irr. 98
Mittwoch, 29. April 1931
Zahrg. 58
Auch die Opposition erkennt dort die
Gegnern aussieht
Die Gewerkschaften bei Slegerwald
gebracht worden.
Bilder vom Tage
rat ms
Leistungen der Regierungspartei sachlich an. — Vas wir in Deutschland noch lernen müssen, um ein Staatsvolk zu werden.
Englischer Parlamentarismus.
Vie Engländer wissen, wie noble Haltung zwischen polittschen
* Praktische Arbeit für den Polkerfrieden. Das französische Aktionskomitee für den Frieden erläßt im „Oeuvre" einen Aufruf zur Zeichnung von Geld, wodurch 3 0 0 Kindern deutscher Arbeitsloser die Unterbringung in Frankreich ermöglicht werden soll. Die erste Zeichnung hat bereits einen Betrag von 22 000 Franc ergeben.
wtb. München, 28. April. (Eig. Meld.). Dis Reichstragsftaktion der nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei trat gestern, wie der „Völkische Beobachter" meldet, in München zu einer Protest Versammlung zusammen, bei der eine „Erklärung an das deutsche Volk" beschlossen wurde, die sich gegen die Notverordnung richtet und einen Einspruch gegen sie enthält.
* Amerikanisches Studium der europäischen Ar- i »citslosenversicherung. Aus Washington wird gemeldet: Der Vorsitzende des Ausschusses zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit Woods wird sich m Laufe der nächsten Woche nach Europa ein» chiffen, um in England und in Deutschland die Methoden der Arbeitslosenversicherung zu studieren.
Es haben sich schon andere zu Tod gesiegt. Meminisse juvat!
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Finanznot dränge allerdings dahin, daß, um Schlimmeres zu verhüten, Ersparnisse überall dort vorgenommen werden müßten, wo sie vertretbar seien. Die knappschaftliche Versicherung werde durch geeignete Maßnahmen Hilfe zunächst für ein Jahr finden- lieber die Invalidenversicherung lägen bestimmte Pläne noch nicht vor. Was die Arbeitslosenversicherung beträfe^ so könne er dem Gutachten der Kommission nicht vorgreifen. Er geben den Arbeitern die Versicherung, daß er in der Soizalversicherung, im Tarif- und Schlichtungswesen das zu holten suche, was bei der heutigen Finanz- und Mrtschaftsnot überhaupt gehalten werden könne.
verbot, nachdem Goebbels folgende Erklärung unterschrieben hat, aufgehoben worden: „Namens und für den Gau Berlin der N. S. D. A. P. verpflichte ich mich, dafür Sorge zu tragen, daß in Versammlungen der Partei, in denen ich als Redner auftrete, die mit der U e b e r w a - chung beauftragten Beamten der Orts'polizeibehörde nicht gröblich beschimpft, lächerlich gemacht oder sonst angegriffen w e rd e n".
Am Montag trugen die drei Spitzenverbände der Arbeitergewerkschaften dem Reichsarbeitsminister ihre Sorgen um die Arbeiterve rsich er un g vor. Sie führten aus, daß die Arbeiter stark beunruhigt seien wegen der ständigen Angriffe auf die Sozialversicherung, wo doch allgemein bekannt sein müsse, daß die Renten meist nicht zum Lebensnotwendigen reichen und die Sozialrentner im Hinblick auf die allgemeine Verarmung auch von ihren Verwandten nicht mehr die Zuwendungen von ehedem erhielten. Die organisierten Arbeiter seien sich des Ernstes der politischen und wirt- schestlichsn Lage bewußt; sie könnten aber nicht ruhig zuiehen, daß ihre Sorgen, im Verhältnis Zur Lage anderer Bevölkerungsschichten, a l s weniger wichtig angesehen und behandelt wurden. Auch der Arbeitsminister möge den ungerechtfertigten Angriffen verstärkt entgegentre- ten.
Der Reichsarbeitsminister ging auf die vorge- lragenen Sorgen und Wünsche in ausführlicher Rede ein. Er ließe sich durch eine überspitzte Kri-
n «.d) t auf eine unsoziale Linie abdrängen. Die allgemeine Wirtschafts- und
Vom Erweiterten Schöffengericht wurde heute der frühere Gauführer Schlesiens ber 6- A., Kremser-Breslau, wegen Vergebens gegen das Republikschutzgesetz zu einem Manat Gefängnis verurteilt. Kremser hatte in einer Versammlung in Muskau die republikanische Staatsform verächtlich zu machen versucht und Minister beleidigt.
