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Ar. 93

Beilage zur Fuldaer Zeitung

23. 2lptil

Zwischen Ostern und Pfingsten.

Das ist die holde, blütenschwere Zeit, Die lauter Freude und Erwartung hegt, Weil Sonne lächelt über jedem Leid, Weil Knospen selbst der graue Dornbusch trägt.

In linde Lüste wandelt sich der Sturm, Der Frühlingsregen feuchtet kahle Flur, In Freuden regt sich selbst der arme Wurm, Weil Saat und Sonne sproßt in seiner Spur.

Und du allein, mein Herz verschließt dich falt Dem Auferstehen rings, dem Sonnenflug?

Auch dir bescheert ein Lenz Erfüllung bald!

Und selbst die Hoffnung sei dir Glücks genug!

Emmy Ficus.

Das neuzeikliche Heim.

Von Franz Herbert Bangert-Leipzig.

Die Anschauungen über die Wohnungsgestal- hing haben sich in den letzten Jahren grundlegend gewandelt. In der nachfolgenden Artikelreihe soll nun der Versuch gemacht werden, kurz die wefent- lichen Merkmale einer modernen Wohnungs­kultur für bürgerliche Verhältnisse aufzuzeigen.

Die Schristleitung.

Dar gehört zur modernen Wohnung?

Diese Artikelreihe versucht in möglichster Kürze die praktischen Aufgaben darzustellen, die dem jungen Ehe­paar bei der Einrichtung seiner Wohnung erwachsen. Dazu gehört in erster Linie eine sorgsame Erwägung, wieviel Zimmer man notwendig braucht. Diese Frage läßt sich nun vielfach nicht so ohne weiteres entscheiden, denn in vielen deutschen Städten ist die Wohnungsnot nicht behoben und es heißt deshalb oft mit Wohnräumen vorlieb nehmen, die nicht immer ganz zweckentsprechend sind. Grundsatz aber sollte sein, die Wohnung möglichst klein zu wählen. Man hat sich glücklicherweise von dem früher oft übertriebenen Raumluxus freigemacht, man hat erkannt, daß ein« Kleinwohnung viel gemütlicher ist, wie Riesenräume, die sich schwer Heizen lassen, die eine Unmenge Zeit für Aufwartung und Säuberung ver­schlingen und die demgemäß auch teuer sind. Wer za bleichem Mietpreis die Wahl hat zwischen einer größe­ren Altwohnung und einer kleineren in einem Neubau Mit allem Komfort, wähle unbedingt die letztere, denn sie ist stets die billigere, da der Hausfrau durch die mo­dernen Einrichtungen unserer heutigen Neubauwohnun­gen viel Zeit und Geld erspart bleiben. Außerdem.hat die Neubauwohnung auch alle Bequemlichkeiten. Was die Raumzahl der Wohnung betrifft, so genügt für ein junges Ehepaar mit einem oder zwei Kindern voll­kommen eine Dreizimmerwohnung mit Küche, nur wenn es sich um Leute handelt, die es sich leisten können, sollte eine größere Wohnung erntetet werden. Man kann aber auch recht gut schon mit einer Zweizimmerwoh- nung auskommen, wenn die Räume nicht gar zu klein ausgefallen find. Küche, Wohn- und «Ählafzimmer, dazu noch vielleicht ein kombiniertes Herren- und Da­menzimmer. das genügt völlig.

Da» wohn- oder Speisezimmer.

