Jlt. 95
Samstag, 25. April 1931
Zahrg. 58
Abrechnung nach dem Volksbegehren
Der Vapft verläßt -en Vatikan
Wohlbegründete Fragen an Herrn Hugenberg
Was habt
Das Reichs-Ehrenmal
In
Propaganda Fi de teilzunehmen. Dieses bände liegt in der Nähe der Vatikanstadt genießt Exterrityrialitäts-Rechte.
Gründ
wtb. Rom, 24. April. (Eig. Meld.) Der Papst hat mit Gefolge heute vormittag 10,45 Uhr im Automobil die Stadt des Vatikans verlassen, um in streng privater Form an der Einweihung des neuen Heimes des Collegiums de
Der Eindruck der Benesch-Rede.
Die Rede, die, wie gemeldet, der tschechoslowakische Außenminister zur Frage der Zollunion gehalten hat, findet in Berliner politischen Kreisen lebhafte Beachtung. Man vermerkt mit Genugtuung, daß die Rede durchaus sachlich ist. Das ist umso erfreulicher, als man in der Tschechojlo-
nern unter Vorsitz des Reichsministers Dr. Wirth eine Besprechung mit den beteiligten Frontkämpfer- Verbänden statt. Der Minister teilte mit, daß der Reichspräsident, dem der Landkreis Weimar das für die Errichtung des Reichsehrenmals bestimmte GeWnde und das Land Thüringen einen im Laufe der Jahre gesammelten Geldbetrag zur Verfügung gestellt haben, die Errichtung einer Stiftung beabsichtige, die mit der Schaffung und Erhaltung des Reichsehrenmales in Form des Ehrenhains bei Berka betraut wird. Den Vorsitz im Vorstände der Stiftung wird Staatssekretär Zweigert vom Reichsministerium des Innern führen. Die Vertreter der Frontkämpserverbände nahmen mit Dank und Befriedigung von der Absicht des Reichspräsidenten Kenntnis und erklärten ihre Zustimmung zu der vorgesehenen Regelung.
gleich bei dem Präsidenten des Reichstages die f o- fortige Einberufung des Reichstages beantragt zwecks Beratung dieses Antrages und einer im gleichen Sinne gehltenen Interpellation an die Reichsregierung.
* Der Dienst der Reichsbehörden und Reichs- bekriebe am 1. Mai. Das Reichskabinett hat beschlossen, den Dienst der Reichsbehörden und Reichsbetriebe am 1. Mai in der gleichen Weiss wie in den Vorjahren zu regeln.
wakei bei der Behandlung des Problems der deutsch-österreichischen Zollunion bisher nicht immer einen sachlichen Ton angeschlagen hat.
Die Befriedigung über diesen Wandel, der sich in Prag vollzogen hat, wird allerdings dadurch beeinträchtigt, daß die Rede Beneschs in ihrem Inhalt viel zu wünschen übrig ließ. Er behauptet z. B., daß die Zollunion als ein politisches und nicht als ein juristisches Problem angesehen werden müsse. Demgegenüber darf man darauf Hinweisen, daß Benesch damit in vollem Gegensatz nicht nur zur Auffassung Deutschlands, sondern auch zu der des englischen Außenministers Henderson steht. Aus seiner Einstellung kann man jedenfalls nur entnehmen, daß Prag offenbar befürchtet, die juristische Prüfung der Angelegenheit würde zur Anerkennung der Zollunion stihren.
Wenn Dr. Benesch weiter der Besorgnis Ausdruck gibt, die ■ Zollunion könne zur Bildung von zwei Blocks innerhalb Europas führen, so wird in Berliner politischen Kreisen darauf hin» gewiesen, daß Deutschland nicht im geringsten das Bedürfnis einer Blockbildung empfindet. Dagegen muß bemerkt werden, daß Dr. Benesch sich bisher recht stark im Sinne einer Blockbildung betätigt hat. Man braucht nur daran zu erinnern, wie lehr er bei der Kleinen Entente engagiert ist. Die Reichsregierung ging noch vor zwei Jahren soweit, nicht nur Öfter, reich, sondern auch der Tschechoslowakei einen Borschlag zu einer Angleichung der Wirtschaftssysteme zu machen, die von einer Zollunion nicht weit entfernt fein sollte. Der tschechoslowakische Außenminister hat diesen Vorschlag aber a b g e - lehnt. Ebenso sind Oesterreich durch die Tschechoslowakei verschiedentlich Schwierigkeiten gemacht worden, wenn sich ihm günstige Möglichkeiten auf wirtschaftlichem Gebiet boten. Das war z. B. der Fall bei dem im Jahre 1926 geplanten Präferenzabkommen zwischen Oesterreich, der Tschechoslowakei und Italien: der Vertrag scheiterte kurz vor seinem Abschluß an der Haltung der T s ch e- choslowakei.
