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um Voöieimiöe

10. Mai

Beilage zur Fuldaer Zeitung

105

ich

Große Männer über ihre Mütter

Und die

des

um

Der Mann vom Meer

Von Julius Regis.

13,

er

aus:

Berichterstatter

arbeitet Uwb Er

Wiesen, allein."

Die Mutter

weiter suchen" begann er, unterbrach plötzlich, als er Wallion erblickte, und rief Wahrhaftig! Der Problemjäger!" Ja, so hat mich ein wohlmeinender

Sfuhloerftopfung. Nach den an den Kliniken für innere «nnkheiten gesammelten Erfahrungen ist das natürliche *jtan$ - Aases" > Bitterwasser ein äußerst wohltuendes Abführmittel. Es ist in Apotheken und Drogerien erhälttich.

wie die

dächtig gegen die grauen Felsen orgeln. Und der Bal­sam der Orangenblüten kosend über die berauschten Hügel streicht. Wenn silbrige Möven müde über das schäumende (Befind der Wellenkämme leuchten. Und irgendwo in verlorener Gasse zitternd die süße Mandoline singt: dann habe ich gelauscht, was sich das Volk erzählt. Seine Lieder und seine Legenden. Die sind wie der junge Früh, ling: strahlend im Brokat der Sonne und der Blumen.

Es war einmal eine Muller..

Aus dem Italienischen von Hans Wirtz.

heute um den festlich geschmückten Familientisch gereiht, und mitten unter ihnen sehe ich die Mutter sehe ich sie, wie sie halb verlegen, halb schalkhaft lächelt und es ihr so eigenartig vorkommt, daß sie der Gegenstand allgemeiner Aufmerksamkeit ist, daß man ihr die Wün­sche von den Lippen liest, daß man ihr jede Handrei­chung verwehrt, gerade so, als wollte man, so denkt sie mit heimlicher Schelnrerei, in einem einzigen Augen­blick größter Liebessorgfalt eine große Abschlagszahlung

Muttertages für uns Mütter.

Hedwig Krauskopf.

Ohrring verhält, Erik wenn ich es mir auch ungefähr denken kann."

Das ist leicht gesagt. Ich muß davon aufgewacht sein, daß du ausgingst, wie ich dir damals sagte. Aber was du nicht erfahren hast ist, daß ich jemand in der Bibliothek überraschte. Wer das war, konnte ich nicht sehen. Ich verfolgte diese schattenhafte Gestalt durch den Wald und fand dich. Und darüber vergaß ich den Ohrring, den ich in der Halle gefunden und unbesehen eingesteckt hatte."

Was beweist, daß Dolores Drakenborch in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag hier war und das Minia­turbild an einer geeigneten Stelle versteckte", setzte Wal­lion hinzu.Die junge Dame ist offenbar eine sehr ener­gische Spiritistin. Und des weiteren, Herr Reynold der Schlag gegen Ihren Kopf wurde nicht ohne Grund geführt. Nehmen wir an, daß Colt oder der Mulatte vermutlich der letztere das Mädchen nach der Kajüte herüber ruderte und dort auf sie wartete. Sie kamen höchst ungelegen, und als das Mädchen, von Erik ver­folgt, zurückgerannt kam, versetzte der Mulatte Ihnen von hinten einen gehörigen Schlag, was tatsächlich die einzige Art war, um die Flucht der beiden zu ermöglichen."

Ja", sagte Reynold,jetzt begreife ich das ganze. Es ist eine wahre Erleichterung, diese Menschen von unserer Seite des Sundes wegbekommen zu haben. Ich will nichts mehr mit ihnen zu tun haben und auch kein Wesen von ihren Ränken machen. DieEntlarvung genügt." Nach kurzem Sinnen setzte er hinzu:Sie riskieren viel, um mich dahin zu bringen, wo sie wollten . . ."

Es stand ja auch viel auf dem Spiel."

Sie meinen, daß es sich um jene alte Erbschaft han­delte, Dr. Mauritz?"

