Einzelbild herunterladen
 

fit. 134

Der Garten im Iuni.

Hitze und Trockenheit bringt der Juni, und die Pflanzen verlangen Wasser. Es ist also zu gie­ßen und zu spritzen, je mehr, desto besser, selbst bei Regen ist das Gießen von Nutzen. Mit der Hitze vermehrt sich auch das Ungeziefer, das von Anfang an mit allen Mitteln bekämpft werden soll.

Beim Spalierobst beginnt der Sommerschnitt, damit die Form erhalten bleibt. Wenn von Obst­bäumen kleine Früchtchen in Mengen abfallen, so fehlt es an der rechten Ernährung, meist an der nötigen Bodenfeuchtigkeit; bei übermäßigem Fruchtansatz ist dagegen der Abfall in Ordnung, der Baum stößt einen Teil der Früchtchen ab, weil er sie doch nicht alle ernähren kann, und sie günstigsten­falls nur klein und unansehnlich werden würen. Bei Spalieren und Zwergobst dünnt man deshalb aus, d. h. man schneidet im Interesse der gutentwickel­ten Früchte alle verkrüppelten, madigen und zu­rückgebliebenen aus. Bei den Stachelbeeren pflückt man auch einen Teil der unreifen, die verschiedenste Verwendung in der Küche finden. Der Gemüse­garten bringt jetzt die ersten wirklichen Ernten: Rhabarber, Spargel, Radies, Rettich, Spinat, Kohl­rabi, Möhren, Erbsen, Pusfbohnen und auch Früh­kartoffeln. Gesät werden noch: Buschbohnen, Erb­sen, Salat, Endivien, Mohrrüben, Kohlrabi, Früh­wirsing, Blätterkohl; gepflanzt: Wirsing, Rosen­kohl und sämtliche andere Kohlarten, Kohlrüben, Mangold, Rote Rüben, Salat, Sellerie und Lauch. Abgeerntete Beete sollen noch zu einer zweiten Be­stellung benutzt werden. Der Spargel ist bis Jo­hannis regelmäßig zu stechen, damit der Spargel­käfer seine Eier nicht ablegen kann; krümmern sich später dennoch Spargelstangen, so sind sie von ihm befallen und müssen tief ausgeschnitten werden. Ge­gen Unkraut und gleichzeitig zur Lockerung und Feuchthaltung des Bodens ist zu hacken, Neüpflan- zungen sind am Abend vorzunehmen und Saaten durch Aufstreuen von Torfmull, Sand oder Kom­post vor Vertrocknen zu schützen. Der Blumengar­ten erreicht mit der Rosenblüte den Höhepunkt sei­ner Schönheit.

— Das Behäufeln. Das Behäufeln wird in fei­nem Nutzen oft unterschätzt. Mit der Gartenhacke zieht van um die zu behäufelnde Pflanze vorsichtig Erde, so daß sie mitten in einem Erdhaufen steht. In Rillenpflanzungen wird die Erde natürlich nur an den beiden Längsseiten herangezogen. Bei den eigentlichen Gemüsen, wie Erbsen, Bohnen, Kohl, wird flacher gehäufelt als bei den Knollenvflanzen, z. B. den Kartoffeln, da hier auch die Knorken mit­geschützt werden sollen. Salate werden dagegen nicht gehäufelt, weil die Blätter frei bleiben sollen. Unter der gehäufelten Erde werden die Wurzeln vor Trockenheit geschützt, es gibt mehr Nahrung, die Stengel bleiben frischer "und der Fruchtansatz größer und zahlreicher. kos.

— Frisch gepflanzte Bäume und Fruchtansatz. An frisch gepflanzten Obstbäumen soll man im 1. Jahre keinen allgemeinen Fruchtansatz dulden, ob­wohl sich gerade durch die Störung beim Pflanzen oft starker Fruchtbehang zeigt. Das Ausreisen der Früchte entzieht dem Baum Nahrungsstoffe, die besser dem Aufbau zugute kommen. Einige Früchte sollte man aber diesem Baum lassen, um sich von der Sortenechtheit überzeugen zu können. Be­kanntlich leisten die Baumschulen bei falscher Lie­ferung nur eine Vergütung in der Höhe der da­für bezahlten Beträge. Wenn man also nach einem Jahr schon weiß, daß man falsch bedient worden ist, erspart man sich viel mehr Arbeit, als wenn man das erst später bemerkte, und außerdem wird die Richtigstellung beim Lieferanten auch einfacher und leichter sein als später. kos.