Ihr geleistet? — Das Zentrum kennt seinen Weg: gegen Des perado- und katastrophen-palMt.
Die Wirkschaft der Znvaliden-Versicherung.
Aus parlamentarischen Kreisen wird uns geschrieben:
Der frühere Zentrumsabgeordnete Andre- Stuttgart, ein bekannter Sozialpolitiker, hat eine Denkschrift über die „Ausgabenwirtschaft in der Invalidenversicherung" verfaßt. Abg. Andre ist seit bald drei Jahren Präsident der Landesversicherungsanstalt Württemberg, und seine Kritik verdient darum besondere Beachtung. Weder das Reichsarbeitsministerium, noch das Reichsversicherungsamt, noch der Reichstag, werden an dieser mit Sachkenntnis, Mut und Verantwortung geschriebenen Arbeit achtlos vorübergehen können.
Einleitend sagt der Verfasser, daß am 1. Januar 1930 vierzig Jahre seit dem Inkrafttreten der Invalidenversicherung verstrichen waren. Zur Zeit seien 3,4 Millionen Rentenempfänger vorhanden, deren monatliche Bezüge aus der Invalidenversicherung rund 105 Millionen Mark betragen, gleich 1250 Millionen Mark pro Jahr. An jedem Arbeitstag werden rund 1400 Renten und 1500 Heilverfahren bewilligt. Rach vierzigjährigem Bestand lasse sich feststellen, daß trotz Krieg und Inflation die Invalidenversicherung eine äußerst segensreiche Tätigkeit entfaltet und zu einem unentbehrlichen Faktor in unserem öffentlichen Leben geworden sei.
Diese Leistungen dürften aber nicht dazu ftih« ren, nur kritiklos die großen Zahlen anzustaunen und die Schattenseiten des gegenwärtigen Systems mit dem Schleier der christlichen Nächstenliebe zuzudecken oder, um nirgends anzustoßen, nicht zu sagen, was Pflicht und Gewissen gebieten. Unsere nationale Wirtschaft befindet sich in größter Rot; die Beiträge für die Sozialversicherung müßten erarbeitet, von der Wirtschaft aufgebracht, aus ihr herausgezogen werden. Die Invalidenversicherung belaste die Wirtschaft jährlich mit über einer Milliarde Mark.
Angesichts solcher Zahlen müsse der Ausgabenwirtschaft besondere Beachtung zuteil werden. Das jetzige System der solidarischen Haftung der Versicherungsanstalten untereinander VS 1405 der RVO.) zeitige unhaltbare Zustände auf dem wichtigsten Gebiet der Invalidenversicherung, nämlich der Rentenbewilligung und der dauernden, rasch anwachsenden Rentenlast. Trotzdem der Invaliditätsbegriff durch Gesetz und Rechtsprechung des Reich-sversicherungsamts festgelegt fei, habe die Durchführung des Gesetzes zu ganz verschiedenartigen Verhältnissen geführt: eine Versicherungsanstalt habe auf 1000 Versicherte doppelt so viele Renten laufen, wie eine andere Anstalt.
Der hauptsächlichste Grund liege darin, daß nach dem § 1405 der Reichsversicherungsordnung die Zahlungen der Renten auf sämtliche Versicherungsträger nach Maßgabe ihrer Beitragseinnahmen im letzten Jahre verteilt würden.
Der § 1405 der RVO. sei die offene, blutende Wunde am Körper der Invalidenversicherung, die solange fortwirke, bis diese selbst durch diesen 8 1405 ihr Grab gefunden habe oder bis minde-
wtb. Berlin, 24. April. (Eig. Meld.) _ Durchführung des Beschlusses der Reichsregierung über die Errichtung des Reichsehrenmales bei Berka fand heute im Reichsministerium des Jn-
uldaerZertung
Anzeiger für die Skadk Julda und denLandkreis Fulda. Amtliches Kreisblatt.
