uldaerZertung
Anzeiger für die Stadt Fulda und den Landkreis Fulda. Amtliches Kreisblatt.
Donnerstag, 14. Mal 1931
Mrs. 58.
Neue Enzyklika über die Arbeikerfrage
Außenpolttische Beratungen des Kabinetts
gegen uns, aber wir find nicht so gering, daß die
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Ungerechtigkeit sich nicht an denen, die sie fördern, j rächen würde.
Das berühmte Kloster Escorial bei Madrid.
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Briand oder Doumer?
wtb. Paris 13. Mai. (Eig. Meld.) Die Morgenpresse ergeht sich je nach ihrer Einstellung in Prophezeiungen über das Ergebnis der französischen Präsidentschaftswahl. Einmütig wird festgestellt, daß ein heißer Kampf ausgefochten werde. Mittwoch nachmittag zwischen 4 und 5 Uhr ist die Entscheidung zu erwarten.
Wie die Kölnische Volkszeitung erfährt, har Pius XL dieser Tage ein neues Weltrundschreiben über die Arbeiterfrage fertiggestellt, -as die berühmte Enzyklika Leos XIII. über diesen Hegenstand der modernen wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung entsprechend ergänzen wird. Penn feierlichen Empfang der internationalen Pilgerzüge zur Vierzigjahrfeier der Enzyklika Rerum novarum bei Pius XI. in dem Damasushof werden am Freitag Auszüge der neuen lehramtlichen Kundgebung in verschiedenen Sprachen ausgegeben.
I In Rom trafen die Vorstandsmitglieder des Reichsverbandes der katholischen Arbeiter- und Ar- beiterinnenvereine ein,, Prälat Walterbach, Abge- Z Mdneter Joos, Generalsekretär Schmitt (Berlin), Sickler (Köln), Schwarzer (München), ferner der Vorsitzende des Gesamtverbandes der christlichen
lichkeit, daß er sich täuscht. Es gibt auch einige Länder in Europa, die den Gedanken der deutschösterreichischen Zollunion gar nicht so übel finden, und gerade haben wir aus dem Munde des ungarischen Ministerpräsidenten gehört, daß er eigentlich bedauert, noch nicht zum Beitritt aufgefordert zu sein. Er hält den Plan für sehr wichtig und sörderlich. Frankreich scheint nun immer wieder 3u vergessen, daß es außer seinen Interessen in Europa auch noch andere gibt. .
Auch der Reichskanzler Dr. Brüning hat auf diese Dinge angespielt, als er am Sonntag in einer Zentrumsversammlung im Obdenburgischen, wo ja am 17. Mai der Landtag neu gewählt wird, die gegenwärtige politische Lage besprach. Seipe Rede hat sich so ziemlich mit allem besaßt, was in den letzten Wochen die deutsche Politik bewegt hat. Zunächst ist erfreulich aufgefallen, wie scharf er mit der Rechten ins Gericht 'geht. Man hat ihm von dieser Seite in letzter Zeit wiederholt zu schmeicheln gesucht, und gerade in Oldenburg hat Hugenberg kürzlich die besonders in Preußen viel besprochene Bemerkung gemacht, daß man unter einer kommenden Rechtsregierung den Katholiken müsse Gerechtigkeit widerfahren lassen. Wir dürfen daran erinnern, daß vor noch gar nicht so langer Zeit der Kanzler Brüning sich mit Empörung gegen die Versuche wenden mußte, die Reichsregierung zu verdächtigen, weil ein Katholik an ihrer Spitze steht. Es entspricht der ganzen Art dieses Mannes, daß er am Sonntag die Schmeicheleien, die ihm in letzter Zeit von rechts her gesagt worden sind, mit kühler Uninteressiertheit zurückwies. Heute, so sagte er, finde die Regierung manchmal auch bei den Gegnern eine milde Kritik. Wenn man aber sage, diese Maßnahmen hätten schon vor vier Jahren getroffen werden müssen, dann wäre manches anders geworden, dann müsse er daran erinnern, daß die Rechte zweimal in der Reichsregierung gesessen habe, und daß manche Fehler, mit denen der Kanzler heute aufs schwerste ringe, gerade damals gemacht worden sind. Das ist deutlich, und wir danken Brüning dafür, daß er sich durch die heutigen Redereien den Blick nicht trüben läßt.
