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Fuldaer Zeitung (Amtliches kreisblatt)

irr. 102

Vorschläge für Vauluslor und Domplatz

1931.

und

Höhe

Petrus „Schul- Jahre

Line Kunstgewerbeausstellung

veranstaltet in diesen Tagen im Evangelischen Gemeindehaus die kunstgewerbliche Weberei Jör­gen und Ortrud v. Rosenberg, Poppenhau­sen. In der Hauptsache sind es Webgegenstände, Kleider, Decken und Kissen, sehenswert und neu­artig besonders deshalb, weil sie nach einem von den Herstellern erfundenen Beiderwand-Web- system gefertigt finb. Dazwischen findet man Zier- und Gebrauchsgegenstände in Metall, die von ei­

Zu meinem letzten Domplatzvorschlag der hier im Grundriß mit enthalten ist, sei noch bemerkt, daß er ein gutes Naturtheater ohne wei­teres abgeben würde. Rings um den Platz liegt ausgebreitet die Geschichte von Fulda, in Baudenk­mälern verkörpert, vor dem Beschauer. Die Zu­schauer wären an den Längsseiten aus Stuften und Bänken unterzubringen.

der Gärtnerei Sauer in der Leipzigerstraße ein etwa 12jähriger Junge, der beim Spielen in ein auswärtiges Auto lief, überfahren und erheblich an den Beinen verletzt. Er wurde von dem be­treffenden Auto ins Landeskrankenhaus verbracht.

d e r s h a u f e n: die alte Dorflinde. 14. Gemeinde Wüstensachsen: eine schöne Hutebuche in der Grumbach.

Preissenkungs-Aktion beim „Schwarzen Mann".

Wie wir hören, werden vom 1. Mai ab die Schornsteinfegergebühren im Stadtkreis und Landkreis Fulda um etwa 7—71/, Pr0z. heruntergesetzt. Hausbesitzer und Mieter werden diese Maßnahme, die im Rahmen der all­gemeinen Preis- und Lohn- und Eehaltsherab- setzung liegt, freudig begrüßen.

Fernsprechverkehr zwischen Deutschland und Ru­mänien.

Am 1. Mai wurde der Fernsprechverkehr zwi­schen Deutschland und Rumänien ausgenommen. Zum Sprechverkehr sind alle deutschen Orte, au' rumänischer Seite vorerst nur die wichtigeren ru­mänischen Orte zugelassen. Vermittelt werden ge­wöhnliche und dringende Privat- und Staats­gespräche, Monatsgespräche in der verkehrsschwa- chen Zeit, V. und X?-Gespräche und Auskünfte. Die verkehrsschwache Zeit rechnet im Verkehr mit Rumänien von 21 bis 8 Uhr (gesetzliche Zeit des Abgangslandes). Für ein Gespräch von 3 Minu­ten Dauer zwischen der 1. deutschen Zone und der rumänischen 1. und 2. Zone werden 7 und 7.50 Mark, mit der rumänischen 3. und 4. Zone 9 und 9.50 Mark erhoben. Für jede weitere deutsche Zone von 100 Kilometer Tiefe erhöht sich die Ge­bühr um 0.50 Mark. Die genauen Gebühren, die zugelassenen rumänischen Orte sowie alle weise­ren Einzelheiten sind beim zuständigen Fernamt zu erfragen. ______________

Fulda, den 2. Mai

Zum Schulsonntag.

Der Sonntag nach dem Feste des hl.

Als 3. Tor wirkt wie bisher das, durch eine Ba­lustradenmauer angeschlossene Stadtgarten-Tor mit; es könnte durch eine neue Pforte links sym­metrisch gestaltet und praktisch erweitert werden. Die Pforte des Bischoftores, die in Wegfall kommt, wäre hier unverändert zu verwenden, das zugehö­rige Bogen-Tor des biichöfl. Palais ebenfalls wo anders einzubauen. So käme ein stattlicher Ein­gang in die Alt-Stadt Fulda zustande, eine Art Ehrenhof; wie ihn solcher Eigenart wohl kaum eine andere Stadt besitzt. Der Blick durchs Tor in die Stadt würde sehr gewinnen.

Das alte Paulustor ist bekanntlich schon einmal „umgezogen", es lag zuerst am Schloß. Auch in der vorgeschlagenen Form wird es an hervorra­gender Stelle der Stadt Fulda in Gesellschaft der anderen Barockbauten erhalten bleiben.

