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Beilage zur Fuldaer Zeitung

Maienwonne

Anastasius (Brün.

Mrlschalls-Vemluug der Laudfrau

Sonnlags-Spaziergang und Wochenend

und

Was kochen wir zu Pfingsten?

Serbelsuppe.

terosse für diese zeitgemäße Aufgabe.

SrSulerbutterschniklen.

ELIDA KÖNIGIN SEIFE

Gepökelte Rindszunge.

nämlich das

Das „heim'

nlchen,

Glocken.

Hingt? auch nachdem die Glock« schon längst

verstummt

sagen wird? in ihr

aufreißen

Das

Arbeit

Der 1. und der 15.

Wen wird

Dries muh

Hause, einen guten und wahlgemuteten Brief an die Mutter, die von meinem Verdienste lebt. Ich weiß nicht,

lecht die Nähmaschine, hat ein Grammophon.

Geräusche — Tag für Tag.

diesmal treffen?

Jeweils am Vortage schreibe ich einen

Wir kennen auf dem Lande schon lange die Wirt­schaftsberatung des Landwirts. Die schwere wirtschaft­liche Lage der Landwirtschaft stellt aber auch an die Landsrau immer höhere Anforderungen, zwingt sie ze- bieterisch, ihre Arbeit den Anforderungen der Volks»

In der Nachbarschafk wird seit einiger Zeit gebaut. An ein flaches, unbeachtetes Gebäude wird ein Hoch­gerüst angelehnt. Wenn sie zur Untergrund eilt, hört sie ein neues Geräusch, das Hämmern der Maurer.

ten Beinchen hinweg, und am Lagerplatz kann der Vater ein Weilchen ungestört sein gewohntes Schläfchen halten oder eben mal in die Sonntagszeitung hineinsehen; das kleine Puppenmütterchen genießt erhöht feine Natur­freude, weil es feinem Kind ebenso ein Blumenkränzchen ins Haar flechten kann, wie das die Mutter bei ihm selber besorgt; das ist doch das Schönste und Erholsamste am ganzen Familienausflug; dieses lange ruhige Lagern, bei dem alles Drängen und Hasten aufhört und jeder sich mit dem beschäftigen darf, wozu ihn seine Neigung treibt; das Kleinchen mit seiner Puppe, die Größeren schon mehr mit dem Beobachten von allerlei, was da kreucht und fleucht, und auch mit dem Sammeln von irgend etwas, wofür die Mutter ihnen das Auge öffnet.

„Ja, solch ein Ausflug ist ganz schön, aber es kostet eben doch allerhand, und die Hetze, bis man erst raus­kommt, da ist man schon müde, ehe man draußen ist? Die Kostenfrage: Sie kann freilich die ganze Erholung in Frage stellen, aber sie braucht es nicht; nur zwei altge­wohnte Bräuche muß man, der Not der Zeit gehorchend, opfern können: den besonders feinen Sonntagsaufschnitt

für die Butterbrote und Getränke im Gasthofgarten. Seinen „Bohnenkaffee* kann man sich „echter" und sehr viel preiswerter zubereiten daheim am, Samstagnachmitt­tag, an dem ja meist heute die Männer zu Haufe sind, und der eine kleine Besonderheit als „Wochenend'" haben darf. Der samstägliche Putz- und Scheuertag sollte wegen des frühzeitigen Arbeitsschlusses in der Industrie endgül­tig auf Samstag festgesetzt werden, denn das „Wochen­end" sollte möglichst alle Glieder der Familie vereint halten. Also am Samstag eine gemütlich häusliche Kaffee- stunde mit unseren Männern, und bann dieselben mit­

modischen Blumenbukett-Tapeten, delag, durchschnittenen Stuckdecken, Nachbarzimmer weiterlaufen. Tisch, Stuhl, als besondere Ausstattung Sekretär, ein rotes Plüschmöbel.

