gend, ihre Zusammenhaltung und für diese SA. verlange ich die Zubilligung der Notwehr.
<F ^ließlich formulierte Rechtsanwalt Litten drei Fragen an Hitler, über die das Gericht beschließen sollte:
1. ob er die hier zur Verhandlung stehende Tat als Angriff oder als Notwehr betrachte,
2. ob ihn die erwähnte Schrift Dr. Goebbels, in der dieser für den Fall, daß die N.S.D.A.P. nicht die Mehrheit erringe, Revolution und Verjagung des Parlaments ankünd'gt, bekanntgewesen sei, als er Goebbels zum Reichs- propaganda-Leiter gemacht habe, und
3. ob Hitler bei seinen Verhandlungen mit Dr. Brüning über eine evtl. Beteiligung der Nationalsozialisten an der Regierung die Zusicherung gegeben habe, die S. A. aufzulösen, woraus hervorgehen würde, daß die S.A. ein Fremdkörper sei.
Rach längerer Beratung lehnte das Gericht die erste Frage des Rechtsanwalts Litten ab, ließ jedoch die beiden anderen Fragen an Hitler zu.
Zu ihrer Beantwortung erklärte Hitler, daß die Broschüre von Dr. Goebbels für die Partei als solche bedeutungslos gewesen fei.. „Ich habe Dr. Goebbels zum Propagandaleiter ernannt wegen seiner großen Fähigkeiten auf diesem Gebiet. Goebbels hat außerdem politisch die Linie zu verfolgen, die ich ihm vorschreibe. Auch Dr. Goebbels steht auf legalem Boden." Auf die Frage über die angeblichen Zusicherungen bei den Verhandlungen mit Brüning betonte Hitler: „Weder hat Herr Herr Dr. Brüning uns bei dieser Unterredung eine Regierungsbeteiligung angetragen, noch haben wir eine solche mit irgendwelchen Konzessionen gefordert. Ein Ersuchen, die S. A. aufzulosen, wäre für uns nicht nur undiskutabel gewesen, sondern hätte die Preisgabe unserer Bewegung zu bedeuten. Mit keinem Wort ist darüber gesprochen worden."
Rechtsanwalt Becker: „Herr Hitler, ist Ihnen nichts bekannt, daß zwischen Hauptmann Röhm und den Gene-rälen Hammer st e in und Schleicher Verhandlungen gepflogen worden sind, in denen ihre Herren einp Umorganisation der S.A. zugesichert haben?
Hitler: „Nein". ,
Rechtsanwalt Becker: „Herr Hitler, ist Ihnen nicht bekannt, daß bei Verhandlungen zwischen Hauptmann Göhring und Minister Treviranus ,6ie gleiche Zusicherung gegeben worden ist?", . , .
Hitler: „Nein"- . - -
Rechtsanwalt Becker: „Wußten -Sie nun also etwas von den Besprechungen-zwischen Röhm und den Herren des Reichswehrministeriums older nicht?"
Hitler: „Doch, Herr Hauptmann Röhm k a n n te die Herren von der Reichswehr wohl von früher her. Ich bedauere im übrigen,
daß dieses Thema hier angeschnitten worden ist?
Es trat dann eine einstündige Mittagspause ein. __________________
* Deutsche Vorstellung in Prag wegen Beschimpfung des Reichspräsidenten. Wegen der von der tschechoslowakischen Zeitung „Narod" gebrachten Beschimpfungen des Reichspräsidenten von Hindenburg hat der deutsche Gesandte bei der tschechoslowakischen Regierung Vorstellungen erhoben. Der Stellvertreter des Außenministers Krosta hat sein Bedauern über diese Beschimpfungen ausgesprochen und darauf hingewiesen, welche Verehrung der deutsche Reichspräsident in weiten Kreisen in der Tschechoslowakei genießt.
Der evangel. Kirchen ^Vertrag.
Oben: Die Vertreter der preußischen Regierung: Kultusminister Grimme und Ministerpräsident Braun.
