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Zu Briands Kammer-Rede.

Zu der Rede des französischen Außenministers Briand in der französischen Kammer wird von unterrichteter Seite darauf hingewiesen, daß sie in erster Linie innerpolitisch als Abwehr der gegen Briand gerichteten Angriffe zu werten sei. Wenn Briand im Zusammenhang mit seinen Aus­führungen über die Stahl Helmkundgebung in Breslau gesagt habe, er glaube, diese Kund­gebung störe das Vertrauensverhältnis, und er chkaube, daß die Reichsregierung auf dem gleichen Standpunkt stehe, so wird demgegenüber festge­stellt, daß keine französische Demarche in dieser Angelegenheit stattgefunden hat. Briand hat ledig­lich bei einem Diplomatenempfang zu dem deut­schen Botschafter v. Hoesch ähnliche Aeußerungen gemacht, die dieser nach Berlin gemeldet hat. Den Aeußerungen Briands über die Reparations- -frage, die den alten französischen Standpunkt darstellen, daß die Verträge immer nur dann ewig sein sollen, wenn es im Interesse Frankreichs liegt, wird in politischen Kreisen der Aufruf der Reichsregierung anläßlich des Erlasses der Notver­ordnung gegenübergehalten, in dem erklärt wird, daß die Voraussetzungen des Doungplanes sich als irrig erwiesen hätten und daß der H o u n g p l a n die erwarteten Erleichterungen nicht gebracht habe. Um Erleichterungen innerhalb des Youngplanes zu erreichen, habe Deutschland volle Handlungsfrei­heit, für eine geplante Revision außerhalb des Äsoungplanes werden selbstverständlich Verhandlun­gen mit den Vertragspartnern notwendig sein.

Berliner Blätterstimmen.

Die Rede des französischen Außenministers wird in der Berliner Presse sehr beachtet. Seine Be­merkungen über die Stahlhelmkundgebung werden insbesondere in der Rechtspresse entschieden zurück- .gewiesen und als eine unberechtigte Einmischung in innerdeutsche Angelegenheiten bezeichnet. Die Aeußerungen Briands gegen die Revision der Reparationslasten werden von allen Blättern, gleich welcher Parteirichtung, in mehr oder minder scharfer Form kritisiert.

Der Vorwärts ist der Ansicht, daß der franzö­sische Außenminister damit weder seinem Lande, noch dem Frieden einen Dienst erwiesen habe. Wenn die ganze Welt einsehe, daß infolge der Wirtschaftskrise und des Steigens des Goldwertes die Voraussetzungen, unter denen der Poung'-Plan aufgestellt worden sei, sich geändert Härten, warum solle sich Frankreich als einziges Land bis zuletzt dieser Erkenntnis verschließen?

Die „Voss. Ztq." bezeichnet es als einen logischen Fehler, in der deutschen Öffentlichkeit den Ein­druck zu erwecken, daß das reiche, von der Wirt­schaftskrise verschonte, von Arbeitslosigkeit kaum heimgesuchte Frankreich sich sofort hindernd in den Weg stelle, wenn das von der Krise schwer be­troffene, übet seine Kraft belastete Deutschland eine Erleichterung erstrebe.

Polnische Protestnote wegen der Skahlhelm- kundgebung.

ERB. Berlin, 11. Juni. (Eig. Meld.) Die polnische Regierung hat, wie wir von unterrich­teter Seite erfahren, gestern eine Rot überreichen lassen, in der Protest gegen die Stahlhelmkund­gebungen in Breslau erhoben wird. In hiesigen politischen Kreisen wird dazu darauf hingewiesen, daß es sich bei der Kundgebung des Stahlhelms in Breslau um eine Veranstaltung einer privaten Organisation gehandelt hat, auf die die Reichsre­gierung keinen Einfluß ausüben kann. Gleich- wzektig wird betont, daß die Behauptung, die ~ deutsche Regierung i)dbi in Genf Zusagen bezüg­lich des Stahlhelmtages gemacht, unzutreffend ist.