Zum Wohnzimmer, also dem Raum, in dem man sich Tag für Tag aufzuhalten pflegt, wähle man das größte Zimmer des neuen Heimes. Es fei möglichst viereckig, ohne Nebengelafse, die früher so beliebten Alkoven, Nischen usw. sind große Staubfänger und wegen ihrer Dunkelheit vorzügliche Brutstätten für Ba­zillen aller Art. Also weg mit ihnen. Man achte auch darauf, daß das Wohnzimmer in seiner Grundrißgestal­tung nicht zuviel Türen aufweist, daß die Fenster sich praktisch einfügen, weil man sonst bei der Aufstellung der Möbel zuviel Schwierigkeiten zu überwinden hat. Denn die tatsächliche Gebrauchsgröße des Wohnraumes soll immer seinen Bedürfnissen entsprechen. Ein enges Zimmer, in dem man sich nur zur Not bewegen kann, ist ebenso ungemütlich wie ein Riesenraum, in dem sich hie Möbelstücke verlieren. Das läßt die modernen Archi­tekten mit Recht den Gedanken vertreten, daß die Möbel möglichst nicht vor der Ermietung der Wohnung ge­kauft werden fallen, da der vorhandene Raum für die Möbelgröße bestimmend sein soll. In einem kleinen Zimmer von vier auf fünf Metern ein Riefenbüffet un­terbringen zu wollen ist ebenso ein Unding, wie das Frühstückszimmer für ein Wochenendhaus int Tanzsaal.

Deshalb vor allem vernünftig Möbel kaufen. Vor­her überlegen, was man haben will, insbesondere aber ob die Möbel wirkliche Gebrauchsmöbel oder Luxusgegenstände fein sollen, die man wohl ansieht, aber nicht benutzen kann. Diese Mahnung ist umsomehr am Platze, als heute die Möbelfabriken, die als Liefe-

ranten in der Hauptsache in Frage kommen, da das handwerkliche Möbel mehr und mehr von ihnen zurück- gedrängt wird, die Neigung haben, Edelhölzer zu ver­arbeiten, die wohl dem Auge sehr gefällig sind, sich aber im Gebrauch als sehr teuer und unpraktisch er­weisen. Man denke sich nur ein Speisezimmer hoch­glanzpoliert aus afrikanischem Nußbaum. Jede Berüh­rung mit dem Finger gibt einen Rand, jede auch nur mäßig warme Kanne verursacht auf dem Tisch häßliche Ringe, die nie mehr entfernt werden können, da es sich auch bei den teuersten Möbelstücken meist um furnierte deutsche Hölzer handelt, d. h. ein Zimmer wird etwa aus Eichenholz hergestellt und mit ausländischem Nuß- baumfurnier belegt. Wollte man ein Speisezimmer massiv Herstellen, würde es so teuer, daß es die meisten Käufer nicht erstehen können.

Die Einteilung der heutigen Speisezimmer ht Büffet, Kredenz, Tisch und sechs Stühle hat sich im all­gemeinen bewährt. Nur achte man beim Einkauf darauf, daß die Formen des gekauften Zimmers Gewähr dafür bieten, daß man sie auch in zehn oder zwanzig Jahren noch als künstlerisch einwandfrei anerkennen kann. Deshalb keine extravaganten Entwürfe kaufen, die mö­gen im Augenblick auch noch so schön aussehen. Man hat zum Beispiel vor wenigen Wochen ein rundes Speisezimmer mit einem ovalen Büffet auf den Markt gebracht. Das mag im Augenblick wirksam fein, auf

die Dauer wird man das Zimmer nicht sehen können. Schlicht und einfach fei gerqde beim Speise- und Wohn­zimmer die Forderung, denn je schlichter man es wählt, umso leichter läßt es sich später ergänzen, bezw. erwei­tern. Man kauft wohl in den seltensten Fällen alles au einmal und die mancherlei Kleinmöbel, die im Laufe der Jahre dazukommen, lassen sich mit einem geschmacklich guten, aber einfachen Zimmer weit besser vereinen, wie mit den großen Protzenkasten, die man da und dort in bürgerlichen Familien findet. Man darf auch nie ver­gessen, daß das Speise- oder Wohnzimmer, das man zweckmäßigerweise durch eine nette Coutch oder eine moderne Chaiselongue ergänzt, zum Wohnen da ist, daß es also wirklich benutzt und nicht zugesperrt werden soll, während die Familie vielleicht in der Küche sitzt.

