Der Mccard-Vallon gelandet.
In den Oetztaler Alpen niedergegangen. — wutzllos geborgen.
Die Insassen be-
Der Ballon des Prof. Piccard, der bekanntlich Mittwoch früh um 3.56 Uhr in A u g s b u r g mit einem Begleiter zu einem Flug in die sogenannte Stratosphäre (12 000—15 000 Meter Höh«) aufstieg, ist nach einer amtlichen Mitteilung des Ka- rabinieri-Kommandos Meran im Schnalser T a I westlich von Mer a n an der Südfront der Oetztaler Alpen gelegen, niedergegangen. Ein Kommando soll bereits zur Bergung des Ballons abgegangen, sein.
Eine andere Meldung aus Innsbruck besagt, daß der Ballon nicht im Schnalser Tal, sondern
Prof. Viccard-Vrüssel. ,
am Iauffenpaß (zwischen Sterzing und St. Leonhard in Südtirol) niedergegangen sei.
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wtb. Innsbruck, 28. Mai. (Gig. Meld.) Dom Sonderberichterstatter des wtb.:
Der Gendarmerie-Posten Sölden meldet um 11,50 Uhr, daß der Gastwirt Schaiber in Gurgl heute früh
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Der Riesenballon wird mit Gas gefüllt.
etwa um 9X Uhr den Ballon Piccards am Großen Gurgle r-F einer, in den Oetztaler Alpen liegend, gesehen hat. Der Ballon befindet sich in einer mutmaßlichen Höhe von etwa 2500 Meter. Der Platz, an dem die Landung erfolgte, ist von Gurgl noch etwa 30 Stunden entfernt. Der genaue Ort konnte von Gurgl aus noch nicht bestimmt werden und es ist möglich, daß der Ballon am Fuße des Großen Gurgler-Ferner liegt. Eine Expedition unter Führung des Gastwirtes Schaiber mit 3 Zivilisten, einem Zollwachtbeamten und einem Gendarmeriebeamten ist bereits abgegangen.
Wie wir ergänzend aus Gurgl erfahren, ist das Schicksal der.Insassen noch vollkommen unbekannt. Irgendwelche Zeichen sind nicht wahrnehmbar. Von Gurgl selbst aus ist der Ballon nicht sichtbar, dagegen ist er wenige Minuten entfernt von der Pirchhütte aus deutlich zu sehen. Die Ballon-Gondel scheint unbeschädigt zu fein, denn der Ballon ist noch immer als große Kugel wahrnehmbar. ' ' •
Diese Landungsmeldung hat höchste Wahrscheinlichkeit. Auch die entgegenstehenden Meldungen über Landung am Iauffenpaß und im Schnalser Tal, wie von verschiedenen Standorten aus beobachtet worden ist, können mit einer tatsächlich am Gurgler Ferner erfolgten Landung , sich decken. In dem italienischen Grenzgebiet südlich der Oetztaler Alpen sind Carabinieri und. Alpini- abteifangen unterwegs, um ebenfalls Nachforschungen anzustellen . Die Flugzeughilfs-Expedition von Innsbruck ist bisher noch nicht gestartet, da eben noch genauere Nachrichten ab gewartet werden.
MeMffen bewußtlos geborgen.
wtb. Innsbruck, 28. Mai. (Eig. Meld.). Nach einer um 12.15 Uhr mittags eingegangenen Privatmeldung der Flugwetterwarte München sollen die beiden Insassen des Piccard-Ballons in bewußtlosem Zustande geborgen worden sein. Bon-München aus soll ein Hilfsflugzeug an- gsfordert worden sein«
Prof. Piccard in der Aluminiumgondel, die während des Fluges fest verschlossen blieb.
wurde, und der furchtbare Ernst unsrer Verhältnisse sich offenbarte. ,
Wir würden durch eine neue internationale Anleihe zu dem Zweck der Bezahlung der Reparativ- nen nur wieder in neue Verschuldung geraten, hätten nicht den geringsten Vorteil durch eine solche Regelung. Lediglich die Gläubigerstaaten könnten für sich die Vorteile buchen, indem sie weiterhin die Reparationssummen erhielten und dazu noch die Zinsen einer solchen neuen Anleihe. Was wir brauchen, ist ganze Arbeit. Und sie kann einzig und allein darin bestehen, daß der Poungplan einer gründlichen Revision unterzogen, daß er durch einen anderen Zahlungsplan, der alle politischen Motive ausschaltet, ersetzt wird. Nur diese Frage kann zur Diskussion gestellt werden, während internationale Reparationsanleihen für uns indiskutabel bleiben.
