Der Kampf um den Paragraphen
Katholische Frauen an die Front.
Bon Gerty Voigt.
218.
Volks sturm gegen Paragraph 218 — damit versuchen Menschen, die sich „Komitee für Geburtenregelung", „Liga für Mutterschutz und soziale Fronenhygiene", „Internationaler Juristenbund", „Internationaler Bund der Opfer des Krieges und der Arbeit" nennen, eine Volksbewegung zu inszenieren, die sich in neuester Zeit um Friedr. Wolf, den Stuttgarter Arzt und Bühnenschriststeller, und seine Arbeite- und Gesinnungsgenos- stn, Frau Dr. Kienle, gruppiert und die Abschaffung des Paragraphen 218 zum Ziele hat. Friedrich Wolf betonte bei einer von Aerzten und Juristen einberufenen Versammlung rm Plenarsaale des Herrenhauses am 7. März, daß er Wert darauf lege, seinen Prozeß vor dem Forum des deutschen Volkes auszutragen, denn „alle Gesellschaftsschichten, alle Stände, alle Bekenntnisse" feien daran interessiert. So müssen wohl auch wir Katholiken uns zur Frage des Paragraph 218 äußern, denn es wäre verkehrte Politik, eine Bewegung, die mindestens zahlenmäßig sehr stark fft, und deren Ex- pansivkraft durch die steigende Not der Zeit täglich wächst, zu ignorieren, zumal in der gesamten Presse das Problem bereits behandelt wird.
Bei allen bisherigen Kundgebungen beteiligten sich in überwiegender Mehrheit Frauen, die ja an den Auswirkungen des Paragraphen 218 naturgemäß am lebhaftesten interessiert find. Gesellschaftliche Schichtung, wirtschaftliche Lage, Bildungsgrad, Lebensalter, reli- giöfe Einstellung bestimmt das Verhalten der Frauen zu den ungeheuerlichm Problemen, die sich aus einer Streichung des Lebensparagraphen ergeben würden. Dabei sind natürlich klug«, gutausgebildete, wirtschaftlich sichergestellte, religiös und sittlich gefestigte Frauen im Vorteil vor den Mitschwestern, denen das Geschick diese Gaben nicht juteil werden liefe. Trotzdem findet man auch in den sogenannten „gebildeten" Schichten oft erstaunlichen Mangel an Sachkenntnis, an folgerichtigem Denken, sozialem Verständnis, Urteil und wirklichem Schwestersinn. Alle diese Mängel müßten überhaupt erst einmal behoben werden, ehe man als Frau an die Mitarbeit und Lösung solcher schwerwiegenden Probleme gehen kan.n Hier liegt eine der größten und dankbarsten Gegenwartsaufgaben der Mütter, der verkehrten „Aufklärung" die rechte Aufklärung' entgegen« zusetzen, zu verhüten, daß katholische Jugend zur „Straße -der Gottlosen" sich verirrt, zu retten durch tat- kräftige Liebe und Allmütterlichkeit, wo noch zu retten ist.
Der Wirkungsvollste Trumpf der „Auftlärung" ist immer noch dar schön« Wort vom „Recht auf den eigenen Körper". Sie läßt sichs mitunter sogar eine Lüge extra
kosten, um das kostbare Schlagwort zu retten. In einer kommunistischen Versammlung zur Frage des Paragraphen 218 (18. März, Wilmersdorf) erklärte eine Aerztin frank und frei: „Das werdende Kind hat bis zum dritten Monat fein Leben, sieht überhaupt viel eher einem Fisch ähnlich als einem Menschen". Zu ihrer Ehre soll angenommen werden, daß di« Dame in ihrem Studium (obzwar man über diese Dinge bis zum Physikum Bescheid wissen müßte!) über diesen von der neuen Wissenschaft längst überholten Häckelschen Irrtum nicht hinausgekommen ist Die neueste Forschung stellt nämlich einwandfrei fest, daß das werdende Kind ein Lebewesen für sich, ein selbständiger Organismus ist. In der Keimanlage steckt der ganze Mensch und zwar vom Augenblicke der Empfängnis an. Wenn entgegen aller neutralen Wissenschaft von Freunden der Abtreibung behauptet wird, in den ersten drei Monaten habe der Fötus sein Leben, so widerspricht diese Auffassung nicht nur biologisch-medizinischen Erkenntnissen, sondern auchjuristischen Bräuchen. Nirgends darf an einer werdenden Mutter ein Todesurteil vollstreckt werden, weil sonst ein unschuldiges Leben mit dem schuldigen vernichtet wird. Ueberall ist das ungeborene Kind auch im Erbrecht als selbständiges Lebewesen aufgefaßt und behandelt. Die Beseitigung des Ungeborenen bedeutet also, auch wenn sie in den ersten drei Monaten vorgenommen wird, Mord.