Welchen Preis legt man nun für das Wohnzimmer an? Das kommt natürlich ganz auf die Verarbeitung und den Entwurf an, jedoch kann man heute schon für 500 bis 600 Mark ein recht anständiges, künstlerisch einwandfreies Zimmer bekommen, das in Eiche gebeizt, eine Familie aushält. Bessere Qualitäten," insbeson­dere Edelhölzer kosten entsprechend mehr, jedoch sollte in einem bürgerlichen Haushalt über den Höchstbetrag von 1000 Mark nicht hinausgegangen werden. Schließ­lich gehören in ein Wohnzimmer noch verschiedene an­dere Sachen, die es erst wirklich wohnlich machen und die im allgemeinen ebenfalls viel Geld kosten.

Sie Zunahme der berufstätigen Frauen.

Von Cäcilie Goldau-Iagfeld-Essen (Ruhr).

Die letzte Statistik stellt uns vor die Tatsache, daß 13 Millionen aller Frauen und Mädchen berufstätig sind. Während 1906 die Zahl der berufstätigen Frauen nur 6 Millionen betrug, weist der heutige Stand eine bedenk­liche Zunahme nach. Auch feit 1925 ist die Zahl der berufstätigen Frauen wieder um 42 Prozent gestiegen. Wir stehen somit vor der Tatsache, daß die Frau immer mehr in jene Arbeitsgebiete eindringt, die ehemals dem Manne vorbehalten waren, eine Erscheinung, die vom Gesichtspunkte der Volkswohlfahrt, des Familienlebens und der Gesundung unseres Volkes wie auch der anderen europäischen Staaten nicht zu begrüßen ist.

Die immer noch weit verbreitete Annahme, das Eindringen der Frau in das öffentliche Leben fei eine Folge des zurückliegenden Krieges und feiner Nachwir­kungen, ist nicht stichhaltig. Nach dem Krieg kehrten die Männer in ihre verlassenen Berufe zurück und die Ver­luste an männlichen Arbeitskräften durch den Krieg ha­ben sich längst durch den Nachwuchs ausgeglichen. Es ist also nicht Mangel an männlichen Arbeitskräften die Ursache dieser Erscheinung, sondern die tiefere Ursache liegt in der Umwertung aller Werte, die das wirtschaft­liche Leben sowohl wie das christliche Familienleben er- chüttert haben. Die Frauen von heute haben in einem hohen Prozentsätze das typisch Weibliche aufgegeben und nicht nur in Leben und Gewohnheit männliche Eigenschaften angenommen, sondern auch ihre eigentliche von Gott gewollte Bestimmung preisgegeben. Das Seelenleben vieler moderner Frauen ist vom ideell-feeli- chen zum materiell-realen umgeschwenkt. Die Ansprüche vieler Frauen bewegen sich nicht mehr auf den Gebieten, auf denen die Frau stets ihr Glück und ihren Frieden and, fonöern sie sind in unserer Zeit von einer sinn­lichen Forderung nach Vergnügungen, Putz und Genuß aller Art abgelöst worden. Die moderne Frau will nicht mehr Mutter und Dienerin im Kreise der Familie ein. Sie will herrschen. Das Glück im Familienleben kennen viele Frauen nicht mehr.

Die neben dieser Grundursache einherschreitenden Nebenerscheinungen, die ebenfalls die Frau in den Beruf drängen, sind nicht so bedeutungsvoll, wie man sie hin- tellt. Es hat zu allen Zeiten Frauen gegeben, die ihrem Manne im Wirtschaftskampfe zur Sette standen.

Die Zahl der Familien, deren einziger Ernährer (weil die Kinder klein sind und die Frau bei der Fa­milie bleiben muß) in unserer Zeit monate-, wenn nicht ahrelang erwerbslos ist und beim besten Willen keine Arbeit bekommen kann, weil die Frauen, auch diejeni­gen, die es nicht nötig hätten, die Berufe ausfüllen, ist ungeheuer. Furchtbar ist die Not gerade in solchen Fa­milien mit kleinen Kindern, während dagegen kinder­lose Familien, in denen die Frau einem Berufe nach­geht (und nicht selten der Mann auch) so hohe Einnah­men haben, daß sie sich jedes Vergnügen und jeden Luxus erlauben können. Dieser wirtschaftliche Zustand ist ungesund und vernichtet die christliche Familie.

