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Letzte Vachrlchten der Fuldaer Zeitung'
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Bilder vom Tage
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am 1. 6.
Felix Holländer,
feer bekannte Berliner Kritiker und Romanschriftsteller, ist 64jährig gestorben. Holländer war durch viele Jahre hindurch der vertrauteste Berater Max Meinhardts, in dessen Theatern er zuerst als JDramaturg, später als Direktor wirkte.
um ihrer selbst willen getrieben wird, daß wir in ihr nur eine harte und vorübergehende Notwen digkeit erblicken, daß wir das Kabinett Brt'nina nur am Leben n •• n Tt e- • * - « - • *
schlossen und i mstande ist, die faschisti- schen Aspirationen abzuwehren. Wir müssen uns und den anderen klar machen, daß die Politik, die wir seit dem November verfolgt haben, ihre Grenze hat.
Unsere Kritiker müssen in allen Erörterungen sagen, was geschehen wird und geschehen soll, wenn Brüning stürzt. Zum Schluß betonte Breitscheid, daß trotz der Schwierigkeit der Tagesfragen es notwendig sei, die sozialistische Idee nicht zu kurz kommen zu lassen. Das Bild des Zukunftsstaates muffe den Massen wieder mehr vor die Augen geführt werden. Die Demokratie müsse sich selbst zu disziplinieren im Stande und entschlossen sein. Sie habe vor allem dafür Sorge zu tragen, daß wirklich feste und stabile Mehrheiten zustande kämen. Wenn in dieser Beziehung eine Aenderung des Wahlsystems Erfolg versprechen sollte, so dürfte die Sozialdemokratie vor ihr nicht zurückschrecken, wenn der Fa- szismus überwunden werden solle, sei auch nichts notwendiger, als die Jugend u m z u st i m m e n und zu gewinnen. (Lebhafter Beifall).
Nach einer kurzen Pause erstattete dann der Reichstagsabgeordnete Sollmann den Tätigkeitsbe. richt der Reichstagsfraktion.
Die Polemik um die Katholische Aktion ist in eine neue Phase eingetreten und vorerst eingestellt worden. „Lavoro Fascista" kündigt am Kopf des Blattes in Fettdruck an, daß es die in Gang befindliche Arbeit der verantwortlichen Stellen nicht stören wolle. Auch „Osservatore Ro- inano" verzichtet bei der neuen Wendung der Dinge auf die Fortsetzung der Veröffentlichung der Beschwerdelisten.
Der Reichspräsident beglückwünscht den Sieger im Hindenburgrennen.
Der Reichspräsident gratuliert dem Sieger, Jockey Grabsch, der auf „Markgraf" das Hinden- Vurgrennen in spannendem Endkampf gewann.
Morgen abend Abreise des Reichskanzlers und des Außenministers.
ERB. Berlin, 2. Juni. (Eig. Meld ). Reichs- kanzler Dr. Brüning und Reichsaußenminister Dr. Curtius werden morgen oben, wie angekündigt, nach England zu der Unterredung mit den britischen Ministern nach E he quers abreisen. In der Begleitung des Reichskanzlers und des Außenministers fahren Oberregierungsrat Plank, Ge» sandtschastsrat von Plessen und als Dolmetscher Dr. Schmidt mit.
Danzlg und polen.
Der Danziger Senat führt schon seit langem einen Kampf gegen die polnische Regierung wegen des beim Bölkerbundssekretariat hinterlegten Vertragstextes zwischen Danzig und Polen von 1929. Es gelang dem Danziger Senat der Nachweis, '>a§ gegenüber dem Originaltext eine Fälschung vorgenommen war, daß der beim Dölkerbundsse- retariat hinterlegte Vertragstext nicht überein« timmt mit dem im französischen Staatsarchiv nie« »ergelegten Vertragstext.
Der vom damaligen Senatspräsidenten Sahm unterzeichnete Originaltext enthält die bei allen in« emotionalen Staatsverträgen vorgesehene Stau« ei, „nach der die hohen vertragschließenden Teile" den Vertrag abschließen, wodurch die völlige Souveränität Danzigs anerkannt wurde.
Der im DÄkerbundssekretariat niedergelegte Text enthält aber diese Klausel nicht, sondern erwähnt lediglich den Vertragsabschluß zwischen dem Danziger Senat und Polen.
