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Beilage
Ar. 132
11. Juul
Flammen-
Moderner
ELIDA KÖNIGIN SEIFE
M. A.
bringen.
Heinrich Bachman«-
dem Sänger des Sonnengesanges, gehe ich der Heimat weg wieder in Welt und Werk.
vom Hügel Der Son
nentage, müssen sie wissend und weihend am Hügel der Heimat weilen, wo ihr Herz zuerst zur großen, nichts-
und Stille, allein war
ablaufens garantiert.
So nimmt es nicht gen, die eine moderne die subjektive ffiitltr-
Erbsenbrei. (Für 4 Personen). Zutaten: % Pfund gelbe Erbsen, % Liter Wasser, 1 Teelöffel Salz, 10 Tropfen Maggis Würfe, 2 Eßlöffel Butter, 1 Zwiebel. Zubereitung: Die Erbsen werden einen Taz vorher verlesen, gewaschen und eingeweicht. Man setzt sie mit dem Einweichwasser auf, kocht sie gar, streicht sie durch, schmeckt nach Salz ab, rührt Maggis Würze hinein und gibt die in Butter braun gebratenen Zwie- belwürfelchen darüber. Der Brei schmeckt sehr gut zu Sauerkraut.
Lungenhaschee. (Für 4 Personen, 11- Stunden.) Zutaten : Ein Kalbsgeschlinge von ca. 1000 Gramm, 2 Liter Wasser, 30 Gramm Weizenmehl, 12—15 Tropfen Maggi's Würze, 1 Eßlöffel gehackte Petersilie. Zubereitung: Ein Kalbsgeschlinge (Lunge und Herz) wird gewaschen und in zwei Liter kochendes Wasser, dem man Salz und eine Gewürzdosis zugegeben hat, getan und gargekocht. Dann schneidet oder wiegt man das Geschlinge fein, vorsichtig alle Röhrchen zurücklassend. Don der Butter, der femgehackten Zwiebel und dem Weizenmehl macht man eine braune Mehlschwitze, füllt mit der Kochbrühe eine gut gebundene Soße auf, läßt sie gut durch kochen, gibt das gehackte Fleisch hinein, läßt noch einmal recht heiß werden, verbessert den Geschmack mit Maggi's Würze und streut die Petersilie über das Gericht. Mit Scheiben von Salzgurken umlegt zu Tisch
verlangenden Liebe erozacht war in Sonne Sie überdauert alle Tode, denn diese Liebe bei Gott, und Gott selbst war die Liebe.
Einmal im Jahre umbrausen mich seine
zungen am Hügel der Heimat, da ich sonst nichts weiß als Sonne, Liebe, Leben für nun und ewig.
Seines Wesens Wellengleichnis, die Sonne, segnet
geht ihm und seinen Qualen nach. Er zeichnet einen manischen Selbstquäler, der — weitab von aller Gläubig« feit an den objektiven Sinn der Ehe — die beiden jungen Ehebrecher spielerisch gewähren läßt, teils sie bejahend, teils sie hassend. Und feine komisch anmutende Tragik besteh tbarin, daß er in feinen alten Tagen lebt von der Sünde der beiden Jungen, und erst als Tristan und Isolde einander satt geworden sind und zu ihm zurückkehren, da greift er ein und tötet sie. Fehling, der Regisseur, erkannte richtig, daß hier Probleme der Vorkriegsmenschen zur Diskussion gestellt sind, die weder uns, noch die Menschen der Ritterepoche angehen: deshalb gab et dem Stück das Gewand unserer Ellern.
Alfred Savoirs „Dompteur" (uraufgeführt im Theater am Schiffbauerdamm) versucht aus dem Zirkusleben ein Gleichnis zu gestatten, das die tierverwandt« Sprunghaftigkeit des Weibchens ausdrücken will, welche« nicht weniger als fünf Männer zu Dompteuren macht, in Wirklichkeit aber die eigentliche Tierbändigerin de« Stückes bleibt. Wie fade und dünn wirken sich solche von Wedekind und Nietzsche abgeleiteten Auffassungen aus. wenn sie Leben, ja nur Leben auf den Brettern, gewinnen sollen.