36 Prozent aller Frauen in Deutschland sind berufs­tätig. Setzen wir diesen Prozentsatz gleich 100, so ver­teilt er sich auf die einzelnen Berufsgruppen zu recht

interessanten Zahlen. Während die Zahl der Näherin­nen (8,58 Prozent), Heimarbeiterinnen (4,69 Prozent), Lehrerinnen (1,06 Prozent), Plätterinnen (8,72 Prozent), Tänzerinnen (0,10 Prozent) kaum eine wesentliche Ver­änderung gegen die früheren Ziffern erfahren haben dürfte, sind grade diejenigen Berufe, die dem Manne offenstehen sollten, von Frauen überfüllt worden. Allein 25,27 Prozent entfallen auf geistige Berufe (Akademische bis zur Büroarbeit) und 21,41 Prozent entfallen auf ungelernte Arbeit. Die Zahl der Hausmädchen dagegen hat nicht zugenommen, eine Erscheinung, die für die Emanzipation der Frau redet. Wenn auch die Zahl der akademisch gebildeten Frauen in dem Prozentsätze (25,27 Prozent) nicht allzuhoch ist, so zeigt aber doch die Gesamtzifser (rund 47 Prozent), daß etwa 6 Millionen Frauen sich in Berufen befinden, die ehemals dem Manne offenstanden. Und dieser Zustand kann keines­falls zur Gesundung unseres Volkes beitragen.

Nicht allein in Deutschland besteht diese Wirffchafis- erscheinung, sondern auch in anderen europäischen Ländern. Colette Puerre machte in derRevue des Deux Mondes" Angaben über die in Frankreich und besonders in Paris in den freien Berufen tätigen Frauen. Hier tritt besonders der weibliche Rechtsan­walt stark in Erscheinung, Dagegen geht die Zahl der männlichen Rechtsanwälte von Jahr zu Jahr zurück. Allein Paris zählt 178 weibliche Rechtsanwälte. Auch der Beruf der Aerztinnen zeigt hohe Ziffern. Paris hat 243 Aerztinnen, davon sind 98 ledig, 145 sind ver- heitrate, 37 üben den Beruf gemeinsam mit ihrem Manne aus. Auch der Drang zum Ingenieurberuf ist auffallend stark. Auf dem Institut Central zur Ausbildung von Ingenieuren sind z. Zt. 1918 Frauen zugelassen. Der Radiodienst ist fast ausschließlich von Frauen besetzt. Es sind hier 45 000 Frauen tätig.

Diese Lage tritt mit ihrem ganzen Ernste an alle christlichen Frauen heran. Wohin dieser Zustand ge­führt hat, beweisen uns die Statistiken, nach denen Deutschland in seiner Geburtenziffer am tiefsten steht und in der Ehescheidungsziffer voranmarschiert. Kein Land der Erde kennt aber auch ein so radikales Um­stellen der Frauen in seelischen Belangen und wenn man Ausländer die Köpfe schütteln sicht über dasmoderne deutsche Gretchen", so ist das beileibe kein Scherz mehr. Diese Lage unseres Volkes ist nur verständlich aus dem Berufsleben der Frau und sie ftellt an uns christlichen Frauen die Forderung,, daß, wenn wir als Volk sittlich, seelisch und wirffchaftlich tatsächlich nicht zugrunde gehen wollen, wir uns diesen Früchten einer überspannten Emanzipation entgegenstellen müssen. Wir haben als Mütter des kommenden Geschlechts das Recht und die Pflicht, Schäden, die unserem Volke und unserer Fa­milie drohen, aufzudecken. Und einen größeren Scha­den, als er uns als Volk zugefügt wird durch dieses sinnlose Eindringen der Frau in Arbeitsgebiete des Mannes, kann uns kaum zugefügt werden, geht doch durch das Eindringen der Frau in Lebensberufe des Mannes der Sinn des Lebens verloren: der Mann und

nicht di« Frau fft der wirtschaftliche Erhalter der^? milie, der Mann und nicht die Frau hat die Ausa^ die Familie zu unterhalten, während die Arbeit^ Frau auf erzieherischen, familien-ethischen Gebieten 6.^