* Chefredakteur Alphons Wild gestorben. Der Chefredakteur der „Augsburger Post-Zeitung" Alphons Wild ist Donnerstag vormittag nach kur­zer schwerer Krankheit imAlteroon38Iah- rengestorben. Der Verstorbene war Vorsitzen­der des Ortsverbandes der Bayerischen Volkspartei und gehörte auch dem Vorstand dieser Partei an.

• Ausbildungsreise der deutschen Flotte nach Norwegen. Die jährliche Somrnerausbildungs- reife der deutschen Flotte wird diesmal nach Nor­wegen führen, wo in der Zeit vom 15. Juni bis 3. Juli eine große Anzahl von Häfen angelaufen

wird. An der Auslandsreise, die unter dem Kom­mando des Flottenchefs Vizeadmiral Oldekop steht, nehmen teil: die Linienschiffe „Schleswig- Holstein" mit dem Flottenkommando an Bord, „Schlesien" mit dem Befehlshaber der Linienschiffe Konteradmiral Foerster, „Hannover" und „Hes­sen", die Kreuzer „Königsberg" mit dem Befehls­haber der Aufklärungsstreitkräfte Konteradmiral Albrecht und „Köln", die erste und zweite Tor- pedobootshalbflotille, die erste Minenfucherhalb- flotille und der Flvttentender „Heia".

* Deutsche Kriegsschiffe besuchen Riga. Ein deutsches Geschwader, bestehend aus dem Kreuzer „Königsberg" und den Zerstörern „Albatros", „Falke", „Greif" und „Löwe" traf Mittwoch früh in Libau zur eTilnahme an der Z e h n j a h r - feier der Gründung der lettischen Kriegsmarine ein. Zwei englische Kreuzer ankern bereits seit Dienstag im Hafen. Russische, finnische, französische', poln/che uitd schwedische Kriegsschiffe werden erwartet.

* Die Verlängerung des Berliner Vertrage». Wie von zuständiger Seite mitgeteilt wird, soll das deutsch-russische Fr eun dschafts - abkommen vom 24. April 1926, der sogenannte Berliner Vertrag, der am 29. ds. Mts. abläuft, im wesentlichen in der gleichen Form verlängert werden. ____________

Aus Oldenburg.

Eröffnung des oldenburgifchen Landtags. — Ein Nationalsozialist Präsident.

Der Oldenburgische Landtag trat heute zu sei­ner 1. Sitzung nach der Wahl zusammen. Zum Präsidenten wurde mit 34 Stimmen der National­sozialist Eichler gewählt. Vorher hatte auf Er­suchen des Zentrums der neue Präsident eine Er­klärung abgegeben, daß er grundsätzlich bereit sei. Verfassung und Geschäftsordnung zu achten und unparteiisch die Geschäftsordnung zu handhaben. Die Wahl des ersten Vizepräsidenten kam trotz drei­maligen Wahlganges nicht zustande, weil der so­zialdemokratische Kandidat immer unter 50 Pro­zent der abgegebenen Stimmen erhielt. Die Wahl wird am Donnerstag wiederholt. Der zweite Vizepräsident fiel mit 44 von 48 Stimmen an das Zentrum als der drittstärksten Partei. Mini­sterpräsident Cassebohm gab darauf eine kurze Er­klärung der Staatsregierung ab. Darin wird mit­geteilt, daß das Staatsministerium nach der Neu­wahl von einem Rücktritt abgesehen habe, denn es sei der Auffassung, daß es als Beamtenkabinett kei­ner Partei gegenüber politische Bindungen einge­gangen ist. Er wolle abwarten, ob der Landtag anderweitige Beschlüsse fassen wolle. Die National- soziälisten ließen daraufhin erklären, daß sie vor­läufig die jetzige Regierung dulden wollten. Unter den Anträgen, die dann zur Verlesung kamen, be­fand sich ein Drinalichkeitsantrag der Deutschnatio­nalen, durch den die Regierung beauftragt wird, bei der Reichsreqierung für die Aufhebung der jetzigen Notverordnung hinzuwirken. Die Dring- sschkeit wurde mit den Stimmen der Nationalso­zialisten, Deutschnationalen, Kommunisten und Volkspartei angenommen. Die Besprechungen werden morgen fortgesetzt.

