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Wrg. 58.

Sonntag, 1.3uni 1931.

Monatlich 1.80 einschließl. Postgebühr (48 Psg.) ohne tfufteUg Anzeigen-Preise: Kleinzeile (Sol.) lokal 0.15 RM., auswärts 0.20 RM. Reklamezeile: lokal 0.60 RM., auswärts 0.80 RM Bei Wiederholungen Rabatt Postlcheckk ftranfi a M 4051

i*-* I Erscheint sechsmal wöchentlich. Wochenbeilagen: »Die Welt

. -«/IQ I im Bild' und »Buchenblätter'. Rotationsdruck und Verlag

IM*, I der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda. Fernrufe: Schrift«

* I :: leitung 1152. Fuldaer Actiendruckerei 1150 und 1151. ::

kUldaerZertung

Anzeiger für die Stabt Fulda und denLandkreis Fulda. Amtliches Kreisblatt.

Aufruf der deutschen Reichsregierung.

Deckung zusammen

zusammen.

A

Zusammen 306 Mill.

101 Mill.

85 Mill.

120 Mill.

207 Mill.

60 Mill.

35 Mill.

meinden, stehen zur Verfügung:

1: Gehaltskürzung

2. Lohnsteuererstattung

3. Umsatzsteuer

Zusammen 268 Mill.

574 Mill.

Deckung:

a) Auf der Ausgabenseite:

1. Gehaltskürzung

2. Reichsversorgung

3. Sonstige Haushaltsabstriche

Ein Kellner aus Weißenfels entwendete seinem Arbeitgeber 10 000 Mark und floh. Die Ermittlungen nach seinem Verbleib waren bisher erfolglos.

im Glaspalast ausgestellten Gemälden nur b 11e Leihgemälde, wie beispielsweise die fast voll­ständig vernichtete Sammlung der Romantiker und die Werke eingeladener Künstler ver­sichert. Für alle anderen Werke war nach den Satzungen der Ausstellung die Versicherung Sache der Aussteller selbst. Es ist daher bedauerlicher- weise anzunehmen, daß zu dem ungeheuren ideellen Schaden durch die Vernichtung wertvollsten Kun st werke ein auch nicht an­nähernd abzuschätzender Sachschaden von vielen Millionen hinzutritt, da wohl die meisten der Künstler im Vertrauen auf die Sicher, heit des Ausstellungsgebäudes ihre Werke nicht versichert haben dürften.

Der Brandschaden im Glaspalast.

wtb. München. 6. Juni (Eig. Meld.) Gegen 9 Uhr früh konnten die ersten Löschzüge von der Brandstätte des Glaspalastes wieder abrücken. Insgesamt waren in der diesjährigen Kunstaus­stellung 2820 Werke der Malerei, Gra­phik und Plastik ausgestellt. Davon konnten lediglich 50—60 gerettet werden und auch diese nur wahllos. Die unersetzliche Sonder- schau der Romantiker ist völlig ver, n i ch t e t. Der größte Teil des Lebenswerkes von Cuno Amiet, des bekannten schweizerischen Malers, der allein mit 40 Werken auf der Ausstellung ver- treten war, ist den Flammen restlos zum Opfer ge­fallen. Eines der schönsten Bilder von Moritz vonSchwindt,,Ritter Kurts B rau t - fahrt" ist ebenfalls verloren. Die Versicherungs­frage ist noch nicht geklärt. Abgesehen vom ma­teriellen Schaden ist der ideelle, der in dem Ver­lust unersetzl. Werke liegt, so ungeheuer, daß man wohl von einer der größten Katastrophen der nationalen Kunst sprechen kann.

110 Mill.

75 Mill.

3 Mill.

wtb. München, 6. Juni. (Eig. Meldg.). In dem berühmten Münchener Glaspalast, der ge­genwärtig wie alljährlich eine große Kunstaus­stellung beherbergt, brach heute früh 3.25 Uhr ein Brand aus, der so heftig um sich griff, daß das Gebäude in kürzester Zeit in Hel­len Flammen stand. Eine Stunde nach dem Alarm der Feuerwehr war der Glaspalast voll­kommen ausgebrannt. Es steht nur noch das Eifengerüst. Aber auch dieses ist an verschiedenen Stellen bereits eingestürzt. Die Feuerwehr muß sich darauf beschränken, die an­grenzenden Gebäuden zu schützen.