Der Mieter im Zinmier nebenan Er liebt Märsche und Jazz.

— Geräusche — Schlafen.

Für die Kerbelsuppe wird der möglichst frisch ge­pflückte Kerbel sauber verlesen, von allen harten Sten­geln befreit und fein gehackt, nachdem man ihn vorher sorgfältig möglichst unter fließendem Wasser gewaschen hat. Hieraus wird der Kerbel in Butter leicht angedün­stet, mit Mehl etwas angestaubt und hierauf mit Fleischbrühe ausgegossen. Die Suppe muß bann noch eine Viertelstunde auf dem warmen Herd ziehen und wird kurz vor dem Anrichten noch mit einem Ei ver­quirlt. Auch Sauerampfer, Äreffe, Petersilie, junger Löwenzahn und alle anderen Frühlingskräuter eignen sich vorzüglich zu dieser lenzlichen Suppe.

Weltwirtschaft anzupassen und ihre Betriebszweige Marktlage entsprechend umzustellen. Steigerung Rentcchilität durch neuzeitliche Arbeitsmethoden ist für die Landfrau unbedingtes Erfordernis der

fen, eine eigene und reiche Welt — auch n auch ohne fünf Zimmer.

Für die pfingstliche Tafel wird man in erster Linie solche Gerichte bevorzugen, die der Frühling uns bringt. Also junge Gemüse, Salate usw. Die nachstehenden Rezepte sollen der Hausfrau eine Anregung sein. Sie können natürlich auch im Laufe des Jahres Verwen­dung finden.

Was er ihr wohl wird?

brotpapier gewickelt — im Aluminiumbecher unterge­bracht war. Das preiswerteste Getränk ist der schon oft genannte kalte Tee in der Feldflasche, doch auch ein Glas Milch gegen Abend in der Melkzeit auf jedem Bauernhof meist erhältlich, schwächt insofern unsere Kasse nicht so sehr, weil der Sättigungswert der Milch uns weniger Butterbrote machen läßt.

„Hetze" gibt es nicht, wenn die Rucksäcke am Samstag­abend gepackt sind (Butter in der Dose mitnehmen, weil sie sonst zu sehr einzieht) und wenn nach der Frühmesse und dem Kaffeetrinken am Sonntagmorgen jeder mithilst. Und das Schönste für die Hausfrau: Nicht nur, daß sie einen ganzen Tag gelöst ist von ihrer Tagesarbeit, auch am Montag früh ist der Haushalt, da Sonntags niemand daheim war, noch in Ordnung; sie kann sofort das Wan­dergepäck auspacken und die Sonntagskleider nachsehen.

Der Ausflug in der geschilderten Weise vorbereitet und ausgeführt, wird zu einer Quelle körperlicher und seelischer Kraft. M.

Stunde. Darum bedarf heute auch sie mehr als bisher auf ihrem Arbeitsgebiet des Rates und der Anregung. Es haben deshalb die landwirtschaftlichen und die Land­frauenorganisationen die Wirtschaftsberatung der Land­frau aufgenommen.

Im Sommer vorigen Jahres lud die deutsche Land­wirtschaftsgesellschaft zu einem Kursus für Wirtschafts­beraterinnen nach Goslar ein. Sie wollte den auf die­sem Gebiet tätigen Kräften Schulung und durch Aus­tausch von Erfahrungen Anregung bieten. Der Kursus war überaus lehrreich. Auch die Landfrauenvereinigun­gen des Katholischen Deuflchen Frauenbundes in Bayern und Baden haben diese Aufgabe energisch in die Hand genommen. Im Januar veranstaltete die Bayerische Landfrauenvereinigung des KDF., nach dem sie schon weit über ein Jahr durch erfolgreiche Beratung ihrer Mitglieder Erfahrungen gesammelt hatte, einen sehr gut besuchten Lehrgang für Wirtschaftsberaterinnen in Mün­chen, bei dem Vertreter des Landwirtschaftsministeriums, des Bayerischen Bauernvereins und der Genossenschaften mitwirkten. Für Baden bildete den Auftakt dieser Ar­beit ein durch die Badische Landfrauenvereinigung des KDF. in Freiburg veranstalteter ähnlicher Lehrgang. Auch hier waren die Landwirtschaftskammer und der Bauernverein vertreten und zeigten so ihr lebhaftes In­

