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Anzeiger für die Stadt Fulda und denLandkreis Fulda. Amtliches Kreisblatt

Ilr. 109

Dienstag, 12. Mai 1931

Weg. 58

Bot Oct wohl des neuen srmMschen Skaakspröfidenlen

Blokzijl den beiden Festrednern. Er führte sodann u. a. aus: Der Herr Nuntius hat mit vollem Recht darauf hingewiesen, daß die Mission der Presse besondere Schwierigkeiten den Ausländs­korrespondenten bereitet. Diese Schwierigkeiten wer­den aber kleiner, je lauterer die Absichten des Auslandsjournalisten, je reicher seine Erfahrung, je richtiger seine Einstellung zu seiner besonderen Aufgabe ist. Der Ausländskorrespondent muß sein Vaterland lieben und darüber hinaus jedem an­deren Volke die Achtung zollen, welche es ver­dient. Er soll keinen Posten annehmen in einem Lande, für das er diese Achtung aufzubringen nicht -imstande ist. Aber die Liebe kann auch hier nicht von einer Seite kommen. Ein Gastland muß

Senkung unserer Reparationen unternähme, ohne gleichzeitig die Grundlage zur Durchführung oer Revisionsverhandlungen zu schaffen. Dies sollte das deutsche Volk aus den Ereignissen des Jahres 1928 gelernt haben. Wir wissen alle, daß das Trompetenblasen und das Trommel, schlagen der extremen Parteien bei weitem nicht so tragisch ist, wie es das Ausland sieht. Daher bedauere ich es ganz außer, ordentlich, daß bei einer rein wirtschaftlichen Frage wie der deutsch-österreichischen Zoll, unton, hinter der keine politischen Hinter- gedanken stehen, vielleicht dieses Trommelschlagen in den vergangenen Monaten eine Nervosität int Auslande hervorgerufen hat. Und wenn ich eine gewisse Entschuldigung für die Nervosität im Auslande erblicken kann, so muß ich es anderer, seits ganz außerordentlich bedauern, wenn von einem verantwortlichen Staatsmann! mit Rücksicht auf eine solche Politik, wie der Poli­tik der jetzigen Reichsregierung, überhaupt das WortKrieg" nur in den Mund genom« men werden kann. i

Nur dann wird es gelingen, die Politik der Be» ruhigung der ganzen Welt durchzuführen, wenn erst die Anerkennung der Tatsache vorhanden ifk daß im wesentlichen das deutsche Volk, das das täglich opfernd« für den Frie- densgedanken ist. Der Friedensgedanke wird nur dann die Sicherheit und die dauernde Untermauerung in der ganzen Welt bekommen, wenn für diese Tatsache in der ganzen Welt die Anerkenntnis erfolgt ist.wenn die Politiker aller Länder in vollkommenem Verantwortungsgefühl für ihre große Mission für diese Tatsache in ihren eigenen Völkern dieses Verständnis schaffen. Die Opfer, die das deutsche Volk zu bringen hat, stnd von so gewaltiger und exzeptioneller Art, daß vielfach i m A u s l a n d e k e i n V e r st ä n d- nis für die Schwere und die Größe dieser Opfer vorhanden ist. Wir haben es uns mit dem Derständlichmachen dieser Opfer al­lerdings recht leicht gemacht. Wenn das deutsche Volk frühzeitig einen Strich unter die Jllu« sionsrechnungen geletzt hätte, wenn nicht jahrelang Bauten auf kurzfristige Kredite herge- stellt worden wären, dann wurde man im Aus­land» einen anderen Eindruck der wirklichen Lei- stungsfähigkeit des deutschen Volkes längst haben und der heutigen Regierung würde die Arbeit be. deutend leichter gemacht sein.

