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Beilage zur Fuldaer
24. Mai
Zeitung
fie
dann wird man chr erst
. Wir hatten viel Zeit.
Die Ein Ein So
Sonne in der
man aus oer»
In Glanz und Pracht bist du gekleidet, In Licht gehüllt . . .
Und all die Wesen harren dein ...
Doch wendest du dich ab, erschrecken sie:
Nimmst du den Odem ihnen weg, so sterben Und werden wieder Staub.
Du sendest deinen Odem: sie sind da, Und du erneust das Angesicht der Erde.
Frühlingslüfte wehen.
Dornenstrauch schlief ein jur Nack Rosenbusch ist aufgewacht, mags auch dir geschehen.
als Vagabund erleben, grenzenloser Ueberfülle, traut.
Pfingst-Abent».
Von Hellmut Schwabe.
Nun halten alle Hände Rast, die Lindenwimpel dunkeln ein ... Ein Vogellied löst sich vom Ast, und alles will begnadet sein.
oom hohen Dom der Pfingstennacht: Gestrüpp mit Wild und Feld im Wind, ein Turm, der D-Zug, Scheune, Schacht und Wanderer, die müde sind.
Hoffe du nur!"
Hoffen? Pfingsten ist mehr; es ist Erfüllung. Das hat kein Dichter jubelnder gesungen als der Sänger des 103. Psalms, den die Kirche zu ihrem Pfingstgebet mach!:
„Den Herrn lobpreise meine Seele.
Wie bist du, Herr, mein Gott, gewaltig, groß!
Die weite Ebene, den Vogelflug,
Den Duft der Gräser und den Mückentanj . .
Das oolle Glück — wir fühlen es — ist noch nicht über den im Bereich der Natur befangenen Dichter gekommen; er sucht danach, es liegt außerhalb seiner wie in diesem Liede Emanuel Geibels:
„Die Nachtigall auf meiner Flur Singt: Hoffe du nur! Hoffe du nur!
Wissend also, wer es ist, oon dem auch die nur ihre Macht hat, beten wir voll Zuversicht Psingstsequenz um „Ausruchn in der Mühelast — Kühlewind im Mittagslast — Tröstung in der Tränen-
Geld — und warum schon arbeiten, wenn man noch Geld hat . . . Wir wohnten in einer bescheidenen Kneipe, wo man für wenige Groschen „logieren" kann. Dort lernte ich Schnaps trinken und Menschen kennen. Und sie erzählten dort von der Seefahrt, Schauriges, Furchtbares. Aber mir wurde nicht bang davor, das wußte ich schon aus meinen Büchern. Tagsüber streifte ich die Kais entlang wie ein herrenloser Hund, der Unterkunft sucht. Herrgott, wenn du schon auf so einem Kasten wärst — fluchte ich. Daß alle Schifte „Kästen" sind, hatte ich schon gelernt . . , Und einmal hatte ich Glück. Es war am Pfingstsonntag, mein Geld war zur Neige gegangen. Nun muhte ich unterkommen oder verhungern^ In der Dämmerung der Pfingstnacht stellte mich ein Matrose. Erst tastende Worte ... und dann: „Du willst abhauen?" — Ich nickte. „Papiere?" — „Keine!" — „Ha, du hast etwas ausgefressen?" — Ich schaute ihn nicht an. Er aber lachte: „Nicht schlimm, wir können dich doch gebrauchen. Der Alte wird dich schon nehmen. Haft du Geld?" — „Keinen Pfennig mehr". — „Na, dann komm nur mit mir. Morgen machen wir das mit dem Alten perfekt, und morgen abend gehts in See."
Wir schlenderten zusammen los. In eine Kneipe, Abschied zu feiern, — wie er meinte. Er schien Gefallen an mir zu finden. Und langsam ließ mich die Beklemmung los, die mich umklammert hielt, nun, da es ernst wurde. Ich wurde übermütig und frech. Der alte Kamerad lachte über die Witze, die ich ihm vorsetzte. Der Schnaps trieb mir das Blut in den Schädel, daß es wild gegen die Schläfen pochte. Ich spürte: Heute abend wirst du betrunken. Zum erstenmal betrunken. Aber ich konnte nicht anders. Der Alte schob mir immer wie- der bas Glas hin. Und wer weiß, ohne den Rausch wäre es mir himmelangst geworden vor dem Abschied — nun, da es ernst wurde.