Bekämpfung von Ankräutern.

Am weitaus bekanntesten ist die Hederichver­tilgung. Hederich und andere Unkräuter, die die Sommersaaten oft unterdrücken, werden in wirksa­mer Werse durch Kopfdüngung mit Kalkstickstofi be­kämpft. Die vernichtende Wirkung des Kalkstick­stoffes auf die Unkräuter beruht zunächst darauf, daß dieser auf den meist wagerecht gestellten, be­haarten und wasserreicheren Blättern der Unkräu­ter liegen bleibt und diese zerstört. Diese Wirkung führt man, wie die beim gemahlenen Kainit, auf die starke Wasserentziehung zurück, welche ein schnelles Vertrocknen der Stengel und Blätter be­wirkt. Die Halmfrüchte und sonstigen Gräser, deren Blätter meist steil gestellt und durch eine Wachs­schicht geschützt sind, leiden unter dieser Bekämp- sungsmaßnahme nicht, resp. werden nur ganz vor­übergehend in ihrem Wachstum gehemmt, um dann durch die gleichzeitige Stickstoffdüngung um so freu, diger zu gedeihen. Zur Unkrautbekämpfung wird der Kalkstickstoff in ungeölter Form verwendet, da er sich in dieser Beschaffenheit feiner und gleichmä­ßiger verteilen läßt. Das Ausstreuen erfolgt in Mengen von etwa 3 Ztr. pro Hektar am besten, wenn sich das Unkraut im ersten Entwicklungs­stadium befindet, d. h. wenn der Hederich das 2. bis 6. Laubblatt aufweist. Zur Hederichbekämpfung streue man den Kalkstickstosf im Tau oder nach ei­nem vorhergegangenen Regen an einem Tage, an dem mit Sonnenschein nach dem Ausstreuen zu rechnen ist. In jedem Falle ist die Unkrautbekämp­fung rechtzeitig vorzunehmen. Man beobachtet

Johannes Ruppel,EisenNi$.,Fiilita

Gartengeräte, Gießkannen, Blumenfenstergitter, Sensen, Sicheln, Wetzsteine in bekannter Güte

Haushaltungsmaschinen Messer und Gabeln, Löffel in allen Preislagen. Marktstraße 15 Telefon 578

Beilage zur Fuldaer Zeitung

NILS

13. Juni

häufig noch, daß der Landwirt erst zur Bekämpfung schreitet, wenn der Hederich schön blüht. Das ist, gleichgültig um welches Bekämpfungsmittel es sich handelt, immer ein wirtschaftlicher Fehler. Die Kulturpflanzen brauchen Stickstoff rechtzeitig zum Aufbau. Sie sind aber auch für frühzeitige Be­freiung von den ihnen Standraum, Licht, Wasser und Nährstoffe entziehenden Unkräutern dankbar und weisen eine bessere Qualität auf, liefern also eine gute Verkaufsware.

Diplomlandwirt B e h r e n d.

Der Zimmergarten im Juni.

Die Zimmer sind jetzt fast leer, die Pflanzen in den Garten, auf die Balkone und die Fensterbret­ter gewandert. Nun können auch die ganz zarten ins Freie kommen, die Palmen an mäßig schattige Plätze, die Farne an stark schattige und wenn mög- lich feuchte, die Kakteen an die sonnigsten Stellen. Alle sind bald so abgehärtet, daß sie auch schlechtes Wetter vertragen können, wogegen die im Zim­mer verbleibenden vor direkter Sonne geschützt werden müssen, und zwar um so mehr, je heißer es wird. Während des Tages nur einmal zu gießen, genügt nicht, abends und morgens sollte es zum mindesten stattfinden, Ueberbraufen in der Zwi­schenzeit erfrischt noch besonders. Die Gewächse sind, soweit sie in Töpfen stehen, reichlich zu dün­gen, denn sie brauchen bei der nunmehr schnellen Entwicklung sehr viel Nahrung. Im allgemeinen machen die Zimmerpflanzen demnach nicht viel Ar­beit. Zinarien, Primeln, Goldlack usw. find jetzt für das nächste Jahr auszusäen. kos.

