenn es in Amtsstuben schön warm ist, wenn man frische Luft schön sorgfältig absperrt, wenn die eingeschlos» lene Luft allmählich so dick wird, daß man einen Feuer» baten darin aushängen könnte, dann gedeiht er zu Tau» senden und zu Millionen — der Schimmelpilz namlid;. Aus der Tiefe alter Akten steigt er herauf, über» rOefjt Bücher und Papiere, Schreibtische und Tintenfässer, Rocke, Perücken unb Gehirne. Und hat er sich einmal cort eingenistet, so sind Scheuerlappen und Bürsten, Zugwind und Staubsauger ohnmächtig gegen ihn. Diese Großmacht überdauert Monarchien und Republiken und stellt sich stets überall auf den Boden der Tatsachen. So lange es Amtsstuben gibt, wird er (eben, zumal er mäch» tige Verwandte hat. Der Hausschwamm ist ein entfern» •ter, harmloser Vetter; verhältnismäßig harmlos sind auch die Mitglieder der größer geratenen Seitenfamilien, der Satanspilz, die Stinkmorchel und der Giftknollen» schwamm. Schlimmere Leute sind dagegen die Verwand» ten aus der Bazillenverwandtschaft, der Fäulnisbazillus und die grimmigsten Feinde des Lebens, die Krankheitsbazillen.
Der trabende Amtsschimmel, dem man bisweilen tn Zeitungen begegnet, ist ein Geisterpferd, „nicht existent im Eigen-Sinne bürgerlicher Konvention". Trotzdem ist auch er unsterblich.
Der Amtsschimmel.
Ein unsterbliches Pferd, das eigentlich ein Pilz ist.
23on Albert Zirnrnerrnan n-Harnburg.
Wer kennt ihn nicht, ihn, der mit trüben Augen und muben schritten durch die Weltgeschichte trabt und immer emtge Kilometer hinter der Zeit herhinkt — den Amts- chimmel! Wo kommt dieses Tier, das nicht zu rechtem L . erwachen aber auch nicht sterben will, eigentlich her? Wo sind feine Krippe? Wo ist es geboren, wo gebeugt worden? Die Antwort scheint leicht: zweifellos doch in den Amtsstuben der Behörden!
w ^r?V9 T uni) d°ch fehlgeschossen. Aus modrigen Amtsstuben stammt er, aber er hat nie aus einer Krippe gefreßen, er ist nicht geboren, nicht gezeugt worden,
webern) auf; Faß- und Kellerarbeiter haben Schwielen an der Hohlhand, manchmal Hautrisse und Narben (durch Weineinwirkung auf die Haut), Zigarrenarbetter an Zeigefinger und Daumenballen durch Druck des Messers und an der Rückenfläche der Finger (durch Reibung der Finger auf der Tischplatte, Violinspieler an den Spitzen des zweiten bis fünften Fingers, am Zei- gefmger der linken Hohlhand (durch Druck der Fingerspitzen auf die Saiten und Halten des Geigenhalses). Klavierspieler an allen zehn Fingerspitzen, Zitherspie- ler wie Klavierspieler, besonders aber am Daumen
Diese Erkennungszeichen haben nicht nur einen Wert, weil man durch sie sein Licht als ..Sherlock Holmes" leuchten lassen kann, sondern sie sind auch in der gerichtlichen Medizin unter Umständen von Bedeutung: man kann durch sie unter Umständen in ftrittmen Fällen die Person festste,len. und tatsächlich haben sich mäh- renb des Krieges Schuster und andere Handwerker an &en ihnen wohlbekannten Schwielen gegenseitig sofort erkannt. Auch bei der Agnoszierung von Leichen können diese Erkennungszeichen unter Umständen eine wichtige SloIIe spielen; leider löst sich die Haut bei Leichen, die längere Zeit im Wasser gelegen haben, oft ab, womit auch nebst anderen Erkennungszeichen die Schwielen verlorengehen.
