Donnerstag. 28. Mal 1931
Mrg. 58.
Die
wtb. Augsburg, 27. Mai. (Eig. Meld.) Prof. Piccard ist heute früh 3.56 Uhr zu seinem Stra- tosphären-Ballonslug glatt gestartet. Bei fast windstillem Wetter erhob sich der Ballon ohne jede Schwierigkeit und schlug die Richtung nach Nordost ein. Mit der Füllung des Ballons war bereits gestern um 23 Uhr begonnen worden. Um 3 Uhr war der Ballon startbereit. Trost der frühen Morgenstunde waren etwa 3 000 Zuschauer erschienen. Die Absperrung auf dem Flugplatz wurde sehr streng durchgeführt, so daß selbst Pressevertreter und Photographen nicht an die Gondel heran konnten. Um 3.20 Uhr bestieg Piccard zusammen mit seinem Ingenieur Kiefer die Gondel, die nach kurzer Verabschiedung hermetisch verschlossen wurde. Der Ballon fliegt wiederum unter schweizerischer Flagge. Der Aufstieg erfolgte fast ohne Kundgebung. Piccard glaubt, daß der
die für die neuen Zeichnungen zur Einlösung gebracht werden konnten, ist also sicher gestellt. Der Ueberschuß kann laut Emissionsdekret auf die ursprünglich vorgesehene 4 - Milliarden-Anleihe verrechnet werden. Nach dem „Messaggero" ist die Zeichnung ohne jede Störung des italienischen Geldmarktes vor sich gegangen. Besonders erfreulich sei, daß die italienischen Staatsfinanzen ohne Inansvruchnahme ausländischer Geldmärkte die Einlösung der alten Schatzscheine vornehmen können. _____
wtb Paris, 28. Mai. (Lig. Meld.). Außenminister Lriand Hal im heutigen Ministerrat auf die dringenden Vorstellungen seiner Ministerkolle-
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halten. Wir sind weitgehend von der Welle einer Derunreinigu ng des gesamten Denkens und Empfindens bereits angespült. Ueberall, fast in der kleinsten Gruppe, müssen wir diese Symptome des Verfalls beobachten, und es fragt sich nur, wie lange noch das Beobachten weitergeht, bis es zu einem Zusammen stürz der Werte kommt, der schließlich auch politische Ordnungen untergräbt.
Ballon in größerer Höhe die Richtung nach Südwesten einnimmt.
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Der Ballon schlug zunächst nordwestliche Richtung ein, drehte dann nach Südosten und später nach Süden. Er blieb bis 7.30 Uhr dem unbewaji- neten Auoe sichtbar. Er war zu dieser Zeit schät- zung-w?ise 100 Kilometer vom Startplatz entfernt. Seine Höhe betrug etwa 7—H 000 M e- ter. Dann cntschwand er den Blicken.
Man rechnet nach den eigenen Angaben Piccard mit einem etwa 7 st ün'Ligen Flug. Nach der letzten Meldung hat der Ballon die Grenze der Cirrus-Wolken überschritten und damit eine Höhe von 10 bis 12000 Meter erreicht. Im Laufe des Dormittags wurde er in verschiedenen schwäbischen Orten als kleine silberne Kugel gesichtet, u. a. in K e m p e n um 8.15 und etwas später über Lindau am Bodensee.
Weitere Meldungen siehe unter Letzte-Nachrichten.
Italienischer Finanz-Erfolg.