Unten: Die Vertreter der evangelischen Kirche: D.' Winkler, Präsident des evangl. Kirchensenats, und -D. Kapler, Präsident des evangl. Oberkirchenrats. ' -
Im Preußischen Staatsministerium werden sich am 11. Mai die Vertreter der Preußischen Regierung und der evangelischen Kirche zur feierlichen Unterzeichnung des evangelischen Kirchenvertrags mit Preußen versammeln.
Vor der Genfer Tagung.
Die Frage der Zoll-Anion.
Am 18. Mai wird die 63. Tagung des Völkerbundrates in Genf unter dem Vorsitz des Reichs- oußenministers D r. Curtius eröffnet.
Auf der vorläufigen Tagesordnung stehen einige dreißig Fragen, darunter eine von der britischen Regierung angeregte Prüfung des österreichisch-deutschen Protokolles für die Errichtung einer Zollunion und die Erörterung des Berichtes der europäischen Studienkommission.
Weiter smd folgende Punkte auf der Tagesordnung vermerkt'
Was die Abrüstungs- und Sicherheitsfragen anbelangt, so wird der Rat einen Bericht über den Fortschritt der vorbereitenden Arbeiten für die am 2. Februar 1932 beginnende Abrüstungskonferenz zu erörtern haben. Dem Rat wird ferner ein Bericht des Generalsekretärs über die Möglichkeiten vorliegen, die die Stadt Genf in bezug auf Versammlungsräume, Wohnräume, Transport- und Verkehrsgelegenheiten ufw. bietet. Dieier Bericht ist mit Hinblick auf die endgültige Wahl des Konferenzortes verfaßt worden.
Der Rat wird weiterhin eine Entscheidung zu treffen haben, über die Frage des Zusammentritts der besonderen Kommission für die Ueberwachung und Offenlegung der privaten Herstellung von Waffen. Munition und Kriegsmaterial. Das Komitee von Budgetfachverstöndigen, das feine Arbeiten am 28. Februar beendete, ist zu dem Schluß gekommen, daß es ihm unmöglich fei, Methoden für eine getrennte Offenlegung jeder einzelnen Materialsorte in Vorschlag zu bringen.
Die Deutsche Regierung hat dem Rat zwei Vorschläge vorgelegt:
Der erste betrifft die Abfassung eines Muster- frageboaens über den Abrüstunasstand in den einzelnen Ländern. Die Deutsche Regierung erinnert in diesem Zusammenhang an die von den Regierungen auf den Fragebogen von 1923 eingesandten Antworten. Die britische Regierung hat ihrerseits angeregt, daß die Angaben über den Rüstungs- stand auf der Grundlage der Tabellen gegeben werden sollen die dem von der vorbereitenden Abrüstungskommission ausgearbeiteten Entwurf beigefügt sind. m .
Der zweite Vorschlag der Deutschen Regierung betrifft die Vorbereitung eines besonderen internationalen Abkommens für die Veröffentlichung von Rackrichten über Zivilluftfahrt 209—212 de- Berichtes der vorbereitenden Abrüstungskom- mtffinn).
Schließlich wird der Rat einen Bericht des besonderen Komitees erörtern, das den Entwurf einer Allgemeinen Konvention über den Ausbau der
Kriegsverhütungsmaßnahmen prüft. Dieses Komitee wird unmittelbar vor der Ratstagung zusammentreten.
Auf politischem Gebiet wird der Rat sich mit den direkten Verhandlungen befassen, die zwischen Polen und Litauen geführt worden find, um die Ruhe und Ordnung im Gebiet der „Ver- waltungsgrenze" aufrechtzuerhalten. Er wird ferner den Antrag der Deutschen Regierung vom 20. September 1930 über die Lage im Memelgebiet prüfen, dessen Erörterung der Rat während seiner Sitzung am 24. Januar 1931 vertagt hatte.