Beschlüsse der nakionalsozialistischen Führerlagung.
Wie „Tempo" erfährt, hat die bei 21 b olf Hitler in München abgehaltene nationalsozialistische Führertagung Gregor Strasser,der von einem Ski-Ünfall wiederhergestellt ist, zum norddeutschen Leiter sämtlicher Gaue Preußens ernannt. Strasser ist bekanntlich Bayer. Außerdem wurde beschloffen, Dr. Goebbels in seiner Fraktion als Berliner Gauleiter und Reichspropagandaleiter zu belassen. Die Ernennung Strassers wird damit begründet, daß die ganze Tätigkeit der Partei schon jetzt auf die Herbeiführung von Reichstagsneuwahlen im Jahre 19 3 2 eingestellt werden müsse. Dazu aber müsse Preußen unter einheitliche und strasfe Leitung gestellt werden.
Spanisches.
wtb. Madrid, 28. April. (Eig. Meld.) Der Kabinettsrat hat gestern beschlossen, alle Minister, btc während der Zeit vom 30. September 1923 bis 14. April 1931 im Amte waren, ihre Pen» sronsbezüge für verlustig zu erklären. Im Kabinettsrat wurde beschlossen, daß a l 8 Geschworene bei Schwurgerichtsprozessen künftighin auch Frauen in Frage kommen. Der Ministerrat hat die Farben Rot - Gol d-V i o I e tt zu Farben der spanischen Nationalflagge erklärt. Nach einer Aeußerung des spanischen Unterrichtsministers würden Föderalismus, Trennung von Kirche und Staat, Schaffung einer 2. Kammer, die Elemente der von ihm auszuarbeitenden republikanischen Verfassung sein.
Das „rote“ Preußen.
Sehr treffend heißt es in einer Zuschrift an die K. 23;:
Niemals hat das Schlagwort in der deutschen Politik eine solche Geltung gehabt wie heute. Das mag mit der ganzen Technik unserer heutigen Versammlungsmethoden Zusammenhängen, die unglaublich marktschreierisch geworben sind. Zu diesen Schlagworten gehört auch das vom „roten" Preußen. Es ist die S e e l e ber ganzem Agitation zum Volksbegehren gewesen, und es kehrt immer wieder, kehrt mit einer Regelmäßigkeit wieder, die fast langweilig wirkt.
Trotzdem darf uns bas nicht beirren. Man muß dies Schlagwort aus der Treibhausluft einer Volksversammlung einmal in die kühle Luft der Statistik versetzen. Dann sieht das nämlich so aus:
Von den 12 Obetpräsidenten in Preußen sind 4 sozialistisch, von den 34 Regierungspräsidenten 8, von den 43 Polizeipräsidenten 23 und von den 200 Landräten 65.
Die Dinge haben in der Polittk zuweilen eine komische Seite, und der k o m m u n i st i s ch e n Agitation ist es auch Vorbehalten, diese Seite zu sehen, indem sie ausgerechnet das „rote" Preußen der Rechten nun wieder der „reaktionären" und „m o n a r ch i st i s ch e n" Einstellung beschuldigen. Denn man htzre: An ehemalige Fürsten und Stande sherren zahlt das „rote" Preußen nicht weniger als rund 1840 000 Mk. Jahresrenten! Darunter sind Summen wie 39000 Mk. an die Nachkommen der Gräfin Reichenbach oder 1500 Mk. an den Fürsten zu Bentheim-Steinsurt, wie 612 000 Mk. an den Landgrafen von Hessen. Wenn man also schon auf das „rote" Preußen schilt, so sollte man auch die ganze Wahrheit sagen und auch diese Tatsachen der Wählerschaft vor Augen führen. Wer nur das eine oder nur das andere sieht, verfällt der Einseitigkeit, von der unsere radikale Agitation lebt.
Gesandter Dr. Rieth verläßt das Palais des Bundespräsidenten in Wien.