Nicht unantastbar.
Daß der Vertrag von Versailles einmal abgeändert und auch in wichtigen Punkten gelindert werden muß, ist eine Ueberzeugung, die Gemeingut aller Deutschen ist. Wenn wir sie freilich aus« sprechen, dann pflegt man uns schon als Friedensbrecher zu verdächtigen, als ob sich nicht längst gezeigt hätte, daß gerade die Friedensdiktate die eigentlichen Hindernisse für den wahren Weltfrieden sind. Es war die besondere, freilich nicht sehr geistvolle Methcde des französischen Politikers Poincare. den Vertrag von Versailles gewissermaßen nod) über bas Evangelium zu stellen und selbst den leisesten Gedanken, daß ein Frie,
densdiktat einmal nicht mehr seine Gültigkeit haben könne, zu verfemen.
Die ganzen Auseinandersetzungen in Genf um den deutsch-österreichischen Zollunions-Vertrag basieren im Grunde auf dieser Anschauung. Man hat dort auf französischer und tschechischer Seite nicht gefragt, ob die Zollunion den beteiligten Ländern Nutzen bringt, sondern -man hat sich darauf beschränkt, ihre Rechtmäßigkeit anzuzweifeln — das Haager Schiedsgericht soll lediglich feststellen, ob diese Union nach dem Wortlaut der Verträge von 1919 und 1922 erlaubt ist oder nicht. Nun aber meldet sich, wenn auch mit vielen Klauseln, ein unverdächtiger Zeuge in der Person des französischen Kriegsministers Magi- not. Er hat irgendwo in Belgien eins übliche patriotische Rede gehalten und dabei sich das Bekenntnis entschlüpfen lassen, daß auch Frankreich und Belgien die Friedensverträge nicht für unantastbar halten, vielmehr mit einer Revision durchaus rechnen. Nur im Augenblick nicht.
Man darf Herrn Maginot daran erinnern, daß Frankreich die Friedensverträge einschließlich des Rheinlandabkommens dutzende Male in krassester Form nicht etwa revidiert, sondern gebrochen hat, und zwar fedesmal dann, wenn es sich davon einen Vorteil für seine habgierige Rheinpolitik versprach. Daß also die Verträge nicht unantastbar sind, wußten wir schon aus schmerzlicher Erfahrung. Auch Belgien hat sich im Falle Eupen- Malmedys nicht geniert, auf die Vertragsbedingungen zu pfeifen, um sich deutsches Land widerrechtlich einzuverleiben. Wenn Maginot setzt Wert darauf legt, die französische Intransigenz ein bißchen zu bemänteln, so muß er sich darüber klar
sein, daß, wenn es einmal zu der auch von ihm erwarteten Revision kommt, die Beispiele, die Frankreich 1919 bis 1924 gegeben hat, angeführt werden. Er spricht, vielleicht ein wenig heuch» lerisch, von der Notwendigkeit, ein Uebereinkom» men aller Signatare zu erzielen, sagt dabei aber nicht, daß alle Uebereinkommen bisher am bösen Willen Frankreichs gescheitert sind. Der neueste Beweis ist sa die Genfer Behandlung der Zollunion.
Wenn die Franzosen e r n st l i ch d e n F r t e« den w ollen, dann müssen sie es als eine Ehrenpflicht erachten, sehr schnell ein auch für die Deutschen annehmbares Uebereinkommen zu Wege zu bringen, noch dem dem Versailler Vertrag seine giftigsten Spitzen genommen werden.
