Ar. 110
Beilage zur Fuldaer Zeitung
13. Al«
Lob der Technik.
Die Maschinen gleißen durch die Halle aus Granit und Eisen. Hammer dröhnen.
Walzen stöhnen.
Die geölten Kolben stampfen, Riemen schwirren, Röhren dampfen.
Urgewalten, feurig einst und schäumend, wild, vernichtungsfroh zum Himmel bäumend, dann im Kampfe mit dem Kalten, Feuchten hart geworden, aber arm an Leuchten —
Urgewalten, nun zum Licht gehoben, feiern rauschend und mit blanker Stirn, frei in Banden, ihre Neugeburt aus dem tiefsten Schacht, dem Menschenhirn.
Ludwig Scharf.
Siedlerschule Haus Malgendorf.
Für die Mädchen ist ihr eine moderne Haushaltungsschule angegliedert.
Der große Herrensitz Schloß Matgendors, mitten im mecklenburgischen Siedlungsgebiet, wird zur Zeit vom Katholischen Iungmännerverband zu einem schönen -und zweckmäßigen Schulheim umgebaut und eingerichtet. Es führt jetzt den Titel „Siedlerschule Haus Matgendorf". Die Schaffung dieser neuzeitlichen Schule ist in katholischen Kreisen begeistert begrüßt worden.
Mit diesem Heim ist auch eine zeitgemäße Haushaltungsschule (Mädchenpensionat) verbunden, deren Lehrplan den Aufgaben der neuen Zeit bestens gerecht wird. Da wird nicht nur eigentliche Hauswirtschaft in allen Fächern und Gartenbau gelehrt, sondern auch Löbenskunde, Volkswirtschaft, Familienpflege, Volkstum. Die Leitung des Hauses liegt in Händen eines geistlichen Präses, für die einzelnen Fachgebiete stehen tüchtige Lehrkräfte zur Verfügung. Die Leitung der Mädchen hat eine geprüfte Hauswirtschaftslehrerin. Von besonderem Vorteil dürfte es sein, daß jeweilig nur 20 Schülerinnnen zu» gelassen werden, wodurch eine intensive Erziehung gewährleistet^ ist. Der Pensionspreis beträgt monatlich nur 25 Rm. Die Schülerinnen werden von Duisburg bezw. Münster oder Osnabrück aus geführt. In diesem Jahr handelt es sich um einen ver» kürztenLehrgang,deram15. Iunibeginnt und am 15. Dezember schließt. In dem schönen Prospekt heißt es „Das aber sagen wir Euch voraus: Wenn Ihr zu uns kommt, das Jahr in Haus Matgsn- dorf, es wird ein Jahr tüchtiger Arbeit und festen Lernens sein, es wird aber auch eines der schönsten Eures jungen Löbens werden."
Eltern, denen an einer gediegenen, praktischen und neuzeitlichen Ausbildung ihrer Töchter liegt, werden gut tun, ihre Töchter in diese Schule zu schicken. Die Fahrpreise werden bis zu 50 Prozent ermäßigt. Um Auskunft und Anmeldung wende man sich am besten an: Hochwürden Generalpräses Monsignore Ludw. Molker, Düsseldorf, Junghaus 10118.
Aus der Zungmiidcheu-Veweglmg.
Jugendtreffen der Jungfrauen des Dekanates Hünfeld in Marbach.
Der 3. Mai war für die katholische Mädchenwelt des Kreises Hünfeld ein marianischer F e st t a g. Gleichzeitig mit den Abgesandten des Dekanates Hünfeld in Marbach tagte in Kirchhasel das Dekanat Eiterfeld. Der Frühling aufblühender Marienliebe und des regen, wachsenden Kongregationseifers ist eingezogen, und gebe Gott, daß er reiche Frucht bringe in dem Jungvolk der kathol. Kirche.
So ein Mädchentreffen großen Stils ruft die Kritiker. Die einen wehren ab: Mädchen gehören ins Haus, ins Heim, in den Kreis der Freundinnen, nicht aber auf die Straße zu Festzügen, nicht aber zu Kundgebungen. Das sei ja doch nur ein Nachmachen und Nachahmen der männlichen Jugendführungsarbeit.