Wieviel logischer geht da der Engländer Noel Co« ward in seinem Lustspiel „Intimitäten" (uraufgeführt im Renaissance-Theater) aufs eigentliche Ziel zu, wenn er eine alte, wirklich nicht ideale Ehe, wieder zustande kommen läßt, nachdem die beiden Geschiedenen und soeben Wiederverheirateten erkennen mußten, befc jede Ehe ihre Schwierigkeiten hat. Del Titel „Intimitäten" ist sehr ernsthaft zu nehmen und will nichts besagen, als daß Ehe ein kluges und wohlerwogenes sich miteinander Zurechtfinden bedeutet, die Stärken ebenso! eingeschlossen wie die Schwächen. Leider fehtt dem Autor die letzte Sinngebung einer solchen Erkenntnis, die allein den unvermeidlichen Streit zweier verschiedener Menschen endgültig vermeidlich machen kann, wenn sie bi« Zweisamkeit verankert im Religiösen, also als Sakrament bejahen.
Wie selten sind solche Einsichten! — Wo aber ist unser Dichter, der aus den Schwierigkellen der heutigen Menschen den einleuchtenden Beweis für unsere Eheauffassung liefert?
vollendeten Persönlichkeit gehört die Feinbildung des Körpers wie die des Geistes.
Eine der ungezwungensten Leibesübungen ist das Wandern. Eine gewisse seelische Ungebundenheit schafft stöhliche Stimmung, das Mädchen atmet in vollen Zügen reine, frische Luft. Licht und Sonne erhöhen das Lebensgefühl des Körpers. Nur darf unser Wandern nicht plan- und ziellos fein. Unsere Mädchen sollen die schöne Natur sehen, sich in echtem Franziskusgeist freuen an den kleinen Blümchen am Wege, an den weißen, runden Kieseln im Bach, an dem luftigen Vogelgezwitscher und Gottes Güte, Macht und Siebe aus diesem großen Buche lesen.
Sie sollen aber auch ihre Heimat kennen und lieben lernen. Wie leicht können wir auf einer Wanderung ein kleines, altes Kirchlein auf dem Berge, eine sagenhafte Burgruine, ein historisch altes Städtchen besuchen. Da wächst in dem Mädchenherzen Sinn und
Autoren den Versuch machen, die Heuchelei, die Verlogenheit und Brüchigkeit einer inrichtung darzutun, die auf so schwachen Füßen steht. Wir stehen allen Ern st es im Stadium der letzten Zertrüm-
- r ii n q d e r E he. Die Auffassungen, die auf der
Bruckners „Kreatur" war letzte anarchische Beweisführung gegen die Institution der Ehe mit tragischem, aus der Psychoanalyse bezogenem Akzent.
Jetzt tritt in der Volksbühne A l fr e d D ö b l i n, der bekannte Verfasser des Romans „Berlin-Alexanderplatz", mit einem Lehr- und Kampfstück auf den Plan, um an drei Beispielen die Sinnlosigkeit der Ehe zu erweisen. Er zeigt in der ersten Situation, wie zwei junge Proletarier, die sich zusammengetan haben, im Schatten der Arbeitslosigkeit nicht einmal mehr zur ursprünglichsten Sinngebung der Ehe gelangen: zum ersten Kind. Die Frau durchläuft alle Stationen vom Arzt über die Wohlfahrtsschwester, über Geheimpräparate eines Drogisten bis zur Abtreiberin, um die Frucht zu ertöten, die ihrer Gemeinschaft erwachsen ist und deren Existenz — so glaubt Döblin zu beweisen — in der Zeit heutiger Not keine Berechtigung hat. Die zweite Situation schildert die Wohnungsnot einer achtköpfigen Familie, die die Gemeinschaft zerreißt, die Mutter ins Altersheim und die Kinder in die Fürsorge treibt, bis sie, im Wunsche, wieder zusammenzukommen, irgendwo im Walde dem Gendarm in die Hände fallen. Die dritte Situation soll das beschämende Gegenbeispiel aus der Welt der Besitzenden zeigen. Dort wird die Ehe um ihrer Aeußerlichkeit willen aufrecht erhalten, aber nur um des Geldes und der persönlichen Ungestörtheit jedes Teiles willen, in Wirklichkeit aber zerstört dadurch, daß sich jeder Ehepartner „schadlos" hält an einem „Freund" und einer „Freundin".
Die Beispiele mögen das sozialdemokratische Publikum der Volksbühne durchaus überzeugen, da sie unbestreitbar Vorkommnisse des täglichen Lebens aufgreifen. Aber sie widerlegen nichts, als die Verlogenheit der meisten Zivilehen . Döblin zerstört hier mit Gleichnissen aus der heutigen Ehepraxis: aber er gibt feinen Zuhörern nichts zum Wiederaufbau als ein paar dürftige Phrasen von „neuer Menschlichkeit". Gerade er sollte aus feinen Beispielen gelernt haben, wie wenig hier auf den Menschen allein Verlaß ist.