• Jahrelang blieben die Forderungen des Danziger Senats auf die Berichtigung des Vertragstextes beim Völkerbundssekretariat unberücksichtigt. Die polnische Regierung leistete hartnäckigen Wi-. verstand. Jetzt endlich hat,fle den Forderungen des Danziger Senats stattgegeben und beim Generalsekretär des Völkerbundes den Antrag ge
stellt, den beim Völkerbundssekretttat
Vertragstext in Uebereinstimmung mst fr • französischen Staatsarchiven nieder^ leaten « notiert zu bringen. H ieflten 2
Zug-Unglück bei Essen.
wtb. Essen, 2. Juni. (Ekg. Meld.) Im Bahnhof Kupferdreh streifte Dienstag früh eine Ran- giermaschkne den Personenzug Essen-Wuppertal. Zwei Personenwagen wurden beschädigt. Fünf Personen wurden verletzt, zwei davon schwerer. ■
* Zwei Personen vom Blitz erschlagen. Während eines am Montag nachmittag niederaegan- genen Gewitters schlug bei Edesheim (Pfalz) der Blitz in eine Gruppe im Weinberg arbeitender Winzer und tötete auf der Stelle ein 32jäh- riges Dienstmädchen und einen löjähr. Arbeiter.
auch der italienische Faschismus mit gleichen Methoden die Religion zu unterdrücken. Es wird ihm nicht gelingen, wohl aber setzt er sich der Gefahr aus, fein schon nicht mehr ganz unerschüttertes Ansehen noch weiter herabzumindern. Zwar kann der Papst dem Faschismus keine militärischen Kräfte entgegensetzen, aber die Macht der moralischen Ueberlegenheit ist auf seiner Seite. Schon hat er seine Vertretungen bei einigen hervorragenden kirchlichen Kundgebungen abgesagt, und das wird auf die Bevölkerung nicht ohne Eindruck bleiben. Er besitzt auch noch andere Mittel, um Mussolini seinen Einfluß fühlen zu mache», ganz abgesehen davon, daß es ein Unterschied ist, ob ein Regierungschef mit dem Papst in Streit gerät oder etwa mit einem unbotmäßigen Präfekten oder Landrat. Der Papst ist immer Noch das Haupt der Ehristenheit, und wie er in Italien behandelt wird, das beobachten Millionen in anderen Nationen. Mussolini überschätzt seine Macht. Er konnte wohl im eigenen Bereich einen Polizeistaat auf richten, aber er kann nicht eine geistige Macht wie die katholische Kirche nieder- knüppeln.
Infolge der kritischen Spannung zwischen Vatikan und italienischem Staat hatte Papst Pius XL eine außerordentliche Kardinalversammlung ein« berufen, — eine Maßnahme, zu der nur in aller« dringlichsten Fällen gegriffen wird.
Der Papst hielt im Konsistorialsaal bei der De« kretoerlesung im Verfahren der Seligsprechung des ehrwürdigen Glycerins Landrini eine viel bemerkte Rede, in der er bittere Klage über die Ausschreitungen gegen die Katholische Aktion in Italien' führte. Er erklärte, daß man an ihnen Früchte einer Erziehung erkenne, die meÄer christlich noch zivilisiert fei. Auch aus diesen Worten des Papstes geht das kritische Stadium hervor, in das das Verhältnis der Kurie zum faschistischen Italien eingetreten ist.
Mussolini hat auf Mittwoch das Direktorium der Faschistischen Partei vollzählig elnbe- rufen.
Die Rede Vreitscheids.
(Fortsetzung von der ersten Seite.) stische Klasse und geben sich dabei höchstens der Hoffnung hin, daß die Massen ihre Wendung nicht ohne weiteres erkennen und sie sie immer noch mit Hilfe der nationalen Phrasen bei der Stange halten würden. Die Herren wären bereit gewesen, schon unmittelbar nach dem 14. September mit den bürgerlich-kapitalistischen Parteien gegen die Arbeiterschaft zusammenzugehen und die Brücken zu betreten, die ihnen nicht nur die Deutschnationalen, sondern auch die Deutsche Volkspartei und auch ein Teil des Zentrums zu bauen entschlossen waren (?). Sief ürchteten damals nur, von einem so plötzlichen Entschluß unerfreuliche Rückschläge für ihre Bewegung. I» ihrem Ueuermut stellten sie Forderungen, die von den Verhandlungspartnern nicht erfüllt werden konnten.