Auf dem Gebiet des M i n d e r h e i t e n s ch u t- z e s wird der Rat eine Reihe von Eingaben und Berufungen über die Lage der Minderheiten in Oberschlesien und eine Eingabe von Vertretern der Nachkommen des früheren ungarischen Szekler Erenzregiments prüfen. Er wird ferner den Be- richt erörtern, um den er die polnische Regierung in seiner Sitzung vom 24. Januar 1931 ersucht hatte und der die Untersuchungen und Maßnahmen betrifft, die die polnische Regierung in den Woiwodschaften Schlesien, Posen und Pommerellen in Verfolg der Zwischenfälle ergriffen hat, die zu den deutschen Noten vom 27. November, 9. und 17. Dezember und zu der Eingabe des Deuffchen Bolksbundes vom 7. Januar 1931 Anlaß gegeben haben.
Auf dem Gebiete der Verwaltungsfra. gen wird der Rat die Frage einer eventuellen Erneuerung der Amtszeit des Oberkommissars von Danzig prüfen. Er wird ferner den Vorsitzenden des Danziger Hafenausschusses gemäß Art. 19, § 2 der Konvention zwischen Danzig und Polen vom 9. November 1920 zu ernennen haben, da sich die Regierungen von Danzig und Polen nicht über die Wahl des Vorsitzenden haben einigen können.
Der Rat wird weiterhin eine Entscheidung tref. fen müssen über eine Frage, die ihm vom Oberkommissar von Danzig überwiesen worden ist und die das Ersuchen um eine gutachtliche Aeußerung des Ständigen Internationalen Gerichtshofes über einzelne Rechtsfragen betrifft, über die die Regierung von Danzig und Polen verschiedener Ansicht sind (Behandlung polnischer Staatsangehöriger und anderer Personen polnischer Sprache oder Abstammung in Danzig).
Auf technischem Gebiet wird der Rat von dem Bericht des Präsidenten der internationalen Konferenz für die Vereinheitlichung des Wecksel- und Scheckrechtes Kenntnis nehmen. Man wird sich erinnern, daß, diese Konferenz vom 23. Februar bis zum 19. März in Genf tagte und drei Konventionen annahm, nämlick eine Konvention über ein einheitliches Scheckrecht, eine Konvention
Ilk. 107
Anzeiger für die Stabt Iulda und denLandkreis Fulda. Amtliches kreisblatl.
Erscheint jechsmal wöchenllich. Wochenbeilagen: „Die Welt im Bild" und „Buchenblätter". Rotationsdruck und Berlag der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda. Fernrufe: Schrift» :: leitung 1152, Fuldaer Actiendruckerei 1150 und 1151. ::
Samstag, 9. Mm 1931.
Monatlich 1.80 einschliehl. Postgebühr (48 Psw) ohne Zustellg. Anzeigen-Preise: Kleinzeile (Col.) lokal 0.15 RM., auswärts 0.20 RM. Reklamezeile: lokal 0.60 RM., auswärts 0.80 RM. Bei Wiederholungen Rabatt. Postscheckk. Frank», a. M. 4051.
Zahrg. 58.
Adolf Hiller und Slennes als Zeugen.
Der Aeberfall im Berliner Tanzpalast „Eden".
§NB. Berlin, 8. Mai. (Eig. Meldg.). Aus der cn ujiö für sich nicht bedeutungsvollen Verhandlung gegen den nationalsozialistischen Hausdiener Stief, den Kaufmann Berlich, den Maurer Lieb- kher 'unü den Mechaniker Wesemann, die ange- #[aflt sind, den lieber fall auf die kommunistischen 2eüte im Berliner Tanzpalast „Eden" verübt zu hchen, wobei drei Angehörige der KPD. durch Schüsse verletzt wurden, hat sich ein großer politischer Prozeß entwickelt, der vor dem Schwurgericht in Berlin-Moabit verhandelt wird. x»as Verfahren hatte mehrfach Unterbrechungen erleiden müssen, weil einer der Angeklagten in» fotge des Genusses von 15 Veronaltabletten erkrankt mar, und bann, weil plötzlich der Verteidiger der Angeklagten den Antrag gestellt hatte, Adolf Hitler als Zeugen darüber zu hören, ob das Waffenverbot in der NSDAP, ernst gemeint gewesen sei. Der Vertreter der drei als Nebenkläger zugelassenen verletzten Kommunisten, Rechtsanwalt Dr. Litten, schloß sich dem Antrag an, verlangte aber darüber hinaus die Ladung des Pülizeihauptmanns a. D. Stennes und feines Parteigängers Wetzel zum Beweise dafür, daß in der SA. besondere Rollkommandos bestanden hätten, deren Aufgabe es gewesen sei, poli- fifcfje Gegner zu beseitigen. Das Gericht hatte beiden Anträgen stattgegeben. Hitler sollte heute M 11 Uhr als Zeuge in Moabit erscheinen, während Stennes bereits für 9 Uhr geladen worden Mk. In letzter Minute'ist aber auch Hitler schon für 9 Uhr bestellt worden, sodaß die ursprüngliche Annahme, es würde' im Gerichtssaal zu keiner Begegnung zwischen den jetzt feindlichen Brüdern iei NSDAP, kommen, hinfällig wurden.
