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uldaerZeitüng

Anzeiger für die Stadt Fulda und den Landkreis Fulda. Amtliches Kreisblatt

Ilr. 106

Freitag, 8. Mai 1931

Zahrg. 58.

Seichselnnahmen und Ausgaben im Mrz

* Die englische Grundbesitzsteuer angenommen.

(Ende des

steuer mit 289 gegen 230 Stimmen angenommen«

die öfter-

wirklich mit seinen tiefsten

Bekämpfung der Arbellslofigkeik durch Arbeitsbeschaffung

Die Brauns-Kommission berät

jetzt die Fürsorge-Reformen. Sind Ausland-Anleihen erreichbar?

Die Zoll-Anion

Nene Schwierigkeiten.

I sen, wenn ihr Ministerpräsident wirklich ihr Wort­führer ist, schon heute wieder zu kriegerischen Aben­teuern bereit sind.

Wie anders wirkt nach disier üblen Rede eines angeblichen Friedensfreundes das, was Präsident Hoover auf der Tagung der Internationalen Han­delskammer in Washington gesagt hat. Auch er beschäftigte sich mit der Weltwirtschaftskrise. Aber während der Franzose einen Tag vorher einfach Behauptungen aufftellte und die Lammesunschuld Frankreichs als selbstverständlich voraussetzte, fragte Hoover nach den Ursachen des gegenwärti­gen Elends und erwiderte, die Schuld trage unter anderem der Weltkrieg mit ferner Zerstörung von Leben und Eigentum und mit den in seinem Gefolge notwendig gewordenen Steuerlasten sowie mit den sozialen und politischen Unruhen in drei Vierteln der Bevölkerung der Welt. Frank­reich freilich konnte sich nicht ohne Schwierigkeiten so äußern. Denn in diesem Lande gibt es im Vergleich etwa zu den deutschen Zuständen keine Not und keine Armut. Es ist der wirkliche Kriegs­gewinner, dem seine Verbündeten nicht allein den militärischen Sieg, sondern auch die wirt­schaftlichen Erfolge zugetragen haben. Dieses Glück, das ihm in den Schoß fiel, hat so eitel und herrschsüchtig gemacht. Nun spüren auch die Eng­länder die Lästigkeiten dieses Verbündeten., und sie mögen heute vielleicht mehr als se bedauern, daß sie im Jahre 1923 nicht den Mut fanden, für ihre politische und wirtschaftliche Ueberzeuqung oe. rode zu stehen. Für Amerika dagegen, das damals sofort protestierend seine Truppen aus dem Rhein­land zurückzog, liegen die Dinge anders. Hoover hat ausgesprochen, daß zum Wiederaufbau Ver­trauen nötig ist und daß dieses Vertrauen nur durch Begrenzung und Herabsetzung der Rüstun­gen erreicht werden kann.

* Die Pariser Kolonialausstellung ist am Mitt­woch nachmittag unter Entfaltung militärischen Gepräges und unter dem Donner von 101 Salut­schüssen vom Präsidenten der Republik eröffnet worden.

* Die australische Bundesregierung wünscht außerordentliche Vollmachten. Aus Canborra wird gemeldet: Die Bundesregierung bereitet ge­genwärtig eine Volksabstimmung vor, die ihr weit­gehendste Vollmachten in allen Fragen des Handels und der Industrie erteilen soll.

werbstätigen Arbeitsgelegenheit zu schaffen, ver­hältnismäßig schnell und keineswegs ohne Erfolg durchsetzen.

Daß dabei vielfach Aufblähungen des Pro­duktionsapparates und Kapitalfehlleitungen erfolg­ten, ist verständlich. Der Auftrieb, den die deutsche Wirtschaft auf diese Weise erhielt, erzeugte auch hier eine Scheinblüte, die in vielfacher Hinsicht nachteilig wirken mußte. Sie blendete das Aus­land und uns selbst; sie führte im Ausland zur Ueberschätzung unserer Leistungsfähigkeit (Poung- plan!) und daheim zu einem Mangel an Disziplin in allen Zweigen der öffentlichen, nicht minder aber auch der privaten Wirtschaft. Preisniveau, Selbstkosten der Wirtschaft insbesondere Zinsen und öffentliche Abgaben, x T., auch Löhne und Gehälter, alles wurde übersteigert.