* Sulkan-V«such in pari». Nach einer Mel­dung aus Casablanca soll der Sultan von Marok. ko Sidi Mohamed noch in diesem Jahre an Bord eines französischen Kreuzers dem neuen französischen Präsidenten Doumer einen Besuch abstatten.

Dreister RaubÜbsrfall auf eine Kreisbank- nebcnftelle. In der Kreisbanknebenstelle Herten bei Recklinghausen erschien Mittwoch vormittag ein Mann, der Gulden zu kaufen wünschte. Da die Bank keine Gulden zur Verfügung hatte, entfernte sich der Mann; er kam jedoch nach kurzer Zeit wieder, legte eine Aktentasche auf den Tisch und richtete eine Pistole auf den allein anwesenden Kassierer mit dem Ruf: „Schnell Geldtasche füllen!" Der Kassierer händigte notgedrungen den Barbestand in Höhe von 1003,80 Mark dem Räuber aus, der sofort flüchtete. Seine Verfolgung verlies ergebnislos.

Zur englischen A-Voot-Kakastrophe.

Der noch eingefchlossene Teil der Besatzung wahrscheinlich verloren.

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Da» Unglücksbook „Poseidon".

Eines der modernsten U-Boote der englischen Flotte, die „Poseidons stieß bei Weihaiwei nut einem chinesischen Dampfer zusammen und sank.*

Wie verlautet, soll sich das britische Untersee­boot „Modway" mit acht Mitgliedern der Besatzung der „Poseidon", die sich noch immer in diesem Boot befinden, in Ver­bindung gesetzt haben und hofft, fe zu retten. Andere Mitglieder der Besatzung sollen noch in einem anderen Abteil des gesunkenen U-Bootes eingeschlossen fein; es besteht wenig Hoff­nung, zu ihnen zu gelangen. Nach den wenigen Einzelheiten, die bekannt wurden, war das Un­terseeboot unmittelbar in der Nähe des Dampfers „Iuta" aufgetaucht, dessen japanischer Kapitän

den Kopf verloren und schlecht gesteuert hätte, so daß der Dampfer das Unterseeboot rammte. Ein japanischer Rettungsschlepper wird versuchen, die „Poseidon" zu heben.

Keine Hoffnung auf Rettung mehr.

wtb. Weihaiwei, 11. Juni. (Eig. Meld.), lieber die in dem gesunkenen englischen Unterseeboot ein­geschlossene Besatzung wird berichtet, daß kaum noch Hoffnung vorhanden sei, sie lebend bergen zu können. Seit längerer Zeit erhalten die Taucher auf ihre Klopfzeichen keine Antwort mehr.

Der erste Segelflug io den Alpen.

Groenhoff startet vom Jungfraujoch. — Glücklicher Slufloerlauf. — Ein kleiner Unfall.

Im Rahmen der von dem Forschungsinstitut der Rhön-Rositten-Gesellschast mit Unterstützung der Baseler Sektion des Schweizerischen Aeroklubs organisierten Segelflugexpedition in die Schweizer Zentralalpen wurde der erste Start mit dem Segelflugzeug „Fasnir" durchge­führt. Der Frankfurter Segelflieger G r o e n h o f f startete um 14.13 Uhr auf dem Jungfrau- Joch bet ziemlich starkem Winde. Er beschrieb mehrere Schleifen über der Station Jungfrau-Joch und der Jungfrau (4167 Meter Höhe) und ent­schwand den Blicken um 14.25 Uhr in Richtung auf die Niederung zu. Er ist kurz darauf in Inter­laken glatt gelandet.