Der neue deutsche Gesandte in Wien, Dr. Rieth, l;at dem österreichischen Bundespräsidenten Mik- las fein Beglaubigungsschreiben überreicht und feilt neues Amt angetreten. __j
Erschein! sechsmal wöchentlich. Wochenbeilagen: „Die Welt im Bild"' und „Buchenblätter". Rotationsdruck und Verlag der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda. Fernrufe: Schrist- :: leitung 1152, Fuldaer Actiendruckerei 1150 und 1151. ::
Der ehemalige spanische Ministerpräsident Gene- Berenguer ist verhaftet und ins Gesänge
Kampf um Madeira.
wtb. Lissabon, 28. April. (Eig. Meld.) Gestern landete eine Abteilung Regierungslruppen an der Küste von Madeira und machte die von den Aufständischen benutzte Funkstation unbrauchbar. Das Feuer der Aufständischen wurde durch das Feuer der Küstenschi'ffe zum Schweigen gebracht. Ein Sergeant und 16 Mann wurden gefangen genommen.
Die Wirtschaftspartel.
Drewitz als Parteivorsitzender wiedergewählt.
Auf dem Parteitag der Wirtschaftspartei in Hannover sand am Montag in geschlossener Sitzung eine vielstündige Besprechung der bekannten Angriffe gegen den Parteivorsitzenden Drewitz statt. Das Ergebnis der langen Aussprache war die Wiederwahl des Abg. Drewitz zum Parteivorsitzenden mit 731 von 1001 abgegebenen Stimmen. Mit „Nein" stimmten 258 Vertte- ter, 12 Stimmen waren ungültig. Wie das Nachrichtenbüro des DDZ. hört, haben auch die Ver- treter der Opposition erklärt, daß sie ber Partei treu bleiben würden, auch wenn sie mit ihrer Meinung nicht durchdringen.
Der bekannte Gießener Professor Horneffer, >er von der Parteileitung ausgeschaltet werden ollte, ist übrigens wieder in alle Rechte eingesetzt worden. ______
Der englische Finanzminister Snowden, bekanntlich Mitglied der Arbeiterpartei, gab im englischen Unterhause eine Darstellung ber Finanzlage des Landes.
Der Haushaltsvoranschlag sieht eine weitgehende Umwandlung ber Schuld» vor. Das letzte Rechnungsjahr schließt zwar mit einem Fehlbetrag ab, ®enn man aber bebenkt, baß bie Gesamtsumme ber Ausgaben einen Betrag von 66 835 161 Psunb gterling für bie Schuldentilgung schasst, so wird inan erkennen, daß das Reinergebnis des Jahres in einem Ueberschuß zur Deckung ber Schuld in Höhe von 4 350 000 Pfund Sterling besteht. Es würde mich überraschen, wenn man mir sagte, baß eg noch ein zweites Land gibt, bas — so hoch auch leine Tarife sein mögen — in biefer Zeit ber Weltslaute so gute Ergebnisse aufweisen kann. Im Laufe des Jahres werden Maßnahmen zur Dek- fung eines beträchtlichen Teiles des Defizits des vergangenen Jahres in Höhe von 23 276 000 Pfund Sterling getroffen werden. Die Deckung wird aus den ordentlichen Einnahmen erfolgen.
Im weiteren Verlauf feiner Budgetrede kündigte Snowden eine neue Besteuerung des Grundbesitzes an, und zwar in Höhe von einem Penny per Pfund Sterling des Kapitalwertes. Dadurch werde ber skandalöse Zustand aus ber Welt geschafft, daß private Grundstücksbesitzer Nutzen aus dem Wertzuwachs ber Grundstücke zögen, ber bem Unternehmungsgeist und» dem Fleiß des Volkes allein zu danken fei. Snowden erklärte weiter, daß zur Deckung des 14% Millionen betragenden Defizits aus dem Jahre 1929-30 ber Dienst für die fundierten Schulden im vergangenen Jahre um 5 Millionen und für die Jahre 1931-32 unb 1933-34 um je 4’4 Millionen erhöht worden
* Ein polnisches Dementi. Aus Warschau wird gemeldet: Der hiesige politische Berichterstatter des Krakauer Illustrierten Kuriers erfährt von zuständiger Stelle, daß die Nachricht von einer Forderung der polnischen Regierung, bie polnische Polizei auf dem Gebiete der Freien Stadt Danzig zuzulassen, unzutreffend sei. Weder die polnische Regierung, noch der polnische Vertreter in Danzig hätten vom Hohen Kommissar des Völkerbundes die Zulassung von polnischer Polizei, polnischen Truppen ober irgendwelchen Behörden auf
sei. Seit diese Entscheidung getroffen worden sei, habe man 5 Millionen Pfund aus der deutschen Mobilisierungsanleihe erhalten, so daß der tatsächliche Betrag, der im vergangenen Jahre für die Abtragung der Schuldenlast aufgebracht worben fei, 52% Millionen Pfund betragen habe. Im vergangenen Jahre seien insgesamt 360 Millionen für ben Schuldendienst aufgebracht worden, jedoch habe man infolge ber niedrigeren Zinssätze 1115 Millionen eingespart.