Vor allem aber wurde das Zusammengehen der bürgerlichen Parteien mit ihnen durch die Adwehr- volitik der Sozialdemokratie aufs äußerste erschwert. Die sozialdemokratische Partei und ihre Reichstagsfraktion haben sich nicht verleiten lassen, das Spiel ihrer Gegner zu spielen. Gewiß haben wir neue und schwere Opfer auf uns nehmen müssen, aber wir haben verhindert, daß der Wunsch der Rechten in Erfüllung ging, das Parlament arbeitsunfähig wurde und die Feinde des Parlamentarismus damit an ihr Ziel kamen. Das aber bedeutet, daß die Hitlerpartei sich jetzt ernsthaft die Frage vorlegen muß, ob sie auf dem alten Wege weiter schreiten kann und daß sie sowohl ihre Stellung zum Kapitalismus und seinen Parteien, wie ihre Methoden einer Revision zu unterziehen hat.
Was die Kampfmethoden angeht, so häufigen sich ihre Legalitätsbeteuerungen, die wahrhaftig nicht sehr ernst zu nehmen sind. In der Zwischenzeit sind die Nationalsozialisten mit Hilgenberg zu dem denkbar weitest gehenden Arrangement gelangt. Wir haben unsere ganze bisherige Abwehr in erster Linie auf die Fernhaltung der Nationalsozialisten von einer Beteiligung an der Regierung in Gemeinschaft mit bürgerlichen Vertretern eingestellt. Unsere Bemühungen waren von der Sorge diktiert, daß die Hitlerpartei zur Mitarbeit berufen, ihren Anschluß dazu benutzen würde, um die Demokratie zu unterminieren, um sie in alle erreichbaren Posten hineinzudrängen und so, wenn auch nicht ein rein faschistisches, so doch ein mit faschistischen Ideen stark durchsetztes Staatsleben zu schaffen. Wenn man also unsere bisherige Politik für richtig hält, so sehe ich in der stärkeren Betonung der Legalität durch die Nationalsozialisten und den Kvalitionsmöglichkeiten, die aus ihr erwachsen können, keinen Grund, neue Wege einzufcklagen. Wir haben gewußt, daß unser Verhalten bei den Arbeitern, die nicht fest zu unserer Organisation stehen, Bedenken erregen könnte. Wir jen auch keinen darüber lallm. daß die Politik der
Höchste Temperatur im Schatten
Höchste Temperatur in der Sonne am L 6. 4-22,0° C
Niedrigste Temperatur seit 1. 6. 4-13,0° C
Niederschlag v. 1.6.8 1L morg. — 2. 6. 8 U. morg. 1,5 mm Relative Feuchtigkeit der Luft am 2.6. mitt. 12 Uhr 75,0 *7
Temperatur und Grenze des Lebens.
Es sind neuerdings interessante Experimente gc I macht worben, die sich mit den äußersten Temperatur ßrenjen beschäftigen, unter denen organisches Leben noch
I möglich ist. Als die höchst Wärme, die ein Organismus I dauernd ertragen kann, wird im allgemeinen die zwischen I 40 und 45 Grab Celsius angenommen, der Punkt, wo I bas Eiweiß gerinnt. Aber nun kommt eine Reihe von Mollusken, von Fliegenlarven und kleinen Askariden, die unter einer Wärme von 50, 69 und 81 Grad Celsius leben. Wie in der Zeitschrift Ciel et Terre, in der die'
I Ergebnisse dieser neuen Experimente veröffentlicht wer- : I den, bargelegt wird, kann man gewisse Infusorien einer
Temperatur von 70 Grab aussetzen, ohne daß ihre Lebensfähigkeit erschüttert wird. Hinsichtlich der Kälte des entgegengesetzten Extrems, haben die Untersuchungen von SPuctet ergeben, daß Fische, Frösche Tausenbfiiße
I und Schnecken ohne Schaden Kältetemperaturen von — | 15, —28, —50 und —120 Grad aushalten, freilich nur I auf beschränkte Zeit, Die Pestbazillen bewahren monatelang bei einer Temperatur von —31 Grad noch ihr Sehen, die der Diphtheritis überdauern —60 Grad und X die Tuberkeln bewahren bei —100 Grad noch über eine Stunde lang ihr Leben. Erst bei —160 Grad gehen sie zugrunde. Die Eiterstreptokokken zeigten noch Leden, nachdem sie einer Kälte von 252 Grad ausgesetzt worden waren. Aehnliche außerordentliche Wider- ' standskraft gegen die Kälte konnte bei den Getreidesamen beobachet werden; man erklärt das Phänomen dadurch, 4