•

wtb. Frankfurt a. M., 11. Juni. (Eig. Meld.) Nach hier eingetroffenen Berichten der deutschen Segelfliegergruppe müssen die Flüge int Jungfrau­joch-Gebiet auf kurze Zeit unterbrochen werden, da Groenhoffs Höhen st euer beim Start vom Jungfraujoch zertrümmert ist. Trotzdem hat er den Flug glücklich beendet. Der Unfall ist durch das Versagen eines Startmannes hervor­gerufen worden, der das Startseil zu spät losge- mssen hat. Infolgedessen wurde die schon in der Luft befindliche Maschine noch einmal zu Boden gedrückt, wodurch das Steuer beschädigt wurde. Von Frankfurt ist noch gestern abend die W a ss e r- kuppe benachrichtigt worden, wo man so­fort mit der Herstellung eines Ersatz­

steuer 8 begonnen hat, das noch xxn PQuf heutigen Tages nach der,Schweiz abgehen wstd

wtb. Interlaken, 11. Juni. (Eia gn»ih\ ~ 1 schweizerische Segelflieger Farn er startete morgen auf dem Jungfraujoch und kreiste dem Männlichen. Nach einer Flugzeit nnn “bcc Stunde und 45 Minuten ist er glücklich innoemct terbrunnen gelandet. 9 q

AamMen-Tragödie.

Der Arbeiter Heinrich Scharnhorst lauerte abend in Gelsenkirchen seiner Frau unter der terführung am Bahnhof Gelsenkirchen-Bismarck aus gab, als die Frau ahnungslos des Weges kam n einem Trommelrevolver z w e i S ch ü sse auf sie ab' jy5 Frau brach blutüberströmt zusammen. Daraus d-r Mann die Waffe aegen sich selbst unb einen Kopfschuß bei. Die beiden lebensgefährlich letzten wurden sofort dem Krankenhaus tuqeführt Motiv der Tat ist noch unbekannt. 8 1 °rt Das

Zur Münchener Katastrophe.

Unfall bei den Ausräumungsarbeiten.

Doch Selbstentzündung.

Bei den Abbrucharbeiten am Münchener Glaspalast ereignete sich Mittwoch nachmittag ein schwerer Unfall. Soviel bisher zu erfahren ist, wurden drei Arbeiter schwer verletzt. Nähere Einzelheiten, insbesondere dar. über, ob es sich um einen Einsturz oder einen Absturz handelt, waren noch nicht zu erfahren.

Wie die Blätter melden, sind die polizeilichen Er- Hebungen über die Ursache der Katastrophe im Glaspalast nunmehr abgeschlossen. Die Feststellungen sollen zu dem Ergebnis kommen, daß der Brand tatsächlich auf eine Selbstentzündung des von den Malern verwen­deten Materials zurückzuführen ist.

Handel und Wirtschaft.

s

rück.

Berliner Donnerstags-Börse

Rach enttäuschender Eröffnung weiter schwach.

Velriebstonzevtrakion bei 3. G. Farben.

Stillegung des Werkes Griesheim.

In der Auswirkung der bereits bei der Konsolidierung der I. 0. Farbenindustrie beabsichtigten Betriebskonzen­tration wird nunmehr, wie der Fwd. erfährt, nach der bereits erfolgten Verlegung der anorganischen Betriebe nach Bitterfeld das Werk Griesheim bei Frank­furt der I. G- Farbeninduftrie im wesentlichen stillge­legt. Bom Altwerk bleiben nur der Autogenbetrieb so­wie einige kleinere Abteilungen bestehen. Beschlüsse Wer die daraus folgende Bewegung der Belegschaft lie­gen noch nicht vor.