Im übrigen werden die Politiker und die Staatsmänner der ganzen Welt um eines nicht herum können, und zwar schon in kürzester Frist: Die Krise, die übrigens von der ganzen Welt Besitz ergriffen hat, kann nicht durch Maß» nahmen eines einzelnen Volkes ge. löst werden. Wenn irgendwie und irgendwo eine Zusammenarbeit auf wirtschaftlichem und finanziellem Gebiet notwendig gewesen ist, dann ist dies heute der Fall. Sicherlich wäre dis Erkenntnis, die sich jetzt langsam durchsetzt, schon längst da, wenn man sich nicht der Illusion über eines hingegeben hätte: daß nach einem Kriegs, der die ganze Wirtschaft der Welt aus dem Gleich« gewicht gebracht hat, die Rückkehr in das Gleichgewicht erst nach langen, lan- gen Jahren zu erreichen ist. Nach frü« Heren Kriegen, die kürzer waren und die Welt­wirtschaft nicht annähernd so in Mitleidenschaft ge* zogen haben, sind dies« automatischen Krisen sehr viel früher eingetreten. Nach dem Weltkrieg, der eine völlige Veränderung der wirtschaftlichen Struktur der Welt mit sich gebracht hat, mußte eine Ausgleichskrise auf der ganzen Welt einmal entfielen. Weil diese Kiste nun nicht zwei ober drei Jahre nach dem Kriege gekommen ist, hak man sich eben in die Sicherheit hineingewiegt, daß eine solche internationale Wirtschaftskrise nicht kommen würde. Und doch stehen wir jetzt mitten in dieser großen Krise.

Das Gleichgewicht wiederherzustellen ist eine Aufgabe, die letzten Endes nur durch ein ver­trauensvolles Zusammenarbeiten aller Völker der Welt gelöst werden kann. Wer glaubt, darauf verzichten zu können, wird nicht als Helfer in der Not von der Geschichte ange­sprochen werden können. Alle Maßnahmen sind einzuleiten, alle Versuche sind zu machen, um bte internationalen Finanz- und Wirtschaftsschwierig» leiten durch Zusammenarbeit zu lösen. Daß wir wieder von einer Stabilität der Wirt» schäft in der ganzen Welt reden können, das ist die ganz große Aufgabe, und deshalb muß es auch die Aufgabe der Völker aller Länder fein» nicht Mißtrauen zu säen, sondern Vertrauen. Ein solches Vertrauen kann nur geschaffen werden, wenn man den Völkern, die den Krieg verloren haben, Gerechtigkeit voll widerfahren läßt.

Nach der IV, stündigen Rede des ReickDkanzlers brachte die Versammlung ein dreifaches Hoch auf den Herrn Reichspräsidenten und den Reichskanz» ler aus und fang stehend das Deutschlandlied.

Ser Nuntius und der Außenminister.

Kundgebung gelegentlich des Iahresfestes der ausländischen Pressevertreter in Berlin.

DasHotel Elysee" in Paris, das Palais des Staatspräsidenten.

Am 13. Mai soll in Versailles der neue französische Staatspräsident gewählt werden.

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den guten Willen haben, den Auslandskorres- poydenten gerecht zu beurteilen.

Die Freiheit der Presse gehört zu den höchsten Gütern der heutigen Menschheit. Eine Zensur wird hier und da notwendig sein können. Sie kann aber nur gesund fein, solange sie von der Presse selbst ausgeübt wird. Das Maß der Pressefrei­heit ist oft ein Barometer für die Stabilität der staatlichen Existenz. Der Redner schloß mit einer kleinen Variante auf einen Reklamevers, den er in der Untergrundbahn gelesen hat:

Ein ehrliches Journal, das kann man nicht be­streiten,

Ist noch der einzige Glanz kn diesen trüben Zeiten!"

Eine Vrüning-Rede lu Oldenburg.

Der Kanzler über die innen- und autzenpolikischen Probleme.

tete sogar an, daß der Friedensvertrag gewiss«! Möglichkeiten des Anschlusses nicht verhüten wolle.

Das ist ein Wandel nach kurzen Wochen, den wir kaum für denkbar gehalten hätten. Damit ist allerdings nicht im Geringsten ein Wechsel in der eigentlichen politischen Haltung Briands ge­geben. Er wird in Genf die Zollunion bekämpfen, aber er wird nicht mehr mit Maschinengewehren drohen. Dazu hat er sein schönes Lied von der französischen Friedensbereitschaft, von Frankreich als dem Hort des Friedens, von den Franzosen als den Soldaten des Friedens allzu schmelzend gesungen. Aber immerhin fürchtet er den An­schluß.

