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26. April

Beilage zur Fuldaer Zeitung

Die soziale Bedeutung der ssrauenorden

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Schilksalstage des spanischen Katholizismus

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hl. Messe hörst, weil du das als Gewohnheit bei- behalten hast, wenn du nur fiur österlichen Zeit zu den hl. Sakramenten gehst, weil du dir noch ein Hintertürchen offen halten willst zu Gott, du kannst die Schuld jetzt nicht mehr auf andere schieben. Du muß selbst darüber nach­sinnen, ob dein Glaube dir Gewohnheit oder Gottverbundenheit ist.

Aber eines wirst du erfahren haben, daß die Trennung von Gott dich traurig macht. Darum ist auch soviel Weh in der Welt. Dieses Weh und diese Traurigkeit stellen die Menschheit in die Schar der Jünger. Und doch liegt ein H o f f«

eignen. .

Doch einer Trauer soll st du dich nicht entziehen. Du sollst sie groß in dir Berben lassen, denn sie ist dir zum Heile.

heute spricht der Heiland von dieser Trauer, wie sie die Apostel befallen wird.Ihr werdet weinen und wehklagen." Er sagt ihnen auch den Erund ihres Jammers voraus:Noch eine kleine Weile, und ihr werdet mich nicht mehr sehen." Der Wand sagt seinen treuen Jüngern die Zeit der Eottverlassenheit voraus und in seiner göttlichen Mm'fsenheit weiß er auch, wie diese Gottesferne auf die Jünger wirken wird, sie werden weinen und wehklagen.

Ob der Heiland damit nicht auch dir und mir die Zeit der Gottesferne Voraussagen sollte? Vor xinem Heilandsblick weitete sich die Endlichkeit zur Unendlichkeit, die Zeit versank, vor ihm stand die ganze Menschheit, auch du und ich. Und er sah ins beide zu der Zeit, da wir als kleine Kinder am Weißensonntag zum ersten Male zu ihm ka­men. Auch du bist ehrlich genug, die Schönheit dieser Stunde gelten zu lassen. Aber ich bin auch ehrlich genug, deinen Einwand anzunehmen, daß all dieses längst vorbei ist. DieSeligkeitder Gottesnähe, der Gottverbundenheit istdirnicht mehr so fühlbar.

Vielleicht kannst du es sogar für dich als Ent­schuldigung anführen, daß eine falsch geleitete Er­ziehung, ein falsch gegebener Religionsunterricht in der Schule und in der Christenlehre dir zum Schaden waren. Dein Glaube, der dir zum f r o- hen Bewußtsein deiner Gotteskind­schaft werden sollte, wurde dir zu einer Last. Du warfst sie von dir oder schobst sie zur Seite, sobald du selbst über dich bestimmen konntest.

Ich nehme deinen Einwand an, aber glaube nicht, daß diese Gründe genügen, dich jetzt noch zu entschuldigen. Wenn du nur Sonntags noch eine

ren Feudalismus muß aushören! So den­ken aber etwa nicht nur die Land- und Industriearbeiter, nicht nur antiklerikale und freimaurerische Bürgerkreise, sondern auch die Jungen unter den Katholi­ken selbst. Die ältere katholische Politikergeneration ist mit Primas Diktatur noch durch dick und dünn gegan­gen es war immerhin verständlich. Primo hat seine Verdienste, er hat in den sieben Jahren seines Regie­rens (1923-1930) schließlich den unseligen, geldver- schlingenden Marokkokrieg liquidiert und die Finanzen einigermaßen zu sanieren Derftanben. Auch hat er die katalanische Autonomistenbewegung zum Abflauen ge­bracht (wiewohl durch Maßnahmen, die den Einspruch des Episkopats hervorriesen). Aber was ihm fehlte: er fand nicht den Weg zu den Herzen seiner Landsleute. Er regierte etwas naiv mit Bajonetten und sein Der» fassungsplan enthüllte chn vollends als einen Menschen von gestern: über ständische und auwkratische Ideen kam er nicht hinaus; auch sein Wirtschaflsprogramm war ver­staubt konservativ und begünstigte einseitig die großen Agrarherren.