5 Milliarden Lire neue iialienische Schahscheine gezeichnet.
wtb. Rom, 27. Mai. (Eig. Meld.) Der Ertrag der am Dienstag abgeschlossenen Zeichnungen der neuen italienischen Schatzscheine wird von der römischen Mörgenpresse auf rund5Milli ar - den Lire geschätzt und hat damit eine Ueberzeichnung von einer Milliarde Lire gebracht. Die Konvertierung der in diesem Herbst verfallenden 9jährigen Schatzscheine,
* Einweihung des Denkmals für die Tikanic- Opfer- Das am Potomac-Fluß errichtete Denkmal zum Andenken an den Untergang der Titanic am 15. April 1912 infolge Zusammenstoßes mit einem Eisberg wurde, wie aus Washington gemeldet wird, am Mittwoch durch den ehemaligen amerikanischen Präsidenten Taft eiNgeweiht. Staatssekretär Stimson leitete die Feier. Das Denkmal stellt einen in ein Leichentuch gehüllten Menschen dar, der die Arme nach dem unendlichen Raum ausstreckt.
Ferner fei eine Landabrüstunq nicht zu erwarten, solange die Lage in Rußland unveränderr bleibe. Die Abrüstung eines großen Teils hänge völlig davon ab, was in Europa zur Lösung dieser ausschließlich europäischen Frage geschehen könne. Europa habe heute eine weit schwerere Rüstung als vor Beginn des Weltkrieges: dabei wäre die Rüstungserhöhung unter Bedingungen vor sich gegangen, die günstiger gewesen wären, als sie die nächste Zukunft zu sein scheine, in anderen Worten, die Spannung wegen der sogenannten Verträge nehme in Europa Jahr fürJahr z u und stehe einer jeglichen Abrüstung im Wege. Hieraus ergäbe sich eine Stimmung, die das genaue Gegenteil der für den Erfolg eines Abrüstungsprogramm geeigneten sei. Seiner Ansicht nach, fuhr Borah fort, sei daher eine Abrüstung nicht zu erwarten, solange keine friedliche Methode für die Revision der Friedensverträge gefunden sei. Borah trat, dann für eine Anbahnung russisch - a m er i ka nr s ch er Wirtschaftsbeziehungen mit K editgewährung nach dem Vorbilde Deutschlands und anderer Länder ein, da Amerika durch seine Weigerung, die Tatsachen anzuerkennen und auf Grund dieser Tatsachen zu handeln, nicht zwinge, und Rußland sei eine der mächtigsten Tatsachen auf internationalem Gebiete.
Lriand zieht seine Demission zurück.
Eine bemerkenswerte amerikanische Stimme über wichtige europäische Probleme.
gen seine Demission zurückgenommen.
Was Borah sagt.
wtb. New York, 27. Mai. (Eig. Meld.)
tigen Kürzung der Beamtengehälter auf, oder nach anderer Auslegung der Plan einer sogenannten Beschäftigungssteuer, welche von sicheren Einkommen von einer bestimmten Grenze ab erhoben werden soll Wenn daneben, wie man hört, mindestens 200 Millionen durch Etatsabstriche cingespart werden sollen, wenn au. ßerdem das Reichskabinett für die von einer bestimmten Gruppe von Steuerzahlern neuoerlang« ten Opfer eine ausreichende Begründung geben kann, daß diese Opfernden auch die Ueberzeugung haben können, durch ihre neue Belastung wird der Erfolg gesicherter, die schwere Krise zu über» winden, ist anzunehmen, daß sich die Unruhe und die Erregung wieder legt, die bereits, vor allem in der Beamtenschaft, Platz gegriffen haben.
Zwischendurch ist auch von einer angeblich geplanten Erhöhung der Umsatzsteuer gesprochen worden. Wir können aber nicht annehmen, daß sich die Reichsreqierung zu einer solchen Maßnahme entschließen dürfte, zumal es doch ihr Bemühen bleiben muß, die Preise entsprechend dem verringerten Einkommen der Lohn- und Ge- baltsempfänqer niedrig zu halten und wo es noch nicht geschehen ist, weiter herabzusetzen. Alles das sind aber mutmaßliche Pläne, von denen keineswegs feststeht, daß der eine oder andere vom Reichskabinett aufgegriffen oder angenommen werden könnte.