Orchideen im Zimmer.

Die außerordentliche Entwicklung, die die Kul­tur der Orchideen, dieser prachtvollsten, interessan­testen und teuersten Luxuspflanzen in den letzten Jahrzehnten in Deutschland genommen hat, ist für manchen Liebhaber edler Zimmerpflanzen der An­stoß gewesen, mit der Pflege dieser herrlichen Tro­penkinder einen Versuch zu machen. Während nämlich noch gegen Ende des vergangenen Jahr­hunderts die Preise derjenigen Orchideen, die über­haupt im Handel erschienen, durch ihre Höhe ab- schreckend wirkten, sind diese Pflanzen heute zu Preisen zu haben, die jedermann wenigstens einen Versuch ermöglichen. Hierzu tritt noch der Um­stand,daß die Kenntnis von der sachgemäßen Pslege der Orchideen mit der Zunahme der Orchideenkultur in Deutschland gleichen Schritt gehalten hat, so daß man jetzt die weitaus größte Masse der überhaupt kulturwerten Arten in jeder einigermaßen darauf eingerichteten Gärtnerei spielend gedeihen sieht. So haben sich die Verhältnisse derart entwickelt, daß heute ungezählte Exemplare von Orchideen in den Wohnräumen der Liebhaber in voller Gesundheit und Schönheit gedeihen und die ihnen zuteil ge­wordene Pflege alljährlich durch Entfaltung ihrer unvergleichlichen, lange andauernden Blüten ver­gelten.

Wer als Liebhaber darangehen will, sich mit Orchideenkultur zu befassen, muß sich zunächst von dem Irrtum befreien, daß hierzu besondere Ein­richtungen, wie Pflanzenhäuser, Heiz- und Bewäs­serungsanlagen und dergleichen unbedingt erfor­derlich seien. Eine große Zahl der schönsten Orchi­deen kann bei entsprechender Pflege im Zimmer ohne jede andere Vorrichtung, als bei Zimmer­pflanzen überhaupt notwendig, zu dauernder und vollkommener Entwicklung gebracht werden; bis­weilen sieht man sogar die im Zimmer gehaltenen Pflanzen ebenso gut wachsend und reich blühend ober selbst in besserem Zustande, als die in Ge­wächshäusern gezogenen, eine Erscheinung, die sich aus der viel eingehenderen, liebevolleren, sozusa­gen individuellen Behandlung erklärt, die der Liebhaber seinen Pflanzen im Gegensatz zu dem Mafsenbetrieb der Handelsgärtnereien angedeihen lassen kann.

Natürlich eignen sich nicht alle kulturwerten Arten zur Haltung im Zimmer, und wer die Aus­gabe nicht scheut, sich ein Zimmergewächshäuschen anzuschaffen, der erweitert damit den Kreis der im Hause ziehbaren Arten erheblich. Solche Zimmer­pflanzenhäuschen (bie nicht zu klein fein dürfen) ha­ben die vorteilhafte Eigenschaft, bie Luftfeuchtigkeit stets auf einer gleichmäßigen, verhältnismäßig be­brütenden Höhe zu erhalten, dem Staub den Ein­tritt zu verwehren und — bet sonnigem Standort — auf eine Erhöhung der Temperatur hinzuwirken, also den Pflanzen Daseinsbedingungen zu schaffen, bie ben in ihrer Heimat vorhanbenen wesentlich näher kommen. Unbebingte Voraussetzung ist je- boch dabei, baß bie burch Glas und Gerüst des Häusck)ens bewirkte Lichtabsorption durch enfspre- chend hellen Standort unschädlich gemacht wird und daß insbesondere eine unbedingt gleichmäßige Durchlüftung ftattfinbet. Besondere Heizung ist, sofern das Häuschen im bewohnten Zimmer steht, nicht erforderlich.