Woran man sie erkenn».
Von Dr. med. Karl Ander.
Charakteristische Schwielen. — wie unterscheidet man einen Klavier- von einem Violinspieler, ohne ihn zu kennen? — Die gerichtliche Bedeutung der Schwielen. . - 5n.fr®" Witzblättern und auf der Bühne ist es feit jefjer ubüd), gewisse Berufe durch typische äußere Ei- genschasten zu charakterisieren. Noch immer trägt der Maler Marcell in der „Boheme" einen Samtrock, noch
6er Darsteller eines zerstreuten Professors bie Srille auf. Nun — es gibt genug Professoren ohne SriHe, und einen Samtrock findet man höchstens noch bet gewissen kitschigen „Bohemiens" ober bet solchen, öte dafür gehalten werden möchten. Dafür aber kennen dte Aerzte eine ganze Menge wirklicher, verläßlicher Erkennungsmerkmale verschiedener Berufe. Cs ist unmöglich, sie alle hier auszuzählen, fo viele sind es. Von öen zu nennenden mögen erwähnt fein:
Fingerverkrümmungen finden sich bei Korbflechtern, aber auch bet Schneidern, und zwar ist gewöhnlich der kleine Finger krumm. Bei Tischlern werden manchmal die Hande durch die Holzbeize braun gefärbt, bei Färbern braunrot (durch Tannin). Schwielen bilden sich an den Stellen, die im Beruf fortwährend gedrückt werden. Anstreicher, Zimmermaler und Lackierer haben olche Schwielen infolge Hattens des Pinsels am rech- ten Zeigefinger und Mittelfinger, am linken Daumen unb Zeigefinger vom Halten ber Palette, Bäcker burch das Kneten bes Teiges an ben beiden Kleinfingerfeit-n ber Hand, Faßbinder an den beiden Handtellern Feilenhauer, wie Proiefior Dr. Caies in Berlin 'dessen Arbeiten wir das Material, das den hier angeführten Tatsachen zugrunde liegt, verdanken, seststellt, am rechten kleinen Fingerballen, Glasbläser an den Hohlhän- ben burch bas Halten der heißen Glaspfeife, Gerber am Ellbogen durch den Druck der Werkzeuge, Graveure durch das Halten des Stichels,Handschuhmacher an ber Rückseite der Finger durch die Reibung am Arbeitstische, st'ttmacher an der inneren Hohlhand, am dritten Fin
ger und am Handgelenk, manchmal auf der Rückseite der Finger Kellner an den Fersen, der Fußsohle, am rechten und linken Zehenballen (infolge vielen Stehens), oft auch Hühneraugen; nicht selten sind bei ihnen Plattfüße ebenfalls infolge des langen Stehens. Köchinnen haben oft Schwielen an ber Hohlhand, Saftträger auf her Ödrulter, Reiter an Gefäß und Waden; in ihrer Bein- Muskulatur finden fug manchmal Verhärtungen loge- nannte „Reiterknochen". Auch die ..R-fi-rbei»- (Q. Seine) fmb für sie manchmal charakteristisch. Sattler haben Schwielen an beiden Händen, in der Nähe des Handgelenks, am vierten Finger infolge Durchdrückens der Nadeln, Schlächter an der Hohlhand unb Beugeseite ber Finger, Schlosser an Hohlhanb und Fingerspitzen der rechten Hanb (burch bas Hammerhalten). Diese Schwielen sinb oft schwarz gefärbt. Bei Schmieden finden sich „Berufsschwielen" am vierten unb fünften rechte" Finger und am Kleinfingerballen der rechten Hand Schneider haben nicht selten von Nadeln zerstochene