Durch Aufhebung des Paragraphen 218 würde also der Mord geradezu legalisiert und die Tragweite, die ein« solche Mafenahme in der Folge haben könnte, ist deshalb nicht abzusehen. Wo keine Achtung vor entstehendem Leben ist, schwindet auch die Achtung vor vergehendem Leben. Schon heut« mehren sich in ärztlichen Sprechstunden die Fälle, in denen mit aller Unbefangenheit vom Arzt die Beseitigung alter, kranker und darum unbequemer Familienangehöriger .church eine Spritze", „eine größere Dosis" verlangt wird.
Mitunter sprechen .chumane" Gründe für die Beseitigung des verbrauchten Menschen: man will dem Kranken Schmerzen ersparen, ihn nicht leiden sehen. Die größte Rolle aber spielt auch hier so wie bei der Abtreibung — die viel umstrittene „wirtschaftliche Indikation". In der Umkehrung allerdings: erst lehnen die Eltern düs Kind ab, dann die Kinder die Eltern, weil man „sich besser allein durchschlägst!. Schließlich gelangt man über die Aufhebung des Paragraphen 218 zur Vernichtung alles „l e b e n s w e r t e n" Lebens.^
Und damit hebt die Trägst an, vor altem für bieje»
MllllMoNllMM
Beilage zur Fuldaer Zeilung
14. Mal
tot. Dann darf man sich natürlich
wenn
der
müfe.
Serbischer Pilaw.
M. C.
mer wieder ereignen, zu verhüten.
Schwimmen ein gesunder Sport für die Frau
be*
graus
ent« lebe,
ein armes Würmchen nicht gedeihen will.
Wie falsch, wie grundverkehrt ist das alles!
lichkeit und Unverstand gerade hierin zum Schaden Kinder viel gesündigt.
Achtlos wird der Kinderwagen in die Sonne stellt, während die Mutter oder Kinderpflegerin sich
eine schattige Bank zu einer ausgiebigen Unterhaltung mit Bekannten niederläßt. Die Sonnenstrahlen fallen bei der Rückenlage des Kindes dann senkrecht in sein Auge, was der Erwachsene, der aufrecht geht oder sitzt, gar nicht bemerkt. Bald sucht der Säugling sich durch Blinzeln oder Schließen der'Augen gegen das blendende Sonnenlicht zu schützen. Doch das gelingt gewöhnlich
Don Dr. med. M.
Das Schwimmen als Frauenfport wird vielfach noch nicht mit dem Ernst gewürdigt, der ihm nach feiner Bedeutung für die Erhaltung der körperlichen Kräfte der Frau unbedingt zukommt. Viel zu spät haben wir in Deutschland erkannt, daß wohl kaum ein Sportzweig für die Gesundung und die körperliche Ertüchtigung der Frau geeigneter ist, vereinigen sich doch beim Schwimmen zwei wichtig«, lebenserhaltende Faktoren, nämlich die Tatsache der Körperübung und zugleich auch die der Körperpflege.