Kein Wunder daß die geistige Elite der jünge» ren und sozialdenkenden Katholiken die­sem Regiment keinen Beifall zollte. Zusammengeschlos­sen in derGesellschaft für politische, so­ziale und wirtschaftliche Studien" erstre­ben sie vielmehr den Aufbau ihres Landes auf den Grundlagen der christlichen Demokratie, wie es in chren Leitsätzen heißt. Angesichts der Hilfe, die ein sehr großer Teil des Klerus Primo angedeihen ließ, hat schon dama-s ein hervorragender katholischer Politiker, aus den Krei­sen jener Gesellschaft, prophetische Worte gesprochen: Diese Haltung wird eines Tages als Waffe gegen die Kirche in den Händen einer künftigen Regierung gebraucht werden ... Eine folche llnklugheit . . . könnte eines Tages furchtbare Konflikte zur Folge haben, die nicht ohne schwere Gewissenskämpfe gelöst werden wür­den und den Katholiken aufrichtiges Bedauern oerur« fachen könnten". Das ist die Stimme der politischen Vernunft. Die tragische Situation, in die der spanische

Die WochenschriftDas Neue 9teich" (Tyrolia-Wien) veröffentlicht folgenden Situa­tionsbericht von spanischer Seite, der die eigent­lichen Hintergründe der politischen Ereignisse auf­deckt. Obwohl er vor Ausbruch der spanischen Revolution geschrieben wurde, gibt er über die Lage des Katholizismus in Spanien den besten Aufschluß.

Wer nur die Auslandspresse liest, muß meinen, in Spanien sei jetzt allerhöchste Aufregung und das spani- iche Volk fjätte nichts anderes zu tun, als die Regie- Ningsform zu diskutieren und sich mit den Männern W neuen Regierung zu beschäftigen. Aber weit ge= ffbli. Gerade in den Tagen des Interregnums, als Betenguer schon erledigt war und der König nacheinan- °et Santiago, Alba, Sanchez, Guerra, Alvarez empfing, 8»b sich das Volk von Madrid sogar den Karneoals- iteuden hin. Der Spanier ist eben kein politischer Mensch-, deshalb war es ja auch möglich, daß der Par- ><imentarismus bei uns Spanien ist feit 1824 tonftituionetle Monarchie so unfruchtbar blieb tol^ Zum Kampfplatz ehrgeizzerfressener Routinars und Sewissenloser Geschäsispolitiker wurde. Aber es kommt vwzu, daß Spanien noch 1910 über 59 Prozent Ana!- ?Jja&eten zählte, heute sind es etwa 2 0 Prozent: Iwermann versteht, daß eine wesentlich politische Mit- urbeit hier nie von einer Minderheit des Volkes erroar« werden konnte und kann. Wir haben Begeisterung, «anarchische, republikanische, syndikalistische; aber we- g Organisation. Und das ist, rein politisch geseben

Fehler. Was es hierzulande gibt, sind kleine, t,r intensive Gruppen, die gegen öffentliche Abstände aufbegehren; aber ihre Kraft verpufft immer Mtell. Derschwörergesten, Attentate, örtlich begrenzte treiks: das ist alles, wozu sie es bringen. Ich erinnere Ur <m die Juntas (Ossiziersverbände) und die

Kacholizismus geraten dürfte, wenn er feine heutigen weltlichen Bindungen nicht rechtzeitig lockert, ist hier klar gesehen. Es ist tröstlich daran zu denken, daß es in Katalonien eine durchorganisierte christliche Arbeiter­schaft gibt; sie wird, den Grundstock bilden für den Auf. bau einer politischen Machtgruppe dieser modern eings* stellten Katholiken, einer Art spanischer Zentrumspar- tei. Was endlich der Kacholikensührer Camba gesagt hat: das spanische Volk will keinerlei Revolution, noch eine Diktatur, das ist die Wahrheit. Die SRenoiu« tionsatmosphäre in Madrid ist nur künstlich erzeugt. .