Um 7 Uhr früh wütete der Riesenbrand im Innern des Glaspalastes noch weiter. Die Feuer­wehr ist mit 32 Schlauchleitungen mit der Be­kämpfung des Feuers beschäftigt. Das Rie­sendach ist vollständig zusammenge­stürzt. Stehen geblieben sind lediglich ein Teil des südlichen Pfeilergerüstes und Bruchstücke der Seitenumrandungen. Die Nordseite ist fast voll­ständig zerstört. Noch immer, nach vier Stunden, stürzen Teile der Gerüste ein. Die Feuerwehr hat bisher nur zwei Verletzte zu verzeichnen. Einem von ihnen wurden durch einen herabstürzenden Eisenbalken die Zehen von den Füßen abgequetscht. Der Qualm macht den Aufenthalt am Brandplatz fast unerträglich^ Dichte Menschenmassen umla­gern die Brandstätte.

Nach unseren nach Ort und Stelle eingeholten Informationen dürfte B r a n d st i f t u n g als Ursache der Katastrophe anzunehmen sein. Doch läßt sich hierüber noch nichts Gewis­ses sagen. Auf Brandstiftung läßt unter ande­rem die ungeheuer rasche Ausbreitung des Rie­senbrandes, die das Rettungswerk von vornher­ein zum Scheitern verurteilte, schließen.

Wie der Landesdienst des Süddeutschen Kor- respondenzbüws authentisch erfährt, sind von den

4. Uebergang zur Monatszahlung bei der Umsatzsteuer 80 Mill.

Der Münchener Glaspalast ausgebrannt.

Die gesamte Kunst - Ausstellung vernichtet. — Der materielle Schaden geht in die Millionen. — Gin ungeheurer iöeellet Verlust. — Man vermutet Brandstiftung.

Wicklung, die die Welt genommen hat, als irrig erwiesen. Die Erleichterung, die der „Neue Plan" nach der Absicht der Beteiligten dem deutschen Volke bringen sollte und als erstes auch zu bringen versprach, hat er nicht gebracht. Die Regierung ist sich bewußt, daß die aufs äußerste bedrohte wirtschaftliche und finanzielle Lage des Reichs ge­bieterisch zur Entlastung Deutschlands von un­tragbaren Reparationsverpflichtungen zwingt. Auch die wirtschaftliche Gesundung der Welt ist hierdurch mitbodingt.

Das deutsche Volk steht in einem entscheidenden Ringen um seine Zukunft.

Don dem Aberglauben, man könnte ohne Opfer zu einem gedeihlichen Erfolg gelangen, muh eine verautwortungsbewuhte Regierung warnen.

Wenn das deutsche Volk an seine Zukunft glaubt, so muß es entschlossen sein, dafür alles einzusetzen. Oft haben «die Deutschen in ihrer Ge­schichte verkannt, daß in kritischer Lage nicht der Kampf der Parteien, sondern der Wille des ge­samten Volkes, sich zu behaupten, entscheidend ist. Eine solche Stunde ist gekommen. Die Reichs­regierung kann nicht glauben, idaß die neue Gene­ration so klein und die ältere so schwach geworden ist, daß sie nicht vereint imstande wäre, in fried­lichem Kampf um unseren Wiederaufstieg, die Größe, und den Idealismus deutschen Volkstums wie in früheren Schicksalsstunden zu beweisen. Im Vertrauen auf Lebenskraft und Lebenswillen des deutschen Volkes wird die Regierung handeln.

Berlin, den 5. Juni 1931.

Sie Reichsregierung.

d) Auf der Einnahmenseite:

1. Zuckersteuer

2. Mineralölzölle

3. Statistische Abgabe

Zusammen: 302 Mill.

Die Gehaltskürzung.

Die Dienstbezüge der Reichsbeamten sowie die Ver­sorgungsbezüge der Wartgeldempfänger und Ruhegeld­empfänger werden um'4—8 Proz. gesenkt. Die Kürzung beträgt in der Ortsklasse A bei Bezügen bis zu 3000 Mk. 4 Proz., bis zu 6000 Mk. 5 Proz., bis zu 12 000 Mk. 6 Proz. und über 12 000 Mk. 7 Proz.