Monatlich 1.80 einschließl. Postgebühr (48 Pfg.) ohne Zustellg. Anzeigen-Preise: Kleinzeile (Col.) lokal 0.15 RM., auswärts 0.20 RM. Reklamezeile: lokal 0.60 RM., auswärts 0.80 RM. Bei Wiederholungen Rabatt. Postscheckk Frank,, a M 4051
Die Sorge -er Beamten.
Der Deutsche Beamtenbund hat der Reichsregierung, zu Händen des Reichskanzlers Dr. Brüning, seine Besorgnisse wegen der Gefahr einer neuerlichen Kürzung der Beamtengehälter schriftlich, folgendermaßen zum Ausdruck gebracht:
„Die ständige Erörterung weiterer Gehaltskürzungen, deren Notwendigkeit von gewissen Seiten immer wieder betont wird, hat in der Beamtenschaft wachsende Beunruhigung hervorgerufen. Genährt wird die so entstandene Stimmung durch r a- dikale Einflüsse, deren Folgen unabsehbar sind, wenn die seit langem von radikalen Wortführern aufgestellte Behauptung von erneuten Rückgriffen auf das Beamteneinkommen durch Maßnahmen der Reichsregierung als wahr bestätigt würde.
Zahlreiche Zuschriften beweisen uns die schwie- r i g e wirtschaftliche Lage, in die viele Beamte schon jetzt geraten sind, und zeigen die seelische Verfassung ,tn der sie sich be- sinden.
Die steckengebliebene Preissenkung bietet einen durchaus unzulänglichen und, wie befürchtet wird, nur zeitweiligen Ausgleich. Maßnahmen der Reichsregierung zugunsten der Land- wirtschaft hemmen den Preisabbau. Zurückhaltung gegenüber Wirtschaftskartellen und Preisbindungen fördern ihn nicht.
Außerdem verstärkt sich in der Beamtenschaft die Auffassung, daß bei finanziellem Unvermögen des Reiches in erster Linie die politischen Zahlungen an das Ausland entsprechend herabgesetzt werden müßten, anstatt daß man zu Maßnahmen greift, die die wirtschaftliche Existenzgrundlage der Beamten ernstlich gefährden.
Auf Grund unserer genauen Kenntnis der wirtschaftlichen Lage der Beamtenschaft, wie aus beamtenrechtlichen und staatspolitischen Gründen bitten mir dringend, eine weitere Gehaltskürzung, die insbesondere für die Beamten mit geringen Bezügen von katastrophalen Folgen sein würde, nicht vorzunehmen. Gleichzeitig bitten mir die Reichs- regierung, uns vor einer endgültigen Entscheidung Gelegenheit zu einer Aussprache zu geben."
*
Das Reichskabinett trat am Donnerstag unter dem Vorsitz des Reichskanzlers und in Anmesenhest des Reichsbankpräsidenten zu seiner ersten Sitzung nach der Osterpause zusammen. Die Beratungen galten zunächst der Festlegung des vom Reichskanzler vorgelegten Arbeitsprogramms. Der Reichsfinanzminister erstattete alsdann einen eingehenden Bericht über die Finanzlage des Reichs, der Länder und Gemeinden, an den sich der Bericht des Reichsarbeitsministers über die Arbeitslosigkeit und die vom Reichsarbeitsministerium zu erledigenden Aufgaben und der des Reichsverkehrsministers über die Situation der Reichsbahn anschlossen. Die Verhandlungen des Reichskabinetts werden am Samstag fortgesetzt.
*
Der Herr Reichspräsident empfing am Donnerstag den Herrn Reichskanzler zu einer eingehenden Besprechung.
Neuer Antrag auf Einberufung des Reichstages.
Die kommunistische Reichstagsfraktion hat einen Antrag eingereicht, der die Regierung aufordert, keinerlei weitere Abbaumaßnahmen in der Erwerbslosen-, Knappschafts- und Invalidenver- icherung, wie auch der Krieqsbeschädigtenfürforge vorzunehmen und die Krisenfürsorge auf alle Ausgesteuerten und Nichtunterstützten auszudehnen.