Zeigefinger, bei Zuschneidern sind oft Schwielen an der Hohlhand, unb am Daumenballen vom Druck ber großen Schere, bei Plätterinnen an der Hohlhand unb ber Hohlhandseite der Finger durch Druck des Plätteffens bei Schiern an der rechten Hohlhand und ber Beugeseite ber Finger, befonbers bes Daumens, an ber Außen- feite beider Hände (vom Durchziehen des Pechdrahts), über den Sitzknochen (vom Schusterschemel), auf dem rechten Oberschenkel beim Knie. Steinmetze tragen "tche Merkmale ihres Berufs an der Beugeseite des kleinen Fingers (vom Halten des Meißels), am linken Ellbogen (vom Aufftützen beim Halten bes Meißels), Schreiber unb Zeichner am rechten Mittelfinger durch Druck bes Federhalters ober Stifts, Schriftsetzer an ben Fingerspitzen vorn Fassen der Lettern, auch sind die Fingerspitzen bei ihnen oft hiervon abgestohen, Straßenkehrer weisen Schwielen am Daumen und Zeige- inger vom Halten bes Besens, Täschner an ber (Beuge* feite bes rechten Zeigefingers (vorn Lederfchneiden), Tischler an ber Beugeseite von Daumen unb Zeigefinger, owie Kleinfingerballen der Hand (Hobeldruck), Weber an beiden Handflächen, am linken Ringfinger unb rechten Daumen (durch Lade- und Schiffchendruck bei Samt
Technik und Verkehr.
wirtschaftlichen Gründen noch ein erheblicher TP;r <us ^"sprech- und Telegraphenleitungen oberirdisch 7°-,^ werden. In ben oberirdischen Liniennetzen stehen Ä 6,5 Millionen Telegraphenstangen. Die Hölzer werd^ vor ihrer Verwendung zum Schutze gegen Räntni? ° ? Wurmfraß mit chemischen Flüssigkeiten getränkt n? durch erhöhen sich die Lebensdauer der Stangen unh Betriebssicherheit der Leitungen. b ni Ol<
^'..hbach. Am Volksoerein 5__H
Jebenslauf und eine Empfehlung beizufiA» _ aus wird auch jede weitere Auskunft gerne ' $On bott
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Dom. Beichtgelegenheit: Samstag morgens von />6 Uhr an, nackim. von 2—3 Uhr für die Kinder.
15 7 und von 1 zs8 Uhr an für die Erwachsenen, Sonn- rag morgens von */,6 Uhr ab. Gottesdienste: 0,6, 6 /,7 unb 7 Uhr hl. Messen mit Gelegenheit zum Empfang der hl. Kommunion. 7 Uhr Meffe unb Kommunion der Jungfrauen-sodalitäi in ber Marienkavelle. 8 Uhr Pfarr- amt mtt Prebigt unb Aussetzung mit Umgang unb Komm, bes 5. Schuliabres unb ber christeniehrpflichtigen Jun-ffrauen unö aller Jungtrauen ber Dompfarrei. V.10 Uhr Käthe- bralamt mit Prebigt. - .11 Uhr Christenlehre für bie Iüng- Imge. /.12 Uhr letzte heil. Meffe mit Prebigt. '/ 2 Uhr -lludE zum heiligsten Altarsakrament. 3 «3 Uhr Predig, und Andacht für bie Jungstauen 4 Uhr nachmittags Sakramentsbruberschasts-Andacht mit Predigt. Um 7 Uhr abenbs Mutter-Gottes-Andacht in ber Marienkapelle. ffierftagsgottesbienfte: Jeden Morgen von l/,6 Uhr halbstündlich hl. Messen mit Komm.-Austeilung.
7 U ®^r Ptarrgortesdienst mit Komm. 9 Uhr letzte hl. Messe mit Komm. Montag abend >/-8 Uhr Herz-Jesu-Andacht. — Staöfpfnrrfitdje. Beichtgelegenheit: Samstag nachmitt, non 3—7 Uhr, 7 8'/, Uhr, Sonntag stütz 6—7 Uhr.