Betrachten wir nun zuerst einmal das Frauenschwimmen vom Standpunkt der Körperübung aus. Die Ausgabe jeglichen Sportes ist gekennzeichnet durch das Bestreben, einen Teil oder auch den ganzen Körper durchzuarbeiten, ihm bestimmte Fähigkeit, Geschmeidigkeit, Biegsamkeit, elastische Bewegungen usw. zu verleihen. Der Mittel und Wege dazu gibt cs viele, jedoch sind nicht alle Möglichkeiten gleichmäßig gut und brauchbar. Venn Schwimmen dagegen hat man ein geradezu ideales Mittel der gleichmäßigen Ausbildung des Körpers zu dienen. Nicht nur die Arm- und Beinnutskulatur wird dabei ausgebildet, die zum Schwimmen erforderliche Kraftaufwendung beansprucht ganz gleichmäßig alle Körperteil«, ohne jedoch — und das ist der besondere Vorzug — eine Ueberanftrengung zu verursachen, die stets von Uebel ist. Allerdings darf das Schwimmen
schlecht und schließlich trifft der Sonnenstrahl das ungeschützte Aug«. Dann wirkt die hn Auge befindliche Linse wie ein Brennglas und schädigt di« Netzhaut des kindlichen Auges. Man stelle deshalb nie den Kinderwagen und ben darin befindlichen Säugling schutzlos in die Sonne, sondern sorge stets dafür, daß die Augen des Kindes der direkten Sonneneinwirkung entzogen werden.
Schließlich vergesse man nicht, den Wagen mit einem Schutzgürtel auszurüsten, den man um den Leib des Kindes schlingt und am besten noch mit Schulterbändern versieht, damit er nicht abgleiten kann. Auf diese Weise werden Kinder, die schon aufstehen können, am sichersten vor dem Heraussailen aus dem Wagen bewahrt.
Ein gefährlicher Leichtsinn.
Ein Leichtsinn gefährlichster und unheilvollster Art ist die üble Gewohnheit mancher Frauen, Gefäße mit heißem Wasser im Bereich kleiner Kinder stehen zu lassen. Dieser Leichtsinn ist deswegen so verhängnisvoll, weil er bei den entstehenden Unglücksfällen nicht nur schwerst« Verbrühungen, sondern fast ausnahmslos den Tod des verletzten Kindes bringt. Es ist wenig bekannt aber von den Aerzten einwandfrei festgestellt und durch jeden neuen Fall wieder von neuem erhärtet, daß Verbrühungen durch kochendes Wasser, die bei erwachsenen Menschen nach einer bestimmten Zeit wieder geheilt sind, beim Kinde fast stets todbringend sind. Bei kleinen Kindern genügt schon eine Verbrühung von einem Fünftel des Körpers, um tödlich zu wirken. Schon das bloße Verbrennen des Gesäßes führt beim Kinde häufig den Tod herbei. Es kann deshalb nicht dringend und ernstlich genug zur Vorsicht und sorgsamsten Achtsamkeit im Umgang mit kochendem Wasser gemahnt werden, um schwere Unglücksfälle, wie sie sich leider im«
nigen Frauen, die nur andere für sich denken lassen, weil ihnen jede religiöse Lebensbegründung, jede eigene Denkfähigkeit abgeht. Kommt noch wirtschaftliche Not als dritter Faktor hinzu, so verfallen diese armen Frauen rettungslos dem „Cyankali" das die Freunde der Abtreibung ihnen in jeder Form verabreichen. Es ist erschütternd zu sehen, wie blindgläubig diese glaubenslosen Frauen sein können, wenn ihre Propheten ihnm das Land ihrer Verheißung zeigen: Kein „Gebärzwang" mehr — er macht die Frau zur Sklavin ihrer Gattungsaufgaben, verkümmert ihr den Liebesgenuß, auf den sie dasselbe Recht hat wie der Mann, macht das Stückten Brot noch kleiner, daß sie vielleicht schon ohnehin trocken essen muß, erlaubt ihr nicht Kino noch Tanz. Kein „Gebärzwang" also — nein, „freie" Frauen die sich verschenken können, wem und so oft sie wollen, Leben und Arbeitsverdienst ungeschmälert, ohne Opfer für Kinder, genießen zu können. „Freie" Frauen, gehobene „Persönlichkeiten", denen die Siebe des Mannes sicher bleibt, weil sie nicht lästige Verantwortung trägt für die Folgen. Und der Blick in dieses Paradies der Freiheit, des ungehemmtesten Genttsfos, des trotzdem Ledig . aller - Pflicht - Seins, nimmt der „neuen Generation" alle neue Sachlichkeit des Denkens und macht sie zur begeisterten Anhängerschaft der Kreise um Friedrich Wolf.