Brünings ganze Politik ist, wie er auch in dieser Rede wieder zeigte, auf nüchterne Sachlichkeit und unerbittliche Wahrhaftigkeit gestellt. Darum hat er auch der Wirtschaft am Sonntag seine 'Meinung gesagt. Auch sie hat Fehler gemacht, namentlich die heute so draufgängerischen Herren des Reichslandbundes. Brüning gab zu verstehen, daß auch nach seiner Meinung die Landwirtschaft nicht alle Hilfskräfte des Reiches für sich allein in Anspruch nehmen kann. Ihm geht es darum, daß die Gesamtwirtschaft, die ganze finanzielle Situation des Reiches wieder in Ordnung gebracht wird, und er kündigt weitere Sparmaßnahmen an, die in 14 Tagen bekanntgegeben werden sollen. Auch hier wieder der Hinweis, daß die Regierung keine Angst davor hat, dem Volk die Wahrheit zu sagen und ganz bestimmte gesetzgeberische Arbeiten anzupacken.
Auch nach Frankreich hin hat der Kanzler einige mutige Worte gerichtet. Die deutsch-österreichische | Zollunion ist eine rein wirtschaftliche Angelegenheit. Man kann sie nicht, sagte Brüning, mit Posaunenblasen und Trommelwirbeln behandeln. Trommelwirbel machen hgute nervös. Wir haben es nur mit wirtschaftlicher Aufbauarbeit zu tun. Kein verantwortungsbewußter Staatsmann darf in diesem Augenblick das Wort Krieg auch nur in den Mund nehmen. Wer es tut, versündigt sich an Europa. Diejenigen Staatsmänner, die diejes Wort aus ihrem Sprachschatz völlig streichen, dienen dem Frieden am meisten. Briand hatte gesagt, die Franzosen seien hie Soldaten des Friedens. Das sind auch wir, entgegnete Brüning am Sonn, tag, aber wir sind noch mehr, wir sind auch die Opfer des Friedens. Wir bringen täglich als Volk Opfer für den Friedensgedanken Das Ausland hat davon vielfach feine klare Vorstellung. Und dann folgte in der Kanzkdrrede ein Wort, das ver- mvkkich sehr viele Kommentare finden wird: es muß alles von» Standpunkte der Furchtlosigkeit aus geregelt werden. Das Mißtrauen könne nicht durch Rüstungen aus der Welt geschafft werden, sondern nur durch Gerechtigkeit, auch für den Unterdrückten. Die Kritik, so schloß der Kanzler, die seinen Worten folgen werde, scheue er nicht.
Man wird sagen dürfen, daß eine solche Rede lange nicht mehr von verantwortlicher deutscher Seite gehalten worden ist. Der französische Chauvinismus wird sie Empörend und alarmierend finden. Das ist verkehrt. Der Kanzler hat nur gesagt, was wir alle fühlen. Man ist nicht gerecht
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In einer durch Rundfunk verbreiteten Rede betonte Ministerpräsident Zamora, die Regierung fei fest entschlössen, eine Wiederholung der Attentate auf Kirchen und Klöster zu verhindern, um die Republik zu verteidigen und das nationale Interesse zu wahren. Zamora gab dann seinem B e - dauern besonders über die Angriffe auf die Klöster Ausdruck, durch die das religiöse Gefühl zahlreicher Personen verletzt worden sei. Die Regierung wolle die Republik schützen, ohne f?e durch Willkürakte zu entehren. Die Freiheit des Gewissens und der Ausübung der Kulte sowie der Schutz aller Kultstätten würden einen Bestandteil der Verfassung bilden. Zum Schluß feiner Rede sprach der Ministerpräsident der Gendarmerie seine Anerkennung aus und richtete an die Bevölkerung die Bitte, zur Arbeit zuriickzufehren.