Sonntagsgottesbtenfte: 6 Uhr hl. Messe und Kommunion der Notburgakongregation. 63. Uhr hl. Messe unb Korn-
be5 3ungfrauen:obaUtät unb Marthagruppe. 8 Uhr rL. ^!nberfl°tlesbienft, Predigt und Kommunion bes 5. Schuljahres. 9 /- Uhr Pfarramt unb Predigt. 11 Uhr zweiter Kindergottesdienst unb Predigt. 9 Uhr Ctzristen- ef)re ber Jünglinge in ber Severikirche. 2V, Uhr Bruder- fdjaft vom Hochw. Gut. 33« Uhr Andacht für die Jung- frauenfoba,,tat und Marthagruppe. 4 Uhr Andacht für die Notburgakongregation in ber Severikirche. Die heilige Kommunion wird von 6-7'/, Uhr jebe halbe Stunbe ge- fpenbet, außerbem um 8'/. Uhr und 9 -. U r. Werktags- gottesbienfte: 6 Uhr, 7-/. Uhr unb 8 Uhr heilige Westen Mittwoch, Freitag unb Samstag stütz 6 Uhr Beicht- gelegenhett Freitag abends um 8 Uhr Segensandacht. — 3Um 9L 7 Uhr Frühmesse und
Ansprache, Kommunion ber Jungstauen. 8 Uhr Hochamt ~omm- bes 5- Schuljahres unb ber übrigen Schuler unb Schülerinnen, da heute die aloysianischen Sonntage beginnen. -7dl Uhr Kinbergottesdienst unb
512 Uhr Christenlehre für bie Jünglinge. 2 Uhr Anbacht ber Jungst -Sodalität. 8 Uhr Herz-Jeju-Anbacht.-
Gemeinschaftliche hl. Korn- I munton für bie Jungfrauen unb bie Kinder bes 5. Schul-
jahres. /«8 Uhr Frühmesse mit Ansprache */«10 Uhr « ,,,. ,
Hochamt mit Prebigt. >/-2 Uhr nachm. Segensanbacht Evangelische landeskirchliche Gemeinschaft, Fulda. Werktags-Gottesdienst morgens um 7 Uhr. Donners- R" z5L abends 8 Uhr Mütter-Versammlung.
Betchtgelegenheit Samstag nachmittag von 3 Uhr an. — nh?CMf,'roS[fapenc«,a,m Aranzosenwäldchen. Um 6*/« um hl. Messe mit Ansprache und Kommunion-Austeilung, ^'^brigen Wochentage um 7.05 hi.Meffe m. Komm.-Austg. KapcHe des Instituts Sk. Mariae. Montag, 22. Juni
Versicherungswesen
gwa&ÄassL&s stcherung für Ehefrauen, die jeder Todcssall^^r ^°°r- gkS-n Zahlung einer Zusatzprämie ang hünm^^ung kann. Au Grund dieser Zusatzoersicheru»» 9 . to«i>en Tode der Ehefrau, falls sie vor ihrem beim sollte, em Sterbegelb in Höhe von 10 Pro-' £1” fterben ßeben des Mannes versicherten Summe ausge-ah^ ,b,Q5 bte Beitrage ntebrtg zu hatten sowie eine 1 Um ung der Gesundhettsverhättnisse ber mitoerfi(& ^tül frau zu vermeiden, ist bie Höhe des miu,„ The- Sterbegeldes auf RM. 3000— beschränkt "versichere
Ausust Müller, fflelnsroßhanilluns, Fulda Seif über 100 Jahren als „Wein-Müller" bekannt
Altbewährte, günstige Bezugsquelle für
Rhein-, Mosel-, und Frankenweine — Deutsche Rotweine, Sudweine, Bordeaux und Burgunder, Schaumweine, Spirituosen und Liköre
Büro, Kellereien und Kleinverkauf: Lindenstra^e Nr. 4 Fernruf Nr. 93