In den Ortsklassen B, C D erhöht sich die Kürzung um 1 Proz.; bei den Reichsminister beträgt sie außer der Krisensteuer 8 Proz. Die Senkung erfolgt ab. 1. Juli und gilt auch für die Bezüge der Angestellten im öffentlichen Dienst. Ferner wird der Kinderzuschlag der Beamten und Angestellten für das 1. Kind auf 10 RM., statt 20 RM. festgesetzt. Bei den Ländern, Gemeinden und sonstigen Körperschafetn des öffentlichen Rechts, bei Reichsbahn und Reichsbank werden entsprechend Kür­zungen vorgenommen. Zu den Kürzungen bei diesen Körperschaften treten weitere Kürzungen, wenn die Dienstbezüge höher liegen als bei dem entsprechenden Personenkreis im Reichsdienst.

Die Sanierung der

Arbeitslosen- und Sozialvercsicherung erfolgt im wesentlichen durch Verkürzung der Ver­sicherungsfrist für Berufe mit berufsüblicher Ar­beitslosigkeit unter gleichzeitiger Verminderung der Unterstützungssätze auf die der Krisenfürsorge. Eine

Krisensteu«

soll außer den Arbeitslohnempfängern alle übri­gen Berufsstände erfassen, wodurch die Fehlbe- I trage der sozialen Versicherungsträger beseitigt werden sollen.

Der Kulturkampf.

AusweisMg der päpstliche» Nuntius in Kowno.

wtb. Kowno, 6. Juni. (Eig. Meld.) Der päpst­liche Nuntius Bartolom, der wie bekannt, von der litauischen Regierung schon seit längerer Zeit nicht mehr empfangen wurde, hat heute morgen von der Regierung die schriftliche Anweisung erhalten, das Land innerhalb 24 Stunden zu verlassen. Eine größere Polizeiabteilung bewacht das Haus des Nuntius, um irgendwelche Kundgebungen von sei- ten der Opposition zu unterdrücken. Man vermu­tet, daß Bartoloni nach Uebergabe seiner Geschäfte als Doyen des Diplomatischen Corps an den deutschen Gesandten noch heute nachmittag Kowno verlassen Wird.

Sie Moleetotimung vom 5.3«ni.

Ihre Bedeutung und ihr Inhalt.

wtb. Berlin, 6. Juni. (Eig. Meld.) Die gestern vom Herrn Reichspräsidenten unterzeichnete Not­verordnung ist mit einer längeren Einführung ver­sehen, in der die Maßnahmen, die durch sie getrof­fen werden, eine eingehende Begründung finden. Besonders eingehend beschäftigt sie sich mit dem Problem der Landwirtschaft, der Erleichte­rung gebracht werden soll. Weiter wird darauf hingewiesen, daß die Reichsregierung in der Not- ] Verordnung den Rahmen für einen frei­willigen Arbeitsdienst schaffe, zu dessen Trägern in erster Linie Vereinigungen und Ker-- bände gehören werden, die aus ihren Reihen Ge­meinschaftsgruppen Dienstwilliger zur Verfügung stellen. Eingehende Würdigung findet ferner die Frage der Arbeitsstreckung. Durch die Notverordnung wird die Reichsregierung ermäch­tigt, mit Zustimmung des Reichstages für einzelne Gewerbe oder Arbeitnehmergruppen die Arbeits­zeit bis auf 40 Stunden herabzusetzen und die Zulässigkeit tariflicher Mehrarbeit von ei­ner behördlichen Genehmigung abhängig zu ma­chen. Die Reichsregierung verfolgt auch das Ziel, die Wirtschaft aus alten starren Bindungen zu lösen, die ihr durch Zusammenschlüsse und Verein­barungen auferlegt sind. Deshalb wurde beschlaf- sen, das Ruhrkohlensyndlkat nur zwei Monate zu verlängern. Unter ähnlichen Gesichtspunkten wirb die Reichsregierung auf die Innungen un Zwangsinnungen Einfluß üben.

Im einzelnen wird durch die Notverordnung be­stimmt:

Sicherungen des Haushalts.

Der Steuerausfall im Haushalt 1931 muß auf »und 940 Mill, beziffert werden, von denen rund 500 Millionen auf das Reich, 440 Mill auf Lander und Gemeinden entfallen. Ferner muß im Faus halt des Reiches Deckung geschaffen werden für em Reihe von Mehrausgaben, so z. B. den Fehlbet g der Knappschaftsversicherung und den Fehlbetrag bei der Kristnfürsorge Letzterer belauft sich nach Uebernahme eines Teiles der Lasten d lofenversicherung auf die Krisensursorge auf 24a Millionen Rm.