Das sind doch Gründe. Sie haben ihr Gewicht. Sie sollen und dürfen es auch behalten, trotz eines Bezirkstreffens. Solche Mädchentage haben ja sicherlich nicht den Sinn, aus dem Heim herauszuführen, Jugendfreundinnen zu lassen und statt feines Familienleben das Zigeunerleben zu fördern. Und Abklatsch männlicher Ju- genführungsarbeit braucht ein Mädchentreffen nicht zu fein. Es kann Mädcheneigenart tragen und die Frauenkräfte zur Wirksamkeit und Entfaltung kommen lassen.
Andere Kritiker meinen, es kommt ja doch nichts dabei heraus. Nun, diese Erforscher der Seelen und der Herzen können aber nicht alle Wirkungen sehen und von vielen Mädchenaussagen weiß ich, daß dieses Urteil in seiner Allgemeinheit sicher falsch ist.
Wer Marbach miterlebte, konnte Stunden feiner Freude an der Jugend und mit der Jugend mit Hunder
ten teilen. Was mir besonders auffiel, ist folgendes: So ein Treffen weckt viel frohe Jugendgemeinschaft. Es sind doch alles Marienkinder. Warum dürfen sie sich nicht alle einmal sehen und sprechen, gemeinsam ihre Lieder singen? Der Klang der Lieder wird stärker, der Inhalt der Lieder singt sich tiefer in Herz und Gemüt, und der Freude können wir nie genug schaffen für das Jugendreich der Kinder Gottes.
So ein Treffen weckt Idealismus und stärkt die innere Kraft zur Treue. „Wirklich, das war schön. Aber jetzt wollen wir auch schaffen und arbeiten, daß unsere Kongregation hoch kommt und daß etwas geleistet wird, daß die Mädchen Zusammenhalten und sich gegenseitig hoch halten". Ja, so weckt man Begeisterung und das Gefühl, viele stehen an meiner Seite und wollen auch unter dem Lilienbanner Mariens ausharren bis zum Tode, das hebt, stärkt und fördert die katholische Mädchenarbeit.
Und das kann man wohl auch sagen: Man erlebt — viel stärker als sonst — in großen Feierstunden die Ideen und Werte der Kongregation — Was in Marbach Frl. R a s ch rn a n n-Hünfeld und die Diözesanpräfektin Frl. Gewerbelehrerin Lurch Kassel sagten, machte tiefen Eindruck. Wenn Mädchen zu Mädchen sprechen, aus aufrichtiger Seele, aus Verantwortung für das Schicksal der Mitschwestern, so läßt das alle Herzen mitklingen. Der erzieherische Wert der Kongregation und die Wesensmerkmale marianischer Kongregationsarbeit sind sicher Themata, die Wertvolles mitgeben können. Man konnte feststellen, mehr als die Worte wirkt die Persönlich
keit, und Frl. Lurch gab dem Tag tiefe, religiöse Weihe und seelischen Erfolg. Man möchte unter dem Eindruck solcher Worte in alle Welt es hineinrufen: Wieviel weckende und stärkende Kraft liegt noch ungenutzt in dem tiefen Schacht wertvoller Mädchenperfönlichkeiten! Setzt diese Kräfte ein im Reiche Gottes, in der Mädchenlnl- dungs- und Erziehungsarbeit!
Zuerst trafen sich die Mädchen zur Marienfeier in der Kirche. Herr Diözesanpräses Pfarrer Wehner- Kassel spricht über heutige Kongregationsarbeit und be- handelt besonders das Apostolat. Die Andacht ist feierlich. Feine Mädchenchöre fingen Mariens Lob und bringen horchende Stille ins junge Menfchenherz. „Mutter, Mutter, erhöre mich." Wie aufrichtig und wie vertrauensvoll klangen doch die Bitten des „Gedenke"!
