Begebenheiten aus Mer Welt
auch die Cinheifsbewertung in Einzelfällen eilt Hindernis bedeuten kann für eine höhere Belei, hung, so darf doch darauf keine Rücksicht genomt men werden, ebenso wenig wie es berechtigt ist, die Hohe der Einheitswerte zu rechtfertigen mit dem Hinweis auf in Einzelfällen erzielte höher« Kaufvreise.
Kapitel IV des 3. Teils der Notverordnung vom 1. Dez. 1930 dehnt die Hauptfeststellungszeit' räume für das landwirtschaftliche Vermögen, das Grundvertnögen und die Betriebsgrundstücke auf 6 Rechnungsjahre aus. Wenn der Reichs« bewertungsbeirat in Kurze sein Gutachten abgeben wird, so wird er damit eine Entscheidung treffen mässen, die für das Weiterbe stehen vieler landwirtschaftlicher Betrieb« von ausschlaggebender Bedeutung ist. Möge das Urteil gerecht und richtig sein! Die Land« wirtschaft richtet in dieser entscheidenden Stund« an den Reichsbewertungsbeirat die Mahnungl Herunter mit den Einheitswerten!
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gegenarbeiten. Wo außerordentliche Leistung ist und wo eine Persönlichkeit sichtbar wird, da soll man das achten. Wird der Prophet im eigenen Lager nicht geschätzt, so kann das bald dahin fiih- ren, daß dieses Lager eben keine Propheten mehr hat. P. Fischer hat ein ebenso klares wie gründ« satztreues Buch geschrieben. Er legt die oft Per« schleierten Tendenzen einer Bewegung dar, die zur Auflösung der christlichen Gesellschaft führen muß, zum Sozialismus und folgerichtig zum Kommunismus oder Bolschewismus. Vielleicht ist der Sozialismus noch gefährlicher, weil er die vollkommen sozialistischen Ziele seiner Kinderfreundebewe- gung nicht so grellrot ins Schaufenster stellt, wie der Kommunismus. Gewiße ideale Zuge, die auch dieser Kinderfreundebewegung eigen ssirg und di« P. Fischer mit großer Objektivität heraushebt, täuschen darüber hinweg, daß hier eindeutig Partei« politische sozialistische Arbeit beabsichtigt und geleistet wird. Sehr beachtet wollen die Worte sein, die der Verfasser in der Einleitung anführt, nämlich der Ausspruch des Genossen Löwenstein: „Wir haben keinen Grund, unnötia die Widerstände zu früh heraufzubeschwören. Wir werden vielmehr unsere agitatorischen und aufbauenden Kräfte zu sammeln, zu klaren, und zu konzentrieren haben." Auf so stille Weise wird ein Kulturkampf vorbereitet, der nach eben diesem Genossen Löwenstein unvergleichlich heftiger sein werde, als der vor fünfzig Jahren. Tröstlich ist dabei, daß Zyrill Fi- scher am Schluß seines Buches darauf Hinweisen kann, wieviel auf christlicher Seite, besonders durch die Arbeit des Karitasverbandes, schon geschehen sei, um das Gute, dos in der Kinderfreundebewegung liegt, in Uebereinstimmung mit dem christlichen Glauben und bep christlichen Sittenlehre durchzuführen ___
Schade, daß Sie Einengung von großen Bewe- gungen durch das Parteileben so vieles hindert, was zur gegenseitigen Förderung dienen könnte. Man findet bei manchen Sozialisten, etwa bei Hermann Heller, fo viele Säße, an die man vom Christentum aus anfnüpfen könnte Nur ist es schwer zusammenzukommen, weil irgendwelche starre Formationen ganz unmenschliche Grenzen ziehen. Aehnliches gilt vom Nationalsozialismus, der heute an einer entscheidenden Wend« steht.
tags am 21. und 22. März 1929 erinnert werden. Die Demokratische Partei beantragte, daß die land, wirtschaftlichen Cinheitswerte um 50 Prozent gesenkt werden sollten. Zentrum und Bayerische Volkspartei erklärten sofort, daß sie diesem demo. kratischen Antrag zustimmten, weil er von einer Regierungspartei gestellt sei, die wissen müsse, was finanziell tragbar sei. Darauf zogen die Demokraten diesen Antrag zurück, der sonst gewiß eine Mehrheit gefunden hätte; damit zeigten sie, daß es ihnen in diesem Falle lediglich auf Agitations- Politik ankam.
