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der immergöttlichen Liebe, her Liebesjubel, die Umarmung und Einheit von Vater und Sohn al­lem kann das Entzweite einen, das Zerstreute sammeln, das Streitende versöhnen. Er allein kann das Ideal verwirklichen, das Paulus als Im­perativ des christlichen Lebens aufstellt, daß näm­lich der objektiven Geistmitteilung entsprechen muß die subjektive Eeistaufnahme, daß die Gabe der göttlichen Liebe sich umsetzen und fruchtbar werden muß im Geiste der Liebe gegen die Brüder, im mächtigen Aufbruch des neuen Geistes in allen cbristlichen Klassen und Ständen. Besonders die Mühseligen und Beladenen, die Gedrückten und Enterbten, die Verstoßenen und Zertretenen brau­chen heute den lebendigen Anschauungs- und Tat­beweis, daß das Christentum nicht die Religion der schönen Worte über die Liebe, sondern der schönen Großtaten der Liebe ist. daß auch von den Christen des 20. Jahrhunderts das Wort gilt: non magna loquimur sed magna vivimus, keine großsprecherischen Worte, sondern hochsinniges, großmütiges Leben und Wirken, damit die' miß­trauische verbitterte Masse rmeder Olouben fasse an ein lauteres Wollen und Lieben. '

Und die Beladenen und Gedrückten selbst beson­ders unsere Erwerbs- und Arbeitslosen, die sich im starken Glauben nicht unterkriegen lassen, mö­gen, mit der Kraft aus der Höhe gegürtet, zeigen und berochen, daß die Religion nicht Opium für das Volk, sonderndie heldenmäßige Form des Daseins". Nur in der Kraft und Gnade des hl. Geistes, die einen Paulus zu dem sieghaften heiligen Trutzwort begeisterte:Ich vermag alles in dem, der mich stärkt" (Phil. 4, 13),in der Schwachheit kommt die Kraft zur Vollendung" (2. Korr., 12, 9), die ihn aufjubeln läßt inmitten aller Trübsal, kann die christliche Arbeiterschaft die see­lische urtb wirtschaftliche Prüfung der Arbeitslosig­keit sittlich meistern und bestehen.» Joos schrieb in diesen Tagen voll heiliger Ergriffenheit und Freude:Es gibt ein gläubiges Arbeitervolk! Seine Lebenssäfte steigen, seine Energien wachsen, sein Glaube ist bewundernswert, seine Opferkraft vorbildlich. Ungebrochen und zuversichtlich geht dieses Arbeitervolk seinen Weg durch die Wirrnisse von heute. Die radikalen lDellenbewegungen er- reir in es nicht mehr, oder prallen an ihm ab., Au dieses Werkvolk können Staat und Kirche sich verlassen, und alle positiven Kräfte können da an­knüpfen. Das gläubige Arbeitervolk ist Eckstein, Widerstand gegen inneren Zerfall. Es tragt und hält, bis die verantwortungsbewußten. Gestalten neue und weitere Lebensgrundlagen für unser Volk erarbeitet haben." Diese Worte sind, soweit sie zutreffen, ebensoviele Tatbeweise, daß die Finnkraft des hl. Geistes, daß die Gabe des Pfingstfestes auch im 20. Jahrhundert noch mäch­tig genug ist, das Antlitz der Erde zu erneuern:

katholische wett.

Pater Emil Franck. $. 3. Am 8. Mai wurde in Bilchingen der verdiente S p i r i t u a l der Barmherzigen Brüder, Pater Emil Franck, aus dem Jesuitenorden, zu Grabe getragen. Pater Franck, der nur 51 Jahre alt geworden ist, war ein begeisterter Missionar, dessen Ruf durch ganz Deutschland, die Schweiz und Luxemburg ge­gangen ist. In Berlin, Essen, Trier, Danzig usw. hatte er lange seinen Standort. Während 17 Jahre reiste er von Stadt zu Stadt, das Wort Gottes zu predigen.

