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FuldaerZertung

| Anzeiger für die Stadt Fulda und denLavdkreis Fulda. Amtliches Kreisblatt.

Sonntag, 19. April 1931

WO. 58.

Ilk. 90

bei

ist

KöMg Alfons betritt in MarfeMe französischen

Boden»

(FunkbiN.)

Lage. Um die Programme der Hitler-Partei, um die offiziellen Dogmen und Richtlinien küm­mern sich die meisten nicht mehr. Nach dem 14. September holten allesamt, Freunde wie Gegner der Bewegung die Parteifibeln heraus und such­ten sich zusammenzubuchstabieren, was nun eigent­lich Nationalsozialismus sei.

Das Ergebnis dieser Lernübungen war zumeist Kopfschütteln. Man erfuhr, daß die sogenannte Brechung der Zinsknechtschaft dasHerzstück" des Hitlerprogrammes sei. Außerdem nahm man noch einige dunkle Phantasien über nordische Rasse wahr. Daß man damit die Welt nicht aus den Angeln heben würde, wurde schließlich auch denen klar, die aus ihren eigenen Verärgerungen heraus begeistert bei der radikalen Sache sein wollten. Und siehe da, es begann ein Suchen, Forschen, Grü­beln, um Inhalt und Sinn der Bewegung.

Das Ringen um ein nationaliozmlistisches Welt­bild ist schon gar nicht mehr Angelegenheit der Parteiführung, sondern eine intellektuelle und see­lische Angelegenheit von Leuten geworden, die kei­neswegs von Hitler und feinem Stabe dazu auto»

Erscheint lechsmal wöchentlich. Wochenbeilagen:Die Welt im Bild" undBuchenblätter". Rotationsdruck und Verlag der Fuldaer Actiendruckerel in Fulda. Fernrufe: Schrist- :: leitung 1152, Fuldaer Actiendruckerel 1150 und 1151. ::

rifiert sind. Das bedek^-ÄW^A^einen gei­st i g e n M a ch t v e r l u st desTrommlers", der als Prophet versagte. Andererseits zeigt diese Entwicklung wiederum, daß man den Nationalso­zialismus nun nicht dadurch überwinden kann, daß man Hitler im politischen Schachspiel lahm legt. Würde heute die nationalsozialistische deutsche Arbeiterpartei Niederlagen erleiden, sich weiter spalten oder wegen schwerer Verstöße gegen die Gesetze aufgelöst werden, so würde man damit den Nationalsozialismus als Kampfbewegung keines­wegs los werden.

Die Opposition gegen den offiziellen Hitlerkurs, von der wir hier sprechen, die nicht mit Otto Strasser- oder Stennes-Bewegung in Beziehungen gebracht werden kann, äußert sich nicht nach der kompromißlerischen Seite, sondern nach der radi­kalen. Die unzufriedenen Kritiker möchten Hit­lers Rebellentum übertrumpfen. Aber man irrt sich wiederum, wenn man daraus schließen wollte, daß dieser Opposffionsflügel den Nationalsozialis­mus auf die Barrikaden treiben wolle. Das Ge­genteil ist richtig. Gerade die Kreise, die sich für ganz entschiedene Revolutionäre halten, sind gegen putschistische Abenteuer, gegen Radauszenen, Über­fälle und Schlägereien. Sie glauben gerade, daß die hitlerische Störungsmethode die Erfolglosigkeit nationalsozialistischer Ziele verbürgen müßte. Für die Eroberung der Macht halten sie weder den ge­genwärtigen Zustand für reif, noch ihre eigene Rüstung für stark genug. Ihre Vorbereitungen für eine spätere Beseitigung der jetzigen Legalität treffen sie nicht durch verschwörerische Umtriebe, sondern durch die Fundamentierung ihrer Welt­anschauung und ihrer künftigen Arbeitspro­gramme.