Die den Lesern desReuen Reiches" aus den Zer. hingen bekannten rein äußeren Vorgänge Sturz Be» renguers, Bildung eines Kabinetts Azur sind nicht das Wesentliche. Diese neue Regierung hat nur den Zweck, die verfassunggebende N a t i o n a l ver­sa m m l u n g einzuberusen. Sie besteht aus kömgs« treuen, politisch altersahrenen Männern; es ist einfta* binett der Paladine", wie man gesagt hat. Niemand weiß, ob sie ihre Ausgabe lösen wird. Es ist aber zu verstehen, daß das Volk gegen dieses Kollegium etwas mißtrauisch ist, in dem zwei Admirale und ein General sitzen. Wird die Nationalversammlung den Weiterbe­stand der Monarchie bilden? Und wenn nicht, was dann? Wir Spanier glauben dies eine: unser Land wird endlich die politische From bekommen, die seinen sozialen Schichtungen entspricht; das ist auch mit einem Monarchen an der Spitze möglich. Wir werden von der Herrschast des Säbels und der harten In­ter esse n w i rts ch a ft großmächtiger Indu­strie- und Agrarherrn frei werden. Wir werden die Verfassung von 1876 so revidieren, daß die Stimme des werktätigen Volkes selbst laut hörbar wnd und keine Clique es mehr wagen kann, sozialpolitische Versprechen einfach nicht einzulösen. Dann wird auch dem anarchisch verzweifelten Treiben der Syndikalisten der Boden entzogen sein. Und die Kirche wird sich end­gültig von den Feudalmächten lösen, an die sie sich unklu gerweise jo fest gekettet hatte 3

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Trauernde Jünger.

Seftadjfung zum Sonntagsevangelium.

Ging es uns Menschen nach, so wäre die Welt längst wieder umgeschaffen zum Paradies, in eine glätte, wo Friede und Frohsinn herrschten. Und aller Jammer und Kummer, olles Weinen und Wehklagen wäre verbannt.

Freund, an dir liegt es, für deinen Teil zu sor­gen, daß in deinem kleinen Kreise Friede herrsche, daß du selbst nicht eine Jammerseele bist. Dazu gehört nicht viel Geld, an dem es dir gewiß ebenso mangelt wir mir, es gehört Zufriedenheit und Ge. niigsamkeit dazu, und die kannst du auch dir an-

nungsschimmer in dieser Traurigkeit. Denn der Heiland preist einmal die Trauernden selig. Uns Menschen widerstrebt allerdings zunächst der Gedanke, daß ein Trauernder selig sein kann. Aber hält uns nicht diese Traurigkeit der Seele zurück, über ollen irdischen vergänglichen Dingen Gott

zu verlieren, Gott zu vergessen?

Vergaßest du. in deinem Leben Gott, verlorst du dein höchstes Gut, so halte wenigstens die Traue r um diesen Verlust in deiner Seele wach. Die Trauer wird nicht nachlassen, bis du Gott wiedergefunden hast, bis deine Trauer in

Freude verwandelt ist.

Von Dr. Wilhelm

Nicht erst die moderne Gottlosenpropaganda des bolschewistischen Kirchen, und Klostersturms hat das Schlagwort von dem unzeitgemä­ßen Vermögen dertoten Hand", von demfetten Dasein hinter Kloster- mauern" aufgebracht. Noch immer hat man in Notzeiten auf der Suche nach Geldquellen ge­wähnt, es brauchten bloß die Klostervermögen in den öffentlichen Dienst gestellt zu werden, und man habe gewaltige Hilfsmittel nutzbar zur Ver­fügung. Selbst in gut christlichen Kreisen meint man häufig, bei der allgemeinen Geldknappheit seien Gaben für Klöster und andere frommen Un­ternehmungen unzeitgemäß, andere Ausgaben zum mindesten dringlicher als für dergleichen mittelalterlichen Ueberbleibsel".

Demgegenüber zeigen die Tatsachen, daß man durch das Schließen von Klöstern, durch das Ein- ziehen frommer Stiftungen auf die Dauer nicht nur nichts gewinnt, sondern int Gegenteil Hilfs­quellen zerstört, die in Zeiten der Not unersetz­licher sind als je.

Nur wenig Eingeweihte haben einen Begriff davon, was die Orden in der Not der Gegen­wart bedeuten,

und gerade die am meisten verkannten Frauen­orden, wieviel Kräfte sich hier zu keinem an­dere als Gotteslohn Tag und Nacht abmühen, der Not zu steuern, indem sie auf den mannigfachsten Gebieten das Leben für die Notleidenden einsetzen aus reinster Liebe.

Es ist heute noch wie im Kriege.