Wir katholischen Mütter fordern für unsere und Söhne Arbeit. Es geht nicht an, daß mir unser« Töchter unsere Männer und Söhn« ernähr müssen, wobei wir die besten unserer Stunden die seren Kindern gehören sollten, preisgeben müssen, die Emanzipation, sondern die Rückkehr der Frau, ihrem wahren, von Gott geroollten Innenleben (J? uns empor aus der liefe, in der wir liegen, eine die allen christfeindlichen Bestrebungen Tür und $2 offenhält.

kleine Mode-Aokizen.

Von Julia Bender- Wien.

In diesem Sommer werden viel Gürtel zum elegante, Nachmittagskleid getragen. Besonders der kleine, schmale Gürtel aus farbigem und schwarzem Lackleder wird von den Damen bevorzugt, man sieht ihn fte!len* weise sogar auf dem Abendkleid, besonders wenn es Spitzen gearbeitet ist.

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Auch das Samtband erfreut sich immer größerer 5» liedtheit und wird als Schmuck bei allen mögliche, Kleidern verarbeitet, wie sich überhaupt die Hochsommr- liche Mode in längst vergessen geglaubten Kleinigkeiten gefällt.

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Zu Schwarz, Blau und Braun gefeilt sich als neunte hochmoderne Sommerfarbe Gelb. Man spricht sogar i, den Kreisen der Konfektionäre von einergelben & fahr". Diese neue Modefarbe hat nur einen Nachteih Sie steht nicht jeder Dame zu Gesicht. Deshalb Vorsicht, verehrte Damen, beim Einkauf.

Plissierte Volants am Beinkleid, man lache nicht, sind der letzte Schrei der Saison in Amerika. Es wich nicht lange dauern, und diese längst überwunden- geglaubte Modetorheit kommt auch über den großen Teich zu uns. Es besteht wohl kaum ein Zweifel, baj es auch bei uns Frauen geben wird, die sie mitmachm.

Ein pikantes Frühtingsgerichl.

Kräuter- oder Grünesauce.

Ein außerordentlich schmackhaftes und dabei in viele» Gegenden Deutschlands fast unbekanntes Frühlinzs- gericht, ist die Kräuter- oder Grünesauce, die im Main- gau zu den Nationalgerichten gehört. Nach alter Ueberlieferung gehören zu der Grünensauce mindestens 7 Kräuter, sind es mehr, umso besser. Ihre Grundkzr bilden: Kresse, Petersilie, Schnittlauch, Kerbel, Pimper- nelle, Sauerampfer, Boretsch, Estragon, junger Löwen­zahn, Lattich, Brunnenkresse, junger Spinat usw. Mm hat also genügend Auswahl, auch wenn eines oder das andere der Kräuter fehlen sollte. Die Kräuter werde, auber verlesen, alle harten Stengel entfernt und gut gewaschen, möglichst mehrfach, da die Kräuter sehr sui- big sind. Nach dem Waschen werden sie fein gewiegt oder zweimal durch die Fleischmaschine getrieben, leicht gesalzen, ein klein wenig Pfeffer hinzugefügt und auf e 250 Gramm Kräuter mit einem hart gekochten, eben- alls fein gehackten Ei untermixt. Dann wird sie Masse mit Essig und Del angerührt, doch kann man noch Belieben auch anstelle des Essigs Zitronensaft nehmen Zum Schluß wird die grüne Sauce mit saurem Rahm vermischt der auch nach Geschmack durch Mayonnaise er- etzt werden kann. Man gibt die Grünesauce, die man vor dem Anrichten mit hartgekochten Eiern garniert als Zuspeise zu Schnitzeln, Koteletts, Rumsteak mit geröste­ten Kartoffeln, sie schmeckt aber auch vorzüglich zu ei­nem schönen, saftigen Stück Rindfleisch. An fleischlosen Tagen aber wird sie als Zugabe zu Eieromletten beson­ders geschätzt. Elly S ch ö n h ö f e r,

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Von der Franenfriedenskirche.