Erst di« Erfüllung läßt sie sehend werden, und dann — ist ihre Tragik auch vollendet. Wo alle Hemmun« gen ausgeschaltet werden, ist die Frau zur Dirn« degradiert. Da sie sich selbst ihres veredelnden Einflusses auf den Mann begeben hat, wird sie zum willenlosen Werkzeug seiner Ungezügcltheit. Daraus resultieren die schwersten physischen und psychologischen Schädigungen. Die „Aufklärung" schweigt dieses bedenkliche Moment natürlich tot, da es aber tatsächlich ist, beweist der Umstand, daß bis jetzt die Mehrzahl der deutschen Aerzte sich entschieden gegen bie Abtreibung ausgesprochen haben, sogar da, wo sie es ohne Namensnennung (Hamburger Rundfrage) hätten wagen können, für Abschaffung des Paragraphen 218 zu stimmen. Sanitätsrat Vollmann, der Gegenreferent Friedr. Wolfs bei der Kundgebung vom 7. März, bezeichnet die Abtreibung als das „roheste, gewaltsamste, unärztlichste Mittel" der in Notzeiten wünschenswerten Geburteneinschränkung. Nicht der geschickteste und gewissenhafteste Arzt kann für einen glücklichen Ausgang
Erkältungen und rheumatische Erkrankungen die Folg« sind. Das umgekehrte Verfahren dagegen kann nur Nutzen bringen, jedoch darf man das Wasser erst auf. suchen, wenn man nicht mehr erhitzt und vollkommen abgekühlt ist. Mancher Mensch würde heut« noch leben, wenn er diese wichtigste Regel beobachtet hätte. Ein kurzer Dauerlaus nach dem Schwimmen, tüchtiges Ab- frottieren und gymnastische Hebungen erhöhen die gesundheitlichen Wirkungen. Sie ermöglichen es auch der Schwimmerin, an kühleren Tagen das Wasser aufzusu- chen. Wenn nämlich bie dem Körper entzogene Warm« rasch durch Bewegung wieder ersetzt wird, können nach, teilige Folgen nicht austreten.
Ein paar gute Rezepte-
Speckkartoffeln.
Man schält zwei Pfund Kartoffeln, vierteilt sie und kocht sie in Salzwasser ab. /* Pfund Speck wird in Meine Würfel geschnitten, in der Pfanne leicht ange- braten, die Kartoffeln dazugegeben, darin geschüttelt und leicht angeröstet. Vor dem Anrichten werden die Speck« kartofteln mit Petersilie und Schnittlauch bestreut. Man ißt sic zu grünem Salat, Krautsalat und zu grünem Ge-
Die Frischhaltung van Eiern.
Zur Eierkonservierung eignet sich nur absolut frisch« Ware. Zu Hause reinigt man die Eier vor allem sorg» fällig von allem Schmutz und durchlebtet sie zur Sicherheit vor einer Lampe, die man mit einem Pappdeckel abblendet. Alle nicht durchsichtigen Eier müssen sofortigem Verbrauch zugeführt werden. In einem großen Konservenglas, aber auch in großen Einmach» töpfert setzt man eine Mischung von Wasserglas an, in die man die Eier, eines'dicht an das andere, htneiw legt. Das Wasserglas soll die Eier schwach bedecken. Eine gewisse Vorsicht ist anzuraten, damit das Wasserglas nicht spritzt. Ein einziger Tropfen in das Auge kann böse Entzündungen zur Folge haben.