Anker Naturschutz!

ften?m Kreise Gersfeld sind unter Naturschutz ge- , 1. Gemeinde Dörmbach: Dorflinde in Har- 2. Stadt Gersfeld: Schafbuche am West- »vhang der großen Nalle. 3. alte Eiche am Se- »elskopf. 4. alte Buche am Dörrenhof. 5. alte auf der Wacht an der Straße nach Rom- s"Ers. 6. Gemeinde Habel: die alten Dorflinden m Weiler Mollartshof. 7. Gemeinde Hilders: ,'e Buche am Battenstein. 8. Gemeinde Klein- > u l f e N: die Wendebuche an der Straße nach ^^ernhards. 9. Die Hutebuchen auf der Hute hiLk Straße nach Oberbernhards. 10. die Hute- hoA am Schuckenberg. 11. Gemeinde Mos- c* . mehrere alte knorrige Ahornbäume am TinJtr- pe[- 12. Gemeinde Sandberg: die alte ^»Mmde in Sandberg. 13. Gemeinde We« -

Weiterhin schreibt uns zur Umgestaltung des Domplatzes Herr G u st a v Iller:

Im Nachtrag zu meinen Ausführungen in Nr. 79 der „Fuld. Ztg.", bringe ich heute eine Skizze zu meinem damaligen Plan, von Osten nach We­sten gesehen.

Die Lösung des Problems ist, dies möchte ich nochmals erwähnen, keine verekhrstechnische, son­dern in allererster Linie eine architektonische, denn der Domplatz ist ein Bestandteil des Domes, der leider noch unvollendet geblieben ist. Es gilt eine vertikale und, worin hier die einzige Schwierig­keit besteht, eine horizontale Aufgabe zu lösen. In aller Kürze daher nochmals die Grundgedanken zu meinem Plane: Einebnung des Platzes, Abschluß­linie desselben in einem Halb-Oktogon, mit alter Steinbalustrade vorn Michaelsberg, deren Unter­mauerung sich, um die Horizontale durchführen zu können, in ihrer südlichen Flucht, teilweise uoer das Straßenniveau der Kastanienallee erhebt. Un­terhalb der Balustrade läuft eine dreiteilige Rwen- böschung mit Blumenbeeten und mit geschnittenen Taxusbäumchen, im Geschmack des Barock, ent­lang. Die Balustrade selbst begrenzt die obere Ter-

Sammluug für die Zugendherbergeu

im Fuldaer Land.

Vom Landratsamt Fulda wird uns geschrieben:

Dem Gau Main, Rhein, Lahn, Fulda im Reichsoerband für Deutsche Jugendherbergen ist zugunsten des Ausbaues des Jugend- herbergsnetzes im Kreise Fulda ge­nehmigt worden: am 17. Mai dieses Jahres Straßensammlungen und in der Zeit vom 17. bis 23. Mai dieses Jahres H a u s s a mm- l u n g e n zu veranstalten, sowie für diese Samm­lungen durch Rundschreiben, Zeitungsaufrufe, öf­fentlichen Anschlag und durch den Rundfunk zu werben.

Im einzelnen gelten für. diese Genehmigungen:

Die Sammler müssen polizeiliche Aus­weise bei sich führen. Zur Aufnahme der Spen­den bei den Straßensammlungen sind ihnen Sam­melbüchsen mitzugeben, deren Beschaffenheit Ver­untreuungen ausschließt. Die Verwendung von Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren bei den Sammlungen ist nicht statthaft.

Bei Ausführung der Haussammlungen müssen die Sammler mit Ausweispapieren und einem Sammelbuch versehen sein. Die Blätter der Sammelbücher müssen mit fortlaufenden Seiten­zahlen bezeichnet sein, auch müssen die Sammler die Genehmigungsoerfügung in amtlich beglau­bigter Form jederzeit bei sich führen. Die Samm­ler sollen darum bitten, daß alle Eintragungen der Geber mit Tinte ober Tintenstift geschehen.

Mit den Sammlungen darf die Werbung von Mitgliedern sowie ein Verkauf von Postkarten, Abzeichen unb ähnlichen Werbemitteln verbundgu werben; soweit die Beschaffenheit dieser Gegen­stände es zuläßt, sind sie mit einem deutlichen Aufdruck des Verkaufspreises zu versehen."