Musik und Gesang.

rNufikpädagogische Tagung in Marburg. In der Aula der Marburger Universität wurde Dienstag oor- msttag die Musikpadagogische Tagung, die vom Zentral- instltut für Erziehung und Unterricht zusammen mit dem Verein der blinden Akademiker und dem Reichsdeutschen Blmdenverbänd in dieser Woche veranstaltet wird, er­öffnet. Nach der Begrüßungsansprache des Rektors Ge­heimrat Verse gab Oberbürgermeister Müller als Ver­treter,der Stadt Marburg der Hoffnung Ausdruck, daß die Harmonie der Musik die gestörte Harmonie unserer Seelen wieder Herstellen möge. Ministerialrat Kesten- berg als Vertreter des Kultusministeriums erklärte den Sinn der Tagung, die der Vertiefung und Klärung musikpädagogischer Fragen innerhalb der Fachwelt dienen wolle, aber auch die Aufmerksamkeit breitester Schichten auf die Bedeutung der Musikerziehung lenken solle. Dr. Mittelsten-Scheid sprach von den ganz besonderen Pro­blemen, die den Blinden gestellt seien. Hierauf folgten zwei großangelegten Referate von Oberschulrat Dr. Deiters-Kassel, der- überDie Aufgaben der Kunst­erziehung unserer Zett" sprach, und von Ministerialrat Kestenbeg. ___________

Zum Vorfall bei derDeutschland"-Taufe.

Ein ähnlicher Vorgang bei der Enthüllung des Riederwalddenkmals.

Während der Taufrede des Reichskanzlers bei der Taufe des Panzerschiffes ^Deutschland" setzte -sich be­kanntlich vor Beendigung der Rede das Panzerschiff durch falsch verstandene Kommandos in Bewegung und glitt vorzeitig ins Wasser, sodaß de Reichskanzler seine Rede nicht vollständig zu Ende führen konnte und sie abrundete, um dem Reichspräsidenten noch das Wort für den Taufspruch zu überlassen. An ein ähnliches Vor­kommnis sei erinnert: Am 28. September 1883 fand die feierliche Enthüllung des Nationaldenkmals auf dem Niederwald statt und das Fußartillerie-Regiment Gene- ralfeldzeugmeister in Mainz sollte dabei die Saluts abfeuern. Nach einem sorgfältig vorbereiteten Programm sollte das vom linken Rheinufer bei Bingen aus in dem Augenblick geschehen, wo die Verhüllung der am Sockel des Denkmals angebrachten großen Reliefs nach einge­holter Geitehmigung Kaiser Wilhelms I. fallen würde. Ein nicht vorauszusehender Zwischenfall führte hierin jedoch eine Aenderung herbei. Während nämlich der Kaiser noch in längerer Rede auf die Ansprache des Oberpräsidenten der Provinz Hessen-Nassau, Gras Eulen­burg, antwortete, erhob sich plötzlich eine W ir b e Ist u r m, der mit elementarer Gewalt die Hülle zerriß und die zerfetzten Tücher., in die Luft entführte. Der Kommandeur des Artillerie-Regiments, Oberstleut­nant Berendt, hielt diesen Moment für den programm­mäßig gegebenen und gab das Kommando zum Sa lut. In den Donner der Geschütze mischten sich die Böllerschüsse, die auf den Schiffen und rings um den Niederwald abgegeben wurden. Der ununterbrochen zur Höhe rollende Donner der Geschütze und Böller nötigte den greifen Kaiser, seine Stimme mehr und mehr zu verstärken, um sich der Festverfammlung verständlich zu machen.

Vooksunglück auf der Mosel.

Ein schweres Bootsunglück ereignete sich auf der Mosel in der Nähe der Bullayer-Brücke. Als ein beladener Sandkahn, auf dem sich drei Perso­nen, ein Vater mit seinen beiden Söhnen, befan­den, einem entgegenkommenden Moseldampfer ausweichen wollten, faßte der Kahn Wasser und sank. Die drei Personen sprangen ins Wasser und versuchten schwimmend das Ufer zu erreichen, wobei der Vater feinem 11jährigen Sohn, der nicht schwimmen konnte, behilflich war. Während der ältere Sohn mit Mühe und Not das Ufer erreichte, verließen den Vater plötzlich die Kräfte, sodaß er mit feinem Sohn in den Fluten versank.

kein Haus ohne,Fuldaer Zeitung'.