Der Vorsitzende der kommunistischen Reichstagsfraktion, der Abgeordnete Walter Stöcker, hat zu-
Aus parlamentarischen Kreisen wird uns ge- $rilnter unsäglichen Mühen und Anwendung einer beispiellosen Agitation und Propaganda haben die preußischen Völksbegehrler die zur Anerkennung eines Begehrens notwendigen 20 Prozent der preußischen Stimmberechtigten zusamiuenge- §bracht- Wir werden ja sehen, wie die Schlußzif- tern [guten, um bann genau beurteilen zu können, ®te das Ergebnis zu den Erwartungen sich oer- dält.
Schon heute aber stellen wir eine Enttäuschung in jenen Kreisen fest. Auch das letzte Aufgebot, die letzten zornigen Mahnungen der Hugenberg- und Hitler-Blätter haben das Endergebnis nicht mehr günstiger zu gestalten vermocht. Wiederholt hat man oorgeredjnet, daß die das Begehren unterstützenden 7 Parteien bei den Reichstagswahlen gflein in Preußen 9% Millionen Stimmen auf» bischten. Dazu kommen noch jene Jungwähler, die in der Zwischenzeit das wahlfähige Alter erreichten. Wir erinnern ferner daran, wie zumal tse Nationalsoüalisten noch vor wenigen Tagen im Münchener Zirkus bombastisch verkündeten, daß die Anhängerzahl sich seit dem 14. September mindestens verdoppelt habe.
Und nun dieses Resultat? Es hat sich eben gezeigt, daß die Zweckgemeinschaft der Volksbegehrer in sich schon das Widerspruchoollste darstellte, was man sich denken konnte. Wer da von einer „nationalen Front" zu sprechen sich erkühnen will, der muß schon eigenartige Vorstellungen von dem Sinn des Nationalen haben.
> Aber es war ja auch nicht das Ziel des Stahlhelms und Hugenbergs, als Finanziers des Volksbegehrens eine solche „nationale Front" zu „sammeln". Sie wollten und wollen etwas ganz anderes. Ihr Ziel ist, über die Macht in Preußen zur Nacht im Reiche zu kommen, das Kabinett Brü- ring zu stürzen. Und da schon zeigt sich der größte Widerspruch in jener Zweckgemeinschaft. Denn riit finden dort Parteien, die das Kabinett Brü- fling voll und ganz unterstützen. Wir sehen dort die deutsche Volkspartei, die erst auf ihrer letzten Ätzung des Zentralausschusses dem Reichskanzler 'Brüning das uneingeschränkte Vertrauen gus- Mrrchen hat. • ' ; " • r '
3hm das. Volksbegehren ist durchgegangen.
? MMser absolut nicht' überraschenden Tatsache finden mir uns ab. Aber' es kömmt jetzt zum Entscheid". Und er wird nichts anderes entscheiden können, als was auch ohne Volksbegehren Mehl, daß das preußische Volk in seiner großen Mehrheit sich nicht durch trügerische Parolen eines Stahlhelm und Hugenberg verlocken läßt. Es ent- cheidet nicht nach propagandistischen und agitatori« chen Reden, nicht nach abgedroschenen Phrasen, andern nach Taten. Und die Taten findet es auch n Preußen nicht bei jenen, die das Volksbegehren veranlaßten.
Die preußische Zentrumspartei hat mit »ollem Recht ihre Anhänger aufgefordert, sich nicht an dem Volksbegehren zu beteiligen. Und töe Zentrumswähler haben dieser Parole in Anerkennung der Gründe, welche die Parteileitung diesem Schritte veranlaßte, Folge geleistet. Die (Sriinbe sind bekannt. Wenn jetzt der Hugenderg- Iche „Lokalanzeiger" (Nr. 188) aus Angst vor der unausbleiblichen „Entscheidung" u. a. schreibt:
„Daß sich bas gesamte preußische Zentrum gegenüber so eindringlichen Mahnungen, wie sie Die Tatsachen (gemeint das Volksbegehren) ausfpre-
Erscheim sechsmal wöchentlich Wochenbeilagen: „Sie Welt im Bild" und „Buchenblätter". Rotationsdruck und Verlag der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda. Fernrufe: Schrist- :: leitung 1152, Fuldaer Actiendruckerei 1150 und 1151. ::
ist also mißlungen, und die beiden deutschen Mitglieder des Verwaltungsrates — Dr. Luther und Dr. Melchior — sind überstimmt worden. Deuffchland ist heute in einer Wirtschaftslage, die dazu zwingt, die Absatzchancen zu nehmen, woher sie kommen. Auch für uns ist das Rnssengeschäst kein ideales. Sollen wir aber die Reparationen zahlen, so müssen wir sie erwirtschaften können. Es ist an der Zeit, die Internationale Bank auf ihre diesbezüglichen Verpflichtungen nachdrücklichst hinzuweisen und die Verantwortung für Folgen, die aus ihrer Nichteinhaltung zwangsläufig sich ergeben müssen, entschieden abzulehnen.