Jo, das liegt klar auf der Hand, Aber glauben Sie ja nicht, daß es nur ein rasch.ausgeheckter Plan von Aben­teurern mar, die zufällig im Zusammenhang mit dem Reynoldschen Namen das WortMilliarde" hatten fal­len hören. Drakenborch weiß etwas über diese Erbschaft, was ihm Hoffnungen auf einen Riesengewinn eingeflößt hat. Bedenken Sie, mit welcher Sicherheit er Ihnen den Gedanken beibrachte, daß Vriesman eine näher­stehende Erbin als seine schwedischen Verwandten hinter­lassen habe."

Reynold nickte. Seit Drakenborchs Ausweisung be­gann sich wieder jene Müdigkeit bei ihm einzustellen.

Das Wunderliche ist, daß ein Grund für jene Verkün­digung seiner Tochter vorüegt", sagte er.Daß es in Demerara einen Leibeserben meines Vorfahren Vriesman gegeben hat, wurde bei Gelegenheit von Nachforschun­gen erkundet. Um das Jahr 1860 herum wurde behaup­tet, er hätte sich mit der Tochter eines Angestellten auf feinen Plantagen verheiratet. Da die Nachricht aber nicht bestätigt wurde, ließ man den Gedanken wieder fallen. Ich fürchte, daß Drakenborch trotz alledem auf die Wahr­heit gestoßen ist."

In dem Falle hätte er sich äußerst dumm benommen. Nein, Herr Reynold. so liegt die Sache nicht. Und über­dies sind denn irgendwelche Nachkommen während des Erdstreits mit Ansprüchen aufgetreten?"

Nein, niemals."

Dann find auch sicherlich keine vorhanden. Nein, hinter dem ganzen Manöver steckt nichts weiter als eine große, solide Lüge!" lachte Wallion.Und mit solcher Waffe gewinnen Herren wie Drakenborch und Colt oft herrliche Schlachten. Aber wir haben ihren ersten Anlauf abgewiesen und können jetzt zur Offensive übergehen. Sie haben sich bloßgestellt, und Sie werden jetzt leicht hinter ihre Schliche kommen können, Herr Reynold."

Der alte Herr richtete sich auf.

Wer sind Sie?" fragte er.Ich glaube, Sie sind gar fein Arzt."

Der Journalist steckte sich eine Zigarette an.

Es wird wohl an der Zeit fein, den Schleier zu lüf­ten", sagte er.Mein Name ist Maurice Wallion. Ver­zeihen Sie, daß ich unter falscher Flagge herkam. Es war notwendig, solange gewisse Personen hier verkehr­ten."

Er ist Spezialist in Sachen wie diese, Vater," erklärte Erik,und Märta und ich waren so besorgt, daß"

Ah! Ich war also von Intrigen umgeben", fiel Reynold ihm lächelnd ins Wort und reichte Wallion die Hand.Hätte ich die Leute durchschallt, so würde ich Sie vielleicht selbst ausgesucht haben, Herr Wallion."

Hirten gingen kopfschüttelnd fort, nahm lächelnd die Arbeit wieder auf. Es war einmal eine Mutter. Einsam

Ich bin mit den Hirten in den bunten Dörfern ..... Castellamar« gesessen und habe ihren singenden Sa­gen zugehört. An den wonnigen Abenden im stützen 1 Frühling. Wenn die Wasser von Sorrcnta her an-

In diesem Augenblick trat Seburg ins Zimmer.Wir haben leider noch nichts gefunden, wollen aber morgen ' sich dann aber