Was nun die Behandlung der Orchideen im äimmer betrifft, so ist die Grundregel für ihr gutes ebeihen eine richtige Bewässerung. Durch zu große Feuchtigkeit, namentlich burch stockende Näsie, leiden die Pflanzen oft noch mehr als durch große Trockenheit. Im allgemeinen läßt sich sagen,

daß das Pflanzenmaterial stets von einer gleich­mäßigen, milden Feuchtigkeit, bie währenb der Triebperiode zu erhöhen und in der Ruhezeit herab­zusetzen ist, durchdrungen fein und niemals ganz austrocknen soll. Niemals ober Wasserüberschwem- mung der Zuchtgefäße, die Orchideen sind keine Sumpfpflanzen!

Alle anderen Regeln kommen erst in zweiter Linie. Sie bestehen im allgemeinen in:

1. möglichst Hellem, im Sommer vor der grellen Mittagssonne geschützten Standort;

2. täglichem lleberbraufen mit erwärmtem Was­ser (wenn möglich Fluß- ober Regenwasser) mittels eines feinen Zerstäubers, wobei man bie Benetzung etwaiger Blüten nach Möglichkeit zu aermeiben hat;

3. tunlichst seltenem Verpflanzen, überhaupt Unterlassung jeglicher Störung ber Pflanze, wie Herumbohren im Pflanzmaterial unb begleichen. Jnsbesonbere ist ber Anfänger vor Düngungsver- suchen zu warnen. Selbstverstänblich ist es dagegen, daß jede Pflanze sofort bei ihrem Erwerb sorgfältig gereinigt wird, was durch beiberfeitiges Abreiben jebes Blattes mit warmem Wasser mittels einer feinen Bürste geschieht. Ratsam erscheint es auch, welke ober schlechte Blätter, die das gute Aussehen ber Pflanze schäbigen und ihr unnötig Kraft ent­ziehen, wegzuschneiden.

4. Sehr wichtig ist es, der Pflanze alljährlich nach Abschluß bes Jahrestriebes eine gewisse Ruhe zu gönnen, bie burch sparsames Gießen unb kühlere Temperatur begünstigt wirb. Gewisse Gattungen machen inbessen eine Ausnahme von biefer Regel, so insbesondere die viel kultivierten Gattungen Cypripebium unb Obontoglossum, bie also unter stets wesentlich gleichen Kulturbedingungen gehalten werden müssen.

5. Selbstverständlich ist endlich eine immerwäh­rende sorgfältige Ueberwachung der Pflanzen gegen Ungeziefer, wie Schildläuse, rote Spinnen, Thrips, Blattläuse und im Gewächshäuschen bie so über­aus schädlichen Nacktschnecken.

Was das gewöhnlich stark überschätzte Wärme- bebürfnis ber Orchibeen angeht, so ist im allgemei­nen zu betonen, baß bie Temperatur des geheizten Zimmers im Winter unb ber Aufenthalt an ge­schützten Stellen im Freien während ber Tagesstun- ben von Mitte Juni bis Mitte September für bie meisten Arten burchaus angemessen ist. Eine große Zahl höchst prachtvoller Orchideen inbeffen will im Winter nicht einmal bie Wärmemenge, wie sie bas geheizte Zimmer bietet, sondern gedeihen erheblich besser bei einer Wintertemperatur von 8 bis 10 Grad R. Es sind dies bie Arten, bie tri ihrer Hei­mat hochgelegene Gegenden, Gebirgswälder und dergleichen bewohnen, wo in der Regel außeror­dentlich hohe Luftfeuchtigkeit bei niedriger, nur in ben Mittagsstunden kurz fteigenber Temperatur herrscht. Für ben Liebhaber kommt aus biefer Gruppe namentlich die Gattung Obontoglossum, auch noch Miltona, in Betracht-

Schützt die Vögel!

Die Pflaumen-Sägewespe als Schädling an Bflaumenbäumcn.

Man schreibt uns:

In meinem Obstgarten steht ein mittlerer, gut­entwickelter Pflaumenbaum, der Früchte von be­achtlicher Größe hervorbringt. In der Blüte ist der Baum ein einziger Strauß, aber sobald sich die Frucht entwickelt, trocknet sie ein unb fällt ab. Die Ernte beträgt höchstens ein bis zwei Dutzend, unb ich trug mich mit dem Gedanken, den Baum umzupfropfen.