Einen sehr beachtlichen Teil der Notverordnung bildet die Reform der Arbeitslosenversicherung. Obwohl das Gutachten der Brauns- Kommission noch nicht vorliegt, hat man sich doch über einen Vorschlag schon ernstlich beraten, der dahin geht, die Krisen- und Wohlfahrtsunterstützung zu vereinheitlichen, dafür die Gemeinden entsprechend zu finanzieren. Das würde eine Erweiterung der Bedürftigkeitsprüfung bringen, mit anderen Worten, die Prüfung wäre dann schon vorzunehmen, wenn der Arbeitslose aus der eigentlichen Arbeitslosenversicherung herauskommt und nicht erst beim Ueberganq von der Krisen- zur Wohlfahrtsfürsorge. Man errechnet hier größere Ersparnisse. Schließlich soll eine Neuregelung der Unterstützung der Saisonarbeiter etwa derart erfolgen, daß die Sätze denen der Krisenunterstützung angepaßt werden. Ebenso spricht man davon, daß für den Fall, daß soziale Härten vermieden werden, und ein ausreichender Verdienst da ist. in den leichtesten Fällen auch die Kriegsrenten eine Kürzung erfahren sollen Aber auch das sind vorläufig nur in der Oeffentlichkeit erörterte Pläne. Ob das Reichskabinett sich schon mit ihnen beschäftigt hat, wissen wir nicht. Es ist deshalb auch zwecklos, zu ihnen besonders Stellung zu nehmen, solange wir nicht die wirklich beabsichtigten Maßnahmen der Reichsregierung kennen.
Das eine allerdings dürfte sicher, sein, daß unbedingt eine Reform der Arbeitslosenversicherung in der Form erwartet werden muß, damit die Kommunen in der nächsten Zeit in die Lage versetzt werden, ihren Verpflichtungen aus der Wohlfahrtsfürsorge n a ch z u k o mm e n. Heute ist die finanzielle Lage der Kommunen so, daß sie unter der Schwere der Wohlfahrtlasten zusammenzubrechen drohen. Wenn wir aber die finanzielle Lage des Reiches und der Länder berücksichtigen, glauben mir kaum, daß jener oben angeführte Vorschlag einer Verschmelzung von Krisen- und Wohlfahrtsfürsorge unter Beteiligung der Länder jetzt schon praktische Gestalt annehmen könnte. Weder Reich noch Länder können die Summen zur Verfügung stellen, die zur Durchführung eines solchen Planes notwendig wären. Darum wird es eine erste Sorge des Reichskabinetts sein, den Kommunen eine fühlbare Erleichterung durch die kommende Notverordnung zu gewähren und vorerst nach Reich und Länder stärler belastet zu lassen
Was man in der Oeffentlichkeit nur zu oft bei der Beurteilung und der Kritik an den Sanierungsmaßnahmen des Reichskabinetts unberücksichtigt läßt ist die unumstößliche Tatsache, daß keine Sparaktion und keine Sanierung einen Dauerwert heben kann und wird, wenn nicht Länder und Gemeinden dem Beispiele des Reiches folgen und gleiche rücksichtslose Sparmaßnahmen durchführen. Jedes Land muß durch seine Regierung und Parlamente den Notverordnungen des Reiches gleiche bestimmende Spar-Erlasse anschlietzen.
zur Fahrt in die Stratosphäre gestartet Der Höhen-Vallonflug Professor piccards.
uldaerZertung
Anzeiger für die Stadt Fulda und denLandkreis Fulda. Amtliches Kreisblatt.