Die Wirtschaft der Woche.

Don Dr. A. Noll, Frankfurt a. M.

In den verschiedensten Teilen des Reiches werden neuerdings größere Kundgebungen abgehalten, die die Wichtigkeit einer Belebung des Bauge­werbe s für die gesamte Konjunkturgestaltung anzeigen und fordern. Diese Veranstaltungen sind einem einheit­lich gedachte Plan entsprungen und haben von vorne- herein ihre besondere Bedeutung deswegen, weil das Baugewerbe eine typische, ja eine der allerwichtigsten Schlüsselindustrien ist, eine Industrie, die den Schlüssel" zur Belebung eines sehr weiten darüber­hinausgreifenden Wirtschaftsgebietes in den Händen hat. An der Bedeutung der Bauwirtschaft für die Gesamt­wirtschaft ist nicht im geringsten zu zweifeln. Die Bau- wirtschast ernährt normal etwa 3 Millionen Beschäftigte, mit den Familien etwa 9 Millionen Menschen, also ein Siebtel des ganzen Volkes. Dem entspricht auch der An­teil bes Baumarktes an dem durchschnittlichen Volksein­kommen; der Baumarkt nimmt nämlich etwa ein Sechstel bis ein Siebentel des Volkseinkommens in Anspruch. 1928 waren es 9,1 Milliarden, 1928 8,2 Milliarden. Die Rückwirkung auf den Arbeitsmarkt ist gerade im Baugewerbe besonders stark, weil nahezu zwei Drittel der aufgewendeten Mittel sich in Löhne und Gehälter umsetzen. Und schließlich nimmt das Baugewerbe volkswirtschaftlich deshalb eine wichtige Stellung ein, weil die für die Bauwirtschaft gebrauchten R o h st o.f f e fast ausschließlich aus dem Inland stammen, der gesamte Umsatz dieses Wirtschaftsgebietes also fast restlos der eigenen Volkswirtschaft zugutekommt.

Die Kapitalaufwendungen für die Bauwirt­schaft sind im Jahre 1929 von 8,2 auf 6,8 Milliarden Mk. zurückgegangen, im laufenden Jahre ist ein weiterer starker Rückgang eingetreten mit der Wirkung, daß Ende März fast 75 Prozent der dem Baugewerbe angehören­den Arbeiter ohne Beschäftigung waren. Das bedeutet gleichzeitig eine Benachteiligung der Handwerksbetriebe, da 80 Prozent der rund 250 000 Betriebe des eigentlichen Baugewerbes Handwerksbetriebe sind. Der Gedanke, das Baugewerbe anzukurbeln und von hier au^ eine Rückstrahlung auf die Gesamtwirtschaft zu er­warten, liegt also als: eine Selbstverständlichkeit nahe. An Vorschlägen im einzelnen fehlt es nicht, und sowohl die Braunskommission wie das internationale Arbeitsamt haben dem Gedanken einer Belebung der Wirtschaft durch große Bauausführungen eine besondere Beachtung geschenkt. Aber die gemachten Vorschläge können nur zu einem Teil Anspruch auf Verwirk­lichung erheben, da sie entweder zur Zeit unmög­liche Kapitalbeschaffungen voraussetzen oder aber, wie im besonderen die Vorschläge der Nächstinteres­sierten, auf sozialen und politischen Voraussetzungen auf­gebaut sind, die eine Durchführung in kurzer Zeit nicht zulassen.