In der gleichen Sißung beantragte der Abgeordnete Herold, die Reichsregisrung zu ersuchen, mit Rücksicht auf die derzeitig« Lage der Landwirtschaft unter Berücksichtigung der tatsächlichen Ertragswerte und der unterschiedlichen Preis- und Abscitzverhältnisse die Cinheitswerte einer Überprüfung zu unterziehen und den auf 18 festgesetzten Multiplikator für die Errechnung der Einheitswerte auf 15 sestzusetzen. Das Ergebnis dieser Erörterungen im Steueraus- fchuß war die oben erwähnte Denkschrift.
In sehr vielen Fällen übersteigen die heutigen Einbeltswerte die auf einwandfreien Unterlagen ermittelten Ertragswerte. In den Zwei Jahren feit Einbringung des Antrages Herold im Steuerausschuß des Reichstags ist eine weitere Ber- fchlechterung der Sage der Landwirtschaft eingetreten; mit einer erheblichen Besserung wird für die nächsten Jahre zu rechnen fein. Jetzt muß eine Revision der Cinheitswerte erfolgen. Steuer- werte dürfen nur ermittelt werden, unter dem Gesichtspunkt der Steuerzahlung. Alle anderen Gesichtspunkts, insbesondere der der Beleihung, müssen ausaeschaltet werden: wenn
Angarn und Ofteuropa-Pläne
Zu der französischen Blättermeldung Qr, nK Ungarn seinen Beitritt zu der von der sra'nzöfiin,- Regierung geplanten osteuropäischen Agrar, angekündigt hätte, wird dem U n a Q r t f* Korrespondenz-Büro von zuständiger „n garischer Seite festgestellt, daß dieses Gerücht Wahrheit nicht entspricht. Ungarn habe sichnol nicht geäußert, ob und unter welchen Bedingung-? es sich irgendeiner Zollunion anschließen würde Tatsache ist, daß die ungarische Regierung auf ein» Anfrage der französischen Regierung die Antwort erteilte, sie nehme gegenüber der deutsch-österrei. chischen Zollunion vorläufig einen abwartenden Standpunkt ein. Auf eine weitere Anfrage der französischen Regierung, wie eine von französischer Seite herrührende wirtschaftliche Kombination von Ungarn ausgenommen würde, erklärte die unga- rische Regierung, sie werde dabei in erster Reihe die wirtschaftlichen Interessen des Landes im Auge hoben und ihre Stellungnahme von diesen be« stimmen lassen.
* Das Schreiben des Reichsinnenministeriums an das Reichsgericht. Das Reichsinnenministerium hat die Beschwerde des Stahlhelm-Bundes gegen das Verbot des Bundesorgans, die dem Reichs, innenministerium zugeleitet wurde, an das Reichs, gericht weitergeleitet. Staatssekretär Zweigert haj zugleich ein Schreiben an den Vierten Strafsenat des Reichsgerichts beigefügt, in welchem es u. a. heißt: Ich trete dem preußischen Minister des In- nem und dem Polizeipräsidenten darin bei, daß der beanstandete Artikel die Voraussetzungen des § 1 Absatz 1, Nr. 2 tz 12 Absatz 2 der Verordnung des Reichspräsidenten zur Bekämpfung politischer Ausschreitungen vom 28. März 1931 erfüllt.