Bevor die Verhandlung eröffnet wurde, erklärte der Vorsitzende: „Ich mache darauf aufmerksam, daß ich jede Demonstration zu unterlassen bitte, besonders im Zuhörerraum dürfen keinerlei Kundgebungen veranstaltet werden. Das Gericht würde foaft rücksichtslos eingreifen." Dann wurden die Zeugen' aufgerufen.
Sn dem Augenblick, als Hitler den Saal betrat, I sprangen die Angeklagten von ihretn Sitz hoch und größten unter Heilrufen den Vorsitzenden ihrer Kwtei mit dem Fafchistenqruß. Hitler dankte wie schon seinerzeit im Reichswehrprozeß in Leipzig lediglich durch Kopfnicken. Der Vorsitzende, der in große Erregung geraten war, schlag mit der Hand auf den Tisch und wiederholte sein Verbot. : «'
Sann wurde als erster Zeuge Adolf Hitler ver- ' Nnmen, der sich zu den Behauptungen, daß der 6thrm 33, dem die Angeklagten angehören, ein sogenanntes Rollkommando gewesen sei, daß die Sflt, die hier zur Verhandlung steht, vorher ge- pllmt war, mit dem Ziel, Menschen vorsätzlich zu töten, und daß dieser Plan ihm vorher zu Ohren gekommen und von ihm gebilligt worden sei, wie folgt äußerte:
k ,Jch halte es für ausgeschlossen, daß in Berlin km Sturm mit solchen Aufgaben betraut werden könnte, ®ber sich selbst solche Aufgaben vornehmen würde. Die f v- ,A. in der nationalsozialistischen Partei kennt über- hochpt keine Kommandos. Die Partei hat die S. A. oscht geschaffen, um gegen politische Gegner vorzugehen. Dm S. A. hat vielmehr die große Aufgabe, die Partei Zu stützen und sie gegen Angriffe von links zu schützen, somie propangadistisch zu wirken durch das Auftreten großer disziplinierter Massen." Die Bildung smes Rollkommandos bei einer Sturmabteilung oder M der Berliner S. A. halte ich für unmöglich: denn eine mschs Einrichtung wäre bestimmt dem Vertreter der Beborden nicht verborgen geblieben, außerdem hätten dis Führer dieser Sturmabteilungen absolut gegen die ?? ber Parteileitung ausgehenden Richtlinien verstoßen. 'Zch.Möchte mich hier gleich dazu äußern, daß behauptet Horden ist, ich hätte im „Völkischen Beobachter" das Beuchen von Rollkommandos zugegeben. Das ist nicht rich- IIU- Sch habe mich vielmehr bei meiner Auseinander- Mng mit Stennes über die Frage der Legalität und Legalität, über verfassungsmäßiges und nicht verfas- ??"Srmäßsges Vorgehen auseinandergesetzt. Ich halte ^Weimarer Verfassung für falsch und auch für schlecht.