New Yorker Zeitungen geben SenatorBorahs für den Rundfunk gehaltene Rede über die Aussichten der Weltabrüstungskonferenz ausführlich wieder. Borah führte u. a. aus, daß Amerika stark an der Abrüstung interessiert sei und daher den Erfolg der Konferenz in 1932 erwarte. Die Mitglieder der Abrüstungskonferenz würden sich wahrscheinlich auf ein Studienprogramm oder auf ein sonstiges Papiermanöver einigen, wie sie der Völkerbund nun schon seit 12 Jahren gegeben habe. Die heutige Ordnung Europas beruhe auf militärischer Stärke; denn jene Verträge seien nur durch diese aufrecht zu erhalten. Nicht einmal eine Zolltarif v er ein- b a r u n g könne zwischen Nationen abgeschlossen werden, ohne daß sie als eine Herausforderung gegen den Frieden von Versailles angesehen würde. Solange aber jede Revision des Versailler Vertrages auf friedlichem Wege abgelehnt werde, solange erwarte er keine Landabrüstung in Europa.
Symptome.
Der lin wird uns geschrieben: I y c, der Lokatverband Berliner Volksbühne der iLmosienschaft Deutscher Bühnenangehörigen ein- Emnta beschließt, der REO., der r e v o l u t i o - «sren Gewerkschaftsopposition der «ommunlstischen Partei beizutreten, suchte an sich niemanden zu erschrecken, schau- faieler denen Gewerkschaft im Grunde kaum ein Crriif ist, fassen in der Hitze ihres Temperaments, ja ihr bestes Teil ist, leicht einen Beschluß. Aber symptomatisch ist es, daß in diesen Köpfen, Irenen junge und alte gehören, der Gedanke an L Kommunismus heute am weitesten vorne sitzt. »Dar erklären sie nachträglich, sie seien noch nicht tz die spartet selbst eingetreten. Es scheint ihnen in der Tat zunächst darauf anzukommen, das melleicht etwas schläfrige Präsidium der Eenossen- täaft aufzuwecken oder ihm einmal gehörig ein» ^heizen. Aber dennoch: Ist es nicht bezeichnend, bah Bühnenkünstler, die doch überzeugt sind, vom §eist erleuchtet zu sein, ihr Schicksal an den Mgen des Kommunismus zu hängen für richtig si»den? Es gibt heute zwei politische Moden: Kommunismus und National- jozialismus.. Vielleicht kann man sagen, daß die sogenannte Intelligenz, soweit sie heute dem Radikalismus zuneigt, im großen und ganzen mit Hitler nichts zu tun haben will. Nationalismus im übersteigerten Wortsinne ist geistlos, und gar die unentwirrbaren Widersprüche des Hülerschen Programms, das sich jeder beliebige Tauführer nach eigenem Geschmack auslegt, können einen Menschen, der auf seine Denkkraft noch irgendwie Wert legt, nicht reizen. Aber daß sie in hellen Scharen dem Kommunismus zuströmen, spricht ebenfalls nicht für wahre Geistigkeit. Liest man etwa das neueste Heft der „Linkskurve", die von dem kommunistischen Dichter Becher und einigen anderen herausgegeben wird, so sieht man mit Interesse, daß die Herren, die hier das Wort führen und den Segen der Sowjetidee preisen, sich keine Mühe machen, irgend etwas von dem, was sie behaupten, nun auch zu beweisen. Sie fingen das Lob der Sowjetunion, erklären, Moskau fet die Stadt der freudigen Arbeit, über der eine ewige Heiterkeit liege, dichten jeden Arbeiter in einen frommen Heiligen um und ignorieren einfach die mindestens ebenso verbürgten Berichte, die das Gegenteil dar- tun. Unsere junge sogenannte Geistigkeit aber fällt kritiklos auf diese Dinge herein und geht mit wehenden Fahnen zur kommunistischen Gewerkschaftsopposition über, als ob das d.ie selbstverständlichste Sache der Welt wäre. Was geht in den Hpsen dieser Leute vor?