Eine Deckung aller dieser Fehlbeträge durch das Reich ist nicht möglich. Sie muß daher zum Teil der Eigenen Kraft und Initiative der Lander und I Gemeinden überlassen bleiben.

Die Gesamtdeckung nach dem Plan der Reichsregie- rung gestaltet sich wie folgt:

Reiner Fehlbetrag des Reiches:

a) Einnahmeausfall 495 Mill.

I b) Mehrausgaben 79 -utnx'

Reiner Fehlbetrag des Reiches: 574 Mill.

ßtifenftttfotge und Arbeitsbeschaffung.

Fehlbetrag bei der Krisenfürsorge 245 Mill.

Für Arbeitsbeschaffung 140 Mill.

Zusammen 385 Mill.

Die Deckung wird durch das Aufkommen aus der Krisensteuer sichergestellt.

Zur Deckung des Fehlbetrages bei Ländern und Ge­meinden, insbesondere der Wohlfahrtslasten der Ge-

Die Reichsregierung erläßt folgende Kund­gebung:

Die Erwartung, daß die Wellwirtschaftskrlse lliit dem Frühjahr 1931 abebben und damit Not Arbeitslosigkeit aller Industriestaaten und noch mehr der Rohstoff- und Agrarländer zurück- oehen werde, hat sich als trügerisch erwiesen. Deutschland ist in den Güteraustausch der Erde ong verflochten und kann sich allein aus der gemeinsamen Not nicht retten, unter der selbst die im Kriege siegreichen Staaten schwer leiden.

Unsere Sorgen und Schwierigkeiten sind ver­schärft, weil wir neben der genannten Krise, in der wir leben, noch die besondere Last tragen und als die Unterlegenen 'des großen Krieges Zah- Angen leisten müssen. Diese wurden unter Vor­aussetzungen, die nicht eingetroffen sind, über- uommen und entziehen unserer durch Krieg und Inflation verarmten Wirtschaft das Kapital, dessen sie notwendig zu ihrer Erhallung und Fortent­wicklung bedürfen. Kapitalentzug bedeutet Still- legung von Betrieben, Arbeitslosigkeit, Rückgang des privaten Einkommens und nicht zuletzt der Einnahmen des Staates. Darüber hinaus verrin­gert sich unsere Kaufkraft am Weltmarkt um den Betrag, den wir für Tribute ohne Gegenleistung Lbgeben.

Dre Tributzahlungen schwächen uns im Kauf und nötigen uns zur Drosselung der Einfuhr. Sie zwingen uns zur Steigerung der Ausfuhr, gegen welche andere Länder in immer stärkere Abwehr treten. Eine erbitterte Verschärfung des Kampfes um die Märkte der Welt ist die Folge.

Schwere Lasten und Opfer muß die Reichs­regierung dem deutfchen Volke zumuten, um die I Zahlungsfä higkeit des Reiches auf­recht zu erhalten. Diese ist die Voraussetzung für die Fortführung der deutschen Wirtschaft. Von ihr hängen Millionen und Abermillio- nen von Kriegsteiln ehmern,.Sozial- r ent nein, Beamten und Ange st eilte in ihrer Existenz ab. Im In- und Ausland ist vielfach der Vorwurf erhoben worden, daß wir nicht sparsam genug gewirtschaftet hätten. Dieser Vorwurf trifft zweifellos für Deutschland auf die Gegenwart nicht zu. Auf der ganzen Linie sind die stärksten Anstrengungen gemacht worden, die Ausgaben auf das tragbare Maß zurüchuschrauben. Nach dem Vollzug der neuen Notverordnung werden die Ausgaben und I Einnahmen des Reichs einschließlich der Abstriche vom vorigen Jahre die reine Summe von mehr als 1,5 Milliarden weniger betragen. Soweit man unter den heutigen Verhältnissen überhaupt etwas voraussagen kann, wird damit der Reichs­etat für das laufende Jahr ins Gleichgewicht gebracht. Nach dem festen Willen der Reichsregie­rung soll diese Notverordnung der letzte Schritt zu diesem Ziele sein.

Angesichts der Möglichkeit einer Fortdauer der Krise dürfen Verzagtheit und Unwillen nicht unsere Kräfte schwächen. Staats- I männische Pflicht der Reichsregierung ist es, jetzt schon Vorsorge zu treffen, kommende Schwierig­keiten zu überwinden. Daß es dabei

ohne Härten, die alle kreise des Volkes treffen, nicht gehen kann,

werden die Einsichtigen begreifen. Es ist besser, in geordneten Formen Leistungen, auch wenn es schmerzlich ist, Kürzungen und.Beiträge von den­jenigen zu fordern, die noch ein Einkommen ha­ben, als die Gefahr heraufzubeschwören, daß Zah­lungen, auf denen die Lebenshaltung weiter Volksschichten beruht, eines Tages nicht mehr be­wirkt werden können.