Nachdem Snowden geendet hatte, erhob sich sofort Naville Chamberlain, um im Namen der Konservativen Opposition Snowden seine Anerkennung für se in en Mut, seine Aufrichtigkeit und seine hervorragenden parlamentarischen Fähigkeiten zum Ausdruck zu bringen. Die konservative Opposition sei aufrichtigst froh, ihn nach seiner Krankheit wieder im Hause zu sehen, und hoffe, daß die Anstrengung, die er so glänzend überstanden habe, keine üblen Folgen für seine Gesundheit haben werde. Was das Budget anbetreffe, fo hätte es schlimmer ausfallen können. Einige Teile desselben würden jedoch von den Konservativen auf das schärfste bekämpft werden.
Hierauf gratulierte Lloyd George, der liberale Sprecher, den Schatzkanzler zu seinen mutigen und erfreulichen Leistungen. Einen Vorschlag habe er mit besonderer Freude gehört: Die Grund- besitzwertsteuer.
So gehen in England Parlamentarier miteinander um. Die entsprechenden Betrachtungen über deutschen Parlamentarismus kann sich jeder selbst machen.
Die „Sieger“,
Ob 5,8 oder 5,9 Millionen Wähler von 26 Millionen sich für das Volksbegehren eingetragen haben, deutlich ist, daß für den kommenden Volksentscheid schwerlich 13 Millionen zu gewinnen sind. Außerdem kostet die Sache Geld, viel Geld. Aber niemand will bem Stahlhelm jetzt etwas bezahlen! Um weiteren harten Schicksalsschlägen zu entgehen, hoffen die bem Stahlhelm nahestehenden Parteien jetzt auf die, wie sie es nennen, „Einsicht des Preußischen Landtages". Sofort, als die Botschaft von dem siegreichen Volksbegehren in die Welt posaunt wurde, äußerte sich die schüchterne Hoffnung, ber Landtag möge das Gesetz annehmen und damit den Volksentscheid überflüssig machen. In der preußischen Regierungskoalition denkt man aber nicht daran, diese frommen Wünsche zu erfüllen. Die Stimmen des Polksbegehrens sind fo bescheiden, daß die Veranstalter dieses Unternehmens noch nicht einmal einen moralischen Anspruch auf Annahme des Gesetzes durch den Landtag erheben können.
Nachdem sich. die Volksbegehrensparteien von ber Aussicht dieser Wünsche überzeugt haben, gehen sie jetzt mit der Absicht um, im Landtag e i - nen gemeinsamen Antrag auf Auflösung des preußischen Parlaments einzubringen. Man fragt sich erstaunt, warum ein solcher Antrag nötig ist, nachdem die Volks- begehrler dauernd behaupten, die erste Schlacht sei gewonnen unb der Endsieg nicht mehr fern. In Wirklichkeit ist dieser Auflösungsantrag nichts anderes als der Ausdruck einer großen Verlegenheit der angeblichen Sieger von gestern. Sie wollen in Befürchtung der sicheren Niederlage den Volksentscheid unter allen Umständen vermeiden. Die Mehrheit wirb ben Stahlhelmnachläufern diesen Gefallen nicht tun. Den Weg, den leichtfertig und angesichts des nahen Endes des gegenwärtigen Preußenparlaments völlig überflüssig betreten haben, werden sie bis zum bitteren Ende geben müssen. Die preußische Regierungskoalition und damit bie Mehrheit ist fest entschlossen, sowohl bas begehrte Gesetz wie ben Antrag zur Selbstauflösung des Landtages abzulehnen. Der Stahlhelm hat den Volksentscheid haben wollen. Er soll ihn haben. Ob nach Beendigung dieser glorreichen Aktion das Preuße nparkäment nicht einen Wahltermin bestimmt, ist eine an» dere Frage. Es sprechen sehr viele Gründe dafür, die Wahlen v o r z u v e r l e gen , aber erst wollen mir den Stahlhelm fein verfassungsmäßiges Recht ausüben und den Volksentscheid über bie Bühne gehen lassen. .