Die Stunden im Saal gehen rasch vorbei. Alles ist von den Mädchen selbst vorbereitet und zeigt, daß gut gearbeitet wird. Lieder der Gitarrengruppen, Chöre, Reigen der jungen Marienschwestern, Singspiele und Heiteres ist gut gewählt. Die Stimmung wächst. Schade, daß wir schon Abschied nehmen müssen.
Frisch und froh ziehen die einzelnen Kongregationen bei herrlichem Maienwetter der Heimat zu, zu dem schützenden Heim, in das sie Freude bringen vom schönen Jugendtreffen in Marbach.
*
Am Montag, den 4. Mai, war in Hünfeld B e - zirksvorständekonferenz. lieber diese Tagung wird im nächsten Jugendblatt berichtet.
Kann man ans dem Lande jugendlich froh sein?
In der Wochenschrift „D as Neue Re ich" veröffentlicht Pfarrer Joseph Weigert eine Reihe von Artikeln über die Lebensalter auf dem Lande; hier der Teil, der die Jugendzeit behandelt:
Der Sinn der Jugendzeit ist: jugendlich froh fein und in den Ernst und in die Aufgaben des Lebens hineinwachse n. „Freue dich, Jüngling, in deiner Jugend und laß dein Herz guter Dinge fein in den Tagen deiner Jugend, folge den Neigungen deines Herzens und dem, was deine Augen begehren — aber wisse, daß dich Gott über alles vor Gericht führen wird". (Red. 11, 9).
Kann man auf dem Lande jugendlich froh fein? Wenn die Jugend noch gar nicht wach geworden ist und — abgesehen von der pftichtmäßigen Schule — gar nicht an ihr gearbeitet wurde, bann hat sie ein ödes Leben. Wenn sie nicht spielen, fingen, lesen, wandern, nicht die freie Zeit in schöner Geselligkeit benützen lernt, bann ist sie zu bebauem. Mir hat ein Bursch aus einem Städtchen gesagt: „Bei uns sind die Burschen froh, wenn der Sonntagsnachmittag vorbei ist." Das ist etwas vom Traurigsten, was man hören kann: junge Leute, gesund an Leib und Seele — sie haben eine freie Zeit, in der sie sich nach Belieben beschäftigen können, sich vergnügen, ihre Kräfte üben können — und da wissen sie gar" nichts, was sie freuen könnte, anzufangen. — Tatsächlich gibt es auf dem Lande noch viele junge Leute, die für nichts zu haben sind, was Geist und Herz bildet — vielleicht noch für den Sport! Wenn die Jugend wach geworden ist, .bann kann sie sich ttn schönes, gehaltvolles Leben machen. Dieses Wachsein zeigt sich darin, daß der Junge 1. sich selbst bemüht; 2. sich in einem Verein betätigt und 3. in der Familie seinen Platz ausfüllt.
1. Der Junge muß sich selbst bemühen. Er muß seinen Beruf kennen lernen und nicht bloß körperlich feine Arbeit beherrschen, sondern auch die inneren Gründe seiner Arbeiten kennen. „Nur auf dem Wege geistiger Durchbildung kann das deutsche Bauerntum zu einer-dauernden Besserung seiner wirtschaftlichen Lage kommen" (Löwenkamp: Bauernschulung 1930. 14). Mehr ist hier darüber nicht zu sagen. Die Kraftquellen der bäuerlichen Kultur müssen chm erschlossen werden: Natur, Heimat, Familie, Dorfgemeinschaft, Religion, damit er Siebe zu feinem Berus, Anhänglichkeit an die. Scholle und vernünftigen Bauernstolz bekomme. Außerdem soll er seine Fähig! eiten ausbilden. Es sollte jeder neben seinem Berus, wo möglich, noch ein Gebiet haben, in dem er Herr ist, in dem ihm kein Mensch etwas dreinzureden hat, weil es feine freie Zeit ist, die er ausnützt, wie vorhin schon angedeutet wurde. Jeder Mensch hat eine besondere Anlage und Neigung, auch der Junge auf dem Lande: zur Musik und zum Singen, zum Basteln und zur Handfertigkeit, zur Obstbaumpflege und Bienenzucht. Einer liest gern ein schönes Buch, ein anderer hat Geschick zum Theaterspielen — was ihm so liegt, soll er für sein Leben ausnüijen und sich so Abwechslung und Freude verschaffen. Das kann er auch durch Wandern in der
näheren Umgebung, um sie und ihre Ueberlieferungen kennen zu lernen.