Der Viel weniger geschickte Ministerpräsident Laval hat vollends die Katze aus dem Sack ge­lassen, als er erklärte, Frankreich würide es nicht fassen können, wenn der Völkerbund die Zollunion zulasse, die doch der erste Schritt zum Anschluß sei. Mit der später, in der Nacht, angenommenen Vertrauenserklärung für Briand sind diese patheti- schen Stoßseufzer nicht ganz leicht in Einklang zu bringen. Wenn Frankreich wirklich kein größeres Ziel als1 die Verständigung der Völker hat, dann darf es doch nichts dagegen haben, wenn zwei Nationen, die gleichen Stammes, gleichen Blutes, gleicher Sprache und gleicher Kultur sind, einen Vertrag schließen, der durch eine Angleichung der Zollpolitik ihnen gegenseitig den Kampf ums Da­sein erleichtert, ____ ,

tangier in den letzten Tagen eingehend bärge«

Deutschland stände unter der Geißel der Ar­beitslosigkeit und dem Druck schwerster Repara­tionen. Absatz für unsere Arbeit, Markterweite­rung ser das Ziel, das wir anstrebten. Die Auf­fassung, daß wir Machtpolitik mit unserem Plane verfolgten, zeuge von völliger Verständnislosig­keit für die Lage der beiden Volkswirtschaften.

Die Unabhängigkeit Oesterreichs werde durch die in den Richtlinien vorgezeichnete Verfassung dxr Zollunion nicht beeinträchtigt. In welchen Punk­ten eine Verletzung der Verträge und des Genfer Protokolls vom Oktober 1922 vorläge, sei von den Gegnern des Planes bisher nicht erörtert worden. Die österreichische und die deutsche Regierung sehen in Ruhe der Verhandlung des Vülkerbundsrates hierüber entgegen. Natürlich gehe es nicht an, die Rechtsfrage durch Erwägungen wirtschaftlicher Zweckmäßigkeit und politischer Wünsche zu ver­dunkeln. '

Die deutsche Delegation werde ebenso wie die österreichische in Genf alle anderen Vorschläge und alle umfassenden Pläne für die Sanierung der europäischen Wirtschaft begrüßen und sich an sol­chen Arbeiten intensiv beteiligen. Er, der Reichs­außenminister, habe wiederholt seiner Ueberzeu- gung Ausdruck gegeben, daß neben regionaler Ver­ständigung zusammenfassende Pläne für zentrale Aufgaben erwünscht wären. Er bedauere nur, daß das französische sogenannte Gegenprojekt der deut­schen Regierung nicht auch bereits zugänglich ge­macht wäre, wie offenbar den Regierungen 6er Frankreich besonders nahestehenden Länder.

Zum Schluß appellierte der Reichsminister an di« Loyalität der ausländischen Presse und bat sie, die Welt über die Anstrengungen und wahren Absichten der deutschen Regierung zur Ueberwindung der ungeheuren Notlage Deutsch- 'lands und zur Linderung der europäischen Krise aufzuklären. Gleich weit entfernt von Utopie und Radikalismus strebe die Reichsregierung entschlos­sen und besonnen eine Besserunig der Gesamtlage des deuffchen Volkes an und setze sich gleichzeitig für weitestgehende Kooperation mit den anderen Völkern ein. Deutschland sei auf das stärkste an einem friedlichen Ausgleich aller Spannungen, einer Hebung der Wirtschaftslage in der ganzen Welt und einer fortschrittlichen gleichberechtigten Entwickelung der Völker interessiert.

In einem Schlußwort dankte der Vorsitzende

Der französische Außenminister Briand, der ja nun wohl bald Präsident der Republik sein wird, hat sich am Freitag in der Kammer glänzend her- ausgefochten, wie es zu erwarten war. Er ist nie um Worte verlegen gewesen, und vielleicht hatte er diesmal sogar einen besonders guten Tag. Die Franzosen sind für schimmernde Rethorik, der ein guter Schuß Pathos beigemischt ist, immer emp­fänglich. Briand ist die Gabe der spezifisch franzö­sischen Redekunst in besonderem Maße verliehen, und darum brauchte man eigentlich nicht im Ge­ringsten zu fürchten, es könne chm bei seiner Kandidatenrede irgendwie schlecht ergehen. So Hat er denn auch mit einer Riesenmehrheit das Podium als Sieger verlassen. Aber gleichzeitig hat der Präsidentschaftskandidat doch auch dem Staaismaun noch etwas Raum gelassen. Briand hat der Rech­ten wie der Linken angenehme oder doch wenig­stens erträgliche Dinge gesagt. So schweißte er seine Majorität zusammen. Aber was er gesagt hat, läßt ihm alle Wege offen. Vor wenigen Wochen hat er gegen 'das deutsch-österreichische Abkommen wie ein politischer Anfänger und Sttim- jer geredet, der frisch aus der Fumttionärversamm- ung auf die Parlamentstribüne berufen wird. Zu olchen Entgleisungen hat Briand sich am Freitag nicht mehr hinreißen lassen. Er war in all seiner Beredsamkeit zurückhaltend, redete von Gegenspie­lern statt von Feinden, hatte Verständnis für die wirtschaftliche Not eines besiegten Volkes und deu-