Es gehört in manchen Kreisen zum guten Ton, irgendwie mit dem Bolschewismus zu liebäugeln. Man' redet vom 5-Jahr-Plan, als sei er die gewaltigste ökonomische Idee der Weltgeschichte. Dabei weiß man nur in den seltensten Fällen, was er eigentlich bedeutet und bezweckt. Kommunis- Ws ist eben Mode. Auch öffentliche Institutionen sind von ihr bereits angefressen. Sogar der Rundfunk weiß, nicht gerade durchweg, aber doch erschreckend häufig, den Hörern fast kaum noch andere Literaten vorzusetzen, als solche, die mit dem Kommunismus glauben Geschäfte machen zu können. Nichts ist falscher, als die von der Rechte«, namentlich vom Reichsverband Deutscher Rundfunkteilnehmer, der in den Pfingsttagen entflossen den bedingungslosen Uebertritt zu den Nazis vollzogen zu haben scheint, immer wiederholte Behauptung, die Sozialdemokratie oder gar das Zentrum beherrschen den Rundfunk. Die eigent« lidje Gefahr liegt vielmehr in der Hinneigung mancher Programmleiter zum Kommunismus, auch wenn er sich zunächst noch nicht in ausgesprochener Parteinahme, sondern mehr in einer Förderung des Kulturbolschewismus zeigen darf. Es geht eine, deutlich erkennbare Linie von gewissen Porttägen, Hörberichten, Erzählungen und Gedichten hin bis zu den Schlagern, die zu einem großen Teil, so unpolitisch sie scheinen, sich unmittelbar in den Dienst kommunistischer Zersetzung des Eesellschastslebens stellen. Auch hier haben tnir also die Erkenntnis zu buchen, daß gerade in den angeblichen geistigen Kreisen die Begriffe sich tödlich verwirren und das Gegenteil von dem gepredigt wird, was unserem Volk nottut.
lirtoetnl sechsmal wöchentlich. Wochenbeilagen: „Sie Welt im Bild' und „Buchenblätter" Rotationsdruck und Verlag der Fuldaer «ciiendruckerei in Fulda. Fernrufe: Schrift- :: leifung 1152. Fuldaer Aciiendruckerei 1150 und 1151 ::
Der Bischof von Berlin hat in einem Aufsatz, den die „Germania" am Pfingstsonntag veröffent- «gte, darauf hingewiesen, daß leider die Künstler- schast vielfältig ihre heilige Mission verkennt und
Wort und Schrift, mit Pinsel und Meißel, mit Mt und Nadel, im Kino, auf der Bühne und m ihren Vorträgen Dinge schildert und fördert und preist, die nicht geeignet fein können, das «olf zu stählen und auf seinem Wege zu stär- ikn. $ßer diese Worte des Bischofs Dr. Schreiber ernsthaft und ohne Hintergedanken nimmt, !°le sie gemeint sind, der muß erkennen, daß hier, ^rnab von allem Muckertum, ein Freund des mit tiefster Sorge die Erscheinungen des Esbens beobachtet und ob ihrer Gefahren die Gut- ^üligen zur Hilfe aufruft. Was aber geschieht? schort fallen Blätter, die durchaus den, Anspruch "geben, mehr als Asphalt-Journalistik zu bie- k", über diesen Rufer in der Wüste her, als ob ?V°ie berühmte Freiheit der Kunst angeltet hätte. Ja, sie stehen den bischöflichen Mahn- hnr n einfach fassungslos gegenüber und “finnentieren damit, daß ihnen der Sinn für Einheit, Sauberkeit und Rechtlichkeit schon in ‘«em weiten Maße abhanden gekommen ist. Sie x $ ? ® i f e n e ä e ' . b-
Mann gegenüber so vielen eindeutigen ^ilcheinungen, wie wir sie täglich im Theater, im im Kabarett und leibet auch im Rundfunk mohrnehmen, noch den Müt hat, Schmutz als schmutz und Schund als Schund zu kenn- Muen. Auch das ist symptomatisch. Und viel- mcht hat keiner von uns Veranlassung, sich in 6|En Dingen für noch völlig unbeeinflußt zu
Eine Woche neuer Entscheidungen.
Eine wichtige Kabinetts-Sitzung ist im Gang. — Der Bericht über Gens. — Einstimmiger Dank an Eurtius.