| daß bei den betreffenden Organismen das Eiweiß entwässert fft. 3m Anschluß an diese Ergebnisse der erwähnten Experimente ist auch die Fesfftellung der höchsten Temperaturen, die auf der Erde bisher beobachtet wurden, von besonderem Interesse. Als höchste in Amerika beobachtete Schattentemperatur wird 58 Grad Cels. angegeben, als höchster afrikanischer Wärmegrad 53 Grad Celsius. Es sind jedoch gelegenlich auch noch wärmere Temperaturen festgestellt, so in dem berühmten „Todestal" im inneren Kalifornien, das aller Wahrscheinlichkeit nach die heißeste Gegend der Erde fft, obwohl sie schon außerhalb der Tropenzone liegt. Hier kommen gelegentlich Schattentemperaturen von 60 Grad Celsius vor. Eine noch viel höhere Temperatur, nämlich 67 Grad Celsius, behauptet Duveyrier in Algerien bei Tuareg im Schatten gemessen zu haben. In der Sonne kommen übrigens Temperaturen von 55 und selbst 60 Grad an sehr heißen Tagen auch bei uns nicht eben gar selten vor. Im Schatten hingegen dürfte die höchste Temperatur in Europa nur 43,3 Celsius fein, die man in Malaga feststellte. In Deutschland scheint bas äußerste mögliche Temperaturmaximum im Schatten zwischen 39 und 41 Grad Celsius zu liegen,
Temperatur- und Barometerstand in Fulda.
Mstgeteitt von Diplom-Optiker Sauerborn.
„Dis Begeisterung im Volk ist verloren gegangen, und ich bin mir ganz sicher: Wenn Deutschland seinen Mut nicht wiederfindet, dann wird es für das Allgemeinwohl Europas viel gefährlicher fei«, als wenn es sich in herausfordernspreizt. Es fft wirklich höchste Zeit für _ rohr «ns von der leidenschaftlichen und blinden Unterdrückungspolitik der französischen Regierung entfernen. Sei es die Demobilisierung der staatlichen Polizei, die Reparationspolitik, oder die Verwaltung des Saargebietes — überall, wo der Franzose sich einmischt, sind erbärmliche Ergebnisse und betrübliche Folgen zu verzeichnen .... und das wird so bleiben, bis einer sich erhebt und beide Teile weit, weit wegführt von dem verfluchten Kriegserbe."
Nun, in Ehequers hat MacDonald die allerbeste Gelegenheit, jenen Worten in feinem Buche die praktische Tat folgen zu lassen. Darauf warten wir.
daß wir am Ende unserer Kräfte sind, daß wir jetzt das Letzte durch die kommende Notverordnung versucht haben, daß aber dieser Zustand nur noch kurze Zeit ertragen werden kann.
Der Bogen ist nicht mehr weiter zu spannen. Nicht nur wirtschaftlich, sondern auch politisch könn. ten sonst die ernstesten Gefahren enfftehen. Gefahren, die nicht nur innerhalb der Grenzen Deutschlands sich verheerend auswirken, sondern die ganz Europa in den Strudel reißen müßten.
Daß das Reichskabinett, daß vor allem der Kanzler in Ehequers mit aller Deutlichkeit neben der Schilderung der wirtschaftlichen Lage gerade auf diese Gefahren Hinweisen wird, ist selbstverständlich. In den Besprechungen in Ehequers wird es sich dann im Anschluß darum handeln, sich über die Mittel und Wege zu verständigen, mit welchen die einzig denkbare Diskussion in allen Ländern über das Reparationsthema eingeleitet werden soll. Ob es zu bestimmten Vereinbarungen zwischen der deutschen und englischen Regierung bereits in Ehequers kommen wird, ist kaum anzunehmen, da sich sicherlich die englische Regierung, genau wie wir, nicht , zu frühzeitig binden will.