Sonntag, den S. Mai 1931

raffe, mit ihren Sitzplätzen. Die Stützmauer de« Michaelsberges ist, von der gebrochenen Ecke an, parallel zum Dom anzulegen und nur halb so hoch wie heute, wodurch, da der Weg zur Michaels- kirche niedriger gelegt wird, diese Kirche, als ein­ziger Zeuge ber Frühzeit bes Klosters, dem Frem­den erst richtig vor Augen geführt wird. Das öst­liche Ende der neuen Stützmauer bildet den Aus­gangspunkt der Balustrade. Ersterer gegenüber läuft parallel zu ihr eine niedrige Brustwehr, jen­seits des Domplatzes, die den seitlichen Blick nach dem Dome nicht beeinträchtigt, bis zur Garten­mauer des Domdechaneigartens. Sie wird in ih­rer Flucht unterbrochen durch das hi-r neu errich-

nem Rhöner Schmied „gehämmert" sind wertvolle marokkanische Lederarbeiten.

Verkehrs-Unfall.

Heute mittag gegen IX Uhr wurde in

Kanisius ist von oberhirtlicher Seite zum lonntag" bestimmt. Auch in diesem hat der Hochw. Herr Bischof in einem Hir­tenschreiben auf die großen Gefahren hingewie- sen, die der katholischen Schule drohen. Kom­munismus und Nationalismus nennt man hie beiden großen Strömungen, die gegen hen Gedanken der katholischen Bekennt­nisschule ankämpfen. Die katholische Eltern- schaft hat sich zum Schutze ber Schule in ber K a - thol'fchen Schulorganisation zusam­mengeschlossen. In dem Hirtenwort des Hochw.

Herrn Bischof werden die Gläubigen dringend zur Unterstützung dieser notwendigen Organisation aufgefordert. Sie will alle Katholiken, Eltern, Lehrer und Geistliche zu gemeinsamer Arbeit zu- sammenschließen, die Erhaltung und Entwicklung her Bekenntnisschule sichern und die R e ch t e der Elt n und Lehrer schützen. Die Schulorgani- sotion wendet sich in diesen Tagen mit einem Flug­blatt an die Katholiken. Es heißt dort:

Unsere Feinde scheuen kein Mittel im Kampf gegen uns! Nie war unsere Jugend so gefährdet wie in der Gegenwart! An alle Katholiken ergeht der Ruf: Unterstützt die katholische Schulorgani­sation im Kampf um die Schule, im Kampf um die Seele des Kindes. Jeder kann und soll Förderer werden. Vereinsbeiträge werden nicht erhoben. Lediglich ist bei der Neuaufnahme eine einmalige Einfchreibe- gebühr von 50 Pfg. zu leisten.

Die Förderer erhalten die E l t e r r z e i t - schrift „Elternhaus, Schule und Kirche" jeden Monat ins Haus gebracht gegen einen Betrag von 40 Pfg. Die Vertreter — mit Ausweis des betr. Pfarramtes versehen — be­suchen dieser Tage alle Katholiken der Pfarreien.

Die Rlai-Andachken

haben zu Beginn des Maimonats auch in ber Stadt Fulda in den verschiedenen Kirchen in der herkömmlichen Weise ihren Anfang genommen. Ueberall sind die Altäre der Himmelskönigin mit Kunstsinn geschmückt und in treuer Anhänglichleit nimmt das katholische Volk an diesen feierlichen Gottesdiensten teil, in denen jung und alt, im Gebet und Gesang der hl. Maria gedenken und ihren göttlichen Sohn verehren und verherrlichen.

(Ein Wandelkonzerl

der Kapelle „B i o n e ck" findet morgen (Sonntag) von 11—12 Uhr bei günstiger Witte­rung im Schloßgarten statt. — Heute nachmit­tag von 5—6 Uhr gibt, wie bereits mitgeteilt, das Trompeterkorps des Fünften Artillerie-Regiments im Schloßgarten ein Konzert.

S -Personennachrichten.