Auch Georg Kaisers (im Staatstheater) nach dreißigjähriger Wartezeit endlich aufgeführtes Schauspiel vorn „K o n i g H a h n r e i" ist ein Beitrag zur Situation der heutigen Ehe, trotz seines Vorkriegsalters. Kaiser entdeckt beim Studium des Tristan- und Jsoldestoffes den weinenden Dritten, den betrogenen König Marke, und
Ehe wird schon so lange in der Dichtkunst, vor allem auf dem Theater, diskutiert, als sie der Menschheit zweifelhaft ist. Von Voltaire bis Strinbberg hat sich diese Diskussion verschärft, da das Sakramentale der Ehe immer mehr aus dem Gesichtskreis geschwunden war und immer stärker das Rechtlich-Zivile gesehen und bezweifelt wird. Die Umwälzungen im Weltbild der Gegenwart brachten es mit sich, daß sich der erweiterte Blickwinkel nicht mehr, wie vor dem Krieg, mit dieser engen Auseinandersetzung begnügte. Den Nachkriegsmenschen ging, wenn auch von der Umkehrung, auf, daß die Einrichtung des staatlich geschützten Zusammenschlusses zweier Menschen tiefere Begründungen haben mußte als die psychologischen Gesetze des Zueinanders und Voneinanders von Mann und Frau. Strinbberg und Wedekind, und in ihrem Gefolge Hunderte von anderen, meist weniger ernste, haben bis zur Erschöpfung alle Schattierungen, im Guten, wie im Bösen, untersucht und zu Schauspielen und Tragödien moderner menschlicher Gesellschaft gemacht. Uns muten diese Ehedramen, die durchaus noch befangen sind im persönlichen Subjektivismus, heute fremd und unwichtig an. Kein Wunder, daß man sie heute nur selten auf den Bühnen sieht. Die Ehe als Gesellschastserscheinung wird nur noch diskutiert jenseits der tragischen Ernsthaftigkeit.
Das ist kein Gewinn. Denn diese Auffassung führt noch weiter ab von der christlichen Haltung und führt noch tiefer hinein in jene heute schon allgemeingültig gewordene Denkweisen, die das dünne, äußere Gerüst des früheren, gottgewollten Sakramentes als Gesellschaftszwang
Basis materialistischer und radikal-marxistischer Weltanschauung Allgemeingut breiter Schichten geworden sind, und die im sowjetrussischen Rußland schon neue Formen gefunden haben, die man nicht anders als staatliche Sanktionierungen einer freien Hiebe bezeichnen kann, diese Auffassungen finden auch zwischen den Kulffsen unserer heutigen Theater ihre Darstellung und vollstrecken in ihrer Diskussion das Gericht über einen Restbestand der bürgerlichen Welt.
Jeden, der tiefer sieht, wundert das nicht, denn feit der Aufhebung der Unauflöslichkeit der Ehe mußte diese Konsequenz sich vollziehen, und die mechanische und materialistische Weltauffassung der Gegenwartsmenschen steht mit ihrer nüchternen Sachlichkeit prompt auf gegen alle Pseudobindungen, die noch um des Öffentlichen Ärgernisses willen aufrecht erhalten worden sind. Die auf der gleichen Weltanschauung gewachsenen, hier zuständigen Wissenschaften der Soziologie und vor allem der Psychologie liefern mit ihren Thesen von der Freiheit und der freien Entscheidung des Einzelnen, des Mannes sowohl wie der Frau, von der Ueberberoertung persönlicher Veranlagungen und Neigungen und dem Glaubensbekenntnis zu einer Mechanisierung und Differenzierung im persönlichsten Zusammenleben, ausgegeben als „Vollkommene Ehe", die Schrittmacher einer endgültigen völligen Zersetzung des natürlichen, erst recht des übernatürlichen Ehebegriffs.
Kein Wunder, daß auch in den Theatern immer mehr einer sexuellen Freiheit und Zügellosigkeit das Wort geredet wird, und die große, bereitwilligst anerkannte Entschuldigung heißt: Es kann niemand einen Menschen zwingen, mit jemanden zusammen zu sein, der nicht zu ihm paßt. Daß dieses „Passen" den Freibrief für jede Triebhaftigkeit und Neigung bedeutet, daß hier nicht einmal mehr die natürlichen Voraussetzungen (ganz abgesehen von den übernatürlichen!) eines Zusammenlebens berücksichtigt sind, ist völlig in Vergessenheit geraten.