Um Mitternacht hatte auch der Alte kein Geld mehr, dafür aber wir beide einen mächtigen Rausch. Arm in Am torkelten wir durch die Stadt. Manchmal kam etwas wie Ekel hoch. Aber ich schluckte hinunter. Am Hafen kletterten wir über den Zaun eines Lagerplatzes. Und auf einem Berg Zernentfäcke fanden mir unsere Lagerstatt.
Der Alte schnarchte schon. Ich konnte den Schlaf nicht finden. Ich lag wach und starrte gedankenlos, immer noch gelähmt von der Trunkenheit, zum bestirnten Firmament auf. Die Nachtkühle strich über die Stirne, und langsam kamen wieder klare Gedanken. Und da kam ein unsagbares Gefühl der Verlassenheit über mich. Neben mir lag der schnarchende Leib des fremden Menschen. Ich rückte ab von chm. Und auf einmal mußte ich, seit langem zum erstenmal, an die Heimat denken. Was für Sorge man sich dort um mich wohl machte. Da hielt es mich nicht mehr. Aus Tiefen der Seele drang ein Zittern, ein Schluchzen, und dann stürzten Tränen, heiße, glühende Tränen. Und Heimweh schüttelte mich mit harten Fäusten.
Und da der Morgen kam, lag ich mit brennenden Augen. Der Alte schlief noch immer. Da fingen die Frühglocken zu läuten an . . . Wie das lockte. Ich stand auf. Die Glieder waren steif und bleischwer. Ich sah mich noch einmal scheu nach dem Schlafenden um. Wenn der jetzt erwacht wäre . . . Aber er schlief noch fest. Da
Weihnachten und Ostern, das sind Feste, von denen man schon aus der Kindheit einen spezifischeren Eindruck mit hinübernimmt ins Dasein der Jugend und des Erwachsenfeins. Hier berührt sich menschliches stark mit kirchlich religiösem. Weihnachten, das ist das Feft des Ehriftbaums und der Geschenke . . . Und am Osterfest schimmern die bunten Eier aus grünen Verstecken. So ist das Gesicht dieser Feste scharf geprägt. Aber Pfingsten . . . Was war uns Kindern und Jungen Pfingsten. Es war das Fest des Geistes. Aber sonst gab es da nur zwei Feiertage, an denen man nicht raufen durfte wie sonst. Aber sonst . . .? Wir konnten nichts rechtes damit anfangen. Auch ich nicht . . . Lange nicht, bis mir Pfingsten das Fest des Geistes wurde, wahrhaftig und lebenswahr wurde ... Bis es mir das Fest des Heimwehs und des Nachhaufekommens wurde. Das kam so:
Sechzehn Jahre war ich alt, und der Schule überdrüssig. Ist das seltsam, wenn einem sechzehnjährigen einmal die Schule überdrüssig wird . . .? Gewiß nicht Und so war denn bamal^-meine Schülermütze ins Feuer gewandert und ich — anstatt in die Schule, in die unbekannte, lockende Ferne. Während der Osterferien war es noch Wanderung, aber bann, am Tage, da in der Heimat wieder die Schule begann, wurde es Flucht Flucht--nach Amsterdam wollte ich, dort auf ein
Schiff, und dann hinaus in die Welt. Abenteuerliches Beginnen, Phantastereien — denken sie und lächeln nun, ich lächle auch. Aber damals war es mir ernst — todernst.