Die Hauptfrage ist und bleibt, wie die Kapi­talien zu beschaffen sind, die für eine Ankurbelung der Bauwirtschaft notwendig wären. Ohne Zweifel müßte es sich um sehr erhebliche Beträge handeln, da nur sie, eine fühlbare Verminderung der Arbeitslosigkeit nach sich ziehen könnten. Ist die Frage einer Heranziehung von Auslandskapital für die Bauwirtschaft ohnehin recht umstritten, so dürfte sie sich praktisch durch Ne der­zeitige geringe Bereitwilligkeit des Weltkapitalmarktes zu Kapitalausleihungen nach Deutschland von selbst be­antworten. 'Es bleibt schließlich auch nur im Wesent­lichen der Rückgriff auf die im Inland vorhandenen, wenngleich spärlichen Kapitalguellen. Pläne, die aber auf der Beseitigung der Hauszins st euer aufbauen, sind deswegen undurchführbar, weil die Hauszinssteuer zu einem erheblichen Teile dem allgemeinen Finanz­bedarf dient. So notwendig und dringlich eine Beseiti­gung dieses Zustandes ist, so würde doch ein unmittel­barer Ausfall dieser Einnahmen bei den öffentlichen Fi­nanzen unerträglich sein. Für eine baldige Zuführung von Kapitalien in die Bauwirtschaft muß daher dieser Teil der Hauszinssteuer ausscheiden.

Unmittelbar verfügbar bleibt zunächst der in den Wohnungsbau zurückfließende Teil der Hauszins- fteyer. Er ist weitaus ungenügend. Aber es ist wohl anzuerkennen, daß die bisherige Verwendung für den Neuwohnungsbau einer weitgehenden Aenderung be­darf, da inzwischen das Altwohnungsproblem eine ganz besondere Dringlichkeit gewonnen hat. Es gibt in Deutschland 10 Mill. Altwohnungen und etwa 1.2 Mill. Neubauwohnungen. Der in den Altwohnungen festgelegte gewaltige Kapitalteil ist doppelt gefährdet, ein­mal, weil die Unterhaltung der Häuser bei der verschlech­terten Lage der Hausbesitzer mehr und mehr vernach- lässigt und damit der bauliche Zustand verschlechtert wird, und weil zweitens die Leerung von Wohnungen, .besonders von großen, einen so ungeahnten Umfang an­genommen hat, daß tatsächlich ein großer Teil der Häu­ser dadurch schon völlig entwertet worden ist. Wurde noch vor verhältnismäßig kurzer Zeit der Umbau von großen Altwohnungen als unwirtschaftlich und auch technisch schwer durchführbar bezeichnet, so kann heute kein Zweifel mehr bestehen, daß das Altwohnungs­problem in großzügiger Weise, selbst auf Kosten des Neubaues, in Angriff genommen werden muß, sollen nicht außerordentliche Kapitalien vernichtet werden und damit auch steuerliche Erträgnisse verschiedenster Art fort­fallen. Im übrigen ist der derzeitige Zustand der Haus- zinssteuer insofern ein Unrecht geworden, als der be­reits in großem Umfang entwertete Hausbesitz (gute Wohnhäuser in bester Wohnlage hasten heute noch nur etwa ein Drittel ihres Friedenswertes) die Mittel für die Neubauwohnungen aufbringen muß, während die eigenen Häuser verfallen. Wird durch die Notwendigkeit einer oerftärtten Berücksichtigung des Altwohnungsbaus auch Beschüftigungsmöglichkelt besonders für den Hand­werksstand geschaffen, so werden die dafür etwa dem Hauszinssteueraufkommen entnommenen Gelder an an­derer Stelle fehlen, in erster Linie dem Neuwohnungs­bau. Allerdings scheint neben der Drosselung im Neu- wohnungsbau auch eine weitere Umgestaltung erforder­lich, vor allem ist wohl der Kleinstwohnungsbau keines­

wegs die einzige Lösung der Wohnungsbeschaffung für Minderbemittelte, zumal er den schwerwiegenden Nach- teil einer Erschwerung des Familienzuwachses hat. Auf- der anderen Seite wird sich'der Prozeß der Leerung der großen und teuren Wohnungen verstärkt fort­setzen. So ergibt sich, daß der Wohnungsbau zwar sehr dringliche Aufgaben stellt, daß es sich aber bei der Beschaffung der erforderlichen Kapitalien nur um eine anderweitige Verwendung von Geldern handeln kann, die ohnehin der Bauwirtschast zufließen.