Die deutsche Entwicklung barg ihre besonderen Gefahren, die im Augenblick des Umschwungs der Konjunktur die Krise beschleunigen und verschär­fen mußten. Der Kapitalmfluß vom Ausland ver­siegte, der Rückhalt an eigenem Kavital und Re­serven reichte trotz erheblicher inländischer Kapital­bildung nicht aus, viele Betriebe standen damit alsbald vor dem Zusammenbruch. Verhängnisvoll wirkten auf die weitere Entwicklung die inner- politischen Spannungen ein, die manche Ansätze zum Besseren zerschlugen. Berechtigte Hoffnungen auf eine Entspannung des Kapitalmarktes wurden zunichte, die bereits hervorgetretene Tendenz zur Senkung des Zinsfußes brach ab; der Schaffens­wille bei den Unternehmern schlug in Pessimismus

um, und weiter Kreise der Arbeiterschaft bemäch­tigte sich eine bis zur Verzweiflung gehende Mut­losigkeit. So befindet sich die deutsche Wirtschaft heute in einer Erstarrung.

Alle Maßnahmen müssen darauf abzielen, die Erstarrung, in der sich heute unsere Wirtschaft be­findet, zu lösen und in Deutschland brachliegende Arbeitskräfte, Produktionsmittel und Warenvor­räte produktiv zu nutzen.

Wie Ueberlegung und die Erfahrung frühe» rere Krisen zeigen, erfolgt die Lösung einer sol­chen Erstarrung regelmäßig in der Weise, dah neue Kapitalanlagen die brachliegenden Produk­tivkräfte wieder in Bewegung setzen. Diese Be­wegung war früher regelmäßig der privaten Ini­tiative zu verdanken und nahm ihren Ausgang vorzugsweise von der Bauwirtschast. Die Hem­mungen, die heute auf diesem Gebiet liegen, find' zu bekannt, als daß sie an dieser Stelle geschildert werden mußten. Diese Loge zwingt dazu, der durch äußere Ilmstände gehemmten Initiative der Privatwirtschaft dadurch zu Hilfe zu kommen, daß^ durch eine Kapitalwerbung auf Grund öffentlichen Kredits neue Arbeitsgelegenheit geschaffen wird, die ihrerseits ausstrahlt auf Beschäftigung und Absatz der deutschen Gesamtwirtschaft. Das natür-" liche Betätigungsfeld werden dabei solche Auf­gaben sein, die sich für eine zentrale Planung eignen, dauernden volkswirt'chaftlichen Wert be­sitzen und durch ihren Ertrag das aufgewandte Kapital lohnen.

Sollen Maßnahmen zur Arbeitsbeschaffung

Der 2. Teil des Gutachtens der Gutachterkom­mission zur Arbeitslosenfrage, der die Bekämp. fung der Arbeitslosigkeit durch Ar­beitsbeschaffung behandelt, ist nunmehr ver­öffentlicht worden. Wir geben daraus folgendes wieder:

Zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit dienen wirtschafts- und sozialpolitische Maßnahmen. Mit den letzteren, soweit es sich um die Arbeitsvertei­lung handelt, hat M die Gutachterkommission zur Arbeitslosenfrage im ersten Teil des von ihr erstatteten Gutachtens beschäftigt. Die größere Tragweite haben die wirtschaftspolitischen Maß­nahmen, weil sie die Arbeitsmöglichkeiten zu ver­mehren berufen sind.