In Sevilla kam es jedoch am Dienstag zu Unruhen ähnlich denen in Madrid. Bereits in den frühen Morgenstunden bildeten sich zahlreiche Gruppen von Hunderten von Personen, die hie Klöster zu stürmen versuchten. Als erstes wurde das Iefuiten-Kolleg ein Raub der Flammen: dann wurden zwei Klöster im Arbeiterviertel Triana in Brand gesteckt: sodann überfiel die Menge die St. Josephs-Kapelle im Zen- trum der Stadt, eines der hervorragendsten B a u- denkmäler des 18. Jahrhunderts, das seinerzeit als Rationalmonurnen» erklärt worden mar. Die St. Josephs-Kapelle ging vollkommen in Flammen auf. Ebenso wurde das Kloster Buen Suce ein Raub der Flammen. Um 10 Uhr vormittags wurde der Belagerungszustand erklärt. Die Mönche und Nonnen haben die Klöster verlassen und Zuflucht in der Stadt gesucht. Die Tumulte haben die Bevölkerung außerordentlich erregt.
wtb. Madrid. 13. Mai. (Eig. Meld.) (Agentur Fabra.) Nach Besprechungen mit den Verwaltern der Börsen von Madrid, Barcelona und Bilbao beschloß der Finanzminister, die Wiedereröffnung dieser Börsen auf nächsten Montag zu verschieben. In einer Mitteilung an die Presse
Xr. Hl : *
Dieser Sonderausschuß trat am 11. Mai zu einer "sten Tagung zusammen. Ihr kommt eine große «eöeutung zu, was schon daraus hervorgeht, daß 2 vn Sonderausschuß die gleichen Vertreter der Mierungen entsandt wurden, die an den Veredlungen der Abrüstungskommission teilgenom- EN haben. Deutschland entsendet Ministerialdirek- 181 2r. Göppert vom Auswärtigen Amt.
Der tapfere Kanzler.
< Dir haben in den letzten Wochen allerhand be- ^dhliche Töne aus Frankreich vernommen. Der "•Wterpräfiöent hielt es einmal für notwendig, 2L®ie französische Waffenmacht hinzuweifen, als wir uns im Jahre 1923 befänden. Auch hat eine zeitlang wütend mit Blicken ge- ; und deutlich genug die Fäuste geballt. Jetzt ? ,«r ein wenig ein und darf sich dafür vom quicken Außenminister Dr. Curtius ein Kompli- machen lassen, eine staatsmännische Rede ge- zu haben.
x mar gut, daß Curtius am Samstag abend ft-pfi das Bankett des Vereins Ausländische jjJ"6' das alljährlich die Regierungsspitzen und
^plomatische Vertreter vereinigt, benutzte, um j,“[ “ in einer klaren Antwort zu sagen, was Liegen war. Curtius hatte diejenigen, die feine jjlt-2 uach Paris und in die ganze Welt fabeln, kn herum, und Mißverständnisse konn-
Entstehen. Der deutsche Außenminister et,. ‘Jar, was wir in Deutschland seit Wochen sa- kin nr Er fügte hinzu, daß es immerhin feit- wenn gewisse Staaten sich über eine Schrift entsetzlich aufregen, aber dennoch 6t notwendig finden, der deutschen Regierung ^niaren, worin denn nun das Aufregende liegt, kben F°!rd sich, als er Curtius Rede las, gesagt './Mß hier allerdings eine Versäumnis vor- 8töhero man im Jahre 1931 nicht mehr mit der 8reii/^.^urnehmheit und der unnahbaren Würde !?rbeiei begründen kann. Diese Zeiten sind Wenn aber Briand hofft, in Gxnf alle uuf den Tisch legen und damit Furore " 3u können, so besteht immerhin die Mög-
Gewerkschaften, Bernhard Otte, mehrere Mitglieder der Wirtschaftsbeiräte des Zentrums und der Bayerischen Volkspartei mit Dr. Fonch sowie Mitglieder des Verbandes der katholischen kaufmännischen Vereine und des Reichsverbandes katholischer kaufmännischer Gehilfinnen und Beamtinnen. Bischof Sproll von Rottenburg hat den Ehrenvorsitz des süddeutschen Pilgerzuges.