Einweihung des Ehrenhofes am 3. Mai.

Die Einweihung des Ehrenhofes der Frauenfriedens­kirche in Frankfurt-Bockenheim findet anläßlich des drit­ten Kirchweihfestes dieser Kirche am 3. Mai durch den Hochw. Herrn Bischof Hilfrtch von Limburg statt. Es ist das erstemal, daß Bischof Hilfrich dies« Kirche sei­ner Diözese besucht, und so gestaltet sich dieses Kirchweih­fest zu einem feierlichen Ereignis für ganz Deutschland. Eine Wallfahrt wird in erster Linie die Frauenwelt der angrenzenden Diözesen zur Frauenfriedenskirche füh­ren, aber auch aus den entlegnen Teilen Deutschlands werden Vertreterinnen erscheinen. Nach dem Pontifikal­amt mit Ansprache am Morgen findet um 5 Uhr die Einweihung des Ehrenhofes statt, jener Stätte, welche die Namen der Helden in Zukunft bergen wird, deren letzte Ruhestätte für die Angehörigen unerreichbar ge­blieben ist. Ihnen gilt in dieser Stunde das lebendige Gedenken der ganzen Nation.

Bischof Hilfrich selbst wird den Akt der Einweihung mit einer Ansprache begleiten. Die Festrede überbie Friebensibee der Frauenfriedenskirche" hat Dr. Gerta Krabbel übernommen, an die sich ein Ruf an bie katholische deutsche Jugend" von Dr. Peerenboorn M. b. R. schließen wirb. Der berühmte Drostechor wirb bie Feier mit Siebern umrahmen, bie Frau Maria H e ß b e r g e r M. d. L, die Vorsitzende des Arbeitsausschusses für ben Bau der Frauenfriedenskirche, beschließen wird.

Das Requiem für bie Gefallenen wird tags darauf H. H. Dekan Becker zelebrieren.

Es besteht berechtigte Aussicht, daß die deutschen Sen­der die Einweihungsfeier des Ehrenhofes übernehmen werden und so weiteste Kreise diese feierliche Stunde wenigsten» von der Ferne miterleben können.

Ehrengaben für den Bau der Kirche anläßlich dieser Feier bittet man, an das Postscheckkonto der Frauenfrie­denskirche in Köln No. 3378 zu richten.

Brauchen wir einen Muttertag?

AmTag des Buches" übte Leo Weismantel mit Recht Kritik an derKalenderreform", die vor einigen Jahren eingesetzt hat durch Menschen, die das christliche Kirchenjahr nicht mehr verstehen, es sogar fürchten und nun neue Festtage schaffen und mit Eifer pro­pagieren. So ein Ersatzsest ist auch der sogenannte Muttertag". Schade, daß gerade das gemütvolle, frü­her so familienfrohe deutsche Volk einen Ehrentag für die Mutter bestimmen muß. Viele sehen darin ein Zei­chen des sittlichen Verfalls, andere glauben ernstlich, daß so einMuttertag" der Mutter wieder die gebüh­rende Stellung im Volke geben könnte.

Der Deutschen Muttertag versagt, denn er ist dem Wesen des Volkes fremd und dem Wesen der Mutter gar feindlich. Ein Fest, das der Verstand gefetzt, kann nicht aus her Innigkeit deutschen Gemütes mitgefeiert werden; ein Muttertag ohne religiöse Weihe wird her Mutterwürde nicht gerecht. Frauen mit dem ursprüng­lichen Lebensgefühl und der natürlichen Religiösität der Italiener feiern denMuttertag" anders. Die italieni­schen katholischen Frauen lehnen ihren Muttertag in i sinnvoller Weise an das kirchliche Fest Mariä Verkündi- I

gung an mit dem tief bedeutsamen Leitspruch der demü­tig gläubigen Antwort Mariens:ecce ancilla Domini". Unter diesem Gedanken erstreben sie als Ziel: die Fa­milie wieder christlich zu machen und zu heiligen. Auch das ist katholisch an diesem Muttertag, daß er alle Kräfte aufruft und alle Frauen ehrt, die ihr Leben der Ret­tung und Erhaltung des christlichen Familiengedankens weihen, mögen sie selbst Gattin oder Mutter sein oder deren Stelle vertreten.