Im Rahmen der Weltkrise hebt sich die deutsche Krise durch besondere Eigentümlichkeiten hervor. Deutschland hatte unter dem Weltkrieg und seinen unmittelbaren Folgen sowie unter den jahrelan­gen verfehlten und darum vergeblichen Versuchen einer wirklichen Liguidierung des Krieges, die auch heute noch nicht erreicht ist, mehr als an­dere Länder zu leiden. So war infolge der star­ken Zerstörung des deutschen Produktionsappara­tes im Krieg, Ruhrkampf und Währungszusam­menbruch der deutsche Wiederaufbau aus eigener Kraft allein nicht möglich. Es bedurfte der Hilfe des ausländischen Kapitals. Mit dieser Hilfe konnte sich der ohnehin starke Wille zum Wieder­aufbau und zur Anpassung an die moderne Tech­nik (Rationalisierung) sowie das verantwortungs­volle Streben, der wachsenden Menge von Er-

Erscheint sechsmal wöchentlich. Wochenbeilagen:Die Welt im Bild" und!8ud)enblätter*. Rotationsdruck und Verlag der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda. Fernrufe: Schrift» :: leitung 1152, Fuldaer Actiendruckerei 1150 und 1151. ::

wtb. Newyork. 7. Mai (Eig. Meld.) Die heuti­gen Morgenausgaben der NewyorkTimes" und namentlich derHerald-Times" bringen in großer Aufmachung Berichte über englische Be­müh u n g e n, die auch von der d e u t s ch e n Dele­gation unterstützt wurden, um die Formulierung eines Beschlußentwurfes fertigzustellen, wonach die internationale Handelskammer eine Stu­dienkommission zur Revision des Problemsunwirtschaftlicher Schul­den einsetzen soll. Das Hauptargument für diese Bestrebungen soll nach Ansicht dieser Zeitungen das Mißverhältnis zwischen den Schuldverpflichtungen und dem Fall der Warenpreise um 2530 Prozent sein.Herald-Tribune" weist darauf hin, daß mit dem Widerstand der französischen Delegation zu rechnen sei undTimes" hebt gleichfalls hervor, daß über die Frage der Annahme der Resolution wahrscheinlich noch eine große De­batte zu erwarten sei.

Zur gleichen Angelegenheit, die natürlich für die deutschen Pläne einer Revision der Poungver- träge von Bedeutung ist, liegt eine Meldung aus Washington vor, die folgendermaßen lautet:

wtb. Washington, 7. Mai. (Eig. Meld.) In den Kreisen der internationalen Handelskammer geht das Gerücht um, die britische Delegation er­wäge, ob es nicht zweckmäßig sei, in einer der näch­sten Sitzungen der Handelskammer eine Ent­schließung über Kriegsschulden und Abrüstung einzubringen. Die Mitglieder der Delegation lehn­ten es ab. sich zu diesem Gerücht zu äußern. Es

Aus dem zweiten Teil des Gutachtens der Gutachterkommission zur Arbeitslosenfrage. Die Aufnahme der Vorschläge in der deutschen Oeffentlichkeik

Inkernakronale Handelskammer und Revision

Wird sie dazu sprechen? Die Frage der «unwirkschastttchen- Schulden. Man darf sich das alles nicht zu leichk vorfkellen.

der Geist, der aus der Rede des amerikanischen Präsidenten gesprochen hat, in allen Ländern zum Siege kommt, dann ist es um Europa schlecht bestellt.

Der Zoll-wasfensNIlstand.

Frankreich ratifiziert.

fizierungsurkunde beim Dölkerbundssekretariat zu hinterlegen, ein Verfahren, das als korrekt und vollkommen der Situation entsprechend in Genf angesehen worden ist.. Wenn Frankreich jetzt nach, träglich eine Konvention, die längst existiert, noch ratifiziert, so ist das eine E e st e. Man hat den Eindruck, daß diese Geste nicht zuletzt mit Rücksicht auf die großen wirtschafts- und handelspolitischen Auseinandersetzungen, die von der Tagung der europäischen Studienkommission am 15. Mai er- wartet werden, erfolgt ist. ,

Amerikanische Zollsenkungsbestrebungen.

wtb. Neuyork, 7. Mai. (Eig. Meld.)Neuyork Times" meldet heute die Gründung desRats für Zollherabsetzung", einer Organisation, der füh­rende Wirtschaftspolitiker und bekannte Person- lichkeiten des öffentlichen Lebens angehören. Die neue Vereinigung hat an den Präsidenten beit Internationalen Handelskammer, Theunis, ein Schreiben gerichtet, in dem es heißt, daß sie auf dem amerikanischen Kongreß im Sinne einer Zoll- Herabsetzung einwirken werde. ,

war gegen 25 Ende Februar 1931. Die schwe­bende Schuld hat sich auf 1709,5 Vormonats 1580,4) erhöht.