grauem Linoleu'n- beren Muster im Bett, Schrank, ein vielleicht ein alter

Maiemvonne, Maienblüte Auf den Fluren, im Gemüte, Ach, so bald, so schnell vorbei! Doch auch das ist Maiengabe: Ging der eigne Lenz zu Grabe, Freudig segnen fremden Mail

— so besteige einen Berg deiner Heimat und blicke vom Gipfel herab in die Täler zu deinen Füßen und empor zu sernblauen Höhen. Wirst du dir dort deiner Kleinheit und Unwichtigkeit nicht schauernd bewußt?!

Oder rudere auf den See hinaus, am Abend, wenn sich ein reichbesäter Sternhimmel über dir ausspannt. Blicke empor zu allen diesen kreisenden Wellen unb wisse:

>st ihnen nur ein Uebergang. Die Eltern haben sie ins „Heim" geschickt, damit sie in der Großstadt geschützt und betreut sind.

Die Jungen haben manchmal Besuch. Dann sitzen sie auf dem Waschtisch und auf der Bettkante. Sie sind ja unter sich unb wissen es nicht anders. Andere lernen es nie, einen Gast im Schlafzimmer zu empfangen und gar zu bewirten. So werden sie abgefchloflen, ganz all­mählich, aber sicher. Freunde unb Bekannte aus frühe­ren Zeiten verlieren sich.

Auflehnen unb Aufbäumen stumpft alb mit der Zeit. Es kann still und sogar friedlich werden in den Waben.

Starke Menschen können sich überall eine Welt lchaf-

angestellt bei den Vorbereitungen des Sonntagsausfluges. Das Fahrgeld wird der Vater aufbringen müssen, aber „essen" muß eine Familie Sonntags auch, wenn sie zu Hause bleibt, unb diesbezüglich braucht ein Ausflug keine wesentliche Verteuerung der Monatsausgabe mit sich zu bringen. Das „konzentrierte Hähnchen"

Ei, ersetzt den Braten, zu dem Kartoffelsalat köstlich mundet. Durst stellt sich stundenlang nicht ein, wenn als Vorgericht jeder seinen Quarkkäse löffelt, der — in Butter»

Nach ein paar Wochen fällt das Gerüst. Das unbe­achtete flache Gebäude ist eine Kirche, die jetzt einen Turm bekommen hat.

An einem Samstag schwingt zum ersten Male über bas Rattern und Knattern, das Sausen unb Hupen hin­weg, burch bas Chaos ber Geräusche, ein Ton.

Ein Glockenton.