*Die Besorgnisse nm das Schicksal der Wegener- Expedition. (Sig. Meld.) lieber die Absicht zur Auffindung der Grönlandexpedition von Prof. Wegener eine Flieger-Expedition zu entsenden, erklärt in der Kopenhagener Zeitung, „Politiken" der 'bekannte Grönlandsorscher Dr. Lauge-Koch: Wenn wir innerhalb von 3 Wochen nichts von der Expedition hören, dann muß man für das Schick-
Herrn Reichsfinanzminister nahelegen, ein Ersatz g u t a ch t e n anzufordern, und möglichst frühzeitig eine Aussprache darüber herbeizuführen, welche Werte evtl, für den dritten Hauptfeststellungszeitraum festzusetzen seien, um der immer schlechter werdenden Lage der Landwirtschaft Rech, nung zu tragen. Ein diesbezügliches Schreiben an den Herrn Reichsfinanzminister wurde von eini- gen Mitgliedern des Reichsbewertungsbeirats unterzeichnet. Ohne die Zustimmung der Mitunter- Zeichner eingeholt und ohne diesen Schritt angedeutet zu haben, wurde von einem Mitglied des Reichsbewertungsbeirats ein Teil des Schreibens im Steuerausschuß des Reichstags verlesen. Damit wurde das im Interesse der Land- wirtschaft unternommene Vorgehen dieser Mitglieder des Reichsbewertungsbeirats an die Def* fentlichkeit und die rein sachlich« Frage in die parteipolitische Diskussion gebracht. Durch diese die sachliche Arbeit sicher nicht fördernde Veröffentlichung des Schreibens kam es zu den bekannten unerguicklichen Auseinandersetzungen im Steuerausschuß des Reichstags am 21. und 22. März 1929 und im Plenum des Reichstags am 9. Juni 1929. Damals ist von berufener Stelle zum Ausdruck gebracht worden, daß, wenn Landwirte als Vertreter in einem so wichtigen Ausschuß ihre eigene Arbeit nachträglich öffentlich das- avouieren, diese Vertreter von der geschloffenen Landwirtschaft abgerufen werden müssen; «in sol. cher Ausschuß dürfe nicht seine eigene frühere Arbeit für bewußt falsch zustandegekommen erklären, ngchdem er solange geschwiegen habe.
In diesem Zusammenhang darf an das rein agitatorische Vorgehen der 2)emofrott f dien Partei im Steuerausschuß des Reichs-
Zug-AngMck in Polen.
wtb. Warschau, 18. 4. (Sig. Meld.) Der Warschauer Schnellzug fuhr heute früh in einer Station unweit Kowel auf einen Güterzug auf. Die Lokomotive und der Dienstwagen des Schnellzuges, sowie fünf Güterwagen entgleisten. Der Heizer des Schnellzuges wurde schwer verletzt. Eine Anzahl Passagiere erlitt Verletzungen geringfügiger Art.
— Tabakspfeifen aus Meerschaum. Die ersten Tabakspfeifen aus Meerschaum kamen 1723 in Gebrauch. Die erste wurde angefertigt durch den Schuhmacher Karl Kawats in Budapest, der sich in seiner freien Zeit mit Kunstschnitzerei beschäftigte. Dies erfuhr der Graf An-
Rund um die Woche.
Mchks Neues imker der Sonne. — Dr. Magnus Hirschfeld in Japan Von den sozialistischen Mnderfreunden. — Mensch und Partei« Reklamelorheiken.
big an feiner Idee. Airs Japan geht mir ein Exemplar der „Japan Times" zu, die auf der ersten Seite den Besuch von Dr. Magnus Hirschfeld in dem fernen Inselreich ankündigt. Die wissenschaftlichen Verdienste Dr. Hirschselds in Ehren, aber es bleibt tief bedauerlich, daß gerade solche Männer als Vertreter deutscher Kultur nach Japan gehen, die einen so scharfen Gegensatz zu all dem, was das Christentum verkündet, darstellen. Vergeblich arbeitet ja der Missionär, wenn zugleich im Namen der Wissenschaft ein anderes Evangelium verkündet wird. Für christliches Empfinden ist es ein überaus schmerzlicher Gedanke, wenn man erleben muß, wie unser eigenes Vaterland, das einst eine Vormacht der christlichen Kultur gewesen ist, nun statt dessen sein Neuheidentum zu den gott- suchenden Heiden der fernsten Inseln trägt. Die ernste Frage knüpft sich daran, daß vor dem Urteil der Geschichte Europas einzigartiger Vorzugeben in seiner Verbindung mit der christlichen Idee gelegen hat, und daß unser Gesamtprestige in dein Maße sinken muß, als wir die Fahne dieser Tradition verkästen und Moralauffasfungen in die Welt tragen, die weit unter dem stehen, was edle Heiden im Lichte der Vernunft für groß und erhaben ansehen. _
Oder ist deutsche Kultur und Christentum nicht mehr so innig verbunden, wie es durch Jahrhunderte der Fall gewesen ist? Eben erscheint das Buch von P. Zyrill Fischer, Franziskaner, in zweiter Auflage: „Die fozialistifcknn Kinderfreunde in Deutschland", das auch von sozialistischer Seite als „grundlegend" bezeichnet wird. Der Derfaffer hat übrigens recht, wenn er darauf aufmerksam macht, wie oft man aus feinem Buche geschöpft habe, ohne die Quelle zu nennen. Ich bin gewiß nicht für Personenkult, aber erstens gibt es ein Autorenrecht und zweitens sollte man einer gewissen Nioellie- rungssucht eines kollektivistischen Zeitalters ent-
verlotterte Znnvngslrankenkasie.