Kürzlich las ich in einer Zeitschrift einen Ar­tikel über die Pflaumen-Sägewespe von Prof. H. v. L. An Hand seiner Ausführungen machte ich meine Beobachtungen unb kam zu dem Schlüsse, baß es sich hier um bie von L. beschrie­bene Säge-Wespe handelt. Feststellungen bei an­deren Obstbaumbesitzern, die über bie gleichen Schöben klagten, brachten mich zu derselben An­sicht. Ich habe von ben Bäumen kleine wespen­artige Insekten gefangen und angefallene Früchte untersucht.

Wenn die Blütenknospen noch un er öffnet sind, legt das Weibchen ber Sägewespe in je eine Blüte ein Ei. Nach etwa zwei Wochen schlüpfen bie jungen Larven aus unb zerstören ben noch weichen Sern. Im Laufe des Juni und Juli geht die gelblichweise Larve, die einen wan­zenartigen unangenehmen Geruch hat, auf mehrere andere Früchte über, frißt ober, wo ber Kern schon härter ist, nur das Fleisch. Für manche Sorten von Pflaumen scheint sie besondere Vor­liebe zu haben. Auch die Wetterlage soll auf den Schaden von Einfluß fein.

Als geeignete Bekämpfung wird in dem an­geführten Aufsatz das Abschütteln der befallenen Pflaumen und ihre Vernichtung empfohlen. Al. lerbings dürfte diese ihre Schmierigkeiten haben. Erstens muß sie rechtzeitig geschehen, noch ehe bie Larven auf andere Früchte überkriechen; zu dieser Zeit hängen aber bie Früchte meist noch ziemlich fest. Zweitens ist es fraglich, ob man auf dem Untergrund (Gras etc.) alle Schädlinge findet. Hier könnte man sich aber durch ausgelegte Tücher helfen.

Viel wichtiger wäre meines Erachtens der

August Müller, WIMMMIM. Fulda

Seit über 100 Jahren als „Wein-Müller" bekannt

empfiehl! für die Sommerzeit

Tischweine und Bowlenweine la Apfelwein, Obstschaumweine Fruditsäfte: Zitronenmost — Himbeersaft — Orangeade

Büro, Kellereien und Kleinverkauf: Lindenstrafie Nr. 4 — Fernruf Nr. 93.

Schutz unserer Insekten-Vögel. Man ist erstaunt, wenn man liest, welche Arbeit auf diesem Gebiete die Vögel leisten. Sicherlich würbe bie Anbringung von Nist-Gelegenheiten (vielleicht Staren- unb Meisen-Kästen) von segensreicher Wirkung sein. A. H., K.

Der Meinlierhof im Juni.

Freier Auslauf vereinfacht unb verbilligt die Geflügelhaltung sehr, die Tiere ernähren sich fast ganz allein unb verlangen nur etwas Korner als Zukost. Wo ber Auslauf beschränkt ist, muh schon mehr gefüttert werben, ©rünfutter sei nicht verges­sen. Weichfutter gebe man nur soviel, als sofort gefressen wirb, da es im Sommer zu schnell sauer wird. Frisches Wasser, Sand- unb Staubbäder unb größte Reinlichkeit in den Ställen sind zum guten Gedeihen unbedingt notwendig. Die Hühner lassen mit dem Eierlegen nach. Gänse und Enten verlangen reichlich Wasser, schlingen sie ja alles am liebsten mit Wasser hinab; natürliche Bade- und Schwimmgelegenheiten sind ihnen am liebsten, große Tröge mit Wasser nur Ersatz, aber ■ besser als nichts. Die Tauben müssen jetzt reichlicher ge­füttert werden, da sie auf den Feldern nicht mehr viel finden. Die Kaninchen sind schon der Billig­keit wegen möglichst reichlich mit ©rünfutter zu er­nähren; Heu, Kartoffeln usw. sind nur Beifutter. Mäßig große Ausläufe, reinliche Ställe und sorg­fältige Pflege tragen zum Gedeihen der Tiere viel bei. Bei den Ziegen ist Weideqang am empfehlens­wertesten, er unterstützt bas Gedeihen unb verrin­gert bie Arbeit.

Die Milchleistung der Ziege».