Nachts schlief ich im Freien, obschon es noch bitterkalt war. Aber ich mußte sparen. Und in den Städten
Blumen oder Fische. Allstündlich singen die Glockenspiele, luftig aber traurig. Man hört ihren Klang noch tief im Schlaf. Amsterdam — diese Stabt muß Zeit verschwenden an sie
ging ich ins Asyl. Dort fragte man damals weder nach Wohin und Woher. Und das war mir gerade recht. Man wittert in diesen Herbergen der Landstreicher schon die Luft der weiten Welt, den Hauch des Abenteuers. Und man lernt Lebensweisheiten dort: Daß man die Bettpfosten nachts in die Schuhe setzt, daß sie nicht gestohlen werden. Wie man es anfängt, daß man am Morgen doppelte Suppenration bekommt. Und so manches andere mehr. Drei Tage schlief ich in Köln im Asyl. Oefter durfte man nicht kommen. Dann hatte ich einen Wanderkameraden gefunden, der auch nach Amsterdam tippelte. Fünf Tage fpäier gingen wir nachts über die Grenze. Nun hatte ich Ruhe, da die Grenze zwischen mir und der Heimat lag.
Und nach einer Woche in Amsterdam . . . Amsterdam — ein Paradies für Landstreicher. Man kann darin verschwinden, ohne je gefunden zu werden. Hoch- gieblige Häuser aus blinkenden Klinkern gebaut, spiegeln sich in den Grachten. Uralte Fachwerkbauten stehen auf Pfählen über sumpfigem Grund. Langsam treiben bunt bemalte Schiffe vorüber — und ihre Fracht sind
Heimweh am Pfingsttag
Don Paul A. Schmitz.
Wasche, was im Kot verdirbt, Netze, was in Dürrnis stirbt, Heile, was in Wunden schreit."
Wir wissen es ja: „Ohne Zuspruch deines Lichts, — Ist der Mensch ein hohles Nichts". Leben spendet
Zeit verschwenden ...
andere hatte zwar große Töne geredet, daß er mich auf ein Schiff bringen würde. Aber daraus wurde nun nichts. Mir war das schon recht. Denn ich hatte noch
dieses Licht aber nur, weil es Wärm« ist. Der Heilige Geist ist der Geist der Liebe. Franz Werfel bekennt aus der Not unserer Tage: So lange
„wie unterm letzten Hemde noch die Schattengreise im Spital sich hassen bis zum letzten Mal und jeder, eh' er westwärts mündet, allein sein Abendlich! entzündet, so sind wir eitel eingespannt und hocken bös an unferm Rand und morden uns an jedem Tisch . .
Eh' wir uns nicht von uns selber befreien, werden wir nicht erlöst. Das hört Friedrich Rückert aus „Der Nachtigall Pfingstgesang": „das Evangelium, auf Früh- lingsau'n geschrieben, — Daß Er uns lieben will darum, — Wenn wir einander lieben". Wir lieben eben Gott — nach feinem eigenen Wort — nicht besser denn in unferm Mitmenschen:
„Wer liebend sich ans Nächste hält. Und will nur das gewinnen, Umfaßt darin die ganze Welt, Und Gott ist mitten drinnen."
In diesem eigentlichen Pfingsterlebnis hört Gertrud oon le Fort die „Stimme" sprechen:
„Jubel ist mein Name, und Frohlocken ist mein Antlitz; ich bin wie eine junge Flur in Kränzen der Morgenröte!
Ich bin wie eine liebliche Schalmei auf den Hügeln! Höret mich, ihr schwellenden Täler, chöret mich ihr wogenden Wiesen, höret mich, ihr seligen Wälder! Denn ich bin nicht mehr einsam unter eurem Prangen, ich bin eure Schwester und Verwandte geworden: Grüße mich, mein holdes Gleichnis, Erde, die der Herr erfüllt."
tt. 119
Pfingsten.
lief im grünen Frühllngshag
Durch die alten Rüstern
Wandelt lerf an diesem Tag
Wundersames Flüstern.
Jedes Blättlern spricht: „Gott grüß.
Zu dem Blatt daneben, Alles atmet tief und süß tzeil'ges Friedensleben.
Und wie Blüi' und Blatt am Strauch
Still sich wiegt im Glanze, Wiegt sich meine Seel' im Hauch, Der durchströmt das Ganze.
Emanuel G e i b e L
Pfingsten im Liede.
Don Dr. Paul I. von Sone.