Wer je auch nur in einem einzigen Lazarett war, wird zugeben, daß der Staat des Elends darin unmöglich hätte Herr werden können ohne die Hilfe der Ordensschwestern. Schon was der Staat für den einzelnen Mann und die Beköstigung des weltlichen Dienstpersonals zahlte, war viel zu ge­ring, als daß damit die Lazarette hätten aufrecht erhalten bleiben können. Die Kongregation der barmherzigen Schwestern zu Untermarchtal z. B. hatte in sieben eigenen Häusern Lazarette eingerichtet, bei denen die staatlichen Gelder um 278000 Mk. hinter den tatsächlichen Erforder­nissen zurückblieben; die Schwestern aber brachten nicht nur diese fehlende Summe auf, sondern sie schickten überdies noch Pakete im Werte von 59 000 Mk. ins Feld, Hemden und Socken für 2 500 Mk., Lesestoff für 5 400 Mk.; dazu unter­stützten sie viele Kriegerfamilien, sie verpflegten beinahe vier Jahre lang die durchziehenden Kriegsflüchtlinge. Wie dieses, so haben die mei­sten Klöster damals ihre Vermögen dem Staate geopfert außer solch riesenhaften Leistungen wie die z. B. der Borrom cierinnen, die 562 912 Soldaten in 11355 035 Pflegetagen und 72 798 Nachtwachen betreuten; der Elisa- betherinnen, die allein in Frankfurt ein Lazarett mit 12 000 Betten unterhielten: der Franziskanerinnen von Salzkot- t e n (bei, Paderborn), die neben ihrer Lazarett­arbeit noch 327 662 durchziehende Truppen und 34 939 Anaehörige von Verwundeten bewirteten, dazu noch über 25 000 RM. für Wohlfahrtszwecke aufbrechten; der C l e m e n s s ch w e st e r n zu

Syndikalisten (Kommunisten): diese haben eine große Anzahl von Morden aus dem Gewissen, der Mini­sterpräsident Dato fiel durch ihre Hand. Die Juntas freilich, streng antiparlamentarisch gesonnen, haben schon ganze Regierungen und unliebsame Minister gestürzt, ja sie waren eine Zeitlang (19191922) offiziell aner­kannt. Hier will ich auch bemerken, daß hinter Una- muno, Ibanez und dergleichen radikalen Literaten die im Ausland so viel von sich reden machen, keine politisch tatkräftige Gruppe, geschweige denn eine Klasse steht.

Spanien ist noch heute ein halbfeudaler Staat. Es gibt riesige Latifundien, besonders in Südspanien. Das Landproletariat führt ein Hungerdasein, der Landklerus übrigens auch. Den Industriear­beitern geht es ebenfalls elend schlecht. Sie erhalten in Madrid zum Beispiel meist nur einen Taglohn von 7 bis 8 Peseten, in der Provinz sogar noch weniger. Landarbeiter bekommen etwa 4 bis 6 Peseten. Man muh sich dabei klarmachen, daß so ein Durchschnitiswo- chenlohn von 50 Peseten etwa gleich 22 Mark ist, daß die Arbeiterfamilien meist 5-, 6- und mehrköpfig sind und daß die notwendigsten Unterhaltsmittel nur um ein Viertel billiger sind als in Deutschland. Nicht zu vergessen, daß die Peseta bis heute nicht richtig stabili­siert ist; erst in den letzten Monaten ist sie wieder ge­fallen. Die Sozialpolitik steckt noch in den Kin­derschuhen die schönen Gesetze stehen größtenteils nur auf dem Papier, lieber soziale Unruhen braucht sich also niemand zu wundern, und der Ruf nach der Repu blick meint in Wirklichkeit: gebt uns anständige Lebensbedingungen, schafft einen Staat, der mit der sozialen Rückständigkeit der Gutsbe- sitzer und Unternehmer endlich aufräumt.

Kirche,

Armee,

Die Verquickung von Königtum mit diesem sozial-reaktionä

kendesuche in den Wohnungen; in 9 270 Fallen leisteten sie die erste Hilfe, 29 870 Mal trugen sie Essen in die Häuser; sie betreuten nebenher 40a Knpnen- und 90 Hortkinder, 9 617 Obdachlose, 3135 Sonntagsmädchen, 415 Gesellen, 228 Stu denten außer 1 571 sonstigen Pfleglingen.

Welche Ausgaben haben sie damit dem Staat

erwart.

was wäre von der Allgemeinheit zur Bestreitung dieser sozialen Leistungen aufzubringen gewesen! In diesem einen Falle waren es 949 704 Mark; dazu als einmaliger Auswand für die dem Klo ster gehörenden Bauten die Summe von 2 405 480 Mark; die jährlichen Ausgaben für Baurepara turen betrugen 125 600 Mk.; auch die Erträgnisse aus den bedeutenden Ländereien dienten nur dem

Wohle der Gesamtheit.