| ich wei ß, daß ein Versuch, diese Verfassung ge- jV r'ayn zu stürzen, mißglücken werde und wahr- ^'ulich nutzlos wäre. Ich schicke meine Anhänger des- E,’“® picht vor die Maschinengewehre. Sch gehe den wir eingeschlagenen legalen Weg aus tiefster "nerster Ueberzeugung. Freilich
gibt es fireife in der Partei,
hl8 ?!?fen legalen Weg als „verfpleß t" oder „ver- I »( 3‘" hingestellt haben. Die Leute, die. meine Arbeit „verbonzt" bezeichnen und die sich auch von uns ge» Eimt haben, haben selbst Organisationen geschaffen, die finh - ei Schicksal der Ration vollkommen bedeutungslos de m habe diese kleinen Gruppen und Grüppchen M^> "hgefvlitterten als das bezeichnet ,was man in Iar- i ^-Rollkommandos" nennt. Aber niemals habe ich r 2l. fei bst als Rollkommando bezeichnet. Sten- ' hPte als ..Osaf" 20 000 Mann hinter sich. Eine so n;j?IUerenbe Menge von Leuten kann man doch wohl klä»! -is Railkammanda bezeichnen. Unsere S. A., so er« i 8no Ier w^ter, hat das strengste Gebot, sich von die-/' m 9egen Andersdenkende fernzuhalten. Wenn oberit oerletzt wird, dann werden die Führer t Unterführer oder auch die betreffenden Mannschaf- Verantwortung gezogen. Es kann natürlich 6er . fein, daß im Notfall der einzelne S. A.-Mann, ein gehetztes Wild ist, die Grenze zwischen erb? ' ""h Notwehr einmal verletzt. Jeden Abend fast 6ll‘, en wir es ja, daß S. A.-Leuten von roten Mördern hab l3Ue^ roirb- Es kann dann natürlich vorkommen, r 0 aus innerer Verbitterung oder aber auch
aus Todesangst
V gS. Grenze einmal überschritten wird, aber wenn es Bau*, äonn ist das nicht der Wille der Partei und M der Wille des einzelnen S. A.-Mannes.
Vorsitzender: „Der Ausdruck Rollkommando bezieht auf die Tätigkeit des Herrn Stennes vor dem M-'-mit in die Partei?"
■ 5),£Ier: ,Zswohl, er kommandierte ja damals die Hun
dertschaft V und Formationen in der Schwarzen Reichswehr."
Vorsitzender: „Also mit dem Sturm 33 hat dieser Ausdruck nichts zu tun?"
Hitler: „Garnichts."
Vorsitzender: „Wissen Sie, ob ein solcher Ueberfall- plan, wie er hier zur Verhandlung steht, bestanden hat?"
Hitler: „Das weiß ich nicht. Ich halte es aber für ausgeschlossen." ....
Es kam dann zu längeren Aüseitiandersetzungen zwischen dem Verteidiger der Nebenkläger, Rechtsanwalt Dr. Litten, und Adolf Hitler, der u. tr. sagte: „Die Vorwürfe Stennes gegen mich sind nur dann berechtigt, wenn man die Haltung der Partei aus ihrer legalen Tätigkeit her- auszunehmen versucht. Aber solange, ich Führer der nationalsozialistischen Bewegung bin, wir!) sich an der gesamten Richtung der Partei nichts ändern. Sie wird auf dem Wege der Legalität beharren'und darin wird sie sich von niemanden irre machen ldssöN. ' Was' gefährlich ist oder nicht gefährlich, das zu bestimmen ist meine Sach e." ......
Als Rechtsanwalt Sitten die Aussage Hitlers anders auslegen wollte, erklärte dieser sehr- erregt: '„Wenn ich die Propaganda des Hauptmanns Stennes gegen mich praktisch widerlegen wollte, dann müßte ich mich von meinem legalen Wege entfernen. Wir machen nicht Geschichte mit Bomben und Dolchen, sondern durch große, in Bewegung gesetzte Massen. Alles andere ist liederliches Bramarbasieren. Wie ich die Tätigkeit des Hauptmanns Stennes beurteile, überlasten Sie doch mir."