Der antihitlerische Nationalsozialismus, der sich keineswegs auf geschloffene Zirkel beschränkt, sondern durch die jüngere Generation hier und dort fluktuiert, findet seine Mittelpunkte in Ber­lin, während der Generalstab Hitlers noch immer von München aus waltet. Diese oppositionellen Berliner Strömungen richten sich vor allem ge­gen Goebbels, den Statthalter Hitlers in der Reichshauptstadt. In dessen scheinradikalen Hu- farenritten erblickt man eine besonders ärgerliche Kompromittierung des Nationalsozialismus. Eines der kleinen Organe, die den Kampf gegen Hitler und Goebbels unter ultraradikalen Flaggen füh­ren, brachte beispielsweise eine Faschingsbeilage heraus, die sichDer Rückzug" nannte und den Untertitel führteAschermittwochs-Ausgabe des Angriff". Die fatyrischen Hiebe gegen den soge­nanntenRestpeitschen-Iosef" entspringen keines­wegs nur persönlicher Ranküne, sondern wollen dem hochpolitischen Zwecke dienen, die Hitlörfront zu zersetzen.

Wer den Nationalsozialismus an und für sich aus Ueberzeuaunasgründen und um der tatsächli­chen deutschen Bedürfnisse willen besiegen und aus- treiben will, muß sich zunächst darüber klar sein, daß er sich gar keiner einheitlichen Ha­kenkreuzfront gegenübersieht.

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der Vereinigung der Deutschen Bauernvereine, Berlin.

Nach § 84 Abs. 1 des Reichsbewertungsgesetzes der Bewertungsbeirat darüber zu hören, mit

pital, das keine Anlagemöglichkeiten findet, be­merkbar. Wir erleben es in der Wirtschaft wie an der Börse, daß sich unoerwerteter Kapitalüber­fluß und unbefriedigter Kapitalmangel schroff ge­genüberstehen.

Nun hat schon auf den Tagungen der Inter­nationalen Zahlungsbank in Basel der Präsident der Bank von England Montague Norman ein Projekt zur Diskussion vorgelegt, welches die Ein­richtung eines internationalen Kreditinstituts vor­sah. Er konnte nicht durchdringen mit seinem Plane, weil die französischen Teilnehmer ihren Grundsatz nicht aufgeben wollten, Kredite nickst nach wirtschaftlichen, sondern noch politischen Ge- sichstpunkten zu verteilen. Doch Norman ließ sich nicht beirren. Inzwischen hat er während seiner Amerikareise neue Versuche unternommen. Er will auf dem Wege über die privaten amerikani­schen Finanzinstitute, auch über die großen ameri­kanischen Industriefirmen den französischen Wider­stand brechen. Deshalb hat er auch seinen ur­sprünglichen Plan geändert. In Bafel schwebte ihm die Errichtung eines Finanzinstituts ohne die europäischen Großbanken vor, während er jetzt ein internationales Finanzsyndikat schaffen will, an dem Großbanken und Großindustrie zusammen arbeiten sollen. Eine internationale Kreditregelung soll versucht werden. Der neue Plan Normans wird bereits auf der Aufsichtsratssitzung der BIZ in diesem Monat besprochen und hat ein dreifaches Ziel:

1. Mittelbeschaffung für kreditbedürftige Län­der; 2. Garantien für die Zahlungsfähigkeit der Kreditnehmer, 3. schnellster Transfer der Gelder von den Kreditgebern zu den Kreditnehmern. Zu den kreditbedürftigen Nationen zählt u. a. Deutsch­land, die osteuropäischen Staaten, die rohstoff­erzeugenden Länder wie Australien, Argentinien, Brasilien usw.