Ein Beispiel dafür, wie auch ursprünglich nur für die Hauskrankenpflege gedachte Genossenichaf ten ihr Arbeitsfeld erweitert haben, sind die erst seit 1842 wirkendenGrauen Schwestern von der hl Elisabeth" (MutterhausBres- lau): Zurzeit unterhalten sie 95 Krankenanstal­ten, 52 Alters- und Siechenhäuser, 40 Waisen- und Rettungshäuser, ein Asylür schwachsinnige Mädchen, 13 Arbeiterinnen-Hospize, 20 Kommu­nikantenanstalten, 24 Kur- und Erholungsheime, 216 Kinderbewahranstalten . 45 Handarbeitfchulen, 9 Kinderkrippen, 14 Kinderhorte, 5 Milchküchen für Säuglinge, 25 Volksküchen und 15 Gemeinde- schulen. Welcher Segen ferner von jenen Klöstern ausgeht, die sich vornehmlich den seelisch Kranken widmen, ist statistisch gar nicht zu erfassen. Immerhin kann sich jeder ein Bild davon machen, der überlegt, was es bedeutet, wenn 1924 in den Käufern der Schwestern vom guten Hir­ten sich 21685 verirrte Mädchen zur moralischen Genesung befanden und mehr als 13 000 schon in früher Jugend verwahrloste oder sittlich gefährdete Kinder zur Erziehung ausgenommen wurden!

Wendlandt stellt hier mit Recht noch vor die gewaltigen sozialen Leistungen die rein

religiösen, ethischen Werte

der Frauenorden. In der Tat, wennNützlich­keit" der einzige Zweck der Klöster wäre, so uni terschieden sie sich nicht von anderen Unterneh- mungen sozial-karitativer Art. Was sie diesen aber eigentümlich voraus haben, das sindeben die unermeßlichen Segenskräfte der Gebetsubun- gen und der S e l b st he i l i g u n g. Kein gerin­gerer als der Franzose Victor Hugo hat dar­auf hingewiesen, was für Quellen hier in einer Zeit der Ich- und Genußsucht, des Arbeits- und Geldtaumels gehütet werden, in einer am Men­schen verzweifelnden Zeit wahrhaft beglückende und ermutigende Beispiele dafür, was der Mensch auch heute noch zu opfern fähig ist. Die Schwestern, so sagt V. Hugq, entsagen der Welt . . . Keine von ihnen nennt das geringste ihr eigen . . . Kein Titel mehr, selbst Familiennamen sind verschwunden, sie führen nur noch Vornamen . . Sie eilen den Armen zu

Hilfe, pflegen die Kranken. Sie wählen die, de­nen sie gehorchen, und sagen zueinander »Schwe­ster". Sie beten. Zu wem? Zu Gott. . .. Cs gib. kein erhabeneres Werk, als das, was diese See­len vollbringen. Es gibt wohl keine nützlichere Arbeit als die, welche diese Seelen verrichten. Sie beten immer für die, die nie­mals beten". Diese Worte des Franzosen erinnern an die sehr wenig bekannte Vorrede Schillers zu seiner Geschichte des Maltheier- erbens, worin er jene Geduld, Selbstverleugnung und Barmherzigkeit feiert,die s e l d st d a s g l an« gendste H e Ide n v e r d i e nst verdun­kel n", wenn da ein Menscheinem ekelhaften Kranken um Gottes Willen b;e Speise reicht «n» sich keinem der verächtlichen Dienste entziehst die unsere verzärtelten Sinne empören". Ja, Schil­ler steht nicht an zu bekennen, durch diese barm­herzigen Orden kommedie Menschheit ihrer höchsten Würde" so nahe wie mr- gends sonst, wenn anders es entschieden sei,datz nur die Herrschaft seiner Ideen über seine Ge­fühle dem Menschen Würde verleibt".

Friedrichfohn.

Münster (von denen sich die Kaiserin Augusta bis zu ihrem Tode pflegen ließ), von denen 20 ihr Leben fürs Vaterland opferten und 35 arbeitsunfähig wurden. Sie alle stehen nicht zurück hinter den unsagbar großen Leistun­gen der Kreuzschwestern, die in 314 eigenen Lazaretten 2464808 V er - mundete pflegten, in 17 Kriegswaisenhäu­sern 1 479 Kinder aufnahmen, von denen ferner 45 als Opfer ihres Berufes starben vpb Hunderte zeitlebens arbeitsun­tauglich wurden.