2. Der Junge braucht den Verein. Früher brauchte man ihn nicht. Da waren die Kräfte der Familie so stark, daß sie den Jungen erziehen und behüten konnten. Die Familie versagt heute darin sehr.
Früher gaben die älteren Leute den Ton an, jetzt tun es di e jungen. Darum haben sie auch die Verantwortung, sich durch Zusammenschluß selbst zu helfen und bas Landleben auf eine höhere Stufe zu bringen. In den Zu- sammengeschlofsenen entsteht eine größere sittliche Kraft, eine gegenseitige Stützung, eine Art Gemeingeist und ein Bewußtsein der eigenen Kraft. Wie man im Schritt und Tritt des Marsches leichter geht, wie da der Müde aufgerüttdt, der Schlappe mitgerissen wird, so ist es auch in geistiger Beziehung. Allein verkümmert der Mensch; er hat wenig Hoffnung, sich durchzusetzen. Aber im Zusammenhang mit Gleichgesinnten wird er sich seiner Bedeutung und seines Wertes bewußt. Dr. Maria Bidlingmaier („Die Bäuerin in 2 Gemeinden Württembergs" 1918, 160) schreibt: „Nach der Schule gehen die besseren Bauernmädchen in den Verein; ebenso machen es die Burschen. Da verbringen sie ihre freien Sonntagsnachmittage, im Winter auch manchen Abend lesend, schreibend, spielend und singend. — Der ungebändigte Teil der Burschen bleibt vereinslos. In Gruppen steht er da und dort des Sonntags an der Straße. Eine Schar der Kameraden zieht hinaus zum Bahnhof, ein anderer wandert in die Felder, ein dritter auf der Straße dem nahen Wäldchen zu; dort trifft man am ehesten die jungen Mädchen." Man hört ost die Klage: der Verein entzieht ihn der Famllie — der Junge bleibt lange aus, trinkt, braucht Geld. — Der gutgeleitete Verein unterstützt die Familie. Alles, was in ihm gelungen, erzählt, gespielt wird — soll auch in die Familie gelangen und deren Leben bereichern.
3. Der Junge braucht die Familie. Wie das Kind die Familie braucht, davon war schon die Rede. Aus dem Lande kann sich der Junge mit 16, 17 Jahren noch nicht selbständig machen und für sich leben. Weil er die Segnungen des Familienlebens genießt, muß er sich einstigen und die Hausordnung ein« halten. Das muß hier genügen! Selbstbemühung, das Vereinsleben und Anteilnahme an einem schönen Familienleben erziehen den Jungen zur Selbständigkeit, zur charaktervollen Persönlichkeit. Elisabeth Gnauch- Kühne hat der Jugend die prächtigen Worte gewidmet: „Geliebte deutsche Jugend! Du stehst im Frühling deines Lebens. Im Frühling steht der Bauer vor dem umgestürzten dampfenden Acker und fragt ihn: „Was wirst du mir geben?" — Der Acker antwortet: „Erst sag mir: was wirst du mir geben?" — So stehst du vor deinem Leben, vor dem großen, geheimnisreichen, wunderbaren Leben. Du fragst es: Was wirst bu mir geben? — Und das Leben steht auf zu dir, wie der Acker zum Sämann und fragt: Was wirft du mir geben? Was streust du in meine Furchen — ®ib dem Leben, was Gott dir gegeben hat, bas heißt nütze deine Kräfte zu deinem Besten und zum Wohle deiner Familie — so nützest bu auch dem ganzen Volke."
Aus, nach Eisenach!