Das große Ereignis des Erscheinens eines Weltrundschreibens über die soziale Frage verstärtt machtvoll die hohen und zuversichtlichen Erwartungen, mit denen gerade die bewährten Führer unserer katholischen Arbeiterbewegung die Rom- Pilgerfahrt zum Grabe des unvergeßlichen Leos XIII. und zum Throne seines ftarfmütig die wichtigsten Gegenwartsaufgaben des Christentums meisternden Nachfolgers unternehmen.
reift bekanntlich heute nachmittag ab.
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Heber die von der deutschen Delegation Eenf einzunehmende Haltung ergab sich Trund der Ausführungen des Reichsministers Auswärtigen völlige Einmütigkeit.
Gegen den Krieg.
C.N.B. Berlin, 13. Mai. (Eig. Meld.) Das Reichskabinett ist heute vormittag um 10 Uhr zusammengetreten, um die außenpolitischen Beratungen, die der Vorbereitung der Genfer Tagung gelten, zum Abschluß zu bringen. Kie Beratungen haben sich über mehrere Tage hin- gezogen, weil der Derhandlungsstoff diesmal recht umfangreich ist und eine Reihe schwierige Probleme umfaßt. Die deutsche Delegation
Die Ereignisse in Spanien.
Oie Verbrechen der gottlosen Anarchisken-Gruppe an Kirchen und Klöstern. — Zerstörte Kunstschätze.
* Aus dem preußischen Landtag. Der Preußische Landtag verabschiedete endgültig das neue Polizeiverwaltungsgesetz. In der weiteren Debatte zur dritten Etatslesung sprach Ministerpräsident Braun über die Osthilfe.
. * Verschärfung der Straf Vorschriften zur Werkspionage-Abwehr. Wie der „Börsen-Courier" mitteilt, haben zwischen den beteiligten Ministerien des Reichs und Preußens Besprechungen stattgefunden, die eine Neuregelung der Gesetzesmaßnahmen gegen Werkspionage zum Gegenstand hatten.
* Gefängnis für einen französischen Abgeordneten. Die Pariser Straffammer verurteilte den radikalen Abgeordneten Delabarve wegen Unterschlagung und Wechselfälschung zu einem Jahr Gefängnis ohne Bewährungsfrist und Rückerstattung des unterschlagenen Geldes in Höhe von 100 000 Francs.
* Acht Staatsmänner nehmen sich des Werks Frikhsos Nansens an. Anläßlich des Todestages von Frithjof Nansen, der sich am 13. Mai zum ersten Male jährt, richtete heute ein Komitee von eicht führenden europäischen Staatsmännern einen Appell an die Oeffentlichkeit, in dem um die Schaffung eines Fonds zur Fortführung der von Nansen begonnenen Flücht-
l i n g s f ü r s o r g e geworben wird. Der Ausruf ist unterzeichnet von Briand, Lord Cecil, Dr. Curtius, Grandi, Henderson, Masaryk, Mo- winckel und Denizelos.
* Bomben-Altentak in Indien. (Eig. Meld.) Wie aus A d a m p u r (Indien) gemeldet wird, ist dort eine Bombe erplodiert, durch die der Gene- ralfeFretär des Kongreßkomitees des Bezirkes Adampur und ein Kongreßmitglied schwer verletzt wurde. Die Polizei verhaftete ein Mitglied des Kongresses und nahm in den Diensträumen des Kongreßkomitees in Hoshiarpur eine Haussuchung vor. _______________________
3« drei Stunden London—Vertin.
Der amerikanische Rekordflieger Frank M. Hawsk, der Dienstag mittag um 12 Uhr in London startete, ist nachmittags um 2.55 Uhr, also nach noch nicht drei Stunden, auf dem Tempelhofer Flughafen glücklich gelandet. Hawk hat damit eine beispiellose Leistung vollbracht, indem er die rund 1000 Kilometer lange Luftstrecke mit 330 Kilometer Stundengeschwindigkeit zurücklegte.
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Bei Courtrai geriet ein belgisches Militärflugzeug 200 Meter über dem Erdboden in Brand. Die beiden Offiziere, die sich in dem Flugzeug befanden, verbrannten.