*
Nachdem durch die Unterzeichnung des deutschrussischen Schlußprotokolls die Grundlage für die Vergebung der zusätzlichen Sowjetaüfträge in Deuffchland geschossen worden ist, sind, wie der „Börsenkurier" berichtet, in den letzten Tagen russi- fcherseits die Dechandlungen mit den verschiedenen deuffchen Jndustriefirmen ausgenommen worden. Zu Abschlüssen im Rahmen des zusätzlichen russischen Auftragsprogramms ist es bisher nur über kleinere Posten Werkzeugmaschinen gekommen, während sich die Verhandlungen über die Vergebung der Bestellungen auf große Aufträge an die deutsche Elektrizitäts- industtie usw. noch im Anfangsstadium befinden.
Wie das Blatt hört, legen die Russen großen Wert darauf, die aufgrund des zusätzlichen Auftragsprogramms zu bestellenden Anlagen möglichst schnell zu erhalten. Es werden von ihnen daher fehr kurze Lieferftisten gefordert, und zwar nicht nur für Werkzeugmaschinen, sondern auch für die großen Industrieanlagen.
• Die Tanke König Alfons' gestorben. Aus Paris wird gemeldet: Infantin Isabella, die Tante des Königs Alfons von Spanien, ist in einem Pariser Krankenhaus im Alter von 79 Jahren g e> stör den. Sie hatte bei der Abreise der Königs- familie' in Madrid wegen ihres Gesundheitszustandes zurückbleiben müssen und mar erst am vergangenen Sonntag, schwer krank, in Paris ein« getroffen.
chen, fürderhin blind und taub zeigen sollte, ist aufs äußerste unwahrscheinlich. Und so ist denn zum mindesten mit der Möglichkeit zu rechnen, daß der Landtag auf Grund des Ergebnisses des Volksbegehrens feine Auflösung beschließt —
so haben wir ihm mit aller Deutlichkeit zu sagen, daß das Zentrum sich nur entscheiden wird, wie es die Volksinteressen bedingen und nicht wie es Herr Hugenberg und seine Mitläufer wünschen. Wir haben Neuwahlen in Preußen nicht zu fürchten. Wir vertreten vor unterer Wählerschaft unsere Politik und. wissen, daß sie verstanden und auch gewürdigt wird. Wir führen unseren Kampf in voller Unabhängigkeit von allen Parteien. Wir führen ihn aber mit dem festen Willen, besonders mit jenen Parteien ein kräftiges Wort zu sprechen, welche durch ihre eigenartige Taktik auch beim Volksbegehrens es fertig brachten, die Sanierungs- und Reformarbeit des Kabinetts Brüning, welche von Preußen her jedwede Unterstützung gefunden hat und weiter findet, zu stören.
Nicht wir vom Zentrum haben Rechenschaft abzulegen, nicht wir brauchen zu antworten. Die Antwort verlangen wir von den anderen. Wir verlangen von ihnen Rechenschaft über das, was f i e getan haben, um Ruhe und Ordnung zu schaffen, die Finanzen zu sanieren, Deutschland und damit auch Preußen vor einem Zusammenbruch zu bewahren.
Wir verlangen von ihnen die Antwort auf die maßlose Verhetzung und persönliche Beschimpfung des Zentrums und feiner Führer, der katholifchen Bischöfe, die vor dem Kulturbolschewismus der Rechts- und Linksradikalen aus tieffter Sorge für das christliche Volk warnten.