Sonntag, den 17. Mai, findet in Verbindung mit her Feier des 700jährigen Todestages der hl. Elisabeth de! Thür. Katholikentag in Eisenach statt. Dav, muß auch die katholische Jugend erscheinen! Neben den Fahnen der katholischen Studentenverbindungen und der katholischen Vereine sollen auch die Banner und Wimpel unserer Jugendbünde während des Pontifikalamtes aus dem Festplatze wehen. Auch der Anschließende Festzuz durch die Straßen von Eisenach soll ein besonderes @e. präge durch Eure Teilnahme bekommen. Bringt dazu Klampfeund Fiedel mit und kommt in j u g e n d» lich-frischer Kleidung! Nachmittags wolle» wir uns um 3 Uhr zu einer besonderen Huldigung alt unseren Hochw. Herrn Bischof zusammenfinden. An. schließend wird die Jugendgruppe von Weimar vor dem Festaltar für uns den Schluß des lleberlinger Münster- spiels aufführen, das feinen Ausklang finden soll i» einer kurzen sakramentalen Andacht.
Zeigt, daß es auch heute noch christustreue Jugend gibt! Es erwartet Euch
die Diafporajugend von Eisenach.
NB. Der Festbeitrag beträgt für Euch 30 Pf. Falls Gruppen hier übernachten wollen, bitten wir um sofortige Meldung zur Beschaffung von billiger Unterkunft.
Als Lieder für den Festzug und unsere gemeinschast. liche Kundgebung am Nachmittag haben wir vorge. sehen: Wann wir schreiten, Vorerst wolln wir loben. Und unsere lieben Frauen, Trum, trum trum, Und wenn wir marschieren, Es leb der Schütze froh und frei, Heute wollen wir das Ränzlein schnüren, Ich reife übers grüne Land, Auf der Lüneburger Heide, Ich trag in meinem Ranzen, Ich habe Lust im weiten Feld.
Etwaige Anfragen und Anmeldungen für Uebernach- tungen richtet bitte an den Leiter des Festkomitees: Herrn Dr. Müller, Eisenach, Sophienstraße 37.
Wir machen mit!
Beim Katholikentag in Nürnberg im August dieses Jahres! Dieser 7 0. deutsche Katholikentag ist das Ereignis des Jahres. Darum darf es uns nicht entgehen. Wir wollen sorgsam Vorbereitung dafür treffen. Wenn uns einer sagt, es sei zu früh, dann wird uns bas nicht beeinflussen. Es sind ja der Vorbereitungen viele: wir müssen zuerst einmal sparen. Das geht gut, mit lauter kleinen Opfern und Einsparungen. Die spürt man einzeln nicht — und ihr Ergebnis ist mir das Unterpfand zum deutschen Katholikentag im schönen Frankenland. Wir sorgen für Wanderkluft, für frohen Gesang und für Fahnen und Wimpel. Das alles will bei Zeiten vorbereitet fein. Wir brauchen eine Einheitsfront. Eine mächtige Veranstaltung muß es werden in Nürnberg, eine Kundgebung aus einem Guß. Ein Erlebnis, ein Bekenntnis, ein Eid für unseren göttlichen Heiland und seine (Eine, Heilige, Katholische Kirche! Darum beten wir und bereiten- uns innerlich vor.
Volksdeutsche Zugendkundgebung auf dem Nürnberger Katholikentag.
Der Führerring der Katholischen Jugend Deutschlands faßte auf seiner letzten Tagung einmütig den Beschluß, auf dem Katholikentag in Nürnberg zwei größere Volksdeutsche Veranstaltungen der katholischen Jugend zu halten. Die eine ist ein volksdeutsches Führer« treffen. Es soll über die Grundlage volks- und auslanddeutscher Arbeit wie über die Möglichkeiten gemeinsamen Vorgehens gesprochen werden. Die zweite Veranstaltung ist eine Kundgebung, die im Rahmen einer Feierstunde gehalten wird. Zu den beiden Veranstaltungen sind neben der reichsdeutschen katholischen Jugend die katholische deutsche Jugend aus Oesterre. ch und der Tschechoslovakei, für die Nürnberg be« foübers günstig liegt, und aus allen anderen volksdeutschen Gebieten Europas eingeladen.