Erjcheint sechsmal wöchentlich. Wochenbeilagen:Sie Welt im Bild" undBuchenblätter". Rotationsdruck und Verlag der Fuldaer Actiendruckerei In Fulda. Fernrufe: Schrift- :: leitung 1152, Fuldaer Actiendruckerei 1150 und 1151. ::

Der Vorsitzende des Vereins der Ausländischen s Dresse Blokzijl hielt bei dem Bankett dieses Ver­eins die Begrüßungsansprache, in der er nach einem dreifachen Hoch der Anwesenden auf denReichs- präside nten und dem Gesänge des Deutsch- 'iand liebes seiner ganz besonderen Freude über das Erscheinen des Reichskanzlers Ausdruck gab, Hessen enorme Energie und unermüd- MÜduche Führung in schwerster Zeit die auslän­dischen Beobachter mit ehrlicher Bewunderung ver­folgen. Dr. Curtius sei ebenfalls erschienen. Ein MahresLankett des Vereins ohne ihn wäre für den Verein undenkbar gewesen. Der Redner begrüßte dann den Oberbürgermeister Dr. Sahm und den preußischen Ministerpräsidenten Dr. Braun und WNdte sich dann an den Doyen des diplomatischen Korps, den Apostolischen Nuntius Orsenigo, dem er für das Erscheinen so vieler Mitglieder des diplomatischen Korps als liebe Gäste den Tank des Vereins aussprach. Er gab dann tüten Ueberblick über die Geschichte des Ver­eins, der in diesen Wochen ein Vierteljahrhundert alt geworden sei. Heute sei der Verein 145 Mit­glieder stark. Während bei der Gründung nur neun Staaten vertreten waren, gehörten heute Staatsbürger von 29 Staaten dem Verein an. Von unbedeutenden Einzelfällen abgesehen sei der Verein stets ein Muster der guten Kameradschaft gewesen. Mit einem dreifachen Hoch auf die Gäste schloß der Redner seine Begrüßungsansprache.

Nuntius Orsenigo führte u. a. aus: Die Mission der Presse war in jeder Epoche hochbedeut­sam. In ganz unverhältnismäßiger Weise aber wuchs dieselbe in den letztvergangenen Jahrzehnten, wo mit dem Uebergang der staatlichen Macht in die Hände des Volkes die öffentliche Meinung, deren grofjer Baumeister der Journalist ist, zum hoch­bedeutsamen Faktor des öffentlichen Lebens ward. Meiner Ueberzeugung nach erwachsen in diesem letzten Jahrzehnt der Berufsarbeit der Journa­listen die schwersten Hemmungen aus.jener inter­nationalen Spannung, die als unvermeidliche Kriegsauswirkung auch heute noch über den Völ- lern lastet. Gerade auf diesem Gebiet loyaler Mit­arbeit zu allen aufrichtig gemeinten Versuchen, die friedliche Gesundung der Völker zu beschleunigen, enet sich auch eine hochgemute Arbeitsziel- ng für die Zukunft ab. Heute mehr als je ist'es Berufspflicht des Journalfften, fein inner» Wes Gewissen auf den Gedanken der Gerechtig- lät und des Friedens einzustellen, um dann diese Hine Geisteshaltung in unermüdlicher Arbeit sei­nen Lesern einzuflößen. Man mag wollen oder nicht, die christliche Menschheit wird ihren Weg wtitergehen; der göttliche Glückwunsch:Friede auf Erden", wird immer mehrMenschen guten Willens" finden; der Krieg, diese Sttafgeißel der Völker, welchen der materielle Fortschritt der modernen Zeit so massenmörderisch gestaltet hat, mese blutige Schule der Stärke und männlichen Kraft, für die der moderne vernünftige Sport nach dieser Beziehung einen so glücklichen Ersatz geschaffen hat, wird aus dem Wissen der Mensch­heit verschwinden. Der Tag wird kommen, an dem bas Szepter der Welt, das bis gestern noch so oft in der Faust des Mars lag, endgültig in die Hande des Friedensengels übergehen wird.