An der Stadtschule in Fulda trat Herr Konrek­tor Ebe l aus Gesundheitsgründen in den Ruhe­stand. Viele Jahrzehnte hat er in der Bonifatius- stadt segensreich gewirkt. Seinen Schülern war er ein kenntnisreicher unb erfahrener Lehrer und ein gewissenhafter, von Wohlwollen erfüllter Erzieher. Hinter dem, was er lehrte unb wozu er mghnte, stand er mit seiner ganzen Persönlichkeit. Er war das, was er sein wollte und das Beispiel ist es ja, das auf die Jugend und die gesamte Um­welt wirkt, während gerade heute bloße Worte ftaftlos verhallen. Herrn Ebel, diesem echten und zuverlässigen Mann und Pädagogen, konnte das christliche Volk unbedenklich die Bildung unsterb­licher Kinder-Seelen anvertrauen. Möge ihm ein gesegneter Lebensabend beschieden fein. — Ernannt wurden zu Konrektoren: in Volkmarsen, Kr. Wolf­hagen, der Hauptlehrer Schneider aus Amöne­burg, Kr. Kirchhain; in Hünfeld der Lehrer Ackermann aus Haselstein, Kreis Hünfeld. — Endgültig angestellt wurden: die Schulamtsbewer­ber Freckmann in Hainzell, Landkr. Fulda, und die Lehrerinnen: Weber in Großauheim und Volland in Langenselbold, Landkr. Hanau. — Versetzt: ber Rektor Kuehnast von Bebra nach Obersuhl, Kreis Rotenburg. — In den Ruhestand versetzt: der Hauptlehrer Hempel in Lieblos, Kr. Gelnhausen; die Lehrerin Gute in Flieden, Landkreis Fulda. — Entlassen auf Antrag: der Rektor Zobel in Kassel.

Herr Regierungsbaumeister a. D. Stiefel- Fulda schreibt uns:

Im Anschluß an meine Domplatzfkizze (Ful­daer Zeitung vom 28. 3. usw.) befaßte ich mich auch mit einer anderen Frage, die damit eng zu­sammenhängt:

Ilmgesfaltung des Pauluslors.

lieber deren Notwendigkeit braucht nicht viel gesagt zu werden: Das Tor in feiner heutigen Form ist als starkes Verkehrshindernis allseits be­kannt, ein Umbau ohne weitgehende Zerstörung ber alten Form unmöglich. Mein Vorschlag ist in beifolgenden Schaubild-Skizzen klargestellt, zu de­nen eine Ansichtskarte mir als Grundlage diente. Die erste Idee ist bereits in dem Lageplan enthal­ten, ber über Ostern in ber Hofbuchhandlung Maier ausgestellt war unb noch ist. Die Schau- bilber zeigen bas Tor von außen und von innen.

Das alte Paulustor wird danach einfach im Winkel gedreht und als Tor zur Bischofsresidenz neu aufgerichtet. Da es so ins Gefälle zu liegen kommt, muß der Sockel entsprechend ergänzt wer­den. Die auffteigenbe Bodenfeuchtigkeit wird bald die neuen Quadern den alten anpassen.

An der bisherigen Stelle wird ein neues Tor mit größeren Deffnungen errichtet. Die neue Mit­telöffnung wird so breit, wie jetzt alle drei Deh­nungen zusammen, einschließlich der Zwischenpfei­ler (zirka 8 Meter), so daß die Fahrbahn etwa in voller Breite durchgeht. Dabei können die alten Fundamente für den Neubau ohne weiteres ver­wandt werden. Der mittlere Bogen ist zwischen die, gerade abgedeckten Seitenteile eingespannt, die Seitenöffnungen erheblich breiter als bisher ge­dacht; letztere kommen an die Stelle der geschlos­senen Anbauten zu liegen. Im Durchgang rechts (von innen) liegen die Türen zu dem auf städtisches Gelände zu verlegenden öffentlichen Abort.

Die Horizontale ist mehr betont als beim alten Tor, um Ruhe in bas Ganze zu bringen, im übri­gen bie Architektur bem alten angepaßt. Konstruk­tiv kommt teilweise Trögerabbeckung, ober Eisen­beton, für bie Seitenteile in Frage, ber Mittelbo­gen kann gewölbt werben.