Das Echo der Lorah-Rede.
wtb. Washington, 28. Mai. (Eig. Meld,)'. Washington Star hält für den bedeutsamsten Punkt der gestrigen Rede des Senators Borah dessen klare Feststellung, daß die Weigerung der Alliierten, die Deutschland und Oesterreich aufgezwungenen Friedensverträge einer Revision zu unterziehen, das große Hindernis für eine Rüstungsbeschränkung darstelle. Der Text dieser Verträge stelle „Europas "öffentliches Recht" dar und werde von den Alliierten durch die Drohung mit Waffengewalt verteidigt. Solange man Deutschland das Recht verweigert, mit friedlichen Methoden die Revision des Versailler Vertrages anzustreben, solange bestehe nach Borahs Ansicht keine Hoffnung auf Abrüstung in Europa. Das Blatt stimmt diesen Ausführungen z u und bemerkt, — der Versailler Friedensvertrag habe alles andere alsWeltfried enge dr acht.
Kundgebung der veumlenschafi.
Der Deutsche Beamtenbund veranstaltete Mittwoch abend im Berliner Sportpalast eine Kundgebung, die sich mit den in der Oeffentlichkeit auftauchenden Gerüchten über eine weitere Gehaltskürzung befaßte. Bereits nach den ersten Worten des Bundesvorsitzenden Flügel über den Gehaltsabbau fetzte unter den Anwesenden ein Sturm derEntrüstung ein. Als der Vorsitzende dem Reichsfinanzminister für den Vorsatz dankte, auf je* den Fall einen weiteren Gehaltsabbau zu verhindern, unterbrach ihn minutenlanges Lärmen und Pfeifen. Der Referent des Abends Bundesdirektor Lenz führte in seiner durch Zwischenrufe häufig unterbrochenen Rede u. a. aus, daß die Beamtenschaft es bisher nicht abgelehnt habe, sich entsprechend ihrer Leistungsfähigkeit an einem allgemeinen Notopfer des gesamten Volkes zu beteilig gen. Er betonte aber, daß jeder nach seinem Einkommen dazu beitragen müsse. Eine große Beunruhigung habe der Vorschlag bei den Beamten hervorgerufen, die Kinderzulage für das e.rste Kind wegfallen zu lassen. Eine solch« Maßnahme würde gegen jedes so,ziale Empfinden verstoßen. Der Kamps der Beamtenschaft sei von Bedeutung für sämtliche Arbeitnehmer, da sich immer herausgestellt habe, daß ein Gehaltsabbau zugleich eine allgemeine Abbauwelle für die Gehaltsempfänger bringe. Besonders zu beachten fei, daß durch die stete Beunruhigung ein Teil der Beamtenschaft dem politischen Radikalismus in die Arme getrieben werde. Die Beamtenschaft spreche sich für eine ausreichende Unterstützung für die Arbeitslosen und für die Erhaltung der sozialen Errungenschaften aus und fordere solidarische Opferbereitschaft des ganzen Volkes.
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In den „Armen des Radikalismus" würde di« Beamtenschaft ihr blaues Wunder erleben. Sind die Staatsfinanzen heute in Gefahr, so würde morgen der Sieg des Radikalismus gleichbedeutend sein mit der Katastrophe.
Gehaltskürzung in Japan.
„Times" meldet aus Tokio: Nach einer achtstündigen Sitzung beschloß das Kabinett, die Verminderung der Bezüge der staatlichen Angestellten in der geplanten Weise durchzuführen. Vom 1. Juni ab werden alle Gehälter und Löhne in Höhe von mehr als 100 Yen (200 Mark) monatlich um 3 bis 20 Prozent gekürzt werden. Zu gleicher Zeit wird aber die Zusicherung abgegeben, daß die Pensionen und Ruhestandsgratifikifionen unverändert bleiben. Die Gehälter der Richter und Staatsanwälte, die in der Verfassung einen besonderen Schutz genießen, bleiben unangetastet.
Die Eisenbahnzüge laufen wie gewöhnlich, aber die Zahl der Reisenden hat sich plötzlich vermindert, wahrscheinlich infolge der Besorgnisse vor einem plötzlichen Streik. Die Post- und Telegraphenbeamten projektieren eine Entschlie. fjung gegen die Gehaltsverminderung: für den Notfall werden deshalb technische Gruppen der Armee bereitgehalten.