Ein ätteres Verfahren Eier zu konservieren ist dar Einlegen in Kalkmilch, die man sich bei jedem Tun, eher besorgen kann. Auch hier müssen die Eier vorher gereinigt und durchleuchtet werden. Dieses Verfahren ist aber weniger sicher wie das Erstgenannte.
Der Arzt im Kinderwagen.
Von Dr. Curt Kayser.
Gewiß, meine Damen und Herren, er selbst liegt ja nicht drin, aber, Hand aufs Herz, haben Sie schon einmal an einem warmen Frühlingstag ober gar an einem heißen ©ommertage ihren Kopf unter das Verdeck eines Kinderwagens gesteckt? Wenn Sie es getan hätten, dann wüßten Sie wohl, was der Arzt im Kinderwagen zu suchen hat.
Da liegt nun so ein kleines, wehrloses Kerlchen, dick eingepackt in weiche Federdecken, so daß von dem ganzen kleinen Wesen kaum mehr als die Nasenspitze zu sehen ist. Das Verdeck ist hoch geklappt. Das Kind könnt« sonst ja „Zug" bekommen, und dichte Gardinen werden zu allem Ueberflufe womöglich noch vorgezogen, um gegen die Sonne und die Fliegen den nötigen Schutz zu gewähren. Und dann wundert man sich, wenn so
Man schneidet ein Pfund Kalb- oder SchweinefleisH in kleine Würfel und dünstet es etwa eine Stunde mit einer feingebauten hsllgebrSunten Zwiebel. Dann gibt man % Piund Reis dazu, 2-3 Eßlöffel Tomatenmark oder die entsprechende Menge frischer Tomaten und gießt soviel Fleischbrühe nach, daß dieselbe darüber steht. Man würzt mit Salz, Pfeffer und Paprika nach Geschmack und dünstet das Ganze Vi bis % Stunden. Darm läßt man den Pilan, noch einige Zeit ziehen, was seinem Geschmack nur forderlich ist. Vor dem Anrichten wird ein Löffel geriebener Parmesan- ober Schweizerkäse daruntergerührt, man kann aber auch den Käse über die Schüssel streuen.
Reis mik Blumenkohl.
% Pfund Reis wird mit 1% Liter Wasser weich ge» kocht. Blumenkohl wird für sich allein weich gekocht und zu bem Reis gegeben. 9Jlon tnodjt eine M gießt das Blumenkohlwasser dazu, mischt es zwischen den Reis und streut gehackte Petersilie darüber.
Wiesen* im Mai.
Mädchen, so ist dein Leben: Blühende Wiese im Maien, Rausch voll Verheißung und Dust, lächelnder Tugend froh!
Blütentrunken und reich in kraftvoll prangender Fülle Schwell über sonnigem Glanz des Reifens werdend« Pracht.
Duft und Farbe und Klang, zu Frühlingswundern verwoben:
Lächle mir, Wiese hn Mai! Fernher rauscht mahnend der Strom — —
Lächle, du Land meiner Seele, im Frühling zur Hochzeit erhoben
Land voller Sehnsucht und Sang, fast wirst du zum betenden Dom.
Mädchen, das ist dein Leben: Blühende Wiese im Maien!
Rausch voll Verheißung der Tat, dämmernd in Tag und Nacht,
Blütentrunken und reich, in kraftvoll prangender Füll«
Strebst du aus blühendem Kelch zur Reife werdender Macht!
Emmy Ficus.