Die Berliner Schneiderkrankenkaste mit sofortiger Wirkung verboten.
C.N.B. Berlin, 18.L>ril. (Eig. Meld.) Bei der Innungskasse der Berrmer Schneiderinnung sind größte Unregelmäßigkeiten entdeckt worden. Der Oberpräsident der Provinz Brandenburg hat, der „B. Z." zufolge, deshalb ange« ordnet, daß diese Zwangskrankenkasse, der etwa 10OOO Berliner Schneider angehören, sofort geschlossen wird. Alle versicherten Schneider müssen in Zukunft bei der Allgemeinen Ortskrankenkasse versichert werden.
ten Multiplikators vorzuschlagen. Er empfiehlt daher auch für den zweiten Houptfeststelkungszeit- raum die Beibehaltung des bisherigen Multipsi- tators von 18. \
Hinsichtlich der Ertra g^wertklafsen und Rahmensätze sieht di« von) Reichsminister der Finanzen vorgeschlagene Regelung für die landwirtschaftlichen Betriebe als höchsten Rahmen- satz der obersten Ertragswertklasse £|nen Wert von 4140 Rm je Hektar. Der Bewertüngsbeirat stimmt den in Aussicht genommenen Erfraaswert- klasten und Rahmensätzen zu. Der höchste Rah- mensatz der obersten Ertragswertklasse beruht bei landwirtschaftlichen Betrieben auf einem Rei»? ertrag von 230 Rm. je Hektar.
Bei landwirtschaftlichen Betrieben ist also von dem gleichen Reinertrag für den Spitzenbetrieb ausgegangen worden wie bei der Bewertung für den ersten Hauptfeststellungszeitraum. Die land- wirtschastliche Abteilung des Bewertungsbeirats ist der Ansicht, daß, wenn man ausschlie hlich die heutigen Crtragsverhältnifse zugrunde legen würde, eine nicht unerhebliche Senkung des Spitzenwerts und damit der übrigen Werte erfolgen müßte. Schon bei der Erstattung des Gutachtens für den ersten Hauptfeststellungs- zeitraum wurde von dem Bewertungsbeirat ausgeführt, daß der Reinertrag von 230 Rm. für den Spitzenbetrieb des Reichs den damals herrschenden wirtschaftlichen Verhältnisien nicht entsprach. Seit jener Zeit hat sich die allgemeine Lage der Landwirtschaft weiterhin z u g e s p i tz t. Nach dem Gesetz sind für die Ermittlungen des Ertragswerts jedoch nicht die gegenwärtigen und auch nicht die in der Vergangenheit liegenden Ertragsverhält- niste maßgebend; entscheidend sind vielmehr die nachhaltigen Ertragsverhältnisse, d. h. die in Zukunft mutmaßgeblich auf die Dauer erzielbaren Reinerträge. Wenn der Bewertungsbeirat im Hinblick auf die gegenüber dem letzten Houptfeftstellungszeitraum eingetretene Verschärfung in der Lage der Landwirtschaft On sich geneigt wäre, eine Senkung des Spitzenwerts und damit der übrigen Werte vvrzufchlagen, so darf er im Hinblick auf die gesetzlichen Vorschriften doch an der Tatsache, daß Maßnahmen ,zur Hebung der Landwirtschaft eingeleitet wor- den sind, nicht vorübergehen. Die Auswirkung dieser Maßnahmen läßt sich im gegenwärtigen Augenblick noch nicht übersehen. Die landwirt- < schaftlicke Abteilung des Bewertungsbeirats glaubt daher, eine Aenderung des bisherigen Spitzensatzes nicht befürworten zu können."