Der Kontroll ausschuß für leichische Vülkerbundsanleihe von 1922 ist für den 12, Mai nach Genfeinberufen worden. In Ser Einberufungsfrage muß erst am Mittwoch eine Einigung zwischen den im Ausschuß vertretenen jxht Mächten erzielt worden sein, da die Verhand- lmgen der letzten Tage noch eine Mehrheit gegen die Einberufung ergeben haben. In diesen Ver- hmhlungen hatten sich nur Frankreich, Belgien H die Tschechoslowakei für die Einberufung aus- chrochen.

Das Völkerbundssekretariat teilt offiziell mit, daß Frankreich die Genfer Handel skon- ventron vom 24. März 1930, durch die ein gewisser Zollwaffenstillstand in Europa herbei­geführt werden sollte, jetzt ratifiziert und die Ratifikatronsurkunde beim Völker­bundssekretariat hinter legt habe. In Genfer politischen Kreisen ist man über diese Mit­teilung ziemlich erstaunt. Man erinnert sich, daß die Ratifikation der Genfer Handelskonvention im März d. I. sich endgültig als unmöglich er­wiesen habe und daß die Inkraftsetzung der Kon­vention, was in der Debatte oft erklärt worden sei, namentlich an der unklaren Haltung Frank­reichs und der positiven Weigerung Englands gescheitert sei. Der Vorsitzende der Konferenz, der ehemalige holländische Ministerpräsident Colijn, hat damals ausdrücklich festgestellt, daß die Konven­tion hinfällig geworden sei, da ihre Inkraftsetzung bis zum 1. April d. I. nicht habe erfolgen können. Diese Auffassung ist vom Völkerbundssekretariat geteilt worden. Verschiedene Regierungsvertreter hatten damals ausdrücklich erklärt, eine nochmalige spätere Konferenz könne nicht ohne weiteres die zu Fall gebrachte Konvention, deren eigentliche Inkraftsetzung aus den 1. April d. I. begrenzt war, m Wirksamkeit setzen, sondern die Regierungen, die bereits ratifiziert hätten, müßten gegebenenfalls nochmals die Zustimmung der gesetzgebenden Kör­perschaften einholen. In dieser völlig klaren Lage bekanntlich die deutsche Regierung, I ««. uuycuumnira.

obwohl Reichstag und Reichsrat die Konvention I Das englische Unterhaus hat die neue Grundbesitz- angenommen hatten, darauf verzichtet, die Rati- 1 st " """

Wie steht es dagegen mit Frankreich? Mit der Beredsamkeit, die dieser Raffe eigen ist und beren hervorragende Eigenschaft uns bisweilen die Kunst zu fein scheint, mit einem Schwall von sckümpsen- ven Worten nichts zu sagen oder die Wahrheft zu verbergen, versichern die Franzosen der Welt von Zeit zu Zeit, wie friedliebend sie seien, wie willkommen ihnen die Abrüstung sei, und was der edlen Redensarten mehr fein mögen. Hoover da­gegen nennt konkrete Zahlen. Die Welt gibt whrlich 20 Milliarden Mark für Rüstungen aus, das sind 70 Prozent mehr als vor dem Weltkriege. Alle Lander haben den Kellogg- Vakt unterzeichnet und damit feierlich auf den Krieg verzichtet. Trotzdem stehen heute, zwölf Jahre nach dem Waffenstillstand. 5^ Millionen ärmer unter den Waffen und 20 Millionen in Reserve. Wie kann, so fraqt Hoover mit Recht, in Handel und Verkehr Vertrauen kommen, wenn die Welt bis an die Zähne bewaffnet ist? Aber Frankreich berührt das nicht. Ihm genügt es, Paris als die Geburtsstadt des Kellogg-Paktes zu bezeichnen Im übrigen ist er für gewisse sran- 'wsisckie Anschauungen ein Fetzen Papier und nichts weiten M