Solche Meldungen klingen erfreulich, sind aber immerhin mit einer gewissen Skepsis aufzuneh­men. Zweifellos würde eine Durchführung des Norman'schen Projektes den deutschen Kreditwün­schen entsprechen. Auch eine Verbilligung und Aw- kurbelunq der Produktion könnte erzielt werden. Aber Normans Projekt ist nicht fo uneigennützig, wie es sich auf den ersten Blich darstellt. England weiß ganz genau, daß die deutschen Reparationen auf die Dauer nicht durchführbar, sind, wenn Deutschland nicht die Möglichkeit erhöhter Produk­tion, verstärkten Exports gegeben wird, wenn es nicht die an das Ausland zu zahlenden Gelder durch eigene Arbeit aufzubringen vermag. Also ist sicherlich von Norman auch daran gedacht, die deutsche Wirtschaft um deswillen anzukurbeln, um gleichzeitig die Reparationen anzukurbeln, die Zahlungsmöglichkeiten Deutschlands zu erleichtern.

Norman wird sich also über seine Versuche, zu einem internationalen Kreditausgleich mit dem Ziele, zu einer Exportsteigerung zu kommen, noch klarer aussprechen müssen, bevor wir zu einem abschließenden Urteil über feinen Plan gelangen können. Immerhin sind aber solche internationalen Aussprachen sehr wertvoll, denn sie lassen erken­nen, daß die eigentlichen Ursachen der Weltwirt­schaftskrise heute klar gesehen werden, daß man nach Mitteln und Wegen sucht, um sie zu besei­tigen. Schwierigkeiten sind schließlich dazu da, um überwunden zu werden. In der Hauptsache liegen sie bet Frankreich, dessen Handelsminister jetzt erst wieder das Prinzip einer politischen statt einer wirtschaftlichen Kreditgewährung verkündete. Frankreich will sogar, wahrscheinlich als Konkur­renz gegen das Norman-Projekt, ein französisches Konsortium von Großbanken bilden, das Anlei­hen nur unter politischen Gesichtspunkten an solche Länder gewähren soll, welche sich der französischen Politik anpassen oder sie unterstützen. Man er­klärt ausdrücklich, daß vorläufig französische An­leihen für Deutschland nicht in Frage kämen und man will in England Stimmung für das franzö­sische Projekt machen.

Die nächste Sitzung des Generalrates 8er DIZ. wird wohl schon eine Klärung bringen. Da»« ist es an der Zeit, mit den deutschen Wünschen und Forderungen herauszukommen.

wolle die Beziehungen zu den spanisch-amerikani­schen Republiken sowie zu Portugal und Italien enger knüpfen. Der Minister kündigte ferner! Maßnahmen zur Lösung des Zoll - Problems an. Durch Zugeständnisse von bei­den Seiten würden auch die Beziehungen zwischen Spanien und den Vereinigten Staaten wieder be­festigt werden.

König Alfons und die Torkes-Dahlen.

Der Herzog von Miranda, Oberhofzeremonien» meister der spanischen Sönigsfamilte, empfing in Paris Vertreter der Presse und teilte auf verschie­dene Fragen mit, daß der König sein Verhalten gegenüber Spanien von den Cortes-Wahlen ab­hängig machen wolle.

Jtt Reichsbankprasidenl in Badenweiler.

Internationaler Gitter-Austausch als verhandlungsgegenstand. Briands Gegen-Mine.

Herunter mit den Einheilswerlen!

Von Dr. Dr. Ferdinand Jacobs, Geschäftsführer

Ruhe in Spanien.

totb. Madrid, 18. 4. (Eig. Meld.) Nach Schluß der Kabinettsfitzung erklärten die Minister, die Lage im Lande sei durchaus befriedigend. Die catalonische Frage solle von der konstituieren­den Nationalversammlung geregelt werden. In Madrid und in den Provinzen sei alles ruhig.

Aber es wird geschossen . .,

totb. London, 18. 4. (Eig. Meld.) Nach Mel­dungen aus Gibraltar haben in S e v i I l a Unruhen stattgefunden, bei denen es zu Schießereien zwischen Polizei, Zivilgarde und Soldaten gekommen sein soll.

wtb. Madrid, 18. April. (Eig. Meld.) G e - n e r a I Berenguer, der ehemalige Minister­präsident und Kriegsminister im letzten monarchi­schen Kabinett, stellte sich gestern den republikani­schen Behörden, die seine Festnahme anordneten.