In ähnlicher Lage wie das Reich befinden sich Länder und Gemeinden. Auch sie haben sich weitgehend eingeschränkt und werden es noch mehr tun müssen. Die Reichsregierung gibt sich über die Schwere der von allen Beoölkerungskrel- fen zu bringenden Opfer keiner Täuschung hin. Aber die Aufrechterhaltung des Gleichgewichtes der öffentlichen Haushalte und die Schonung un­serer Wirtschaft im Hinblick auf ihre schwierige Lage und den heftigen Konkurrenzkampf auf dem Weltmarkt rechtfertigen die Maßnahmen.

Wir haben alles angespannt, um unseren Ver­pflichtungen aus dem verlorenen Kriege nachzu­kommen. Auch ausländische Hilfe haben wir hier­für in weitem Ausmaße in Anspruch genommen. Das ist nicht mehr genug. Die Einsetzung der letzten Kräfte und Reserven aller Bevolkerungs- kreise gibt der deutschen Regierung das Recht und macht es ihr dem eigenen Volke gegenüber zur Pflicht, vor der Welt auszusprechen:

Sie Grenze dessen, was rote unserm Volke an Entbehrungen aufzuerlegen unternommen, ist erreicht.

Die Voraussetzungen, unter denen der neue Plan zustande gekommen ist, haben sich durch die Ent-

Arbriksbefchaffung durch Reichsbahn.

40 Stunden-Doche.

Zu der amtlichen Veröffentlichung der Notver- ordnung ist noch von besonderem Interesse, daß die Reichsregierung mit der Reichsbahngesellschast eine Vereinbarung getroffen hat, wonach f ür 2 0 0 Mill. Rm- Arbeiten über den Voran­schlag für 1931 hinaus beschleunigt ausgeführt werden sollen. Auf diese Weise werden innerhalb weniger Wochen über 120 000 Arbeiter neu eingestellt werden, denn auch den beteiligten Industrien wird durch die Bestellun­gen zu Beschäftigung verhalfen. Darüber hinaus wird die Reichsregierung Mittel der Krisen» steuer zur Beschaffung weiterer Ar« beitsmöglichkeiten verwenden. Um in der Einführung der 40-Stunden-Woche voranzugehen, hat die Reichsregierung beschlossen,

in den Betrieben und Verwaltungen des Rei­ches die regelmäßige Arbeitszeit auf 40 Stun­den wöchentlich herabzusehen.

Auf ein entsprechendes Vorgehen der Länder Gemeinden und sonstigen Körperschaften des öffent­lichen Rechts wird mit allen Mitteln hingewirkt werden.

Einberufung des Aellestenrals.

VDZ. Berlin, 6. Juni. (Eig. Melid.) Der Zu. fammentritt des Aeltestenrates des Reichstages ist für Mittwoch, den 10. Juni, nachmittags 4,30 Uhr, in Aussicht genommen. Auf der Tagesord­nung stehen die Anträge der Nationalsozia- l i ft e n und K o m m nnisten auf sofor­tige Einberufung des Reichstags zur Etel, lungnahrne zu der neuen Notverordnung.

Razzien in Essen.

wtb. Essen, 6. Juni. (Eig. Meld.) Gestern abenid sind, wie das Polizeiprästdiurn meldet, itn Stadtteil Essen-West und im Segeroth-Viertel von der Polizei Razzien durchgeführt worden, bet denen über 200 Personen sistiert wor­den finb. In Essen-Steele versuchten etwa 500 Anhänger der KPD. zu demonstrieren. Die Po- lizei konnte jedoch die Menge zerstrerwn. ErN Trupp von etwa 70 bis 80 Personen nß in -der Gelsenkirchener Straße in Essen-Kray das Straßenpflaster auf. Das Ueberfallkommando schritt ein und stellte die Ordnung her.

♦ Auflösung des ungarischen Abgeordneten­hauses. Ans Budapest wird gemeldet: DaS Abgeordnetenhaus wurde durch ein Handschreiben des Reichsverwesers aufgelöst. Das neu zn wählende Abgeordnetenhaus tritt am 18. .öult