Wäre FrankreW wirklich mit seinen Keiften Wünschen dem Frieden zugeneigt, so müßte eg den Krieg und die mittelbare Kriegspropaganda als die Ursachen der Wirtschaftskrise erkennen, und es wäre dann feine heiligste Pflicht, das vom Krieg am meisten mitgenommene Land in feinen ehrls- <fien Bemühungen, aus dem Sumpf wieder hsraus- kommen, wenn nicht loyal zu unterstützen, so doch wenigstens nicht zu stören. Aber Frankreich geht es um die Hegemonie. Daher dürften auch einige französische Blätter den Versuchsballon stei­gen lassen, der Zusammentritt der Abrüstungskon­ferenz im Februar sei gefährdet. Es ist erfreu­lich, daß England wenigstens dieses Manöver durch ein sofortiges Dementi erledigt hat. Wenn nicht

wtb. Berlin, 7. Mai. (Eig. Meld.) Nach Mit­teilung des Reichsfinanzministeriums betrugen im Marz 1931 (Angaben in Millionen Rm.) im ochenlichen Haushalt die Einnahmen 715,6 und für bi« Zeit vom 1. April 1930 bis Ende März dieses Jahres, d. h. also im Rechnungsjahr 1930-31 ins- qefamt 10263,2, während sich die Ausgaben auf 820,4 bezw. 11251,8 stellten. Es ergibt sich mithin für Mörz eine Mehrausgabe von 104,8 und für das Rechnungsjahr von 988,6.

Im außerordentlichen Haushalt beliefen sich die Einnahmen im März auf 116,3 und im ganzen Rechnungsjahr auf 961, 9, während sich die Aus­gaben auf 165,2 bezw. 451,2 stellten. Hierin ist der Zuschuß an den ordentlichen Haushalt auf den 23er« kauf von Vorzugsaktien der deutschen Reichsbahn- gesellschaft mit 150,0 mitenthalten. Für den Monat Wrz ergibt sich also eine Mehrausgabe von 48,9 inid für das ganze Rechnungsjahr eine Mehrein­nahme von 510,7.

Der Abschluß stellt sich wie folgt: Für den or­dentlichen Haushalt gibt sich unter Berücksichtigung des Fehlbetrages aus den Vorjahren von 465,0 nach Abzug der außerordentlichen Tilgung der schwebenden Schuld von gleichfalls 465,0 bei der erwähnten Mehrausgabe des Rechnungsjahres 1930=31 ein Fehlbetrag von 988,6. Für den außerordentlichen Haushalt stellt sich nach Ver­rechnung des Fehlbetrages aus dem Vorjahre von 771,7 der Fehlbetrag Ende März auf 261,0. Ins­gesamt ergibt sich mithin ein Fehlbetrag von 1249,6 gegen Ende Februar 1931. Der Kassen-Sollbestand betrug am 31. März 1690, wovon 1611 verwendet warben sind, sodaß ein Restbestand bei der Reichs­hauptkasse und den Außenkassen von 79 vorhanden

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verlautet, daß andere Delegationen mit der briti­schen über diese Entschließung beraten hätten.

Amerikas Standpunkt.

Eine Rede Schatzfekretär Mellons an ausländische Bankiers.

Der amerikanische Schatzsekretär Mellon be­tonte erneut den Standpunkt der amerikanischen Regierung gegen jede Herabsetzung der Kriegsschulden, bei einer Rede, die er vor einer Gruppe ausländischer Bankiers hielt, welche an der internationalen Handelskammer» Konferenz teilnehmen. Er erklärte, die Fähigkeit der Schuldnerländer zu zahlen, fei bewiesen worden. Die Wirtschaftssorgen der einzelnen Län­der könnten nicht durchleichte und schnellwirkende) Metbod-'n (ruf Kotten eines anderen beseitigt roer«) den." Mellon drückte weiter fein Vertrauen in da^ kapitalistische System aus. Es werde imstande fein, die augenblicklichen Wirtschaftsnöte zu heilen. Dann wies er auf die Bereitwilligkeit und Fähig- heit der europäischen Länder hin, ihren eingegan­genen Verpflichtungen nachzukommen, ganz gleich,' ob diese Schulden aus dem Kriege ober aus Ge­schäften stammten. Hierauf wandte sich Mellon der Zolls rage zu und verteidigte den amerikanischen Zolltarif. Der Welthandel müsse in neue Bahnen gelenkt werden. Dadurch würde er an Umfang zunehmen, trotz Zollschranken und anderer Erschwerungen. Schließlich betonte der Schatzsekretär noch, daß die Ankurbelung des Wirtschaftslebens ohne eine allgemeine Herab­setzung der Löhne vor sich gehen müsse.