Don der österreichischen und sudetendeutschen katholischen Jugend wurden die Veranstaltungen auf das frei» bt-gfie begrüßt. Sie werben — erstmals auf Einladung der K.J.D. — katholische Jugend, werktätige und studierende Jugend, Handwerks-, Industrie- und Bauernjugend, aus den deutschen Volksgruppen Europas zusam- mensühren. Daß dieses Tressen auf dem Nürnberger Katholikentag erfolgt, wird ihm sicher die rechte Grundlage und den großen Rahmen geben.
Meine Mitteilung.
Sichert Euch einen Herbergsausweis!
Die Pfingstferien kommen. Viele Taufende wollen eine große Wanderung machen. Die Nachfrage nach Jugendherbergsausweisen ist groß. Die Ausweise werden beim Städtischen Jugendamt, Zimmer 14, ausgestellt.
Verantwortlich für „Das Blatt der Jugend": Dr. oee, publ. Joseph Sauer- Fulda.
Ms jumpet, Flieget und jaget in Süö-llmetifa.
18] Von Bernhard Schroeder-Wiborg.
Als ich auch dieses köstliche Gericht verzehrt hatte, fühlte ich mich vollkommen gesättigt, nur der Durst meldete sich noch. Aber auch dafür war ja die Abhilfe schon fertig. Ich setzte mir die Wildkürbisschale an die Lippen und trank von der Urwaldlimonade. Sie war nicht kalt — auch nicht kühl —, aber sie schmeckte doch so gut, und ich tränt und trank und mußte doch zugleich an den Tod denken. Damals hatte ich ja die Hoffnung auf Rettung aufgegeben.
*
Noch einige Erfahrungen mit Tieren!
Es ist eine merkwürdige Beobachtung, daß das kleine Kreolenpferd auf weiteste (Entfernungen — zweihundert bis dreihundert Kilometer — zu seiner Heimatestanzia zurückfindet.
Häufig kommt es vor, daß ein nach weithin oerkaufies Pferd Monate später und gerade bei Regenwetter plötzlich wieder bei seinem alten Herrn erscheint.
Woran mag es liegen, daß das Pferd oft über ein halbes Jahr auf der neuen Stelle aushält, uni dann, ausgerechnet in der Regenperiode, der alten Heimat zu- zuwandern?
Die Frage der Pferbehaltung in den nördlichen Tropenstaaren Brasiliens ist eine besonders wichtige. Die Kreuzlähme — Mal be Cadera — nämlich, gegen die es noch immer kein wirksames Mittel gibt, wütet in diesen Gegenden. Das Maullier wird auch
davon befallen, und so sieht man nicht selten den Kuhhirten dort auf einem hochbeinigen Ochsen sitzen.
Ein urkomischer Anblick! Der Gaucho mit seinem Lasso auf einem Rind! Aber das ist in dieser heißen Zone leichtfüßig.
(Es gibt dort total verwilderte Rinder, die zuweilen dem Menschen, ja — wegen ihrer Schnelligkeit — dem Reiter sogar gefährlich werden können.
In den einsamsten Gegenden findet man ganz primitive Viehschlächtereien. Die zu schlachtenden Rinder werden einzeln in einen schmalen Gang getrieben, wo man ihnen einen Lasso um die Hörner wirst.
An diesem Lasso ziehen dann vier schwere Bullen, und bas einzelne Rind kommt dadurch, ob es will ober nicht, auf eine erhöhte Plattform zu liegen. Hier sticht ihm der Matador einen langen runden Dolch genau hinter den Homaniätzen in das Gehirn. Das Fleisch wird — nach der Schlachtung — in dünne Streifen geschnitten, gesalzen und an der Luft getrocknet.
Diese Schlächtereien liegen immer an einem Fluß, und da kann man den berüchtigten kleinen Raubfisch — die Piranga — in feiner ganzen Wildheit beobachten. Wo nämlich die Schlachtreste, Blut und Abfall, in den Fluß fallen, wimmelt es von diesen mit einem unheimlichen Gebiß ausgestatteten Fischen. Das Wasser brodelt, so toben sie. (Einer wirst den anderen in die Lust.