Anscheinend hat die eindeutige Formulierung der päpstlichen Ehe-Enzyklika die Diskussion von neuem akut gemacht; denn davor reichte das Eheproblem kaum noch aus für witzelnde französische und auch deutsche Lustspiele.
still mit einem Bruderwort auf den Heimgefundenen herab:
„Trinkt, o Augen, was die Wimper hält.
Von dem golbnen Ueberfluß bei Wett."
Ein heiliger Habenichts, gleich dem Bruder Franz,
Sonne.
Von F. Schrönghamer-Heimdal-Passau-Haidenhof.
Einmal im Jahre, wenn der heimliche Herzensruf aus Jugendtagen lockt, wie ein Zauberhorn, spreche ich mich frei von Sünde und Sorge, von Welt und Werk und wandere ins Blaue hinein wie in eine vergessene Heimat, die so unwirklich fern liegt und doch so wesenhaft wirkt, daß ein Widerhall von der Wonne des Heimrufs im Herzen schwingt wie Läuten unirdischer Glocken.
Am Hügel der Heimat, mutterseelenallein, erfüllt sich mir das Sonnenwunder, einmal im Jahre, da ich nichts weiß und nichts will als Sonne und Stille. Da, wo ich als Knabe unwissend Wünsche der Wett geträumt, versinkt mir die Welt als Mann, der nichts weiß und will als Kind sein, geborgen am Hügel der Heimat. Diese Weltrast am Heimatrain ist das Erdenbeste, aller Schönheit Kronjuwel.
Nichts mehr ist in mir als das Unnennbare des lautersten Lichtes, der tiefsten Stille, beseligend wie die Inbrunst aller Bräute, die ihr Herz je über den Singer dieses Sternes getragen, mutterseelenallein wie ich in diesen Stunden, in denen kein Zeiger rückt. Nur die Sonne geht still über den blauen Plan und die Welle eines heiligen Liebeswortes, ihrem Strahlenmund entsprossen, überbrandet mein Herz. Bist du es noch, bu Einsamer? Segen dir, daß du mich nicht vergessen hast, Sonnensohn. Einmal im Jahre reißt es dich an mein Herz mit Wissen. So weihe ich dich mit Unwissen. Dieses aber ist das Sohnsein, das Kindsein, das Daheimsein im Vaterhause urewiger Sonnenliebe.
In Sonnenliebe schwingt und schweigt die erweckte Welt mit mir.
Es ist nicht mehr Blütezeit und noch nicht Erntemond.
Geist der Fülle hält die Welt umfangen. Wo kurz noch Schneewehen gewütet, jauchzen grüne Heckenwälle über die ernsten Steinhalden. Den hellen Kirmesdaum im Dorf zu meinen Füßen umfeiern die Rauchfahnen aus den im Wipfelgrün verlorenen Häfen wie Weihrauchschwaden. Menschlein reuten im Gefild und rasten zuweilen, auf die Harke gestützt, wie in Hochgefühlen 6es Sonnenzaubers. Ein Tag im Jahre macht alle Sorgen wett. Aufgeschlossen ist jedes Herz dem Geist der köstlichen Fülle. Augenleuchten predigt still von der Allmacht der Sonnenliebe.
Die Freien, die des Leibes Kerker gesprengt, wandeln wesenhaft wissend über den Hügel der Heimat, wo ihre lotenmale fremd und ernst den Höhenweg säumen. Wo ein sprossender Halm sich beugt, wo eine Welle über blühercken Flachs hinläust, wo Haselzweige sich flüsternd zueinander neigen, ifts wie liebender Lebenshauch der Heimgegangenen. Einmal im Jahre, am stillsten Son-
Reibungslosigkeiten des Lebens
wunder, daß trotz der Lockerun- Ehescheidungs-Gesetzgebung über hinaus gegeben hat, moderne
Verständnis für die Geschichte seiner Heimat. Der Besuch eines Heimatmuseums auf einer solchen Wanderung wird sie einführen in die alte Volkskunst ihres Landes und Ehrfurcht und Staunen wecken für diese biedern alten Leuten, die mit einfachen Mitteln, aber unverfälschtem Geschmack sich eine Kultur schufen.
Sie sehen und beobachten aber auch die Menschen ihrer Heimat, lernen ihre Lebensart, ihre Arbeit kennen.