Wir fordern dann auch eine Antwort für jene Desperado- und Katastrophenpolitik, die diese Parteien betreiben, um neue Trümmerfelder zu schaffen und um auf diesen dann ihr „Drittes Reich" aufzubauen .
Der Zentrumsführer, der Abgeordnete Joos findet unsere volle Zustimmung, wenn er gegenüber den Aktionen des Stahlhelms und seiner '„Verbündeten", die sich sogar als „Nationale" nicht scheuten, beim Volksbegehren um die Unterstützung der Kommunisten zu betteln, schreibt:
' „Das katholische Volk, die Frontsoldaten des einfachen Volkes, haben ein sicheres Gefühl für die Dinge. Sie lassen sich nichts vormachen, und sie haben jene Zeiten nicht vergessen, wo der katholische Bolksteil unter verkürztem Recht und verminderter Achtung stand, weil es andere so haben wollten. Sie wevden das Ihrige tun, daß dieses „alte Preußen" weder unter dieser noch unter jene Flagge wiederkehrt."
Wir sind heute im Zentrum für jede Wahlentscheidung gerüstet und vorbereitet. Wir sind überzeugt davon, daß wir nicht nur auf die Treue unserer bisherigen Anhänger uns felsenfest verlassen können, sondern daß wir unter der Führung eines Kanzlers Brüning, erfolgreich unterstützt durch die Zentrumsleitungen im Reiche und in Preußen, gestärkt im Aufbauwillen durch die geschlossene Front der Zentrumsfraktionen, zu neuen Siegen unter unserer Parole „Für Wahrheit, Recht und Freihett" schreiten werden, weil wir die Volksund Vaterlandsinteressen über alles stellen, weil wir stets dann unsere Besten in die vorderste Frontlinie schicken müssen, wenn es sich um Schicksalentscheidungen von allergrößter Tragweite handelt. Das weiß das Volk, und es dankt das auch dem Zentrum.
Wahlen in Spanien.
. wtb. Madrid, 24. April. (Eig. Meld.) Die Wah- len zu den die Verfassung gebenden Cortes werden im Lause des Ö u n i stattsinden. Wo- iWitf) kommt der 21. oder 28. Juni als Wahltag f: w Frage. Das Wahlalter ist von 25 auf 23 Jahre
Herabgesetzt worden. Auch für das passive Wahlrecht beträgt das Mindestalter 23 Jahre.
*
wtb. Madrid, 24. April. (Eig. Meld.) Außen- ’J'nifter Lerr oux wird Spanien auf der im ^“^Jtattfinöenben Völkerbundstagung in Genf
D. 2. Z. und RussengeschSft.
^Aus dem Poungplan ergibt sich für die Gläu- ^"mächte die Verpflichtung, zur Hebung der i Ü^sichen Produttion und Erportfähigkeit auf inter- q?rwnaler wirtschaftlicher Grundlage in weitestem , «ymen beizuttagen. Nur unter dieser Doraus- hat Deutschland die im Poungplan fest- »«egten Zahlungsbedingungen annehmen können. W x Institut, das zu dieser Hebung, vor allem „ Müffchen Exports, ausersehen wurde, ist die - vnm^^siationale Bank in Basel. Auf ihr Madiges Versagen — wenigstens bisher — | Q..J'!e’iet Richtung ist in der letzten Zeit mehrfach bOtT Zuständigen und höchsten Stellen hinge- 'e.n Morden. Wie wenig die Internationale »k gewillt ist, ihrer Verpflichtung nachzukom- i deuü^lllbt sich erneut aus der Ablehnung Feit§ garantierter Russenwechsel. Die tiai'en SR Verwaltungsrates der Jnternatw- ■ o 1 i t haben sich in der Haupffache aus I »ff sr J.*en Gründen' dagegen ausgesprochen, bezogene Tratten deutscher Liefer- t btefn“.’. "le bon der Deuffchen Golddiskontbank Nl rverden, durch die Jnternaffonale Bank ’-We ff i- tieren. Das bedeutet für Deutschland feines E^p^z^ng' pudern eine Erschwerung in dem Angebot solcher Russenwechsel an nat'onaIe Bank vorgenommene deutsche Ul ch zur Erleichterung deutschen Warenabsatzes