Das deutsche Volk, zersplittert im religiösen Denken, beengt durch sein Grübeln, geängstigt in Zweifeln, kann den Blick nicht von der Erde heben und hat nicht die Kraft, das Menschenleben wieder zu verankern in Gott. In festlicher Weise feiert man die Person der Mutter mit Blumen und ehrenden Ansprachen. Können die gutgemeinten Feste und Geschenke einer Mutter etwas geben von feiner innerer Kraft und Selbstverleugnung, die sie braucht für ihre Aufgaben in der Familie?

Eine echte Mutter ist religiös. Wen ergreift das Werden des Menschen tiefer als die Mutter! Ihr er­schließt sich zuerst das Geheimnis der Kindesseele, die Ewigkeit ausstrahlt und der Ewigkeit zustrebt. Das Kind zwingt sie zum Glauben; sie erfaßt ihr Mutterfein erst im demütigen Sichbeugen vor dem Urheber des Lebens. Von dort kommen die übernatürlichen Kräfte, die den Müttern aller Zetten geholfen haben in ihren Aengsten und Sorgen und sie reinstes Mutterglück haben erleben lassen. Ohne innere Wiederbelebung der Mutter­liebe und Kindesehrfurcht erhebt sich die Familie nicht. Die geistige Verbundenheit aller Glieder untereinander einigt die Familie in der Hochachtung vor der Mutter durch ihre Einordnung auf das Jenseits. Darum stellt die Kirche ihren Kindern das Jdealblld der Gottesmutter

hin in ihren frohen und in ihren schweren Tagen, in ihrem Schmerze und in ihrer Verklärung. Der Sohn, den eine kindliche Marienverehrung auch die geistig* Mutterschaft der Frau verstehen lehrte, wird seine Mut­ter herzlich lieben und wird immer Ehrfurcht haben vor jeder Frau. Der Heranwachsende Junge wird dem Druck von außen nur Widerstand entgegensetzen. Er will seine Mutter ehren auf feine Art, ander- als mit Blumen und äußerem Gepränge an einem staatlich be­stimmtenMuttertag", der zu feiner Mutter in keiner Beziehung steht. Auch unsere Jungmädchenwelt lehnt heute sentimentale Formalitäten ab. Die Kinder be­schenken'Mutter und Vater an den Familienfesten. Sie erweisen beiden Eltern besondere Aufmerksamkeiten an ihrem Namenstag. Und sie dienen und danken ihnen beiden in verschwiegener Art durch ihr Verhalten und ihre Gesinnung ein ganzes Leben lang.

Die Familie, die sich einordnet in das Leben der Kirche mit ihren Festen und sinnvollen Bräuchen braucht keine künstliche Belebung durch staatliche Volksfeiertagt wie denMuttertag".

Dieses Jahr zeigt uns die Gestalt unserer deutschen Volksheiligen, der hl. Elisabeth besonders deutlich- Einer solchen Frau folgen, soweit es in unserer Kraft steht, heißt Mütter ehren auf christliche Art. Mütter aufrichten in ihrem Leid, ihnen beistehen in ihrer Not, ihnen die Möglichkeit geben, Geist und Körper zu er­holen und zu stärken für ihre großen Erziehungsauf­gaben! Dazu uns selbst erheben aus der allzu starken Beschäftigung mit unseren eigenen Sorgen an den ften des Kirchenjahres, die uns Schutz bieten und Kraft geben in unserer und unserer Schwestern Not. Das unsere Mutterfeier fein das ganze Jahr hindurch, rt unser ganzes Leben lang! rM.