Ich arbeite für Sie, geliebtefte Mutter, und um Ihrem Werk Ehre zu machen, und dann ist alles möglich, so schwer es auch sein mag." Wenige Stunden vor seiner Krönung bittet er seineteuerste Mutter", sie möge 'n ihmauch in Zukunft nur den Sohn und Untertanen sehen, so werde ich überglücklich sein. Keine Schonung wenn ich bitten darf, befehlen Sie, verbieten Sie, be­handeln Sie mich wie bisher . . . Doll Hoffnung, daß Sie die erste Bitte Ihrem König nicht verweigern wer­den, küß ich Ihnen untertänig die Hände." Auch wenn sie nicht eine so herrliche Frau zur Mutter haben wie Joseph II. in Maria Theresia, auch wenn die Mutter nur ein kleiner Mensch war, war die Liebe zu ihr nicht minder groß. Die Briefe Lassalles z. B. sind ;n jeder Zeile ein Beweis dafür, wie sehr dieser kühne Mann seine Mutter verehrte und liebte, so zanksüchtig und kleinlich sie war. Auch die Mutter -Hölderg'ns konnte dem Hochflug ihres Sohnes nicht folgen, und doch bedeutete für ihn Dichterruhm nichts verglichen mit dem Glück, bei ihr und wenn auch nur im Geiste ge­borgen zu sein:Ich suchte mit guter Gelegenheit auf einige Augenblicke wegzukommen, um mich noch so viel als möglich mit Ihnen zu unterhalten. S'e können den­ken, welch ein Kontrast es ist, sich an den Herd der Mut­ter hinzudenken unmittelbar nach solchen Parwdestund m . . . Nur eine Stunde macht ich einmal wieder um Se fein, nur eine!" Deshalb wollte auch Eduard M ö r i f e eine neue Stellung wählen, um wieder den Genuß der Mutter-Nähe zu verkosten:Glaube mir", schrewt er ihr,daß ich dies nicht ohne tiefe Bewegung benre.i kmn, namentlich, wenn ich glauben darf, daß auch für Dich meine Nachbarschaft wohltätig war: Ja, sei versichert, dies ist auch meine einzig« Rücksicht, die mich vermögen könnte, selbst meine bessere Ueberzeugung zu opfern:" So verstehen wir es, daß selbst ein hort gewordener Charakter wie Friedrich der Große gestand:Wer wüßte, was mich der Tod meiner Mutter gekostet hat, der würde sehen, daß ich unglücklich gewesen bin wie jeder andere." Man könnte für exzentrisch halten, wenn Heinrich Heine 1847 in Paris in einem Brief schrieb: Liebe Mutter, leb wohl! Der liebe Gott erhalte Dick, bewahre Dich vor Schmerzen und Augenübel, schor.e Deine liebe Gesundheit, und wenn Dir die Dinge auch einmal nicht zu Wunsche gehen, so tröste Dich mit dem Gedanken, daß wenige Frauen von ihren Kindern ge­liebt und verehrt worden sind, wie Du es bist und rote Du es wahrlich zu sein verdienst, Du, meine liebe, brave, rechtschaffene und treue Mutter. Was sind die anderen im Vergleich mit Dir." Nichts anders bedeutete für den bekannten ßiebertomponiften Hugo Wolf ein Brief von der Mutter immereinen Fest- und Freudentag". Ich darf nur die altmodischen, zittrigen Buchstaben an­sehen", bekennt Wolf für Tausende,so füllen sich schon mit Tränen die Augen, und jedes liebe Wort zerreißt mir das Herz. Dann weiß ich mich vor Glück garnicht zu fassen, und nur ein Gedanke, ein Gefühl beherrscht und durchdringt mich, und ich möchte es aller Welt jubelnd zurufen:Ich hab noch eine Mutter!"

Die Zeugnisse derartiger Hochachtung und Liebe ma­chen uns Frauen wahrhaftig nicht stolz. Sie stellen viel­mehr vor uns hin das Große, das unsere Kinder von uns ermatten. Daß mir uns dessen einmal ganz beson­ders wieder bewußt werden, -das ist ja auch der Sinn

benannt", erwiderte Wallion.Guten Tag, Herr Se­burg!"

Seine Augen richteten sich auf Dokvres. Sie trug -eute schwarze Jettohrgehänge und starrte wie gebannt dem Gegenstand empor, den er in der Haifd hielt. Als er plötzlich den Arm ausstreckte, zuckte sie merklich zusam­men.

-'Gestatten Sie mir, Ihnen den Ohrring zurückzuge- den Sie wohl schon vermißt haben. Ich fand ihn Mtwoch abend hier in der Halle."