Seit sie in der Großstadt ist, hat sie noch keinen ge-

„An ihrem Wandergepäck werdet ihr sie erkennen," all die verschiedenartigen Leutchen, die heute zur schönen, schönen Sommerzeit allsonntäglich hinausfahren, zwar nicht gerade „ins Land der Franken.", wohl aber zu den ihrem Wohnort nächstliegenden Ausflugszielen. Der Um­fang des Wandergepäcks steht im genauen Gegensatz zu demjenigen des Portemonnais; nämlich je weniger das letztere eine Einkehr in Gaststätten gestattet, desto mehr muß mitgenommen und verstaut werden im Rucksack, im Brotbeutel ober — in der Aktenmappe, die noch vor we­nig Jahren ein völlig unbekanntes Requisit für Aus­flügler war, von Jahr zu Jahr aber eine stärkere Be­liebtheit erobert. Die Entwicklung ber Verkehrsmöglich­keiten, die Zunahme ber Großstädte, die wachsende Na» tursreubigkeit- weiter Kreise, ber durch den Lebensrhyth­mus eines Jndustrievolkes bedingte Lufthunger haben dazu geführt, daß der Sonntagsspaziergang ohne Wan- dergepäck, nur etwa mit einem bindfadenumschnürten, Fettäuglein aufweisenden Kuchenpaketchen vor den Toren ober in ben Anlagen ber Stabt zur Angelegenheit der großelterlichen Gestalten ober ber jungen Ehepaare mit Kinberwagen geworben ist. Die Iugenblichen und gott. loh mit ihnen eine zunehmende Zahl (noch immer nicht genug!) ber in ber Vollkraft stehenben Elternpaare zieht es hinaus bis borthin, wo sich bie Spuren ber weit vor­gelagerten Jnbustriestätten, bie Schornsteine als Symbole von Arbeit und Alltag, verlieren und unberührte Natur ihren Reiz entfaltet. Aber das Wandergepäck verrät im voraus, ob man mehr erschlafft als entspannt heimkehren wirb. Wo es zu schwer wirb, beeinträchtigt es zu sehr die Ausflugsfreude; und auch, wo der Familienproviant einem einzelnen — wie man das sehr oft beobachten kann — aufgebudelt wird, fei es nun ber Vater ober der größte Sohn, dort wird zum mindesten für dieses Fa- mHienmitglieb bie wünschenswerte Erholung stark beein­flußt. Bei mehreren Kindern sollte zum mindesten in vorheriger Ueberlegung bie Wegestrecke eingeteilt werben in gleichartige Ahstänbe, bei benen ein Wechsel stattfindet, und zwar ist hier vor allem ber Hinweg zum Ziel zu be­rücksichtigen; manches schlaue Brüderchen ober Schwester­chen sagt sonst: „Fang du mal an, ich trage auf dem Rückweg!" Empfehlenswerter als dieses „Wechseln" hat sich das Leitmotiv erwiesen: „Jedem das Seine"; kein Familienrucksack von bald einem viertel Zentner Gewicht, sondern bie Verpackung ber einzelnen Stationen für jeben Teilnehmer; wo erst allmählich eine Beschaffung von Brotbeutel ober von bem mit so großem Stolz begrüßten, für 95 Pfennig fast überall erhältlichen Rucksäcklein für die Jüngsten gedacht werden kann, da (äFi sich vorerst prachtvoll — der Schulranzen verwend^ i; aber ber Grunbsatz: „Selbst ist ber Mann" würd jor allem auch ber Mutter zugute kommen, denn nun rann Strickjacke, Sweater unb Mantel, mit denen allzuoft Mütter belastet werden, durch das Riemenwerk des eigenen Gepäcks ge­schoben werden, und auch das Püppchen, das am Sonn» tagsvergnügen teilnehmen soll, findet ein Unterkommen. Ja, Püppchen muß mit, denn vom jüngeren Kinde können wir noch kein ganz starkes Naturempfinden erwarten, es soll sich dieses ja erst entwickeln und kommt meist in ber Reisezeit zu bewußterem Ausdruck. So hilft das Püppchen über manch einförmige Wegstrecke ben ermübe»

Die Nähmaschine rasselt.

Glockenläuten.

Das Grammophon spielt ben Radetzky-Marsch.

Glockenläuten.

Im Flur schrillt die Schelle. Der kleine Junge der Hausmeisterin hat eine Holzrassel geschenkt bekommen und probiert sie aus.

Tiefe, klingende Glockentöne.

So klang es immer zu Haufe, in der Kleinstadt. Die Eltern wohnten der Kirche gegenüber. Am Sonntag und am Werktag zur beftimmten Stunde sprachen dte Glocken — Hangen und jubelten, mahnten unb trauerten.

Tone haben eine Seele. Sie rühren an Inneres an.