Vielleicht ist es in diesem Zusammenhang ganz angebracht, auf ein im Jahre 1925 von Mac- donald geschriebenes Buch, das jetzt in deutscher Uebersetzung vorliegt und den Titel trägt „Ein Politiker unterwegs. Ausflüge u. Wanderungen." hinzuweisen, Damals schrieb auf Seite 236-37 MacDonald über seine Eindrücke über die deutsche Lage: ,
Die rumänischen Wahlen.
wtb. Bukarest, 2. Juni. (Eig. Meldg.). Die ersten Ergebnisse aus der Hauptstadt und der Provinz bestätigen, daß die Regierung bei den Wahlen eine überwältigende Mehrheit erlangt hat. In 2-5 von 36 Bukarester Wahlbezirken hat die Regierung zusammen 14 000 Stimmen erhalten, während die nationale Sauern« Artei 1300 und alle übrigen Parteien zusammen 8000 Summen erhalten haben. Nach den vorläufigen Ergebnissen aus 40 von insgesamt 71 Departements sind 600 000 Stimmen auf die Regierungsliste und 120 000 Stimmen auf die nationale Bauernpartei entfallen. Die Liberalen der Richtung Georg Sratianu haben es auf 60 000 Stimmen gebracht. Ein starke Zunahme haben die radckalen Parteien rechts und links zu oer« zeichnen, sodaß sie wahrscheinlich eine Vertretung im Parlament erlangen werden. Auch die Partei Averescu hat gegenüber den letzten Wahlen beträchtlich zugenommen.
Das Reparattons-Thema.
Das Reichskabinett ihat bis jetzt noch keinerlei Beschlüsse darüber gefaßt, in welcher Form eine Wiede raufroll ung der Reparationsfrage ermöglicht werden kann. Doch die bevorstehende Besprechung des Reichskanzlers mit dem englischen Premierminister hat das Reparationsthema bei uns und im Auslands in lebendigen Fluß gebracht, was wir nur begrüßen können. Man wird, ohne den Beschlüssen des Reichskabinetts vorzugreifen, von denen noch keineswegs feftsteht, ob sie vor der Abreffe nach Ehequers zur Kenntnis der Oeffentlichkeit gelangen werden, doch schon sagen können, daß man es für unerläßlich hält, in der Reparationsfrage möglichst bald zu einer grundlegenden Aenderung zu kommen. Die deutschen wirtschaftlichen und sozialen Verhältnisse haben sich in der letzten Zeit kritisch zu gespitzt. Die bevorstehende neue Notverordnung bringt weitere große Opfer für das gesamte Volk, die nicht gerechtfertigt wären, wenn man nicht sofort im Anschluß an die Notverordnung des Reichskabinetts sich zu einem zielfesten Vorgehen entschließen würde, in der Richtung der Reparationsfrage.
Das eine ist sicher, daß die deutsche Regierung bei den Besprechungen in Ehequers die sehr diffizile Frage der Aenderung der deutschen Zahlungsverpflichtungen zur Diskussion stellen wird. I In welcher Form das geschieht oder geschehen kann, wird aber erst in Ehequers selbst praktisch I zu beurteilen sein. Alle jene Gerüchte, zumeist I aus ausländischen Quellen, über die mutmaßlichen I Pläne des Reichskabinetts in der Reparations- frage stehen noch nicht für uns zur offiziellen Er« I örterung.
Von ausschlaggebender Bedeutung für die Ent« I Wicklung der Diskussion über das Reparationsthema wird es sein, in welchem Maße es dem Reichskanzler bei den Besprechungen in Ehequers gelingt, bei den englischen Staatsmännern das erforderliche Verständnis für die wirkliche Lage in Deutschland zu finden. In England mehren sich die Stimmen, die für eine Revision des Poung- pianes sprechen. Denn auch in England sind die Folgen der wirtschaftlichen und sozialen Krise nahezu katastrophal. Hier begegnen sich die deutschen und die englischen Interessen in vielfacher Beziehung. Nur will man auch in England noch i nicht die eigentlichen Ursachen dieser verhängnisvollen Krise erkennen, auf die die deutsche Regierung schon seit langem eindeutig und klar hinge- wiefen hat, und die einzig und allein in den unmöglichen politischen und auch wirtschaftlichen Zwangsverträgen zu suchen sind. Man schlägt vielmehr englischerseits Nebenwege vor, lieber» gangslösungen, die für Deutschland sich schon deshalb es unmöglich erweisen, weil sie die grundsätzliche Klärung des Reparationsproblems nur verhindern.
Bereits in Genf tauchte der Plan einer Heber» brürfungsanleibe auf,, der jetzt vom Londoner „Daily Herald" öffentlich zur Diskussion gestellt wurde. Man suchte dort schon Fühlung mit der deutschen Delegation. Das waren selbstverständlich unverbindliche Besprechungen, bei denen aber, wie wir aus unterrichteten Kreisen erfahren haben, deutscherseits sofort darauf hingewiesen wurde, daß ein solcher Plan nicht dazu beifragen tanne, die Krise wirtlich zu beheben und uns jene Erleichterungen zu verschaffen, die wir in schnellster Zeit brauchen, um einen drohenden Zusammenbruch noch zu verhindern.