Wenn das Wandern sich so hohe Ziele steckt, so ist es klar, daß jede Wanderung gut vorbereitet sein muß. Die Führerin muß einen festen Plan aufstellen, die Wan- derung auf die Tage verteilen, Herberge und Nachtquartier im voraus bestellen und den einzelnen Mädchen einen genauen Kostenanschlag geben. Der Rucksack muß sachgemäß gepackt sein und all das enthalten, was das Mädchen auf der Wanderung gebraucht: frische Wäsche, ein Paar leichte Schuhe zum Wechseln, ein Feierkleid, ein Liederbuch und verschiedene Lebensrnittel. Alles Ueberflüffige muß unbarmherzig herausgeworfen werden.
Der Volkstanz ist im wahrsten Sinne des Wortes gestattete Form unserer seelischen Erlebnisse. Das stärkste Erlebnis bei der Jugend ist die Freude. Sie sucht sich Ausdruck ist Tanz und Spiel. Gibt es etwas Schöneres
nentag kommt ja wieder: Einmal im Jahre. Und dann in alle Ewigkeit. Amen.
Turnen, Wandern und Tanz sind als körperliche Entspannung neben der seelischen unbedingt notwendig, umsomehr als der Körper des Mädchens sowohl unter den Zeitoerhättnissen wie auch unter der Berufsarbeit leibet. Es werden gerade in den Entwicklungsjahren große Anforderungen an ihn gestellt; zudem hat das Mädchen ein ganz natürliches Bedürfnis nach Bewegung. Alles sehnt und streckt sich in feinem Körper und sucht einen Ausgleich. Die Leibesübungen allein schaffen dem Gesunden ausgiebige und richtige Gelegenheit, feine körperlich-seelischen Kräfte zu betätigen, sie stützen den Entwicklungsschwachen und weisen ihm Wege, auf denen er zu einer natürlichen und kräftigen Entwicklung gelangen kann.
Sie liegen keineswegs außerhalb unseres Erziehungszieles. Das Mädchen soll zu einer bewußt, starken Frauenpersonlichkeit erzogen werden, die trotz ihrer engen Naturverbundenheit den Körper beherrscht, trotz der tiefen Verwurzelung im Unbewußten selbständig denkt, urteilt und sich entscheidet. Dazu bedarf es, wie Dr. Elisabeth Schneider in ihrem ausgezeichneten Handbuch der weiblichen Jugendpflege (Herder-Verlag, Freiburg) schreibt, eines starken Willens, der gesunde Nerven, einen frischen widerstandsfähigen Organismus voraussetzt. Nur ein geübter, geschulter Körper wird seine ganze Nervenkraft bewahren können in unserer aufreibenden Zeit, nur er ist gewachsen den erhöhten Aufgaben, die heute an eine Frau gestellt werden, nur er allein wird sich unabhängig machen von Hunger und Durst, Hitze und Kälte, Schmerz und Entbehrung. Das ist um so wichtiger, als bas Reich der Frau heute nicht mehr nur im engen Kreise ber Familie liegt, fonbern hineingreift in bie große Deffentlichkeit. Auf bem Uebungs- ober Spielplatz erwirbt sich bas Mädchen diese Frische und Leistungsfähigkeit; es wächst in ihm ein Kraftbewußtsein, schweren, körperlichen Anforderungen gewachsen zu sein. Lebensmut und Lebensfreude blühen auf und helfen über Verstimmungen und Widerwärtigkeiten hinweg.
Wie sollen unsere Leibesübungen ausfehen? Soll das Lebensgefühl im Mädchen gesteigert werden, so ist es ganz selbstverständlich, baß die Leibesübungen sich dem weiblichen Körper und der Seele ber Frau an- paffen und vom Mädchen keine hohen Kraftleistungen ober sonstige Hebungen verlangen, bie nur eine Nachahmung des Männer turnen sind. Aus diesem Grunde ist die weibliche Leitung der Mädchenturnstunde unbedingt zu fordern. Sie wird auch dem Wettgedanken Rechnung tragen in Wettspielen, die geschlossen unter Mädchen durchgeführt werden. Es soll dabei nicht so sehr die Einzelleistung bewertet werden als das Gesamtziel und die Eingliederung ins Ganze.