*

Die französische Regierung hat die neue spani­sche Regierung anerkannt.

. Hitler und der Nationalsozialismus gelten in »er allgemeinen Vorstellungswelt noch völlig iden- Höchstens gibt man zu, daß in der Partei den 107 Reichstagsabgeordneten a. D. auch gerade eine ideale Einigkeit herrsche. Aber wundert sich darüber nicht, sondern erinnert >S> daran, daß es in jedem großen Organifations. ,^^r Meinungsverschiedenheiten gibt, die mitun- nnjifenfjaften Charakter tragen. Man würde erbings auch vergeblich nach irgend einer Pat- suchen, die sich noch niemals gespalten ober ANigstens Splitter abgesondert hat. Daß auch y,°e,n Hakenkreuzlern jetzt derartige tiefgehende i.- '^nungen austreten, braucht an und für sich r Die Bewertung der politischen Kraft des Hit- "UMs nicht von' Bedeutung zu fein.

aon er mr erleben neuerdings bei den Partei- ber. m der deutschen Revolution einen ganz an- " Prozeß, der zu ernsterem Nachdenken an- brinnr-loIIte- zeigte sich nämlich für den ein- b»-' Beobachter eine neue geistige Situation knb?? ionaIen Radikalismus, eine noch nicht ool- te, aber doch schon spürbare neuartige

andlung im Nationalsozialismus

Grundsätzliche Erwägungen.

welcher Zahl für den jeweiligen Hauptfeststellungs­zeitraum der Reinertrag zur Ermittlung des Er­tragswertes zu vervielfältigen ist (Multiplikator). Nach den 19 Abf. Nr. 2, 22 Abs. 2, 24 Abs. 1 des Reichsbewertungsgesetzes hat sich ferner der Bewertungsbeirat vor Vorlage der Rechtsverord­nung über die Ertragswertklassen und Rahmen» lätze an den Reichsrat gutachtlich über die in Aus­sicht genommene Regelung zu äußern. In Kürze wird voraussichtlich der Reichsbe­wertungsbeirat dieses Gutachten füjj den dritten Hauptfest st ellungszeit- r a u m erstatten. Die auf dieser Grundlage festgesetzten Einheitswert werden bei Durchführung des 3. Teiles der Notverordnung vom 1. Dezember 1930 die Grundlage auch für die Bemes­sung der Grundvermögen st euer» der Länder bilden. Damit kommt der Festsetzung der Einheitswerte eine noch größere Bedeutung zu als bisher.

Der Reichsbewertungsbeirat besteht aus drei beamteten Vertretern und z. Zt. folgen­den sechs landwirtschaftlichen Sachverständigen:

1. als ausübende Sachverständige

a) vom Reichsminister der Finanzen beftimmti Gutsbesitzer Leo Benteler in Benteler bei Waders­loh (Kreis Beckum i. W); Mühlenbesitzer Anton Lingk, Mitglied des Provinziallandtages der Pro­vinz Ostpreußen in Klutkenmühle bei Guttstedt (Kr. Heilsberg);

b) vom Reichsrat bestimmt:

Rittergutsbesitzer Major a. D. Hans von Bron. sart-Schellendorf in Poppelwitz bei Zudar (Rügen); Gutsbesitzer Landesökonomierat und Bürgermei- fter Jakob Erabmair in Scheuerhof, Post Seifen« seid (Oberbayern);

2. als nicht ausübende Land wirte a) vom Reichsminister der Finanzen bestimmt! Major a. D. von Sybel in Berlin;

b) vom Reichsrat bestimmt:

Dr. Berthold Sagawe, Institut für landwirt­schaftliche Betriebslehre an der Unioerfftäf Kiel;

3. als ständige Vertreter

a) vom Reichsminister der Finanzen bestimmt!

Gutsbesitzer Hugo Herrmann, Blaufelden, Ober­amt Gerabronn (Württemberg);

b) vom Reichsrat bestimmt:

Rittergutsbesitzer Walter Gustav von Hüttner, Pirk (Vogtland).