Es gilt heute den Tatsachen, so schwer sie sich uns auch darstellen. kühl und nüchtern gegenüber- ftutreten. Wir befinden uns in einer ausgefpro« ebenen Zwangslage und brauchen in nächster Zeit schon eine durchgreifende Erleichterung. Eine un= gemein schwere Aufgabe für das Reichskabinett, sorgsamste Heberlegungen und Prüfungen haben ledern entscheidenden Schritt ooranzugehen Wohl ist für uns der Nachweis sehr leicht zu erbringen,
schloß eine vorläufige ReorgÄe^n/^°t ntfdjen Marokko-Armee, nach der S tei e um 3 Generale, 163 Offiziere 23?ißS offnere und 5555 Mannschaften ver^inde^ "' den, was eine Ersparnis von mehr „r wer. Psseten bedeutet. Der Ministettat aUhn?i!L ferner ein Dekret, demzufolge in amtn* nc2.n?,9te stücken keine Adelsprädi a
titel mehr erscheinen dürfen "nd Adels-
« *<• Strafkammer das Landgerichte- r Berlin hat die Berufung des ff-iK h abgesrdnete n Dr. Goebbels Beleidigung des Polizeivizepräsidenten Dr vom Schöffengericht zu 1500 Mark Geldstrafe^'^
gamilien-Otama.
Wähnend feine Familie im Schlaf lag bat Pirmasens der Lederhändler Ätefemann feine Frau, feinen Siahrigen Sohn und feine & rtge Tochter durch Revolverschüfse getötet Nach der Tat beging Klesemann Selbstmord Em Versuch, fein Haus in Brand zu stecken schei irrte Grund der Tat dürsten finanzielle Schwi - rigfeiten fein. ______
, * Die gestohtanen Gesangvereinspreise. hatte der Gesangverein „Eintracht" in Pirm» sens. der bei einem EesangtSettstreit in Mar»' heim den ersten Preis errungen hatte. Als L Preis, eine goldene Kette im Werte tw 1.200 Mark, ausgehändigt werden sollte, erM sich, daß er aus dem Schaufenster des Geschäftes m dem er mit den anderen Preisen ausaest« gewesen war, gestohlen worden war. Mit diesem war auch der zweite Preis den gleichen Wca gegangen. B
WschMmrkehr $ranffurt—86iu.
Zunächst 7 Flüge täglich in jede« Richtung. —
। Später stündlicher Flngdievst.
Unter dem Namen „Aerobusverkehr Frankfurt a. Main-Köln" ist Montagmorgen in Frankfurt ein Schnellustdienst zwischen den beiden Städten eröffnet worden, der damit dem Beispiele der Städte New Bork und Chicago folgt und einen regelmäßigen Stundenverkehr zwischen den beiden deutschen Städten einrichten will. Die Streife Frankfurt a. Main-Köln ist die bisher am misten m Deutschland benutzte Flugstrecke. In jeder Richtung werden zunächst sieben Flüge täglich unternommen, die bei wachsendem Verkehr auf einen stündlichen Flugdienst ausgedehnt werden sollen. Die Flugscheine berechtigen auch zur Benutzung der Eisenbahn und der Schiffe
^Düsseldorfer Dampfschiffahrtsgesellschaft.
Wahrscheinlich wird auch ein Schnellflugverlehr zwischen den Städten Berlin und Hamburg eingerichtet werden, denn diese Strecke ist nach der Strecke Frankfurt a. Main-Köln die am stärksten besuchte deutsche Flugstrecke. Das erste Flugzeug verließ Montagmorgen 7.30 Uhr mit Vertretern her Frankfurter Presse an Bord den Frankfurter Flughafen. Zur gleichen Zeit startete in Köln etn Flugzeug mit Vertretern der dortigen Press- rn Richtung Frankfurt a. Main.
Barometerstand (out Meere, HSb« reduzier»
Thermo» meterstand
1. 6. 6 Uhr abends
2. 6. 8 Uhr morgens
2 6.12 Uhr mittags
757,5 mm
759,0 mm
760,0 mm
4-18,0° C
4-14,5° C
4-19,0° C