.Sie nahm ihn wortlos entgegen. Alle Anwesenden J-jnerften den kleinen Vorgang. Der alte Reynold erhob ''* So stolz und beherrscht hatte Erik ihn seit seiner Umkehr noch nicht gesehen.

"®s würde nur peinlich [ein, bas soeben Erfahrene °3) naher zu erörtern", sagte der alte Herr in ruhig ge- "'«"ischem Ton.

--Herr Drakenborch, ich denke, wir haben einander N nichts mehr zu sagen."

Ber Kubaner hatte seine träge, oberflächliche Maske wudgemonnen.

l Dr. Mauritz der neue Prophet? Der Spiritismus g. viele solche Feinde, die nicht wissen, was Geist ist. e sind Sklaven der Materie. Was macht bas uns aus»* '

^ennolb seufzte auf.Ich danke Ihnen, Dr. Mauritz", er' »Unb nun erkläre mir, wie es sich mit jenem

Muttertag.

Tausende und ober Tausend« von Familien sehe

aufmerksam und gütig ist. So hat der Ruhm, der be­schwerliche, mir oft entsetzliche Ruhm, doch etwas aus- gerichtet, bas mir lieb seyn muß. Der Herr Baron Crau- sen hat Ihnen jährlich 50 Gulden ausgesetzt."

Die Mütterliche der meist--" --roßen Männer lebt je­doch nur in den wenigeren Fällen aus diesem Bewußt­sein, wieviel ihr Werk der Mutter verdankt. Meist be­wegt sie einfach natürliche Kindesliebe.Meine süße Mutter, all« Male, daß ich Ihren Brief gelesen habe, hab« ich weinen müssen wie ein Kind, und bin doch sonst ein Mann und vielen Leuten ein rauher Mann." Wer erwartet solche Worte bei Ernst Moritz Arndt? Selbst für diesen echtesten aller Mutterschmerzen hat der große Streiter feines Empfinden:Ach, unsere Mütter behielten uns gerne immer alle um sich, aber viele müs­sen oft in die Welt . . . Wer ist seines Schicksals immer Meister?" Dies Verständnis für die Vorgänge in einer Mutterseele, wenn die Kinder das Hous verlassen, war aber nur deshalb auch in den Männern so wach, weil sie s Iber das Weh der Trennung spürten. Oder was an­deres spricht aus diesem Briefe Jean Pauls:Liebe Mama, so lange Sie mir nicht antworten, so lang schreib ich auf kleine Blättchen! Sie werden mich doch nicht ver­gessen haben? Oder sind Sie krank? Oder haben Sie meinen neulich m Brief an Doppelmaier nicht erbaten, dem ich ein so kleines Brieschen an Sie beygelegt? Oder haben Sie mir gar keine Neuigkeiten zu schreiben?" Um­gekehrt machte sich Lessing wegen zu seltenen Schrei­bens an seine Mutter Sorge,daß ich bey Ihnen in dem Verdachte einer allzugeringen Liebe und Hochach­tung, die ich Ihnen schuldig bin, stehe"; und doch habe er ihr nur deshalb nicht geschrieben, um ihr nicht nur Klagen und Bitten" Vorfragen zu müssen. Wie ein Kind freute sich Kais er Joseph II. von Oesterreich über einen Bries von feiner Mutter:Wenn Sie wüß­ten, welche Freude mir das macht und welche Kraft cs mir gibt, so würden Sie selbst Ihre Freud« daran hoben.