Säugling fei flach; eine harte, mit Roßhaar oder Haferspreu gefüllte Matratze diene als Unterlage. Darauf breite man ein Matratzentuch und ein Stück Billrothba- tift, und über dieses ein Baumwolltuch, auf das der Säugling samt seiner Windel gelegt wird. Auch das Kopfkissen sei flach und fest und nur mit Haferspreu, Roßhaar oder dergleichen gefüllt. Fort mit den heißen Federbetten. Das Deckbett soll jeweils der Witterung angepaßt und im Winter mit Daunen, Kapock oder dergleichen gefüllt sein, im Sommer genügt eine Wolldecke. So wird man zunächst der für das Kind gefährlichen Wärmestauung wirksam begegnen können. Gardinen oder Vorhänge müssen so beschaffen fein, daß sie der Luft den Zutritt nicht verwehren. Zum Schutz gegen die Fliegen eignet sich am besten ein leichter Gazeschleier.
So vorbereitet darf man den Säugling getrost .m Kinderwagen ins Freie bringen. Aber auch die Auswahl eines geeigneten Standortes für den Kinderwagen verlangt einige hygienische Kenntnisse. Man fahre oder stelle den Kinderwagen nicht auf staubige Straßen und Plätze oder gar in den Konzert garten. Der Kinderwagen gehört ins Freie, ins Grüne. Im Herbst und Frühjahr mag man sonnige Stellen aufsuchen, im Sommer aber den Schatten. Leider wird oft aus Beguem-
Säugllng braucht vor allem Luft und, Licht. Dazu gehört ein geräumiger Kinderwagen, am besten aus Korbgeflecht oder dergleichen. Das Lager für den
Moser- Berlin.
nicht zu lange ausgedehnt werden, 15—20 Minuten genügen für den Anfang vollständig, aber selbst gute Schwimmer sollten nicht länger wie 30 Minuten im Wasser bleiben, da sich sonst die Abkühlung zu stark bemerkbar macht. Auch die inneren Organe werden beim Schwimmen ganz gleichmäßig beansprucht. Besonders Herz und Lunge werden durch regelmäßiges Schwimmen sehr gekräftigt. Selbst für leicht Henz- kranke hat sich das Schwimmen schon als ein vorzügliches Heilmittel bewährt, wenn es mit Maß und Ziel und unter strenger ärztlicher Aufficht betrieben wird. Die durch das Schwimmen bedingte Tiefatmung bewirkt im weitesten Sinne eine Entgiftung des Körpers, weiter wird durch bie Wirkung von Wasser, Luft und Sonne der Stoffwechsel angeregt, sodaß auch hier eine Enffchlak- kung festgestellt werden kann.
Man sieht, die Grenzen zwischen Körperübung und Körperpflege können nicht klar getrennt werden, sie sind von einander abhängig und ergänzen sich, im besonderen beim Frauenschwimmen. Freilich muß in diesem Zusammenhang aber auch vor einigen Fehlern gewarnt werden, die immer wieder zu beobachten sind. Daß die Frau nicht zu lange schwimmen darf, wurde oben schon angebeutet. Ebenso grundverkehrt ist es jedoch, erst zu schwimmen und dann ein Sonnen- oder Luftbad zu nehmen, womöglich im nassen Schwimmtri-
FrühUngswehen.
Erinnerst Du Dich, liebe Leserin, jenes ersten Mai- erwachens ohne Datum: Der Fliederdurst aus des Nachbars Garten — das erste Sonnengold im Bärtle in — der gelbe Blütenstaub der Lilie. Irgendwo einmal hast Du den Frühling erlebt, so wonnig und wundervoll. Alles was sonst ein Kinderherz zu beglücken vermag, Zuckerbrot und Spielzeug hatte seinen Reiz verloren. Deine Seele flog wie eine Lerche der Sonne entgegen und liefe den Erdentand und Staub zurück. Und jauchzte ein: „Wie schön,ist Gottes Erd« und wert, darauf vergnügt zu sein!" Einmal ist Dir der Mai begegnet und hat Dein Ränzle zur Reise gefüllt mit Lust statt Last und Lied statt Leid — einmal! Erinnerst Du Dich liebe Freundin?