„Pfingsten is komme,
Da sreun sich Alt und Junge."
5o beginnt ein uraltes Lied zur Feier des „lieblich- «m Festes", der „Hochzeit des Frühlings". Pfingsten, gönne Blühen, das war zu aller Zeit für deuftches «mpfinben dasselbe; an Pfingsten jubelt die Frühlings- fteuhe am höchsten auf. Wie der letzte Zugvogel im Egj ^r Pirol, als „Pfingstvogel" gilt und die Päonie, du 'im Mai blüht, als „Pfingstrose", so ist Pfingsten, «nn die Wunderpracht der Natur sich am herrlichsten entfaltet, das rechte Maifest wie zu Anfang des Volks- tpos von „Reinicke de Voß":
„It geschah up einen Pinxtendach, Dai men de Wolde unde Velde sah Grone stan mit Los unde Gras und mannich Vogel srolik was Mit Sange in Hagen und op Bornen . . ."
Fiir unsere naturnahen Vorfahren war aber dies kör- »xchasie Erlebnis der grünenden und blühenden Pracht der Natur nach des Winters Starre mehr als nur natürlicher Vorgang: Wenn ums Jahr 1250 ein deutscher Sänger am Niederrhein betete:
„Nach des Nordwinds wildem Fauchen
Laß durch unfern Garten hauchen, Himmelssüd, dein lindes Wehn!"
oder wenn die Bauern am Pfingsttnorgen über ihre Aek- fer schreiten, sprechen: „Wo der Geist der Pfingsten weht, te fällt die Freude hin" — dann spüren wir, daß sie in diesem „lieblichen Fest" sinnbildlich das Geheimnis des göttlichen Schöpferwirkens spüren, so, wie heute Gertrud von le Fort:
„Er ist über mich gekommen, wie das Knospen übet den Strauch kommt, er ist in mir aufgebrochen wie Rosen an den Hecken.
Ich blähe im Rotdorn seiner Liebe, ich blühe an allen meinen Zweigen im Purpur seiner Gaben. Ich blähe mit feurigen Zungen, ich blühe mit flammendem Vollbringen: Ich blühe aus dem heil'gen Geist des Herrn."
Diese Dichterin erlebt das Pfingstfest nicht bloß als eines bet Sonne, wie Adolf von Hatzfeld:
„Und um die Mittagsstille da geschahs,
Als ich verzückt im grünen Grafe saß, Da fing mit brausendem Gesang Und aller Wälder Drgeltlang
In meiner Seele die Natur zu fingen an .
Ich hörte wie die Säfte in die Gräser stiegen,
Den Vogel hoch im Aecher fühlte ich sich wiegen, Und aus der Felder sommerlichen Stillen
Ertönte hell der Lobgesang der ©rillen . . .
Ich lag und sang, des Weltalls Bälge tretend, Verliebt, gegeigt, ansingend und anbetend
Der Mann vom Meer.
Don Julius Regis.
15] -----------
VI,
Ein grünlicher Schein blinkte unterm Motorboot, Luftblasen stiegen auf, und der Meermann erhob sich aus d°r liefe. Mit schleppenden Schritten kam der Taucher herauf, setzte sich am Schuppen nieder und deutete auf I°'nen Helm.
Der Mulatte befreite ihn davon.
-Zch hatte recht," sagte Colt. „Das Wrack liegt im Granittor."
Drakenborch ließ seine Zigarette fallen. „Und du warst an Bord?" flüsterte er atemlos.
„Nein. Es bat sich gespalten, und das Deck ist ein» 9cftilen. Um etwas ausrichten zu können, brauche ich Brecheisen und Axt. Wie lange war ich unten?"
. „Eine Stunde . . ." Der Kubaner stotterte vor Hab- S'rr und Eifer.
„Du gehst doch gleich wieder hin, was? Poleon, gib ’bm eine Axt und ein Brecheisen!"
«Nein, nimm mir den Kram ab. Für heute habe genug."
"Was! Du willst nicht wieder hin?"
„Der Teufel soll mich holen, wenn ichs tue," sagte „Denkst du, daß ich da unten gelustwandelt bin Blumen gepflückt habe? Ich bin müde."