Zur Frage der Relation der Einheitswerte führt «ine viel umkämvfte Denkschrift des Reichsministers der Finanzen (Reichsdrucksache IV Nr. 1308) aus, daß sich bei ber Festsetzung der Werte für den erste n Hauptfeststellungszeitraum die Frage ergeben habe, ob man zunächst eine geringe Zahl von Vergleichsbetrieben auswählen und diese gründlich prüfen, oder ob man von vornherein möglichst viele Vergleichsbetriebe bewerten sollte. Man entschied sich für das letztere. Angesichts der zur Verfügung stehenden kurzen Zeit mußte dabei mit Unrichtigkeiten gerechnet werden Der Reichsbewertungsbeirat widmete feine Arbeit in der Hauptsache den Betrieben größter Ertragsfähigkeit. Um Ueberbemertungen möglichst zu vermeiden, wurden die Werre der leichteren Böden sehr vorsichtig bemessen und die Spannungen zwischen den besseren und geringeren Böden « stark erweitert. Die Arbeiten für den z w e i » ten Hauptfeststellungszeitraum konnten sorgfälj.i- & ger durchgeführt werden: sie zeigten, daß mit dein ^"Auseinanderzrehen der Spannungen zwischen den besseren und geringeren Böden bei der ersten Hauptfeststellung nicht immer das Richtige getroffen war. Es ergab sich deshalb gerade für die geringeren Böden die Notwendigkeit einer Revision. Daraus erfolgte in der Güteklasse C eine Erhöhung der Werte gegenüber 1925 um 18,9 Prozent, in der Güteklasse D um 2,7 Prozent, während nach der Denkschrift in der Gütekloffe A eine Senkung um 3,5 Prozent und in der Güteklasse B eine Senkung um 1,9 Prozent eintrat. Diese Aende- rungen erfolgten, wie später in der 90. Sitzung des Reichstags vom 19. Juni 1929 zum Ausdruck kam, gegen die Stimme eins Mitglieds des Reichsbewertungsbeirots. Die landwirtschaftlichm Spitzenorganifationen re a n b t en sich geschlossen gegen die Auffassung der D « nkfchrist daß die gegenwärtigen C r t r a gs« Verhältnisse nicht mit maßgebend fein sollten für die Wertbemeflung.
Angesichts der ständigen Verschlechterung der Lage der Landwirtschaft kam, wie aus späteren Erörterungen ersichtlich wurde, der Reichsbewertungsbeirat zu der' Auffassung, man solle dem
sal.der,Expc^j^onsmitglieder ernst« Besorgnisse hege^ dürfte außerordentlich schwierig sein, die Expedition durch Flieger oder Hunde- schlitten a^finden. __
Gestzhlenes Kunstwerk beschlagnahmt. ®lnt3erf volles Glasgemälde, dar aus einer Kirche ,n stärnten gestohlen worden ist, wurde in Berlin / entdeckt.
C.N.B. Berlin, 18. April.) (Eig. Meld.) Großes Aufsehen erregte vor einiger Zeit die Verhaftung des Kunsthändlers Adolf Dauer in Wien, der beschuldigt wurde, aus Klöstern und Kirchen Kun st schätze entwendet zu haben. Don der Festnahme war auch das Berliner Polizeipräsidium in Kenntnis gesetzt worden, ebenso von der Tatsache, daß zwischen dem 4. Dezember 1930 und dem 12. Januar 1931 aus der Kirche St. Magdalena in Weitensfeld in Kärnten eines der wertvollsten Glasge - m ä l d e, ein Werk aus dem 12. Jahrhundert, plötzlich verschwunden war. Der Wert des Gemäldes, das die heilige Magdalena darstellt, wurde von den Kennern auf 33 000 Schilling geschätzt. In der letzten Zeit verstärkte sich der Verdacht, daß das Gemälde über die Grenze nach Berlin geschafft worden fei. Der Berliner Kriminalpolizei ist es jetzt gelungen, das Kunstwerk in einer Antiguitätenhandlung in der Wilhelmstraße zu beschlagnahmen. Als man dort eine Kiste öffnete, zeigte es sich, daß ffe. vorsichtig in Watte verpackt, die einzelnen Teste des in Weitensfeld gestohlenen Gemäldes enthielt. Die Stücke waren aus der Bleifaffuna herausge- löft. Das Gemälde wurde nach dem Polizeipräsidium gebracht und wird den österreichischen Behörden zur Verfügung gestellt werden. Ob der verhaftete Kunsthändler Bauer den Diebstahl verübt hat, wird die in Wien geführte Untersuchung ergeben.