Eine gewisse Erziehungskunst muß es auch in der Politik geben. Der von politischen Anfängern geführte „Stahlhelm" muß „fühlen", da er zu „hören" niemals willig war und auch nie werden wird.
Reue Phrasen.
Der Bundesvorstand des Stahlhelms hat am Sonntag folgende Entschließung gefaßt:
Das Stahlhelm-Volksbegehren, der erste Vorstoß gegen das derzeitige System mit dessen eigenen Mitteln, ist in engster Zusammenarbeit mit unseren Bundesgenossen erfolgreich durchgeführt. Bei ihm hat sich in Osten und Westen, aus allen Ständen und Berufen die Fron/ des Frontsoldatentums (der Stahlhelm hält sich dafür!), ber Kern bes Volkstums, her feste Block bes Preußentums kameradschaftlich zusammengefunden. Der Stahlhelm sagt allen feinen Dank, bie babei an ihrer Stelle ihre vaterlänbllche Pflicht taten. Das Volksbegehren war nur der erste Vorstoß. Die Entscheidung, deren Zeitpunkt ber Stahlhelm in gewissem Maße in der Hand hat, wird noch größere Kräfte, lebhaftere Bewegung, stärkeren Einsatz verlangen. Wir wissen, daß jeder Tag dieses marxistischen Systems, das bie allgemeine Not hauptsächlich verursacht hat, sie noch steigert. Viele, die nicht auf uns hörten, wird der unerquickliche Gang der Entwicklung belehren. Wir aber werden weiter in echter deutscher Soldatenart um Preußen und im Verein mit allen anderen Bundesstaaten für bas Reich kämpfen: Zäh, treu unb unbeirrbar in unserem Glauben an ben Sieg.
FuldaerZeitung
| Anzeiger für die Stadt Fulda und den Landkreis Fulda. Amtliches Kreisblakt.
Goebbels wird arretiert
nationalsozialistische Reichstagsabgeord- ;icte Dr. Goebbels ist am Montag abend, als er Ln einem Münchener Hotel sein Abendbrot einnehmen wollte, von ™oI'3ci f e ft g e n ommen und ’n polizei- ’^er Begleitung sofort nach Berlin gebracht wor- um zu einem Termin zwangsweise vorge- >uhrt zu werden.
, , ®r- Goebbels scheint die Geduld der Richter 2”1 einmal überschätzt zu haben. Schon meh- , je Termine vor dem Schöffengericht Charlotten- m Kegen Dr. Goebbels waren dadurch vereitelt fnfn en' duß ber Angeklagte nicht erschien. Jetzt Sbrh mit Zustimmung des Reichstages zur innr-A. • un9 wegen Beleidigung zahlreicher Per- ttnlf- e'ten m'e Dr. Weiß, Zörgiebel und Grze- nrJJ u. a. zwangsweise vorgeführt werden. Das Charlottenburg erhielt jedoch am bpi= 2^orgen von dem Privatfekretär Dr. Goeb- ^ch’mmelmann bie telephonische Mitteilung, 31 ® sr ®oebbels als Fraktionsoorsitzender ber nehm ••ran einer Fiihr e r t a g u n g teil- kJ- en snußte und deshalb vor Gericht nicht er» tann*! ^nnie. Sein Aufenthalt sei unbe- fronto t. .Staatsanwaltschaftsrat Stenig bean- über aJntne^mann eilig zu laden und eidlich Nehw"^ Aufenthalt von Dr. Goebbels zu ver- bas , . 5 Gericht wartete drei Stunden auf °uck> Rrh;einen des Zeugen und erfuhr bann, daß telt mkSmm.$Imann von der Polizei nicht ermit- seiner^W^ hatte sich gegen 10 Uhr aus entfernt. Auf Antrag von Bericht di^m ? Kantorowicz beschloß bas Unb h;« !m-?Erhanblung am Mittwoch fortzusetzen führen JJfa$nQbm« gegen Dr Goebbels durchzu- ^erftofh^a^-na^men ianben ihren Ausdruck in ber vuTtung m München.
^er^ndln«r "Angriff" berichtet, ist aufgrunb von Ebnete» bte seitens eines Reichstagsabge- M. P. mit h emes. Rechtsanwaltes der N. S. D. ®6s genp ‘ .M Polizeipräsidium gepflogen wurden, M 8 ’9n bestehende polizeiliche Rede