Aks Durchschnitts-Milchleistung der Ziege dür­fen 500 Liter im Jahre angenommen werden, was etwa einer Leistung von zwei Liter Milch ben Tag währenb der Milchzeit entspricht. Ziegen­schläge, bie schon feit langem auf Milchertrag ge­züchtet finb, bringen es natürlich weiter, es soll z. B. Saanenziegen geben, bie es auf sechs Liter ben Tag bringen, eine Leistung, die nicht natürlich erscheint, denn 700 Liter Milch im Jahr ist an unb für sich schon viel. Höhere Erträge sind nur Aus­nahmen, bie niemals in Voranschlag gestellt wer­ben dürfen. Wer eine Ziege hat, die 500 Liter gibt, kann recht zufrieden fein.

Geflügelringe.

Klubringe sind anzulegen, ehe das Geflügel zu alt ist, da die Ringe sonst nicht mehr über den Fuß­ballen hinweggehen. Beim Anlegen werden bie drei vorderen Zehen nach vorn, die hintere an den Laus nach oben gedrückt. Nur so läßt sich der Ring gut überschieben. Bei Hühnern ist es etwa im Alter von 8 bis 10 Wochen, bei plattfüßigen Tau­ben mit 10—12 Tagen, bei federfüßigen mit 6—8 Tagen vorzunehmen. kos.

Vorsicht bei Taubenbruten.

Der Mißerfolg bei Tarobenbruten wird sehr oft durch einen unverpaarten Täuber hervorgeru- fen. Dieser läßt die brütende Taube nicht in Ruhe unb stört sie nicht nur beim Brüten, sondern ver­treibt sie auch vom Nest, so daß die Eier zertreten ober hinausgeworfen werben. Derartige Täuber finb nicht im Taubenschlag zu bulben; sie müssen verkauft ober verpaart werben. kos.

Das Kaninchen.

Das anspruchslose hübsche Kaninchen ist ein ein­trägliches Zuchttier, wenn es mit Liebe unb Ver­ständnis gepflegt wird. Es braucht zu seinem Wohl­befinden "einen sauberen, geruchfreien Stall, in ben reichlich Licht und Lust kommt. Die Kaninchenkäfigs müssen so geräumig fein, baß bas Tier sich genug bewegen kann. Kälte kann bas Kaninchen gut ver­tragen, aber gegen Nässe ist es sehr empfindlich. Man sorge für ein bichtes Dach. Dachpappe muß jetzt einen neuen Teeranstrich bekommen, damit der reichliche Frühjahrsregen nicht einbringt. Auf ben Boden des Käfigs kommt zweckmäßig ein Lattenrost bann ist der Stall immer trocken unb sauber. Wenn bie Tags wärmer werben unb bas Kaninchen mit seinem neuen Haarkleid fertig ist, bann ist ber rechte Zeitpunkt zum Beginn ber Zucht. Man bars nur mit ganz gesunden, ausgewachsenen Kaninchen züchten, denn nur bann bekommt man kräftige, gesunde Jungtiere. Vor allen Dingen muß man Käsige unb Futtergefäße im Zuchtstall gut sauber halten. Die Ställe müssen von Zeit zu Zeit gründ­lich gereinigt werden, Boden und Latenrost min­destens einmal wöchentlich. Dem dazu verwendeten Wasser setze man eine Kleinigkeit Kreolin zu. Ka­ninchen pflegen zu ihren Ausscheidungen immer eine bestimmte Stelle zu benutzen. Diese ist mit 5- prozenüger Kreolinlösung geruchfrei zu machen.

Ein erkranktes Kaninchen ist sofort bis zur vollen Genesung von ben anderen zu entfernen. Der Käfig muß gründlich gereinigt und mit öprozentiger Kreolinlösung desinfiziert werden.

Kaninchenkäfige können auch im kalten Winter im Freien stehen, wenn sie nur vor scharfen Winden und Zugluft geschützt sind. Stehen sie in Ställen, dann soll man für reichlich gute Luft und Licht sor­gen. Die Ställe finb jedes Jahr mit Kalkmilch, der etwas Kreolin zugesetzt wirb, auszuweißen. H.K«

Brähler & Nüchter

Inh.: H. Nüchter

Im Friedhofsgässchen — Fernsprecher 284 ft

Kunststein - Kunstgranit - Terrazzo Kork - Estrich - Steinholzböden Terrazzomaterialien

Kunst-Marmor

Garten kies