„Aufrüttelung des Volksgewissens für Paragraph 218" heißt unser« Gegenaktion. Vielleicht wird diesne Teil katholffcher Aktion bie größten Schwierigkeiten und noch größere Opferwilligkeit fordern als andere Pro« bleme. Es wird die Aufgabe der katholischen Frauen, der katholischen Mutter sein, hier ihr ganzes Wilsen und Können, ihren Glauben und ihre St-b» -mmfetzen, um verkehrte Auffassungen zu berichtigen, übersteigerte Sinnlichkeit abzulenken, brennende Lohe zu stillem, beständigem, wärmenden Feuer zu verklären. In der eigenen Ehe, im kleinen Kreffe der Familie, vielleicht darüber hinaus bei wenigen Freunden. Man wirst 1«* tens der Freunde der Abtreibung der bürgerlichen Gesellschaft Unchrlichkeit, geheime Sittenlosigkeit vor sich darüber pharisäisch entrüften fft ein wirkungsicher Protest — ehrlich fein, ehrlich bleiben, ander« dadurch zu unbedingter Ehrlichkeit zwingen, das ist bester. Vor absoluter Ehrlichkeit muß schließlich jeder o-e Waffen strecken. Damit ist schon manches getan.
Das schwerste aber und man könnt« bald sagen da» „Notwendigste" — ist die A k t i o n gegen bie totrt« schaftliche Not. Die wirtschaftliche Not M oie Achse, um die sich der Gesamtkomplex des Paragraphen 218 bewegt. Arbeitslosigkeit, Wohnungselend, Untern ernährung! Wir wffsen alle darum. Manche von uns spüren vielleicht alle diese Härten am eigenen Aber aus dem Wissen um solche Not erwächst geraoe uns katholischen Frauen eine gewaltige Verpfuchmng zum Helfen, und zwar zum ganz persönlichen Was nutzen Organisationen, wenn man keine Herzen roärme dabei spürt. Sie verpflichten weder der gibt, noch den, der nimmt, sind die quemste Art, sich sozialer Verantwortung zu ziehen. Hllf« am werdenden Leben mutz benbig, blutwarm sein: nirgends braucht man
Menschen nötiger und die Karthothek weniger als 0 • Unmöglich? O nein! Man fängt in der eigenen Ile an, Hilst der Nachbarin, einer Freundin aus Gemeinde, erweitert langsam feine Kreise, so Kräfte eben reichen. Auch die materiellen Krane, noch so glücklich fft, etwas zum Verschenken zu y« in dieser Notzeit, und er geizt damit, der darf l'to über kulturbvlschewistische Zersetzungserschemu^ wundern. Die Notzeit der einen ist immer die P zeit der anderen, ihre „Bewährungsfrist" tonnte sagen, denn Glück und Leid sind nicht nur Gabe, i
garantieren. Wer wirklich mit dem Leben davonkommt, rettet sich aber doch nicht Gesundheit, Lebensfreude, Liebesfähigkeit, Lieb« des Mannes — die Statistiken der Frauenkliniken und die Krankenlisten der Psychotherapeuten sprechen darüber eine sehr beredte und ganz andere Sprache. .Di« Abtreibung fft eben nicht nur Technik. Sie ist eine ethische Angelegenheit. Eine seelische.. Ein religiöse. Und darum ist es fo unfaßbar, daß Frauen sich für Aufhebung des Paragraphen 218 einfetzen und an der „Aufrüttelung des Volksgewissens gegen Paragraph 218" arbeiten.
dem Aufgabe. „orfagt
Bisher haben katholische Frauen noch nie sJlt wenn sie vor großen Ausgaben standen. «iC auch hier nicht versagen, wo Bestimmung — aller Lebendigen" nannte Gott das Weib u gäbe' eins sind. Und es märe so schön, wenn c %je&e warmherzigen Verständnis und der opferbereite katholischer Frauen eine Stützung bes, ^ara3grapbijnget erwüchse, vor der auch die leidenschaftlichsten der Abtreibung die Waffen strecken müßten — ~ Aktion, die ttatükkich, menschlich, mütterlich rväre.