„Aber die andern? Sie werden uns zuvorkommen." „Das bezweifle ich."
„Bist du sicher, daß es Vriesmans Schiff ist?"
„Etwas Geschriebenes stand nicht dran, aber es ist """bestens ein paar Jahrhunderte alt."
. „Könntest du dich nicht ausruhen und bann nach ""en Versuch machen?"
„Begnüge dich damit, daß ich das Wrack gefunden be. Gbh zu Bett und träume davon! Ich habe andere a$ctl zu bedenken."
Der Mulatte befreite ihn von dem Tauchapparat, rrwahrte afles im Schuppen, schloß ihn zu und folgte : n beiden zum Hause hinaus.
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hier irgend etwas Besonderes vor-
Märta blaß und
fenbar bedrückt, und
Wrack weder Szene
der zweiten, war Der Tisch buch-
es in
ich
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ja nicht ahnen, daß geht."
mir überlegte, er könnte Fragen stellen, die schwer beantworten wären."
„Und ich? Willst du mich nicht mitnehmen?"
Wallion: „Uebrigens, im Gegensatz zu die erste Seance nicht bloßer Unfug, studierte doch die Silbe Del?"
„Ah — Delplace?" rief Erik aus.
da werde ich mich feierlich verabschieden. Sie werden uns von Hamra aus beobachten und annehmen, daß ich endgültig abreife. Heute abend zwischen zehn und elf komme ich bann wieder. Und laß die Leute auf Hamra
„Ja, und die Silbe beunruhigte unsere Freunde ungemein. So etwas fann beim Tischrücken vorkommen: Colt konnte innerlich nicht von dem Namen Delplace loskommen, und so brach er sich gegen seinen Willen Bahn. Aber das wird wohl das einzige Echte an dem Gaukelspiel gewesen sein. Doch lassen Sie uns jetzt auf möglichst offizielle Weise Abschied nehmen!"
Er sagte Märta mit größter Artigkeit Lebewohl und schüttelte Erik bann mehrmals bie Hanb.
„Sehen Sie nicht hin", bemerkte er lächelnb. „Freunb Drakenborch steht auf ber Brücke und genießt bas Schauspiel"
Wie ein Pfeil sckok bas Rennboot von bannen.
Wallion unb Erik warteten bis alles still war, bevor sie aufffanben.
„Eine unbequeme, aber lohnenbe Abendstunbe," sagte
er noch Drakenborch fein, ber ben letzten Akt setzt. Laß uns nun vorher ein wenig ruhen."
Erik segelt burchs Granittor.
I.
zuvor erwartet unb ihren Bericht entgegengenommen, aber für ben alten Herrn bedeutete er eine vollkommene Ueberraschung. Er war geradezu sprachlos, und dabei saß Wallion ihm so ruhig gegenüber.
„Erik, wir müssen Seburg sofort sagen, daß er den Prahm hinbringt," rief er seinem Sohn entgegen. Es handelt sich um Minuten. Womöglich ist Colt schon da!"
„Wenn Sie Vertrauen zu mir haben ,so möchte ich bitten, noch einige Stunden damit zu warten," sagte Wallion. „Es gibt gute Gründe dafür, die Leute auf Hamra eben jetzt nicht durch so etwas zu beunruhigen. Wenn sie den Prahm nach dem Granittor steuern sehen, ist es unberechenbar, was das zur Folge haben kann. Es genügt, wenn der Schuppen, wo Colt sein Taucherzeug verwahrt, beobachtet wird. Man braucht ja sogar nur zu beobachten, ob verräterische Blasen aus dem Wasser aufsteigen."
„Wie schlau er sich die Sage ovm Meermann zunutze gemacht hat!" bemerkte Erik.
„Ja, und bei der Sitzung in der Kajüte hat er sicherlich damit gerechnet, daß der Meermann auftrat," meinte Wallion. „Sie mußten ja dadurch in Ihrem Glauben an den Spiritismus bestärkt werden, Herr Reynold."