= Auseinandersetzung zwischen Offenbach und Frank- focler Gas. Die Stadt Offenbach hatte vor einiger Zeit den zwischen der Stadtgemeinde Offenbach und der Frankfurter Gasgesellschaft bestehenden Interessenge­meinschaftsvertrag gekündigt. Als Folge dieser Kündi­gung mußte das Elektrizitätswerk Offenbach, das von der' Stadt Offenbach vor einigen Jahren in die Gas­

gesellschaft eingebracht worden war, wieder an die Stabt Offenbach zurückgegeben werden. Dazu war ein in dem Jnteressengemeinschaftsoertrag vorgesehenes Schiedsge- richt eingesetzt worden. Die Uebergabeverhandlungen sind inzwischen zum Abschluß geführt und am Montag Vormittag vom Frankfurter Magistrat genehmigt wor­den. Es ist vorgesehen, daß das Elektrizitätswerk wieder an die Stadt Offenbach zurückgeht und daß die Stadt Offenbach dafür ihr Aktienpaket an die Stabt Frankfurt abgibt

- Mainkraftwerke 21.-©. Frankfurt a. M.HSchst, Die G.-V. der zum Lahmeyer-Konzern gehörenden Ge- sellschaft, in der 11 Aktionäre Mit 15,327 Mill. Rm. Aktien vertreten waren, genehmigte den bekannten Ab­schluß mit wieder 6 Prozent Dividende. Im lausenden Jahre sei bei den bisher versorgten Abnehmern der Stromverbauch auf der Höhe des Vorjahres geblieben. Unter Berücksichtigung der neu hinzugekommenen Ab-

Seisenfchaum-ein Waschlag'straum! Biel, viel weißer Seifenschaum, Luft, Sonne und Blüten« W8, duftende Wäsche — so träumt die richtige Hausfrau en Waschtag! Sie Sonn ihn sich gar nicht denken ohn» Naumann's weihe Kernseife

di« vollkommen reine, schäum- und waschkräftige Seife, Me ihr die Arbeit erleichtert und ihre Wäsche schont.

Frankfurter Viehmartt.

Frankfurier vlehmarki (Donnerstag).

N. D. Frankfurt, den 11. Juni. (Eig. Drahtber.) Es wurden bezahlt für 1 Zentner Lebendgewicht: Kalber; Beste Mast- und Saugkälber 56-59, mittlere Mast- und Saugkälber 48—55, geringe Kälber 35—47.

Auftrieb: Kälber 1280, Schafe 69, Schweine 1163-

Marktoerlauf: Infolge des überfahrenen Marktes der Schweinen und Kälbern schleppend. Bei Schweinen ge­ringer Ueberstand. Kälber geräumt. Schafe ruhig uno ausoerkauft.

Konkurse und Versteigerungen.

— Zwangsversteigerung Karl Stenger in Fulda. In dem Zwangsversteigerungroerfahren gegen den Landwirt Karl Stenger, früher in Kämmerzell, jetzt in Fulda wohn­haft, wurde am Mittwoch der Unionbrauerei in Fulda als Höchstbietende mit 18 000 Mk. im Versteigerungster­min vom 3. Juni dckr Zuschlag erteilt.

— Zwangsversteigerung Schneider u. Kallenbach in Fulda. In dem Zwangsversteigerungsoerfahren gegen die Kaufleute Emil Schneider und Moritz Kallenbach, beide in Fulda, wurde am Mittwoch der Firma M. Kal- lenbach u. Co. in Fulda als Hvchstbietend« mit 10 000 Mk. im Versteigerungstermin am 3. Juni der Z u s ch l a g erteilt.

= Zwangsversteigerung Ferdinand Hohmann in Neuenberg. Das in Neuenberg gelegene Wohnhaus Nr. 50 nebst Hofraum und Hausgarten jowie Schreinerwerk­statt, eingetragen auf Schreinermeister Ferdinand Hoh­mann in Neuenberg, sollte am Mittwoch im Amtsgericht Fulda im Wege 6er Zwangsvollstreckung versteigert wer­den. Sämtliche Hypotheken in Höhe von 12 111,10 Mk. bleiben bestehen. Das geringste Gebot, enthaltend Ge­richtskosten, rückständige Steuern und Zinsen, betrug 999,89 Mk. Da kein Gebot abgegeben wurde, mußte das Verfahren vorläufig eingestellt werden.