Im weiteren Verlauf seiner Vernehmung betonte Hitler nochmals: ,Hch halte es für ausgeschlossen, baß ein Sturm von 200 Mann ein Rollkommando bilden könnte, ohne baß das bekannt würde. Cs ist ja heute fo, daß sich
in jeder unserer Organisationen ein Spitzel
befindet. Ich fjdbe gar nich ts dagegen . Denn wir babyi nichts zu verbergen. Ngtürlich wäre es denkbar, daß txgendwo.ein schwer bezahltes Subjekt in der Partei versuchen könnte, Lebte' um sich zu sammeln.' Dafür kann doch aber die Parteileitung nichts. Wir haben in Deutschland Sturmabteilungen, die. niemals Zusammenstöße kennen lernen, weil keine Gegner da sind. Ebenso aber haben wir Abteilungen, die aus den Kämpfen nicht herauskommen. Im Ruhrrevier ist wohl jeder unserer Leute schon einmal überfallen aber verwun? bet worben. .. ‘ ,
Auf die Frage des Rechtsanwalts, Litten: „Können Sie uns versichern,, daß Sie niemals Nachrichten überBildung v.onRollkomman- dos in der S. A. erhalten haben?" antwortet Hitler: „Nein, nie". Auf Antrag des Verteidigers verlas der Vorsitzende sodann einen Artikel im Völkischen Beobacht er, in dem Hitler über die Tätigkeit des früheren S. A.-Leiters in Danzig schreibt und dabei sagt, daß dieser Führer Rollkommandos gebildet und eigene Parteiversamml ungen gesprengt hätte.
Hitler bemerkte hierzu: „Ich habe diesen Fall nur deshalb angegeben, weil mir gemeldet worden war, daß in Danzig die S. A. Waffen besitze und daß die S. A.-Leute Waffenscheine erhalten hätten. Wenn ich hierüber nähere Ausführungen machen soll, bitte ich
um Ausschluß der Oeffentlichkeit, da es sich um Fragen der Landesverfassung handelt?
Rechtsanwalt Becker: „Herr Hitler, trotz Ihrer beschworenen Aussage in Leipzig wird in einem Teil der Oeffentlichkeit ihre Legalität immer wieder angezweifelt. Man sagt, daß Ihre Legalität nur eine getarnte fei. Ist es richtig, Herr Hitler, daß es sich bei Hauptmann
Stennes um einen Polizeispitzel handelt?"
Hitler: „Ich habe stets nur behauptet, daß Stennes Polizeihauptmann war, der später sich an Radikalismus gar nicht genug tun konnte."
Rechtsanwalt Dr. Becker: „Das verstehe ich nicht, Herr Hitler, wenn Stennes Polizeispitzel gewesen wäre, so hätte er doch keine illegalen Organisationen schaffen können."
Hitler: „Oho, da bin ich anderer Meinung. Natürlich kann ein Spitzel, der über Geldmittel verfügt, in eine Partei einbringen und Leute um sich sammeln. Wir haben z. B. festgestellt, baß einer unserer radikalsten Führer im Westen lange Zeit hindurch Polizeispitzel war.
Rechtsanwalt Dr. Becker: „Ist es richtig, Herr Hitler, daß Sie gegenwärtig innerhalb der Partei eine große Umgruppierung vornehmen, um eine revolutionäre Explosion der SA. zu verhindern?"
Dazu erklärte Hitler: „Soweit es im Vermögen eines Parteiführers steht, habe ich alles an« gcordnet, um unsere Legalität zu verankern und bewähren zu lassen. Ich habe überall, wo Bewaffnung der SA. Leute festgestellt wurde, durchgegriffen und nötigenfalls Führer und SA.-Leute entlassen. Wo ist denn die Partei, die einen Mann, von dem feststeht, daß er eine Waffe besitzt, aus ihren Reihen ausstößt. Sollte ick irgendwo feststellen, daß eine unserer Organisationen Waffen besitzt, so würde ich diese sofort bet Behörbe zur Verfügung stellen. Ick muß aber betonen, daß ich zu einer solchen Einstellung nur aus einer rein realen nüchternen Er- kenntnis gekommen bin. Deutschland steht heute unter einem System einer Geistesverfassung, die umgewanbelt werden muß, nicht mit Handgranaten unb Pistolen, sondern
durch die geistige (Eroberung der Massen.
Das ist die Ausgabe der NSDAP., Aufgabe der SA. ist die propagandistische Erfassung der In-