* Deutsch-ungarische handelsverkragsverhand- lungen. Die deutsche und die ungarische Delegation für die Handelsverttagsverhandlungen sind in Berlin zusammengetreten. Die diesmaligen Be. sprechungen haben zum Ziele, zunächst die prinzipiellen Grundlagen für den Ausbau des zurzeit geltenden provisorischen deutsch-ungarischen Handelsabkommens vom Jahre 1920 zu erörtern.
* Franklin-Bouillon fordert den Rücktritt Bri- ands. Aus Paris wird gemeldet: Der Abgeordnete Franklin-Bouillon hat in der Kammer eine Interpellation eingebracht, in der die Notwendigkeit betont wird, sofort den Außenminister zu ersetzen, „dessen Methoden die französische Politik in Genf zu neuen Mißerfolgen geführt haben, und deren Wirkungen im Innern eine ständige Bedrohung der Mehrheit der nationalen Einigung sind".
Anzeiger für die Stabt Fulda und denLandkreis Fulda. Amtliches Kreisblatt.
Pf
Zahrg. 58
Freitag, 29. Mai 1931
M. 122
FuldaerZertung
Erscheint sechsmal wöchentlich. Wochenbetlagen: „Die Welt im Bild" und „Buchenblätter". Rotationsdruck und Verlag der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda. Fernrufe: Schrift- :: leitung 1152. Fuldaer Attiendruckerei 1150 und 1151. ::
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Anleihe-Gerüchte.
©os Börsenbarometer steht beinahe in der gan- BL Welt auf Sturm. Immer katastrophaler wirken sich die Folgen der wirtschaftlichen Krise aus. I Allmählich wächst im Auslande die Erkenntnis, daß I ZL Ursachen der Krise fast ausschließlich in den po- Mchen und finanziellen internationalen Vertra- .J M suchen sind, die unhaltbare Fesseln für die europäische und die Weltwirtschaft gebracht haben.
Man unterhält sich in den Gläubigerstaaten I Mich mehr über die Frage, was geschehen soll, um die Krisen zu befeitigen ,der Wirtschaft eine siere Basis zu schaffen. Diese Erörterungen führen zwangsläufig zur steten Aufrollung der R e - porationsfrage, wie überhaupt des interna» tionalen Schuldenproblems. In wirtschaftlichen, «her auch in politischen Kreisen beginnt man end- , gch, die wirkliche Lage in Deutschland sachlich zu überprüfen, weil man befürchtet, daß ohne grundlegende Aenderungen im deutschen Wirtschaftsge- füae zum Winter ein Zusammenbruch der Wirtschaft und damit auch ein Zusammenbruch des Noungplanes folgen müßte.
Aus diesen Erwägungen heraus ist allein die MeDung des „Daily Herald", des Organs der Sa« bour-Party, über eine angeblich in Aussicht genommene internationale Anleihe in Höhe von zwei Milliarden Mark für Deutschland zu verstehen, für welche England, Frankreich und Italien die Ga- rantieen übernehmen sollen. Man sieht nach dieser Meldung in einer solchen Anleihe die einzige Möglichkeit, um einen Zusammenbruch des Äoungpla- nes und der Reparationszahlungen zu verhindern.