Im jüngsten Bande der weltberühmten Pastor- schen Papstgeschichte, ein Werk, das uns die gesamt« europäische Geschichte vom Blickpunkt der erhabensten abendländischen Idee darstellt, wird uns von den Türken berichtet, die damals vor Belgrad standen und die ganze christlich« Kultur mit Vernichtung bedrohten. Ergreifend, wie der damalige Papst Klemens die Völker des ganzen Erdteils zum Kampfe aufrief, erschütternd aber zugleich. wie hie ungarischen Barone, obwohl sie doch die ersten Opfer gewesen wären, jede Unterstützung verweigerten. Der französische König Ludwig XIV. aber ging so weit, dem Pascha ein Brieflein zu senden des Inhaltes, der hochmdgende Herr mit seinen drei Roßschweifen möge entschuldigen, wenn einige französische Ritter, Untertanen des Sonnenkönigs, sich irn Uebsreifer vergessen hätten und nun im Lager der Türkenseinide kämpften. Man sieht, Europa ist sich gleich geblieben. Setze man statt Türken heute Bolschewiken, so ist die Anwendung leicht. Die Mächte der Intereffen werden am Ende auch im Kreml um Verzeihung gebeten haben von wegen der Angriffe gereifter rückständiger Europäer, die sich nicht 'begeistern können für ein Bündnis mit dem furchtbarsten Feinde der Christenheit unserer Tage. Der Streit unter den europäischen Regierungen aber wird unentwegt fortgeführt, wenn auch die Türken von heute schon bedrohlich nahe sind. Wie eifersüchtige Mädchen, so verfolgen die europäischen Ministerpräsidenten gegenseitig ihre Schritte, damit nur keiner dem andern den Rang ablaufe. Das Land des Sonnenkönigs aber scheint es als fein» Hauptaufgabe zu betrachten, alles, was Zur Einigung Europas dienen könnte, zu bonkottieren — ganz wie in alten Tagen. Lies nur Geschichte, und es Mtätiat sich dir der Satz, daß es nichts Neues gibt inter der Sonne.
Auch in geistigen Dingen sündigt Europa stän-
drassy, der von einer Reise nach Kleinasien -In '
Meerschaum mitgebracht hatte. Cr übergab h" Schuhmacher, um daraus irgend etwas zu schnitt wats kam auf den Gedanken, einmal eine , schneiden. Bei der Arbeit bemerkte er, daß Äj’ schäum durch das Anfassen mit seinen Pecbbänx Farbe verlor, daß aber die Pfeife dann durch bie mit weißem Wachs ein viel schöneres Auslel, wann. Die erste Pfeife, die Kowats schnitt ift h 9?* noch im Museum in Budapest zu sehen. ' ^ut«
Wissenschaft und Forschung.
Röntgen-Kongreß in Baden-Baden.
Freitag vormittag wurde in Baden-Baden die 22. Tagung Der Deutschen Röntgen-Gesellschaft in Gegenwart der Vertreter von Staat, Stadt und ärztlichen Gesellschaften des In- und Auslandes durch Professor Hol« felder-Frankfurt a. M. eröffnet. Der schwedische Ge- lehrte Professor Forssel-Stockholm wurde durch die lieber« reichung der Medaille der Röntgengesellschaft geehrt. Dis Tagung befaßt sich hauptsächlich mit den Ergebnissen der Röntgendiagnostik der Wirbelsäule, den Strahlenschädigungen und ber Krebsbekämpfung.
Schriftleiter: Dr. phil. Johannes Krame«.
Verantwortlich, für allgemeine und kommunale Po« fitif Dr. phil. Johannes Kramer, für Heimat, Im gendblatt und religiöse Beilage Dr. oec. publ 3 w seph Sauer, für den übrigen Text Dr. rer. poL Karl Au st ermann, alle in Fulda. Verantwortlich für die Anzeigen: Direktor der Fuldaer Actiendruckerei I. Parzeller.