Solchen Leistungen entspricht die Bedeutung der

Frauenorden in der Gegenwart.

Um sich ein Bild davon zu machen, überlege man, welche Kräfte hinter folgenden Zahlen stehen! Nach den Statistiken des Karitasverban­des gab es 1924 in Deutschland

818 rein katholische Krankenhäuser mit 72 525 Betten, 992 Altersheime mit 21 645 Betten, dazu noch 109 Heime für geistig und körper­lich Gebrechliche mit 24 542 Belten. 292 Er­holungsheime mit 14 690 Betten, ferner 782 Erziehungsheime mil 60 626 Betten. 219 be­sondere Mädchenheime mit 3 461 Betten, 37 Jugend- und Lehrlingsheime mil 1 978 Betten und 133 Heime für Studierende mit 11 292

Betten.

Zu diesen 3382 rein katholischen Wohlfahrtsanstalten mit insgesamt 210759 Betten kommen nun noch Ne öffentlichen, staatlichen wie kommunalen, und die privaten i n - terkonfession eilen Anstalten, worin ka­tholische Ordensfrauen die Pflegekräfte stellen: 629 Krankenhäuser mit 46 705 Betten und 7 006 Schwestern; 41 Heime für körperlich und geistig Gebrechliche mit 6 761 Betten und 1014 Pflegekräften. 77 Erholungshäuser mit 7 034 Bet­ten und 1055 Schwestern, 156 Heime für Erzie­hungsfürsorge mit 8 466 Betten und 1 269 Schwe­stern, 398 Altersheime mit 18195 Betten und 2 729 Schwestern.

Mit nicht weniger Kräften finden wir die k a« th olischen Frauenorden in der soge­nannten halboffenen Fürsorge und of- fenen Gesundheitsfürsorge tätig: In 3 948 katholischen und 633 interkonfessionellen am­bulanten Krankenstationen, in 31 katholischen und 31 interkonfessionellen Krippen. 2 604 katholischen und 596 interkonfessionellen Kinderbewabranstal- tcn, in 257 katholischen und interkonfessionellen Horten.

Die Zahl der von Ordensfrauen betreuten Waisenkinder belief sich schon unmittelbar nach dem Weltkrieg auf über 1 200 000.

Was diese ungeheuren Zahlen besagen, wird uns erst faßlich an einzelnen Beispielen, die ich aus den Klostermonographien von Jakob Hubert Schütz (1926) wähle. Danach pflegten in dem ei­nen Jahre 1924 die Franziskanerinnen von Rente (Württemberg) 43 620 Kranke in 547 500 Tages-, 320 160 Stundenpflegen und 29 440 Nachtwachen; dazu kamen 164 980 Kran-

Dkitter Sonntag nach Ostern

Lingatigslied (Pf. 65, 12).

«reifet Gott in Jubelliedern, alle Lande, alle« ?rinat Psalmen seinem Namen, alleluja; gebt «Up- »jede festlichen Klang, alleluja, alleluja, alle. _r.m /snf ebb. 3.) Sprecht zu Gott: Wie hehr deine Taten, Herr! Ob betner Allmacht hul

selbst die Feinde dir. Ehre fei.

Epistel: (1 pefri 2, 1119.)

Geliebteste! Ich ermahne euch, enthaltet euch Fremdlinge und Pilger der fleischlichen Lüste, her Seele feind sind. Führt einen ehrbaren «unbel unter den Heiden, damit die, welche euch afcUebeltäter verleumden, eure guten Werke sehen riü Gott preisen am Tage der Heimsuchung, tzeid jeder menschlichen Ordnung Litertan um Go11es willen : sei es dem Sönia, als dem obersten Herrn, fei es den Statt« _ Litern die von ihm abgeordnet sind, die Uebel- rSier m bestrafen und die Guten zu belohnen. Denn das ist der Wille Gottes, daß ihr durch gu- KZ Wandel unwissende, törichte Menschen zum Schweigen bringt. Ihr seid frei, aber nicht um Ke Freiheit zum Deckmantel der Bosheit zu miß­brauchen, sondern als Knechte Gottes. Achtet alle, liebet alle brüderlich; fürchtet Gott, ehret den König. Ar Knechte, seid in aller Ehrfurcht den Herren untertan, nicht allein den gütigen und sanf- ten, sondern auch den launischen; denn das wirkt die Gnade: in Christus Jesus, unferm Herrn.