Zu dieser Meldung des englischen Regierungsblattes ist von vornherein zu sagen, daß weder in wirtschaftlichen, noch in deutschen Regierungs- treifen jemals die Absicht bestand, eine Reparationsanleihe auszunehmen. Aber die Meldung als solche erfordert immerhin ein Nachdenken über unsere wirkliche Lage. Das Milliardendefizit in unseren öffentlichen Etats hat die Aufbringung der Reparationslasten, welche fast ausschließlich durch Steuern erfolgt, leider in den Hintergrund freien lassen. Die Reparationsleistungen stellen eine bewegliche Summe dar, die wegen der steten Einnahmeverminderung entweder an anderen Ausgaben gespart werden muß, oder ober das Etatsdefizit muß durch weitere Steuererhöhungen gedeckt werden, was wiederum eine starke Verminderung des Einkommens zur Folge hat. Und diese Verminderung des Einkommens übt einen stocken Druck auf die Lebenshaltung aus, verschärft die Krise. Heute schon machen die Repa- rotionslasten einen großen Teil des Volkseinkommens aus. In der Zeit, in der wir eine passive Handelsbilanz zu verzeichnen hatten, stand das Transferproblem im Vordergrund, mit anderen Motten, die reibungslose Uebertragung der deutschen Zahlungen in fremde Währung. Nun ist unsere Handelsbilanz aktiv, das Transferproblem wich der Aufbringungsfrage, die als solche den Druck auf die Lebenshaltung verstärkte, besonders durch die anhaltend sinkenden Preise.
Wir mußten in der Erfüllung unserer Reparationsverpflichtungen bestrebt sein, in realen Werten zu bezahlen. Darum lief unser ganzes Be- mühen darauf hinaus, unsere Ausfuhr zu steigern, wobei aber die Menge nicht mehr der Preis- fleftaltung entsprach. Wir kamen so in die unmögliche Lage, daß, zumal wegen Aufgabe der im Poungplan enthaltenen Goldklausel, welche eine Revision bet Veränderung des Goldwertes, bezw. des Preisniveaus von mehr als zehn Prozent vorsah, wir dann mehr an realen Werten leisten müssen, wenn wir eine Verschrumpfung der Produktion zu verzeichnen haben. Dazu tritt überdies die Verschlechterung der Lebenshaltung.
Diese Tatsachen sind in den Gläubigerstaaten bekannt. Anstatt nun aber zuzugestehen, daß der doungplan einfach nicht mehr aufrechterhalten werden kann, weil sich seine Folgen auch für diese Staaten selbst katastrophal auswirken, hält man umso nachdrücklicher an diesem verkehrten Plan fest und sucht nach anderen Auswegen, um der Schwierigkeiten Herr zu werden. Und einen solchen Ausweg will man in einer Reparationsan. >eihe sehen, die wir für uns unbedingt abzulehnen haben. Ein solcher Anleiheplan ist nicht nur aus Gründen, die in der deutschen Wtttschafts- und Finanzlage zu suchen sind, undurchführbar, sondern vor allem auch unter Berücksichtigung der weltwirtschaftlichen Lage. Unter den augenblicklichen Verhältnissen halten wir es für ausgeschlossen, daß eine internationale Anleihe in der genannten Höhe überhaupt aufgelegt werden kann. Wir er« sunern an die Schwierigkeiten, die sich schon bei der ilounganleihe zeigten, obwohl damals noch eine Misse psychologische Geneigtheit ausgenutzt werden konnte. Diese ist heute aber zweifellos über» Msupt nicht mehr vorhanden. Die internationalen Finanzkreise haben schon das Interesse an der Aounganleihe verloren, was der ntebrige Kurs Mer Anleihe deutlich beweist. Wie sollen dieselben Kreise nun geneigt sein, eine neue internationale Anleihe und dazu noch in dieser Höhe, aufzunehmen. Wir werden vergeblich eine solche Geneigtheit auch in jenen Staaten suchen, welche nach der Meldung des „Daily Herald" die (Saran» 116 für die neue Anleihe übernehmen sollen.
.Noch ein weiteres, sehr gewichtiges Moment Zncht vom deutschen Standpunkt aus gegen den Gedanken einer Reparationsanleihe. Wir haben P} früheren Jahren gerade mit der Anleihepolitik ^ schlechtesten Erfahrungen gemacht. Jene Me- Me führt nur dazu, durch eine falsche Pumpwirt- i«)ttft ein Loch zu stopfen dadurch, daß man an an« {rer Stelle ein neues aufmachte. Mit Anleihen Jütten wir unseren Reparationsverpflichtungen- "ach. Dieser Umstand wiederum führte zu einer Arkehrten Finanzpolitik. Das Volk selbst wurde ?er die wirkliche Lage im Unklaren gelassen, bis nes Tages mit diesen Methoden S-^uß gemacht