100 Mill. Sm. Aufträge der Reichsbahn für den Stahlwerksverband. Zwischen den zuständigen Reichs« stellen in Verbindung mit der Reichsbahn ist ft. B. L. A., ein grundsätzliches Abkommen getroffen worden, wo­nach die Reichsbahn den im Stahlwerksverband vereinig­ten Hüttenwerken einen außeretatsmäßigen Auftrag auf Lieferung von Eifenbahnobermaterial (Schienen, Schwel­len, Schrauben, Laschen usw.) in Höhe von 100 Mill. Rm. erteilt hat. Die Gelder hierfür fallen dem Fonds für die ftrifenfürforge entnommen werben. Mit den Bestellungen wird begonnen, sobald die letzten Formali­täten erledigt worden sind. Rollendes Material, wie Lokomotiven und Waggons bleiben unberücksichtigt.

wtb. Berlin, 11. Juni. (Eig. Meld.) Die noch im. Vormittagsverkehr und an der Vorbörse gehegten Erwar­tungen, daß die Beruhigung hinsichtlich der innerpoliti- fchen Lage auf Grund der Versuche, in Bezug auf die Notverordnung zu einer Einigung zu gelangen, eine freundlichere (Eröffnung nach sich ziehen werben, wurden zu Beginn des offiziellen Verkehrs enttäuscht. Die zu- rückgestellte Entscheidung über die vorzeitige Einberu­fung des Reichstages, die noch heute früh Befriedigung ausgelöst hatte, wurde durch das Wiederumsichgreifen einer stärkeren Unsicherheit in den Hintergrund gedrängt. Auf fast allen Märkten lag Angebot vor, so daß sich die höheren Kurstaxen des Vormittags schon anfangs nicht behaupten konnten. Nur die Auslandswerte Svenska und Chade waren auf Grund festerer Auslandsmeldun- gen bis zu S% Mk. höher. Im übrigen waren über­wiegend kleine Rückgänge gegen den gestrigen Schluß festzustellen. Stärker angeboten waren insbeson­dere deutsche Werte, die früher vom Auslande gekauft worden sind. So waren Reichsbank beispielsweise 3 Proz. rückgängig, aber auch Farben wurden stärker ver­kauft. Es sollen verschiedentlich Glattstellungen nicht ganz freiwilliger Natur erfolgt sein. Im Verlause wurde die Tendenz ausgesprochen schwach und das Kursniveau senkte sich ganz allgemein bis zu 2 Proz. Spezialwerte wie Salzdetfurth, Schubert u. Salzer, Rheinische Braun- kohlen, Berger, Polyphon und Bemberg büßten 2% bis - Proz. ein. Auch Ehade-Aktien gingen um 3 Mk. zu­ck. Die fchwache Veranlagung der Dollarbonds an der gestrigen Newarker Börse verstimmte. Auch das anhal­tende starke Angebot am Psandbriefrnarkt und das An­ziehen des Dollarkurses im Freiverkehr auf 4,2140 bis 45 rief bei der Spekulation Abgabeneigung hervor. Zu den Kassakursen lag ebenfalls stärkeres Angebot vor. An­leihen etwa behauptet, Ausländer nicht einheitlich. 6vroz. unifizierte Türken erschienen mit ---Zeichen. Pfand­

briefe sehr stark angeboten und bis zu 2 Proz. schwächer. Reichsschuldbuchforderungen bis zu 1K Proz. gedrückt. Devisen leicht anziehend. Madrid und Schweiz interna­tional befestigt. Die Geldsätze blieben unverändert.

nehrner sei eine steigende Tendenz im Strom- abfatz zu verzeichnen. Das geldliche Ergebnis des laufenden Jahres käme dem des Vorjahres gleich, fobaß unter dem üblichen Vorbehalt für das neue Geschäftsjahr mit demselben Erträgnis zu rechnen fei.