„Aber — jene Gestalt im Wasser? Coll saß doch mit uns am Tisch!" wandte Reynold ein.
„Freilich! Aber der Mulatte nicht. Der trat als Vriesmans Geist auf, und alles war genau auf die Minute ausgerechnet. Als der Tisch gegen die Wand geschleudert wurde, stieß der Mulatte oerabrebeterroeife leinen aellenden Schrei aus."
„Herrgott, wie einfach klingt bas unb war dennoch alles nur Spiegelfechterei!"
Wallion gab Erik einen Wink und verlieh bas Zimmer.
„Ich muß zur rechten Zeit am Telephon fein unb fahre baher jetzt ab," sagte der draußen. „Sorge dafür, daß Seburg scharfen Ausguck hält. Du kannst ihm ja im Vertrauen mitteilen, daß sie ans Wrack heran wollen und Cott eine Tauchertracht besitzt. Eigentlich wollte ich deinem Vater sagen, daß Colt morgen verhaftet werden wird, tat es bann aber bach nicht, weil
ber Journalist unb reckte bie Arme. „Cott hat bas vor uns erreicht, aber unglücklicherweise wirb
Als bie drei zum Strand hinuntergingen — Erik, of» besorgt —, sagte
Am Sonntag saßen Reynold und Wallion eifrig dend in der Bibliothek, als Erik kurz nach sieben her- unterkam. Märta hatte bie beiben Spione am Abenb
Der Journalist dachte einen Augenblick nach. „Nein, wird besser fein, daß du hier bleibst. Du kannst mit deiner Kusine mit mir zur Brücke hinabgehen, und
II.
Seburg war höchst verwundert über Eriks vertrauliche Mitteilung. „Na, ich werde die Augen schon offen- hatten", sagte er. „Und eine amerikanische Taucher- tracht hat der Kerl? Aber lieber würde ich Iohnsohn so- fort in dem Granittor niedergehen lassen."
Wallion hatte jedoch gesagt, zwischen zehn unb zwölf Uhr. Und jetzt war es erst acht. Also noch zwei Stun- ben unerträglicher Gespanntheit! Unruhig wanderte Erik hin unb her, als ihm plötzlich sein Segelboot ein- fiel. Ja, auf bie Art würde bie Zeit schneller vergehen, unb in Hamra würden sie überdies denken, daß alles in Ordnung sei, wenn sie ihn vvrübersegeln sahen.
Der Wind blies noch nach Osten, und bie Sonne leuchtete am blauen Himmel. Erik kreuzte burch ben Sunb. Als er an Hamra vorüber kam, stand ber Mulatte neben ber Garage unter ben Bäumen unb beobachtete ihn. Nach einer Stunbe hatte er bie äußeren Klippen erreicht unb legte dort in Lee ber rauhen Fels- blocke an, bie so vielen Schissen zum Verberben ge- worden waren. An dieser Stelle war auch das „Reichsschiff" gestrandet, dessen Kajüte auf Jägaro stand.
Er badete, streckte sich auf einem Sandhügel aus unb starrte zu ben jetzt herantreibenden Wolken empor. Dann zog er sich an und sah nach der Uhr. Halb zehn! Bei diesem Wind mußte er in knapp zwanzig Minuten zurück sein.
Plötzlich vernahm er ein bekanntes Geräusch. Ein Steven glitt hinter den Klippen hervor — ein Motorboot. — Jetzt lag es still, und ein Mann lehnte sich mit untergeschlagenen Armen auf den Bootsranb.
Es war Colt.
„Was machst du hier?" fragte Cott kühl.
„Welch eine Überflüssige Frage bei so herrlichem Se- gelmetter!" entgegnete Erik gelassen, obwohl er sofort erriet, daß man ihn unablässig beobachtete unb seine Segelfahrt auf Hamra eine ganz anbere Wirkung aus- geübt haben mußte, als er gebucht hatte.
Cott starrte ihn mwerroanbt mit seinen schwarzen Augen an. „Du .angweilst bich wohl, nachdem ber fAarffmniae Dr. Maurin aboereift ift w?<- Timf.nhnr*