tete Paulustor, bas bie Auffahrt zum Domplatz barftellt. Der kleine Platz, ber sich außerhalb des Domplatzes, rechts und links des Paulustores bil­det, würde die gegebene Parkstelle für Autos fein. Neben dem Paulustor erblicken wir einen Baum, dies ist die auf der anderen Seite ber Kastanien- alle heute stehenbe Friebenseiche, welche jetzt noch, meines Erachtens, gut zu versetzen wäre, zumal es sich ja nur um einige Meter Entfernung han- belt. Die Kastanienallee selbst ist auf meiner Skizze nicht mehr vorhanben, fonbern bie Fahr­straße, bie heute auf bie Domdechanei gerichtet ist, verläuft hier an ber Gartenmauer bes Stifts Wal­lenstein entlang, in ungefährer Flucht ber Wil- Helmstraße, was vom Autofremdenverkehr sicher begrüßt würbe. Dem Paulustor gegenüber, an ber Stützmauer bes Michaelsberges, erblicken wir das schon längst geplante Sturmiusdenkinal, mit den es flankierenden Bildnissen eines Rhabanus, eines Ratgar, eines Aigil, oder bergt, ebenfalls im Geiste bes Barock. Die Grunbfläche ber Denk- malgruppe benke ich mir etwa in ber Ausbehnunz bes Paulustores, wenigstens in ber Länge und bas Gesamtbenkmal in der Höhe desselben, als symmetrisches Gegenstück zum Tor, dessen Bekrö­nung die Statue des hl. Paulus bildet.

Da in den von anderer Seite bereits veröffent­lichten Entwürfen so viel die Rede vom Durch­gangsverkehr und von Prozessionen ist, habe ich, statt der Haupttreppe, in der Domachse, hier eine Fahr- unb Fußgängerrampe angelegt, welche sehr bequem herzustellen ist, ba die Entfernung von dem Mittelpunkt des Platzes (Springbrunnen) bis zur Balustrade, über diese hinaus fast noch einmal umgelegt werden kann, bis

ber heutige Ranbstein der Straße ,ex.*

reicht ist, diese also von hier an schon ab­wärts geführt werden kann. Außerdem kann das untere Ende der Rampe auch noch ein Stück in den Domplatz verlaufen. Was den Durchgangsverkehr anlangt,' fo glaube ich wohl kaum, baß berfelbe auf anbere Art besser zu lösen wäre, wenn man Sym­metrie unb Stil bes Barock nicht unsinnigerweise opfern will, unb zum Tummelplatz für Autos soll ja wohl der Domplatz nie werden. Die Verkehrs- Möglichkeiten sind durch die Kleinpflasterung des Domplatzes auf meiner Skizze deutlich erkennbar und bedürfen keiner weiteren Erklärung, als daß eine ber Treppen in Richtung bes Schloßaarten- portals verläuft. Währenb ich in meinem Grunb» riß bie Treppen alle in ihrer Flucht auf bas Dom- portal einstellte, verlaufen sie nun diagonal, durch den Schnittpunkt, des Oktogons.

Wie schon in meinen ersten Ausführungen er- wähnt, ist bie Durchführung meines Planes nicht viel teurer wie die ber anderen Pläne, wenn man die Einebnung des Platzes als Grundbedingung verlangt, worüber einige Einsender sich nicht ge­nau ausgesprochen haben. Meiner Ansicht nach kann aber bie Monumentalität des Domes nur durch Einebnung des Vorhofes (Domplatzes) er- reicht werden. So lange das Terrain nach dem Dome zu absällt, so lange wird der Beschauer im­mer das Gefühl haben, daß der Dom in einem Loch steht. Die Arbeiten können sich auf Jahre hinaus verteilen. Mancher Arbeitslose sehnt sich heute danach, mal wieder arbeiten und einige Mark verdienen zu können, denn das „Nichtarbei­tendürfen" macht viele geradezu unglücklich. Es sind hauptsächlich Erdbewegungen, die hier vorzu­nehmen sind. Alles Material, außer den Treppen- stufen, einigen Bänken und Taxusbäumchen be­findet sich an ber Baustätte.