*

Jtotb. Paris, 7. Mai. (Eig. Meld.) Heute nach- Mstag beginnt in der französischen Kammer die Alssprache über das deutsch-österreichische Zoll- Mlem. Die Zahl der Interpellanten «sich auf neun erhöht. Die Antwortrede ? raanbs wird erst für morgen nachmittag erwartet.

Zwei Vellen.

M. Zwei Staatsmänner auf wichtigsten Posten ha- ben über die Weltlage gesprochen. Der eine war französische Ministerpräsident, "Mn Sonntagsrede jetzt in genauerem Wortlaut "erliegt; der andere war der Präsident der ^'"einigten Staaten von Nordame- F J*0- Bei dem eineny9tebner haben wir auszu» pto- daß er nur vom egoistischen engumgrenz- ^ron^ ^mes Landes aus sprach, an dem rühmen wir die Freimütigkeit, mit der über die Wirtschaftslage der Gegenwart Mttte und ihre Ursachen aufdeckte. Laval sieht h« ?Me nicht nur französisch niemand wird IOrti verlangen, daß er deutsche Gesichtspunkte ; sondern er lebt in der Msntali-

die Frankreich heute wieder mehr als je für 1"? auserwählte Land hält, dem sich alle mi7e^n. Staaten zu beugen hätten. Laval hat sich unin 'oriand über die deutsch-österreichischen Zoll- bt'nA Präne aufgeregt und sich nicht gescheut, Dro- v Mar gegen den Völkerbund auszustoßen, r 5'k." Mann, der in Frankreich als nüchtern t»n fachlich gilt, haben in seiner Rede am Sonn- Locarno-Vertrag und der Kellogg-Pakt üentlich nicht existiert. Er erlaubte sich zu fasen, reiA mit«?er souveränen Handhabung der Frgnk- v^i^ur^ Verfügung stehenden Derteidigungsmittel 3ab^>as £in der im Jahre 1931, acht schenb°»"w ?eiP .über alle Verträge sich hinweg- »orr,,£n Ruhreinbruch der Franzose» Staunen her- SeutUr1 ®5 ist bekannt, daß nicht nur ften ' sondern auch die englischen Kronjuri- - iroasmix)as Vorgehen der Franzosen für oer= ia'oVnm9 und völkerrechtlich unzulässig erklärt Pf*, iw, 5 'st bekannt, daß die berühmte franzö- «m 9h£nee im Jahre 1921 an der Ruhr und dech allem anderen als mit Ruhm be-

ma(g Dieses Jahr bildet einen häßlichen, nie« reich« T-^Üemenben Fleck auf der Ehre Frank- ^80^01 J^oem bringt acht Jahre später ein neuer Sr°ben' n^s Ministerpräsident es fertig, wieder zu

STber wieder mit dem Säbel zu raffeln. entfprinrtoroenn man nun annehmen sollte, das ?r«ntrp;rfLtTUr den unauslöschlichen Feindseligkeit 2* tärrfrfto5 Deutscküand. dann würde man °lkePQoaI scheut sich nicht, auch den fein? t-.,3 u bedrohen. Oder kann <Bir wüL»« .nhrungen auch anders versteh-»?

Nicht, wie. Wenn der Völkerbund "tfonh' tscheidung gestellt wird, entweder ober f*n4 ^Pa-Tf4e- Wirtschafts^Sne -anzunehmen m^.>?^ustrcichtigt und Abenteuern ausae- üt der Sinn solcher Senter« S[5 wohl eindeutig. Die rhetorische Frage aus Verantwortung für solche Ab en«

iwort et? nehmen walle, und seine pathetische Marn»« gewiß nicht, können keinen

fRenen darüber täuschen, daß die Franzo-