Gewiß, bei einigen GrnWn ist es wie bei so manchen, anderen, daß sie in keinem tiefer erlebten Verhältnis zu ihrer Mutter standen. Bismarck, Schopenhauer, Treitschke sind Beispiele dafür. Doch sind sie Ausnah­men. Die meisten bekannten mehr ober weniger oft und feierlich, immer aber wahrhaftig und beglückt, rote Kant:Ich werde mein« Mutter nie vergessen; denn sie pflanzte und nährte den ersten Keim des Guten in mir, sie öffnete mein Herz den Eindrücken der Natur; sie weckte und erweiterte meine Begriffe, und ihr« Leh­ren haben einen immerwährenden Einfluß auf mein Le­den gehabt".Denn wem", so fragte Novalis ein­mal,danken beinahe alle Männer, die etwas Großes St die Menschheit wagten, ihre Kräfte? Keinem als fyffi Müttern!Du trugst", schrieb er seiner Mutter, beinahe alles zur Entwicklung meiner Kräfte bei. und alles, was ich einst Gutes tue und wage, ist Dein Werk Md der schönste Dank, den ich Dir bringen kann." Ge- Mu so gestand Hölderlin der Mutter deninnig- sien Dank meines Herzens für Ihre selten unveränder­liche Güte" -durch nichts anderes erfüllen zu können, als durch fein Werk:Es ist der schönste Lohn für mich, wenn ich einst dieses Herz erfreuen kann durch Früchte, die der Pflege würdig waren." Weil aber die großen Taten der Sohne der Mütter eigentlicher Dank sind, da­rum war es ebenso sinnig wie rührend, wenn Freunde der Kunst und Wissenschaft den genialen Männern eben dadurch ihre Verehrung bezeugten, daß sie sich ihrer Mütter annahmen.Ja, liebe Mama", schreibt der be­kannt« Fabeldichter Gellert um 1750,ich freue mich, daß ein Fremder, der mich nicht anders als den Schrif- ün und dem Ruse nach kennt, mir dadurch seine Achtung und Liebe zu erkennen geben will, daß er gegen Sie

Weil du eine Mutter bist . . .

Weil du eine Mutter bist, Kann ich dir von allem sagen, Alle meine tiefen Serben Kann ich heimlich zu dir tragen.

Weil -du eine Mutter bist, Kennst du all mein Zagen, Bangen, All die dunklen, kummervollen $8ege, die ich schon gegangen.

Weil du eine Mutter bist, Trugst wie ich ein Kind im Schoß, Kennst du alte meine Schmerzen, Ties verborgen, namenlos.

Weil du eine Muller bist, Drängt es mich in deine Nähe, Daß dein Auge, mildverklärend, Doll Erbarmen auf mich sähe.

Karoline Hauch-Hochgründler.

Die Mutter.

Sie sitzt u,rt$ schränkt die welken Hände leise Im Schoß. Ihr Tagwerk ist getan, gf;r 3immer leer und ihre Kraft zerrann, Jedoch ihr Herz, ihr Herz ist auf der Reise.

Das wandert.weltenweit auf fremden Straßen flnb sucht nach einer Wa-nderspur im Sand, Unö wo es junger Füße Tritte fand, Kennt es den Weg, den wandernd sie durchmaßen

0b sie in Jubel sprangen und in Freude, Ob singend sie gewandu. iu:e zum Fest, Ob Leid die müden Schritte schleppen laßt, Sie kennt chr Gestern und sie kennt ihr Heute.

gn ihre Stille bringen Lust und Weinen sind legen leise chr sich an das Herz.

Das wiegt zur Ruhe jeden Lebensschmerz

Und strahlt um jedes Glück verklärtes Scheinen

0 Mutterherz, vor Gottes Hochaltären Bist du das ewig« Licht in dunkler Welt, Noch in di« letzte Not bist du gestellt, Du bist die Heimat, zu der all wir kehren.

Marcha Große.

er nicht mit Dir?"

sie erhob sich und antwortete lächelnd:

ist fort. Er jagte mit den Lerchen durch die Er ist ja so jung. Und ich arbeite gern

Der Mann vom Meer.

I.

Wallion, Erik und Seburg wanderten plaudernd zur Kajüte hinunter.

Du sagtest gestern, wir würden heute nichts im Sund finden. Wie konntest du das so bestimmt wissen?" fragte Erik.

Ich wußte es gar nicht bestimmt", erwiderte der Journalist.Prophezeiungen können fehlschlagen. Die Behauptung beruhte nur auf einem flüchtigen Gedanken, der mir Donnerstag abend tarn. Uebrigens scheinen Sie mir Ihren Aeußerungen nach auch nicht daran zu glau­ben, daß jenes Wrack im Sund liegt, Herr Seburg?"