Zur Verlegung des Paulustors möchte ich noch einiges sagen. Wie ich schon früher betonte, bin ich eigentlich nicht für eine Entfernung des Tores, denn es bildet tatsächlich einen wunderbaren Ab­schluß unseres Barockviertels, aber ich fürchte, daß es einmal in einer pietätloseren Zeit dem zu­nehmenden Verkehr gänzlich zum Opfer fallen könnte, falls man nicht bald sich einig wird be­treffs eines Durchbruchs zwischen Stadtsaal und Paulustor, so daß der Verkehr an dieser Stelle sich in Einfahrtrichtung, durch das Tor und neben dem Tore vorbei, teilt. Am zweckmäßigsten wäre es, an beiden Seiten des Tores Platz zu schaffen und das Tor selbst für die Durchfahrt zu sperren. Da man aber hier wohl schwerlich zu einem der- artigen Entschluß kommen wird, habe ich für alle Fälle das Paulustor für die Einfahrt zum Dom­platz vorgesehen, wo es in Stil und Größenver­hältnis gut hinpassen würde, ohne dem Verkehr jemals wieder im Wege zu fein. Man kann näm­lich ein massives Stadt-Tor nicht ohne weiteres als Garten- oder Hoftor verwenden, denn es kommt doch auf den Charatter und die Ausmaße eines derartigen Bauwerks an. Als Einfahrtstor aber zu einem großen Platz wie es der Domplatz ist, zumal es rechts und links von einem Mauerzug flankiert würde, büi sie es sich gut eignen.

Wer nicht ganz mit Blindheit geschlagen ist, muß zugeben, daß wir ittt§ mehr unb metzr von einer

Grotzflugkag in Fulda.

Hauptmann Köhl fvricht Im großen Stadtsaal über seinen Ozeanflug.

Die Flugsportvereinigung, Verein für Luftfahrt e. V. Fulda, veranstaltet am Pfingstmontag mit dem bekannten Ozean­flieger Hauptmann Köhl als Gast einen großen F1 ugtag. Am Nachmittag findet auf dem Exerzierplatz bei Sickels ein Sd>aufliegen statt, zu dem die „Luftdienst Mittelrhein G. m. b. H." mit vier Motorflugzeugen (3 Sport« und eine Verkehrsmaschine) verpflichtet wurde.

Während des Schaufliegens werden von zwei Fallschirmpiloten, darunter einer Dame, Ab­sprünge mittels Fallschirm gezeigt. Kunstflüge, eine Ballonjagd, Luftturniere, der Abschuß eines Fesselballons, Vorführung eines Segelflugschlepp­zuges sowie eine gemischte Stafette bilden den wei­teren Teil des abwechslungsreichen und interessan­ten Programms. Ein Verkehrsflugzeug mit ge­schloffener Kabine steht für P a s s a g i e r r u n d- f 1 ü g e über Fulda u. Umgebung zur Verfügung. Während der Veranstaltung konzertiert die Reichs­wehrkapelle auf dem Flugplatz.

Am Abend findet im großen Stadtsaal eine Kundgebung statt, in deren Mittelpunkt ein Vortrag des Hauptmann a. D. K ö 1 über feinen Ozeanflug steht. Auch an diesem Festabend hat das Trompeterkorps des Fuldaer Artillerieregiments den musikalischen Teil des Programms übernom­men.

Die Flugsportvereinigung wird an den Pfingst­tagen auf bem Platz neben bem Bonifatiiisbenk- mal in SBerbinbung mit der Flugtechnischen Ar­beitsgemeinschaft eine Ausstellung ihrer Segelflug­zeuge veranstalten. Die Flugspörtvereinigung hat ihren Bestaub um eine neue hochwertige Maschine vermehrt, bereit „Taufe" Hauptmann Köhl gele­gentlich seines Hierseins vornehmen wird.

Hessen-Nassauischer Stäbfefag.

Am 19. unb 20. Mai findet bie Mitgliederver­sammlung des Hessen-Nassauischen Städtetags in Vad Wildungen unter dem Vorsitz des Oberbürger­meisters Dr. Stadler-Kassel statt. Sehr zeit- gemäße Fragen kommunalpolitischer Art stehen auf ber Tagesordnung. Der Beigeordnete des deut­schen Städtetages, Seydel, spricht über Organi- jation und Aufgaben der kommunalen Revision. Der Beigeordnete des Reichsstädtebundes, Dr. Lotten berg, hält ein Referat über den städti- chen Haushalt 1931 und die neuen Eemeinde- teuern, Stadtrat Dr. Bauermann-Eschwege pricht über wichtige Fragen des Fürsorgewesens unter besonderer Berücksichtigung der Fürsorge- Arbeit. Der Bezirksbücherei-Berater bei der SRe* gterung in Kassel, Pfarrer Maurer, referierte über Kulturarbeit der Städte auf dem Gebiete des öffentlichen Büchereiwesens.

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