.s Die Hanomag-Sanierung. Der Abschluß 1930 der Hannoversche Maschinenbau A.-G. norm. Georg Ege» straff weist nach Abschreibungen von 1,33 (1,43) Mill. Rm. einen Verlust von 3 735 234 Rm. (i. V. Verlust 697 343 Rm.) aus. Zur teilweisen Tilgung dieses Ver­lustes soll die offene Reserve von 600 820 Rm. herange­zogen werden, während der Rest von 3 064 414 Rm. oorzutragen ist. In Hinblick hierauf sowie infolge der tm neuen Jahr durch das Abkommen mit der Firm» Henschel-Kassel erfolgten Stillegung des Lokomotivbaues soll der G.-V. am 4. Juli die Herabsetzung be« A. K. von 14,16 auf 9 TO i 11. Rm. vorgeschlagen wer­ben Zu diesem Zwecke stellt die Gesellschaft aus Eigen­besitz 890 000 Rm. St.-A. und 76 600 Rm. V.-A. zur Verfügung. Die übrigen Aktien sollen im Verhältnis 3.2 zusammengelegt werden, sodaß das A.-K. in Zukunft aus 8,74 Mill. Rm. St. A. und 0,26 Mill. Rm. D -A. bestehen foli, was annähernd der Höhe des Vorkriegs- kapitals entfpricht. Der aus dieser Transaktion ent­stehende Buchgewinn soll nach Tilgung des Verlustrwr« träges in der Hauptsache zu Abschreibungen auf An­lagen und Bestände sowie zur Tilgung des Anleihe Disagio-Kontos, das in der Bilanz mit 580 000 JWu ausgewiesen war, verwendet werden.

-- Fichte! und Sachs A.-G. Schweinfurl. Die Ge­sellschaft schließt per 1930-31 (31. 1.) mit einem ermäßig­ten Reingewinn, von 0,85 (1,03) Mill. Rm., woraus ernt von 8 auf 7 Prozent ermäßigte Dtolb««»« zur Verteilung vorgeschlagen wird. Die Gesellschaft stellt Naben und Kleinmotoren (Sachsmotor) für fW rüder her. Der Umsatz war geringer als i. 23. -»«f

schäftigt werden z. Zt. noch 2900 Arbeiter. Bekanntlich wurden die Sugellagerbetriebe an den Kugellagertrui abgetreten.

Produttenmürkle.

— Frankfurter Getreidebörse vom 10. Juni. Die Preise verstehen sich für (Betreibe je Tonne, für die übri­gen Waren je 100 Kar. Parität Frankfurt a. M.: Wetzen, Hessen, Provinz Hessen-Nassau und Unterfranken 285—292,50; Roggen, Hessen, Provinz Hessen-Nassau und Unterfranken RM. 222.5—225; Hafer, inland RM. 205 bis 207,50 Weizenmehl, südd. Spezial 0 39.75—41, Wei zenmehl, Niederrhein. Spezial 0 39.75—40; ?°88^meh, 60 Proz. Ausmahlung 30—31.75; Welzenkleie 11.85 bis 11.50; Roggenkleie 12. Tendenz: sehr ruhig.

9. Juni Geld Brie!

4,90 4,91

48,69 68,75

169,81 169,65

90,47 20,51

16,47 16,51

81,64 81,80

40,41 40,49

22,08 22,07

119,74 119,96

112,79 119,94

112,81 113,03

12,47 12,49

59.16 69.27

10

Juni

Beniner Devisenkurse

Newyork Brüeeel Holland London Pari» Schwei»

Spanien Italien ülnemark Norwegen Schweden Prag Wien

Neid

4,20

68,62 169,81

20,47 16,47 81,68 41,61 22,04

112,71 112,71 112,80

12,47

69,17

Briel

4,91 58,74 169,65 20,61 16,61 81,84 41,69 92.08 119,98 119,98 118,02

12,49 69.99

SuAMwL »M M MO p