Lingk, der feit 1925 als ständiger Vertreter dem Reichsbewertungsbeirat angehörte, trat auf Grund der Bekanntmachung des Reichsministers der Finanzen vom 24. 3. 1930 an die Stelle des ausgeschiedenen Rittergutsbesitzers Adolf Richter. Lausitz bei Löbau (Freistaat Sachfen). Nach § 17 Abf. 5 des Reichsbewertungsgesetzes werden die Mitglieder des Reichsbewertungsbeirats zwar je­weils nur für einen Hauptfeststellungszeitraum berufen. Da aber Wiederberufung zulässig ist, wurden bisher Aenderungen in der Zusammenset­zung nur Dorgenommen, wenn dazu besonderer Anlaß gegeben war. Für den dritten Hauptfestel- lungszeitraum scheidet von Sybel aus dem Reichs» beroertungsbeirat aus.

Schon 1925 hatte der Reichsbewertungsbeirat feine Zustimmung zu den mehr fiktiven Einheits­werten nur in der E rw artu n g und unter der Bedingung gegeben, daß in den nächsten Jah­ren eine Besserung der Wirtschafts­lage für die Landwirtschaft eintretert würde. Diese Besserung erfolgte nicht; infolgebef. fen wäre zu erwarten gewesen, daß bei der Neu­festsetzung für den zweiten Hauptfeststellungs­zeitraum eine Revision und Ermäßigung der Ein­heitswerte eingetreten wäre. Dem Vernehmen nach wäre es bei der Festsetzung der Einheitswerte für den zweiten Hauptfestststtungszeitraum zu einer Herabsetzung des Wertes des Reichsspitzenbetriebes gekommen, wenn nicht zu der entscheidenden Sitzung in Braun­schweig zwei Mitglieder des Reichsbewertungsbei­rats, die an den vorausgegangenen Bewsrtungs- reifen kaum teilgenommen hatten, erschienen- ten und gegen die Herabsetzung des Reichsspitzen­wertes gestimmt hätten. Die übrigen Landwirte des Bewertungsbeirats sollen sich vor der ablchlie» ßenden Besprechung dahin einig gewesen sein, daß der Wert des Reichsspitzenbetriebes gesenkt wer­den müsse. Von zuständiger Seite sind hierzu Klarstellungen bisher noch nicht gegeben worden« In dem Gutachten des Bewertungsbeirats vom 24. April 1928 über den Multiplikator und über die Ertragswertklasien und Rahmensätze heißt es u. a.:

Hinsichtlich des Multiplikators steht der Bewertungsbeirat auf dem Standpunkt, daß im Hinblick auf die gesetzlichen Vorschriften des § 84 Abs. 1 kein Grund vorliegt, eine Aenderung des für den ersten Hauptfeststellungszeitraum festgesetz­

Der spanische Außenminister Lerroux erklärte Journalisten, die A u ß e n p o l i t i k der spani­schen Republik sei von Grund aus friedlich. Die von den breiten Massen des Volkes getragene Re­publik wolle den Frieden und die Brüderlichkeit unter den Nationen. Sie werde freundschaftliche Beziehungen zu allen Ländern pflegen, un­ter besonderer Berücksichtigung derjenigen Länder mit ähnlichen politischen Einrichtungen. Spanien

E.N.B. Badenweiler, 18. April. (Eig. Meld.) «eichsbankpräsident Dr. Luther ist heute vormittag r* Badenweiler eingetroffen. Er wird mit Reichs- Snüer Dr Brüning und Reichsaußenmi- «jster Dr Curt ins, die sich beide zurzeit Unfalls in Badenweiler aufhalten, eine Bespre­ng haben und morgen nach Basel weiterfahren.