Die Leibesübungen dürfen in unseren weiblichen Vereinen aber nicht zum Selbstzweck werben. Sie sind nur ein Teil unserer Erziehungsaufgaben, bas junge Mäd- chen soll harmonisch nach Körper unb Seele hin ausgebildet werden. Der menschliche Geist existiert nicht allein für sich, er bedarf zu feiner vollen Lebensbetätigung des Körpers, mit dem er von Natur aus zu einer Lebenseinheit verknüpft ist. Es ist einander Dienen und gegenseitig Befruchten, allerdings mit einer völligen Unterordnung des Körpers unter den Geist. Zur
nur deshalb bestehen lassen, weil es gewisse Annehmlichkeiten des Lebens und
Praktische Winke.
Salz als Helfer bei mancherlei Hebeln.
Kochsalz ist für mancherlei Beschwerden ein recht guter Helfer. Ein Kaffeelöffel Salz, in lauwarmem Wafer aufgelöst, vertreibt das lästige Sodbrennen. Bei Halsentzündung benutzt man Salzwasser zum Gurgeln. Lösungen aus Salzwasser und Alaun bewähren sich bei Insektenstichen. Auch bei verdorbenem Magen tut Salz« wasser, schluckweise getrunken, gute Dienste.
Flöhe zu vertreiben.
Man lost Chlorkalk in einem Eimer Wasser auf unb wischt damit sorgfältig alle Stubenböden und möglichst auch die Türen auf. In die Ritzen der Dielen wird etwas von der Brühe gegossen. Die Flohe werden auf diese Weise vernichtet.
Geduld.
Von Rosa H a m a ch e r-Boppard.
Es spricht ber Mann: Ich habe Mut!
Der Weg ist steil, bas Ziel ist gut.
Es spricht bie Frau: Nun wohl! Voran Geh' du den Pfad, ich folge bann. —
Es spricht der Mann: Die Zeit vergeht. Komm hurtig, sonst wirb es zu spät!
Es spricht bie Frau: Geduld tut Not, Sie reichet bis zum Abendrot. —
Es spricht der Mann: Nun laß uns ruhn, Nicht fruchtet gar zu schnelles Tun!
Es spricht die Frau: Jetzt Ruhe? Nein!
Erst müssen auf dem Berg wir sein.
Es spricht der Mann: Wir waren jung Und schritten voll Begeisterung.
Es spricht bie Frau: Sag an, fürwahr Jst's Ziel entrückt, wenn grau bas Haar?
Es spricht ber Mann: Dein froher Mut Wiegt mehr als Ehre, Gelb unb Gut.
Mein tapfrch Weib geh du voran Den steilen Pfab — ich folge bann.
Die Frau in der Küche.
Spargelsalat.
Die Spargeln werden geschält. Die Schalen kann man noch zu einer Suppe auskochen. Dann werben bie Spargeln in Salzwasser genügend weich gekocht, in kleinere Stücke geschnitten und mit Essig, Del und Petersilie, nebst dem notwendigen Gewürz zu einem Salat aiw gemacht. Wer ein besonderer Feinschmecker ist, der verwendet zu diesem Salat nur Spargelspitzen. Man kann den Salat auch mit Tomaten und jungen Bohnen vermischen.
Etwas vom Turnen, vom Wandern und vom Tanz.
Von Dr. Eisabeth Schneider.
... und Abertausende gebrauchen und loben sie
als eine junge Mädchenschar, die unbeobachtet ihr. Freude tanzt und spielt? Viele der alten Volkston,, sind wieder ausgegraben und in guten Sammtunoen herausgegeben worden. Wir dürfen bei der Auswahl der Tänze nur eines nicht vergessen: Soll der Volkstanz eine wirkliche Auslösung fein, so muß er Ausdruck un. feres Fühlens und Wollens fein, nicht der eines freu»-»' Volkes. I en
Noch weniger verständlich ist es, wenn wir in unsere festlichen Veranstaltungen artfremde Negertänze einfüh. ren. Was Naturvölkern ein Ausdruck ihrer Freude ist was aus Träumen des Urwaldes, feinen Gefahren und Wildheiten, aus Jagdfreude und lautem Siegesjubel mit hineingeflochten ist, können wir nicht verstehen. Darum arten leider Gottes diese Tänze bei uns zur reinen Erotik aus. Doch bereitet sich langsam eine Gesundung vor.
Es geht durch unser ganzes Volk das Ringen, unsere alten Tänze neu zu beleben, aber tor allem das Bestre- den, unseren eigenen Rhythmus, der sich int letzten Jahr- hundert auf Grund ber Technik geändert hat, einen neuen Ausdruck zu verschaffen im echten, deutschen Tanz, Volkstanz wie Gesellschaftstanz.
Ehe innerhalb der Kulissen
Berliner Theaterbrief.