Auch Reichsaußenminister Dr. Curtius erwi­derte in seiner Ansprache der Ausländisch en Presse auf die Begrüßungsworte des Vorsitzenden und gab seiner Genugtuung über das vertrauensvolle Zusammenarbeiten zwischen der ausländischen Presse und der Reichsregierung lebhaften Ausdruck. Er machte dabei Vorschläge für eine Wiederbelebung in letzter Zeit vernachlässigten regelmäßigen

Veranstaltungen zu gemeinsamer Aussprache.

Wie die Vorredner, ging sodann der Reichs- autzenminister seinerseits auf die Aufgaben dar Vresie und die Behandlung der öffentlichen Mei­nung ein. Die Aufgabe der Presse, der Wahrheit r_ dienen, werde durch die mannigfachsten Um- .lande erschwert. Es sei notwendig, immer wieder ^e. wahren Begebenheiten klarzustellen, sich der Mahlung bewußt zu sein, daß die Menschen im ?*19«neinen nicht durch die Dinge selbst, sondern mrrch die Vorstellungen, die sie sich davon machen, n llüruhe versetzt werden.

An das Tatsächliche müsse man sich halten, wenn ,,an die Gefahr vermeiden wolle, eine Verfäl- E>ug des wirklichen Sachverhaltes herbeizuführen.

Zelte auch von dem naheliegenden Beispiel üz. deutsch-österreichischen Zollunion, bei deren sÄtteilung das Ausland vielfach von falschen "Stellungen ausgegangen sei.

»ön diesem Zusammenhänge beleuchtete Minister is»' ^urtiuä einige Seiten des deutsch-österreich- Zollunionsplanes, in dem er sich sachliche ijJ~rungen auf die Ausführungen des franzö- tz^/".sowie des tschechoslowakischen Außenmini- dorbehielt bevorstehenden Beratungen in Eens

Vorwürfe über die Form des Vorgehens der sn und österreichischen Regierung bei vaL-» 'ösfentlichung des Planes wies der Reichs- sch^P^uister entschieden zurück. Er legte, wie Heide <» leincr Reichsratsrede, erneut dar, daß

Regierungen unmittelbar nach Erzielung tim ^."Verständnisses auch nur übet die Richt- fmin» , anderen Regierungen int vollen Um- hiUnt£rri$tet hätten. Er hoffe, daß der Streit Sbirf t,- if aufhöre, Prestigefragen aus dem und die Angelegenheit selbst mit

9 r Sachlichkeit behandelt werden würde.

begrüßte Briands Hinweis auf den rem Äcw-s^ÄW" Charakter des deutsch-österreichischen Settj.r. Die wirtschaftlichen Nöte, die Oesterreich

en hatten, seien von dem österreichischen Vize-

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Am Sonntag sprach Reichskanzler Dr. Brüning anläßlich der bevorstehenden oldenburgischen Land­tagswahlen vor etwa 10000 Personen in Clop­penburg in Oldbg. Eine Lautsprecheranlage vor der Halle übermittelte den vielen vergeblich Ein­laß Begehrenden die Worte des Reichskanzlers.

Der Reichskanzler kam zunächst auf die i nn e n- p olitischenFragen zu sprechen. Der Aus­zug der beiden extremen Rechtsparteien aus dem Reichstage habe seinen Zweck verfehlt, denn die Wünsche der Regierung seien doch in Erfüllung gegangen. Sehr bedauerlich sei es, daß eine große Organisation wie die des Landbundes in unsach­licher Kritik die Arbeit der Regierung erschwere. Der Reichskanzler kündigte dann an, daß die Re­gierung in 14 Tagen mit neuen Sparmaß­nahmen tbie jetzt noch nicht zur Veröffentlichung reif seien, an die Oeffentlichkeit treten werde. Auch vor Maßnahmen, die unpopulär seien, dürfe man nicht zurückschrecken. Das deutsche Volk müsse Vertrauen zu seinen Führern haben.

Zu den außenpolitischen Fragen erklärte der Reichskanzler: Wenn man glaubt, Erfolge in der Reparationspolitik zu haben, be­vor man das eigene Haus in Ordnung gebracht hat, dann täuscht man sich gewaltig. Dies ist schon einmal geschehen im Jahre 1928, in einem Augenblick, als wir schon sehr hohe kurzfristige Schulden hatten. Man hat mit der Inangriffnahme dieser Reparationsrevision damals versäumt, gleich­zeitig energische Maßnahmen zu treffen, um den Kampf um die Revision ein Jahr lang durchführen zu können, und. das hat zur Kapitulatton unserer Sachverständigen führen müssen. Diejenige Regie­rung würde perantwortungslos handeln, die den von jedem als notwendig angesehenen Schritt zur

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