Die Glocke läutet nicht lang, nur einige Minuten.

Immer noch jpielt das Grammophon, raffelt die Nähmaschine, die Schelle schrillt schon wieder, die Holz- rassel ist unerträglich.

Aber diese Geräusche kommen nicht mehr an ihr Ohr. Das ist jetzt dem Ton geöffnet, der immer noch in ihr

Eine geräucherte oder gepökelte Rindszunge gut gewaschen und drei bis vier Stunden in ungesal­zenem Wasser gekocht. Sofort nach dem Kochen zieht man die Haut ab, schneidet die Zunge in feine Scheiben und gibt eine Madeira- oder Buttersauce dazu.

fiatfoffelfüpfetL

Man bereitet in ber üblichen Weise ein Kartoffel­püree, das man aber ziemlich fluffig halten muß, da es im Spritzbeutel verarbeitet werden soll. Mit Hilfe die­ses Spritzbeutels gibt man auf ein Blech dicke Kartos- felpunkte, die in der Ofenröhre leicht angebraten wer­den, bis sie gelblich sind. Wenn man will kann man die Spitze mit einem abgekochten Spargelkopf verzieren.

Halb 8 Uhr. Gott sei Dank! Ts ist nichts geschehe^ Wir lachen uns an. Zwei Wochen sind gewönne zwei lange Wochen — ein Stücklein Zukunft.

Aber dann wird das Gespenst wieder kommen.

14. Einen drückend schweren Tag lang.

Abbau. .

Ob das immer so weitergeht mit dem Gespenst?

Ein paar Ratschläge für die Jeff täfel Don Friederike Sommer- Stuttgart.

zu nehmen ober einen Spaziergang über die Butter machen. **

Man müßte nun annehmen, daß uns bie Mensch wenn wir ihnen so verhaßt sind, einschließen ober unfe~ Kinder in ihrer Kinderstube töten. Sie wissen, baft nf unsere Kindheit in Misthaufen, Mülleimern und ähnliche» Stellen verbringen, aber bie meisten versuchen es nicht unserem Wachstum unb zukünftigen Glück etwas in be» Weg zu legen. Ich finbe bas rücksichtsvoll von ben Men. schen, denn wir brauchen solche Nahrung, um leben in können. Ist sie vor uns geschützt ober wirb sie uns c„t, zogen, so müssen wir balb zugrunbe gehen. Anstatt nun unsere Nachkommenschaft hier zu vernichten, versuchen die Menschen uns durch Schlage zu töten, gewöhnlich, wenn wir ben größten Teil unserer Eier gelegt haben unb be­reit finb, wegzusterben. Ist bas nicht lächerlich von diesen intelligenten menschlichen Wesen?

Wissenschaftler haben ausgerechnet, daß die Nachkom. men eines einzigen Fliegenpaares in ber Hochsaison un- gesähr 195 312 000 000 000 beträgt. Wenn nun ein pslichtgetreuer Bürger bie Gesundheit seiner @e. meinbe durch Fliegenvertilgen heben wollte, wenn er eine unzerbrechliche Fliegenklappe unb einen nie ermübenben Arm hätte unb durchschnittlich 24 Stunden am Tage jede zehn Sekunden eine Fliege töten würde, so käme er genau auf 8640 Fliegen. In etwa 6 Millionen Jahren hätte er somit die letzte Brut vertilgt, aber viele andere Fliegen­generationen würden natürlich in der Zeit gelebt haben unb gestorben sein. Hätte der Mensch die Brut dieses einen Fliegenpaares vernichtet, hätte er sich viel Mühe gespart unb mehr Nutzen gebracht.