Die Erstellung großer wirtschaftlicher Anlagen wie Elektrizitäts- und Gasleitungen bleibt ab­hängig von der Kapitalbeschaffung im Ausland. Diese kann aber zur Zeit zu keinem Zinsfuß erfolgen, mit dem die Errichtung solcher Anlagen verantwortet werden könnte, und es ist daher für absehbare Zeit keine Mög­lichkeit zu sehen, daß nach dieser Richtung hin eine groß­zügige Vermehrung der Bautätigkeit vorgenommen wer­den könnte. Der Sanalb au scheidet gleichfalls aus, was auch schon seitens der Regierung besonders betont worden ist.

Für eine zusätzliche Arbeitsbeschaffung in der Bau­wirtschaft bliebe daher im wesentlichen der Straßen­bau. Auch hier stellen sich die größten Schwierigkeiten entgegen. Aber andererseits gibt es einige günstigere Voraussetzungen: der Straßenbau, der bei dem Zustand unseres Verkehrssystems ohnehin dringlich ist, käme mit am ersten für eine freiwillige Dienstpflicht in Frage. Weiterhin wäre ein Teil der Materialien dadurch zu be- Men, daß die absatzhungrigen Industrien dieselben

em Kreditwege zur Verfügung stellten; und schließ­lich würde der Bau von Verkehrswegen die Möglichkeit bieten, entweder durch Erhebung einer Benutzungsgebühr ober durch einen kleinen Zuschlag zur Benzinsteuer einen gewissen Ertrag zu erzielen. Alles in allem aber ist die Möglichkeit, von der B a u w i r t s ch a s t her die Wirtschaft anzukurbeln, ziemlich gering.

Internationaler Vörsenüberblick

An der N e w y o r k e r Börse geht der Liqui - dationsprozeß weiter. Wie lange er noch anhält, ist nicht abzusehen. Aber sicher wird dann die Abwärts­bewegung eine Unterbrechung erfahren, wenn die Börse zu der Erkenntnis kommt, daß ihre gegenwärtige panik­artige Interpretierung der augenblicklichen Baissewelle übertrieben ist. Es ist ohne Frage, daß sich die New- yorker Börse in dieser Zeit bemüht, mit den lieb erretten aus der Hochinflation aufzuräumen, aber solange wird von keinem grundsätzlichen Tendenzwechsel gesprochen werden können, als nicht nachhaltige Anzeichen einer de­finitiven Wirtschaftsbesserung sich einstellen.

An der Londoner Börse stehen im Vordergrund die Erörterungen über das schon vor längerer Zeit ge­nannte Konversionsprojekt für die noch in Hohe von 2 Milliarden Pfund umlaufende 5prozentige Kriegsan­leihe. Man nimmt an, daß in nächster Zeit schon eine offizielle Erklärung über die Modalitäten eines derar­tigen Umtausches abgegeben wird. Das führte bereits zur größeren Abgabe von Kriegsanleihen und zur Ver­stärkung der Nachfrage für andere Festverzinsliche, deren Kurse leicht anzogen. Die ausländischen Anleihen aber sind ausnahmslos geschwächt. Besonders Österreichische Anleihen litten fühlbar unter den Einwirkungen der Vorgänge bei der Kreditanstalt, auch deutsche Anleihen waren in diesem Zusammenhang stärker offeriert. Fer­ner ging der Kurs der Young-Anleihe erstmals unter 78 Prozent zurück, ebenso wurde die Dawes-Anleihe zeitweise um mehr als 1 Prozent niedriger gehandelt. Immerhin bahnt sich für deutsche und österreichische Werte eine leichte Erholung an. Die rückläufige Be­wegung an den Aktienmärkten schien vorübergehend zum Stillstand gekommen zu fein. Doch der Umschwung folgte bald, und die überall vorherrschende Unsicherheit bewirkte einen neuen Kursstand der bedeutendsten englischen Jn- dustriewerte.