Allem Anschein nach ist der zur Zeit sich abfpte* lende Prozeß ein Gänmgsprozeß, der am Eno« das Echte vorn Unechten scheidet. Bewegungen, v« mehr aus dem Willen kommen, als aus der Ver> nunft, haben es an sich, daß sie die verschiedensten Phasen durchlaufen können, wie es auch beim italienischen Faschismus der Fall war. Sichern« wird feder Deutsche wünschen, es möchten die to«« len Kräfte, die auch im Nationalsozialismus nei ken, nach und nach zu klaren, fest urnnffene" Ideen sich emporläutern. Versöhne man sich, es Hitler ursprünglich wollte, mit Christentum uw Kirche, setze man statt Raffe Familie und Boire« tum. anerkenne man im Staate die geistige nung. die Legalität nickt nur, sondern die in Gv und in der Natur begründete Autorität, lasse man ab von allen Methoden einer groben Demagoge < und wer weiß, was aus dem wilden Sturzback ' für ein schöner deutscher Strom werden ka . « Stehen nicht in allen Sagern Menschen, die zueinanderfänden, wenn sie nur einmal vom schen, nickt aber vom Parteiischen her zusamme kommen tonnten? Eine solche Meinung kann vertreten, auch wenn man durchaus für bte-» Wendigkeit und auch für die Hobe Bedeutung Parteien ist. Es ist mehr die Forderung, vatz der Partei doch immer das Ueberpartemcke. - allen Parteien gemeinsam fein sollte, mit anv Worten das Menschliche, heilig fein muffe, sich sind mir nicht Zuerst Parteien, fo™* Deutsch« und Bürger eines und des gleichen » lcmdes. '
Noch ein paar Nachworte: Adreffen lionären habe ich nicht, sind aber doch leicht M . fahren ldies für einen Herrn in Vallendar.) j eigene Anschrift kann ich nicht angeben da e» dem Mond 'eine Hausnummern gibt-/«r« .
die Neokruschensalz produziert, rate w- Anpreisungen Geschmacklosigkeiten 3« .DC wie: .....Hab« auch ich meinen ®o AU
und der heißt .Krulchen'"... ift nn$j Heiligtum geworden . . “ Wir ®ul;®Lfcn ja an solche Stil- und Gesinnungswidnokeil wohnt aber die amerikanische Oeffentlick ertfct Diese Beschwerde wird mir nämlich aus ± |. Mgeschickt . ... g)lontt lm gRotti»*1 J
! Gefaßte Kaviar-Diebe.
CNB. Berlin, 18. April. (Eig. Meld.) Vor einigen Tagen wurde in eine Kaviar- und Feinkost- großhandlung in der Mittelstraße ein Einbruch verübt, bei dem die Täter füretwa!2000 M. Delikatessen, besonders Kaviar erbeuteten. Vier von den Sieben konnten heute feftaenommen werden, der fünfte ist noch flüchtig. Als Anführer des großen Einbruchs wurde ein gewisser Paschkewitz ermittelt, der wegen schweren Einbruches zuletzt zu einer längeren Strafe ver» ^tilteilt wurde, die er in Sonnenburg verbüßte. B.?n do^l entwich er im Juni vorigen Jahres,, kam t0= fort >nach Berlin und sammelte hier eine neue Banta um sich. Die Kaviarbüchsen, die efroa 5 Pfund enthielten, wurden z. T. bet ®aft®Vten im Zentrum und im Westen Berlins zu 10^ und 20 Mark verkauft. Einen Teil ber D^n, die nicht gleich abgesetzt Jperben konnte.^ brachte Puschkewitz zu seiner Braut. Das Äeußere ber Büchsen schien ihm sür ben Verkauf nicht sauber genug. Puschkewitz wußte Rat. Die Büchsen würben in kochen- bes Wasser gestellt unb natürlich dadurch ber Kaviar so verborben, daß er nicht mehr zu gebrauchen ist. Bei einer Feier in einem Lokal wurden Hostenhamp, Schiansky und Sprenger festgenommen. Puschkewitz, der nicht zugegen war, wurde in einem schlasquartier am Stettiner Bahnhof aus dem Bett geholt. Cr brachte sich, um ins Lazarett gebracht zu werden, eine gefährliche Schnittverletzung bei. Er hat diesen Trick schon öfters angewendet, weil er damit rechnet, aus dem Lazarett entwischen zu können.