*

wt. Vien, 18. April. (Eig. Meld.) Zu der von »t Agrnce Havas verbreiteten Meldung, Oester- jch habe die formale Zusicherung gegeben, daß Die Verhandlungen über die deutsch-österreichische Wunion bis zur Prüfung der Frage durch den Alkerbund aufgehoben werden würden, und zu den von österreichischer und von deutscher Seite hierzu herausgegebenen Erläuterungen schreiben die Diener Neuesten Nachrichten": Der Zweck derHa- vas-Meldung ist klar: DerO u a i d' Orsay (das französische Auswärtige Amt) hat das Bedürfnis sich der französischen Oeffentlichkeit gegenüber mit einem Erfolg der von Paris aus ein geleiteten Gegenaktion ausweifen zu können. Von einer Un= lerbrechung der Vorbereitungsarbeiten ober gar non einer Zurückstellung des Zollunionsplanes, töte von gegnerischer Seite angebeutet wird, kann ober, das muß ausdrücklich festgestellt werden, keine Rede fein, schon deshalb nicht, weil die Ge­lten plane, zu deren Stützung das französische ifommunigue offenbar herausgegeben wurde, mit Ausschluß Deutschlands und Oesterreichs gedacht sind. Wenn diese Gegenpläne die Behebung der europäischen Wirtschaftsnot zum Ziele hätten, und nicht wieder nur m a cht p o l i ti s ch e n Zwek - [en zu dienen bestimmt wären, würde man von österreichischer und reichsdeutscher Seite kaum et« ms gegen sie einzuwenden haben, weil sie ja schließlich wieder in dem Vorschlag der beiden deut­schen Staaten einmünben müssen. Eine Sanie- fung der prekä reu Wirtschaftslage Europas unter Ausschluß Deutschlands Wrreichs ist ausgeschlossen. Daher besteht dl für diese beiden keinerlei Anlaß, sich durch tis tet eröffnete Gegenoffensive in der V»rfolgung ihrer mit den naturgegebenen Existenzbedingungen Europas in voller llebereihftimmung stehenden Wne irgendwie beeinträchtigen zu kaffen. Der Weg geht weiter.

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wtb. Washington, 18. April. (Eig. Meld.) Bei der Tagung der internationalen Handelskam­mer, die am 4. Mai in Washington beginnt, wird, wie die amerikanische Delegation heute mit« teilt, die Frage der internationalen Schulden ein­gehend erörtert werden, und zwar auf Grund zweier vom früheren deutschen Reichsminister Dern- hurg und von Prof. Wagemann ausgearbeiteter Referate über Preisniveaus und über den inter- nationalen Güteraustausch. Die sich anschließende, tont Direktor der B. I. Z. und vom Chicagoer Bankier Taylor geleitete Aussprache über die Reparationen, die von beiden Referenten als wich­tige Ursache für die gegenwärtige Weltwirtschafts- frife bezeichnet ---rden, soll sich unter V er - tnttbu ng m lischer Argumente auf wtrtschaftlir Gesichtspunkte beschrän­ken. Unter dem ProgrammpunktInternationale Handelspolitik" wird sowohl Amerikas Zolltarif, toie die Frage der deutsch-österreichischen Zollunion «örtert werden. Beim ThemaDie Verhästnisse in der Landwirtschaft" wird die Gefahr des russischen Getreidedumpings, beimPro- grmnmpunktInternationaler Zahlungsausgleich" u. a. das Silberproblem besprochen werden. Die amerikanische Delegation, für die Owen D. young die Eröffnungsrede halten wird, verspricht W von dieser Tagung hauptsächlich wachsendes Verständnis des amerikanischen Publikums dafür, M; die amerikanische Krise nur int Zusammen- »an.g mit der Weltkrise gelöst werden kann, tot wichtigen Vell-Flnanz-Enlscheidnngen

Die Wiederbelebung der Weltwirtschaft ist die tutscheidende Aufgabe der internationalen San* Ars. Besonders Europa leidet sehr stark an dem Mangel an Betriebskapital und Betriebskrediten. ümmer störender macht sich der Ueberfluß an Ka-