In Paris ist das Aktiengefchäft zur Zeit sehr flau, während nach wie vor am Geldmarkt Uederfluß herrscht, für den jedoch die Anlagemöglichkeiten fehlen.

Wirtfchafisprobleme in der BIZ.

Es ist eigentlich die Hauptaufgabe des Verwaltungs­rates der Bank für Internationale Zah­lungen in Bafel, die schwebenden' großen Wirt­schaftsprobleme zu erörtern, Vorschläge zu machen für eine bessere Kapitalverteilung in der Welt­wirtschaft, die Kreditfragen zu einer praktischen Lösung zu bringen. Wir hatten das auch von der Mai- tagung des Verwaltungsrates der BIZ. erwartet. Aber diese Tagung stand sehr stark unter dem Einfluß der weltpolitischen Lage, besonders der äußerst gespannten Verhältnisse in der europäischen Politik. Dazu kam dann noch die Genfer Völkerbundstagung, die statt Ruhe eine noch größere Nervosität verursacht hat.

Aus diesen Gründen wohl hat es bas rein wirtschaft­lich eingestellte Gremium der BIZ. vermieden, zu den von uns genannten Problemen öffentlich Stellung zu nehmen. Man darf aber immerhin annehmen, daß in den ver­traulichen Besprechungen sicherlich auch andere Entschei­dungen gefällt wurden, die man erst zu einer besseren Zeit bekanntgeben will. Es ist überhaupt schwer, die Tätigkeit der BIZ. zu beurteilen, da die Verwaltungs­ratsmitglieder sich stets in strenges Geheimnis hüllen, auch der Presse nur das unbedingt Notwendige mitteilen.

Während noch in Washington ziemlich ausführlich über denNprman-Plan gesprochen wurde, will man in Basel davon überhaupt nichts wissen, sagt lediglich, daß es sich nur um Gedankengänge handelt, welche in inoffiziellen Besprechungen zwischen dem englischen Bank­gouverneur und einzelnen Verwaltungsratsmitgliedern der BIZ. erörtert worden seien. Es mag zutreffen, daß auf der jetzigen Maitagung das Norman-Projekt nicht

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Einsprüche dagegen sind innerhalb 2 Wochen, vom Tage der Ausgabe dieses Blattes ab gerechnet, an den Unterzeichneten schrifttlich in zwei Ausfertigungen einzu- reichen.

Zugleich wird zur mündlichen Erörterung der etwa er­hobenen Einsprüche Termin auf

Samstag, den 13. 3uni 1931 norm. S Ahr im Geschäftszimmer des Kretsausschusies (Zimmer Rr. 11) in Hünfeld anberaumt mit dem Bemerken, daß im Falle des Ausbleibens des Antragstellers oder der Wider­sprechenden gleichwohl mit der Erörterung der Einsprüche wird vorgegangen werden.

Hünfeld, den 19. Mai 1931.

Der Vorsitzende des Kreis-Ausschusses:

I. B. Le hm er.

Das Vergleichsverfahren über das Vermögen des Kauf­manns Rudolf keerl in Hilders, Inhabers der Firma Ludwig Keerl in Hilders, ist nach erfolgter Bestätigung des im Termin vom 6. Mai 1931 angenommenen Vergleichs aufgehoben.

Hilders, den 16. Mai 1931.

Amtsgericht.

Kokos

Linoleum

auf der Tagesordnung stand, obwohl Normcm Derte-a» anwesend war, ebenso wie der Gouverneur der Bon» England. Aber es wäre doch mehr als unolaubii* L0011 nicht hinter verschlossenen Türen der Norman-Mc-?^ verdiente Beachtung gefunden haben sollte Ni-» * wird die BIZ. nach erfolgter Bereinigung der vniiÄ^ Atmosphäre endlich der Außenwelt mittefien wie i; ^en zu den großen schwebenden Problemen stellt.'

uns alle Beschlüsse über Anleihen, was nützt einiUr®ett Staaten eine vorübergehende Hilfe, wenn man ni*. nen was die besondere Pflicht der BIZ. ist, die

übel an der Wurzel zu packen und jene Reformen hZ? führt und Maßnahmen beschließt, die der ßuu wirtschaft in Europa und der Welt auf die Berner1* sehen helfen und eine Gesundung ermöglichen r 9e*

Sapttal-Zusammenlegung bei Karstadt.