Nein, denn in dem Fall hätte es dort liegen müssen, wo wir heute darnach gesucht haben. Ich glaube jetzt, daß es durch den Sund durchgetrieben ist, bevor es sank."

Sie machten dem Granittor gegenüber auf dem steilen Abhang halt. Bei dem steifen Ostwind schäumte es in dem schmalen Paß zu ihren Füßen, und draußen auf dem offenen Meer tanzten weiße Kämme.

Bei solchem Wind würde Ihre Ansicht glaubhaft sein," sagte Wallion,aber damals beim Schiffbruch wir- tete ein sehr heftiger Südoststurm. Sehen Sie sich nur das prächtige Schußfeld an, das ein Südoststurm hier hat. Ja, ein Schußfeld! Denn ein Schiff, das von dort draußen herkam und vom Sturm hier hereingejagt wurde, war nichts weiter, als ein großes plumpes Geschoß. Man wollte vielleicht um Portholm herumsteuern, denn wer bas Granittor kannte, mußte wissen, daß ein Versuch, auf dem Wege in den Sund hineinzugelangen, reinen Selbst­mord bedeutete. Aber die Nacht war kohlschwarz, und kein Leuchtturm, kein Licht wies ihnen den Weg. Viel­leicht war das Schiss auch schon arg vom Sturm mitge­nommen, so daß nichts übrig blieb, als es fahren zu las­sen und auf bas Gckck des Schiffes zu vertrauen. Genug, schnurgerade kam das Geschoß herangesaust und die Zielscheibe mar die -lordseite des Granittors.

Ja, das überlegte ich mir, als wir hier am Donners­tag abend standen, Erik", sagte der Journalist.Als der Unbekannte am Morgen noch dem Schiffbruch in der Kajüte gesunden wurde, hat er wohl etwas gesagt, was

Sonne am wolkenlosen Himmel.

Fiore wuchs, wie Eseu um den Stamm der Ulme wächst. Aber die Ulme stirbt. Weil der Efeu ihr den Lebenssaft ausgefogen hat. Fiore kümmerte sich um keine Arbeit.

Es zogen vorbei die Jahre und die Schwalben. Und die alten Hirten waren tot.

Nur die Mutter lebte noch. Unermüdlich in der ar­beit. Wie ein Mühlstein sich verzehrend in der Liebe zu

machen, die darüber hinwegtLuschen soll, daß dann ein volles Jahr wieder s i e die Gebende fern soll.

Doch während ihre nimmermüden Hände, ungewohnt der Ruhe, im Schoße ruhen, zieht ein verklärendes Lä­cheln über ihr Antlitz. Sie denkt zurück zehn bis zwan­zig Jahre. Wie sie im Frützlingsrausch der jungen Liebe dos kleine traute Heim bezog, Tage der Se, ligkett leuchten jetzt noch durch das Grau der Jahre, das sich dazwischen aufgetürmt, wie dann das erste Un­terpfand der Liebe in ihrem Schoß lag, wie ein Wunder angestaunt schier scheint es undenkbar, daß es der große starke Aelteste. nun schon fast ein Mann, gerne- fen ist, dann d'« ir-h ~-n m-''

wie nur noch seltene Augenblicke der Ruhe und des Feierns kamen, wie sie lernte, Gott anzuflehen und aut Gott vertrauen, wie sie langsam, langsam ihr Leben in tiefen Ernst hineinbaute und es ein Ringen und Kämp­fen um die Seelen ihrer Kinder ward. In Schmerzen hatte sie sie geboren, aber das Gebären war nicht das Schwerste; Mutter fein heißt das Kind immer von neuem zu immer höherem Sein gebären. Und Heists im­mer von neuem die Wehen und di« Bangheit der Seele um es dulden.