C.N.B. Berlin, 27. Mai. (Eig. Meld.) Das Reichskabinett ist bereits heute vormittag zu der angekündigten Sitzung zusammengetreten, in der im wesentlichen die außenpolitischen Fragen besprochen werden sollen.
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wt. Berlin. 27. Mai. (Eig. Meld.) In der heutigen Sitzung des Reichskabinetts erstattete Reichsminister Dr- Eurtius einen ausführlichen Bericht über den Verlauf und die Ergebnisse der Genfer Tagung des Völkerbundsrates und des Europaausschusses. Nach eingehender Aussprache st i m m t e das Reichskabinett den Ausführungen des Reichsaußen Ministers zu, welchem vom Reichskanzler der Dank der Reichsregierung zum Ausdruck gebracht wurde.
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Die Reichstegierung wird jetzt nach Pfingsten die entscheidenden Beratungen über die neue Notverordnung führen, nachdem die Ressorts ihre Vorarbeiten beendet haben und die
Reichsminister die Vorverhandlungen zum Abschluß brachten.
Die neue Notverordnung, deren Veröffentlichung man für Anfang Juni erwarten dürfte, wird einen großen Umfang haben und, soweit bekannt geworden ist, mehr als ein Dutzend Gesetzesänderungen bringen. Die neue Notverordnung basiert in einem Teile auf jener vom Reichstag dem Reichskabinett erteilten Sparermächtigung. Von dieser Sparermächtigung wird die Reichsregierung soweit überhaupt noch Abstriche an den einzelnen Etats möglich sind, weitgehenden Gebrauch machen. Es werden dieses Mal auch Abstriche am Wehretat vorgenommen in Höhe von rund 50 Millionen Mark. 2Iber angesichts des Gesamtdefizits bleiben alle noch so rigorosen Etatsabstriche ungenügend. Die Reichsregierung wird zu anderen Mitteln greifen müssen, um die Defizite zu beseitigen.
Es kann darum nicht ausbleiben, daß neue Opfer verlangt werden müssen, da auch die Zotteingänge nicht die erhofften Summen brachten, und man deshalb neue Zollsätze kaum in Rechnung stellen wird.
Was bleibt also übrig? Und wieder taucht der angebliche Plan einer weiteres, etwa 4prozen
D>as betrifft insbesondere die Verwaltungen in den Landern und in den Kommunen. Wir können uns den Lurus nicht mehr weiter gestatten, daß in der Zeit, in welcher Länder und Kommunen vom Reiche Hilfe erheischen, sie sich andererseits auf sogenannte Hoheitsrechte der Länder stützen und Maßnahmen, von deren Notwendigkeit sie eigentlich überzeugt sind, nur deshalb ablehnen, weil das ohne jene „Hoheitsrechte" etwa gefährdet erscheinen könnte.
C.N.B. Berlin, 27. Mai. lEig. Meld.) Wie wir ersghren, wird der Reichskanzler nach der Kabinettssitzung zunächst den Führer des Deutschen Landvolks. Reichstaasabgeordneten D r Gere k e, empfangen. Im Anschluß daran wird die vorgesehene Aussprache mit den Vertretern der sozialdemokratischen Partei stattfinden. Am Nachmittag wird in einer Besprechung die Beratung der geplanten finanz- und wirtschaftspolitischen Maßnahmen fortgesetzt werden.
kabinetts-ürise in polen.
Das Kabinett des Obersten S l a v e k, das seit einiger Zeit in Polen am Ruder ist, trat plötzlich zurück. Schon feit Wochen wußte man in einge» weihten Kreisen, daß sich Slavek mit Demijsions- absichten trage, um wiederum die Leitung des Regierungsblockes im Sejm zu übernehmen. Die schwierige finanzielle Lage des Staates sowie die Schwierigkeiten innerhalb des Kabi- .netts, in der Frage der Kurzung der Beamten- und Offiziersgehälter zu einer Ei-