Dieses vorzügliche Gericht gehört zu den einfachsten Vorspeisen, das jede Hausfrau bereiten kann. Zu diesem Zyieck nimmt man verschiedene, junge Frühlingskräuter, entfernt alle harten Teile, wascht sie unter fließendem Wasser u. hackt sie möglichst fein. Dann vermischt man die Kräuter mit einem Viertelpfund guter Süßrahmbutter, gibt etwas Salz, Pfeffer und nach Belieben auch ein« Prise Paprika dazu. Die Kräuterbutter wird dann nicht zu dick auf geröstete Weißbrotscheiben gestrichen und mit Petersilie garniert angerichtet.

..Sie" kennt eigentlich nur Geräusche.

Morgens in der Frühe das zischende Tccw is?r auf bem Waschtisch, Auf dem Flur ber Pension wird schon gebürstet, gehopft, gewischt. Der Wecker rasselt. Dann ist es höchste Zeit für die Untergrundbahn.

Durch die Straße, wo bas Büro liegt, faust und rat­tert und knattert und hupt es ben ganzen Tag: Tram, Omnibus, Auto, Lastwagen; hoch in ber Luft die Flie­ger. Im Büro selbst vier Schreibmaschinen.

Neun Stunden Arbeit. Dann ist es Abend. Des Ohr ist stumpf von all ben Geräuschen. Kino und Kaffee­hausmusik kann man noch aufnehmen. Oder man näht und flickt und wäscht zu Hause. Die Pensionsinhaberin

Sie kam und siegte durch Preis und Güte

„Gespenst".

sind kritische Tage.

Durch die dünne Wand bringt jedes Geräusch.

Auf dem Flur jedes Stockwerkes eine kleine Gas­küche. Die zwei Flammen sind Abend für Abend um dieselbe Stunde belagert. Man steht „Schlange" mit dem Teekessel, bem Ei ben zwei Kartoffeln, der Blockwurst. In dem Abfalleimer sammeln sich die Ueberrefte von Käse, geräucherten Fischen, von Bananen- und Orangen- schalen, von Zigarettenasche, von Persil-Verpackungen An ber kleinen Zinkbütte in der Ecke ist immer jemand am Waschen.

Die Gasküche ist Sammelpunkt — wie ehedem der Dorfbrunnen unter der Linde. Tagsüber ist man im Seruf. Im Geschäft, im Büro, an der Schreibmaschine, am Telephon, vielleicht auch in der Schule, im Labora­torium, im Modeatelier.

Im „Heim" wohnen Frauen, die irgendwie — viel- leicht unbewußt — eine Geborgenheit suchen, ben äuße- ren Rahmen einer Hausgemeinschaft, bie das möblierte Zimmer baffen, weil fein Einwohner entweder bloß», Berbienstobjekt ober ein lästiger Fremdkörper in einem Familienbereich ist; bie auch ben Goschaustisch hassen.

Auch Junge, Lebensfrische wohnen da, die schon früh und nüchtern ins Berufsleben hineinerzogen wurden und es als etwas Selbstverständliches nehmen. Die „Wabe"

Gott hat ihnen allen ihren Weg und ihre Bahnen vor­gezeichnet, genau wie dir! Willst du dich wichtiger nehmen als jene Sterne es tun?!

Oder blicke des Morgens beim Erwachen zum Fenster hinaus auf rauchende Schlote und dampfende Essen. Schaue abends, wenn bie Nacht buntel vor bir steht, über bie hnnberte von Lichtlein hinweg, bie Gasse, Markt und Häuser erhellen. Und wisse: Hinter jedem Licht wohnt, kämpft und leidet eine Menschenseele, ein Schicksal wie das deine. Jede Rauchsäule, jede Dampfwolke bedeutet Arbeit und Existenzkampf. Du bist nicht auserwählt, die Anderen sind nicht bevorzugt. Wir sind alle Menschen unb Sünber.

Aber blicke auch auf bie emsigen, fröhlichen Vöglein an beinern Wege, auf alle Gottesgeschöpfe, Kreaturen und Pflanzen ringsum in ber göttlichen Natur: Sie nehmen sich nicht wichtig! Sie leben, lieben und leiben wie du. Und unser himmlische Vater sorgt für sie und wacht über ihnen, wie er für dich sorgt und allezeit über dir wacht! —

Emmy Ficus.