Und dann kam der Tag, da das erste von ihr ging Heute noch stand ihr der Tag vor Augen. Wie ausge- storben, geleert erschien ihr das Haus trotz der mehreren, die darin verblieben, und ein Stück ihrer Seele ging mit dem Davongegangenen mit. Heißer ward ihr Ge- b.t, noch inniger schloß sie sich art (Bott. Denn Gott allein war noch der Weg, auf dem sie ihren Kindern beistehen konnte.

Und nun ist Muttertag. Die in der Ferne sind, ha­ben alle geschrieben, und die zu Hause sind, drängen sich um sie und sagen:Mutter, heut« sollst du Ruhe haben". Ach, mein Himmel, Ruhe! Ja, die Hände ruhen viel­leicht, aber das Herz, oh, das Herz einer Mutter ist ewig ruhelos, ewig auf Schaffen und Sorgen bedacht und findet in nichts anderem fein Glück. Das Glück der anderen das ist ihre Freude.

Eme von den Legenden aber war wie «in Ave-Mari r- ßäuten am Samstagabend. Und nimmer kann ick sie vergessen. Em alter Schäfer sang sie. Sie ist ganz wahr. Und handelt von einer großen Liebe ohne Grenzen:

Es war einmal eine Mutter. Sie hatte einen Sohn und ihr Herz. Und zwei schwache Arme zum Arbeiten.

Es war einmal eine Mutter. Ganz einsam im ein­samen Haus ...

Die Wiesen waren unermeßlich wie der Himmel. Und ihr Haus war klein wie die Schale einer Nuß. D:e Wiesen waren groß, und das Haus war klein. Aber größer war chr Herz, das des Söhnleins forgte.

Es kamen Hirten vorbei im Morgenglühen. Es ta­rnen Hirten vorbei im Abenddämmern. Sie sahen b'.e junge Mutter auf der Schwelle des Hauses und spra­chen zu ihr:

Du Schönste. Allerschonst«, komm mit uns!"

Aber sie antwortete:Ich habe ein Söhnlein in der Wiege Mein Sohnlein, das nach mir verlangt. Wie könnte ich mit Euch kommen?"

Es kam ein Reiter vorbei, ein feiner Reiter. Der sah si« auf der einsamen Stiege und sprach zu ihr:

Wenn du mit mir gehst, schönste Frau, wirst Du reich , sein und mächtig."

Und die junge Mutter antwortete lächelnd:

Warum sollte ich mit Dir gehen? Meine Liebe liegt da in der Wiege. Meine Liebe ist mein Leben."

Es zogen am Himmel die Schwalben vorbei. Am Tage und in der Nacht. In der Sonne und unter den Sternen. Sie arbeitete für ihr Kind.

Es zogen vorbei die Jahre ....

Man wird alt", sagten die Hirten zu ihr.

Man wird all", antwortete die Mutter. Sie war müde, unsagbar müde. Aber ein Lächeln lugte aus ihren Augen.

Der Sohn wuchs. Und wurde ein kräftiger Jüngling. Ein' schöner, feuriger Jüngling. Er wuchs und wußte nichts von den vielen Mühen seiner Mutter.

Es tarnen Hirten vorbei im Morgenglühen. Es ka­men Hirten vorbei im Abenddämmern. Und sie fragten die einsame Mutter:

Wo ist Fiore, Dein Sohn? Wo ist Fiore? Warum

»Ihr Spiritismus war ein Gaukelspiel. Sie haben ernitetn Erichen nach Wahrheit Spott getrieben. Nach Beweggründen will ich nicht fragen. Die Sache ist 5, ~. d°s ist alles."

"~er ich sage Ihnen: wie konnte ich wissen, daß . . .* »Senitg davon. Anklagen ober Entschuldigungen ma- , Nichts aus. Leben Sie wohl."

ab ^kenborch zuckte bedauernd die Achseln, wandte sich 0)gr "d schritt langsam auf die Tür zu. Seine Tochter fteh« eteits hinausgegangen. Auf der Schwelle blieb Stn und sah sich um.

in '' .ennoch sprach der Geist die Wahrheit", bemerkte er 6. 9 egmatischem Tone und folgte seiner Tochter.