Häufig habe ich Kinder gesehen, die eint mit einem Widerhaken versehene dünne Cisenstange in dieses Gewühl der Raubfische stießen und oft zugleich drei bis vier Tiere durchbohrten und herauszogen.
Fällt ein Mensch (ober ein Tier) in solche Piranga- ■ menge, so verschwindet er sofort und ist in einigen Minuten von den Räubern verzehrt.
Nicht selten hat ein Kreole seine Rache gekühlt, indem er die Person feines Hasses an solcher Stelle in den Fluß stieß.
Nun will ich noch von einem anderen Fisch berichten, der bei zurückgehenden Ueberschwemmungen scheinbar absichtlich in flachen Pfützen verbleibt oder nachts in diese hineinwandert. Er wandert taffächlich und auf die originellste Art. Denn manches Mal beobachtete ich, wenn ich eine solche Wanderlache nahe am Fluß durchquerte, wie diese Fische auf den Landstreffen schnellten^ der sie vom Fluß trennte. Sie fielen natürlich auf die Seite. Aber nur einige Sekunden lagen sie, um dann wieder einen halben Meter vorwärts zu schnellen, und so fort.
Don dem gemein en Otter möchte ich noch erwähnen, daß er sehr gern der Nutria nachstdlt. Fing ich doch seinerzeit in Formosa unter anderem zwei Ottern, in deren Rücken die eingewachsenen, jedenfalls von einem grimmigen Kampf herrührenden langen abgebrochenen Nagezähne der Nutria steckten.
Der Riesenotter, welcher zweimal so groß wird wie der gemeine Otter und auch nur in Süßwasser führenden Flüssen und Binnengewässern vorkommt, liebt es, in Rudeln auszutreten, und wird bann auch badenden Menschen gefährlich.
Zurückgreifend auf meine Siedlerzeit, möchte ich noch erzählen, wie ich mein erstes Stinktier erlegte.
Ich kehrte gegen Abend — es dämmerte bereits — von den gelegten Fallen zurück, als ich vor mir etwas Schwarzweißes hin und her springen sah, das sich aber nicht entfernte.
Da ich gerade keine Waffe bei mir führte, sprang ich daraus zu, trat daraus und sprang ebensoschnell zurück,
um nicht gebissen zu werden. Aber da stieg mir auch schon ein unaussprechlich widerlicher Geruch um bi? Nase.
Ich hatte einen Skunk, ein Stinktier, totgetreten. Doch meine Jägerleibenschast überwand alle Skrupel. Trotz des Gestankes nahm ich die Beute mit in den Rancho und zog sie säuberlich ab. Später wurde mir auch klar, warum bas Stinktier damals bei meiner Annäherung nicht entflohen war. Oftmals flieht bas Tier eben nicht, sondern spritzt seinen unangenehm riechenden Saft um den Angreifer. Zuweilen habe ich bas Stinktier aber auch flüchtig und schnell wie ein Wiesel gesehen.
Eigenartig ist der immer wiederkehrende Rhythmu in dem Geschrei fast sämtlicher Klein- und Großhühnervögel, welcher sich jedoch harmonisch dem eigenartigen- etwas schwermütigen Reiz der südamerikanischen Kamp- und Urwaldlandschaft anpaßt. Ein hoher Schrei, bau wieder einer nach längerem Zwischenraum etwas tief und etwas kürzer. Nach kleinerer Pause ein neuer, kürzerer Schrei, wieder um einen Ton gesunken, und I geht es fort, bis es sich in der Tiefe verebbt.
Ulkig ist das Eheleben unter den Papageies In der Liebeszeit lebt jedes Paar streng für sich in der Luft fliegen sie so nahe übereinander, daß f*e der Entfernung wie ein Vogel erscheinen. Wenn zum Beispiel morgens in Salta mit der Quabritla Arbeit fuhr, habe ich so manches Paar aus der Ra beobachtet. Fröstelnd und aneinandergelchmiegt sie aus den Zweigen, wie ich es noch bei keinen and«- Vögeln beobachtet habe.
(Fortsetzung folgt.)