Es liegt in einer Altstadtgasse. Ein hohes, kasernen- artiges Haus. Kein Schmuck der Form noch ber Farbe. Eine graue Fläche mit Fenstern.

Drinnen Wabe an Wabe. Kleine Zimmer mit alt-

ob ich am nächsten Tage noch den rechten Ton treff«, wenn . . ., ich will es nicht ausdenken.

Jeder Kunde im Laden wird wie eine Erlösung be­grüßt. Wie gern man bedient! Wenn noch Kunden kommen und kaufen, braucht doch kein Personal ent­lassen zu werden.

Der Buchhalter sitzt am Abschluß. Welche Konsequen­zen wird der Chef aus seiner Vorlage ziehen?

Daß doch der größte Fleiß, bie beste Bewährung kei­nen Boden schaffen können, einen festen dauernden Lo­den ,ber in bie Zukunft trägt.

Morgen ist der 1. Wie lange die Brücke in die Zu­kunft noch hält? Sorge verdüstert. Aber bas darf nich fein: Kunden müssen froh bedient werden.

Was werde ich tun, wenn . . . .?

Das Gespenst hockt Tag und Nacht im Nacken und u#

Arbeit ist schön, ist ein Glück, ein Reichtum. Heut« darf ich sie noch tun. Ob morgen . . .?

Heute packe ich noch zu, beschwingt, lüftend. Die ein­fachst« niedrigste Verrichtung bekommt «inen G1E Vielleicht ist gerade sie der dünn« Faden in die Zukunft- . . . Vielleicht! .

Morgen ist der 1. In einer Stunde ist Ladenschluß Das Gespenst hockt jetzt in der Ecke.

Noch eine halbe Stunde. Das Verhängnis kann noch immer kommen.

Geht nicht die Tür des Chefs?

Ob er mich ruft? ober eine andere? .

Wir sehen uns in die Augen, scheu, feindlich- 9ar 1 Jede denkt: Du sollst es fein, nicht ich.

Was die Fliege erzählt.

Ich bin nur eine Fliege, ein kleinwinziges Atom in dieser großen Wett, aber ich habe doch viel Vergnügen von meinem Dasein, Hch bin eine „Hausfliege" und manche nennen mich sogar die „Typhus-Fliege", weil ich mich oft dort ergehe, wo Typhus-Keime in Hülle und Fülle vorhanden sind. Der erste Name ist mir lieber, denn er täuscht die Leute, und sie versuchen bann nicht, mich los zu werben. Nennen sie mich aber bie Typhus- Fliege, so halten sie mich in gewisser Weise für diese Krankheit verantwortlich.

Wie bas mich amüsiert, wenn die Leute meine Ge­wohnheiten studieren, mich beobachten, wenn ich esse und schlafe. Ich schlafe immer mit offenen Augen, denn man weiß nie, was geschieht, wenn man schläft. Das Leben einer Fliege ist verhältnismäßig kurz, und wir können nicht viel Zeit durch Schlafen verlieren.

Im Frühling und Sommer vermehren mir uns stark und man sollte meinen, daß die Menschen uns bann töten, wenn wir ihnen lästig fallen. Das tun sie aber nicht. Sobald wir zahlreich genug sind, um sie zu be­lästigen, -taufen sie stärke Drahtnetze und befestigen sie vor Fenstern unb Türen. Auf diese Weiss schließen sie sich ein unb lassen uns draußen, wo wir vollste Freiheit genießen. Augenscheinlich fürchteten sie uns. • Es macht aber viel Spaß, ins Haus zu schlüpfen, wenn bie Tür einen Augenblick offen steht, und ein Bad im Milchtopf

Berufsfrauen

Von Ina Neundörfer.