Herabsetzung de« Aktienkapitals im Verhältnis 3 p

Rach einer Meldung derVoss. Ztg." hat ber $or stand der Rudolf K a r st a d t A.-G. für die am 29 ftattfindende Bilanzsitzung einen Reorgnnisativnz. plan ausgestellt, der eine Zusammenlegung de, Aktienkapitals im Berhältnis 3 : 1 Vorsicht. Wie das Blatt weiter berichtet, ist beabsichtigt, einen wesentliche» Teil der Epa-Aktien, evtl, sogar die Mehrheit, zu Kr, kaufen. Als Interessent käme ein anderer Warenhaus» konzern in Frage. Darüber hinaus wolle Karstadt einige seiner Warenhäuser und Grundstücke realisieren, ©e, dacht sei weiter daran, das neue Berliner Verwaltung«, gchäude am Alexanderplatz zwar fertigzubauen, d» Karstadtverwaltung jchoch in die oberen Stockwerke de« Karstadtpalastes in Neukölln zu verlegen. Das neue Der. waltungsgebäude soll als Ganzes abgestoßen werden. In, Zuge des Rationalisierungsprozesses sei auch geplant, die restlichen Karstadt-Fabriken zu veräußern.

Fuldaer Schweinemarkt.

Fulda, 23. Mai. Zum heutigen Schweinemarkt waren 353 Ferkel aufgetrieben. Es kosteten Ferkel bis zu 6 Wochen 13 Rm., bis zu 8 Wochen 18 Rrn. und bi« 13 Wochen 23 Rm. Der Handel war schleppend; es ver­blich Ueberftani). .

Frankfurter Börse

28. «i

21.5.

21 6. 22 6.

102,4 133,«

86,0

«.»

62,4

54,»

66,1*

51,5

HL Mai

50,0 50,87

84,25

65,10

4,70

102,87

132,0

Geld

4,IS 58,35 168,52 20,40 16,46 80,89 41,16 21,96 112,30 112,82 112,43 12,42 68,92

84,25

65,12

4,60

102,26 122,5

101,25 92,0

101,5

101,25

88,25 135,75 144,5 138,0

84,0

Briet

4,20 58,47 168,86

20,44 16,44 81,05 42,24 22,00

112,65 112,54 112,65

12,44 59.04

9,0 87,60

58,0

23,0 61,5 120,75

85,5 82,0

«5,0 «3,0

54,0

158,5

67,0

Hapar Nordd. Lloyd

1C1.5 188,0 101,75 92,0

101,75 100,0

88,0 135,0 145,0 136,37

84,0

Geld

4,19 68,37 168,66 20,41 16,40 80,93 «1,46 21,97 112,37 112,3« 112,48 12,43 58.95

100,6

97,0

97,0

100,25

100,6

144,5

115,0

11,0

25,0

24,0

Mrti en dtsch. Trausp.- Anstalten

Caen. Strassenbahn 51,5

Berliner Devisenkurs,

Newyork Brüssel HoUand London Paris Schwein Spanien Italien Dänemark Norwegen Schweden Prag Wien

Fuldaer Buttermarkt.

Fulda, 23. Mai. Zum heutigen Buttermarkt bei zahlte man für das Pfund Landbutter 1,301,40 Rm. Beste Qualität über Notiz. Die Eier kosteten 6% bis j Pfg. pro Stück.

89,7»

57,0

24,0.

62,2»

120,0

Bankaktien

Commerzbank Danatbank Deutsche Bank D. EH. u. W. Bk. Diskonto-Ges. Dresdner Bank frankfurter Bank krankt. Hyp.-Bank Meininger nyp.-B*. Reichsbank Westbank t rankt

144,0

115,U

11,0

24,0

100,0

100,0

94,6

97,5

88,6

11,7p

38,0

78,0

22. Mai BriM

vom Frankfurter Schlachlviehmarkk.