* Urteil in einem Schmiergelderprozeß. Das Gericht verurteilte im Schmiergelderprozeß gegen den Berliner Stadtoberinspektor Borchardt die Angeklagten Kugel zu drei Monaten Gefängnis, Herzog und die Gräfin Talleyrand zu je sechs Monaten Gefängnis. Das Verfahren gegen Borchardt, das wegen der Folgen seines Selbstmordversuches abgetrennt werden mußte, wird folgen, sobald er wieder hergestellt ist.
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erklärte der Minister, trotz der letzten Ereignisse hätten die Wertpapierbefitzer die Ruhe nicht verloren und die Banken arbeiteten in normaler Weise. Der Minister fügte hinzu, es seien Börsenmanöver geplant, um einen Kursrückgang der Wertpapiere herbeizuführen. Diese Manöver seien mit den Ereignissen der letzten Tage in Zusammenhang zu bringen- Der General, kapitän von Madrid hüt in der ganzen Stadt dis Truppen besichttgt, die den Patrouillendienst versehen und Klöster und Kirchen bewachen. Die Bevölkerung begrüßte ihn mit Beifallsrufen. Der Minister des Innern erklärte Pressevertretern, die Ruhe sei in allen Städten wieder hergestellt.
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wtb. Granada, 13. Mai. (Eig. Meld.) Hier werden noch weitere Klöster in Brand g e • ft e cf t. Der Belagerungszustand ist über ' die Stadt verhängt worden. In ganz Andalusien wird die Feindschaft gegen den Klerus von gewisse »Elementen zur Anstiftung von Unruhen benutzt. In Kordoba erfolgten Zusammenstöße zwischen der Polizei und den Aufständischen. Wie verlautet, sollen dort 4 Personen getötet und etwa 10 verwundet worden fein, darunter einige schwer.
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Nach einer Havasmeldung aus Madrid wurden die Vorstandsmitglieder der monarchistischen Vereinigung Cobian und Cuampo verhaftet, ebenso der Führer der Nationalistenpartei Dr. Albiano: die Minister der Diktatur Galo Ponte und Cornejo sind nach einem Verhör ins Gefängnis abgeführt worden. Der General staats» a n w a l t erklärte, daß zwischen einem monarchistischen Plan zur Wiederherstellung des alten Regimes und der Tätigkeit verschiedener in Paris lebender Aristokraten enge Beziehungen bestünden. Schon aus diesem Grunde werde er gegen „Alfonso de Bourbon", der nicht mehr als König der Spanier gelten könne, eine Strafverfolgung einleiten.
Auf der letzten Vollversammlung des Völkerbundes im Jahre 1930 wurde über einen Abkommensentwurf über kriegsvorbeugende Maßnahmen verhandelt, welcher auf einen deutschen Vorschlag zurückzusühren ist, den in der zweiten Tagung E Sicherheitsausschusses im Jahre 1928 der deutsche Vertreter, Staatssekretär v. Simfon, vor- iriegt hatte.
,3m Wesentlichen läuft dieser Vorschlag darauf hmaus, daß sich im Falle eines internationalen Konfliktes die Staaten im voraus verpflichten, die »«läufigen Empfehlungen des Völkerbundsrates m Hinblick auf eine Verschärfung und Ausdehnung «nes solchen Konflikts anzunehmen und durchzu- . sichren, daß sie int Falle von Kriegsgefahr sich verpflichten, die Empfehlungen des Dölkerbunds- wtez auf Aufrechterhaltung oder Wiederherstellung des militärischen ftatus guo der Friedenszeit an« Mehmen und durchzuführen. Wenn Feindseligkeiten bereits ausgebrochen und sämtliche Versuche «s Völkerbundes für eine friedliche Regelung des Konfliktes gescheitert sind, verpflichten sich die Staaten im voraus, auf Vorschlag des Völkerbiknd-
einen Waffenstillstand abzuschließen und die Truppen, die bereits die Grenze überschritten haken^ zurückzuziehen.
In der Vollversammlung des Völkerbundes 1930 Wen die Grundlinien des beutfd)en Vorschlages »»gemeine Zustimmung, jedoch wurden einige Ab- anserungsvorschläge eingebracht, über die ein vom Mkerbundsrat eingesetzter Sonderausschuß sich zu veraten und das endgültige Abkommen auszuar- beiten hatte.
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