Die abgelaufene Woche brachte bei den weiften Tier« gattungen nachgebende Preise. Auffallend ist jedoch dop starke Interesse, das sich an den Schweine« Märkten zeigte. Allerdings war der Austrieb in der Woche am Schweinemarkt stark erhöht und betrug 7 453 (6 727) Stück, worunter sich 260 Schweine aus Litauen befanden. Die erfreuliche Erscheinung am Schweinemarkt findet zum Teil ihre Erklärung Darin, daß infolge der gesunkenen Preise für Schweinefleisch der Verbrauch etwas zugenommen hat. Allerdings wirs die Entwicklung des Konsums nicht so ohne weitere« anhalten, denn mit der wärmeren Witterung geht be­kanntlich der Schweinefleischoerbrauch zurück. Die Tat­sache aber, das der Bestand an schlachtreifen Waren immer tnapper wird, läßt vielleicht dar­auf schließen, daß mit einer gewissen Dauer des augen­blicklichen Preisstandes zu rechnen ist. Vielleicht tritt sogar eine langsame geringe Erhöhung ein. Jedenfalls ist die ganz gleichmäßige Hebung der Schweine« preise in Deutschland in dieser Hinsicht zu be« werten. Besondere Nachfrage besteht nach wie vor nach dem leichteren Fleischschwein, wahrend Fettschweine weniger gut abzusetzen sind. Für Sauen besteht weiter Interesse, doch sind Nachfrage und Angebot unbedeutend. Die Preise konnten um über 1 RM. anziehen.

Am Großviehmarkt machte sich bei einem er­höhten Austrieb von 1559 (1187) Stück eine schwächer« Tendenz gellend, so daß sich teilweise Preisnachläsie er­gaben, da Käufer für die Ware nur schwer zu finden sind. Ochsen sind nach Zahl und Qualität weniger sicht­bar und lagen 1 RM. niedriger. Kühe waren gleichfalls stärker angeboten und gaben bis 2 RM. nach. Bullen lagen am Frankfurter Markte etwas freundlicher. An den Viehmärkten im Reich ist allgemein genommen bet Austrieb an Bullen jedoch viel zu groß. Außerordentlich groß mar angesichts der herannahenden Feiertage der Austrieb an Kälbern, er lag mit 2 644 Stück fast 1000 Stück über dem Auftrieb der Vorwoche. Neben den Feiertagen bewirkt auch die Spargelzeit und das art den Markt kommende Frischgemüse einen größeren Be­darf an Kalbfleisch in der nächsten Zeit, doch zeigt di« Preisentwicklung an den Märkten dieser Woche, daß bet Auftrieb viel zu hoch war. So lagen bereits zu Beginn ber Woche bie Preise 12 RM. nichtiger um gegen Ende ber Woche nochmals 45 RM. nachzugeben. Am Schaf- marft betrug ber Auftrieb 91 (140) Stück. Die Preis­entwicklung ist nach wie vor unerfreulich, ba bie nichtigen Flcilchmarkipteise auf biefe «Gattung einen drückenden Einfluß - ausüben. |

4,20 68,40

169,0

20,45

16,44

81.0» 41,55 22,01

112,6» 112,4» 118,70

12,45 59.07

Bold. Pfdbr. u. AnL

9«* Pr. Ldptbr. Aust.

GM. Pfbr. R. 19 100,5

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Gold.-Pfdb. R.XH1 100,25 9Wo f rkt Ptdb.-B.

Gold.-Pfdb. E.XV 100,5 8°rt>L.luKasa.GJLObl 80/3 L. Kr. Kass.

Gold-Pfdb. 26 H. 1 100,0 WeL.Kr.Kass.

Gold-Pfdbr. 26 R. 2 100,0 Wo L. Kr. Kass.

Gold-Ptdbr. 27 R 4 94,6 WoMein.Hyp.-B.

Gold-Pfdbr. KXVIH 99,75

Industrie-Aktien

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Bergwerks-Aktien

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Staatspapiere

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